• #31
Zur Zeit (Coronakrise) ist es halt ein Riesenunterschied ob ich im öffentlichen Dienst, als Angestellter in der Privatwirtschaft oder als Selbstständiger meine Kröten verdiene.
Wenn jetzt der Angeschriebene der FS in einem von der Coronakrise betroffenen Bereich arbeitet, kann ich mir schon vorstellen das er am Rad dreht und hofft durch viel Arbeit seinen Arbeitsplatz zu erhalten.
Kann sein. Es gibt derzeit jede Menge Gründe für verschiedene Menschen, unterschiedlich zu reagieren, das merkst Du bei jedem Einkauf. Es gibt viele, die entspannt im Homeoffice sitzen und natürlich auch welche, die weniger oder mehr zu tun haben.

Für mich ist "Stress" trotzdem oft eine einfache Ausrede. Klingt hier auch so. Zeit ist eine Frage von Prioritäten. Er hat Zeit für andere Dinge. Für eine Beziehung reicht es offenbar nicht. Traurig für die FS, aber auf Dauer ist das keine Perspektive.
 
  • #32
Er hat einen guten Job. Allerdings viel Verantwortung (auch Personal) und viel Stress. Er hatte auch erst vor 3 Wochen eine Vertragsverlängerung erhalten. Dennoch war er oft auf der Suche nach Alternativen. Kurz vor der Trennung hatte er auch eine Absage bekommen. Ich habe versucht ihn aufzubauen und zu motivieren, aber er war generell recht down. Meinte oft er braucht Urlaub…
Natürlich ist das wie @Lebenslust sagt dauerhaft keine Alternative.
Ich möchte nur versuchen etwas Verständnis einzubringen für diese Person. Für mich klingt das sehr nach beginnendem Burnout. Offenbar war er in der Situation des Arbeitsplatzes gar nicht zufrieden.
Seine Begründung für den Zeitmangel war klar der Job, der ihm offenbar alles abverlangt. Bis hin zum dringenden Schlaf, weshalb er nicht übernachtete oder lange blieb. Es ist dann leider so, dass sich Menschen, die in einer überfordernden Situation sich befinden, (und das ist nicht immer ihre eigenen Schuld, denn es wird oft zu viel abverlangt) sich zurückziehen.
Sich nur noch auf den Job konzentrieren, weil ihnen sonst die Luft ausgeht.
Deshalb, so scheint es mir, hat er auch die Beziehung, trotz Gefühlen für die FS beendet. Es war ihm der einfachste Weg mit der Belastung klar zu kommen. Ultimaten und Zwang zu mehr Aufmerksamkeit für die Freundin, war für ihn offensichtlich eine weitere Belastung. Das ist weder die Schuld der FS (sie hat berechtigte Bedürfnisse), noch die ihres Partners.
Die FS sollte sich deshalb nicht wertlos oder ungeliebt fühlen.
Die Umstände waren einfach nicht die passenden.
Ich plädiere aber dafür, dass man die Aussagen der Menschen auch ernst nehmen sollte, wenn sie begründen überlastet zu sein. Und das eben nicht als "Ausrede" herabzutun.
 
  • #33
Ich denke, ihr habt Recht, ich habe ihm zu viel Druck gemacht.
Aus seiner Sicht ja. Aus deiner Sicht nein. Letztlich ist es genauso wie du es folgend beschreibst.

Ich kannte es aus meinen bisherigen Beziehungen bisher so, dass man grade in der Anfangs-Zeit gerne viel Zeit miteinander verbringen will.
Sein Fluchtverhalten am Ende eurer Treffen deutet weniger auf echte Notwendigkeiten als auf massive Ängste. Ggf. überfordert ihn auch sein Job deutlich. Das dürfte dann aber jeder Job tun. Ein Typ der immer und überall ins Hamsterrad einsteigt und genau deswegen auch in Beziehungen auf Distanz bleibt.

Dass er dich bei Sozialmedia "stalkt" ist für mich eigentlich nur ein Indiz, dass er dich eigentlich gern weiter hätte. Aber ich würde ihm nicht entgegen kommen. Damit verrätst du dich selbst. Dein "Ultimatum" hat eine sinnvolle Klärung herbei geführt.

@Schnuppe78 hat vielleicht recht aber kein Entgegenkommen der Welt rettet diesen Mann aus seiner selbst gezimmerten Mühle.

Hallo @Lebens_Lust ,
Ja ich habe ein Pauschalurteil abgegeben.
Ich bezog mich allerdings auf den Punkt 'Sicherheit des Arbeitsplatzes' (okay in meinem letzten Statement bin ich vom Kern meiner Aussage abgewichen).
Zur Zeit (Coronakrise) ist es halt ein Riesenunterschied ob ich im öffentlichen Dienst, als Angestellter in der Privatwirtschaft oder als Selbstständiger ...
Die Diskussion wer es im allgemeinen am schwersten hat, Angestellte im öffentlichen Dienst, in der Privatwirtschaft oder Selbstständige lässt sich nicht eindeutig entscheiden. Es kommt immer auf diverse Faktoren an.

Ein wesentlicher Faktor ist die auf Ängsten beruhende Neigung sich freiwillig ins Hamsterrad zu begeben und nicht vor einem Burnout wieder heraus zu finden. Das gibt es auch im eigentlich sicheren öffentlichen Dienst.

Knappe Zeit für Beziehung ist regelmäßig an solche Verhaltensweisen gekoppelt. Nicht umsonst irlichtern nicht wenige imgrunde beziehungsunfähige Lehrerinnen durch die Datingbörsen. Männer im öffentlichen Dienst, auch Lehrer, sind da oft entspannter und sehen ihre Vorteile deutlicher. Hamsterrad-Männer zieht es eher in die freihe Wirtschaft.

Ich selbst arbeite in einem Konzern der regelmäßig Personal in größeren Wellen "sozialverträglich" abbaut. Um mich herum wird viel Hamsterrad gefahren. Es gibt einige Burnouts. Diese "Perspektiven" beeindrucken mich aber schon lange nicht mehr.

Bei uns sind auch viele "Selbständige" aktiv. Eher Luxusselbständige die keine Corona Lasten zu tragen haben.

Das gilt auch für Selbständige in diversen Handwerksbranchen, die allerdings sinnvoller arbeiten als ein Freelancer im Management Consulting. Jene im Kunst- und Unterhaltungsgewerbe sind dagegen in den ...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #34
@Schnuppe78 , das klingt ziemlich plausibel. Ich bin mir sicher, dass er seinen Job liebt, also generell was er tut, aber wohl nicht in dieser aktuellen Konstellation. Daher die Suche nach Alternativen. Dass er evtl. wirklich darunter "gelitten" hat, war mir nicht bewusst, da war er mir gegenüber nicht offen genug. Er hat neben Arbeit aber noch vieles unternommen, war 2x/Woche beim Sport und wie gesagt, hat er auch oft Freunde getroffen.

Wenn ihm das alles zu viel war, Job und dann noch der zusätzliche Druck von mir - Warum hat er dann nicht einfach DAS als Grund genannt? Wieso kommt er an mit "nicht genügend Gefühle" an? Wenn ich mich richtig erinnere, sagte er, er fühle es nicht richtig, wir könnten zwar jetzt noch 3-4 Monate so weiter machen, aber das würde wahrscheinlich nichts ändern und dass es ihm Leid tue, dass er mir kein besserer Freund gewesen wäre.
Nachdem ich dann relativ baff "okay" gesagt habe, fing er an zu weinen. Er meinte auch die Entscheidung wäre wohl mittlerweile überfällig gewesen. Wir hatten aber erst 3 Tage vorher über evtl. Urlaubspläne im November gesprochen. Auf meine Frage wieso er vor 3 Tagen noch Urlaub planen wollte, wenn er bereits über Trennung nachgedacht hätte, meinte er nur recht ausweichend "Soo genau hätte er da noch nicht drüber nachgedacht". Alles sehr verwirrend.

Meint ihr, er hat das Ganze (nicht genügend Gefühle) als Vorwand genommen, um die Sache einfach, schnell und mit weniger Diskussion zu beenden? Hat er evtl. deswegen die ganze Zeit geweint, weil er es gefühlsmäßig eigentlich gar nicht wollte, aber wusste dass er sich zur Zeit einfach nicht ändern kann, dass der Druck und die Erwatungen zu viel sind?
 
  • #35
Ich plädiere aber dafür, dass man die Aussagen der Menschen auch ernst nehmen sollte, wenn sie begründen überlastet zu sein. Und das eben nicht als "Ausrede" herabzutun.
Du hast Recht, man sollte die Aussage ernst nehmen. Und trotzdem: eine Beziehung mit jemandem zu beginnen, der den Kopf dafür nicht frei hat, ist ja trotzdem irgendwie sinnlos und ohne Perspektive. Da kann die FS dann Mutter Teresa spielen.
Der Mann hier hat die Priorität auf Arbeit. Ob als Ausrede, wegen Überlastung oder aus Angst, den Job zu verlieren, wissen wir nicht. Es ist letztlich auch egal, die Auswirkungen für die FS sind die gleichen.
 
  • #36
Ich denke, dass jeder Mensch nur eine begrenzte Kapazität und Energie hat. Also wenn einer völlig in seinem Beruf aufgeht und da alles reingibt, was er hat, entgleitet ihm sein Privatleben. Also wenn man dann eine Partnerschaft beginnt und das tut, was viele tun: Denken, das läuft schon irgendwie von allein, dann weiß man auch nicht, was man da eigentlich fühlt und will und so als "Performance" abliefert. Von daher würde ich das:
Wir hatten aber erst 3 Tage vorher über evtl. Urlaubspläne im November gesprochen. Auf meine Frage wieso er vor 3 Tagen noch Urlaub planen wollte, wenn er bereits über Trennung nachgedacht hätte, meinte er nur recht ausweichend "Soo genau hätte er da noch nicht drüber nachgedacht".
auch so deuten.

Alles, was man im Leben unbewusst nebenbei laufen lässt, erzeugt mE uneindeutige Verhaltensweisen, Ausweichmanöver für andere, damit man sich der Sache nicht bewusst widmen muss, und undurchdachte Handlungen, die einer, der mal drüber nachdenkt, SO nicht machen würde.

Kann es sein, dass er geweint hat, weil er insgesamt total überlastet ist und natürlich Dich auch nicht enttäuschen wollte? (Wenn er ein Mensch ist, der sowieso niemanden enttäuschen will, hat er es vielleicht auch schwer, auf Arbeit "nein" zu sagen.)
 
  • #37
Ich denke, ihr habt Recht, ich habe ihm zu viel Druck gemacht.
NEIN!
Druck sieht anders aus.

Du hast Deine Bedürfnisse, Deine Wünsche an eine Partnerschaft.

Er hat sein Leben so gestaltet - freiwillig - über Berufs- und Arbeitsplatzwahl, dass es ihn mittlerweile (zu?) viel stresst. So etwas kann man ändern, wenn man will.

Und er gestaltet sein Leben auch entsprechend seiner Distanzbedüfnisse, Freunde bis früh ist etwas anders als Du als potentielle Partnerin.
Stress als Grund mag zwar irgendwie stimmen, aber die meisten Menschen mit mehr Nähbedürfnis wollen dann eher mit dem Partner entspannen... Mir geht es zumindest dann so,
Meint ihr, er hat das Ganze (nicht genügend Gefühle) als Vorwand genommen, um die Sache einfach, schnell und mit weniger Diskussion zu beenden? Hat er evtl. deswegen die ganze Zeit geweint, weil er es gefühlsmäßig eigentlich gar nicht wollte, aber wusste dass er sich zur Zeit einfach nicht ändern kann, dass der Druck und die Erwatungen zu viel sind?
Es war die einfachste Begründung für ihn.
Und es mag auch sein, dass er die Trennung nur teilweise wollte. Er wollte sie aber genug, um es zu tun.

Ob er sich ändert, ändern will, kann?
Darauf würde ich nicht hoffen und schon gar nicht bist Du diejenige, die ihn "rettet".
Wenn er will, wird er seine Lebensumstände ändern - von selbst, mit Unterstützung, die ER sich holt.

Mach nicht den typischen Frauenfehler, darauf zu hoffen, ihn unterstützen zu wollen.

Und nochmals NEIN, es ist nicht Deine Schuld. Du hast nichts verkehrt gemacht.

Es ist der Druck, den er sich selbst macht, seine eigenen Erwartungen, die sein Leben in Ungleichgewicht gebracht haben.
Wie es wäre,, wenn er... höchstwahrscheinlich nicht viel anders.

Bitte akzeptiere für Dich, es gibt unterschiedliche Nähe - Distanzbedüfnisse. Und dann passt es nicht, für beide.

W, 50