• #1

Trennung nach Brustkrebs und 30 Jahren Ehe

Mein Mann und ich sind 30 Jahre verheiratet. Wir haben zwei Kinder und werden jetzt Großeltern.
Letztes Jahr bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Danach folgte die ganze Rutsche.Op,Chemotherapie und Bestrahlung.
Während dieser Zeit war mein Mann hundertprozentig hinter mir.
Als mir im Frühjahr besser ging, verfiel er in Depressionen. Daran leidet er schon lange.
Daraufhin fuhr er in eine psychosomatische Reha. Dort hat er, wie er sagt, am ersten Tag die Frau seines Lebens kennen gelernt. Als er nach vier Wochen wiederkam trennte er sich direkt von mir.
Ich verlor den Boden unter den Füßen.
Er kündigte unsere Wohnung. Jedes Wochenende ist er mit ihr in Hotels oder Ferienwohnungen.
Seit fast vier Wochen wohne ich nun in meiner eigenen kleinen Wohnung. Meinen geliebten Hund musste ich auch abgeben.
Ich bin immer noch völlig fertig. Man hatte die Krankheit noch nicht mal verarbeitet und dann das.
Wer hat etwas ähnliches erlebt?
 
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  • #2
Welchen Rat suchst du? Wenn du Austausch zum Verarbeiten suchst, solltest du über eine sehr intensive und sehr lange Therapie nachdenken.
Freunde und neue Kontakte könnten dich jetzt auffangen fürs Erste.
Du hättest deinen Hund nie für deinen Mann aufgeben dürfen, denn der wäre dir jetzt eine große Stütze gewesen! Es ist das typische Problem, dass Frauen für Männer in der Not alles stehen und liegen lassen und dafür auch keinen Dank zurückbekommen. Vermeide das ist Zukunft und gebe deine Aufmerksamkeit, dein Herz, deine Zeit und deine Liebe ausschließlich Leuten, die es verdienen und dir dir auch was zurückgeben! Vergiss dabei den Spruch: Geben und nehmen. Gebe ausschließlich deine Aufmerksamkeit und Liebe an Menschen, die bewiesen haben, dass sie es auch wert sind.

Dein Problem ist nicht selten. Paare trennen sich häufig nach einer überwundenen schwierigen Zeit, weil sie merken, wie kurz das Leben doch ist und man möchte nochmal neu und ohne Probleme anfangen. Wer von einer neuen Frau von ersten Tag an von "Liebe des Lebens" spricht, der ist sowieso nicht gaz dicht, er ist unreif, der macht eine Lebenskrise durch und meint, jetzt das Ultimatium gefunden zu haben, nur ist das ein Trugbild. Die Ernüchterung für ihn kommt, sobald er wieder klar denken kann und damit auch, was er mit dir und 30 Jahren Ehe alles verloren hat. Also das mit der neuen Frau wird nicht ewig heben, es ist ein kurzer Höhenrausch nach einer langen düsteren Zeit wie nach 30 Jahren Ehe, deine Krankheit, und seine Depression obendrauf. Da hängt man sich schnell an jeden neuen Grashalm und sucht Erlösung.
 
  • #3
Ich habe zumindest die Erfahrung, dass Männer mit Depressionen keine verlässlichen Beziehungspartner sind und gerne mal Schluss machen. Sie kicken den Partner aus ihrem Leben und glauben, sich dadurch besser zu fühlen.

Gerade die Beziehungen, die in einer Psycho-Kur beginnen, haben eine sehr sehr schlechte Langzeitprognose. Die allermeisten zerbrechen sehr schnell, weil sie gar nicht halten können, was sich die Beteiligen versprechen. Zudem dürfte er auch eine angeschlagene Frau in dieser Kur kennengelernt haben. Zwei angeschlagene, das ergibt noch lange kein Dream-Team.

Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern, das sind häufige Trennungsgründe. Beide Erkrankungen haben recht erfreuliche Prognosen. Du kannst nun ein neues Leben starten. Noch eine Weile wirst Du Deine Wunden lecken müssen. Schmerzlich sicherlich auch, dass Du Deinen Ehemann nun mit anderen Augen sehen musst. Aber genau das sollte Dir die Trennung letztendlich erleichtern. Denn sowas braucht niemand. Wie heisst es so schön: in guten wie in schlechten Zeiten. Es ist kaum ein Problem, jemanden für die guten Zeiten zu finden. Aber für letzteres, da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Kürzlich fragte ich meinen Kollegen woran ich erkennen kann, ob ich eine gute Beziehung habe. Er meinte, das wüsste ich erst, wenn ich alt und ein Pflegefall wäre.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du bald nach vorne blicken und das Positive in dieser Sache erkennen kannst, denn Deine Spreu bist Du nun los. Bitte mach Dir einen Zettel und schreib auf, was Dich alles an ihm gestört hat, was unschön war. Das sollte eine heilsame Wirkung auf Dich haben. Viel Glück.
 
  • #4
Das Wichtigste zuerst: Du lebst. Danach kommt erst einmal lange gar nichts. Und um Dein neu gewonnenes Leben komplett zu machen, schenkt Dir Dein Schicksal auch noch die Freiheit. Nutze sie! Betrachte diesen Mann als Teil Deines alten Lebens, das nun hinter Dir zurückbleibt, und sieh nach vorne auf das neu geschenkte! Suche Dir eine Aufgabe, lerne Leute kennen, die den Menschen sehen und nicht den von der Krankheit geschundenen Körper. Es wird sich alles finden.
 
P

proudwoman

  • #5
Verständlich, aber bitte, liebe Liese, das darfst Du nicht zulassen! Dir allein hat es jetzt gut zu gehen, sonst niemanden! Meine Schwester hatte Brustkrebs, wir wohnten während dieser Talsohle zusammen und durchlebten gemeinsam das ganze furchtbare Programm. Lass Deinen Mann ziehen! Du solltest keinen Gedanken mehr an ihn verschwenden, ja, es wäre Verschwendung, so schwer es jetzt auch für Dich ist. Er hat sich unter aller......benommen. Ich denke mal, das wäre auch ohne dieser Diagnose passiert, glaub mir. Dein lieber Hund wäre ein Halt für Dich gewesen, aber Du wirst Deine Gründe dafür gehabt haben..aber Du hast Kinder und Du bekommst Enkelkinder.
Ich merke gerade, wie wütend ich werde..
Ich hoffe, Du wirst wieder vollständig gesund und glücklich. Ich wünsche Dir das von Herzen. Ganz viel Kraft für Dich...und was Dein Exmann tut, das sollte Dir vollkommen egal sein. Es wird seine Zeit dauern, aber auch das schaffst Du.
 
  • #6
Warum wird der Mann denn so verteufelt ?
Letztes Jahr bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Danach folgte die ganze Rutsche.Op,Chemotherapie und Bestrahlung.
Während dieser Zeit war mein Mann hundertprozentig hinter mir.
Er hat sich erst von der FS getrennt, als es ihr besser ging.

Dass er sich trennen will, ist sein gutes Recht, wenn er sie nicht mehr liebt.
Ganz egal, wie aussichtslos das mit der neuen Frau auch sein mag, wahrscheinlich geht es gar nicht um diese Frau, sondern er fragt sich 'soll es das jetzt gewesen sein ?' und möchte noch was vom Leben haben.
Völlig legitim, wenn es auch für die FS jetzt bitter sein mag.
Siehe Nachbarthread.

Übrigens: ich tippe, sie mußte den Hund weggeben, weil sie sonst keine Wohnung gefunden hätte. Denn den schließen viele Vermieter, gerade in Etagenwohnungen, erst recht in kleinen, häufig aus.

w 49
 
  • #7
Es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist. Dass Du auch noch eine andere Wohnung nehmen musstest und Deinen Hund weggeben musstest, finde ich nochmal besonders belastend zu dem eigentlich Schlimmen. Das hast Du zum Glück überstanden.
Was Menschen bewegt, sich wie Dein Mann zu verhalten, weiß ich nicht. Ich vermute auch, dass er es so sieht:
Paare trennen sich häufig nach einer überwundenen schwierigen Zeit, weil sie merken, wie kurz das Leben doch ist und man möchte nochmal neu und ohne Probleme anfangen.
Ich glaube auch, dass manche, wenn sie ihre Partner durch eine schwere Sache begleitet haben, das Gefühl haben, nun seien sie mal dran mit Spaß haben und unbelastet sein. Wenn ihr um die 50 seid, könnte ich mir vorstellen, dass so eine Rechnung aufgemacht wurde, wann man mal wirklich richtig unbeschwert und glücklich war. Vielleicht ist es auch einfach die Leichtigkeit, die so lange vermisst wurde und die diese Frau nun verkörpert.

Es sieht für mich so aus, als hättet ihr nicht viel geredet in eurer Beziehung, wie ihr euch mit der Beziehung fühlt. Da aber psychisch kranke Menschen mitunter gar nicht wissen, was sie suchen, ist es vielleicht auch nicht der Grund. Dein Mann klingt so, als hätte er schon lange keinen Sinn mehr in der Beziehung gesehen. Aber vielleicht verrennt er sich gerade schlimm. Ich finde, jedes Wochenende in Hotels zu verbringen, klingt nach Spaßsuche.
Wie er mit Dir Schluss gemacht hat und die Sache mit der Wohnung über Deinen Kopf hinweg geregelt hat, finde ich rücksichtslos.
Ich hoffe, Du findest die Kraft, schnell durch das hier durchzukommen.
 
  • #8
Liebe FS,

so traurig sich deine Geschichte auch liest, ich erkenne ein Geschenk für dich. Ein Mann mit Depressionen würde dich schwächen und sehr gefangen nehmen. Aber hab Dank im Herzen, dass er dir in der schweren Zeit beigestanden hat. Er geht jetzt seinen Weg und du musst deinen, neuen Weg gehen, das bist du dir schuldig. Fange an, dein Leben neu zu gestalten und zu formen, entdecke dich und erkunde die Welt in dir. Du wirst Oma, das ist eine große Freude, die du ausleben kannst. Wage es mutig mit einer Portion Neugierde, das Leben und dich, neu zu entdecken. Es wird dich stärken und mutig machen.
Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und die Kraft, um ein neues Leben zu beginnen.... @-->-->-
 
  • #9
Liese, warum so traurig?

ER sollte dir beistehen, Er sollte für dich da sein, Er sollte dir helfen.

Generell solltest du an dir arbeiten!
Wenn er (oder ein anderer Mann) zu überfordert ist, warum verlässt du dich darauf?
Wie heißt es so schön? Wenn es richtig gemacht werden soll, mach es selber?
 
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  • #10
Liebe FS
Es macht mich sehr betroffen, zu lesen, was du gerade durchmachen musst. Sowohl der Brustkrebs, als auch die Depression des Partners, wie auch dass er dich für eine andere verlassen hat, wären für sich genommen schon genug schwere Themen gewesen. Du erlebst das alles kumuliert, was manche von uns in 10 Jahren nicht durchmachen müssen und ich verstehe vollkommen, dass dir das erst einmal den Boden unter den Füssen nimmt.
Ich habe das, was du erlebt hast, selber nicht durchgemacht. Aber im Bekanntenkreis habe ich erlebt, wie verstört manche Menschen reagieren, wenn sie mit ihrer Sterblichkeit konfrontiert werden. Das entschuldigt das Verhalten deines Mannes nicht - ich erkläre es mir einfach so. Irgendwelche Sicherungen sind da durchgebrannt und das war nicht die "grosse Liebe" seines Lebens, sondern ein Fluchtimpuls.
Selbst wenn man sich verliebt, überlegt man normalerweise länger, ob man seine Ehe aufgeben möchte, und ist allenfalls auch zu einer überlegten Trennung in der Lage. Aber das Werweissen um die Motive und Gefühle deines Mannes bringt dir nicht viel im Moment, ich würde dir raten, so gut wie nur irgend möglich zu dir und deinem Körper zu schauen. Nimm Hilfe an von Freunden, deinen Kindern und Verwandten. Suche dir Hobbies, die dir gut tun und dich ablenken. Gestalte deine Wohnung liebevoll, dass du dich wohl fühlst. Plane dir etwas Schönes für die Feiertage ein. Lies ein gutes Selbsthilfebuch, das dich tröstet, oder sprich mit einer Therapeutin.
 
  • #11
Daraufhin fuhr er in eine psychosomatische Reha. Dort hat er, wie er sagt, am ersten Tag die Frau seines Lebens kennen gelernt. Als er nach vier Wochen wiederkam trennte er sich direkt von mir.
Dazu gibt es in diesem Forum auch einen Thread von Leuten mit Trennung in oder nach der Reha und der ist sehr viele Seiten lang und viele berichten, dass der Partner sich in der Psycho-Reha getrennt hat.
Ich kann berichten, dass meine ex-Frau in ihrer Psychotherapie und psychiatrischen Behandlung egoistischer und mehr fordernd geworden ist. Dabei war ich eh der nice-guy...

Sei froh, dass du ihn los bist.
 
  • #12
Das waren sehr schoene und interessante Kommentare. Ich danke euch dafür . Bis heute weiss ich nicht, wann es anfing, dass er mich nicht mehr liebte. Fuer mich und unsere Kinder waren wir ein Traumpaar. Wir haben in der Vergangenheit alles zusammen durchgestanden. Arbeitslosigkeit, Todesfälle, seine Depresionen usw
 
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  • #13
Versuch' Deine Situation positiv zu betrachten.
Jedes Ende ist auch immer ein neuer Anfang.

Du hast Deine Krankheit überlebt, und jetzt sogar eine ewig dauernde Beziehung. Tiefe Krisen im Leben regen Menschen zum Nachdenken an, und Dein Mann hat dabei gemerkt, dass er Eure Beziehung nicht mehr will. Dass ist natürlich nicht schön für Dich, aber wer will ihn dafür verurteilen?
Aber auch für Dich bietet sich die Chance noch einmal ganz neue Erfahrungen zu machen. Du führst jetzt ein komplett anderes Leben als bisher und kannst viele neue Erfahrungen machen. Zudem hast Du das Lebensmodel "Familie" schon er/gelebt, die Erinnerungen nimmt Dir keiner. Jetzt ist die Zeit für was Neues. Dass Du Deinen Hund abgeben musstest ist natürlich tragisch, aber selbst das Allerschlimmste im Leben hat positive Seiten. Du hast jetzt eine kleine, pflegeleichte Wohnung, weder Verantwortung für Mann, Hund, Kinder.
Du bist frei.
 
  • #14
Leider schreibst Du weder etwas dazu, wie der Zustand der Ehe vor dem Brustkrebs war noch, was Deine Frage ist.

Depressive Menschen sind als Partner offenbar schwierig, das lese ich hier immer wieder, eigene Erfahrungen fehlen mir. Empfehlen kann ich Dir nur, Dein Leben aktiv und mit Optimismus anzugehen. Wenn Du Deine Krankheit verarbeiten möchtest, finde ich das sinnvoll und Du solltest auch das angehen.

Ich finde nicht, dass es viel bringt, die neue Beziehung Deines Mannes neidvoll zu betrachten und darauf zu warten, dass sie "sowieso wieder zerbricht". Alleine diese Gedanken sind schon eher negativ als förderlich.
 
  • #15
Das sind 2 lebensverändernde, bedrohliche Ereignisse innerhalb kurzer Zeit. Pass gut auf Dich auf. Rede ggf. mit deinem Arzt. Da können die Besten und Stärksten in eine Depression rutschen.

Du schreibst, dass ihr ein "Traumpaar" ward und dass ihr in der Vergangenheit alle Schicksalsschläge miteinander durchgestanden habt. Wo waren die schönen Zeiten? Was hat Euch an Schönem verbunden?

Wie ich verstanden habe, hat er Dich in der "Hochphase" der Krebstherapie voll unterstützt und war für Dich da. Das ist schon eine Leistung, die manche Partner nicht schaffen. Die Therapien sind jetzt vorbei.

Es passiert ganz häufig, dass sich Partner nach schweren Schicksalsschlägen trennen. Den Grund kenne ich nicht. Vielleicht ist es die Angst und die Hilflosigkeit des gesunden Partners, wenn er das Leid des geliebten Menschen mit anschauen muss. Vielleicht passt es tatsächlich nicht gut in der Beziehung und man wird sich der Endlichkeit und Kürze des Lebens bewusst und will nicht mehr in der Beziehung verharren. Vielleicht richten sich die Partner während der Krankheitsphase auch in bestimmten Rollen ein, der Kranke darf sich bedienen lassen und launisch sein, der Gesunde muss Nachsichtig sein und nach Ende der Therapien will man das nicht mehr.

Es geht auf alle Fälle weiter, denn im Leben geht es immer weiter.
 
  • #16
Wir haben in der Vergangenheit alles zusammen durchgestanden. Arbeitslosigkeit, Todesfälle, seine Depresionen usw.
Kann sein, dass genau das sein Problem ist.
Du stehst für ein Leben voller Probleme. Und nun will er die Leichtigkeit. Er will noch mal unbeschwert fröhlich sein, bevor er zu alt ist. Möglicherweise sieht er seine Felle davonschwimmen, ich denke, das ist in diesem Alter ( ca. 50 ? ) nicht selten. Kann sein, dass er sich über den künftigen Enkel nicht nur freut, sondern darüber, uneingestanden zwar, entsetzt ist, dass er Opa wird. Opa ! Wie sich das anhört. Er selbst sieht sich vielleicht immer noch als knackigen Mann und das will er jetzt noch mal sein.
Wie gesagt, für dich ist das bitter, aber ich kann ihn sehr gut verstehen.
Und ich sehe überhaupt nicht, dass er ein mieser Typ ist. Du sagst selbst, er habe sehr viel mit dir durchgestanden.
Nun, da es dir besser geht, wagt er den Absprung. Wenn nicht jetzt, wann dann ?

Das einzige, was ich doof finde, ist, dass er die Wohnung gekündigt hat, ohne es dir zu sagen. Er hätte dich ja fragen können, ob du sie allein behalten willst. Das hättest du sicher, ich gehe davon aus, dass du das hättest allein bezahlen können, denn anderenfalls stellt sich die Frage ja nicht und dann hättest du bleiben und den Hund behalten können.

aber selbst das Allerschlimmste im Leben hat positive Seiten. Du hast jetzt eine kleine, pflegeleichte Wohnung, weder Verantwortung für Mann, Hund, Kinder.
Du bist frei.
DAS ist toll ! Ich drücke dich dafür. Und hoffe, dass die FS dies als Trost und Zukunftsperspektive annehmen kann.

w 49
 
  • #17
Liebe FS,

ich möchte Dich ermuntern das Positive in Deiner Situation zu sehen.

Du hast auf das Schmerzlichste erfahren, wie das Leben (Dir) mitspielen kann. Nutze dies, um Dich neu aufzustellen und andere Seite des Leben kennenzulernen und zu erleben.

Dein Mann hat keine Fähigkeit und Willen (mehr), um Dich auf diesem Weg zu begleiten.

Sei lieb gedrückt!
 
  • #18
Du stehst für ein Leben voller Probleme. Und nun will er die Leichtigkeit. Er will noch mal unbeschwert fröhlich sein, bevor er zu alt ist.
.....nun, so einfach ist das nicht. Die FS hatte viele Jahre an der Seite eines depressiven Mannes voller Probleme verbracht und auch mit ihm durchgestanden und auf ihre Leichtigkeit verzichtet und kann ihre Traurigkeit über das abrupte Ende sehr gut verstehen.Das ist auch eine Leistung, für die man selber auch gesundheitlich bezahlt. Ein depressiver Mensch schwächt jegliche Energien anderer und das in einem ziemlich großen Radius. Die überschüssigen Reaktionen und Handlungsweisen kann man einem depressiven Menschen aber kaum zum Vorwurf machen, denn sie reagieren anders.
Für die FS sehe ich diese Trennung als Chance, von diesem Ballast befreit, ein neues Leben führen zu können. In diesem Fall ist jede Aufrechnung gegeneinander auch einfach fehl am Platz. Jeder hatte sein Päckchen zu tragen und war für den anderen da und das 30 Jahre lang. Das ist eine Leistung, vor der ich den Hut ziehe.
Repekt liebe Liese, du bist eine starke Frau und die Welt wird sich dir eröffnen, wo du auch Leichtigkeit erfahren darfst....
 
  • #19
Als mir im Frühjahr besser ging, verfiel er in Depressionen. Daran leidet er schon lange.

Er kündigte unsere Wohnung. Jedes Wochenende ist er mit ihr in Hotels oder Ferienwohnungen.

Seit fast vier Wochen wohne ich nun in meiner eigenen kleinen Wohnung.

Ich bin immer noch völlig fertig. Man hatte die Krankheit noch nicht mal verarbeitet und dann das.
Wer hat etwas ähnliches erlebt?
Hallo Liese, hilft es dir wirklich weiter zu wissen, wer so eine ähnliche Geschichte wie du erlebt hat? Meinst du nicht auch, dass deine Geschichte in ein Forum gehört, wo auch andere Betroffene mit Krebserkrankungen, egal ob Frau oder Mann, sich austauschen?

Verstehen tu ich nicht, wenn du schreibst, dass dein Mann im Frühjahr in eine Depression verfiel, aber gleichzeitig schreibst du, dass er an der Depression schon lange leidet. Das widerspricht sich.

Ich hoffe, ihr habt all das Finanzielle inzwischen über einen Anwalt geregelt, denn die Kosten im Hotel und Ferienwohnungen sind nicht preiswert. Nicht das er dich finanziell ausnimmt, bzw. du später dann evtl. gemachte Schulden von ihm noch zahlen musst.

w
 
  • #20
Für die FS sehe ich diese Trennung als Chance, von diesem Ballast befreit, ein neues Leben führen zu können. In diesem Fall ist jede Aufrechnung gegeneinander auch einfach fehl am Platz.
Genau !
Es geht überhaupt nicht darum aufzurechnen, wer mehr Probleme hatte und wer dem anderen mehr beistehen mußte.
Offenbar haben sie es beide getan in diesen 30 Jahren.
Die FS war eine gute Ehefrau.
Der Mann war ein guter Ehemann.

Nun will er ein neues Leben und das bedeutet, dass auch die FS ein neues Leben bekommt. Ganz ohne Schuld.
Es geht nur darum, wieder glücklich zu werden.
Das gilt für den Mann und auch die FS wird eines Tages wieder glücklich sein. Vielleicht mit einem neuen Mann oder auch nicht.
Mit diesem wohl eher nicht.

w 49
 
  • #21
Fuer mich und unsere Kinder waren wir ein Traumpaar. Wir haben in der Vergangenheit alles zusammen durchgestanden. Arbeitslosigkeit, Todesfälle, seine Depresionen usw
Liebe FS,
offensichtlich warst Du und Eure Kinder auf einem Auge blind - ihr habt nur Euch gesehen, nicht wie es Deinem depressiven Mann in der Ehe geht.
Ein depressiver Mensch sieht sich nie in einer Beziehung als Traumpaar, weil er zu solchen emotionalen Höhen garnicht fähig ist. Das ist das Wesen der Depression und das nicht zu wissen bedeutet, dass ihr Euch mit der Thematik offensichtlich als Familie nie wirklich befasst habt.

Ich gehöre zu den älteren Semestern und so ist mir wohlbekannt, dass Beziehungen scheitern, wenn sie für einen der Partner dauerhaft mehr Leid als Freude bedeuten. Hierbei muss man wissen, dass neagtive Erfahrungen sich nachhaltiger im Gehirn verankern als positive Erlebnisse.
Während Frauen das Überstehen schwerer Zeiten häufiger als Beziehungskitt erleben, sehe ich es bei älteren Männern öfter, dass es ihnen irgendwann mal reicht und sie endlich die unbeschwerte Seite des Lebens leben wollen und dann trennen sie sich aus belasteten Beziehungen.

Ich habe mich nachdem Aufenthalt in eienr psysosomatischen Klinik auch in einer schweren Depression gegen seinen Willen von meinem Ehemann getrennt und mich scheiden lassen, weil ich erkannt habe, dass er in der Vergangenheit der Auslöser meiner Erkrankung war und in der damaligen Gegenwart zur Aufrechterhaltung meiner Erkrankung beigetragen hat. Bei mir gab es keinen anderen Mann als Auslöser für die Entscheidung, aber ich habe es damals auch häufig gesehen, das eine Rehaaffäre als Trennungsbeschleuniger wirkte. Ich musste meinen heiß geliebten Hund bei meinem Exmann zurücklassen und dort hatte er es gut.

Es ist für Dich in dieser Situation und auch mit den Folgen (Verlust von Ehemann, Wohnung und Hund) in der Rekonvaleszenz so eienr schweren Erkrankung was Positives an der Trennung zu sehen, zumal sie Dir sehr ungerecht vorkommen muss, wenn Du ihm immer beigestanden hast.

Mir ging es nach der Trennung nicht gut, obwohl ich gegangen bin, aber es brachte Veränderungen, die dazu führten, dass ich
- in den Folgejahren tolle Dinge erleben konnte die mit meinem Exmann nicht möglich gewesen wären
- neue Freundschaften entwickeln konnte die mit meinem sauertöpfischen Ehemann auch nicht möglich waren
- neue Hobbys habe, die ich mit Leidenschaft pflege
- nach vielen Jahren gutem Singledasein einen wunderbaren Partner habe. Das Glück was ich mit ihm erlebe, hat mich schon nach kurzer Zeit für mehr als 20 Jahre Ehen mit vielen gemeinsam durchgestandenen schlechten Zeiten mehr als entschädigt.
 
  • #22
...auf ihre Leichtigkeit verzichtet und kann ihre Traurigkeit über das abrupte Ende sehr gut verstehen.....
Mal bewusst übertrieben dargestellt: die FS hat, ohne eine direkt Forderung nach einer "Gegenleistung" zu stellen, auf etwas verzichtet. Kann sie jetzt eine "Gegenleistung" verlangen?

Ich habe mich nachdem Aufenthalt in eienr psysosomatischen Klinik auch in einer schweren Depression gegen seinen Willen von meinem Ehemann getrennt und mich scheiden lassen, weil ich erkannt habe, dass er in der Vergangenheit der Auslöser meiner Erkrankung war und in der damaligen Gegenwart zur Aufrechterhaltung meiner Erkrankung beigetragen hat.
Auch das könnte hier der Fall sein. Man blickt aufgrund von Forumsbeiträgen, die natürlich immer nur eine Seite schildern, einfach nicht "durch".
Im Grunde bleibt der FS doch nur, sich zu überlegen, was ihre eigenen Bedürfnisse sind und wie sie die für ihr künftiges Leben umsetzen kann. Der Mann macht das doch offensichtlich auch und es scheint ihm nicht möglich, seine Bedürfnisse mit ihr zu befriedigen. Es nützt überhaupt nichts, wenn sie sich über das Verhalten ihres Mannes beklagt. Konzentration auf das eigene Leben bringt mehr.
 
  • #23
Hallo,ich habe mir gerade alle Zeilen durchgelesen! Liese und ja..30 Jahre kannst du nicht so ungeschehen machen! Ich selber finde es erschreckend ..was passiert wenn der Partner krank wird und nicht mehr so funktioniert...ich selber habe auch gerade eine Trennung hinter mir...bin auch chronisch krank und dadurch EU Rentner...ich würde mich gerne wieder neu verlieben! Nur wenn ich im allgemeinen lese --nach welchen Kriterien entschieden wird...gruselt es mich...und sämtliche Zuversicht schwindet!...eine Rubrik..für chronisch Kranke fehlt hier noch....nicht um in Mitleid zu versinken..nein um zu leben..lieben...und die Lebendigkeit des Lebens zu spüren! In diesem Sinne alles Gute!
 
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