• #61
Liebe EarlyWinter, die Geschichte, die du hier beschrieben hast ist eine andere Situation, nicht meine. In deiner Beschreibung tritt die Gewalt fast schon systematisch auf, regelmäßig, mit totaler Kontrolle des Partners, der Kinder.

Nicht das meine "besser" wäre, es ist jedoch einer anderen Kategorie zuzuordnen. Spontan, situativ, mieses Konfliktverhalten auf BEIDEN Seiten mit plötzlicher Gewaltanwendung vom Mann, der anscheinend nicht gelernt hat seine Wut beizeiten abzulassen oder anders zu kanalisieren. Danke, ich weiß Bescheid..
Auch spontan,situativ und bei miesem Konfliktverhalten beider Seiten darf ein solches Verhalten nicht vorkommen. Es gibt eine rote Linie zwischen Streit und Kriminalität. Ich habe über dieses Thema neulich mit meinem Freund diskutiert, der Opfer von Gewalt seitens seiner Exfrau war. Sie hat ihn bis zur Weißglut getrieben einschließlich Schlagen, Einsperren u.ä., aber ER hat sie trotzdem nie geschlagen. Er hat allenfalls die Polizei gerufen. Anlass für das Gespräch mit meinem Freund darüber war ein Zeitungsartikel über einen Mordprozess. Ein Mann hatte seine Frau erwürgt, nachdem sie ihn bis zum Exzess und unvorstellbar gedemütigt hat. Ich sagte zu meinem Freund ich könne sogar verstehen, dass er im Affekt so gehandelt hat. Mein Freund sagte: Nein, das macht man selbst in einer Art psychologischer Notwehrsituation nicht. Es gibt für Gewalt gegenüber der Partnerin keine Entschuldigung, gleich wie oft und warum sie auftritt. Stell Dir vor Dein Ex hätte Dich im Affekt erwürgt wie dieser Angeklagte, der von seiner Frau provoziert wurde. Das Potential dazu hat er. Egal, ob Deine Situation vielleicht aus diesem oder jedem Grund anders war. Sieh bitte klar und versuche nicht, Deinen Partner zu entschuldigen. Er hat eine rote Linie überschritten, und diese rote Linie ist auch der point of no return, d.h. keine Versöhnung möglich.
 
  • #62
Nicht das meine "besser" wäre, es ist jedoch einer anderen Kategorie zuzuordnen. Spontan, situativ, mieses Konfliktverhalten auf BEIDEN Seiten mit plötzlicher Gewaltanwendung vom Mann, der anscheinend nicht gelernt hat seine Wut beizeiten abzulassen oder anders zu kanalisieren. Danke, ich weiß Bescheid.
Ich möchte Dir noch etwas mit auf den Weg geben. Ich hatte hier zu einem Exfreund einmal ein Thema "Freund rastet total aus" gepostet. Dieser besagte Exfreund hat zwar nicht geschlagen, aber aus nicht vorhandenem Anlass extreme Brüllanfälle bekommen, was auch irgendwo "Gewalt" ist. Er hat sein Verhalten mit extremem Stress entschuldigt, und ich dachte wirklich, das wäre vielleicht nur so eine Phase und vielleicht kriegt man das gemeinsam hin. Ich war halt (trotzdem) verliebt. Tatsache ist jedoch, dass ich mich laufend wegducken und mein Verhalten an ihn anpassen musste, um solche Ausraster zu vermeiden. Ich konnte ihm überhaupt nie meine Meinung sagen. So macht eine Beziehung jedoch keinen Spaß, und ehrlich: Die Leute mit den kritischen Kommentaren auf meinen damaligen Post hatten Recht. Ich habe ihn deshalb nicht einmal verlassen. Er selbst war es später, der die Beziehung "auf Eis" legte. Ich habe einige Zeit später selbst und abschließend Schluss gemacht. Es hat mir trotz all seines miesen Verhaltens sehr wehgetan, alles zu beenden. Heute rückblickend bin ich froh. Da war einfach nichts zu gewinnen. Wie immer im Leben gilt: Eine Tür geht zu, eine andere öffnet sich. Schau nach vorne, es geht weiter.
 
  • #63
DU schreibst über Dinge, von denen du NICHTS verstehst!

Ich wusste, dass ich missverstanden würde, deswegen habe ich ja in meinem Post den Eingangssatz vorausgeschickt. Ich verstehe durchaus ein bisschen was davon.

Was für ein unverschämter Vorschlag ist das überhaupt! Das Opfer ist schuld, nicht wahr?

Wie gesagt, es geht mir hier nicht darum, die Schuld an den Gewaltvorfällen zu verschieben

KEIN Coach oder Psychologe oder sonstwas, der seriös ist würde einem Opfer häuslicher Gewalt Tipps geben, wie man sich "richtig" verhalten kann weil die nämlich wissen, dass das nicht möglich ist.

Ich tue das auch nicht, hättest du meinen Post genauer gelesen, hättest du das bemerkt. Ich will der FS Anregungen geben, sich mit sich selbst zu beschäftigen, das heißt nicht, wie sie sich IN DER GEWALTSITUATION richtig hätte verhalten können, um nicht geschlagen zu werden, sondern wie sie mit dieser Erfahrung JETZT klarkommt und diese für sich positiv verarbeiten kann.

Und trotzdem passiert es schon alleine wenn man über etwas lacht und er das nicht gut findet, oder einem die Gabel aus der Hand fällt und er ist gerade in Streitlaune. Etwas, das viele Male kein Problem war wird in dem Moment ein Problem. Und er schlägt zu. ER lässt es eskalieren weil ER die Wut auslassen muss. Der Anlass ist völlig egal, den schiebt er vor.
Diese Fälle gibt es, aber viel häufiger scheinen mir doch Fälle wie die der FS zu sein, wo die Gewalt Ergebnis einer schlimmen wechselseitigen Dynamik ist. Ich wiederhole mich, das hat mit der Schuld an der Verantwortung NICHTS zu tun. Auch Totschlag ist z.B. meist das Ergebnis einer wechselseitigen Dynamik und doch ist nur der Totschläger schuld, nicht das Opfer.
Du reduzierst dein Bild häuslicher Gewalt auf ein einfaches binäres Bild - aggressiver Täter mit totalem Kontrollverlust, vollkommen passives Opfer. Aber häusliche Gewalt ist eben meist viel komplizierter, der Kontrollverlust des Täters keineswegs total und das Opfer auch keineswegs vollkommen passiv. Das sollte einem doch allein schon dadurch klar werden, dass bei einem nicht zu vernachlässigenden Prozentsatz der Fälle Gewalt wechselseitig angewendet wird (ich will dich damit wirklich nicht provozieren).

An die FS kann ich nur sagen: Hole dir Hilfe, setze dich mit deiner Erfahrung auseinander, und dein Ex-Partner sollte das auch tun. Alles andere, v.a. ob es noch eine Chance für euch gibt, sollte erstmal ganz ganz weit in den Hintergrund rücken.
Und an @EarlyWinter: man muss kein Zerrbild eines gewalttätigen Partners zeichnen, um zu dem Schluss zu kommen, dass man vielleicht besser voneinander Abstand hält.
 
  • #64
Ich möchte mich für die vielen Anregungen von euch bedanken. Gesondert auch an die Beiträge von 'Hundertwasser', 'Loba' , 'Lionne69' , die mich besonders angesprochen haben.

Grundsätzlich haben mir ausnahmslos ALLE Kommentierer einen oder mehrere Denkanstöße gegeben, die ich in der kurzen Zeit so nicht bekommen hätte. Dankeschön.

Der Mann zieht Ende der Woche übrigens in eine andere Wohnung. In der bisherigen werde ich mich dann sehr wahrscheinlich sehr viel entspannter fühlen.

Auf eine lichte Zukunft und ein Prost auf die Fähigkeit Dinge ändern zu können. Dinge müssen nicht immer mies bleiben. Es gibt immer Raum für etwas Neues und Gutes.
 
  • #65
Der Mann zieht Ende der Woche übrigens in eine andere Wohnung. In der bisherigen werde ich mich dann sehr wahrscheinlich sehr viel entspannter fühlen.

Auf eine lichte Zukunft und ein Prost auf die Fähigkeit Dinge ändern zu können. Dinge müssen nicht immer mies bleiben. Es gibt immer Raum für etwas Neues und Gutes.
Ich hoffe er zieht gar in eine andere Stadt um, weiter weg von dir!
Fassungslos bin ich immernoch, falls du wirklich rückfällig werden solltest auf seine süssen und liebevollen Worte und dich überreden liessest, ihm eine Chance zu geben, weil er dir viel. auf Knien verspricht, sich zu ändern und dich niemals mehr zu schlagen.

Und auch ist Anbrüllen, wie @Kathyberlin es erlebte, eine psychische Gewalt, weil das einschüchternd und sehr bedrohlich wirkt und es auch ist. Das ist auch ein psychisches Trauma als verbale (keine körperliche) Gewalt. Alleine das kann zu Posttraumitscher Belastungsstörung mit Depression, Ängsten, Schlaflosigkeit, Nervosität etc. führen. Denn oftmals beginnt körperliche Gewalt mit verbaler, danach mit leichtem Schubsem, später eine Ohrfeige. Die Gewalt wird sukzessive ausgebaut und brutaler bis hin zum Würgen.

Wenn du wieder schwach wirst und an die honeymoon Phasen (wie ihm Buch beschrieben) denkst und immer auf Besserung hoffst und ihm immer wieder Chancen gibst, dann erwartet dich das, was einer Frau passierte, die nicht nur 3 erwachsene Kinder sondern auch Enkelkinder hatte. Ich traf sie beim Polizeiposten als ich Anzeige wegen Diebstahl machen wollte.

Sie ging zur Polizei - nachdem sie erst im Alter die Kraft fand, den prügelnden Mann zu verlassen - ihren noch Ehemann anzuzeigen, weil er ihre neue Wohnung herausfand, ihr auflauerte und im Wechselbad der Verzweiflung bettelte und bedrohte sie umzubringen, falls sie nicht zu ihm zurückginge. Über 30 Jahre ging sie weg und wieder zu ihm zurück, immer in der naiven Hoffnung und Glauben er würde sich auch für die Kinder ändern. Die erwachsenen Kinder wollten nichts von ihm wissen.

Erst als es auch für sie zu spät wurde, erkannte sie, dass er sich nie ändern würde!

Willst du auch so in 30-40 Jahren mit Enkelkindern enden ohne Chance auf einen liebe- und respektvollen Partner? Falls du glaubst, du findest nie wieder einen "besseren", dann geh zu ihm zurück. Die meisten geschlagenen Frauen - zeigt die Statistik - werden mehr als einmal rückfällig. Hoffe du nicht aber nicht mal du kannst heute sagen: "Ich gehe nie zurück." Ich ahne es schon leider was anfangs nächstes Jahr passiert. Eine Réunion bis zur nächsten...
 
P

proudwoman

  • #66
Auf eine lichte Zukunft und ein Prost auf die Fähigkeit Dinge ändern zu können. Dinge müssen nicht immer mies bleiben. Es gibt immer Raum für etwas Neues und Gutes.
Was meinst Du denn damit? Aber ich ahne es schon....dieser Mann hat ganze Arbeit geleistet! Wenn die Möglichkeit bestünde, würde ich anonym das Jugendamt einschalten meine liebe , und zwar nur wegen der Kinder! Jetzt kann ich @frei auch verstehen, wenn sie schreibt "Hopfen und Malz verloren.....". Irgendwann kann man nicht mehr. Aber ich hoffe immer noch bei Dir, dass Dein Verstand irgendwann einsetzen möge...Alles Gute.
 
  • #67
Ich hoffe er zieht gar in eine andere Stadt um, weiter weg von dir!

Und ich persönlich glaube das nicht, dafür ist mir der Stimmungs-, Situations- und Gemütswechsel zu plötzlich. Ich glaube eher, die FS will nur die Diskussion beenden, indem sie allen zeigt, wie gut die Situation sich entwickelt hat, sie hat alles im Griff, hat ihn verlassen und er zieht jetzt aus.
Entweder die Frage war von Anfang an ein Fake, die relativ kalte und abgeklärte Art der Fragestellung vermuten lässt oder die FS lügt jetzt. Erst hat sie ihn verlassen, dann hieß es plötzlich, sie sei schon in Therapie, um zu lernen, wie sie sich verhalten muss und jetzt zieht er schon ganz unproblematisch aus und das alles innerhalb von 3 Tagen.
Sie kann uns gerne belügen, das ändert an der Situation trotzdem nicht das Geringste.
 
  • #68
Alles Gute!
Und denk bitte dran, nach seinem Auszug sofort das Türschloß zu ändern!
Komm bitte nicht auf die Idee, ihm einen neuen Türschlüssel zu geben 'wegen der Kinder' oder so ...
Auch die Kinder dürfen ihre Schlüssel nie bei ihm liegen lassen,
sonst könnte er sich einen Schlüssel nachmachen.
 
  • #69
Er würde unserer Beziehung noch mal eine Chance geben wollen, würde auch an sich mit externer Hilfe (Therapie, etc.) arbeiten wollen. Ich stehe dem skeptisch gegenüber, weil er mir aktuell gegenüber seine Gewalt immer noch verharmlost und nicht wahrhaben will. Ich höre dann im Gespräch Sachen wie "Du hast mich provoziert!" bis "Was kann ich dafür, wenn deine Haut so anfällig für Flecken ist" oder "Ich würde dir nie ernsthaft wehtun wollen."
Bitte vertraue deiner Skepsis! Du sagst, du empfindest die Trennung als richtig, aber er möchte noch eine Chance. Sieht aber sein Gewaltverhalten noch nicht einmal ein, sondern verharmlost es. Du sagts, Du fühlest dich "in der Basis" oder so noch verbunden. Wie man es auch formuliert, es ist verständlich, was du meinst, du fühlst noch eine Verbindung zu ihm, aber die wird auch vergehen - du leidest offenbar auch nicht sehr unter der Trennung, nutze das für dich, anstatt dir selbst zu schaden aus Mitleid mit ihm.

Ich neige eigentlich nicht zu Dramatisierungen von Fehlverhalten und auch nicht zu "Prinzipien" wie: "Grundsätzlich nach jeder Form von Gewalt muss man sich ohne wenn und aber trennen". Es ist nicht immer so einfach und kommt auf den Einzelfall an. Aber seine Rechtfertigungen dir gegenüber zeigen ja gerade, dass er seine Gewalt gerechtfertigt findet. Er hat sich kein Stück geändert und ist von der Einstellung her gewaltverharmlosend. Er sagt z. B. du habest ihn provoziert. Er als körperlich Stärkerer meint dann, er habe das Recht, körperlich gewalttätig zu werden. Das impliziert seine Rechtfertigung! Er findet es richtig und verständlich. Und das ist meiner Ansicht nach ein Zeichen, dass du Abstand von ihm nehmen solltest.

Du solltest auf dich achten und darauf Wert legen, dass niemand dir Schaden zufügen kann. Aus deinem Post geht hervor, dass du schon blaue Flecken bekommen hast. Was, wenn eine Handgreiflichkeit von ihm schief geht und dir ein bleibender körperlicher Schaden (zusätzlich zu den seelischen) entsteht. Du solltest dir das vor Augen führen, damit dir deutlicher klar wird, dass du deine körperliche Unversehrtheit schützen musst. Es wird auch nicht unbedingt Außenstehende geben, die dich unterstützen und ihn verurteilen, manche geben solchen Frauen sogar selbst die Schuld. Eine Schuld trifft dich nicht, aber du solltest dich im Voraus davor schützen, in Situationen zu geraten, in denen dir massives Unrecht getan werden kann.

Es muss ja nicht endgültig sein. Halte es dir offen, für "irgendwann". Ob du dann noch willst, ist eine andere Frage. Aber jetzt sollte eine weitere Eskalation vermieden werden. Dir fällt es leichter als ihm, dich zu trennen - sei froh, dass es für dich so glimpflich ausgegangen ist und nutze deine Chancen, auf ein gutes und gewlatfreies Leben, anstatt noch mehr zu riskieren, bis es dir irgendwann schlechter geht als jetzt. Ich denke, dass du die Gefahr der weiteren Eskalation unterschätzt.
 
  • #70
Diese Sachen haben sich (positiv) eingebrannt. Ich kann einfach nicht glauben, will es nicht, dass dieser Mann jetzt einfach nur ein "Arsch" ist. Das wäre zu einfach.
Das ist normal und nachvollziehbar, aber bei vielen Trennungen so! Außer, wenn Menschen sich auseinander gelebt haben. Es ist ganz normal, dass du die positive Seite nicht vergessen kannst, sie ist ja auch noch da, aber eben auch die negative.

Klar ist, er hat sich nicht geändert, seine Aussagen belegen seine inakzeptable und ekelhafte Einstellung zum Thema Gewalt. Bei dieser Einstellung gibt es keine Grundlage für ein Zusammenleben.

Sieh es auch mal so herum: Eine Trennung wird mit der Zeit nicht leichter. Es ist nicht vorauszusehen, dass du ihn dann plötzlich als den siehst, der er ist. Im Gegenteil, umso labiler du durch seine Misshandlung wirst, umso mehr wirst du dich an seine positiven Seiten "hängen".

Ich habe den Eindruck, dass es dir gerade recht gut geht und du unter der Trennung bei weitem nicht so leidest wie viele andere unter Trennungen leiden. Ich würde das nicht verspielen. Es kann sein, dass du irgendwann schwerer da heraus kommst. Ich unterstelle dir keine Hörigkeit, aber es ist ganz logisch, dass du, wenn du durch ihn geschwächt wirst, dann zugleich ihn (die positiven Seiten) auch emotional stark brauchst. Weil er dann die dir am nahestehendste Person bleiben wird und all dein Kummer um ihn kreisen wird. Dann wird es schwerer sein. Wenn du dich jetzt, wo es dir recht gut geht und du recht gelassen da herausgekommen bist, neu ausrichtest, kann dir das nicht passieren und du kannst die Gewaltgeschichte abhaken.
 
  • #71
Ich neige eigentlich nicht zu Dramatisierungen von Fehlverhalten und auch nicht zu "Prinzipien" wie: "Grundsätzlich nach jeder Form von Gewalt muss man sich ohne wenn und aber trennen". Es ist nicht immer so einfach und kommt auf den Einzelfall an. Aber seine Rechtfertigungen dir gegenüber zeigen ja gerade, dass er seine Gewalt gerechtfertigt findet. Er hat sich kein Stück geändert und ist von der Einstellung her gewaltverharmlosend. Er sagt z. B. du habest ihn provoziert. Er als körperlich Stärkerer meint dann, er habe das Recht, körperlich gewalttätig zu werden. Das impliziert seine Rechtfertigung! Er findet es richtig und verständlich.
...
Es muss ja nicht endgültig sein. Halte es dir offen, für "irgendwann"
Gerade, wenn Konflikte mit körperlicher Gewalt und nicht mit guten Argumenten gelöst werden ist radikale und endgültige Trennung das Richtige für jede Frau. Der Mann ist nicht zum ersten Mal gewalttätig geworden, was darauf hindeutet, dass er ein Wiederholungstäter ist. Solche Männer sind aufgrund ihrer Psychopatologie schwer bzw. gar nicht therapierbar. Dazu fehlt ihm die Empathie, das Unrechtsbewusstsein und die Einsicht, eine Straftat begangen zu haben. Er müsste erkennen, dass er eine Schuld begangen hat. Körperverletzung ist eine Strafttat, die juristisch geahndet wird.

Das Problem der misshandelten Frauen ist, dass sie emotional abhängig von diesen Männern sind und glauben ihn mit ihrer Liebe "heilen" zu können und sehen nur die Honeymoon-Phasen aber die "dunkle Seite" blenden sie aus oder suchen selbst Entschuldigungen für ihn, womit er sich darin bestätigt fühlt und schlägt wieder zu, denn die Partnerin gibt ja zu - auch die FS - ihn provoziert zu haben.

Die Frage ist: wie reagiert ein Mensch auf Provokation/im Streit? Raum verlassen/mit verbaler Argumentation oder mit der Faust? Nicht jeder schlägt im Streit zu!

Ich würde mir die Option "irgendwann" niemals offen halten! Wir lesen ab und zu in der Presse, dass das Leben der Frauen durch den Mann endet, welche diesem naiven und hoffnungslosem "Happy End" zu oft eine Chance gegeben hatten.
 
  • #72
Liebe FS,
fast alles wurde dir hier schon an wichtigen Hinweisen gegeben, damit du besser mit der Ambivalenz umgehen kannst, die du für deinen Mann empfindest: Ich empfehle dir noch die Internetseite re-empowerment, du wirst sehen - deine Erfahrungen werden dort aufgegriffen und es gibt etliche Hinweise, was du tun kannst, um dich zu lösen.
Dir ganz, ganz viel Kraft!
 
  • #73
Solche Männer sind aufgrund ihrer Psychopatologie schwer bzw. gar nicht therapierbar.
Ich finde es unangemessen von "solchen Männern" oder "den misshandelten Frauen" zu sprechen. Das tut nur, wem zu mühselig ist, sich auf den Einzelfall einzulassen. Das ist auch gar nicht nötig. Die FS hat ihren Fall geschildert, daraus ist abzulesen, dass ihr (Ex)Mann seine Tat nicht einsieht, weshalb Abstand das Beste ist.

Dennoch muss das nicht immer und in jedem Fall so sein. Dafür ist das Leben zu facettenreich. Und ich verweigere mich, anderen "Regeln" zu erteilen, wie sie auf andere bei bestimmtem Verhalten immer und in jedem Fall zu reagieren haben. Zumal diese sich dann überhaupt nicht verstanden fühlen, wenn allgemein von "den Gewalttätern" und "den misshandelten Frauen" gesprochen wird und versucht wird, ihnen diese Verallgemeinerung aufzuzwingen oder sie in Schubladen einzuordnen. Meine Meinung.

Die Frage ist: wie reagiert ein Mensch auf Provokation/im Streit? Raum verlassen/mit verbaler Argumentation oder mit der Faust? Nicht jeder schlägt im Streit zu!

Natürlich nicht. Ich habe eine gewalttätige Reaktion auf Provokation auch mit keinem Wort gerechtfertigt, sondern halte diese Aussage des Ex für einen Beleg einer Pro-Gewalt-Einstellung, die er nicht geändert hat.
 
  • #74
Hallo schoko. Mir gefallen deine Ansichten ganz gut. Sie klingen logisch und realistisch.

Mir persönlich half und hilft in dieser Geschichte zuallererst ein noch ganz gut funktionierender eigener Menschenverstand. Mindestens genauso hilfreich waren manche Aussagen meiner Therapeutin und von diversen Frauen aus diversen Beratungsgesprächen (klare Empfehlung solche zu besuchen bei Krisen oder wenn man irgendwie nicht mehr weiter weiß).

Der Mann hat sich wegen seiner Worte entschuldigt und hofft, dass ich dadurch nicht dauerhaft "traumatisiert" bleibe. Ansonsten habe ich nicht das Gefühl, dass er sich bewusst ist, was er da getan hat. Vielleicht kommt das noch. Ich glaube, er sollte sich erst einmal mit sich selbst beschäftigen.

Unabhängig davon tut mir die räumliche Trennung sehr gut und ich habe das Gefühl vor ganz vielen neuen Möglichkeiten zu stehen. Mich selbst weiter zu entdecken. Die Stellen benennen zu können, an denen ich nicht so fest in der Erde verankert bin. Werkzeuge zu finden, um damit umzugehen. Dinge einordnen. (Neu) orientieren.

Vielleicht komme ich mit dem Mann wieder zusammen, wenn ich das Gefühl habe, dass er weiß, dass er Mist gebaut hat. Und das auch ehrlich und glaubhaft von sich sagen kann. Vielleicht aber auch nicht. Weil es gar nicht mehr zwischen uns passt. Weil zuviel passiert ist. Vielleicht auch weil er nicht mehr möchte.

Jedenfalls muss ich das nicht jetzt entscheiden. Da gibt es so viele andere Prioritäten, die mir gerade wichtiger und lieber sind.
 
  • #75
Liebe Ticket,

Dir alles Gute auf diesem Weg.
Du zählst und Deine Kinder.

Ich habe für mich festgestellt, dass ich mit mehr Distanz für Gewaltvorfälle, egal in welcher Form, nicht mal mehr ansatzweise Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe akzeptieren könnte.

Gerade wenn der eigene Selbstwert aufgebaut ist, die Selbstachtung, die Definition der eigenen Grenzen.
Ich habe erst ab diesem Zeitpunkt die Dimension der Übergriffigkeit begriffen, wie tief die Verletzungen gingen.

Ich könnte, kann und will vor allem einen solchem Menschen nie wieder Vertrauen, ob gerechtfertigt oder nicht. Menschen können sich ändern, sicher.
Aber es kommt die Ebene der eingefahrenen Muster dazu, und das Risiko, da wieder hinein zu rutschen ist groß.

Nur als etwas anders gelagertes Beispiel.
Zwischen meinem älteren Sohn und mir gab es über die Kindheit hinweg zunehmend Probleme, die auch mit Erziehungsberatung nicht lösbar waren. Auch wenn die Bindung da war, die Gefühle, die Liebe, die Konflikte wurden immer massiver.
Nachdem er diese Konflikte auch in anderen Kontexten provozierte und auslebte, erlebte er die Konsequenz mit knapp 18 von außen.
Er hat sich enorm verändert, aufmerksam, höflich, ruhig, sehr umgänglich. Wir haben eine sehr liebevolle Beziehung miteinander, unternehmen öfters etwas, reden, tauschen uns aus. Eine sehr stabile Bindung.

Und trotzdem wissen wir beide, dass wenn er aus welchen Gründen auch immer, wieder bei mir wohnen würde, wir in kurzer Zeit in unsere alten Beziehungsmuster fallen würden, sicher in anderen Dimensionen, aber im Grundsätzlichen und gerade bei den kritischen Punkten oder in Stresssituationen.Trotz Bindung, trotz Liebe, trotz beidseitiger Reflektionsfähigkeit.
 
  • #76
Letztendlich ist ja die Ausgangsfrage auch nicht, ob die FS dem Mann noch eine Chance geben soll, sondern ob ganz klar Leute hier im Forum sind, die die Erfahrung gemacht haben, dass Gewalttäter sich nach Therapie ändern und die Beziehung nach der Therapie wieder eine Chance hat.

Dazu kann ich nur sagen: ich hab die Erfahrung, dass diese Gewalttäter so eine Therapie gar nicht erst durchhalten (Therapiedauer ist hier proportional zu Problemeinsicht und Unrechtsbewusstsein), und zweitens werden, wenn man erstmal etwas Abstand gewonnen hat, diese schlagenden Typen plötzlich ziemlich unsexy, wenn man erst einmal erkannt hat, dass hinter so einer harten Fassade ne ganz schwache Wurst steckt, die man eher bemitleiden sollte.
Insofern kann ich dir nur wünschen, dass du das erkennen kannst, und dann erledigt sich sowas auch mit der Zeit von alleine. Am Ende willst du den nach einiger Zeit sowieso nicht mehr haben, weil plötzlich einiges offensichtlicher wird. Also keine Panik.

Deine Erkenntnisfähigkeit ist aber in dem Falle auch abhängig von deinem Männerbild, sprich, bei bestimmten Typen kauft man eben auch die Gewalt mit ein. Da kannst du ja auch mal nachforschen, wie das bei dir so aussieht.
 
  • #77
Dennoch muss das nicht immer und in jedem Fall so sein. Dafür ist das Leben zu facettenreich. Und ich verweigere mich, anderen "Regeln" zu erteilen, wie sie auf andere bei bestimmtem Verhalten immer und in jedem Fall zu reagieren haben.
...
Natürlich nicht. Ich habe eine gewalttätige Reaktion auf Provokation auch mit keinem Wort gerechtfertigt, sondern halte diese Aussage des Ex für einen Beleg einer Pro-Gewalt-Einstellung, die er nicht geändert hat.
Natürlich wäre es für den Mann selbst als auch für die FS schön, wenn er sich tatsächlich wandeln könnte, Unrechts- und Schuldbewusstsein entwickeln könnte und an seinen Themen und Problemen mit Therapie arbeiten könnte, weil sie zwei Kinder haben.

Aber leider zeigen die Statistiken, dass die Gewalt in Paarbeziehungen nicht abnimmt, wenn es schon einmal zur Gewalt kam - wie bei der FS - denn die Männer gehen nicht freiwillig in Therapie, weil sie sich sowieso im Recht und berechtigt fühlen mit Gewalt zu reagieren und uneinsichtig sind, sondern erst wenn ihnen die Trennung droht. Deshalb bezweifle ich stark am Erfolg der Therapie wo man quasi hingeschickt wird oder wenn der eine den Partner mitnimmt.

Ich habe auch seine Aussagen als Beleg dafür verstanden, dass sich seine Einstellung zu Gewalt nicht geändert hat, weil er auch noch dazu mehrmals gewalttätig wurde. Auch mit Therapie heisst es nicht, dass er einsichtig wird und Therapeuten beissen sich die Zähne an z.B. narzisstischen Patienten aus.

Der FS muss es einfach bewusst sein, dass eine Therapie auch erfolglos bleiben kann - den zur Einsicht kann kein Therapeut den Klienten zwingen. Ein Mensch wird entweder von alleine einsichtig oder eben nicht. Das muss von innen kommen.
 
  • #78
Hallo
Habe deinen Beitrag erst jetzt gelesen und muss leider sagen: mir geht es genau so wie dir!
Unsere Tochter ist noch nicht Mal 1 Jahr alt und ich habe meinen Mann im Juni wegen häuslicher Gewalt angezeigt und vor 1 Woche die Trennung bei meiner Anwältin eingefordert.
Dabei waren die Schläge noch nicht Mal der wahre Auslöser. Viel mehr waren es die ständigen Nörgeleien und vor allem sein Desinteresse an nir und vor allem auch an der Kleinen, die das Fass zum Überlaufen brachten.
Nun aber ertappe ich mich viel zu oft wie ich in Gedanken bei ohm bin, wie es ihm wohl geht, wo er gerade ist und was er tut und vor allem, ob er vereits eine andere hat!
Ich schäme mich zutiefst dass mir überhaupt solche Dinge durch den Kopf schwirren. Denn ich bin in einer Therapie und fies schon seit Längerem und doch schaffe ich es nicht, mich emotional von meinem Mann zu lösen.
Mein Kopf und sogar mein Bauch wissen es ganz genau: dieser Mann ist mein Ende, lass ihn los, lass ihn gehen! Doch mein Herz sehnt sich so sehr nach diesem Luftschloss, nach all den leeren Versprechungen, denen ich geglaubt habe. Er ist wie eine Droge für mich: ich weissgenau, er tut mir absolut nicht gut, er kann mich zerstören, umbringen - doch ich komme einfach nicht von ihm los!
Für gesunde, nicht manipulierte Menschen liegt alles ganz klar auf der Hand. Doch für uns ist auch das kleinste Fünkchen Hoffnung ein gefährliches Etwas, um bloss das Schöne zu sehen und wieder rückfällig zu werden.
Bitte helft uns, uns auf den harten Boden der Realität zurück zu holen und uns klar zu machen, dass es nicht einfach aber bestimmt besser wird!...
 
  • #79
@JayDee - Willst du Hilfe?
Schau dir das Video von David Hasselhoff an, das SEINE TOCHTER gefilmt hat.
Sollen deine Kinder die Ereignisse in deine Haus filmen müssen? Wenn dein Mann dich zufällig mal schlägt? Geht's noch?

Du solltest mal überlegen ob du im Leben nicht mal was ändern willst.
 
  • #80
Liebe Jay Dee,

Es ist ein schwieriger Weg, den Du gehst, und die Therapie ist schmerzhaft.
Dann kommen die Ängste vor der Zukunft, vor vielem.
Dass es da Momente gibt, dass Du Dich ins vertraute Gewohnte / Alte zurück sehnst, das ist in Ordnung, das ist verständlich.
Dass man sich Dinge selektiv anschaut, ob in der Erinnerung schöner oder schlechter, auch das ist menschlich.

Nimm Dich an und Deine Gefühle, alle.
Sei stolz auf Dich, gebe Dir die Anerkennung für das, was Du geschafft hast, wenige schaffen es.
Erlaube Dir auch die Gefühle, verbieten bewirkt das Gegenteil.
Schau Dir bewusst an, was es für Erinnerungen sind, dahinter stecken Deine Sehnsüchte, Deine Bedürfnisse, Deine Ängste, usw.
Wenn Du das loslösen kannst von dieser destruktiven Beziehung, dann ist es die Chance Dich weiter zu entwickeln, Dich kennen zu lernen, mit Dir selbst gut umzugehen.
Wenn Du Deine Zweifel und Ängste annimmst und konkret anschaust, dann kannst Du, ggf. mit Deiner Therapeutin, Wege finden, Dein Leben so zu gestalten, dass die Dinge vor denen Du Angst hat, erst gar nicht eintreten.

Wenn Du mal Zeit hast, dann überlege Dir, wie möchtest Du, mit Deiner Tochter leben, vielleicht erst mal heute, morgen, wenn Du das schaffst, wie in einem Jahr... Schöne Ziele stecken, die beenden Kraft.
Was macht Dir Freude - mach Dir eine Liste und tu es.

Du schaffst es, Du bist soweit gegangen - es gibt immer wieder diese Momente.
Und es gibt sicher die Momente, wo Du Deine Tochter anschaust und Dir sagst, Du hast das Richtige gemacht.

Alles Gute.
 
  • #81
Liebe TE, besinne dich deiner Schutz- und Vorbildpflichten deiner Kinder gegenüber. Schutzpflicht bedeutet, dass du sie von Gewalt -egal, gegen wen sie gerichtet ist, fern halten MUSST. Vorbildpflicht meint, dass sie nicht von dir lernen sollen, dass es normal ist, dass ein Mann seine Frau verdrischt und tritt und sie trotzdem bei ihm bleibt.
 
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