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Kati1966

  • #1

Trennung oder Bleiben?

Hall zusammen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Seit fast 4 Jahren lebe ich mut meinem Partner in seinem Haus, ich 53, er 58.
Soweit alles gut. Ich bin in 2.Ehe verwitwet, hab ein behindertes Kind aus 1.Ehe(31).
Am Anfang meiner jetzigen Beziehung war einiges neu und auch fremd, da er über viele Jahre selbstständig war5, viele Angestellte leitete. Gut, ich selbst arbeite natürlich auch Vollzeit. Und ich liebe meine Arbeit. Wir haben grosses Haus, Garten, alles, was man sich wünscht. Nun komm ich aber zum eigentlichen Problem. Ich bin ihm gegenüber nicht in der Lage, meine Meinung zu äussern und vor allem zu vertreten. Alles, aber auch alles wird mir Munde verdreht, solang, bis ich an mir zweifeln muss. Es entstehen stundenlange Debatten, endlos und energieraubend. Er hatte in seiner Kindheit ein Problem mit seiner Mama, sie hat getrunken und er, so sagt er, musste für alles einstehen. Nun wird auch jedesmal eine endlos Diskussion gestartet, verbunden mit Aufklärung seinerseits, wenn ich zum Beispiel zum Essen am WE gern mal ein Glas Wein trinken möchte, oder nach einer langen Arbeitswoche amSonntagabend in der Badewanne als Auszeit. Ich muss ihn förmlich fragen, ob des ok für ihn ist. Zum anderen glaubt er, mich ständig korrigieren zu müssen, sei es, wie man zusammenkehrt oder einen Karton zusammenfaltet, für den Abfall. Sage ich ihm, das ich doch mit fast 53 alt genug bin, ist es vorprogrammiert, das er mich belehrt, mir doch nur etwas beibringen zu wollen. Sobald ich Einwände hab, oder Nein sage, bin ich respektlos, hab keine Hemmschwelle mehr ihm gegenüber und bin absolut nicht kritikfähig, so seine Worte. Unlängst gab es wieder Debatten, weil ich Lust auf mein Glas Wein hatte am Sonntag.. Streit bis ins Unfassbare, ich nähme absolut keine Rücksicht auf sein Trauma.. Ich sollte am Abend mit ihm nach meinem Glas Wein zu Alkoholtest fahren, um mir der Risiken klar zu werden!!!! Und Das ist nur ein Punkt, es artet immer wieder in diese Richtung aus, nur wenn ich im Recht gebe, ist s in Ordnung. Bei allem ist er derjenige, der alles richtig sieht, ich aber eine völlig falsche Wahrnehmung habe, so wird mir suggeriert. Alles, was ich sage oder versuche zu argumentieren, wird solang verdreht, bis ich ausserstande bin, überhaupt noch etwas darstellen zu können.. Ich denke an Trennung.
 
  • #2
Hallo Kati

Das klingt ja alles gruselig!
Sage ich ihm, das ich doch mit fast 53 alt genug bin, ist es vorprogrammiert, das er mich belehrt, mir doch nur etwas beibringen zu wollen.
Ist er Dein Lehrer oder Dein Partner?
Unlängst gab es wieder Debatten, weil ich Lust auf mein Glas Wein hatte am Sonntag.. Streit bis ins Unfassbare, ich nähme absolut keine Rücksicht auf sein Trauma.. Ich sollte am Abend mit ihm nach meinem Glas Wein zu Alkoholtest fahren, um mir der Risiken klar zu werden!!!!
Sein Benehmen finde ich unmöglich. An SEINEM Trauma soll ER arbeiten, anstelle es wie ein Schutzschild vor sich zu herzutragen und es an Dir abzuarbeiten. Ein Trauma ist doch kein Freifahrschein zur schlechten Behandlung der Partnerin oder der Mitmenschen! Außerdem bist Du Du und nicht seine Mutter.

Wieso tust Du Dir eigentlich so einen Mann an? Was ist daran noch schön? Wieso lässt Du Dir das von ihm gefallen und stehst für Dich nicht mehr ein? Hast Du Angst vor Trennung?
Ich bin ihm gegenüber nicht in der Lage, meine Meinung zu äussern und vor allem zu vertreten.
Ob Du Dich trennen sollst, musst Du selber entscheiden. Aber ich bin lieber allein als in solcher Gesellschaft. Als Genussmensch würde ich es auch nicht vertragen, mich für alles rechtfertigen zu müssen oder gar um Erlaubnis fragen zu müssen, um ein Glas Wein zu trinken?!? Das ist doch keine Partnerschaft...

Alles Gute
w48
 
  • #3
Liebe Kati,

das klingt für mich (mal wieder) nach einem typischen Narzissten. Erinnert mich leider sehr an meinen Ex. Du hast da keine Chance. Es geht auch nicht, dass du wie auf Eierschalen dich bewegst, nur weil er ein Trauma hat. Ich bin selber traumatisiert aus der Kindheit, aber ich versuche so gut es eben geht das nicht in meine Beziehungen reinzunehmen- Klar geht das nur bedingt, aber so zu argumentieren wie er das macht geht gar nicht.

Ich würde an deiner Stelle auch sehr ernsthaft an Trennung denken. Ich hab hier schonmal jemandem den YouTube Kanal Phoenix life coaching empfohlen. Informiere dich einfach über Narzissmus. Oder such dir eine andere Form von professioneller Hilfe. Such dir einen Therapeuten.

Die Frage ist glaub ich, wie sehr leidest du darunter? Wenn es nicht soo schlimm ist, dann übe es kritikfähig zu werden, wobei wenn dein Partner echt ein Narzisst ist, wird das nix bringen. Aber frag dich halt ob sich die Beziehung lohnt oder nicht. Mir hat ne Pro/Contra Liste geholfen, und leider war dann wenig auf der Pro Seite. Und gib dir etwas Zeit, wenn es soweit ist wirst du wissen, ob Trennung der richtige Schritt ist.

Viel Kraft Dir!!
 
  • #4
Er muss ein absolut schlechter Chef gewesen sein, wenn er Aufgaben nicht delegieren konnte und sich in alles eingemischt hat. Ein guter Chef überträgt die Aufgaben an Leute, die diese Aufgabe erfüllen können, und kümmert sich dann um seine eigene Arbeit.

Ansonsten scheint er ein bisschen zwanghaft und perfektionistisch zu sein. Es gibt dabei zwei Arten von Perfektionismus. Die eine, die sich auf sich selbst bezieht und die andere, die die Menschen um einen rum ins Visir nimmt.

Es gibt durchaus Menschen, die ihre eignen Handlungen mit großer Nachsicht sehen, aber bei unperfekt ausgeführten Handlungen anderer, förmlich ausrasten.

Wenn Du da einen krankhaften Perfektionisten auf der Couch hast, der sich ständig an Dir abarbeiten muss, dann würde wohl nur therapeutische Hilfe etwas verändern.

Ansonsten würde es vielleicht schon helfen, wenn ihr mal eine Liste aufstellt, welche Aufgaben Deine, welche Seine und welche gemeinsame sind und dann darauf bestehen, dass er ausschließlich bei Seinen und gemeinsamen Aufgaben oder Aktivitäten "Ratschläge" erteilen darf. Alles andere machst Du dann so gut oder schlecht wie Du das willst.

Wenn das von Dir gekochte Essen ungenießbar ist, darf er sich aber eine Pizza bestellen. Oder er muss sich nicht bei Dir Duschen, wenn ihm das zu dreckig ist. Aber er hat sich nicht in die Erledigung einzumischen, auch wenn ihm das schwer fällt.
 
  • #5
Auch wenn´s schwer fällt. Ich würde mich trennen.
Dieser Mann hat wenig bis keine Wertschätzung Dir gegenüber.
Was hält Dich bei ihm? Was verbindet Euch?
Du hast mit 53 schon einiges erlebt und Dein Leben gemeistert.
Mache Dir immer wieder bewußt: Du bist schon groß und brauchst keinen der Dich belehrt und mit einer anderen Meinung nicht umgehen kann. Lass´Dich nicht kein machen. Wer andere klein macht, ist selbst nicht groß.
Ich sollte am Abend mit ihm nach meinem Glas Wein zu Alkoholtest fahren, um mir der Risiken klar zu werden!!!!
Das finde ich ganz schön krass. Es ist sein Trauma , nicht deines und da Du mit Alkohol gut umgehen kannst, würde ich mir das verbieten.
Gut, dass Du autark bist. Alles Gute wünsche ich Dir. w/54
 
  • #6
Leider kann ich Dir nicht wirklich raten, weil mir bei einem solchen Verhalten meines Partners schon sehr, sehr lange der Kragen geplatzt wäre. Ich hätte ihn entweder entsetzlich zusammengefaltet, schallend gelacht oder wäre wortlos gegangen - auf jeden Fall hätte ich eine solche Gängelei keine drei Mal mit mir machen lassen.

Überlege Dir mal bitte gründlich, wie es dazu kommt, dass Du einem Menschen eine solche Macht über Dich gibst. Selbstverständlich kannst Du als erwachsene Frau ein oder zwei Mal in der Woche ein Gläschen Wein trinken, noch dazu drei Mon Cherie essen - wo soll bitte das Problem sein? Der Knackpunkt bist Du - weshalb lässt Du Dich so behandeln?

Natürlich hättest Du Dich vermutlich schon lange trennen sollen. Aber Du könntest ja jetzt einen Versuch machen, an dem Du vielleicht wächst: Du trinkst Deinen Wein genüsslich lächelnd und reagierst Null, Null auf das Gemaule Deines Partners. Kein Streit, keine Diskussionen, entspanntes Lächeln, wenn er gar nicht aufhört, kannst Du sagen: "Entschuldige bitte, ich kann Dich gerade gar nicht hören" - dann liest Du weiter und trinkst Deinen Wein.

Raff Deinen Mut zusammen und versuche das einige Male, es ist ein Rat von einem biestigen alten Weib, das sehr entspannt durchs Leben geht. Es ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass sich sein Verhalten ändert. Viel Glück!
 
  • #8
Also, das mit dem Wein würde ich in seiner Gegenwart lassen.
Wein trinken ist dir doch sicher nicht so wahnsinnswichtig, dass du ihn damit triggern musst, oder ? Falls doch, hast du ein Problem.
Also laß es ihm zuliebe einfach sein, so wie du nicht darauf bestehen würdest, eine Katze anzuschaffen, wenn er eine Allergie hätte. Den Wein trinkst du halt, wenn er nicht dabei ist.
Du musst ihn echt nicht provozieren wegen einer solchen Nichtigkeit.
Falls es keine Nichtigkeit ist, s.o....

Ja, aber die Rechthaberei, die kann in der Tat sehr nerven.
Wenn es sich nur um bestimmte Bereiche handelt, so wie bei meinem Freund, der auf dem Beifahrersitz zum Kotzbrocken mutiert, ich daher einfach selbst, das ist mir völlig wurscht, immer dort sitze, kann man das einfach voilà: unkompliziert durch Ignorieren lösen.
Wenn es ihm nicht gefällt, wie du das Altpapier zerreißt, darf er das künftig sehr gerne machen.
Bei allem, was ich selbst ausreichend gut kann und von ihm dennoch belehrt werde, handhabe ich das so.
Was aber macht man, wenn sich seine Besserwisserei gar nicht um die konkreten Kritikpunkte dreht, sondern er es um der Sache willen tut ? Um dich klein zu halten z.B. ?
Wenn es außerdem so oft vorkommt, dass einfach permanent die Stimmung mies ist ?

Dann würde nicht mal eine LAT-Beziehung helfen, wenn es das Problem auch sicher etwas entspannen würde ( dein Altpapier würde ihn vielleicht nicht interessieren ), denn dann wäre die Besserwisserei ja nur ein Symptom, das Kernproblem, z.B. seine Minderwertigkeitskomplexe, würde sich andere Kanäle suchen.

Also wie jetzt vorgehen ?
Verbitte dir zunächst freundlich, dann deutlich seine Kommentare.
Wenn er das Gemecker nicht sein lassen kann, übertrage ihm diese Tätigkeit.
Mach das bei allem, an dem er rummeckert. Direkt beim Meckern alles fallenlassen.
Wenn das Totschlagargument, du seist nicht kritikfähig, kommt, darfst du ihm zustimmen, das schlägt dann wiederum dieses Argument tot.
Wenn er Dinge kritisiert, die du ihm nicht überlassen möchtest, z.B. wie du deine Zähne putzt, putze sie einfach weiter wie bisher, mache es und sage es.

Bei allem immer ruhig und freundlich bleiben.
Nicht ebenfalls meckern.

Er ist beharrlich ? Du auch. Mal sehen, wer eher aufgibt.
Wenn du eher aufgibst, es dich einfach krass nervt, du eben nicht ruhig bleiben kannst, du ihm schon vor lauter Abneigung nicht mehr in die Augen sehen kannst, ist es Zeit für eine Trennung.
Davor hätte ich aber erst mal Spaß an diesem Wettbewerb.
Naja, ich habe leicht reden, ich bin sicher, er würde eher aufgeben, denn ich kann seeehr beharrlich sein.

w 52
 
  • #9
Ich würde in meinem Alter ganz sicher nicht mehr meine Lebenszeit verschwenden mit solchen Konstellationen. Das Leben ist zu kurz und ich lasse mir von niemandem Dinge verbieten, die zu meiner Lebensqualität gehören. Das würde ich umgekehrt auch nicht tun. Wenn man da inkompatibel ist dann hat das keinen Sinn .
 
  • #10
Trenn Dich, sowas hält keiner aus. Man bewegt sich nur noch auf Zehenspitzen, damit der andere bloß nicht gereizt wird und keinen Stress macht, oder man muss selbst so angreifend werden. Das willst Du sicher nicht.
Sein Trauma kannst Du nicht berücksichtigen, wenn es Dich so dermaßen belastet. Er müsste sich selbst darum kümmern, dass er Heilung in der Seele erfährt. Stattdessen ätzt er in seiner Umgebung rum und reagiert sich ab.

Ich seh nur wenig Sinn darin, sich abhärten und an sowas gewöhnen zu wollen, also dass man dann doch seinen Wein genießt und baden geht, ohne zu fragen. Der andere bleibt ja mit seinem Problem auch in dem Moment einfach nur allein und löst es doch nicht. Er verstummt nur. Klar kann man dann warten, ob er dann anfängt, sich selbst drum zu kümmern, aber die Zeit wird ja auch nicht schön dadurch.
Es ist ja auch nicht nur der Wein, es ist sein gesamtes Verhalten, wegen jedem Scheiß irgendeine Belehrung abzusondern. Ehe er dahin kommt, andere Menschen zu akzeptieren, ihnen nicht in Persönliches reinzuquatschen, sein Fehlverhalten zu begreifen und seine Belehrungsanwandlungen, die m.E. nie verschwinden werden, in was Humorvolles umzuwandeln, sind viele Jahre ins Land gegangen, WENN es überhaupt passiert.
 
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Kati1966

  • #11
Euch allen meinen Dank, ich werd wohl nicht auf alles einzeln eingehen können, versuche es dennoch. Ja, er hat über 30 Jahre ein Geschäft geführt. Oft, wenn ich ihm erzählen möchte amAbend, wie mein Tag war und was sich ereignet hat, hör ich immer wieder, das er es so oder so oder ganz anders regeln würde... Puuuh.. Dann hör ich sofort auf. Zum Thema Narzissmus, da lese ich mich seit Monaten durch, und bin leider auch zu der Erkenntnis gekommen. Das Trauma, da habe ich ihn gebeten, Hilfe in Anspruch zu nehmen, Antwortet er, er sei diesbezüglich austherapiert. Bei der letzten o. G. DEBATTE hat er von mir vorgeschlagen, wenn ich ein halbes Jahr keinen Alkohol trinke, dann hab ich ihn überzeugt, damit kein Problem zu haben. Ich war sprachlos. Ein anderes Mal hat er mir gesagt, ich solle doch wenigstens an meinen Verfehlungen arbeiten und die Schuld mir eingestehen... Das kann doch absolut nicht normal sein ich wurde hier gefragt, warum ich das mit mir machen lasse.. Vor 3 Wochen gleiches Szenario, Kati hat sich am SA Abend ein Glas Wein gegönnt... Ein absolutes Desaster, sodas ich über Nacht zu einer Freundin gegangen bin. Sonntag zurück, wir wollten über alles reden, das Gespräch, welches er führte, ich nicht zu reden kam, dauerte 3 Stunden. Danach wusste ich gar nicht s mehr.. Er gab mir zu verstehen, das ich lernen müsste, mit ihm Debatten zu führen...
 
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Kati1966

  • #12
Einen Nachtrag möchte ich noch gern bringen.. Ich sagte ihm, das ich mir das Glas Wein nicht nehmen lassen möchte, am Sonntag in der Badewanne oder zum Essen. Seine Antwort darauf lautete, dass mir der Alkohol wichtiger ist als unsere Beziehung, also war ich wieder respektlos und trete ihn mit Füssen.. Und so geht es immer wieder, egal, in welcher Angelegenheit auch immer...
 
  • #13
Trenne Dich. Wenn Du Kante zeigst, kommt es nur zum Streit und das jeden Tag. Wenn er sich schmollend zurück zieht, leidest Du. Widerworte oder ihm zwar zustimmen, aber dein Ding trotzdem durchziehen, zerrt genauso an deinen Nerven, wie ständig mit ihm reden und ihn zur nicht vorhandenen Einsicht bewegen.
Du kommst nicht gegen ihn an, solange er Dir nicht egal ist, wie er reagiert oder was er damit erreichen will. Klar will er Dich klein halten, erziehen und verletzen...steige aus und schone deine Nerven. Wenn Du selbstbestimmt auftrittst und nicht bereitwillig tust was er will, findet er andere Wege, Dich runterzuziehen, dass geht dann erst recht an deine Substanz. So ein Verhalten hält man in einer WG aus, wenn einem nichts an dem anderen liegt; jeder macht sein Ding... nur das ist keine Beziehung, dafür brauche ich dann keinen Mann, selbst wenn es ein Besserwisser und Nörgler ist.
In 4 Jahren und seit ihr zusammen wohnt, hast Du sicherlich Dir schon nicht alles gefallen lassen, mit reden und rechtfertigen auf Verständnis und Einsicht bei ihm gehofft, doch er ist so geblieben, wie er war.
Wenn Du doch bei ihm bleiben willst, dann schaffe Dir deine Freiräume, wo er nicht dabei ist und fröhne dort deinen Leidenschaften. Bei ihm musst Du Dich, um der Harmonie willen, völlig anpassen und ihm recht geben; Dich klein machen und anpassen, dann geht’s, doch er wird andere Themen finden, wo er Dich kritisiert.
Nur wenn Du bleibst, wirst Du immer kleiner und deine Wünsche mehr und mehr ihm zuliebe aufgeben, dass ist ungesund, ebenso wenn Du weiterhin „zickst“, dein Ding trotz seiner Kritik machst oder Dich immer wieder erklärst, um Dich zu behaupten... alles zermürbt auf Dauer, reibt Dich auf. Wenn Du keine Gefühle mehr hast, dann ist er Dir egal, das er nörgelt oder über was er meckert, dann juckt es Dich nicht. Dein Partner wird aber mit seinen Sticheleien dennoch nicht müde werden, damit aufzuhören.
 
  • #14
Versuch mal, dich auf diese endlosen Debatten nicht einzulassen. Ich denke, in eurem Alter muss man nichts mehr erzwingen. Wenn ihr nicht zusammen klarkommt, dann geh halt. Das ist doch sowieso kein Verlust, wenn er dir dein Leben mit seiner selbstgerechten Gängelei zur Hölle macht. Wie unangenehm. Du brauchst doch keinen Erzieher mehr an deiner Seite. Du entscheidest für dich, ob das Glas Wein jetzt gut für dich ist. Wenn du aus tiefer Überzeugung ja dazu sagen kannst, dann trink es und genieß es, und lass diesen Nörgler stehen. Soll er halt mit der Wand weiter diskutieren.

Auch hier ist mal wieder so ein Fall, wo du viel mehr Grenzen zeigen solltest. Mache ihm klar, dass er seine Probleme bei sich lassen soll und aufhören soll, dich damit zu belästigen. Wenn er das nicht kann, dann ist eine Trennung angesagt.

Keine Ahnung, was er von dir erwartet. Andere Leute trinken eine ganze Flasche, wo ist das Problem?

Das kommt davon, wenn der Traumatisierte glaubt, er käme schon alleine mit seiner Geschichte zurecht. Psychologen sind ja alle Scharlatane. Alles klar. Dann geht man lieber anderen Menschen auf den Keks und fordert, dass sie sich einem unterzuordnen haben. Verrückte Welt.
 
  • #15
Hör auf zu denken, mach es.

Zum Thema Narzissmus, da lese ich mich seit Monaten durch, und bin leider auch zu der Erkenntnis gekommen.
Und, was hat Dir das lesen seit Monaten gebracht? Nichts. Gib es auf und trenn Dich.

Einen Nachtrag möchte ich noch gern bringen...... Und so geht es immer wieder, egal, in welcher Angelegenheit auch immer...
Und, was bringt Dir der Nachtrag? Nichts. Hör auf zu lamentieren und trenn Dich oder erklär uns, warum Du mit ihm zusammen bist.

Ich glaube nicht, dass Du ein Unschuldslamm bist, sondern die Konflikte geschickt befeuerst. Du hast seine Muster durchschaut und weißt genau, wie Du Benzin ins Feuer gießen musst, damit er explodiert. Dann renbst Du mal kurz weg zur Freundin und kommst wieder, nachst da weiter wo Du zuvor aufgehört hast. Warum tust Du das?
Schick nicht ihn zur Therapie sondern geh selber hin und lass prüfen was bei Dir falsch läuft.

Die einzige Chance mit so einem Mann umzugehen ist was @frei beschreibt. Dann muss man es erstens können und zweitens selber sehr aggressiv und mit reichlich Machtbestreben ausgestattet sein, um ihn kleinkriegen zu wollen.

Man braucht einen Grund, um sich das anzutun: entweder hat man selber einen Knall oder er hat etwas sehr Liebenswertes an sich, was seine von Dir endlos gelisteten negativen Eigenschaften überstrahlt. Da erkenne ich nichts ausser...
Wir haben grosses Haus, Garten, alles, was man sich wünscht.
... und das ist ein Irrtum, denn Haus und Garten gehören ihm. Also nochmal: warum tust Du Dir das an?
 
  • #16
Kati,
Stelle Dir nur eine Frage.
Warum lässt Du Dir das gefallen?
Da gibt es nur die Konsequenz zu gehen.

Wenn Du das nicht schaffst, dann suche Dir therapeutische Unterstützung.

M, 54
 
  • #17
Hallo FS,

du kannst ohne Probleme ausziehen.
Es ist sein Haus und da ist er nun mal der Chef. Und das sagt er dir jeden Tag. Ihr seid nicht verheiratet und du kannst einfach ausziehen.
Ihr könnt euch ja weiterhin treffen, wenn du wieder dein eigener Chef in deiner eigenen Wohnung bist. Dort kannst du dann soviel Wein trinken wie du willst und wenn er dann mosert, dann zeigst du ihm den Ausgang. Gewinne wieder deine eigene Autonomie. Jetzt lässt du dich unterjochen, ohne irgendwelche Rechte zu haben.
Es geht ja nicht um Trennung, aber so machst du dich zum absoluten Kasper und verlierst immer mehr den Respekt. So kann es nur abwärts gehen.
w 46
 
  • #18
Hallo Kati, fällt dir etwas auf? Dir wurde eine zentrale Frage vom Forum gestellt und du hast sie in Post#10 wiederholt: Warum tust du dir d a s an? "D a s" hast du eingehend beschrieben. Auf die zentrale Frage solltest du dich nun konzentrieren, denn du hast sie nicht beantwortet. Stattdessen gibst du im Detail wieder, was er wann und wie an deinem Verhalten auszusetzen hat und auf welche Weise er versucht, dich zu belehren und zu dominieren. Dieser Mann ist - deiner Schilderung nach - nicht fähig ein gesundes Maß an Kompromissen in einer Beziehung zu leben. Was willst du nun tun?
 
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Kati1966

  • #19
Mir geht es nicht um den Wein allein, das ist nicht der Punkt. Es ist ein Bsp., es ist nicht s, das ich brauch, ich stehe jeden Tag in allem zur Seite, Haus, Garten, Job, ich habe meinen verstorbenen Mann (vor ihm) 6 1/5 Jahre Tag und Nacht gepflegt, bis er endlich einschlafen konnte, hab ein behindertes Kind quasi allein gross gezogen, und muss nun fragen, was ich darf oder nicht? Klar kann ich mich im Auto einfach daneben setzen, wie Du es für dich beschreibst, gut, dann hast du Ruhe. Toll.. Wo bleibst du in dem Moment? Nachgeben, des Friedens Willen? Und dann immer wieder? Das kann nicht fair sein.
 
  • #20
Seine Antwort darauf lautete, dass mir der Alkohol wichtiger ist als unsere Beziehung, also war ich wieder respektlos und trete ihn mit Füssen.. Und so geht es immer wieder, egal, in welcher Angelegenheit auch immer...
Du hast dich schon in die richtige Materie eingelesen. Es muss ja nicht gleich eine Persönlichkeitsstörung sein - die nur ein Arzt diagnostizieren könnte, aber die starken narzisstischen Anteile sind nun mal da ...

Zum anderen glaubt er, mich ständig korrigieren zu müssen, sei es, wie man zusammenkehrt oder einen Karton zusammenfaltet, für den Abfall. Sage ich ihm, das ich doch mit fast 53 alt genug bin, ist es vorprogrammiert, das er mich belehrt, mir doch nur etwas beibringen zu wollen. Sobald ich Einwände hab, oder Nein sage, bin ich respektlos, hab keine Hemmschwelle mehr ihm gegenüber und bin absolut nicht kritikfähig, so seine Worte
Das Problem im Umgang mit diesen Leuten ist, dass du bei denen eigentlich gar nichts richtig machen kannst. Versuche, um Anerkennung zu kämpfen - erfolglos. Bei ihm kannst du im Grunde nur verlieren. Und nicht du bist respektlos, weil du dir nicht in allem reinreden lassen möchtest - er ist es, denn er versucht dich kleinzumachen. Er will dir etwas beibringen !! Für wen hält er sich?
 
  • #21
Hallo Kati,
ich würde ihm einen Satz sagen:
Die Dosis macht eine Sache zum Gift.
Das gilt für den Wein ebenso wie für das Meckern
.
Wenn er lange Chef war (und nun nicht mehr ist ?), dann trägt er seinen Bedarf an Ansagen und "Erziehung" gerade an Dir ab.
Und hat dazu offenbar ein Problem mit sich.
Vielleicht neidet er Dir schlicht und einfach, dass Du soviel allein hinbekommst.
 
  • #22
Sobald ich Einwände hab, oder Nein sage, bin ich respektlos, hab keine Hemmschwelle mehr ihm gegenüber und bin absolut nicht kritikfähig, so seine Worte.
Das reicht. das ist verletzend und gemein.
Er respektiert Dich nicht als gleichwertig. Auch so einen Typ kann die Welt gut verzichten.

Du solltest ihm jetzt folgendes mitteilen:

"Entweder ich bekomme Zukunft auch meine 50 Prozent vom Leben oder ich reiche die Scheidung ein und trenne mich sofort. Dein Trauma kannst Du mit Deinem Psychologen besprechen. Ob ich in Zukunft Wein trinke oder nicht, hat Dir egal zu sein. "

Mach das, oder Du hast bald selber ein Trauma....
 
  • #23
Ich sagte ihm, das ich mir das Glas Wein nicht nehmen lassen möchte, am Sonntag in der Badewanne oder zum Essen. Seine Antwort darauf lautete, dass mir der Alkohol wichtiger ist als unsere Beziehung
wenn ich zum Beispiel zum Essen am WE gern mal ein Glas Wein trinken möchte, oder nach einer langen Arbeitswoche amSonntagabend in der Badewanne als Auszeit
Das Trauma, da habe ich ihn gebeten, Hilfe in Anspruch zu nehmen, Antwortet er, er sei diesbezüglich austherapiert. Bei der letzten o. G. DEBATTE hat er von mir vorgeschlagen, wenn ich ein halbes Jahr keinen Alkohol trinke, dann hab ich ihn überzeugt, damit kein Problem zu haben.
Als ebenfalls psychisch Geschädigte durch einen alkoholkranken Vater kann ich Deinen Partner sehr gut verstehen. Durch einen alkoholkranken Elternteil werden die Kinder in diesem Bereich sehr stark sensibilisiert. Und natürlich werden Erwachsene mit einem solchen Hintergrund durch alkoholisierte Menschen auf die ein oder andere Weise getriggert. Dies erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl seitens eines Partners. Mein Mann nimmt hierauf größtenteils Rücksicht. Ich kann es z. B. nicht ertragen, wenn (m)ein Mann eine Bierfahne vor sich her trägt. Und das ist leider schon nach einem Bier der Fall, unabhängig davon, ob der Mann betrunken ist. Mit einem Mann, der regelmäßig Bier konsumiert bzw. auf sein tägliches "Feierabendbier" besteht, könnte ich deshalb unmöglich eine Beziehung führen. Da ich das weiß, thematisiere ich dies schon frühzeitig während der Beziehungsanbahnung.
Ich kann deshalb nicht verstehen, dass Du so vehement auf das "ein Glas" Wein bestehst. Finde es auch übertrieben, in der Badewanne Alkohol zu trinken.
Genauso wie es Menschen gibt, die keinen rauchenden Partner wünschen, gibt es auch Menschen, die keinen regelmäßig Alkohol trinkenden Menschen an ihrer Seite möchten. Du solltest das nochmal überdenken.
 
  • #24
Du bist meines Erachtens in der Opferrolle. Einerseits siehst du die Probleme sehr klar, andererseits kannst du deine Standpunkte nicht durchsetzen. Ihr habt keine Beziehung auf Augenhöhe und dadurch bist du ständig sauer und verunsichert.

Das spricht für ein geringes Selbstwertgefühl deinerseits. Daran würde ich arbeiten.

Ich habe beim Lesen deines Post, den Eindruck bekommen, du bist seine Angestellte, aber nicht die Partnerin. Wenn er Probleme mit Alkohol hat, dann ist es seine Aufgabe, daran zu arbeiten und nicht du. Ich denke doch nicht, dass er Alkohol allen Menschen in seinem Umfeld verbietet.

Diese Machtkämpfe mit Dir, werden dich ohne Änderung auf Dauer zermürben. Ich persönlich würde in so einer Beziehung nicht bleiben. Narzisstische Anteile, hat jeder von uns in sich. Ich persönlich halte von dieser Narzissten Debatte überhaupt nichts. Mittlerweile wird für jedes Problem in einer Partnerschaft ein Pseudowissenschaftlicher Ausdruck verwendet und die vielen YouTube Videos, sind in großer Mehrheit von verlassenen oder gegangen Damen erstellt, die absolut keinen fachlichen Hintergrund haben.

Letztlich, muss jeder selbst für sich entscheiden, was für ihn gut ist und wo seine Schmerzgrenze ist. Ich kann dir zwar meine Einschätzung geben, aber die Entscheidung musst du treffen. Wenn man hierfür, Kopf und Bauch in Einklang bringt, kommt man auch zu einer Lösung.
 
  • #25
glaubt er, mich ständig korrigieren zu müssen, sei es, wie man zusammenkehrt oder einen Karton zusammenfaltet, für den Abfall. Sage ich ihm, das ich doch mit fast 53 alt genug bin, ist es vorprogrammiert, das er mich belehrt
Falscher Ansatz. Hörst Du denn gar nicht, wie der Karton darum bettelt, von ihm zusammengefaltet zu werden? Weil er das doch viel besser kann? Und auch der Dreck lechzt geradezu nach sachgemäßer Beseitigung durch ihn, den Fachmann für richtiges Kehren.

Einen erwachsenen und lebenserfahrenen Menschen belehrt man nicht. Ist man sich über die Ausführung einer Arbeit uneins, soll sie bitteschön derjenige übernehmen, der glaubt, der andere erledige sie nicht gut genug. Und fertig. Lehne Dich bequem zurück, schau ihm beim Kehren und Zusammenfalten zu, und dann spare nicht mit Lob, daß er das alles so gut kann.
Seine Antwort darauf lautete, dass mir der Alkohol wichtiger ist als unsere Beziehung.
Antworte mit „stimmt”. Und grinse dazu.
 
  • #26
Keine Ahnung, was er von dir erwartet. Andere Leute trinken eine ganze Flasche, wo ist das Problem?
Es ist völlig irrelevant wieviel Alkohol "Andere" trinken. Fakt ist, dass der Partner der FS nicht darauf klar kommt und die FS ihrerseits nicht mit den Eigenschaften ihres Partners. Warum die beiden sich diesen Krampf gegenseitig antun, könnten sie ggf. in einer Therapie herausfinden. Im Gegensatz zu einigen anderen Foristen hier finde ich allerdings nicht, dass der Partner der FS sich eine Toleranz gegenüber Alkohol trinkenden Menschen anzutrainieren hat. Genauso gut könnte man Nichtraucher in Therapie schicken, damit sie auf Zigarettenqualm "klar kommen". Wenn ich einen abstinenten Partner bevorzuge, ist das nun mal mein gutes Recht. Ein Partner, der so vehement auf regelmäßigen Alkoholkonsum besteht, käme für mich deshalb nicht in Frage und ich finde nicht, dass ich deshalb in Therapie muss. Warum die Beiden sich das gegenseitig antun, ohne einen Schlußstrich zu ziehen ist das, was hier in einer Therapie hinterfragt werden könnte.
 
  • #27
Als ebenfalls psychisch Geschädigte durch einen alkoholkranken Vater kann ich Deinen Partner sehr gut verstehen. Durch einen alkoholkranken Elternteil werden die Kinder in diesem Bereich sehr stark sensibilisiert. Und natürlich werden Erwachsene mit einem solchen Hintergrund durch alkoholisierte Menschen auf die ein oder andere Weise getriggert. Dies erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl seitens eines Partners. Mein Mann nimmt hierauf größtenteils Rücksicht. Ich kann es z. B. nicht ertragen, wenn (m)ein Mann eine Bierfahne vor sich her trägt. Und das ist leider schon nach einem Bier der Fall, unabhängig davon, ob der Mann betrunken ist. Mit einem Mann, der regelmäßig Bier konsumiert bzw. auf sein tägliches "Feierabendbier" besteht, könnte ich deshalb unmöglich eine Beziehung führen. Da ich das weiß, thematisiere ich dies schon frühzeitig während der Beziehungsanbahnung.
Ich kann deshalb nicht verstehen, dass Du so vehement auf das "ein Glas" Wein bestehst. Finde es auch übertrieben, in der Badewanne Alkohol zu trinken.
Genauso wie es Menschen gibt, die keinen rauchenden Partner wünschen, gibt es auch Menschen, die keinen regelmäßig Alkohol trinkenden Menschen an ihrer Seite möchten. Du solltest das nochmal überdenken.
Der andere Mensch ist nicht für meine Traumas zuständig, sondern der Psychologe. Komplett auf Alkohol zu verzichten ist keine Lösung, sondern Verdrängung des Problems, weil man nicht gelernt hat, ENTSPANNTEN Umgang mit dem Alkohol zu entwickeln. Entspannt bedeutet - ich trinke nicht, weil es mir nicht schmeckt, nicht weil ich Trauma habe oder Angst, rückfällig zu werden. Wenn das Thema Alkohol einen sehr stark triggert, dann sucht man sich einen Partner, der GAR KEINEN Alkohol trinkt. Was, wann und wieviel ich trinke, geht niemanden was an - man akzeptiert es oder man trennt sich. Der einzige Mensch, der Alkoholkonsum reguliert, ist man selber. Will I h aufhören zu trinken, werde ich aufhören, weil ich will und nicht, weil es andere wollen, aus welchen Gründen auch immer.
 
  • #28
Es ist völlig irrelevant wieviel Alkohol "Andere" trinken. Fakt ist, dass der Partner der FS nicht darauf klar kommt und die FS ihrerseits nicht mit den Eigenschaften ihres Partners. Warum die beiden sich diesen Krampf gegenseitig antun, könnten sie ggf. in einer Therapie herausfinden.
Nö, das muss ganz alleine derjenige mit einem Therapeuten herausfinden, der durch sein unverarbeitetes Trauma anderen Menschen das Leben zur Hölle macht. Wein, Bier und Spirituosen etc., sind ein Genussmittel, ebenso wie Zigaretten. Und auch als solches werden sie verkauft. Die Gesellschaft, bzw. der neue Partner kann nichts dafür, wenn verschiedene Elternteile früher das Genussmittel zum Suchtmittel gemacht haben.
Der neue Partner hat damit nichts zu tun, und wenn man meint, anderen Menschen schon wegen einem Glas Wein in der Woche (!) auf die Nerven fallen zu müssen, sollte man selbst mal ganz schleunigst zum Psychologen gehen bzw. die Partnersuche aufgeben. Das fällt wegen Geringfügigkeit ja noch nicht mal unter „Alkohol trinken“.
Es ist in dem Zusammenhang eben nicht „irrelevant“, wieviel andere Leute trinken, sondern der Vergleich mit anderen kann auch erden, und einem vor Augen führen, dass das, was Mama oder Papa früher gemacht haben, null komma gar nichts mit Genuss, sondern ausschließlich mit Sucht zu tun hatte. Nur weil man selbst etwas nicht riechen oder vertragen kann, muss man nicht die ganze Welt dafür verachten, dass sie etwas genießt, was man selbst irrationalerweise (und zwar wegen Triggern) nicht mag. Und schon gar nicht muss man seinem Partner den Genuss verderben, denn der hat, genauso wie der Partner, auch ein Recht auf Leben ohne gängelnde Gouvernante daneben.

Ich bin auch das Kind eines schweren Alkoholikers, ich weiß also, von was ich spreche. Ich besitze aber soviel Selbstreflexion, dass ich mir, bevor ich mein Trauma zum Problem anderer Leute machte, Hilfe geholt habe und die Dinge verarbeitet habe. Das Erste, was man in Therapie nämlich auch lernt, ist: differenzieren und immer schön bei sich bleiben.

Ähnlich ist es, wenn man sich einen Raucher anlacht, und dann nach einem Jahr hysterisch wird, weil der ja aller zwei Stunden seine Zigarette will. Selber schuld, wenn im Vorfeld nicht ganz strikt klargemacht wurde, was der Mann genau will. Dann darf man sich halt nicht mit den Menschen zusammentun, die nicht passen. Oder am besten alleine bleiben, denn irgendein Laster hat jeder. Wobei ich bei einem Glas Wein pro Woche immer noch nicht von einem Laster spreche. Dies überhaupt anzusprechen und daraus eine Beziehungsbaustelle zu machen, ist nahezu lächerlich und weist wirklich paranoide Züge auf.
 
  • #29
Nicht jammern, handeln.

Ich hatte mal eine Frau als Kundin, die mir zwei Stunden von ihrem schrecklichen Mann erzählt hat. Damals war ich Anfang 20 und sie tat mir total leid. Das ging mir wirklich nah, denn er betrog sie mit der Nachbarin und redete seit Ewigkeiten kein Wort mehr mit ihr. Sie blieb wegen der Kinder, die vor einigen Jahren ausgezogen waren.
Am Ende des Gesprächs, wo ich emotional selbst total fertig war, musste sie plötzlich los, weil sie noch Blumen abholen musste. Ich war irritiert, weil sie frisch und mit recht guter Laune davon ging. Später ist mir klar geworden, dass sie sich nur mal ausheulen wollte. Das ist schon in Ordnung, wenn derjenige, bei dem sich ausgeheult wurde, das weiß und sich emotional selbst raushält und nicht nach Lösungen für die arme Person sucht. Sie braucht keine Lösungsvorschläge. Sie braucht einen, der sich die Last, die sie empfindet, mal anhört.
Ich kam mir manipuliert vor. Vielleicht ist das Last-Anhören am schönsten, wenn der Zuhörer wirklich total beteiligt ist und versucht, Lösungen zu finden, gegen die der Leidende dann dagegen redet.

Wie dem auch sei, sie wollte nichts ändern an ihrer Situation. Das ist ihr gutes Recht, das kritisiere ich keineswegs. Es ist auch ihr gutes Recht, sich bei anderen verbal zu erleichern und deren Sache, wenn sie sich emotional reinhängen. Es hätte auch einen positiven Effekt für sie gegeben, wenn ich mir das einfach nur angehört hätte aus sozialer Dienstleistungseinstellung. Ich hätte auch sagen können, dass ich zu tun habe, dann hätte sie sich bei der Blumenfrau ausgeheult.

Meine Frage an Dich: Was ist Dein Ziel? Willst Du Dich wirklich trennen oder willst Du nur mal die Last von der Seele reden, aber die Beziehung an sich ist gut? Oder Du bist in einer Zwangslage, dass Du Dich gar nicht trennen kannst?
Ich sag nochmal, ich finde daran nichts verwerflich. Ich finde es nur wichtig, das zu wissen, insbesondere und in erster Linie für Dich. Vielleicht bist Du auch noch auf dem Weg dahin zu erkennen, dass es wirklich keine gute Beziehung ist, für die sich ein Bleiben lohnt? Es geht ja keineswegs so schnell, dass man sich sagt "oh, er nörgelt in einer Tour, das ist falsches Verhalten und ich halte das nicht aus, er ändert es nicht, also geh ich".
 
  • #30
Mir geht es nicht um den Wein allein, das ist nicht der Punkt. Es ist ein Bsp., es ist nicht s, das ich brauch, ich stehe jeden Tag in allem zur Seite, Haus, Garten, Job, ich habe meinen verstorbenen Mann (vor ihm) 6 1/5 Jahre Tag und Nacht gepflegt, bis er endlich einschlafen konnte, hab ein behindertes Kind quasi allein gross gezogen, und muss nun fragen, was ich darf oder nicht? Klar kann ich mich im Auto einfach daneben setzen, wie Du es für dich beschreibst, gut, dann hast du Ruhe. Toll.. Wo bleibst du in dem Moment? Nachgeben, des Friedens Willen? Und dann immer wieder? Das kann nicht fair sein.
Dass du deinen Mann gepflegt hast und alleine ein behindertes Kind großgezogen hast, verdient Respekt, doch es ist nicht relevant für deine Beziehung mit deinem jetzigen Partner. Es hat überhaupt nichts mit ihm zu tun.

Fakt ist, er behandelt dich nicht so, wie das ein Mann tun würde, der seine Partnerin liebt, sie respektiert und der will, dass sie mit ihm glücklich ist.

Wenn du unbedingt so gerne in seinem großen Haus mit Garten leben willst, dann jammere nicht über sein Verhalten, denn offensichtlich ist das der Preis dafür.

Das Leben ist nicht immer fair und du musst auch nicht (oder nicht immer) nachgeben.

BUT:

Wenn du nicht zufrieden bist, dann lass dir das nicht länger gefallen.
Ihn kannst du ihn nicht ändern, doch du kannst darüber entscheiden, ob du länger so mit dir umgehen lässt.