• #1

Trennung und wann hört das Gedankenkarussel auf?

Hallo,
ich (25 J.) durchlebe meinen ersten richtigen Trennungsschmerz. Heute vor 9 Wochen sind mein Ex-Partner (ebenfalls 25 J.) und ich auseinander geganen. Wir waren 9,5 Monate zsm. Besonderheit : wir arbeiten in der gleichen Firma, nicht in der gleichen Abteilung.

Er hat sich aus ihm und mir unerklärlichen Gründen gefühlstechnisch von mir distanziert. Er meinte er fühle nicht mehr wie Partner und Partnerin, sondern wie beste Freunde. Er meinte auch dass es keine andere gibt, warum er sich von mir distanziert hat. Wir sind im Guten auseinander gegangen und arrangieren uns tatsächlich auf Arbeit (man respektiert sich, nimmt sich wahr etc., wechselt ein paar Worte).

Mich geht es nichts mehr an - jedoch ist mein Ex bei mir noch sehr präsent. (Was er wohl gerade macht? Gibt es bereits eine neue Partnerin?) sind nur ein kleiner Auszug an Gedanken, die ich habe.

Ich lese noch oft den alten Whatsapp Verlauf, will ihn nicht lösche. Andere schaffen es auch über eine Trennung hinweg zu kommen, ohne den Verlauf zu löschen.

Wir haben offen gesprochen, dass i-was nicht stimmt. Wir waren der Meinung, dass es keinen greifbaren Auslöser für diese Distanz gab und wir wieder zueinanderfinden wollen. Das macht es unbegreiflich - keinen genauen Grund für die Trennung zu haben. Keine Gefühle mehr seitens des Partners, ist eig. ein sehr deutlicher Grund. Das WARUM sind die Gefühle nicht mehr da ist das Unbeantwortete.

Man liest in vielen Foren, man soll sich ablenken - das mache ich vereinzelt, jedoch nicht ständig. Es gibt Momente wo die Gedanken wieder präsent sind.

Trennungen gehören zum Leben dazu, das ist mir klar. Mein Ex wird nicht ewig Single bleiben. Ich habe wahnsinnige Angst, zu schnell von ersetzt zu werden. Wisst ihr was ich meine?

Solange ich noch emotional auf das Thema reagiere, habe ich damit noch nicht final abgeschlossen. Nur wäre ich gerne schon über diesen Schritt hinaus, da ich mit mir selbst sehr ungeduldig bin.

Ich bin über jede Erfahrung/jeden Tipp von Euch dankbar! Danke Euch!
 
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  • #2
Liebe FS,
das Gedankenkarussell hört auf, wenn Du es willst und ohne ihn Leben willst. Dann löschst Du seine Kontaktdaten und auch die WA-Verlaeufe, weil sie für Dich nicht mehr relevant sind.
Du zeigst ein massiv destruktives Verhalten, indem Du immer wieder die Wunde aufknibbelst.

Er hat Dich verlassen, nach kurzer Beziehungszeit, d.h. im frühen Verlauf des Kennenlernens. Hey, wo ist das Problem? In den ersten 2 Jahren scheitern die meisten Beziehungen, weil man im Zuge des Kennenlernens feststellt, dass der Partner doch nicht so gut passt, wie zuvor erfofft, dass die erste Verliebtheit eben nicht zwangsläufig für beide in Liebe (Basis für eine dauerhafte Beziehung) übergeht.

Ich weiß, was Du meinst, mit der Angst ersetzt zu werden. Vielleicht hilft es Dir weiter, es aus einer anderen Perspektive zu betrachten, die nicht so sehr gekränkte Eitelkeit ist: Du wirst nicht ersetzt, er findet nur eine andere Partnerin.
Je weniger Du Dich mit der Vergangenheit befasst, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du Dich im Hinblick auf eine neue Partnerschaft nicht selber blockierst.
Kapp über die digiatlen Kanäle alle Verbindungen zu ihm. Das ist die Seuche der Neuzeit, immer wieder alte Kontakte aufzuwärmen, online hinterherzurennen, nachzusehen, was der andere treibt usw. Gibt es keine Kontakte im RL, dann lass' es vorbei sein sonst drehst Du beliebig lange in Deiner Trauerschleife.
Pfleg' auf der Arbeit einen normalen Umgang mit ihm, wie unter Kollegen üblich. Er hat ja nichts schlimmes getan sondern liebt Dich nur nicht. Das tun die wenigsten Menschen, also ist er voll in der Norm.
 
  • #3
Hey Jule,

ich fürchte ja, dass das einfach alles noch ein wenig Zeit brauchen wird. Anders als er hast du ihn ja bis zum Schluss geliebt und wurdest von dieser Entwicklung eher überrascht. Da sind neun Wochen vergangene Zeit nicht viel - zumal wenn du gezwungen bist, ihn regelmäßig auf der Arbeit zu sehen. Ein "Aus dem Augen, aus dem Sinn" funktioniert unter den Umständen wesentlich schlechter. Vielleicht würde es helfen, den WhatsApp-Verlauf zu löschen. Sich die dortigen Sachen immer wieder zu durchzulesen, hilft vermutlich eher nicht.

Klingt doof, aber ich glaube schon, dass du in gewisser Weise auch froh sein kannst, dass du jetzt immer noch so empfindest. Zeigt, dass du gefühlsmäßig eine tolle Zeit hattest - vermutlich besser als bei vielen anderen Menschen, die in irgendwelchen Beziehungsmodellen feststecken, in denen sie eigentlich nicht sein wollen.

Und nie vergessen: Irgendwann kommen auch wieder bessere Zeiten!
 
  • #4
Immer wieder WA zu lesen - das halte ich für so ziemlich das Schlechteste, was du gerade tun kannst. Dabei ist so verdammt viel Interpretationsspielraum - und dein Hirn ist noch nicht so weit, diesen nicht zu nutzen. Daher das Karusell.
Nimm dir mal vor, 3 Tage nicht da rein zu schauen, keine alten Photos zu guggen und seine Seite auf FB nicht anzusehen. 3 Tage - und bestich dich selbst. Schaffst du es nicht, bestrafst du dich. Nichts Schlimmes - aber eine Stunde durch den Regen zu spazieren wäre angemessen. Und ein Eisbecher zur Belohnung.
So, dann Stufe 2 - 5 Tage ... usw.
Du wirst sehen, irgendwann sind die Tage um - und du hast dennoch keine Lust, nun wieder zu lesen. Weil du gemerkt hast, es geht auch ohne.
Und - Nebeneffekt - wenn du keine Lust mehr hast, die ollen Kamellen wieder hervorzuholen, denkst du auch automatisch nicht mehr oft an ihn. Und orientierst dich nach vorne
Viel Kraft wünscht Tom
 
  • #5
Er meinte auch dass es keine andere gibt, warum er sich von mir distanziert hat.
Das sagen alle Männer in einer solchen Situation, das ist nichts Neues, wobei ich diese Aussage nicht glaube!
Wer so schnell und so geht, hat meist schon viel vorher eine Beziehungsanbahnung laufen und steht in einer neuen Beziehung, aber viele Frauen sind naiv und glauben dem Wort des Mannes noch!
Löse und trenne dich mache nicht diesen Fehler, aus ist aus, Punkt.
Mein Ex wird nicht ewig Single bleiben. Ich habe wahnsinnige Angst, zu schnell von ersetzt zu werden.
Für meine Begriffe bist du schon ersetzt, du willst das nicht verstehen, nicht wahrhaben und versuchst es dir noch schön zu reden, falscher Text.
 
  • #6
Ich muss @INSPIRATIONMASTER recht geben - Männer trennen sich meistens erst, wenn sie eine Andere haben oder zumindest eine im Auge. Ich denke, er hat Dich und noch eine andere parallel. Und wenn er gerade STreit hat oder es lästig wird oder gerade anstrengend ist oder sie nicht da, dann bist du gut.
Hast du ihn mal unangekündigt besucht wie er das tut?
Wäre vielleicht heilsam.
 
  • #7
Ich lese noch oft den alten Whatsapp Verlauf, will ihn nicht lösche.
löschen ist jedoch angesagt.

Ich bin über jede Erfahrung/jeden Tipp von Euch dankbar! Danke Euch!
Es sind die Klassiker, die Du bereits kennst: Raus gehen, Zeit mit wertvollen Menschen / Freunden verbringen, Sport machen, Dein Selbstbewusstsein weiter ausbauen. Postiv finde ich an Deiner Beschreibung, dass Du keinen Hass o.ä. schiebst und Dich sehr rational liest, obwohl Du Stand jetzt verständlicher weise aufgewühlt bist. Trennungsschmerz braucht eben Zeit, dagegen gibt es kein anderes Mittel.

Dein Leben ist noch nicht zu Ende, Du bist sehr sehr jung und hast noch alles richtig schöne vor Dir!
 
  • #8
Nur zu den Chatverläufen: Was "andere" machen, ist nicht relevant, jede Trennung ist anders. Ich würde die auf jeden Fall vom Handy entfernen. Ich habe es so gemacht, dass ich Screenshots gemacht habe und die auf dem Rechner gespeichert. So hat sich das Löschen nicht endgültig angefühlt, aber ich bin nicht ständig im Handy darüber gestolpert. Auch habe ich seine Nummer gelöscht und woanders gespeichert, damit ich das Profilbild nicht ständig sehen musste. Mir hats geholfen!
 
  • #9
Liebe Jule,

letzendlich hast du keine andere Wahl als durch diese Zeit zu gehen, die sehr schmerzhaft ist. Ich denke, dass jeder schon so etwas durchgemacht hat.

Ganz wichtig für dich:

-lösche seine Nummer und den Chatverlauf
-verbanne alle Fotos und Erinnerungsstücke von ihm
-lasse es dir gut gehen und tue etwas gutes für dich (neue Hobbys z.B)
-geh aus
-sei traurig, wenn es dir danach ist und zieh dich ruhig mal daheim zurück

Zeit heilt alle Wunden. Ich hatte das schon vor drei Jahren auch wieder durchgemacht und kann dir aus Erfahrung bestätigen, dass er irgendwann in weite Ferne rückt. Irgendwann wirst du dann wieder offen für neue Männer sein.
 
  • #10
Nimm dir mal vor, 3 Tage nicht da rein zu schauen...Schaffst du es nicht, bestrafst du dich. ... Und ein Eisbecher zur Belohnung.
So, dann Stufe 2 - 5 Tage ... usw.
Du wirst sehen, irgendwann sind die Tage um - und du hast dennoch keine Lust, nun wieder zu lesen. Weil du gemerkt hast, es geht auch ohne.
Klasse Methode !
Ja, mach das, wenn du es nicht schaffst, alles komplett zu löschen.

Das ist die Methode der anonymen Alkoholiker.
Dort hat man erkannt, dass der Auftrag, das Vorhaben, für immer abstinent zu bleiben für den Süchtigen eine derart große Hürde darstellt, dass er sich der Aufgabe erst gar nicht stellt.
Dort verlangt man vom Süchtigen lediglich, es einen einzigen Tag ohne Alkohol zu schaffen.
Am nächsten Tag versucht er wieder, nur diesen einen Tag abstinent zu bleiben.
Vor ihm türmen sich nicht die Alpen auf, sondern nur ein Maulwurfshügel.
Über den kommt er rüber, das traut er sich zu, das geht er an.

Viel Erfolg beim Hügelerklimmen, heute nicht den Chatverlauf zu lesen.
Und morgen nimmst du es dir wieder vor, usw.

Bisschen doof und hierbei kontraproduktiv ist allerdings, dass du ihn in der Firma sehen musst.
Musst du das ?
Vielleicht kannst du ihm aus dem Weg gehen ? Ihr seid in verschiedenen Abteilungen.
Und du kannst früher in die Kantine gehen, du weißt ja sicher, wann er geht.

Ziel für morgen: den Ex weder real noch virtuell zu sehen.
Viel Erfolg

w 50
 
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  • #11
Hallo Jule92

Das Gedankenkarussel hört auf, wenn der Herzschmerz aufhört. Diesen Mechanismus kannst Du beobachten in Deinen anderen Enttäuschungen (Arbeitsplatz, Kollegin etc.) und er ist altersunabhängig. Auch ich (Mann, 50) habe dieses Phänomen, z.B. wenn ich einen guten Nachrichtenaustausch hatte mit einer Frau und diese dann doch absagt, dann rattert es bei mir auch (zugegeben, ich bin erfahren in dieser Sache und es rattert nur sehr kurz). Mir half es, Frieden mit dem Herzschmerz zu machen. Schmerz ist in unserer Gesellschaft verpönt, MANN und FRAU müssen stark sein, da ist kein Platz für Schmerz. "Sei doch locker" tönt es dann gerne im Freundeskreis. Herzschmerz ist ähnlich wie eine Wunde die heilt. Genauso wie diese beisst und man sich gerne kratzen möchte, nagt der Herzschmerz. Aber wenn Du ständig kratzt an der (körperlichen) Wunde, heilt diese nie. Was da hilft ist stur sein wie ein Esel und das Beissen beobachten. Indem Du seine Nachrichten ständig anschaust, kratzt Du an der Wunde und gibst Deinen Gedanken Energie. Und das verlängert die Sache. Ich kann Dir einfach aus Erfahrung sagen, wenn Du das konsequent übst, den Herzschmerz spüren zu wollen, das gibt so eine Kraft, unglaublich. Wer nicht lernt, diesen Schmerz - und ich weiss, in den ersten paar Fällen hat man das Gefühl, es zerreisst einen - zu spüren, wird immer schwächer. Und wenn man schwach wird, dann hat man irgendwann mal keine Lust und Kraft mehr, sich zu öffnen. Es gibt auch auf diesem Portal viele davon, leider. Mach es anders, Du wirst die Ausnahme sein, aber es lohnt sich.

Trennungsgrund: Es gibt einen genauen Grund für die Trennung. Er will keine Beziehung mehr mit Dir und dabei spielt es auch keine Rolle, weshalb. Erloschene Liebe, andere Frau, was spielt es für eine Rolle. Bei ihm ist die Liebe erloschen, bei Dir brennt die Flamme noch. Kein Problem daraus machen, geh nicht in diese Gedanken, dass Du versetzt worden bist, wie wohl die andere aussieht, das ist alles nur Kopf, also Kratzen an der Wunde. Das grösste Hindernis beim Herzschmerz sind wir immer selber. Unsere Gedanken. Ich habe nichts gegen Ablenkung, aber ich mache es meistens so, dass ich einfach meinen Körper bewege und ganz super ist es, kreativ zu werden. Malen, Musik machen, tanzen, Gartenarbeit etc. Ganz super wären Freunde, mit denen Du Zeit verbringen kannst, welche Dich nicht aus dem Schmerz raushaben wollen, sondern Dich still unterstützen. Ich wünsche Dir, dass Du solche Freunde hast.

Alles Gute

Kurt
 
  • #12
Männer und Frauen ticken da sicher anders. Es macht auch einen Unterschied, ob ihr verheiratet wart oder sogar Kinder miteinander habt. Nach meiner Erfahrung braucht man ca. 1 Jahr, um den Mist hinter sich zu lassen. Schwerer wird es, wenn im Nachhinein Beweise für Fremdgehen, Lüge, Betrug, Verrat oder Diebstahl dazukommen. Dann verlängert sich die Zeit wieder um 1 Jahr, in dem man das verdaut. Am Besten scheint es mir aber zu sein, dem anderen komplett aus dem Weg zu gehen. Spruch der Alten: "Aus dem Auge, aus dem Sinn."
 
  • #13
Hallo Jule,

viele Tipps, helfen nicht immer bei der Lösung. Aber was @Tom26 Dir geschrieben hat ist ein Weg. Ob es der richtige für Dich ist, wirst Du erst sagen können, wenn Du es probiert hast.

@alle
25 jährige Männer sind auch bei Zahlengleichheit keine 52. Da beendet man sogar Beziehungen weil es einem zu , tief oder zu schnell geht, weil man frei sein will... warm wechseln fängt später an und ist kein typisches männliches Problem. Dies aber nur am Rande....

Dir Jule wünsche ich viel Kraft und den scharfen Blick das richtige zu tun!!!
 
  • #14
Vielen Dank für all Eure Tipps, Erfahrungen oder euer Mitgefühl und Verständnis!!! Es hilft ungemein und man fühlt sich nicht mehr so "alleine" mit dem Thema.

Der Tipp von Tom mit der 3-Tages-Challenge weder Facebook noch Whatsapp anschauen wird seit gestern Abend von mir bereits gelebt und es klappt bisher ganz gut. @Tom26: Danke Dir!
 
  • #15
Paff!! Wie schafft er sowas sagen. Ach du meine Güte, Sei froh dass du ihn los bist. Sei froh, dass diese Aussage klar getroffen ist . Sei auch egal ob er ernst meint , Und ob es wahr ist. Warum er sich von dir distanziert hat. Muss es einen Grund "eigentlich" geben! .( Ein und eins sag ich dir : Manche Männer sind notorische Frauen Belügen.). Sei bitte nicht so viel Naiv . Du musst dich nicht in die Kantine Flucht verstecken. Bzw die Urzeiten zu achten, Damit du dich von ihm fern halten Kannst . Das ist Quatsch.! Nun lauf mal locker, und ignoriere ihn einfach, Wenn Du ihn siehst. Wenn du ein Geschäft betrittst , wünschst du ihn einfach, wie den anderen Angestellten einen “guten Morgen” oder einen “guten Tag” und lächle ihn/ sie an. Das ist eine bisschen Freundlichkeit ,Mehr nicht. Wenn er dich privaten Telefonnummer oder einer anderen Möglichkeit anschreibt ,nicht zurück schreiben! Whatsapp Chatverlauf von ihm einfach löschen. Das ist kein wunderbaren Gedichte, Wenn du sie wiederholen liest. Wenn die Seele schmerzt, hilf dir nur eines: Ablenkung! Heulen hilft nicht alleine !Triff dich mit Freunden ,die dir gut tun.
Einfach bleib stark und sei tapfer.
 
  • #16
Wenn die Seele schmerzt, hilf dir nur eines: Ablenkung! Heulen hilft nicht alleine !Triff dich mit Freunden ,die dir gut tun.
Einfach bleib stark und sei tapfer.
Ja, Maxi, alles richtig.
Allerdings: alle Ziele auf einen Schlag erreichen zu wollen, zu hohe Ziele zu stecken - das ist leider nicht effektiv.
Jule muss eine Treppenstufe nach der anderen nehmen. Am Anfang sinds kleine, niedrige Stufen - die werden von alleine anspruchsvoller und höher.
Steckst du in einem Tief, brauchst du Erfolge. Kleine Erfolge sind für dich dann schon riesig. Du freust dich darüber, bekommst Lust auf mehr. Ein Scheitern dagegen zementiert das Tief.
Daher - Ziele, die Jule erreichen kann. Relativ schnell. Das macht sie stärker. Die Belohnung auch. Und selbst wenns mal nicht klappt - sich selbst zu "bestrafen" macht sie auch stärker.
Findet Jule so ihr Lächeln wieder - ist ein riesiger Schritt getan.
Ich bin gespannt, ob sie Erfolge mit dieser Methode hat und sich langsam aus dem Tief arbeitet.
 
  • #17
#15 Moin Tom 26 ,
Natürlich hast auch recht und richtig geschrieben. Bin auch gespannt, ob sie Erfolg machen möchte. Ich weiß, dass es nicht sehr einfach für Jule ist. Meine Enttäuschung war auch groß . Zweimal Enttäuschungen. Als ich 28 und 35 Jahre alt ,Wo ich selbst auch viel durchgemacht habe. Ich will ihr deswegen nur positive helfen: Geschichte soll nicht belasten, sie soll stark und selbstbewusst. Damit sie gesund und fröhlicher kommen kann. Ist mir das klar, dass sie dafür Zeit braucht. : Nur Mut, Der nächste Schritt lohnt sich.
Habe selbst Töchter wie Jule's im Alter .
 
  • #18
Hallo,
9 Wochen sind noch nicht lange. Es gab in der gemeinsamen Zeit schöne Momente und du hast den Abschluss nicht, weil du ihn nicht nachvollziehen kannst. Es nicht verstehen kannst. Doch Verliebtheitsgefühle können nun einmal aufhören. Es ist wie ein kleines Feuer was erlischt. Und wenn du darüber weiter grübelst, dann wird es sich weiter drehen und drehen und immer mehr einbrennen.
Ablenken und so wenig wie möglich an ihn erinnert werden oder ihn sehen ist die allerbeste Lösung. Es ist wie eine Sucht. Und wenn du immer wieder an der Zigarette ziehst, geht die Entwöhnung wieder von vorn los.
Ich glaube es würde dir auch nicht helfen zu verstehen, wieso so ein Gefühl erlöschen kann.
Ablenken, ablenken, mit anderen Männern ein bißchen flirten oder etwas unternehmen... oftmals beginnt dann die Heilung.
Das ist alles was ich dir Raten kann. Es gab schöne Zeiten zwischen euch, es ist sehr traurig, dass er sich ent-liebt hat und dennoch kannst du vermutlich auch eine Dankbarkeit fühlen für die gemeinsamen schönen Sachen. Halte sie in dir, sei froh und dankbar darüber und den Rest bringt die Zeit.
Herzliche Grüße
 
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  • #19
Weiterhin nochmals vielen Dank für Eure Beiträge! Seit Sonntag bin ich tapfer bezgl. kein Whatsapp, kein Facebook.

Heute hab ich jedoch einen Tiefpunkt. Aktuell wieder im Tal der Tränen, kam einfach so über mich.

@Merrily: Ja, es gab schöne Zeiten, die ich sehr genossen habe und ich verspüre auch eine Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit! Die Erinnerungen, Erfahrungen in dieser Zeit möchte ich nicht missen und es kann mir auch keiner nehmen.

Womit ich noch lernen muss umzugehen, ist, dass man nicht auf alles eine Antwort bekommt im Leben und es hinnehmen muss. Das Leben geht trotz unbeantworteter Fragen weiter und man sieht es mit der Zeit & Reife gelassener. Aktuell fällt mir es noch schwer, muss ich ehrlich gestehen. Ich nehme die Trennung viel zu persönlich und verbinde es zu sehr mit mir als Einzelperson. Ich sehe mich nicht als hoffnungslosen Fall an, aber wenn ich diese Hürde geschafft habe, werde ich wahnsinnig stolz sein können!!

Ich freue mich, weiterhin von Euren Erfahrung, Tipps etc. zu lesen!
 
  • #20
Hallo Jule
Manchmal muss man der Trauer auch die notwendige Zeit einräumen, nur so passiert die mentale Verarbeitung. Ob du jemanden verloren hast oder sich jemand von dir getrennt hat löst dasselbe aus. Es geht auch nicht darum, alle offenen Fragen beantwortet zu haben. Es ändert nichts an deiner Situation wenn du den Grund kennen würdest. Höchstens deine Emotionen werden in Hass und Wut umschlagen. Macht die Situation nicht besser. Sei mutig und schau vorwärts und wenns dir nicht gut geht und du weinen musst, lass es zu. Es gehört dazu.
Ich wünsche dir viel Kraft
Bleib wie du bist
 
  • #21
@Merrily
Womit ich noch lernen muss umzugehen, ist, dass man nicht auf alles eine Antwort bekommt im Leben und es hinnehmen muss. Das Leben geht trotz unbeantworteter Fragen weiter und man sieht es mit der Zeit & Reife gelassener.
Das IST Reife.
Menschen werden mit einem egozentrischen Weltbild geboren.
Das Kleinkind glaubt, die ganze Welt sei Staffage seines Lebens und lernt schmerzlich, dass es nur eines unter vielen ist.
Wir alle lernen das nie vollständig und einige lernen es nicht mal so weit, dass sie gut durch's Leben kommen.
( Ich habe hier kürzlich von den Jungakademikern, die frisch von der Uni zu uns kommen und denken, wir hätten nur auf sie gewartet, erzählt. )
Wir alle haben zu einem gewissen Maß immer noch den Wunsch, Mittelpunkt, wenn schon nicht der Welt, so doch mindestens eines Teils des Welt zu sein.
Das ist der Ursprung unseres Strebens nach Anerkennung sowie des Wunschs, einen Partner zu haben, der einen mehr liebt als alle anderen. Für manche ist das sogar eines der Motive, ein Kind zu haben.

Sich von dem Wunsch, jemandes Mittelpunkt zu sein, weitgehend freizumachen, bedeutet Unabhängigkeit, somit Freiheit.
In den Mythen vieler Gesellschaften finden sich Hinweise auf den Wunsch nach Verschmelzung mit einer anderen Person, in China heißt das Ying und Yang, bei Platon sind es die Kugelmenschen und in Hessen sagt man 'jed's Dibbsche find' sei' Deggelsche'.
In der Realität findet aber mitnichten jeder Hesse einen Deckel und die halben Kugelmenschen irren nach wie vor umher in der Hoffnung auf Verschmelzung mit der anderen Hälfte und trösten sich temporär mit Sex ( so Platon ).
Wir alle erleben es ebenso.
Wir finden niemanden oder falls doch, niemanden, der tatsächlich unsere verlorene andere Hälfte ist. Daher die, auch hier oft beschriebene, Enttäuschung, wenn der Partner nicht in allen Belangen dem eigenen Ideal entspricht und die daraufhin erfolgende erneute Suche.

Um das Bild zu erklären: wir durchlaufen einen Reifeprozess, an dessen Ende die erkannte, erlebte und akzeptierte Autarkie steht. Die Erkenntnis, dass wir nicht die abgespaltene Hälfte einer Kugel und somit unvollständig sind.
Die Fähigkeit, in allen Belangen allein durchs Leben zu kommen und dabei zufrieden zu sein sowie aus dieser Position heraus die eigenen Beziehungen frei zu wählen, bedeutet Reife.

Bitte betrachte deine momentane, wenige erfreuliche Situation als Chance, diesem Ziel näher zu kommen.

Übrigens: herzlichen Glückwunsch zur fünf-Tages-Abstinenz vom Ex-Check. Gute Methode von @Tom26, gute Methode der anonymen Alkoholiker.

w 50
 
  • #22
Dass du den WhatsApp Verlauf noch nicht löschen magst, beweist, dass du noch nicht wirklich los lassen möchtest. Wie in so vielen Fällen hilft "aus den Augen aus dem Sinn", insofern das aus beruflicher Sicht möglich ist. Aber das Löschen der Chats wäre ein Anfang. Eine Kontaktsperre ist übrigens nur ratsam, wenn du keine Fragen mehr hast, d.h. ihr euch hoffentlich ausgesprochen habt.
 
  • #23
Hallo zusammen,
ich bin nach wie vor tapfer, was FB als auch Whatsap angeht. Es gibt im Alltag noch vereinzelte Situationen, wo ich mit der Trennung konfroniert werde, was völlig normal ist. Jedoch werfen mich diese Situationen je nach meiner Tagesform immer noch teilweise etwas zurück. (Bsp.: man wird im Bekanntenkreis nach dem Ex gefragt, da es noch nicht an alle durchgedrungen ist) ... und somit ist das Thema wieder aktuell. Ich muss mich wohl noch etwas in Geduld üben, dass ich demnächst bei Fragen/erinnerungen neutral reagieren kann ohne "feuchte Augen" zu bekommen. Es ist Wahnsinn, was der Körper/Kopf nach einer Trennung alles durchlebt. Ich bin tatsächlich über mich selbst und meine Reaktionen/Erscheinungsbild erstaunt, da ich nicht gedacht hätte, dass ich zur sentimentalen Heulsuse vegetiere und mein sonst so "dickes" Fell auf einmal ganz dünn geworden ist in der letzten Zeit. Gehört jedoch zum Leben dazu. Gefühlt sehe ich in meinem Umfeld nur Pärchen, was aber Zufall/Einbildung ist. Was mich derzeit noch stört/beschäftigt: innerlich zucke ich manchmal sonntags zusammen, da wir an einem Sonntag auseinander gegangen sind und somit wieder eine weitere Woche dazukommt. Aktuell hat sich das Datum der Trennung i-wie in meinen Kopf "gebrannt". Daher nehme ich es anscheinend noch zu intensiv war, Das möchte ich gerne abstellen.

Grüße Jule92
 
  • #24
@Jule92 mir geht es auch gerade so. Nur ich hab es hinausgezögert, indem ich immer wieder auf seine Nachrichten geantwortet habe. Aber ich versuche ab jetzt alles zu vermeiden. Kein Kontakt auf FB bspw. und das Löschen jeglicher Nachrichten und Bilder haben mir da schon viel geholfen. Außerdem habe ich mich zu einer Aussprache mit ihm getroffen und dadurch ist mir erst richtig klar geworden, dass es zwischen uns nicht passen wird bzw. dass die Kommentatoren, die mir hier Rat gaben, Recht in ihrer Einschätzung behielten. Es ist noch völlig normal, dass du traurig bist und ständig an ihn denkst, aber das geht vorbei. Eine Weile wird es aber noch Dauern. Bis dahin bitte auch deine Freunde, dich nicht mehr darauf anzusprechen.
 
  • #25
Wir haben derzeit überhaupt keinen Kontakt, weder über FB noch per whatsapp. Dafür sieht man sich auf Arbeit ab und an aber auch nicht tagtäglich. Kurze Zeit nach der Trennung haben wir uns nochmal zu einem Gespräch getroffen, was gut & von beiden Seiten gewollt war.
Ja, ich glaube auch, dass es noch dauern wird, aber auch diese Phase ist hoffentlich absehbar. Ich merke es vor allem wenn ich nach Feierabend in meine Wohnung komme
und alleine bin. Wir haben nicht zusammengewohnt aber doch die meiste Zeit bei mir verbracht & dadurch hat man ganz klar gewisse Erinnerungen die einen dann einholen. Alle Bilder, seine restlichen Sachen sind im Schrank verstaut und somit außer Sichtweite. Ein wenig umdekoriert habe ich auch, aber die Erinnerungen bleiben trotz neuer Deko ja dennoch.
 
  • #26
Hallo Jule,

ich meine hier mal was gepostet zu haben. Zumindest erhalte ich den Hinweis, dass ich es getan hätte - sei´s drum. Weißt Du, Ihr wart weder lange zusammen, zudem bist wohl ziemlich jung.
Lass es laufen. Es wird schon. Die Zeit ist echt noch sehr kurz. Ich erinnere mich noch heute schmerzlich an meine Trennung (die Gründe habe ich hier schon des Öfteren kundgetan), die mittlerweile deutlich über 2 Jahre her ist. Wir waren 10 Jahre verheiratet. Und verstehen uns im Grunde nach wie vor sehr gut. Aber seit mehreren Monaten (Absicht von Ihrer Seite) nicht mehr gesehen. Kurz was zu Ihrem Geburtstag und das war´s. Es tut mir noch heute immer wieder mal weh. ABER: Im Grunde genommen geht es mir gut. Sehr gut sogar. Sie ist nach wie vor sehr präsent. Ich glaube auch, dass wird sie immer bleiben. Die Frage ist nur, welchen Raum diese Präsenz einnimmt. Und der wird immer kleiner, langsam aber stetig. Und dennoch ich möchte sie mal wieder sehen. Einfach nur so.

Dir alles Liebe

M 47
 
  • #27
Ich habe ein Problem damit alleine zu sein, gerade am Wochenende. Damit tue ich mich schwer. Es sind vereinzelte Anflüge, wo ich mit dem alleine sein nicht zurechtkomme. Ich versuche mich abzulenken, was mal mehr, mal weniger gut klappt. Vor der Beziehung war ich auch alleine und es hat mich nicht im Geringsten gestört. Meine Freunde sind immer für mich da, das weis ich, jedoch haben sie auch nicht immer Zeit, was vollkommen normal und in Ordnung ist.
 
  • #28
Ich habe ein Problem damit alleine zu sein, gerade am Wochenende. Damit tue ich mich schwer. Es sind vereinzelte Anflüge, wo ich mit dem alleine sein nicht zurechtkomme. Ich versuche mich abzulenken, was mal mehr, mal weniger gut klappt. Vor der Beziehung war ich auch alleine und es hat mich nicht im Geringsten gestört. Meine Freunde sind immer für mich da, das weis ich, jedoch haben sie auch nicht immer Zeit, was vollkommen normal und in Ordnung ist.
Liebe Jule, das mit dem Alleinsein ist normal und wird mit der Zeit immer besser. Das steht fest. Am Wochenende kommst Du zur Ruhe und die Gedanken kreisen ohne Ende. Die Erinnerungen kommen hoch, phasenweise. Aber das lässt wirklich nach! Aber was ich in Deinem Fall wirklich für das Loslassen belastend empfinde ist die Tatsache, dass Ihr in einer Firma arbeitet und Euch über den Weg laufen könntet. Normalerweise hilft Kontaktsperre mit allem Drum und Dran, das ganze schneller zu verarbeiten...das tut mir sehr leid für Dich. Lenke Dich unbedingt ab, lies hier, gehe raus spazieren, das macht den Kopf frei, tue Dir selber gutes.
Ich war vor 3 Jahren in einer ähnlichen Situation. Ich sage Dir, ich bin richtig, richtig gerne zur Arbeit gefahren, weil mich das total ablenkte. Auch das Lesen und Schreiben hier half mir sehr. Und irgendwie bin ich hier hängen geblieben... Es wird wieder, ganz sicher! :)
 
  • #29
Ich habe ein Problem damit alleine zu sein, gerade am Wochenende.
Das Problem kenne ich. Es ging mir so wie Dir. Ich musste es erst lernen. Geholfen hat mir dieses Forum sehr viel. Heute bin ich ab und an froh alleine zu sein. Ich hab gegrübelt und hatte Selbstzweifeln, insbesondere dann, wenn die anderen denn den Abend zum Tag gemacht haben und am Wochenende spät noch unterwegs waren fiel mir die Decke auf dem Kopf:
- warum bin ich hier und heute Abend allein in diesem Riesenhaus?
- warum rufen befreundete Paare nicht bei mir an und nehmen mich mit (egal wohin)
- warum...

Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Mein Rhythmus entspricht aufgrund meines Sports nicht dem Mainstream. Ich gehe sehr viel in die Berge und das oft sehr sehr früh. D.h. das was andere Abends machen (dabei sehen sie Ihre Freunde ein paar Stunden), mache ich mit sportlichem Hintergrund von der Früh weg. D.h. ich sehe meine Freunde oft den halben Tag, manchmal 12 Stunden. Und da ich schon so früh aufstehe dabei, hab ich abends auch keine Lust mehr.

Und schon war der Spuk vorbei.

Damit will ich Dir sagen, dass auch Du irgendeinen Weg finden wirst, wie Du damit umgehen kannst.

Alles Gute

Cho Oyu M 47
 
  • #30
Man muss tatsächlich wieder "lernen" alleine zu sein. Was früher ohne Bedenken machbar war, stellt mich jetzt vor Herausforderungen. Es stimmt - unter der Woche lenkt einen die Arbeit ab, am Wochenende kommt man zur Ruhe und hat somit mehr Raum für Gedanken. Wobei ich keine negativen Gedanken an meinen Ex-Partner hege, ich habe keinen Grund dafür. Ich möchte ihn nicht in den Himmel loben, weil ich die Trennung noch nicht komplett verarbeitet habe. Aber er war mein erster Freund und wird daher immer einen gewissen Stellenwert bei mir/in meinem Herzen haben. Ich weis ihn trotz Trennung sehr zu schätzen, denn er kann nichts dafür, über welche Sachen ich mir den Kopf zerbreche. Ich bin für meine Gedanken verantwortlich, nicht er. Aber weil ich ihn schätze, fällt mir der gedankliche Cut i-wie schwerer.

Könnt ihr sagen warum ich mir aktuell wieder die Frage stelle, ob er wieder eine Freundin hat. Ich weis, dass es mich theoretisch nichts mehr angeht bzw. nicht zu interessieren hat, aber ihr wisst ja ... praktisch sieht es anders aus. Selbst wenn ich die Info hätte ob er wieder in einer Beziehung ist - was bringt es mir? Könnte ich so vielleicht endgültiger abschließen, wenn ich es wüsste?

Ich dachte, dass ich das mit meinen 25 Jahren doch um einiges "leichter" wegstecke, aber Pustekuchen. Egal wie alt man ist, jeder verarbeitet eine solche Situation anders.