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  • #1

Trennung verarbeiten, aber wie?

Vor 19 Jahren traf ich meine Traumfrau und heiratete sie. Ich war ihr immer treu. Ich trug sie auf Händen, erfüllte ihr jeden Wunsch und verwöhnte sie obwohl sie nicht ganz einfach war. Obwohl wir noch vor 3 Jahren uns gegenseitig versicherten uns niemals zu betrügen, hatte sie zu der Zeit bereits eine Affäre. Vor 1,5 Jahren flog die Affäre auf. Ich versuchte die Ehe und die Familie noch zu retten - jedoch ohne Erfolg. Wir leben inzwischen getrennt. Meine Tochter lebt bei mir.

Ein erster Versuch vor ca. einem Jahr neu zu starten scheiterte meinerseits an Depressionen. Die Frau von damals bezeichne ich heute als beste Freundin und bin dankbar sie zu haben. Die Depressionen sind inzwischen Geschichte. Ich kämpfe noch mit Magenproblemen, aber auch das ist schon weniger geworden. Nun habe ich vor 4 Wochen (1,5 Jahre nach der Trennung) wieder versucht nach vorn zu schauen. Ich dachte, ich bin inzwischen darüber hinweg. Ich lernte eine sehr liebe Frau kennen, die sich sofort in mich verliebt hat. Ich habe sie auch sehr gern, geniese die Zeit mit ihr, die Zärtlichkeiten... aber innerlich bin ich irgendwie ausgebrannt. Das Gefühl der Liebe - die Schmetterlinge - fehlen. Denke ich zurück, fühle ich mich immer noch belogen, betrogen und ausgenutzt. Was mache ich falsch? Ich möchte eigentlich nur wieder etwas fühlen und alles vergessen.

Natürlich habe ich Freunde die mich unterstützen. Auch die Ex-Schwiegereltern stehen zu mir. Ich bin erfolgreich im Beruf und meine Tochter steht zu mir. Aber das Verarbeiten des Geschehenen fällt irgendwie schwer.

Es gibt sicher genügend Andere mit ähnlichen Erfahrungen. Für eure Meinungen und Ratschläge bin ich dankbar.
 
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  • #2
ich glaube, der betrug hat dich sehr verletzt. ja, du hast es vielleicht noch immer nicht richtig verarbeitet. wie ist das denn mit der neuen frau? gefühl ist da? optisch gefältsie dir? sex passt auch? dann sei kein narr und versuche es. du brauchst halt nun etwas länger. enttäuschungen kann man schwer verarbeiten - aber tu der neuen frau nicht weh, sondern versuche es und gib alles. sie kann nichts dafür und wenn du depressionen hattest, ist esvielleicht sogar normal, dass du dich etwas verändert hast. vielleicht wird alles wieder gut, wenn du dich auf das neue leben mit ihr auch einlässt. versuch es - das alte ist ja wohl bei euch vorbei, da deine frau einen neuen hat. du scheinst doch auf einem guten weg zu sein - denke nicht zu viel nach - lebe jetzt die neue beziehung - deine angst so etwas noch einmal zu erleben, blockiert dich vielleicht. ist verständlich - aber nicht jeder mensch geht fremd. wirklich nicht.
 
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  • #3
Ich habe eine ähnliche Erfahrung. Sie hat aber noch ein paar Dinge obendrauf gelegt und hört bis heute nicht auf. Vielleicht ist es auch genau das, was mich nach einem Trauma hat klar lösen lassen. Sie war so bösartig, dass es nicht schwer fiel. Danach habe ich ebenfalls schlechte Frauenerfahrungen gemacht, konnte aber trotzdem viel fühlen. Dein mangelndes Gefühl könnte evtl. mit der Depression zusammenhängen? Dich lösen geht evtl. besser, indem Du Dich innerlich auch aktiv von ihr löst, nicht nur passiv, d.h. immer wieder wirklich die schlechten Eigenschaften vor Augen führen und warum es einfach nicht mehr ging und was Du für Gründe hast, sie zu verlassen.
 
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  • #4
Da kann man keine großen Ratschläge erteilen, weil jeder mit solchen Situationen anders umgeht.

Konzentrierejn Sie sich auf ihre Tochter und die neue Partnerin uund vergessen Sie die Ex.
Den Kontakt zu den Ex-Schwiegerleuten würde ich abbrechen - die Tochter kann ja hin und wieder Oma und Opa besuchen, aber Ihnen bringt das nichts.

m, 50
 
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  • #5
Dich lösen geht evtl. besser, indem Du Dich innerlich auch aktiv von ihr löst, nicht nur passiv, d.h. immer wieder wirklich die schlechten Eigenschaften vor Augen führen und warum es einfach nicht mehr ging und was Du für Gründe hast, sie zu verlassen.
Danke für den Tipp. Ich werde versuchen ihn umzusetzen. Evtl. kann das fehlende Gefühl auch mit den Depressionen vom letzten Jahr zusammenhängen. Ich merke allerdings auch, wie mich der Gedanke an eine gemeinsame Zukunft mich sehr vorsichtig werden lässt. Evtl. ist das alles auch noch zu früh und ich brauche mehr Zeit.
 
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  • #6
Das ist ein riesen Problem beim Frauen, es gibt Männer wie Sie, die alles machen für ihre Frauen und sie werden nicht glücklich, andersrum ist es bei andere Männer die weniger tuen in einer bez. stört es denen auch.

Ein guter Freund von mir macht alles für seine Freundin, was macht sie, sie sagt zu ihm das er ein weischei, sie langweil sich bei ihm, schmeisst ihn immer wieder raus aus der wohnung, die haben ein gemeinsames Kind und das macht die beide das sie noch zusammen sind.

Lange rede kurze Sinn, die Gefühle von Menschen sind unbeständig, sie verändern sich nach der Zeit, so wie das wetter, mal gut mal schlecht, es ist sehr schwer heutzutage geworden jemanden zu finden wo man denkt, ja mit ihr/ihm werde ich Alt werden, es gibt keine Garantie mehr, das wichttigste ist sich selbst zu Lieben und das Leben so nehmen wie es kommt, wir sind allein auf die Welt gekommen und werden auch allein von dieser Welt gehen, wir sind immer allein mit uns selbst, selbst wenn jemand das gerade liest und seine Frau/Mann in der nähe ist, du fühlst das allein und denkst drüber nach, merkst was??? Wir sind immer allein!!

KL 28
 
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  • #7
Wenn ich richtig rechne, warst du ca. 17 Jahre mit deiner Exfrau zusammen.
Die Trennung von ihr liegt jetzt erst 1,5 Jahre zurück.
In diesen 1,5 Jahren hattest du eine Depression und einen neuen Beziehungsversuch. Aktuell ist es der zweite neue Beziehungsversuch.

Also, lieber FS, nun mach mal ein bisschen langsamer! Es ist völlig normal, dass man eine 17-jährige Beziehung nicht in 1 Jahr verschmerzt hat! Es gibt ja die Faustregel: TrennungsVerarbeitungszeit dauert die Hälfte der Beziehungszeit - das wären ca. 8 Jahre bei dir.
Nun musst du dir vielleicht nicht 8 Jahre geben, aber ein bisschen länger als du es jetzt machst, schon!
Es wäre völlig normal und vielleicht sogar ratsam, wenn du erstmal 1-2 Jahre alleine lebst, die Trennung emotional verarbeitest und lernst, auch allein glücklich zu sein! Nach 17 Jahren Beziehung!
Deine Depression und deine übereilten Beziehungsversuche lassen eher vermuten, dass du sehr bedürftig bist und grundsätzlich eine Baustelle zu beackern hast, die gar nichts mit Frauen und Beziehungen zu tun hat, sondern erstmal nur mit dir selbst! Gib dir Zeit, zu dir zu finden! Ein Therapeut ist in deinem Fall sicher zu empfehlen!

w47
 
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  • #8
Ich war 4 1/2 Jahre mit einem Mann zusammen, der es mit mir "versucht" hat. Aber er ist über die Verletzungen, die ihm die Ex zugefügt hat, auch in unserer gemeinsamen Zeit nie hinweg gekommen. Ganz sicher hatte er mich irgendwo lieb, ich war ein guter Kumpel, eine zuverlässige Gefährtin, aufmerksame Zuhörerin, alles mögliche - aber nicht die Frau in seinem Herzen.

Ich musste letztendlich gehen, um meiner selbst willen. Diese Diskrepanz zwischen "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" habe ich nicht mehr hinbekommen. Ihm nah sein, aber nicht zu nah, ihn lieben, aber nicht zu sehr, seine Rückzüge, Zurückweisungen und Abwertungen im immer schnelleren Wechsel zwischen Liebesschwüren und innigen Zeiten konnte ich nicht mehr ertragen. Ich musste ihm die Chance geben, ganz für sich an sich und seinen Problemen zu arbeiten, sich endlich mal mit der Trennung von seiner Ex zu beschäftigen, damit er letztendlich nicht immer innerlich "davonläuft". Und mir die Chance, irgendwann jemanden zu finden, für den ich die "Herzensdame" bin - etwas anderes möchte ich nicht sein.

Drei Wochen nach mir hatte er eine Neue. Aber - er muss seinen Weg alleine finden. Ich bin weder Therapeutin noch Mutter Theresa. Solange er alles nur verdrängt und unter den Teppich kehrt, wird es immer nur schlimmer. Und er hat mich mit seinem Verhalten sehr verletzt. Jetzt brauche ICH Zeit und Abstand ganz für mich, um alles zu verarbeiten.

Tu der "neuen" Frau nicht weh und sei ehrlich. Wenn die Gefühle nicht da sind, kann es nicht gut gehen. Das hat sie sicher nicht verdient. Gehe den Weg durch die Trauer, ganz für dich. Und irgendwann wirst du alles hinter dir gelassen haben und frei sein, dein Herz und deine Gefühle ehrlich und offen wieder zu verschenken.

Alles Gute

w, 50
 
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  • #9
FS,

Therapie gemacht, oder noch dabei?

Es liest sich, als ob du für eine neue Beziehung noch nicht bereit bist und daher so komisch fühlst. Ich las irgendwo mal, dass man für so lange Zeit einer Beziehung, wie du sie mit deiner Ex hattest, mindestens ein Drittel der Zeit dafür bräuchte, um wieder zu gesunden. Rechne mal nach.

Ansonsten lies das Buch: Liebe dich selbst und es ist egal...., leicht zu googlen, ein sehr wichtiges Buch, was jeder kluge Erwachse gelesen und verstanden haben sollte.

w 48
 
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  • #10
Was mir geholfen hat.....das Buch "Angst vor Nähe" von Wolfgang Schmidbauer. Hier lernst du viel über Dich und dein Gegenüber.
 
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  • #11
Lieber FS

ich möchte hier die Perspektive einer neuen Frau schildern, die ohne Vorahnung in die unverarbeitete Trauerphase des Mannes gerät. Ich bin mit einem Mann liiert, der tiefe depressive Phasen seit seinem "Scheidungs-Trauma" hat. Dazwischen ist er fröhlich, spontan, ganz präsent und ungemein liebenswert. Wir haben dann eine sehr harmonische Zweisamkeit. Dann schlägt es wieder um und er ist grübelnd, argwöhnisch und sehr distanziert, fast feindselig zu mir. Ich konnte mir das anfangs alles gar nicht zusammenreimen, denn mit meinem Verhalten oder meiner wirklichen Person hat sein Verhalten nichts zu tun. Dazu sind wir zu kurz zusammen. Der Scheidung ging ein jahrelanger "Rosenkrieg" voraus. Da er selbständig ist, bedeutet die vor 1,5 Jahren erfolgte Scheidung für ihn finanziell ein Fiasko. Er ist langfristig verschuldet. Das wäre genug um die Lebensfreude einzutrüben. Am meisten leidet er darunter dass seine Ex ihm die Kinder nur wohldosiert schickt. Zwischen den beiden gibt es kein faires Verhalten. Sie kreisen 5 Jahre nach getrennten Haushalten immer noch um alte Wunden; die Frau hat keinen neuen Partner und scheint verbittert zu sein (ich kenne sie nicht): sie setzt ihn verbal gern herab ("Du bist ein Versager") und macht sich zum "Opfer". Er hat mir versichert, dass er es wirklich ernst mit mir meint, aber mein Eindruck ist: er ist innerlich irgendwie blockiert, lässt Gefühle selten zu (nicht mal negative lässt er raus) und hat viele bei Stress übliche Symptome: Abgeschlagenheit, Herz-und Magenprobleme, gestörten Wach-/Schlafrhythmus, Infektanfälligkeit. Zum Arzt will er nicht, weil er dann "Weichei" wäre. Er ruht viel für einen Mann um die 50. Ich habe sehr viel Rücksicht genommen auf seine innere Verletztheit. Er verhält sich wie jemand, der vom Auto angefahren wurde eine Strasse überquert: ängstlich. Er kann sich überhaupt nicht öffnen, ist psychisch erschöpft, aber lieb. Ein gemeinsames Wochenende kann ihm "stressig" sein, auch wenn wir nur spazieren gehen ! Weil er immer Zweifelsuchtsanfälle hat ob er das überhaupt jetzt will, mit mir, sägt er selbst an dem Ast auf dem er sitzt. Einerseits braucht er mich, andererseits kann er mich angeblich nicht lieben. Da ich bislang immer gespiegelte Liebe auf beiden Seiten kannte fühle ich mich wie ein Notverband. Er hat einen Frauenhass gegen die Ex-Imago, den projiziert er zuweilen auf mich: ich bin eine Frau, ergo bin ich "genau wie die anderen auch" (er hatte mehrere Affären, alle vor die Wand gefahren). Ich finde es sehr erschöpfend ihn dauernd aufzubauen und ihm zu beweisen, dass Menschen individuell verschieden sind und die grössten Unterschiede nicht zwischen Mann und Frau sondern zwischen Charakteren bestehen.
 
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