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Trennung vom Arbeitskollegen - wie soll ich mich verhalten?

Hallo zusammen,
Ich verarbeite gerade den Trennungsschmerz. Mein Partner, der gleichzeitig mein Kollege ist, hat sich nach 2 Jahren Beziehung von mir getrennt. Die Tatsache, die mich am meisten verletzt hat, war seine verlogene Art am Schluss der Beziehung. Er hatte schon eine neue Freundin, dennoch sagte er mir immer wieder, er liebe mich und ich sei was ganz Besonderes fuer ihn. Ich habe leider immer noch Gefuehle fuer ihn und die Tatsache, dass wir zusammen arbeiten, macht es auch nicht einfacher. Er kontaktiert mich (schreibt mich an, moechte sich zum Kaffee bei der Arbeit treffen) fast taeglich, wahrscheinlich aus schlechtem Gewissen. Ich moechte ihm auf keinen Fall zeigen, wie dreckig es mir im Moment geht, aber weiss auch nicht, wie ich mich verhalten soll. Eine Kontaktsperre ist unmoeglich, da wir uns taeglich begegnen. Soll ich mich mit ihm ganz normal unterhalten, wie wenn nie was zwischen uns gewesen ware? Das wuerde natuerlich eine Riesenueberwindung bedeuten fuer mich. Oder eher versuchen, soweit es geht, ihm aus dem Weg zu gehen? Danke schon mal fuer Eure Hilfe!
 
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  • #2
Wahrscheinlich werden dir die meisten hier etwas anderes antworten als ich.

Aber ich bin der Meinung, dass man nicht in jedem Fall mit seinen Gefühlen hinter dem Berg halten sollte. Du möchtest nicht, dass er sieht, dass du leidest. Aber warum eigentlich nicht. Es ist doch völlig normal in deiner Situation, traurig, verletzt, wütend zu sein. Sag ihm das doch. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Damit meine ich natürlich keine hysterische Szenen, die letztendlich peinlich für beide Beteiligten wäre. Aber er darf wissen, wie es in dir aussieht. Wenn du ehrlich dazu stehen kannst, wie du dich fühlst, musst du dich nicht verstecken, ihm künstlich aus dem Weg gehen oder so tun, als ob alles gut wäre, obwohl du am liebsten in Tränen ausbrechen möchtest. Ehrlich zu sein (und seinen Tränen freien Lauf zu lassen) kann auch befreiend sein.
Liebeskummer-Tränen sind KEIN Zeichen von Schwäche.
 
  • #3
Ich glaube hier ist es für euch beide, richtig und wichtig authentisch zu sein - wie es bei ihm aussieht (oder aussah) weißt du im Nachhinein nicht, aber von deiner Seite war es tatsächlich Liebe und alles was du in die Beziehung eingebracht hast war echt. Daher ist es selbstverständlich, dass du nach so einer "Verarsche" weder wie bisher weitermachen kannst noch willst. Sag ihm das! Und bitte ihn einfach den Kontakt auf das (beruflich und sonst nichts) Allernötigste zu beschränken.

Ich wünsche dir alles Gute, du schaffst das, wie viele Leute vor dir auch - außerdem, überlege dir ober er für dich tatsächlich ein Verlust ist. Denn Betrug und Lügen, naja ...

Gini
 
  • #4
Es ist doch völlig normal in deiner Situation, traurig, verletzt, wütend zu sein. Sag ihm das doch. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. ... er darf wissen, wie es in dir aussieht. … seinen Tränen freien Lauf zu lassen kann auch befreiend sein. Liebeskummer-Tränen sind KEIN Zeichen von Schwäche.
Ich stimme dir im Prinzip zu. Aber natürlich kann und sollte die FS das in diesem Fall nicht auf der Arbeitsstelle tun! Seinen Gefühlen und seinem Schmerz freien Lauf lassen, kann oder sollte man in einem "letzten klärenden Gespräch", während eines privaten Treffens.
In der Arbeitsstelle aber würde ich wirklich versuchen, dem Expartner, so weit es geht, aus dem Weg zu gehen.
Du, liebe FS, musst dir ja jetzt dein Gefühl der Nähe und Vertrautheit zu ihm irgendwie "abgewöhnen", denn er hat diese Gefühle nun für seine Neue und nicht mehr für dich. Für dich wird das schwer genug und es wird eine ganze Weile dauern. Wenn du jetzt gar keine physische Distanz zu ihm herstellst, wird es dir schwer gelingen, eines Tages emotional über ihn hinwegzukommen.
Ich war vor vielen Jahren mal in der selben Situation. Ich hatte auch sehr, sehr unter der Trennung gelitten, es war ein Job mit Publikumsverkehr und in der ersten Zeit fiel es mir häufig schwer, den Gästen nicht mit Tränen in den Augen gegenüberzutreten.
Mir hat damals nur geholfen, den Mann konsequent zu ignorieren. Er hat, glücklicherweise für mich, recht bald die Arbeitsstelle gewechselt. Wir liefen uns danach noch ein paar Mal über den Weg, aber ich konnte ihn auch da nur wie einen Fremden behandeln.
Der Mann hatte sich allerdings auch dem letzten klärenden Trennungsgespräch und damit meinen Tränen und meiner Trauer entzogen.

w51
 
  • #5
Breche den persönlichen Kontakt ganz und gar ab. Teile ihm ruhig mit, dass das Dir weh tut, dass Du Abstand benötigst, er dies akzeptieren soll.
Dass auch er seinen Beitrag leisten soll, den beruflichen Kontakt soweit wie möglich zu reduzieren, auf das absolut beruflich notwendige.

Danach - Lehne jede Einladung ab, antworte nicht auf Mails. Reagiere nicht auf Persönliches bei beruflichen Anlässen.

Am Arbeitsplatz würde ich keine Gefühle zeigen, sachlich, höflich, distanziert und Kontakt vermeiden, wo möglich.
Das geht später sicher mal wider lockerer, aber nicht jetzt mit der frischen Trennung.
 
  • #6
Na, wenn das mal so einfach wäre. Die guten liegen ja heutzutage nicht wie Sand am Meer auf der Straße.

Das sollte für dich die letzte Option sein. Und auch nur dann in Betracht ziehen, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Mit der Sache vernünftig umgehen liegt allein an dir. Fange damit an, dass du bereits morgens nach dem Wachwerden denkst: Heute sehe ich wieder den "Griff ins Klo". Nichts anders ist es ja, denn du hattest einen Mann zum Freund, der nicht ehrlich zu dir war. Gelogen hat, dass sich die Balken biegen. Sei froh, dass er sich getrennt hat, wer weiß was dir deshalb an emotionalem Schmerz erspart bleibt.

Er ist nicht dein Niveau, steht charakterlich ausschließlich unter dir. Wenn du so denkst machst du ihn in deinem Kopf "klein" und du wirst deshalb bald in der Lage sein ihm ziemlich gelassen und gleichgültig gegenüber zu treten. Die Tageszeit sagen ist dann drin, mehr aber auch nicht. Und persönlichen Kontakt grundsätzlich auf ein Minimum reduzieren, sofern das beruflich möglich ist.
 
  • #7
Sage ihm, dass du akzeptierst, dass er sich von dir getrennt hat.
Dass aber an diesem Tag deine Gefühle für ihn nicht schlagartig weg waren und du nun daran arbeitest, ihn schnellstmöglich zu vergessen.
Du bittest ihn daher, seinerseits zu akzeptieren, dass du keinen Kontakt, der über das unbedingt erforderliche Maß hinaus geht, möchtest und du teilst ihm mit, dass du darüber hinaus gehende Emails direkt löschen wirst und du ihm im Flur auch nur das anstandgebietende 'Guten Morgen' wünschen wirst, nicht mehr.
Und das machst du dann auch.

w 49
 
  • #8
Ich würde ihm intuitiv aus dem Weg gehen, schon alleine weil es mich schmerzen würde ihn zu sehen. Er kann nicht erwarten, dass du in dieser Situation noch Bock hast mit ihm einen Kaffee zu trinken.
Mach ihm eine Ansage mit genau dem was du hier schreibst. Dass es dich enorm enttäuscht hat wie unehrlich er am Ende war. Du musst ja kein riesen Drama machen, als ob dein Leben jetzt vorbei wäre. Aber ich würde ihm zumindest mitteilen, dass du den Kontakt auf das Minimum, was durch euren Arbeitsplatz nun mal gegeben ist beschränken willst.
 
  • #9
@Cassel: Ich finde deinen Ratschlag super und stimme dir da voll zu.

Sind wir doch mal ehrlich, dem Ex seine eigenen Gefühle nicht zu zeigen ist doch nur etwas, um ihn/sie nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen. Aber warum sollte man nach so einer Geschichte noch so entgegenkommend sein? Haben ihn denn DEINE Gefühle interessiert, liebe FS? Wie es DIR damit geht, wie klein du dich vielleicht fühlst, weil eine andere so schnell deinen Platz eingenommen hat? Nein, es dem Ex jetzt noch möglichst komfortabel zu machen nach dem Motto: "Mir geht es voll gut!" und ihm quasi damit die Schuld und das schlechte Gewissen zu nehmen, was er sehr wohl SPÜREN darf, finde ich falsch.

Viele sagen auch immer, dass Schweigen und still hinnehmen ja soooo souverän wäre. Finde ich nicht. Jemand, der sich so mies verhalten hat, kann ruhig unter vier Augen erfahren dass man ihn für einen charakterschwachen Sch...kerl hält.

Nimm deinen Mut und deinen Stolz zusammen und sage ihm dass es keine Treffen zum Kaffee mehr geben wird. Oder besser, lasse seine Fragen darauf unbeantwortet. Geh ihm aus dem Weg. Entziehe ihm deine gesamte Aufmerksamkeit. Alles geschäftliche regelst du kühl und eindeutig distanziert. Den Job würde ich nicht wechseln, aus Prinzip nicht. Er zieht so einen Müll ab und als ob das für dich nicht schon schlimm genug wäre, sollst DU auch noch diejenige sein, die die Firma verlässt?! Das würde ich durchstehen, und du schaffst das.

w(29)
 
  • #10
Er kontaktiert mich (schreibt mich an, moechte sich zum Kaffee bei der Arbeit treffen) fast taeglich, wahrscheinlich aus schlechtem Gewissen. Ich moechte ihm auf keinen Fall zeigen, wie dreckig es mir im Moment geht, aber weiss auch nicht, wie ich mich verhalten soll.

Liebe FS,
der Mann hat Dich belogen und betrogen. Du bist emotional mit dem Thema nicht durch. Also würde ich ihn auf Abstand halten - ihm klipp und klar sagen, dass er dich in Ruhe lassen und keinen privaten Kontakt mehr suchen soll: nicht anrufen, keine Mails und nein, Du willst keinen Kaffe mit ihm trinken - keinerlei Kontakt über das beruflich Notwendige hinaus.
Auf dem Flur grüßen reicht, wie einen Kollegen mit dem Du nicht mehr zu tun haben willst (der Höflichkeit Genüge tun).

Das ist das Problem was man mit gescheiterten Beziehungen am Arbeitsplatz hat, man kann sich nur begrenzt aus dem Weg gehen. Im Zweifelsfall schau' firmenintern nach einem anderen Arbeitsplatz der merh Abstand bringt oder nutz' die unbehagliche Situation, um Dich wegzubewerben, möglichst für eine berufliche Verbesserung.
 
  • #11
@Cassel: Sind wir doch mal ehrlich, dem Ex seine eigenen Gefühle nicht zu zeigen ist doch nur etwas, um ihn/sie nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen. w(29)
Für mich ganz definitiv NEIN. Daran hab ich, ehrlich gesagt, noch nie gedacht.

Für mich geht es dabei ganz eindeutig darum, das eigene Gesicht zu wahren, dem Ex nicht das Gefühl zu vermitteln, dass er quasi doppelt über mir steht (einmal dadurch, dass er mich verlassen hat und noch einmal dadurch, dass es mir sonderlich viel ausmacht), bei ihm nicht den Eindruck von "Ach Gott, dem armen Hascherl hab ich ja schon das Herz gebrochen" zu hinterlassen, sondern den leisen Zweifel "Die hat mich vielleicht eh nicht mehr wirklich gewollt".

Ob sich der andere überhaupt so viele Gedanken macht oder einem in jedem Fall "auf den Leim geht"? - Geschenkt, ich jedenfalls fühle mich besser damit.
 
  • #12
Hallo liebe FS,
wie ist es dir in der letzten Zeit ergangen? Hast du es geschafft deine Trauer und Enttäuschung zu überwinden?
Bin gerade in einer ähnlichen Situation und ich weiß mir nur schwer zu helfen....
Liebe Grüße
 
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