• #1

Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch

Liebe Community,
Der Betreff verrät ja schon einiges.
Mein Partner und ich sind seit bald drei Jahren zusammen. Unsere Beziehung hat sich von Beginn an eigentlich sehr positiv entwickelt, mein Gefühl war, es passte einfach.
Irgendwann stand dann die Frage nach einer eigenen Familie an, da ich schon 39 bin. Wir haben uns die Entscheidung damit nicht leicht gemacht, aber dann haben wir uns im vergangenen März dazu entschlossen, es zu versuchen. Im September sind wir dann auch zusammengezogen, und zur selben Zeit wurde ich schwanger. Alles schien sich gut zu entwickeln. Leider kam alles anders: In der 11. Woche hatte ich eine Fehlgeburt.
Nur wenige Tage danach eröffnete mir mein Freund, dass er kein Kind mehr wolle, er habe Angst vor dieser Verantwortung, vor Überforderung, etc. Ich muss dazu sagen, dass mein Freund psychisch nicht ganz gesund ist. Er ist aber stabil und hat sein Leben insgesamt im Griff.
Es gibt überhaupt keine Gründe anzunehmen, dass er generell der Verantwortung für ein Kind nicht gewachsen sein könnte, zumal wir beide ja die Verantwortung tragen. Ich kann seine Bedenken bis zu einem gewissen Grad durchaus nachvollziehen. Trotzdem hat mich diese Ansage völlig umgeworfen. Ich verstehe ihn nicht, plötzlich rudert er zurück und begreift nicht, dass ich meinen Kinderwunsch nicht einfach abhaken kann!
Vor allem beschäftigt mich nun die Frage: Soll ich mich deshalb wirklich von ihm trennen - ein Gedanke, der mir nun immer öfter in den Sinn kommt? Allein beim Gedanken, mich zu trennen, weil er kein Kind will, komme ich mir schäbig vor, zumal ja gar nicht gesagt ist, dass sich durch eine Trennung der Kinderwunsch für mich automatisch erfüllt.
Aber ich hab doch auch nur diese eine Chance, wenn sich mein jetziger Partner nicht überzeugen lässt.
Mich würden eure Einschätzungen von außen interessieren: Kann ich von meinem Partner erwarten, dass er mir zuliebe seine Ängste überwindet oder es zumindest versucht? Umgekehrt erwartet er von mir, dass ich ihm zuliebe auf ein Kind verzichte...
Seht ihr einen Weg, jemanden, der kein Kind möchte, doch zu überzeugen?
Ich weiß wirklich überhaupt nicht mehr, was ich machen soll...
Wenn ich meinem Freund zuliebe auf ein Kind verzichte, verleugne ich mich selbst. Wenn ich mich trenne, werfe ich einfach so meine Liebe hin. Mein Freund wirft mir ja jetzt schon vor, ich wolle ihn nur als "Samenspender" und ohne Kind sei er nichts für mich.

Über einen konstruktiven Austausch würde ich mich freuen!

Lexie
 
  • #2
Hallo Lexie, mir kam beim Lesen zuerst eine Frage in den Sinn: wie alt ist denn dein Partner? Gleich alt oder jünger? Steht er trotz seiner teilweisen Labilität ansonsten fest im Leben, vor Allem beruflich?
Unabhängig davon halte ich nichts davon, einen Menschen umzustimmen, in der Hoffnung, er zieht dann noch nach. Ich finde auch nicht, dass er dir zuliebe versuchen muss, seine Ängste zu überwinden.
Ich glaube nicht daran, dass er dann langfristig bei der Stange bleiben würde und dich vielleicht nach der Geburt sitzen lässt.
Ich denke auch, dass es sehr schwer wäre, jetzt jemand neuen, paarungswilligen zu finden. Da bliebe dir ja eigentlich nur, auf der Stelle loszulegen, ohne die vorherige jahrelange Beziehung aufarbeiten zu können (und dürfen). Meinst du, dass du das so ohne Weiteres wegstecken würdest oder nicht doch daran zu knabbern hättest?
Wenn du selbst es dir leisten kannst, alleinerziehend deinen Kindertraum zu verwirklichen, unkonventionell denkst und dir zutraust, einem Kind ohne partnerschaftlichen Halt gerecht zu werden, dann suche dir vielleicht einen Samenspender. Alles Gute, fühl dich gedrückt!
 
  • #3
Ich kann mir vorstellen, daß das eine schwierige Situation ist. Von aussen gesehen allerdings relativ einfach: Unterschiedliche Lebenskonzepte. Keiner sollte den anderen überzeugen müssen, das sein Konzept das richtige ist. Und bei diesem Thema gibts eben auch keine Kompromisse. Ein halbes Kind gibts nicht.
Du kannst also jetzt bereits mit dem Kinderwunsch abschliessen, oder dich trennen. Beides ist nicht leicht, beides hat Konsequenzen. Die Entscheidung wird dir niemand abnehmen können.
 
  • #4
In meinem Bekanntenkreis ist eine Frau, die sich genau deswegen von ihrem ersten Mann getrennt hat. Sie wollte Kinder, er nicht. Allerdings war sie erst Anfang 30.

Das ist eine schwierige Entscheidung die dir keiner abnehmen kann. Wie du sagst heisst eine Trennung ja nicht dass du dann kurzfristig einen neuen Mann kennen lernst mit dem es dann passt. Du musst dir also überlegen warum du ein Kind möchtest und wie wichtig DIR dieser Wunsch bzw. dein jetziger Partner ist.
 
  • #5
Mein Partner ist 37, ich 39. Beruflich ist er nach einem Zweitstudium gerade wieder dabei, sich neu zu orientieren, die Aussichten stehen aber gut, dass er schon demnächst wieder arbeiten wird.
Und ja, freilich hätte ich an einer Trennung zu knabbern! Wenn es so einfach wäre, würde ich es wohl tun, ohne mit der Wimper zu zucken. So abgebrüht bin ich eben nicht. Aber es würde eben auch heißen, ihm zuliebe auf meinen Traum zu verzichten - was er von mir erwartet. Rein theoretisch würde ich das wohl sogar hinbekommen, aber was würde das am Ende mit mir, mit uns machen? Ich fürchte, auch das ist keine gute Hypothek für eine Beziehung.

Es ging mir nie nur um Kinder um jeden Preis, es ging mir um eine Familie, und ich musste ja auch davon ausgehen, dass mein Partner Ähnliches im Sinn hat bzw. meine Vorstellung teilt - schließlich war es unsere gemeinsame Entscheidung, ich habe ihm nichts aufgedrückt. Wäre von Anfang an klar gewesen, dass unsere Lebenskonzepte nicht zusammenpassen, hätte ich mir ja schon viel früher Gedanken machen können. Jetzt stehe ich nach meiner Fehlgeburt da und fühle mich einfach nur unendlich betrogen, verletzt und enttäuscht.

Dass mir niemand die Entscheidung abnehmen kann, ist klar, deshalb sondiere ich verschiedene Perspektiven,zumal Außenstehende vielleicht den neutraleren Blick haben, der mir wohl abhanden gekommen ist.
 
A

Ares

  • #6
Kann ich von meinem Partner erwarten, dass er mir zuliebe seine Ängste überwindet oder es zumindest versucht? Umgekehrt erwartet er von mir, dass ich ihm zuliebe auf ein Kind verzichte...

Nein, kannst Du nicht. Er auch nicht von Dir. Die Kinderfrage ist eine ganz zentrale Frage für wohl die meisten Menschen und damit auch für Beziehungen. Es ist sicher nicht schäbig, wenn Du Dich trennst, weil er eine andere Lebensvorstellung hat. Was Du keinesfalls tun solltest, ist ihm ein Kind anhängen.
Aufgrund Deines Alters solltest Du auch schnell eine Entscheidung treffen. Frauen mit Ende Dreissig und Torschlusspanik sind nicht gerade das, worauf Männer warten...
 
  • #7
Der Vollständigkeit halber gibt's noch Möglichkeit drei: Du wirst von einem Samenspender schwanger und überlässt deinem Freund die Entscheidung, ob er sich von dir trennt oder mit dem Stiefkind leben kann.
 
  • #8
@Ares, ich habe keine Torschlusspanik! Ich wusste immer, dass ich gern Kinder möchte, wenn ich jemanden finde, der das eben auch will. Lange hat mir dazu halt der Mann gefehlt, mit dem ich mir das hätte vorstellen können. Man versucht irgendwie vielleicht zu planen, doch das Leben verläuft ja selten plangemäß. Aber bei meinem Freund und mir schien ja alles stimmig zu sein. Ich habe das Gefühl, was auch immer ich mache, es wird so oder so falsch sein!
 
  • #9
Auch ich meine, dass die Entscheidung in Dir liegt und von aussen nicht zu bestimmen ist.
Ich wurde schwanger bevor sich ein so starker Wunsch eingestellt hatte und bevor ich die Uhr laut ticken hörte.
Vielleicht hätte sie ja auch nie getickt...
Als ich es war hatte ich auch Panik vor der Verantwortung und alles war gut, als sie da waren.
Aber darauf kann man nicht bauen...es geht leider auch anders. Und somit kannst Du nicht davon aus gehen, dass er sich super fühlt, wenn er dann Papa ist und total verändert!
Nachdem Du schwanger warst, wirst Du bestimmte Gefühle in Dir gehabt haben und diese solltest Du bei Deiner Entscheidung nutzen.
Kann ich es später verzeihen, für meinen Partner auf Kinder verzichtet zu haben?
Kann ich für mich selber auch ohne Kind leben?
Bin ich bereit, egal was vielleicht passiert...alleine die Verantwortung für ein Kind zu tragen?
Hintergehen solltest Du Deinen Partner nur bitte nicht
 
  • #10
FS wir haben gerade November, dann war Deine Fehlgeburt auch erst vor kurzem. Ich denke, der Verlust war auch für Deinen Freund nicht leicht.

Wahrscheinlich wurde ihm erst in der Schwangerschaft klar, was alles bei einer Schwangerschaft und Geburt passieren kann.

Mein Bruder 34 und meine Schwägerin 30 bekommen auch ein Baby - sie ist jetzt in der 15 oder 16 Woche. In der 12 Woche hatten sie einen Ultraschall, wo beim Kind eine Nackentransparenz von 2,2mm festgestellt wurde, alle anderen Wärter waren super. Mein Bruder hat so verrückt gespielt, dass die FA einen genaueren Ultraschall verschrieben hat und der wurde dann in der 14+1SSW gemacht. Da war dann alles super.

Gib Deinem Freund etwas Zeit rede mit ihm über seine Ängste.

Denn mein Bruder hat schon fast mit dem Gedanken einer Abtreibung gespielt, obwohl dafür keine Notwendigkeit gab.

Es ist die Frage, was im Kopf deines Freundes vorgeht. Vielleicht war es für ihn ganz schlimm die Enttäuschung bei Dir zusehen, nachdem Du das Kind verloren hast.

Du musst eins bedenken, er hat sich nach gutem Überlegen für ein Kind entscheiden, dann hat auch er das Kind verloren, nicht nur Du. Vielleicht möchte er das nicht nochmal erleben.

Frag ihn warum er sich vor Monaten für das Kind entscheiden hat, weil die Verantwortung ist immer noch die selbe.

Lass Dir auch etwas Zeit mit einer neuen Schwangerschaft, verarbeitet erstmal den Verlust und gib die Zeit Deinem Freund.

Wie ihr jetzt Eure Beziehung wieder auf den richtigen Weg bekommt, kann ich Dir nicht sagen. Weil ihr müsst Euch beide etwas mit Eurem Wünsche zurücknehmen.

Frag Deinen Freund; ob er traurig ist, weil Du das Kind verloren hast und ob er davon Angst hat, nochmal so einen Verlust zu erleben.
 
  • #11
Liebe FS,
vielleicht wäre eine Paarberatung eine Idee. Dort könntet ihr beide euren Standpunkt einem Experten für solche Fragen erzählen und vielleicht gibt es einen Weg für euch zusammen.
Anscheinend ist dein Partner nicht generell gegen Kinder, sondern eure Beziehung ist gerade für ihn nicht so, dass er so etwas Weitreichendes wie ein gemeinsames Kind angehen möchte. Du hast ja erwähnt, dass er sich nur als Samenspender fühlt, da scheint mir ein Problem zu existieren. Deine Beschreibung von ihm ist auch tatsächlich ein bisschen herabwürdigend, nach einer Beziehung auf Augenhöhe hört sich das nicht an sondern eher danach, dass du die Stärkere bist/ dich so siehst.
Alles Gute für euch
 
A

Ares

  • #12
Wäre von Anfang an klar gewesen, dass unsere Lebenskonzepte nicht zusammenpassen, hätte ich mir ja schon viel früher Gedanken machen können. Jetzt stehe ich nach meiner Fehlgeburt da und fühle mich einfach nur unendlich betrogen, verletzt und enttäuscht.
Ich denke, dass Deinem Partner auch durch die sicher schwierige Fehlgeburt klargeworden ist, dass die Verantwortung ihm zu groß ist. Es bringt wenig, ihm da eine Schuld zuzuschieben und Dich betrogen oder verletzt zu fühlen. Wenn er von vorneherein keine Kinder gewollt hätte, wäre das sicher früher klar gewesen.
 
  • #13
Der Vollständigkeit halber gibt's noch Möglichkeit drei: Du wirst von einem Samenspender schwanger und überlässt deinem Freund die Entscheidung, ob er sich von dir trennt oder mit dem Stiefkind leben kann.
Sowas habe ich auch gedacht. Aber Du schriebst ja, dass Du einen Mann finden willst, der mit Dir eine Familie will.
Ich denke, Du wirst es bereuen, wenn Du jetzt Deinen Wunsch aufgibst. Man kann es nicht vorher wissen, ob man jemanden finden wird, das stimmt. Aber jetzt weißt Du mit Sicherheit, dass es nicht eintreten wird, was Du Dir wünschst. Also ist die Entscheidung nicht mehr offen, wenn Du mit Deinem Freund zusammenbleibst.
Er ist auch noch jünger. 3 Jahre sind auch noch nicht so viel, dass ich denke, dass man irgendwann aus Gewohnheit zusammenbleibt. In 3 weiteren Jahren ungefähr beginnt vermutlich seine Midlifecrisis. Deine wird sicher auch demnächst einsetzen. Du weißt, was Du Dir wünschst und gehst dem nicht nach. Das wirkt sich viel schlimmer in dieser Phase des Lebens aus, als wenn man plötzlich meint, man hätte was verpasst. Dann ist nämlich doch die Beziehung zu Ende, man steht innerlich da wie vor einigen Jahren und versucht, dort wieder anzuknüpfen, aber die Zeit ist nicht mehr dieselbe.

Ich fänd wichtig, dass ihr mal drüber redet, warum Dein Freund nun kein Kind mehr will. Ich meine, ich hätte hier schon mal gelesen, dass die Trauer, dass ein Kind verloren wurde, so schwer wog, dass ein Mann das nicht noch mal mitmachen wollte. Also es muss gar kein gemeiner Egoismus sein, wenn er sich dagegen entscheidet.
 
  • #14
Ja, da waren schon ganz gute Anregungen dabei, dafür erst mal vielen Dank! @Pixi: Nein, ich habe nicht vor, meinen Freund zu hintergehen, einen solchen Vertrauensbruch könnte ich mir schon selbst nicht verzeihen und würde ja auch nicht wollen, dass man sowas mit mir macht.
@Belladonna: Ganz sicher hat er sich auch während meiner kurzen Schwangerschaft verändert, das stimmt. Ich glaube auch, dass ihm vieles durch den Kopf geht, er spricht aber nur wenig davon aus. Direkt nach dem Abort schien er sehr betroffen zu sein, sicher auch, weil es mir so schlecht ging, dann wieder wirkten seine Reaktionen eher gleichgültig. Aber es ist wohl eine Eigenschaft vieler Männer, dass sie die ganz heftigen Gefühle erst mal wegschieben wollen.
@Natalie5: Was genau findest Du an meiner Beschreibung meines Freundes herabwürdigend? Das wäre mir jetzt gar nicht aufgefallen. Aber: Ja, ich fühle mich verletzt, nicht allein wegen seiner plötzlichen Kursänderung, sondern weil ich das Gefühl habe, dass meine Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen nichts mehr zählen, während ich auf ihn Rücksicht nehmen soll - am liebsten wäre ihm wohl, ich würde sein Umdenken stillschweigend hinnehmen.
Nein, ich glaube nicht, dass ich grundsätzlich in unserer Beziehung die Rolle der Stärkeren innehabe, vielleicht aber in Gefühlsdingen: Ich versuche, produktiv an das heranzugehen, was mich beschäftigt, mein Partner tut sich oft schwer im Umgang mit Konflikten bzw. bei der Suche nach möglichen Lösungen.
Aber an eine Paarberatung habe ich auch schon gedacht und sie meinem Freund vorgeschlagen, so recht gezogen hat er aber noch nicht.

Thema Zeit: Fürs Erste haben wir uns übrigens auf eine ca. dreimonatige Bedenkzeit geeinigt, in der wir das Thema "Kind" zwischen uns ruhen lassen. Ich hoffe, dass er diese Zeit nutzt, um sich selber nochmal damit auseinanderzusetzen und die möglichen Optionen durchzugehen, ich jedenfalls werde das tun.
 
A

Ares

  • #15
Wenn Du jetzt mit 39 einen neuen Partner suchst, mit dem klaren Ziel, Kinder zu wollen (sonst solltest Du Dich nicht trennen), dann wird Deine Uhr ziemlich laut ticken, zumal rein biologisch die Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Kind mit zunehmendem Alter nicht steigt.
Bei Dir und Deinem Partner hat sich die Situation geändert. Im Grunde musst Du nun die Entscheidung treffen, auch ohne Kinder bei Deinem Partner zu bleiben, mit einer Resthoffnung, dass er das Thema in ein oder zwei Jahren wieder anders betrachtet, oder aber Dich auf eine ziemlich unsichere Suche einlassen. Die kann ganz toll enden, aber auch ziemlich daneben gehen. Das Leben ist letztlich voller Risiken...
 
  • #16
Nein, überzeugen solltest du ihn auf keinen Fall.
Jetzt wo du schwanger warst, ist ihm der Ernst der Lage bewusst geworden. Vielleicht war er insgeheim erleichtert über die Fehlgeburt, während du traurig bist. Gut, dass sein fehlender Kinderwunsch jetzt zu Tage getreten ist. Unfair natürlich dass er es dir nicht eher gesagt hat. Die Fehlgeburt muss doch auch erstmal verarbeitet werden.
Lass dir ein bisschen Zeit, was dir dein Freund und die Beziehung bedeuten. Hast du denn den Eindruck, dass er ansonsten zu dir und der Beziehung steht? Oder ist er ansonsten ein Ausweicher?
 
  • #17
@Pfauenauge: gute Frage! - Bis vor kurzem hätte ich sie noch bejaht, aber seit der Fehlgeburt ist er mir gegenüber sehr viel reservierter als vorher und - so mein Eindruck - auch desinteressierter. Weniger Aufmerksamkeiten, weniger Nachfragen, wie es mir geht - das, was zuvor eigentlich normal und selbstverständlich war, fehlt auf einmal. Dennoch hast Du und haben die anderen hier, die den Zeitfaktor ins Spiel gebracht haben, sicher recht: Vielleicht braucht jeder von uns tatsächlich die Zeit, sich erst mal wieder selber zu finden. Sich in Geduld üben ist halt manchmal verdammt schwer, wenn man nun mal - im Fall des Kinderwunsches - das Alter im Blick behalten muss. An sich bin ich da grundsätzlich optimistisch, da ich etliche späte Mütter kenne, und auch mein Gynäkologe erwähnt oft die vielen Patientinnen in seiner Praxis, die auch weit über 40 noch gesunde Kinder bekommen. Aber klar, eine Garantie gibt's für nichts, das gesamte Leben ist ein Risiko.
Ich werde mir auf jeden Fall mit meiner Entscheidung noch etwas Zeit lassen. Überstürztes Handeln wäre hier wohl wirklich falsch, auch wenn ich zum Teil schon - aus einem Impuls heraus - alles hinwerfen wollte.

Danke euch jedenfalls schon mal bis hierhier für die Hilfe beim Sortieren meines Gedankenwirrwarrs!
 
  • #18
Ich verstehe ihn nicht, plötzlich rudert er zurück und begreift nicht, dass ich meinen Kinderwunsch nicht einfach abhaken kann!
Es ist ja schon ein Unterschied ob man von Schwangerschaft redet oder ob das tatsächlich dann der Fall ist. Das er sich überfordert fühlt da bildet er keine Ausnahme. Überhaupt ist wohl eher davon auszugehen, dass da mehrer Faktoren zusammen kommen. Der Zusammenzug, fast zeitgleich schwanger werden, dass er nicht übermäßig belastbar ist und dann noch der Verlust des Kindes. Ich denke, dass das in der Menge einfach viel zuviel war. Für Kinderplanung gehören immer zwei. Es wirst nicht nur du Mutter sondern auch er Vater. Ihn zu "überreden" so eine Verantwortung zu übernehmen die er offenbar nicht mehr möchte das kann definitiv nicht gut gehen und denke auch je mehr Druck du ausübst umso mehr entwickelt sich eure Beziehung dem Ende entgegen. Unterm Strich kannst du nur selbst entscheiden was dir wichtiger ist. Fraglich bleibt, wenn du dich trennst ob du dann zeitnah noch einen Partner findest der für eine solche Familienplanung bereit ist. In dem Alter ist bei den meisten der Kinderwunsch schon eher zweitrangig oder gar nicht mehr vorhanden.
 
  • #19
Lexie, ich glaube, es ist für Euch das Beste, wenn ihr Euch eine Auszeit nehmt.

Nach Deiner letzten Nachricht - wo Du geschrieben hast, wie er Dich behandelt, zeigt mir, er leidet sehr unter dem Verlust.

Frag ihn, ob er das Baby vermisst! Ich habe die Ultraschallbilder vom Baby meines Bruders gesehen, die ersten deutlichen Bewegung des Kindes hat man schon mit 9 Wochen gesehen. Wenn Dein Freund beim Ultraschall dabei war und das auch gesehen hat, dann ist der Verlust für ihn auch real.
 
  • #20
Liebe FS,
Kinder oder nicht ist eine Grundsatzfrage in einer Beziehung. Kinder zu haben ist eine so folgenreiche Entscheidung für die Lebensgestaltung, dass es einer der Punkte ist, in denen es keinen Kompromiss gibt. Du solltest ihn nicht dazu überreden, es wird Dir auch nicht gelingen.

Wenn Du Kinder willst, dann wirst Du Dich von ihm trennen müssen, anders geht das nicht. Alternative: Du verzichtest auf Deinen Kinderwunsch.
Du
schreibst, dass Du das nicht willst, weil Du es ungerecht findest, dass er Dir seinen Lebenswunsch aufzwingt. Das ist ein nicht lösbarer Konflikt, der über kurz oder lang eure Partnerschaft vergiften wird. Daher würde ich mich prompt trennen.

Dein Partner scheint ein eher schwacher Mann zu sein, kommuniziert nicht offen, hat psychische Probleme, mit Ende 30 beruflich immer noch keine stabile Situation. Verständlich, dass er von seinem ehemaligen Kinderwunsch zurückrudert, wenn es so weit ist, Du schwanger bist.
Viele Männer handeln so, reden von ihrem Kinderwunsch, um überhaupt eine Frau abzubekommen, gerade wenn sie kein Erfolgsmodell sind und noch nichtmal ihr eigenes Leben richtig auf die Reihe bekommen. So ein Mann ist m.E. wirklich mit einem Kind überfordert und für ihn ist es gut, kein Kind zu bekommen.

Anders als Belladonna glaube ich nicht, dass Dein Partner um das verlorene Kind trauert. Ich glaube eher, dass er erleichtert ist, dass der Krug an ihm vorbeigegangen ist und seine Distanzierung von Dir dafür auch ein Indiz ist. Natürlich traut er sich nicht, Dir das ganz ehrlich zu zeigen, Du sagts ja selber, dass offene Kommunikation nicht sein Ding ist. Demzufolge will er auch keine Paarberatung: er hat Angst, dass es dann rauskommt.
Sein Verhalten Dir gegenüber zeigt bereits, dass es der Anfang vom Ende Eurer Beziehung ist - er zieht sich von Dir zurück, hat Angst, dass Du wieder schwanger wirst. Er will sich nur jetzt nicht trennen, nachdem ihr grad zusammengezogen seid und er am beruflichen Scheideweg steht. Vielleicht hofft er, die Partnerschaft in Deine Wechseljahre retten zu können. Das wird für euch beide keine gute Zeit.

Zwing' ihn durch eine ganz einfache Sache zur klaren Kommunikation seiner Wünsche: wenn er kein Kind will, dann soll er sich um die Verhütung kümmern, d.h. Sex nur noch mit Kondom. Auf diese Weise belügt er Dich dann nicht. Die Wahrheit wird er Dir nicht sagen, ein Kondom aber nutzen, wenn er das Risiko Schwangerschaft sonst tragen muss.
 
  • #21
Es ist Deine Entscheidung, ob der Wunsch nach einem Kind größer ist oder ob Du weiter an der Beziehung festhalten möchtest, die vielleicht nicht ewig hält. Bei mir persönlich steht ein Kinderwunsch an erster Stelle. Gegebenenfalls auch per Samenspende.
Orientiere Dich bevorzugt an jüngeren Männern. Von jüngeren Männern wird man aufgrund der besseren Samenqualität schneller schwanger und sie tragen ein geringeres Risiko für Fehlgeburten.
 
  • #22
Ich finde es sehr gut, dass ihr Euch vorgenommen habt, das Thema 3 Monate nicht anzusprechen!
In einem Buch schreibt ein werdender Vater: das einzig Schlimme daran ist, die Angst es zu verlieren und diese Angst wird wohl bis zu meinem Ende bleiben.
Lasst es ruhen...
Wer weiß ob nicht bei beiden gerade Angst und Traurigkeit bestimmen
 
  • #23
Liebe FS,

die Frage, die du dir stellen musst, ist doch eher die: Was bringt es dir, dich von deinem jetzigen Partner zu trennen? Seien wir mal realistisch. Du bist bereits 39. Wenn du dich nun trennst, müsstest du zunächst einmal neue Männer kennen lernen. Du müsstest diese Männer daten, sie näher kennen lernen, und schließlich müsstest du mit einem neuen Mann zusammen kommen, der darüber hinaus auch einen Kinderwunsch hat. Ein Mann in deinem Alter mit Kinderwunsch ist jedoch nicht mehr ganz so häufig, denn 1. ist es gut möglich, dass er bereits Vater ist und keine weiteren Kinder mehr möchte oder 2. er will keine. Solltest du jedoch einen neuen Partner finden, der auch einen Kinderwunsch hat, werden aber höchstwahrscheinlich einige Jahre vergehen. Der Vater deiner Kinder soll ja nicht bloß irgendeiner sein, mit dem du dir ein bisschen die Zeit vertreibst, sondern ein Mann, mit dem du eine ernsthafte, auf Zukunft ausgelegte und vor allem gefestigte (!) Partneschaft führst. Schließlich soll er ja der Vater deines Kindes werden und du willst mit ihm gemeinsam das Kind großziehen.
- Sprich, bis dahin bist du möglicherweise schon Mitte 40. Oft sind Frauen schon körperlich in dem Alter nicht mehr dazu in der Lage, mit Mitte 40 ist es durchaus möglich, schon in die Menopause zu kommen. Und selbst wenn man noch nicht in der Menopause ist, gesellschaftlich gesehen ist das doch sehr sehr spät für ein 1. Kind.

Deshalb stelle dir bitte die Frage, wie realistisch es ist, dass du deinen Kinderwunsch mit einem anderen Mann realisieren kannst. Es tut mir leid, aber für mich sieht das recht unrealistisch aus.

Ich an deiner Stelle würde mich nicht trennen. Versuche doch nochmal, mit deinem Freund zu reden. Beim Lesen deines Textes kam mir sofort in den Sinn, dass er aus Angst vor einer erneuten Fehlgeburt kein Kind möchte. Das könnte doch durchaus möglich sein, vor allem deshalb, weil er ja psychisch nicht ganz gesund ist. Hat ihn die Fehlgeburt möglicherweise sehr mitgenommen, mehr, als du vielleicht vermutest oder er es dir gezeigt hat? Ich glaube fast, dass das der Grund ist. Denn wenn ein Paar sich gemeinsam dazu entschieden hat, Kinder zu bekommen, dann ist es höchst merkwürdig, dass der eine plötzlich doch keine mehr will. Wenn sich zwischenzeitlich jedoch eine Fehlgeburt ereignet hat, dann scheint diese Fehlgeburt und damit einhergehend die Angst und Sorge, dass sowas nochmal passieren könnte, der Grund zu sein. Bitte rede nochmal mit ihm.
 
  • #24
Liebe FS, ich weiß nicht, ob dir meine Erfahrungen jetzt wirklich helfen. Aber ich war in einer ähnlichen Situation. Hatte bereits zwei Kinder aus erster Ehe und mir war immer klar, dass ich noch eines möchte. Hatte meinen Mann damals kennen gelernt und war von Anfang an offen mit meinem Kinderwunsch ihm gegenüber. Er hatte noch keine Kinder und meinte immer er könne sich Kinder vorstellen. Ich habe mich da immer wieder bei ihm abgesichert, denn ich wollte, obwohl der Liebe zu ihm, nicht Jahre mit jemandem verschwenden, der nicht das gleiche möchte wie ich. Irgendwann wurde das Vorhaben präsent und Zeit in die Tat umzusetzen. Es war sogar Kinderwunschpraxis bei uns nötig mit Spermiogramm und allem und er hat alles mitgemacht. Wir haben jetzt eine süße Tochter, fast ein Jahr alt. Anfänglich war er schwer verliebt in unsere Tochter. Aber seit dem ist alles anders. Jetzt hat er gemerkt, dass er kein Kind zum glücklich sein gebraucht hätte, ihm das nie gefehlt hat, er sich sein altes Leben zurück wünscht und unsere Ehe ist am Boden. Er war zu feige damals zu sagen was er wirklich möchte, ist es auch heute noch. Er wollte mich glücklich machen. Dabei hätte ich vielleicht sogar von einem dritten Kind absehen können. Wer weiß. Für ihn hätte ich das vielleicht getan. Unsere Ehe lief ja schon eine Weile. Jetzt muss ich mit allem klar kommen. Ehe retten, oder Alleinerziehende Mutter von drei Kindern sein. Nichts davon habe ich mir so gewünscht.
Lange Rede kurzer Sinn, wenn er keines möchte und du wirklich eins willst, dann hat es keinen Sinn dass er sich anpassen soll an deinen Traum, und du solltest deinen Traum auch nicht aufgeben müssen. Dann gibt es jemand anderen passenden für dich. Ich drücke die Daumen.
 
  • #25
Orientiere Dich bevorzugt an jüngeren Männern. Von jüngeren Männern wird man aufgrund der besseren Samenqualität schneller schwanger und sie tragen ein geringeres Risiko für Fehlgeburten.
Irgendwie finde ich das etwas geschmacklos! Weil das reduziert einen Mann wirklich nur auf die Samenspende. Es ist genauso geschmacklos, wie wenn Männer nur mit deutlich jüngeren Frauen Kinder bekommen wollen.

Wenn die FS sich wegen ihrem Kinderwunsch sich von ihrem Partner trennt, dann sollte sie die Samenspende in Betracht ziehen. Und nicht auf die Jagd nach jungen Männern gehen.

Vikky, auch wenn ich ab und zu auch nicht das Beste von den Männern denke, ich spreche ihnen nicht ab, dass sie auch Gefühle haben und auch trauern können.

Was im Freund der FS vorgeht kann ich nicht beurteilen. Die FS muss es selber machen. Natürlich sollte sie da ihre Wünsche nicht vergessen oder vernachlässigt. Die FS und ihr Freund haben sich 3 Monaten Zeit gegeben. Nach den 3 Monaten, entweder ist der Freund für einen neuen Versuch bereit oder sie muss sich trennen.

Aber wahrscheinlich werden die beiden sich trennen, denn 3 Monate sind nicht viel Zeit, bei so einem Thema.
 
  • #26
Ich finde es sehr gut, dass ihr Euch vorgenommen habt, das Thema 3 Monate nicht anzusprechen!
In einem Buch schreibt ein werdender Vater: das einzig Schlimme daran ist, die Angst es zu verlieren und diese Angst wird wohl bis zu meinem Ende bleiben.
Lasst es ruhen...
Wer weiß ob nicht bei beiden gerade Angst und Traurigkeit bestimmen
Natürlich ist eine Fehlgeburt ein Trauma. Dann aber aus Angst weitere Schwangerschaften grundsätzlich ablehnen - das ist keine lebensnahe Begründung. Da steckt mehr dahinter als das, ich könnte jedenfalls diese Begründung nicht akzeptieren.
 
  • #27
Ich bin jetzt mal ganz pragmatisch, auch wenn einige das sicher nicht so akzeptieren werden:
Du bist 39, hast also noch sagen wir mal 3-4 Jahre, eigentlich solltest Du jetzt schwanger werden.
Dein Freund weiß nicht so recht bzw. fühlt sich der Verantwortung nicht gewachsen...
Die Frage, die Du Dir nun stellen musst, ist:
Ist es Dir das Wichtigste für Dich ein Kind zu haben? Gehört das unumstößlich für Dich zu Deinem Lebensplan? Könntest Du ein Kind evtl. auch alleine großziehen?
Wie ist dein Freund wirtschaftlich aufgestellt?
Falls das alles eher positiv ausfällt, würde ich trotzdem nochmal von ihm schwanger werden.
Die Chance, dass Du noch einen anderen Mann in der kurzen Zeit findest zur Familienplanung ist gleich null.
Ich kenn das von mindesten 5 Freundinnen in meinem Bekanntenkreis.Die haben Ende 30 ihre Beziehung beendet und tingeln nun von Affäre zu Affäre und sind traurig dass sie kein Kind haben.
Eine andere Freundin von mir ist einfach schwanger geworden, obwohl er (8 Jahre jünger als sie) noch kein Kind will. Finde ich nicht gut, aber ihr war das Kind wichtiger als alles andere.
In Deiner Situation würde ich diese Version wahrscheinlich bevorzugen, ich hab das nicht so gemacht, unsere Kinder waren geplant. Bin trotzdem nun AE und es ist nicht schlimm.
Wenn Du Deinen Partner grundsätzlich liebst und er Dich, dann schafft ihr das.
Wenn DU 30 wärest, würde ich zur Trennung raten, weil er dein Lebenskonzept nicht teilt.
 
  • #28
Vikky, auch wenn ich ab und zu auch nicht das Beste von den Männern denke, ich spreche ihnen nicht ab, dass sie auch Gefühle haben und auch trauern können.
Ich spreche ebenfalls keinem Mann ab, trauern zu können und ich kenne sehr liebevolle Väter, für die eine Fehlgeburt in der Tat eine emotionale Katastrophe wäre. Das sehe ich beim Partner der FS nicht - dafür gilt meine Aussage.

Ich stelle mit meiner Äußerung den Bezug zum Gesamtbild des Mannes her, wie die FS es hier zeichnet - ihre Wahrnehmung von ihm. Wir alle kennen ihn nicht.
Sie nimmt ihn selber als einen kommunikationsschwachen Mann wahr, der es mit Problemlösungen nicht so hat, beruflich mit Ende 30 nicht gefestigt ist, d.h. kein Job, noch nichtmal mit dem Studium fertig. Aber sie zieht die erforderliche Schlußfolgerung daraus nicht. Im Endeffekt kennt sie die Wahrheit, sonst hätte sie das Thema nicht aufgemacht.

Ich kann nicht verstehen, wie die FS auf den Gedanken kommt, dass dieser Mann zu diesem Zeitpunkt ein Kind haben will. Sie sind grad zusammengezogen, das ist für ihn bereits schwere Veränderung, die sich erst mal setzen muss, die er erproben muss.
Ihre Bildheit für ihn und seine Eigenschaften kann m.E. nur ihrer "tickenden biologischen Uhr" geschuldet sein. Meine Lebenserfahrungen sagen, dass ihn der erste Job, den er vielleicht demnächst haben wird, in die nächste schwere Krise manövrieren wird, d.h. an Kinder ist mit ihm auf Jahre nicht zu denken - eher nie.

Ich glaube nicht, dass ein Mann (30+), wenn er in so einer Situation steckt und die beschriebenen persönlichen Eigenschaften hat, sich nochmal so ändert, dass er dauerhaft belastbar ist und ein Familienvater ist, der sich aktiv einbringt und das Familienleben mitgestaltet.
Wenn die FS mit ihm unbedingt ein Kind will, muss sie damit rechnen, dass sie einen Partner hat, der nichts hinbekommt, mit allem überfordert ist:
- er kann nicht temporär der Ernährer der Familie sein
- er wird auch kein brauchbarer Hausmann sein, wenn die Rollen getauscht werden.

Frauen mit Torschlußpanik legen eine verblüffende Blindheit an den Tag und jede Lebenserfahrung ab und wundern sich dann, wenn sie überlastete AE mit 40+ sind und auch nicht gut klarkommen. Merkwürdigerweise hat das jeder außer ihr vorher gesehen.
 
  • #29
Hilfe, da ist jetzt einiges zusammengekommen! Ich versuche mal, zumindest auf einige eurer Punkte einzugehen:
@Vikky: Nein, überreden möchte ich meinen Partner auch nicht, letztlich muss m.E. die Überzeugung aus einem selbst kommen. Gleichwohl halte ich es aber grundsätzlich schon für möglich, dass sich Überzeugungen auch ändern können. In meinem Freundeskreis fallen mir gleich drei Herren ein, die sich mit ihren Partnerinnen lange kein Kind vorstellen konnten, dann aber doch irgendwann der Wunsch gewachsen ist, zumindest war bei ihnen irgendwann die Neugier groß genug, das Abenteuer Familie anzugehen, und soviel ich weiß, bereut es keiner von ihnen. Ob das nun bei meinem Freund möglich ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Was seine psychischen Probleme angeht, ist mir Deine Denkweise, Vikky, ehrlich gesagt etwas zu schwarz-weiß. Psychische Probleme => Unvermögen, für ein Kind die Verantwortung zu übernehmen - so einfach lässt sich das m.E. nicht sagen.
Ganz klar, mein Partner müsste in einigen Bereichen, vor allem in emotionaler Hinsicht, an sich arbeiten, damit tun sich aber auch sog. psychisch gesunde Männer nicht selten schwer. Immerhin nimmt er nun auch therapeutische Hilfe in Anspruch.
Insgesamt glaube ich, es geht darum, ob eine grundsätzliche Bereitschaft besteht, die Herausforderung mit einem Kind zu wagen. Es ist so viel möglich mit einem festen Willen - das habe ich in meinem Leben schon oft genug erfahren, und dieser Frage wird er sich wohl nochmal ernsthaft stellen müssen, wenn er mit mir zusammenbleiben will. Zumindest das kann ich, wie ich finde, von ihm erwarten!

Samenspende: Nein, sowas kommt für mich nicht in Frage! Ich möchte kein Kind um jeden Preis. In einem Artikel habe ich kürzlich folgende, für mich sehr kluge Aussage gelesen: "Kinder sollte man nicht bekommen, damit man selbst glücklicher wird." Für mich wäre das Instrumentalisierung eines Menschen ohne Rücksicht auf seine Bedürfnisse (ein Kind ohne Vater kann z.B. sehr darunter leiden, wenn keine Vaterfigur da ist).
Mir geht es vielmehr um eine Familie, um die Chance, gemeinsam zu wachsen, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben, sich selbst vielleicht nicht mehr so wichtig zu nehmen, die Welt nochmal ganz anders, neu zu entdecken. Es macht doch viel abhängiger, wenn das Lebensglück allein dem Kind zugeschrieben wird. Das kann es für mich nicht sein! Also entweder Kinder mit einem Partner oder keine!
 
  • #30
@Ares, ich habe keine Torschlusspanik! Ich wusste immer, dass ich gern Kinder möchte, wenn ich jemanden finde, der das eben auch will. Lange hat mir dazu halt der Mann gefehlt, ......
Na ja, und jetzt fehlt Dir der Mann dazu halt wieder.. Ich bin (stolze) Mutter eines 22-jährigen Sohnes. Ich kann sehr gut verstehen, daß man gerne Kinder haben möchte.
Allerdings finde ich, daß man auch sehr gut ohne eigene Kinder leben und sich es sehr schön einrichten kann. Ich denke nicht, daß man unbedingt eigene Kinder braucht, um ein glückliches, erfülltes Leben führen zu können.
Deiner Beziehung räume ich Dir aufgrund diesen Hintergrundes allerdings keine allzu gute Chancen mehr ein, da Du unbewusst jetzt immer ihm die Schuld für Deine Kinderlosigkeit geben wirst...