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Gast

  • #1

Trennung - "Wer weiß, wofür das gut ist"

Dieser Spruch soll wohl trösten, wenn man sich im Trennungsschmerz befindet. Aber steckt auch ein bißchen Wahrheit darin?
Seid Ihr irgendwann, vielleicht erst viel spräter zu der Erkenntnis gelangt, dass die schmerzhafte Trennung im Grunde eine glückliche Fügung des Schicksals war?
Freue mich auf Eure Erfahrungsberichte.
 
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Gast

  • #2
Nein, ganz ehrlich, ich kann den Spruch nicht mehr hören.

Fakt ist: Nachdem die eine Beziehung beendet wurde, kommt (für die meisten Menschen) irgendwann die nächste. Der Spruch legt nahe, dass diese Beziehung die bessere sein wird.

Nun, das kann sein - oder auch nicht. Man weiß es eben nicht. Und es ist ja ganz bestimmt nicht so, dass jedes Mal, nachdem man verlassen wurde, der Traumpartner = die große Liebe vor der Tür steht.

Fakt ist auch: Shit happens - und nicht zuwenig. Das gilt nicht nur für die Liebe, sondern für das Leben im Allgemeinen. Klar gibt es Wendungen, die ohne bestimmte Voraussetzungen so wohl nicht passiert wären. Das ist dann Zufall. Dass dieser Zufall aber notwendigerweise zum Glück führen muss - nein. Vielleicht, aber vielleicht auch nicht.

Dass es vielen Menschen dennoch so vorkommt, als hätte jede Wendung etwas Gutes, liegt daran, dass man sich die Wirklichkeit gerne schönfärbt, um sie überhaupt ertragen zu können. Nicht immer, aber des öfteren.
 
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Gast

  • #3
Sie hat mich zu Unrecht der Untreue verdächtigt. Das hat zwar sehr weh getan, aber die finanziellen Folgen blieben überschaubar. Wäre diese üble Seite von ihr erst später hervorgetreten, ich stünde wohl ziemlich ruiniert da.
 
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Gast

  • #4
Trennungen sind so grausam schmerzhaft. Aber ich habe mir immer gedacht: Wäre er "der Richtige" gewesen, hätten wir uns wohl nicht getrennt - oder würden wieder zusammenkommen. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass man sich im innersten Wesen erkennen kann - und dass auch Männer das können. Wenn man sich also trennt, weil es grad mal nicht so dolle lief - dann würde ich von dem "Richtigen" erwarten, dass man sich trotzdem wieder zusammenfindet. Ist dem nicht so, war er wohl nicht "der Richtige", und durch die Trennung habe ich nun wieder die Chance, den "Richtigen" zu finden. Von daher würde ich diesem Spruch grundsätzlich zustimmen.
 
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Gast

  • #5
Seid Ihr irgendwann, vielleicht erst viel spräter zu der Erkenntnis gelangt, dass die schmerzhafte Trennung im Grunde eine glückliche Fügung des Schicksals war?
Nein, denn so eine Erkenntnis setzt Schicksalsgläubigkeit voraus. Ich glaube nicht, dass unser Leben vorbestimmt ist, dass es für jeden für uns ein Generalstabsplan gibt, und das Leben eines jeden Menschen einem ganz bestimmten Ziel folgt. - Oder doch, der Fortpflanzung. Wenn ein Mensch es verpaßt sich fortzupflanzen, dann sterben seine Gene mit ihm aus. Diese Angst ist ganz tief in uns verankert, und das Unterbewußtsein steuert uns mit Sicherheit dem Lebensziel entgegen. - Wenn eine Trennung also dazu führt, dass du Kinder in die Welt setzt, dann hat dein Unterbewußtsein dir den richtigen Weg gezeigt. Dann war die Trennung zu etwas gut.

m
 
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Gast

  • #6
Nein, den Spruch mag ich nicht. Wenn ich zurückschaue ist da immer nur Bedauern
und recht wenig Erleichterung gewesen. Bin da ziemlich streng auch mit mir selbst.
Nach Trennungen weiss ich mehr über mich und den anderen.
Das ist eine Belastungssituation und dabei fallen auch Masken.
Wäre es der /die Richtige würde ein Zusammenraufen sich abzeichnen.
Wo dies unterblieb hat eben mal wieder einer zuviel und einer zuwenig
geliebt.
 
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Gast

  • #7
Ja, ich finde den Spruch gut.

Ich habe mich kurz nach der Wende damals von meinem Freund getrennt, der mich heiraten wollte. Aber er hat mich nie richtig respektiert. Ein halbes Jahr später war er neu liiert, die Frau hat er ein Jahr später geheiratet und 8 Jahre später erfuhr ich durch einen Kollegen, der mit meinem Ex-Freund zusammen Fussball zu DDR-Zeiten gespielt hat, dass mein Ex mit der Stasi zusammenarbeitete. Meine Akteneinsicht bestätigte dies.

Mein Bauchgefühl war immer komisch, ich habe ohne zu wissen, richtig gehandelt und bin heute, nach so vielen Jahren froh, dieses Ar-...l los zu sein.

w 49
 
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Gast

  • #8
Wundere mich etwas über die vorhergehenden Beiträge, denn ich kann die Ausgangsthese voll und ganz bestätigen. Ein paar Freundinnen von mir, in die ich SEHR verliebt war, waren zu der Zeit bildhübsche junge Frauen. Als ich sie Jahre, z. T. Jahrzehnte später mal zufällig wieder getroffen habe, hatten sie sich so nachteilig verändert, dass ich sie kaum wieder erkannt habe. Da war ich jedesmal froh, dass es seinerzeit auseinander ging.

m.
 
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Gast

  • #9
Nichts negatives , wo nicht aich was positives ist - das hat sich bei mir bis jetzt bei allem und immer als zutreffend erwiesen - manchmal muss man nur länger hinschauen
 
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Gast

  • #10
Auch die Freundinnen von Gast 7 werden sich gedacht haben, dass sie froh sind, diesen alten, verbitterten Mann, der damals so jung und voller Leben war, losgeworden zu sein.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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Gast

  • #11
Wenn ich ehrlich bin hat es sich schon immer bewahrheitet, dass wenn ich verlassen wurde und das überhaupt nicht verstehen konnte, es im Nachhinein eigentlich gut war. Mein erster richtiger Partner hat mich verlassen, aber bei ihm hatte ich immer das Gefühl nicht wirklich geliebt zu werden. Ich glaube der hatte mich so ein bisschen als Vorzeigefrau/Staffage.
Der zweite der mich verlassen hat, hat ehrlich gesagt das Feld geräumt für was besseres. Zunächst war ich zwar am Boden zerstört, habe aber dann schnell gemerkt, dass ich wirklich Lust auf eine neue Liebe hatte. Single Zeit war dann auch total schön und actionreich. Heute bin ich echt dankbar mit keinem von beiden mehr zusammen zu sein.
 
  • #12
Ich habe den Moment "wofür das gut war" noch nicht wirklich bemerkt... aber kurz nach einer Trennung, hätte ich jeden dafür eine ohrfeigen können. Sowas will man wirklich nicht hören. Dasselbe gilt für Sprüche wie:
Ander Mütter haben auch Söhne.
Der nächste kommt bestimmt.
Die Zeit heilt alle Wunden... (auch wenn das stimmt, aber das kann man sich in so einer Situation kaum vortsellen.)
 
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Gast

  • #13
...dieser Spruch ist mein Leitspruch!
Ich denke, dass aus fast allen negativen Ereignissen in einem Leben auch immer etwas Positives resultiert. Wobei die positive Auswirkung sich nicht unbedingt auf das Ereignis direkt beziehen muss. Man benötigt jedoch immer Zeit um diese Alles dann rückblickend erkennen und bewerten zu können.

M51
 
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Gast

  • #14
So sehr mir jede Trennung weh getan hat (es waren drei), sosehr weiss ich heute, dass es gut war, dass ich nicht mehr mit diesen Männern zusammen bin. Klar kommt manchmal Wehmut, weil es doch eine sehr schöne Zeit war. Aber das, was ich heute erlebe, wiegt das dann wieder auf.
Ich denke, da spielt das Alter eine große Rolle: Heute, als 45jährige, in einer sehr glücklichen Partnerschaft lebend, denke ich so.
Als zwanzigjährige weiss man das alles ja noch gar nicht, was das Leben schönes bereithält.
Daher rate ich jedem/jeder, der/die gerade eine Trennung erlebt: es kommt Neues, Anderes auf einen zu.
Ob es besser ist oder nicht: das entscheidet die eigene Einstellung und das, was man aus den Erfahrungen "gelernt" hat
Ich weiss heute mehr denn je, was ich will und was nicht.
Und wie gesagt, seit drei Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung. DIe genau das beinhaltet, was ich immer wollte.
w/45
 
  • #15
Oh, also ich kann den Spruch nur voll bestätigen.
Und zwar für fast jede Lebenslage, obs dann beim nächsten Male besser wird liegt einzig und alleine an einem selbst. Das "Schicksal" hat damit herzlich wenig zu tun.

Wenn man die Gründe für seinen Verlust analysiert und daraus lernt hat man schon sehr viel gewonnen und hat dann die Chance es besser zu machen, bei der Liebe sich einen passenderen Partner zu wählen und selbst ein besserer Partner zu werden.

Klar, der Betrug, der Verrat und die Trennung haben richtig wehgetan. Aber es war dennoch gut, sonst würde ich Heute noch in einer für beide Seiten unbefriedigenden Beziehung leben, wäre sexuell wahrscheinlich im Ruhestand und hätte auch sonst etliche Dinge in meinem Leben nicht zum positiven verändert. Ich bin sehr unsanft aus meiner Komfortzone geschubst worden- war gut so!
 
  • #16
Klar, der Betrug, der Verrat und die Trennung haben richtig wehgetan. Aber es war dennoch gut, sonst würde ich Heute noch in einer für beide Seiten unbefriedigenden Beziehung leben, wäre sexuell wahrscheinlich im Ruhestand und hätte auch sonst etliche Dinge in meinem Leben nicht zum positiven verändert. Ich bin sehr unsanft aus meiner Komfortzone geschubst worden- war gut so!

Ich möchte hier keinen Chat starten, allerdings muss ich schon sagen, dass dieser Absatz mich jetzt wirklich zum Nachdenken gebracht haben. Von dem her muss ich ja zugeben, dass ich langfristig vielleicht nichts gutes dabei gehabt hätte, wenn ich weiterhin bei ihm geblieben wäre... aber alleine sein ist manchmal trotzdem sch... ich glaube, wenn ich wieder glücklich liiert bin (Betonung auf glücklich), dann kann ich das noch besser verstehen, dass die Trennung vor einem Jahr nur gut war.