• #1

Treu sein ist so schwierig für mich - warum?

Hallo liebe Forengemeinde

Ich hoffe hier auf ein paar Erfahrungen/Tipps und würde mich über (auch gerne kritische) Antworten freuen.

Da es nicht so lang werden soll, hier eine Kurzversion:

Schon immer war ich sehr offen, habe gerne neue Menschen kennengelernt und da ich auch nicht gerade ein graues Mäuschen bin (soll nicht abwertend sein), fällt es mir nicht schwer schnell ins Gespräch zu kommen. In meiner Jugend war ich eher schüchtern und zurückhaltend, etwas moppelig und in Liebesdingen Spätzünder. Mit 18/19J hat sich das dann geändert, ich hatte mehrere Liebschaften und Affairen, manchmal auch gleichzeitig. Habe mich sozusagen "ausgetobt". Nach dieser Zeit habe ich jemanden kennengelernt in den ich mich sehr verliebt habe, wir kamen zusammen, sind zusammengezogen. Volles Programm. Nach ca. 2Jahren habe ich aber gemerkt, dass sich was verändert. Ich hab die Aufmerksamkeit von anderen Männern genossen und sie dann auch bewusst gesucht. Hab mich auch als Single ausgegeben und bin schiesslich mehrmals fremd gegangen. Mein Exfreund hat das dann herausgefunden, danach zerbrach - logischerweise - alles.

Darauf bin ich nicht stolz und das tut mir auch alles sehr leid, ich habe ihm sehr weh getan und ich bereu das bis heute.

Danach war ich wieder bewusst Single, wollte gar keine Beziehung. Vor zwei Jahren lernte ich einen Mann kennen, bei dem ich mich unwahrscheinlich wohl fühlte, zudem hatte ich mittlerweile auch keine Lust mehr auf diese ganzen Unverbindlichkeiten und fühlte mich wieder bereit für eine Beziehung. Ich hatte das Gefühl es sollte so sein, eben der "richtige Zeitpunkt", ich verliebte mich sehr und mittlerweile hat sich das zu einer wunderbaren Liebesbeziehung entwickelt.

Und was soll ich sagen? Trotzdem bin ich im Moment wieder am gleichen Punkt wie in meiner letzten Beziehung. Ich merke, dass ich die Aufmerksamkeit von anderen Männern suche, ich erwische mich selbst beim flirten.

Diese ganze Situation macht mich extrem unzufrieden, denn ich weiss nicht warum das so ist. Ich habe alles was ich will und dennoch scheint es nicht genug zu sein. Jetzt, mit Ende 20, da dachte ich, es würde sich ändern. Ich habe das in meiner letzten Beziehung darauf geschoben, dass mein Partner schon alles geplant hatte, Familie, Haus etc. und ich einfach "ausbrechen" wollte. Aber jetzt ist es anders und ich merke, wie ich mich wieder langsam aus dieser Beziehung distanziere und ich weiss jetzt schon, dass ich es bereuen werde, wenn ich alles hinwerfe, denn im Grunde liebe ich meinen Partner sehr. Aber warum habe ich dann diese "Wünsche" ? Wieso kann ich nicht zufrieden sein mit dem was ich habe?

War jemand schonmal in so einer ähnlichen Situation? Ich bin wirklich ratlos!

Danke,

SnowFlake
 
  • #2
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es auf Deine Frage die eine passende Antwort geben kann. Es gibt aber verschiedene Ansätze:
  • Du liebst eventuell Deinen Freund nicht genug. Wartest Du noch auf das ganz große Glück, den Supermann, der alles kann? Leider gibt es den nicht. Es gibt nur Männer, die passen, und solche, die es nicht tun.
  • Du hast Angst, etwas zu verpassen, wenn Du Dich jetzt schon bindest. Jetzt bist Du begehrt, die Versuchung ist daher groß. Manchen Männern geht es so. Lies hier mal im Forum über das Thema "Heiraten". Oft will es die Frau, aber der Mann nicht. Weil er mehr Zeit hat. Mach Dir keine Sorgen - man kann sich als Frau auch mit Ü40 nochmal richtig austoben. Kein Grund für "Austobe-Torschlusspanik".
  • Oxytocin führt zu Bindung und erschwert das Fremdgehen. Vielleicht bildest Du nicht oder nicht genug Oxytocin.
  • Dir ist langweilig - in Deiner Beziehung oder in Deinem Leben. Langeweile kann zu Promiskuität verleiten. Dagegen hilft es nur, an anderen Stellen das Leben mit mehr Aufregung zu füllen, am besten im Job oder beim Sport. Wenn Du da ausgelastet bist, bist Du vielleicht froh, im Privatleben eine feste Basis zu haben.
 
  • #3
Also ich bin mal ganz offen: Das Problem hatte ich früheren Beziehungen auch mal! Ich bin damit so ungegangen: Wenn man diesen Punkt erreicht hat fehlt einem die Bewunderung des Partners! Bei mir lag es daran, dass Sich die Aufregung und die Gefühle des Partners mir Gegenüber zurück entwickelt haben / oder es nicht gezeigt wurde! Obwohl man sich im Alltag geborgen gefühlt hat und es auch kaum an der gemeinsamen Zeit gelegen hat! Man rennt dann einfach etwas hinterher was nicht da ist! Daher habe ich für mich den Punkt an dem eine Beziehung vorbei ist nach vorne verlegt! Dazu muss ich aber sagen, dass ich es schon ganz am Anfang anspreche und nicht Fremdgehe! Ich dachte ehrlich gesagt ich wäre alleine mit diesem (Problem).

Wie gesagt ich kann hier nur meine Situation beschreiben. Ich hoffe Dir damit win wenig helfen zu können!
 
  • #4
Nein, war ich nicht, denn ich hielt die Männer auf Abstand wenn sie anfingen mich zu langweilen. Aber ich kann vieles was Du schreibst nachfühlen.

Vielleicht bist Du eher vom Typ Liebhaberin, die immer nach einiger Zeit neue Männer braucht? Wäre okay, ist bei mir eigentlich auch so, wenn ich ehrlich bin.

Das Modell Heirat/ Kinder gepaart mit sexueller Zurückhaltung ist für viele Frauen nicht wirklich erstrebenswert aber sie trauen sich nicht gegen den gesellschaftlichen Trend zu rebellieren, scheint es mir.

Gut möglich, daß Du Deine wahren Bedürfnisse unterdrückst und in Wahrheit nicht gemacht bist für die Rolle der braven Ehefrau in der Vorstadt.

Lass Dir Zeit. Entdecke Dich. Probiere Sachen aus. Du hast mit Ende 20 immer noch viel Zeit für alles. Was nützt es Dir mit einem Mann liiert zu sein, den Du nicht mehr anziehend findest? So eine Notfalllösung ist gemacht für Leute, die keinen Erfolg haben beim Flirten aber Du bist attraktiv und extravertiert also geniesse Deine Schönheit und Sinnlichkeit.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #5
Du bist noch jung und du bist sicherlich optisch gesehen sehr schön und die Männer stehen bei dir Schlange und du genießt diese Aufmerksamkeit. Es ist wahrscheinlich so, dass Du diese Aufmerksamkeit brauchst, um dich wertvoll zu fühlen. Vielleicht hast Du eine tiefe Selbstwertproblem. Das kann damit zusammenhängen, dass Du als Teenager zurückhaltend und pummelig warst. Danach hast Du abgenommen und hast vielleicht aus deinem Aussehen etwas gemacht. Das hat dir gefallen und hat dich in deinem Selbstwertgefühl gestärkt. Ich denke, dass Du dein Selbstwertgefühl mit anderen Maßnahmen stärken solltest. Dir muss klar sein, dass Du dir selbst die Bestätigung über dich selbst geben musst. Es muss vom Innen kommen und nicht vom Außen. Nicht nur wegen deiner Schönheit sondern aufgrund anderer Aspekte von dir. Wegen deiner Fähigkeiten als Mensch sollen die Menschen dich gut finden.
Ich finde es sehr positiv, dass Du darüber nachdenkst und dein Verhalten in Frage stellst. Du hast das Problem erkannt. Jetzt brauchst du nur eine Therapie. Versuch deine Fähigkeiten zu erweitern, lerne eine Sprache, versuche mit einer neuen Sportart. Versuch dich als ein Mensch weiterzuentwickeln. Dann kommt nicht jeder Mann in Frage, dann wirst Du auch wählerischer und ist dir auch egal wie die Männer über dich denken.
 
  • #6
Charakterstärke ausbilden!

Ich hab's jetzt an Weihnachten mal wieder gesehen, wie alte Kumpels von mir (ich nenne es mal) mit Low-key-Charakter, sich besoffen nicht mehr emotional kontrollieren konnten und gleich beim ersten Weihnachtsrausch was zum Abschleppen oder Herumknutschen gesucht haben (der beste Freund vom Freund mit der Angebeteten vom besten Freund, usw.). Es hat mir wiedermal gezeigt, wie charakterlich schwach die meisten Menschen sind. Was morgen ist, daran denken ja viele nicht. Ich finde, sowas kann man kontrollieren.

Ich finde, Treue ist eine Sache der Ansprüche an sich selber.
Du musst für niemand treu sein, außer für dein eigenes Seelenheil.

Ich würde niemals fremdgehen, weil ich mir danach nicht mehr in den Spiegel gucken könnte. Ich hatte schon grottenschlechte Beziehungen ohne Sex, und wäre ich fremd gegangen, es hätte kein Mensch je rausgefunden. Es ging um mich ... Authentisch sein, seinen eigenen Prioritäten treu bleiben, tun was man selber predigt, anderen nicht das antun, was man selber auch nicht angetan bekommen möchte, es ist wie ein Ritual zu praktizieren, auch ohne die Augen der Öffentlichkeit. Es ist eine Grundeinstellung, treu zu sein.

Wenn meine Beziehungen so schlecht sind, bin ich lieber konsequent und beende es notfalls noch über Nacht. Ich gebe mir auch keine Extra-Gespräche dafür. Hast du vielleicht Angst, deine Beziehung zu beenden?
 
  • #7
Du musst für niemand treu sein, außer für dein eigenes Seelenheil.

Ist das ein Zitat Luthers? Also bitte, in 21. Jahrhundert kann sich die Frau wohl austoben zumal sie schön und sexy erscheint.

Nach einer Nacht voller Leidenschaft war mein Seelenheil immer noch intakt. Ich denke daß es bei anderen Frauen auch so ist!

Es scheint die FS will aus der biederen Schublade ausbrechen, in welche sie die Gesellschaft stecken will - toll, meinen Segen hat sie dafür.

Ich bereue, daß ich so was nicht schon viel früher tat, sondern erst mit Mitte 30.
 
  • #8
Hier nochmal die Themenstarterin.

@Chris32
Danke für Deine Antwort. Ich denke, diese Thema ist einfach irgendwie Tabu, es ist auch nichts was man unbedingt mit seinen Freunden beredet. Aber du hast damit ziemlich gut beschrieben wie es mir geht. Was meinst Du mit:

Daher habe ich für mich den Punkt an dem eine Beziehung vorbei ist nach vorne verlegt!

Beendest Du Deine Beziehungen bevor so ein Zustand eintreten kann? Oder wie soll ich das verstehen?


@Rosendame
Ja es kann sein, dass mich die Vorstellung von „so einer“ Zukunft nicht ganz zufrieden stellt. Allerdings finde ich einen ständigen Partnerwechsel und immer nur Unverbindlichkeit auf die Dauer auch nicht erstrebenswert? Die Partnerschaft ist für mich auch keine Notfalllösung, ansonsten würde ich mich nicht so darum bemühen.


@Toi et moi
Ich war früher auch nicht sehr selbstbewusst, das stimmt. Allerdings habe ich mich mittlerweile schon so akzeptiert wie ich bin. Wobei mir eine gewisse Anerkennung schon wichtig ist. Ich werde diesen Punkt das auf jeden Fall weiter in mein weiteres Nachdenken einbeziehen.


Bitte nicht falsch verstehen, ich bin bisher nicht fremd gegangen und ich habe es auch definitiv nicht vor. Aber dadurch, dass ich jetzt wieder an einem ähnlichen Punkt wie schonmal bin, muss ich mich und mein Handeln hinterfragen. Mein Partner und meine Beziehung sind mir sehr wichtig und ich will mein Bestes versuchen, ansonsten würde ich auch nicht hier schreiben.

Danke Euch, für all die hilfreichen Antworten!
 
  • #9
Liebe SnowFlake, ja, das kommt mir sehr bekannt vor. Und ich weiss auch, wie mies man sich fühlt, wenn man seinen Partner betrügt.

Rückblickend diagnostiziere ich bei mir zwei Ursachen: Einerseits eine riesengrosse Lebenslust und die Freude am Spielerischen, Aufregenden und auch Verbotenen einer Affäre, andererseits ein bescheidenes Selbstwertgefühl und damit zusammenhängend ein grosses Bedürfnis nach Bestätigung.

Mit dem Älterwerden hat sich bei mir das "Problem" von selbst gelöst, das Selbstwertgefühl wächst, und die grossen Aufregungen verlieren an Anziehungskraft. Das könnte noch eine Weile dauern bei dir, du bist noch so jung...

Es gibt nicht wenige Menschen, die nicht (ganz) monogam sind. Es gäbe Lebensformen, das offen auszuleben. Ich hatte einmal eine offene Beziehung, da entfielen die Schuldgefühle, was entspannend war, es war für mich aber auch nicht das, wonach ich mich sehnte. Wie man die Sache im Rahmen einer ausschliesslichen, verbindlichen Zweierbeziehung in den Griff bekommt, weiss ich dir leider nicht zu sagen.

Frau 50
 
  • #10
Also ich meine damit, ass an diesem Punkt, wo Du merkst es ist Raum in Dir, wie anscheinend jetzt gerade, der Punkt schon da ist an dem es kein Zurück mehr gibt! Es hat auch nichts mit einem schlechten Selbstwertgefühl zu tun oder rein einer häufigkeit von Körperlichkeit. Für mich, und irgendwie habe ich das Gefühl wir "ticken" da ähnlich ist es so: Ich würde Bäume ausreißen für meine Partnerin vom ersten bis zum letzten Tag. Das gleiche Gefühl möchte man aber auch erwidert haben in allen Belangen. Wenn einem dort der Gegnpart fehlt, ist es wie es ist un man muss der Wahrheit ins Auge blicken. Es bringt auch nichts das immer zu unterdrücken, denn es ist nunmal da! Das ist genau das, was Charakter und Selbstbewusstsein ausmachen: Man/Frau weiß einfach wer man ist und was man will. Dazu sollte man stehen!

Ich war dad letzte mal an einem dieser Punkte vor ein paar Monaten. Man unterdrückt es 1 Mal oder auch 2 Mal und dann bricht es raus. Ich denke Du weißt wovon ich spreche...Genau dann ist er richtige Zeitpunkt! Ich weiß man fragt sich zu dem Zeitpunkt: Habe ich alles versucht, habe ich bis zum Ende gekämpft? Sollte ich nicht nochmal gucken was passiert? Nein, denn der Platz in Dir ist schon leer und frei und dass er nicht frei ist (so wie es vorher war) und auch nicht frei wird ds gibt es ( zumindest verliere ich nicht den Glauben daran)! Bia dahin bleibt nur suchen...Es sind halt die letzten paar Prozent die fehlen an dem Punkt, wo eine Beziehung in die finale Phase geht!
Zu den tlw. Recht verbitterten Kommentaren kann ich nur sagen: Jeder sollte sich so akzeptieren, wie er ist! Und man ist genauso und nur so Einzigartig!
 
  • #11
Frage mich bei deiner Geschichte: Gibt es eigentlich nur noch Menschen auf der Welt mit Problemen?

Dein rastloses Handeln in Sachen Beziehung empfinde ich als nicht normal. Um herauszufinden, was genau dich dazu veranlasst gehe in Therapie oder zum Psychologen und dann arbeite an dir. Dann wird es schon werden...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #12
Also Snowflake wir sollten das Gespräch darüber lieber als PM weitwrführen. Wie Du siehst verletzt ein offener Austausch darüber viele Mitglieder hier! Wenn du einen EP account hast schreib Doch einfach dein Chiffre oder verlinke Ihn mit Deinem Beitrag! Ich habe ein sehr hohes Selbstwertgefühl, bin äußerst Selbstbewusst und äußerst erfolgreich in meinem Job! Nur ich weiß halt genau was ich will und das sind keine 80 %!
 
  • #13
@Chris32
Ich verstehe sehr genau was Du meinst. Nur stelle ich mir schon die Frage, liegt das an mir? An ihm? Und wird es mit einem anderen Partner "besser"? Oder tritt dieser Zustand irgendwann IMMER ein. Also dass ich quasi nach einem gewissen Alltag etc. immer wieder an diesen Punkt kommen werde, ganz unabhängig von meinem Partner.

@Leopardin
Wenns keine Probleme gäbe, würde es auch dieses Forum hier nicht geben. Ich frage mich eher bei solchen Antworten wie Deinen wieso man gleich mit dem Psychologen winkt. Es gibt durchaus auch noch Menschen die aus eigener Kraft Fehler erkennen und an ihnen arbeiten können und sogar eine Lösung finden. Man muss nur den Willen dazu haben!
 
  • #14
Nur stelle ich mir schon die Frage, liegt das an mir? An ihm? Und wird es mit einem anderen Partner "besser"?

Meiner Meinung nach liegt es an Dir.
Ich bin auch "so eine" Frau, die nicht monogam lebt und habe mich daher schon in jüngeren Jahren intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt.

Ich denke, dass in fast alle Partnerschaften die Partner den gegenseitigen Reiz aufeinander irgendwann verlieren. Und manche akzeptieren das, ohne dass ihnen was fehlt (Liebe ja, Sex mit dem Liebespartner nicht unbedingt).
Anderen Menschen, so wir mir, fehlt die sexuelle Abwechslung und die suchen es dann anderswo - ohne die Beziehung in Frage zu stellen (Sex ja, Liebe allerdings nur für den Liebespartner).
Es gibt auch noch die sehr weit verbreitete dritte Lösung: man tauscht den Partner immer sofort aus, wenn die Anziehung nachlässt - bzw. man wird von diesem ausgetauscht (Sex und Liebe mit nur einem Partner, mit der Gewissheit, dass dies kein Dauerzustand sein kann).

"Besser" wird es dann, wenn Du Deinen Weg in dieser Sache gefunden hast: verzichtest Du auf Monogamie, weil du nach Deinen Bedürfnissen schaust oder lebst Du monogam, weil Du das moralisch besser findest, oder ist Dein Lebensmodell das der seriellen Monogamie?
Mach Dir einfach Gedanken über Deine Prioritäten, aber sei Dir bewusst, dass Du - egal, welchen Weg Du gehst, auch immer etwas anderes dafür aufgeben musst.
w,40
 
  • #15
Wie wäre es mit entweder Polyamorie oder offener Beziehung (sind zwei verschiedene Dinge)? Besprich es mit deinem Partner. Ist der einzige Weg, wenn du weder fremdgehen willst (Chapeau) noch Schluss machen.
 
  • #16
Wie sieht es mit Deinem Bindungsstil aus liebe Fragestellerin? Der unsichere Bindungsstil hat sehr viele Facetten. Eine davon ist, dass die Betreffenden nicht lange treu sein können, irgendwann das Interesse an der aktuellen Beziehung verlieren und als Schmetterling zur nächsten Blume weiterfliegen müssen.

Ich selbst studiere den Bindungsstil von Beziehungskandidaten, weil ich nämlich genau diese Erfahrungen wie Dein Ex nicht machen möchte. Ich würde mir Deine Beziehungsvergangenheit ansehen und mich rasch aus dem Staub machen.

Aber was sagst Du dazu? Wie hast Du denn Beziehung, Familienleben und Urvertrauen in Deiner Herkunftsfamilie erlebt bzw. gelernt? Vielleicht findest Du da Antworten für Dich?
 
  • #17
Deine Frage ist zwar jetzt fast 3 Jahre alt, aber ich bin in einer fast identischen Lage wie Du damals warst. Es ist schön mal zu sehen, dass ich doch nicht alleine bin mit diesen Gefühlen.
Mich würde sehr interessieren wie es jetzt bei Dir aussieht? Bist Du noch mit Deinem Partner zusammen? Hast Du eine Lösung gefunden die Dich glücklich macht?
Ich bin echt verzweifelt... Ich habe schon ein paar mal mit Ihm darüber gesprochen, doch er sagt er könnte mit einer offenen Beziehung nicht umgehen. Ich bin schon ein paar Mal an die Frage geraten: sollte ich ihn verlassen? Aber ich liebe ihn und kann ihn nicht verlieren... ich fühle mich total egoistisch und gemein, aber ich denke Du bist jemand die versteht wie es mir geht. Ich fühle mich oft zu anderen Männern hingezogen und möchte mich dies dann auch ausleben, aber ich möchte meine Beziehung nicht mehr aufs Spiel setzen. Trotzdem fühle ich mich in der Lage oft unzufrieden, als würde mir dadurch ein grosser Teil fehlen von dem wie ich gerne wäre und was ich gerne tun würde.
 
  • #18
Grundsätzlich finde ich Flirten positiv und sehe es als Zeichen von Kommunikation und Lebensfreude. Damit meine ich aber Aufmerksamkeiten und Komplimente, die ich auch dem Kioskmann oder der Oma von nebenan schenke.

Für mich ist das Rumbaggern lediglich ein "Marktwert" Testen, also etwas fürs Ego und den Selbstwert.
Die Idee dahinter ist, "alles super, ich bin super, schließlich wollen mich viele Männer."
Damit werden Lücken im eigenen Selbstbewusstsein aufgefüllt.
Eine Person, die sich selbst für großartig hält, hat nichts davon, wenn sie von Krethi und Plethi angemacht, befingert und abgelutscht wird... Oder sie sucht sich hierfür halt ausschließlich die überdurchschnittlich guten Partner aus.

Fremdgehen und Fremdflirten haben auch was mit dem Bindungsstil zu tun. Personen mit unsicherem Bindungsstil können sich wegen ihrer Verlustangst nicht nur auf einen Partner verlassen, also muss die Parallelbeziehung her.

Außerdem können Personen mit unsicherem Bindungsstil die innige Nähe in einer harmonischen Beziehung nicht ertragen. Wie kann man einfacher Streit und Distanz in eine Beziehung bringen, als durch ständiges Fremdbaggern und Fremdgehen?

Du siehst, für mich sind Fremdbaggern und Fremdgehen immer Zeichen für ein charakterliches Defizit.
 
  • #19
Ich fühle mich oft zu anderen Männern hingezogen und möchte mich dies dann auch ausleben, aber ich möchte meine Beziehung nicht mehr aufs Spiel setzen. Trotzdem fühle ich mich in der Lage oft unzufrieden, als würde mir dadurch ein grosser Teil fehlen von dem wie ich gerne wäre und was ich gerne tun würde.
Schön, dass auch Frauen zugeben, dass sie auch mal Lust ausser Haus haben .....
Ich versteh dich voll und ganz; habe das Jahrzehnte ausgelebt. Vielleicht erzählst du deinem Freund, wie es mir erging:
Ich habe eine tolle Freundin, habe aber zu Beginn darauf bestanden, dass es passieren könnte, dass ich mal mit einer anderen im Bett lande. Nun ja, ich habe ihr OK bekommen. Und nun ? Ich darf offiziell - und mach es nicht mehr. Die Welt dreht sich manchmal schon etwas unrund ....
 
  • #20
Für mich ist das Rumbaggern lediglich ein "Marktwert" Testen, also etwas fürs Ego und den Selbstwert.
Dabei ist es das nicht mal, würde ich sagen. Denn das Geflirte wäre ganz schnell Geschichte, wenn es irgendeiner ernst nehmen würde und dächte, dass das beim anderen wirklich in einem ernsthaften Kennenlernwunsch mit "spätere Beziehung nicht ausgeschlossen" mündet.
Ich bin echt verzweifelt... Ich habe schon ein paar mal mit Ihm darüber gesprochen, doch er sagt er könnte mit einer offenen Beziehung nicht umgehen. Ich bin schon ein paar Mal an die Frage geraten: sollte ich ihn verlassen? Aber ich liebe ihn und kann ihn nicht verlieren...
Dann bleibt Dir ja nur, treu zu sein.
Ich finde dieses "mimimi, ich brauche aber ein Rundumpaket in meinem Leben, denn die Hauptsache ist, dass ich mich wohlfühle" kindlich. Das ist keine Kritik, ich denke, jeder, der mal an die Grenze seiner Beziehung stößt, was vermisst und sieht, dass andere ihm das geben könnten, denkt so: Das Gute des Alten will er erhalten, das Gute des Neuen mitnehmen, als ginge es nicht um Menschen und deren Gefühle (die eigenen und die der anderen), sondern um Dinge, die man gern haben will wie ein Konsument.
Aber es ist unerwachsen, da kindlich-egoistisch, sich dafür über den anderen und das, was er will, hinwegzusetzen, weil man den Verzicht nicht aushalten kann. Für mich sagt ein Erwachsener: Wer A sagt, muss auch B sagen, weil das damit zu tun hat, ob man Konsequenzen für sein Handeln tragen kann.

Trotzdem fühle ich mich in der Lage oft unzufrieden, als würde mir dadurch ein grosser Teil fehlen von dem wie ich gerne wäre und was ich gerne tun würde.
Das Gefühl kenne ich auf anderem Gebiet. Wie gesagt, es ist kindlich, nicht die Welt zu sehen, wie sie ist und für das eine auf was anderes zu verzichten, sondern daran zu hängen, dass sie so sein müsste, dass man glücklich sein kann, und darüber zu verzweifeln, dass man nicht alles bekommt, was man sich wünscht. Oder dann eben krumme Wege zu gehen, um alle auszutricksen, damit man von ihnen das kriegt, was man braucht wie Muttermilch.

Ich darf offiziell - und mach es nicht mehr. Die Welt dreht sich manchmal schon etwas unrund ....
Das hast Du schon ein paar Mal geschrieben und ich hab mich jedesmal dabei gefragt, ob es allein nur das "Verbot" der anderen Frauen war, das Dich dahingehend manipuliert hat, es brechen zu wollen und Dich nicht binden zu wollen - weil die es wollten, wolltest Du es nicht, ansonsten wärst Du damals schon in so einer Beziehung wie jetzt gelandet. Dann wäre das eine extreme Abhängigkeit im Handeln von dem, was die Frau erlaubt oder nicht, und das kann ich mir bei Dir eigentlich nicht vorstellen, wie Du sonst so schreibst.
 
  • #21
Interessantes Thema, hatte ich 2017 überlesen.

Wissenschaftlich gilt es als gesichert, dass nach den ersten Monaten bis maximal drei Jahren die Hormone und Botenstoffe, die typisch für die Phase des Verliebtseins sind, versiegen. Dann zeigt sich, ob sich tiefere Gefühle entwickelt haben und ob diese -zusammen mit dem Wertesystem beider Partner- dem starken Reiz, sich neu zu verlieben oder prickelnden Sex zu haben, standhalten.

Es gibt die Theorie, dass seit Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte die Menschen da unterschiedlich geprägt sind. Sowohl genetisch, als auch durch die eigene Biographie bzw. Bindungserfahrung. Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen gehört etwa die Hälfte zum sicheren Bindungstyp, die andere Hälfte zum unsicheren Bindungstyp.

Der sichere Bindungstyp übersteht Krisen, verzeiht Fehler, in Krisen auch eine Affäre, kommuniziert wertschätzend, bleibt sich grundsätzlich treu, könnte in Ausnahmefällen vielleicht eine offene Beziehung tolerieren. Der Partner mit sicherem Bindungstyp kann bis zu einem gewissen Punkt die Marotten des unsicheren Bindungstyps kompensieren.

Ein Mensch mit unsicherem Bindungsstil tickt anders. Er ist gern unverbindlich und fühlt sich schnell eingeengt. Oder er ist so klammerig, ängstlich bis eifersüchtig, dass eine schöne Beziehung zunehmend belastet wird. Wenn diese Pole stark ausgeprägt sind, wird eine langjährige, glückliche Liebesbeziehung unmöglich, selbst mit einem sicheren Bindungspartner.

Fazit:
Die FS scheint -warum auch immer- eher der unverbindliche, freiheitsliebende Typ zu sein. Sie müsste also -um eine langjährige, glückliche Beziehung zu leben- einen Partner finden, der kein Problem mit einer offenen Beziehung und möglicherweise selbst noch Liebschaften nebenbei hat. Oder sie will und kann der Versuchung widerstehen ohne unglücklich zu werden.

Die Frage ist nun schon etwa zwei Jahre alt. Mich würde mal interessieren, wie sie mit ihrem Freund verblieben ist bzw. wofür sie sich entschieden hat.

Ich muss bei der Frage unter aderem an das prominete Ehepaar Helmut und Loki Schmidt denken. Als Helmut Schmidt seine Daueraffäre begann, hat er seine Frau damit sehr verletzt. So stark, dass es nicht nur ihre psychische Gesundheit und Lebesfreude ernsthaft schädigte, sondern auch ihre körperliche. Loki ging auf Abstand, blieb aber bei ihm. Nicht aus Angst vor der Trennung, sondern weil sie wusste, dass er sie braucht. Sie verzieh ihm die anfängliche Lügerei, ertrug die Affäre, blieb ihm freundschaftlich verbunden. Er sagte später, dass sie die Liebe seines Lebens war. Sie aus Unachtsamkeit so verletzt und fast verloren zu haben, bereute er zutiefst. Dak Lokis Stärke haben sie ihre tiefe Liebe noch im hohen Alter in vollen Zügen genießen können.
 
  • #22
Der Mensch muss sich doch nicht immer seinen Gelüsten hingeben, wofür hat man denn einen Verstand und einen Willen bekommen? Nur weil man andere attraktiv findet, muss man doch nicht mit ihnen schlafen. Wenn man der Meinung ist, untreu in einer auf Treue ausgelegten Beziehung sein zu müssen, schätzt man den anderen nicht und die Gefühle des anderem sind gleichgültig. Alles hat seinen Preis. Eine monogame Beziehung bringt nunmal mit sich treu zu sein. Bei Untreue hat es Konsequenzen, so wie alles im Leben. Man kann auch nicht jedesmal Süßigkeiten essen, wenn einem danach gelüstet. Wenn man sich nicht kontrollieren kann, sollte man sich einer Psychotherapie wegen Störungen der Impulskontrolle unterziehen.
 
  • #23
Wer A sagt, muss auch B sagen, weil das damit zu tun hat, ob man Konsequenzen für sein Handeln tragen kann.
Für mich eines der doofsten Sprichwörter ever, ich muss mit Brecht kontern: „Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“

Das ist nicht gegen dich gerichtet, liebe @void, ich habe schon mehrfach geschrieben, dass du für mich die klügste und differenzierteste Forumsteilnehmerin bist und ich dich sehr schätze. Aber wenn es um sexuelle Treue geht, hadere ich immer mit dir. Es gibt Menschen, die gerne monogam wären, aber es nicht können. Da ich selber zu ihnen gehörte, weiss ich, wovon ich rede. Dieser innere Zwang, dieses innere Getriebensein ist leider kein Mimimi, das ist etwas viel Stärkeres.

Ich vermute, es sind zu einem nicht unbeträchtlichen Teil die Sexualhormone, die bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind. Ich kann locker treu sein, seit sich mein Hormonhaushalt offensichtlich radikal umgestellt hat. Das ist kein Verdienst und keine moralische Leistung von mir, es ist leicht, auf etwas zu verzichten, das keine grosse Bedeutung hat.

Frau 52
 
  • #24
Das hast Du schon ein paar Mal geschrieben und ich hab mich jedesmal dabei gefragt, ob es allein nur das "Verbot" der anderen Frauen war, das Dich dahingehend manipuliert hat, es brechen zu wollen und Dich nicht binden zu wollen
Nein, absolut nicht. Ich habe immer klar gemacht, dass ich mir meine Freiheit nicht nehmen lasse. Und nicht jede hat "verboten" - und es hat dennoch nie gepasst.
Ich sehe allerdings in meinem Lebensstil eines - Man ist sich nicht sicher, aber überzeugt von sich und der Freundin, dass es klappt. Wir entscheiden beide täglich neu. Nicht nur V, sondern auch ich müssen also täglich füreinander attraktiv sein. Das hat nichts mit Tagesform zu tun, sondern mit Grundlagen. Würde ich mich auf Dauer zum Jammerlappen entwickeln, zum Langweiler, zum Spielball ..... würde ich V verlieren. So bleiben beide in einem bestimmten Korridor die Personen, die zusammen gefunden haben.
Vielleicht Trick 17 mit Selbstüberlistung. Mag sein. Vielleicht nur für starke Persönlichkeiten machbar. Mag auch sein.
Lese ich allerdings hier mit, dann sehe ich ganz oft, dass die Gewürze fehlen. "Beziehung" fad schmeckt. Man hat ja "sexuelle Exclusivität" vereinbart. Manchen Protagonisten hier würde ein wenig mehr Risiko gut tun. Es erhöht m.M.n. die Attraktivität - bzw hält diese auf hohem Niveau.
Manche jammern bei einer 90 % Chance darüber, nicht genug Sicherheit zu haben. Ich habe die Einstellung, dass auch 1 % Chancen etwas sind, woraus sich etwas entwickeln kann.

Ich wäre gespannt, wie begehrt der Mann der FS plötzlich wäre, wenn er eben nicht sicher daheim hocken würde.
 
  • #25
Für mich eines der doofsten Sprichwörter ever, ich muss mit Brecht kontern: „Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“
Lol. Ja gut, das gibt es auch. Das ist für mich auch ein "B" - halt Konsequenzen aus dem eigenen Handeln ziehen, Erkenntnisse gewinnen, und aber auch mit seinen Mitmenschen fair sein.
Aber wenn es um sexuelle Treue geht, hadere ich immer mit dir. Es gibt Menschen, die gerne monogam wären, aber es nicht können. Da ich selber zu ihnen gehörte, weiss ich, wovon ich rede. Dieser innere Zwang, dieses innere Getriebensein ist leider kein Mimimi, das ist etwas viel Stärkeres.
Das verstehe ich durchaus. Mir geht es dabei auch gar nicht um sittliche Moral oder sowas. Mir geht es darum, dass man dazu stehen sollte, wenn man solches Getriebensein verspürt, statt anderen was vorzumachen.

Ich denke, es gibt Menschen, die seelisch genährt werden durch "Reden mit anderen", "Gedankenaustausch mit anderen". Dann die, die genährt werden durch "physische Nähe zu anderen", "seelische Nähe zu anderen" oder "gemeinsame Aktionen mit anderen" (die haben es oft gar nicht mit dem Kommunizieren). Und es wird auch die Menschen geben, die sich durch intensive körperliche Erlebnisse mit anderen genährt fühlen, also mit Sex. Ohne das fühlen sie sich leer, als ob sie immer nur an der Oberfläche schwimmen dürfen. Das will ich alles gar nicht absprechen, und diese Leute haben es schwerer in unserer Gesellschaft, die geprägt ist durch Glaubensrichtungen und die "heilige Monogamie".

Mir geht es allein um den Punkt: Bin ich der einzige Mensch auf der Welt, der glücklich sein muss, egal wie es anderen mit meinem Verhalten geht. Dh. darf mir niemand was sagen, das mich aufregt, also muss ich alle anlügen über meine Bedürfnisse oder mein Tun. Das finde ich in der heutigen Zeit nicht mehr nötig. Und dann einen Partner, der ein ganz anderes Beziehungskonzept leben will, zu verarschen, nur weil ich von dem auch noch meinen "Honig saugen muss", obwohl er gar nicht zu mir passt - DAS ist es, was für mich ist "nicht B sagen wollen".
 
  • #26
Lese ich allerdings hier mit, dann sehe ich ganz oft, dass die Gewürze fehlen. "Beziehung" fad schmeckt. Man hat ja "sexuelle Exclusivität" vereinbart.
Den Schluss würde ich nicht so ziehen, weil ich nicht denke, dass es an der sexuellen Exklusivität liegt.
Es liegt mE am ganzen Umgang mit der Partnerschaft. Am "Sich nicht mehr bemühen umeinander", am "den anderen selbstverständlich finden", auch daran, eine Beziehung viel zu einschränkend und zu dicht in bestimmten Bereichen (Unternehmungen mit anderen Leuten z.B.) zu leben, bedürftig zu sein nach einem Partner, der einem das Leben schön machen soll, ohne dass man sich mal Gedanken macht, wie man ihm das Leben schön macht.

Mir kommt es auch so vor, als würden - ich kann hier nur aus dem Blickwinkel einer Frau schreiben - Männer das Partnerin-Haben irgendwie abhaken und sich gar nicht mehr drum kümmern, dass die Beziehung auch gut bleibt. Erst viel Umwerben, dann Nachlassen an allem, was eine Beziehung für eine Frau so ausmacht außer Sex. Wie viele Paare wohnen, essen, schlafen gemeinsam und das war's? Ich finde das auch öde, wenn man Inventar füreinander wird.

Die Gestaltung der Beziehung haben BEIDE als Aufgabe. Ich hab keine Prozentangaben, wieviele Frauen ihr Single-Leben einfach so weiterführen wollen und in einer gewissen Peripherie einen Mann in ihr Leben "integrieren". Ich denke, bei Alleinerziehenden wird das manchmal so sein. (Ich selbst war übrigens auch so an meine Bez. herangegangen, woraufhin es Diskussionen gab.)
Mein Eindruck war immer, dass Männer (zumindest meiner Generation) immer noch erwarten, dass Frauen sich IHREM Leben voll anpassen, während er weiter fast komplett sein bisheriges Leben führt. Dass das ein enormes Maß an Anpassung des bisherigen Lebens der Frau bedeuten kann, wird als selbstverständlich hingenommen. Und dann macht sie alles für die Beziehung und er ist eben ab und an mal anwesend und zahlt vielleicht für sie was mit, was nun als Gestaltung der Beziehung viel zu wenig ist.

Ich wäre gespannt, wie begehrt der Mann der FS plötzlich wäre, wenn er eben nicht sicher daheim hocken würde.
Kann ich mir auch vorstellen. Aber das scheint ja ein Mann zu sein, der sich wohlfühlt in der Sicherheit einer Beziehung und den Kampf darum, ob er morgen weg sein könnte, nicht haben will (weder er will kämpfen noch will er, dass seine Partnerin hier Angst haben muss). Genau so einen hat die FS nach ihrer Singlephase ja gewollt, nun wird es ihr langweilig. Dh. er müsste vielleicht dauernd so einen Kampf inszenieren, dass sie sich nie ganz sicher sein kann. Und dann übernimmt er vielleicht auch nur das, was sie sonst täte - wer stellt die Unsicherheit her - egal, aber einer muss es tun, sonst ist es langweilig, weil sonst der Kick fehlt. So einer ist er aber gar nicht. Für eine harmonische Familiengründung geht sowas auch nicht, dh. es ist gut, dass nicht alle Menschen so ticken.
 
  • #27
Aber das scheint ja ein Mann zu sein, der sich wohlfühlt in der Sicherheit einer Beziehung und den Kampf darum, ob er morgen weg sein könnte, nicht haben will (weder er will kämpfen noch will er, dass seine Partnerin hier Angst haben muss). Genau so einen hat die FS nach ihrer Singlephase ja gewollt, nun wird es ihr langweilig. Dh. er müsste vielleicht dauernd so einen Kampf inszenieren, dass sie sich nie ganz sicher sein kann. Und dann übernimmt er vielleicht auch nur das, was sie sonst täte - wer stellt die Unsicherheit her - egal, aber einer muss es tun, sonst ist es langweilig, weil sonst der Kick fehlt. So einer ist er aber gar nicht. Für eine harmonische Familiengründung geht sowas auch nicht, dh. es ist gut, dass nicht alle Menschen so ticken.
Es ist kein Kampf - es ist ein Spiel. Stell es dir vor wie den annähernd perfekten Tango.
Wie du siehst - auch den Sicherheitsbefürwortern, den Regelmenschen etc laufen die Partner weg. Richtig - sexuelle Exclusivität ist nicht der Grund - sondern das Gefängnis aus 1000 Regeln. Hier werden Männer schon dafür kritisiert, dass sie einer anderen Frau auf den Hintern guggen - und Frauen dafür, dass sie einem Sportler nachschauen. So etwas erzeugt Frust - und Frust ist ungesund. Die ganzen verbitterten Sprüche noch dazu - die Inaktivität, das Fehlen der Begierde .... und als Krönung dann Streit über die Werkstatt, in die er sein Auto bringt. Rechenschaft ablegen über jeden Euro und jeden Joint. Jedes Bier und jedes Telefonat.

Ja, es gibt Menschen, die derart arm sind, um so leben zu wollen. Und arm meine ich nicht finanziell. Andere haben höhere Ansprüche - an Lebensfreude und Lebenslust, an das Leben an sich.
Meist sind sowohl die Eingesperrten wie auch deren Wärter unzufrieden. Die einen, weil sie die Freiheit zu schätzen lernen - die anderen, weil sie selbst als Moralapostel, Spassbremse und Knastwärter versagen.
Und der Erfolg ? Wer fliehen konnte, der blüht oft auf - findet auch wieder einen oder mehrere Menschen, die diese Person einfach mögen. Die zurückgelassenen Wärter - die sind auf immer unzufrieden und verbittert. Und jeder normale Mensch will nichts mit denen zu tun haben.
Ist sexuell exclusiv der Wunsch von beiden - dann sind beide zufrieden. Wird Monogamie zur hohlen Regelhülle, zur Moralphrase oder zur religiösen Ansage - dann ist sie zum Scheitern verdammt.
 
  • #28
Ja, dann bist du eben nicht treu. Dann lebe halt so. Aber sei fair und beende die Beziehung mit deinem Freund gleich. Dein Freund wird schon eine andere finden und deine Einstellung macht dich bei einigen Männern sicher sehr begehrt. Vielleicht regelt auch - ähnlich wie bei Babar - die Natur alles irgendwann.
 
  • #29
Jetzt aus Sicht der Betrogenen:

Manche Betrogenen finden den eigenen Partner nur attraktiv, wenn sie die Attraktivität des Partners durch andere bestätigt bekommen.
Da kann der Partner objektiv attraktiv und sexy sein. Der Betrogene glaubt das aber erst, wenn er sieht, dass der Partner Angebote von anderen bekommt.
Erst dann bemerkt der Betrogene wieder, dass er sich für den Partner bemühen muss.
 
  • #30
Hallo Schneeflocke,

es ist kein Fehler, daß Du Dich für andere Männer lebhaft interessierst.

Notwendig und verpflichtend ist allerdings die Offenheit gegenüber Deinem Partner. Auch bezüglich Deiner Fantasien und Wünsche.

Daß eine Liebesbeziehung mit der Zeit langweilig wird (und dann der Gedanke an "Abwechslung" auftaucht) kommt nicht von allerlei Sexualhormonen und Neurotransmittern sondern von Feigheit und Faulheit. Was in uns Menschen vor sich geht - alle Tage, alle Nächte - , ist, bei genauem Hinsehen, außerordentlich spannend, speziell wenn es sich um so konfliktträchtige Themen wie Sexualität, Finanzen, Kindererziehung handelt. Dann stehlen wir uns gern davon.

Nur rückhaltlose Kommunikation ermöglicht Lösungen. Diese schaffen immer wieder neue Nähe und neue sexuelles Begehren. Dann bräuchte man nicht unbedingt "Abwechslung" von außen. (Auch das oben erwähnte Hormon Oxytocin ist nicht einfach da oder nicht da, sondern es wird gebildet - bei der Entbindung und beim Orgi. Vor allem bei Frauen, aber auch bei Männern noch genug. Es liegt also an uns. Wir sollten gründlich lernen, einander Orgis zu schenken, steile hohe, langestreckte. (Viele spielen ihr Orgis nur - und das schelcht.)

Grüezi
Quinquin.
 
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