Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #1

Treue ist auch keine Lösung - oder?

Unsere Experten, die Diplompsychologen Lisa Fischbach und Holger Lendt haben gemeinsam ein neues Buch veröffentlicht: "Treue ist auch keine Lösung - Ein Plädoyer für mehr Freiheit in der Liebe".

Eine ihrer provokanten Thesen: Vollkommene Treue ist die rühmliche Ausnahme und nicht die Regel! Klingt schockierend, oder?

Wir trafen die beiden zu einem Interview und ließen uns die Sache mit der Treue genauer erklären - und wissen nun, wie vorteilhaft es für Paare ist, sich an der Liebe zu orientieren und nicht an romantischen Klischees. --> Das Interview lesen Sie hier.

Uns interessiert Ihre Meinung? Die eigenen (Treue-)Prinzipien bis aufs Äußerste wahren, auch wenn es das Aus für die Beziehung bedeutet? Oder haben Sie bereits Erfahrungen mit 2. Chancen gemacht? Halten Sie die Thesen von dem Autoren-Duo für zu gewagt?

Übrigens: Neben einem ausführlichen Interview, verlosen wir im ElitePartner-Magazin 15 Exemplare von "Treue ist auch keine Lösung" - vorbeischauen lohnt sich also.
 
G

Gast

Gast
  • #2
Das es mit der Treue mnicht so hin haut ist ja schon immer bekannt gewesen. Nur will es keiner wahrhaben. Und somit leiden viele vor sich hin und machen daran sogar noch eine ideale Partnerschaft fest.
Viel Spaß oder Frust weiterhin. Denn es wird sich in den Köpfen nicht viel ändern, da es uns ja in der Gesellschaft noch vorgegeben wird- Treue. Und weil die Masse so denkt, denken wir es ist
,, Normal" und erregen uns über Seitensprungagenturen, Fremdgehenende Partner usw.
Aber auch wir werden die menschliche Biologie nicht ändern können. Kirche und Gurus haben sich jahrelang bemüht es hat nichts an der Lust außerhalb der Ehen und Partnerschaften geändert.

Also ein ein weiteres Buch zum Erwachen, aber die Masse will die Illusion von der alleinigen, allmächtigen, romantischen, treuen Liebe, die eh kein Mensch dem anderen erfüllen kann. Und so füllen wir Partnerbörsen und Foren und suchen und suchen und suchen.

w/41
 
G

Gast

Gast
  • #3
Was für ein Unfug. Wer einen anderen Menschen begehrt als den Partner, muß deswegen ja nicht fremdgehen, sondern kann die Beziehung auch auflösen. So käme man, weil nicht „betrogen” wurde, ggf. später auch leichter wieder zusammen.
 
  • #4
Was ist denn "Treue" ? Vor allem ist es zB untreu, wenn zB eine Frau ihrem Mann sagt "ich würd gern mit einem anderen Mann schlafen" - und wenn der Mann sagt "OK mach das" und sagt "ich will dabei sein" bzw. "ich will nicht dabei sein" ?

Ist die Treue dadurch verletzt - schon weil sie die Gedanken hatte oder weil sie es körperlich vollzogen hat, oder ist die Frau nicht untreu, weil sie nur das gemacht hat, wozu ihr Mann im Voraus das OK gegeben hat ?

Diese Definition im Vorfeld ist entscheidend, wird aber nicht gegeben. Dadurch wird im Kreis herum argumentiert.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Wie wunderbar, dass endlich jemand wagt, ein pragmatisches Modell für "Un"-Treue öffentlich zu machen!
Die Thesen entsprechen genau meiner Auffassung.

Meine persönliche Lebart und Interpretation sieht folgendermaßen aus:
In einer erfüllenden Beziehung suche ich keine Abenteuer und bleibe gerne jahrelang körperlich treu. Doch die Tatsache, dass man im Laufe des Lebens auf interessante Menschen trifft, die andere Seiten in einem ansprechen als der Partner, ist nicht von der Hand zu weisen. Öffnet man sich für diese Begegnungen, können diese sogar für den Partner eine Bereicherung darstellen, oder aber die Liebe wird genährt, indem man dem anderen das Glück dieser Begegnung gönnt. Es muss nicht mal unbedingt eine sexuelle Beziehung sein, doch bedeutet es eine Umstellung für den Partner, wenn die bisher gemeinsame verbrachte Zeit Kürzungen erfährt.
Körperlich "fremdzugehen" bereitet mir Unbehagen. Da muss die Beziehung schon sehr eingefahren sein, dass ich Lust auf einen anderen Mann bekomme.
Gerade aber in einer jahrzehntelangen Beziehung finde ich es legitim, wenn dieser Zustand eintritt - ohne der Beziehung ein Endesetzen zu müssen. Wichtig ist dann, darauf zu schauen, wo die Qualität der Beziehung liegt, und diese zu bewahren, bei neu definierten Freiheitsgraden.
Ich denke, es kommt v.a. darauf an, die Achtung vor dem Partner zu wahren, ehrlich zu kommunizieren und ihm im Zweifel kompromisslos Vorrang einzuräumen. Und natürlich sollte er derselben Auffassung sein können!
Tatsache ist, sich frei zu fühlen in einer Beziehung, fühlt sich einfach besser an. Auch wenn die freie Entscheidung immer für den Partner ausfällt.
 
  • #6
Ich habe allerdings auch nicht verstanden, was die Autoren nun konkret raten. Niemand, der in jemanden verliebt ist oder ihn aufrichtig liebt und begehrt, möchte ihn teilen, selbst in der Kommune 1 ist dieses Konzept gescheitert -- und der Wunsch nach Teilen kommt ja immer vom anderen, immer zur Unzeit. Es müsste ja schon gleichzeitig passen, damit nicht einer wahnsinnig leidet. Das ist alles nicht zuende gedacht.

Ich sage aber eines dazu: Ist das ein gutes Aushängeschild für ElitePartner? Entspricht das Niveau und Seriosität? Also mich schreckt das doch sehr ab. Wer sucht einen neuen Partner und geht nicht von Treue und Exklusivität aus?

Und wie können die Autoren das ganze angesichts von Geschlechtskrankheiten verantworten? Kondom gut, alles gut? Naiv und weltfremd? Oder einfach nur nicht zuende gedacht?
 
  • #7
Treue ist für mich die eiznige Lösung. Eine Partnerschaft ohne Treue und Exklusivität wäre mir weder emotional erträglich noch gesundheitlich akzeptabel.

Die Autoren vergessen zudem, dass neben lockeren Lebensabschnittspartnerschaften es ja tatsächlich noch Menschen geben soll, die zusammen eine echte Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft führen und eine Familie gründen. Wo beide Partner alle Ressourcen einbringen und gemeinsam ein Ziel verfolgen. OK, manche kennen so etwas nicht mehr... aber es soll es noch geben...
 
G

Gast

Gast
  • #8
Wer einen anderen Menschen begehrt als den Partner, muß deswegen ja nicht fremdgehen, sondern kann die Beziehung auch auflösen. So käme man, weil nicht „betrogen” wurde, ggf. später auch leichter wieder zusammen.

Genau das ist doch der Punkt. Es ist ein großer Unterschied, ob ich vorab informiert werde, mich an den Gedanken gewöhnen und vielleicht gemeinsam eine Lösung gesucht werden kann, oder ob ich mit dem Abendessen warte bzw. eine SMS "Komme später" eintrudelt, um NACHHER zu erfahren, was wirklich Sache ist.

Alternativ soll es auch Paare geben, die sich darauf geeinigt haben "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" und damit gut fahren.

Zitat Frederika: "Treue ist für mich die eiznige Lösung. Eine Partnerschaft ohne Treue und Exklusivität wäre mir weder emotional erträglich noch gesundheitlich akzeptabel."

Das ist für mich so realistisch und lebbar wie das Bindunggelübde bei der Eheschließung. Die Scheidungszahlen sind Dir ja wohl bekannt. Vielleicht gehörst Du ja zu dem Drittel der Personen, denen es gelingt, das Gelübde einzuhalten. Leider wissen wir nicht, wie viele von diesen Paaren es nur schaffen, WEIL sie Toleranz für kleine und größere Seitensprünge geübt haben.

Das soll kein Plädoyer für Fremdgehen werden, im Gegenteil. Ich bin immer im Zweifelsfall für Arbeit an der Beziehung. Doch ich ersetze den Begriff "Treue" lieber durch "Verlässlichkeit" und "Exklusivität" duch "Priorität".
Die Absolutheit des Treueanspruchs führt zu unnötigen Fehlschlüssen und vermeidbarem emotionalen Elend.
(w)
 
G

Gast

Gast
  • #9
Wenn ich als Mann persönlich eine halbwegs attraktive Partnerin hätte, der Sexualität etwas bedeuten würde (im Gegensatz zu meiner Partnerin und vielen Frauen) und wir uns gegenseitig befriedigen würden, sähe ich überhaupt keinen Grund zum Fremdgehen.

So (mangels Gelegenheit/Sympathie/Attraktivität) gehe ich zwar auch nicht fremd, aber meine Sehnsucht nach Begierde (zu begehren und begehrt zu werden) ist oft so stark, daß ich nicht sicher bin, ob ich mich nicht doch irgend wann einmal trennen werde...
 
G

Gast

Gast
  • #10
Also ein ein weiteres Buch zum Erwachen, aber die Masse will die Illusion von der alleinigen, allmächtigen, romantischen, treuen Liebe, die eh kein Mensch dem anderen erfüllen kann.

Bei mir und meinem Mann haut diese "Illusion" wunderbar hin. Unsere Liebe erfüllt all die oben genannten Kriterien, und das schon seit Jahren - sowas soll es geben, tatsächlich. Übrigens kenne ich auch viele andere Beispiele in unserem Freundes- und Verwandtenkreis.

Diesmal bin ich mir ausnahmsweise mit Frederika vollkommen einig. Ihren Statements ist nichts hinzuzufügen.
 
  • #11
Ja! Paare, die mit Untreue kämpfen schauen auf verletzte Regeln, nicht mehr auf die Liebe. Was wir empfehlen ist ein Perspektivwechsel, eine Orientierung an der Liebe (https://www.elitepartner.de/magazin/die-bedingungen-der-liebe.html), wie wir sie in unserem Leben ganz konkret vorfinden und dann das dazu passende Modell selber gemeinsam zu erarbeiten… immer wieder neu, wenn es nötig ist! Viele Paare haben sehr monogame Phasen. Die große Belastungsprobe kommt, fühlt sich ein Partner irgendwann zu einem anderen hingezogen. Dann müsste das bisherige Modell überdacht und angepasst werden. Nur das passiert oft nicht – die meisten Menschen verlassen lieber ihren Partner, als ihr Modell von Partnerschaft zu überdenken und an ihre persönliche Realität anzupassen.

Insbesondere diesen Satz aus dem Interview finde ich sehr reflektierenswert.
Obwohl ein Mensch weiter geliebt wird und der Partner gar nicht vorhat, wegen eines Dritten die Beziehung zu verlassen, wird sie dennoch beendet, weil starre Regeln gebrochen wurden.
Mit allen fatalen Konsequenzen, die z.B. eine Scheidung mit sich bringt.
Anstatt sich zu überlegen, ob nicht für alle Beteiligten ein alternatives Modell auch in Frage kommt.

Wir hatten doch hier mal so einen Fall mit einem erkrankten Mann, der seiner Frau ausdrücklich andere Sexualkontakte erlaubte. Sie hatte nicht vor, die Beziehung zu beenden, und ich bin sicher, es war ihr ein Leichtes, einen Sexualpartner zu finden, der sich nicht binden wollte.

Regelbereingt wäre das eine win-win-win Situation für alle drei gewesen. Der erkrankte Mann muss nicht mehr befürchten, von einer sexuell frustrierten Frau verlassen zu werden, die Frau kann sich mit ganz anderer Energie dem erkrankten Mann widmen, weil sie nicht mehr sexuell frustriert ist und der Lover muss sich keine Dame ans Bein binden mit genau der Beziehungsverantwortung, die er nicht eingehen will.

In strengen Monogamieregeln müsste die Frau den Mann, den sie liebt, gegen ihren Impuls erst Mal verlassen; der kranke Mann müsste ohne die Frau auskommen, die ihn liebt und wäre alleine mit seiner Krankheit; und der Lover, der sich nicht binden will, müsste gegen seine Überzeugung eine feste Beziehung eingehen, um mit der Dame Sex haben zu können.

Ohne jetzt das Buch gelesen zu haben, interpretiere ich aus oben zitiertem Satz, dass die Autoren auch solche Situationen meinen, wenn sie sagen, man könnte sein Beziehungsleben an der vorhandenen Liebe und an der individuell vorhandenen Beziehungswirklichkeit orientieren und nicht nach vermeintlich unumstößlichen Regeln.
 
  • #12
Wenn ich als Mann persönlich eine halbwegs attraktive Partnerin hätte, der Sexualität etwas bedeuten würde (im Gegensatz zu meiner Partnerin und vielen Frauen) und wir uns öfter gegenseitig befriedigen würden, sähe ich überhaupt keinen Grund zum Fremdgehen.

So (mangels Gelegenheit/Sympathie/Attraktivität) gehe ich zwar auch nicht fremd, aber meine Sehnsucht nach Begierde (zu begehren und begehrt zu werden) ist oft so stark, daß ich nicht sicher bin, ob ich mich nicht doch irgend wann einmal trennen werde...
 
G

Gast

Gast
  • #13
Wenn ich (w) jemanden LIEBE, dann ist da kein Platz für Gedanken an andere Männer bzw. wie es mit ihnen wäre. Diese Idee kommt einfach gar nicht.

In dem Moment, wo ich anfange, mich mit für einen anderen Mann zu interessieren, weiß ich, in meiner Beziehung stimmt etwas nicht mehr. Darüber denke ich dann nach UND spreche mit meinem Partner.

Sind die Gefühle für den Partner nicht mehr da, dann trenne ich mich, BEVOR ich in andere Betten hüpfe.

Irgendwelche Ausreden/Entschuldigungen für Untreue, wie die hier angeführten, verursachen in mir Übelkeit.

Treue ist in der Tat DIE Lösung!
 
  • #15
Und was ist, wenn die Gefühle noch da sind, sogar durchaus beiderseits, aber Dein Partner seit Jahren keinen Sex mehr mit Dir haben will (oder kann)?
Ist hier ja ein täglich diskutierter Fall mit tausenden von Forumsbeiträgen.

Dann muss sich der Sexverweigerer überlegen, ob er dem Partner einen Freibrief erteilt.

Ich glaube, die Autoren haben wohl an einem Abend etwas zu viel getrunken und sich einen Spaß daraus gemacht,

Der war gut.

Öffnet man sich für diese Begegnungen, können diese sogar für den Partner eine Bereicherung darstellen, oder aber die Liebe wird genährt, indem man dem anderen das Glück dieser Begegnung gönnt.

In diese Entscheidung sollte aber der Partner mit einbezogen werden. Das große Problem ist, dass soetwas in der Regel im Alleingang entschieden wird.
 
G

Gast

Gast
  • #16
Ich für mich kann es nicht: zwei Männer lieben (oder sogar noch mehr). Ich fühle mich zerrissen dabei, und ich weiß, wovon ich schreibe, ich war in so einer Situation.

Es gibt so viele denkbare Lebensmodelle. Wichtig ist nur, dass beide Partner sich einig sind, wie sie ihre Beziehung leben wollen.
Ich lebe seit 19 Jahren in einer Partnerschaft, und ich liebe diesen Mann so sehr, dass für einen anderen Mann gar kein Platz wäre.
Für uns beide ist Treue etwas sehr Schönes. Wir unternehmen nicht alles zusammen, aber wir vertrauen uns vollkommen. Ich würde diese harmonische Beziehung niemals gegen ein offenes Beziehungsmodell eintauschen wollen. Aber ich gehöre auch nicht zu jenen Menschen, die ALLES haben wollen ... einen Dauerpartner (für den Alltag) und einen wechselnden Partner für den sexuellen Kick, der ausgetauscht wird, wenn das Prickeln verloren gegangen ist.

w/47
 
G

Gast

Gast
  • #17
Wenn ich (w) jemanden LIEBE, dann ist da kein Platz für Gedanken an andere Männer bzw. wie es mit ihnen wäre. Diese Idee kommt einfach gar nicht.

Das geht mir durchaus auch so. Doch wissen wir immer, wie sich alles entwickelt?

Es gibt Beispiele intelligenter und prominenter Menschen, die den Thesen der Autoren Rechnung tragen, indem sie lieber dem Partner den einen oder Seitensprung nachsehen als alles zu opfern, was sie sich über Jahre hinweg aufgebaut haben.

Es gibt sicher auch ein Zuviel an "Untreue", die nicht mehr auszuhalten ist und zur Trennung führt; z.B., wenn aus der Liaison Kinder entstehen.
 
G

Gast

Gast
  • #18
Offene Partnerschaften sind für mich völlig absurd und resultieren m.E. daraus, dass die Menschen verlernt haben sich für etwas bzw. füreinander zu entscheiden. Wenn ich mich für diese Wohnung entscheide , kann ich nicht gleichzeitig in der anderen sein, wenn ich mich für diesen Arbeitgeber entscheide, kann ich nicht gleichzeitig bei einem anderen sein, wenn ich mich für dieses Leben entscheide, kann ich mich nicht gleichzeitig für ein anderes Leben entscheiden. Menschen werden noch verwirrter als sie es schon sind... KInder wissen noch weniger, wo sie hingehören, Verantwortung wird noch weniger getragen als jetzt schon - ein heilloses Durcheinander ist die Folge und die Betonung liegt auf heillos.....für mich Symbol einer kranken Gesellschaft, die nicht mehr in ihrer Mitte ruht, aus der in Ruhe und mit Bedacht gewählt und dann auch verantwortet wird....Menschen verlieren mit diesem Modell ihre letzten Wurzeln und flattern im WInd....
wir brauchen nicht mehr Flexibilität und abwechslung, sondern im gegteil wir brauchen Rückhalt und stabile Wurzeln - um dann kraftvoll im Leben zu wachsen und zu bestehen
 
G

Gast

Gast
  • #19
Es gibt sicher auch ein Zuviel an "Untreue", die nicht mehr auszuhalten ist und zur Trennung führt; z.B., wenn aus der Liaison Kinder entstehen.

Oh, es gibt also verschiedene Stufen der Untreue, einfach nur fremdgehen ist weniger schlimm als fremdgehen und dabei Kinder zeugen. Auf deutsch: du kannst dich gerne durch fremde Betten vögeln, wenn du willst, aber sollte dir dabei was passieren, fliegst du aus meinem ‘raus.
 
  • #20
Darf man jetzt nicht mehr treu sein, weil in diversen Büchern steht, dass das Ausnahmen sind?

Nach dem Motto, man muss es nur oft genug schreiben, damit es gelesen und geglaubt wird? Dann dauert es nicht lange und keiner muss mehr ein schlechtes Gewissen haben, wenn er seinen Partner betrügt?

Klar, so kann man sich auch frei machen. Für mich ist und bleibt das eine Frage des eigenen Willens und nicht der Triebe.

Jeder, wie er will und mir macht es nichts aus, wenn man mich in dieser Hinsicht als zurückgeblieben bezeichnet.
 
G

Gast

Gast
  • #21
#17: ich stimme mit dir völlig überein ... genau so wie du, so denke und fühle ich.

w/46
 
G

Gast

Gast
  • #22
Treue hat etwas mit Moral zu tun, mit erinnern und vergessen. Und keine Liebe kann Bestand haben wenn sie vergessen wird. Treue ist bewahrte Liebe, Treue zur miteinander geteilten Liebe. Treue ist Liebe. Untreue bedeutet Verrat und meistens auch Lüge. Zwangsläufig stirbt die Liebe, auch wenn die Ehe aufrecht erhalten wird. Doch wozu etwas treu bleiben was bereits vergessen ist?
 
G

Gast

Gast
  • #23
mir macht es nichts aus, wenn man mich in dieser Hinsicht als zurückgeblieben bezeichnet.

Das Problem dabei ist nur, daß Du Dir Dein „bin treu” quasi auf die Stirn tätowieren lassen mußt, weil sonst alle Welt davon ausgeht, Du bist es nicht. Untreue wird durch solche geistigen Ergüsse quasi zum Normalfall erklärt - und so etwas schlägt dann eben auch auf Dein Leben durch, genauso wie auf meines und auf das Leben aller Menschen, denen Treue etwas bedeutet, und die nicht bei jedem Kennenlernen erst mit all den falschen Verdächtigungen aufräumen wollen, die durch solche „Ratgeber” geschürt wird.
 
  • #24
die nicht bei jedem Kennenlernen erst mit all den falschen Verdächtigungen aufräumen wollen, die durch solche „Ratgeber” geschürt wird.
Richtig! Und ich wundere mich doch auch sehr, was diese Ratgeber (die Autoren) mit einem solchen Artikel bei EP machen? Das widerspricht doch eigentlich dem - in der Öffentlichkeit - propagierten Anspruch, der Seriosität, dem Niveau und Ziel, dass die Menschen hier eine feste Beziehung knüpfen können! Oder sehe ich da etwas falsch?

Solche Ratgeber auf dieser Plattform, die locken doch nur die gleiche Klientel an, wie man sie auf jeder Seitensprungbörse finden kann. Sind doch auch so genug von denen hier unterwegs und es wird immer schwieriger, sie von den anderen zu trennen.

Da fühlt man sich in die Kindheit zu Aschenputtel versetzt. Linsen sortieren: Die guten ins... usw.

Bei den ganzen Sachen hier von Lisa Fischbach und Holger Lendt, war bisher noch nie etwas dabei, das es für mich gelohnt hätte, zu speichern.
 
G

Gast

Gast
  • #25
Von der im Ratgeber beschriebenen Realität will natürlich keiner etwas wissen, der gerade ernsthaft auf der Suche nach der (neuen) Liebe seines Lebens ist. Logisch. Hier denkt man an Romantik, Intimität, Treue und eine gemeinsame sorgenfreie Zukunft.

Dieser Ratgeber ist wohl für diejenigen gedacht, die gerade dabei sind, eine gewachsene Beziehung vorschnell wegzuwerfen, weil einer vor den Problemen davongelaufen ist. Von diesen Menschen haben unzählige hier ihre Geschichten gepostet. Hier geht es nicht mehr darum, ist es richtig, treu zu sein, sondern, wie gehe ich mit Untreue um. Nicht alle sehen in der radikalen Trennung die ideale Lösung.
Liebe hat eben nicht nur mit Treue zu tun, sondern auch (einmalige) Fehler vergessen zu können.
 
G

Gast

Gast
  • #26
Ein geradezu unglaublicher Schwachsinn.
Die Autoren sollten sich zuerst mal gründlich mit Humes Postulat auseinandersetzen, dann würden sie wenigstens schon einmal aufhören, Sein und Sollen zu verwechseln.
Ein typisches Beispiel für medial beförderte Amoral.
Hatte den Eignern dieses Forums mehr zugetraut, das muss ich wohl konzedieren.

M48
 
  • #27
Hallo liebe Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Forums,

wir freuen uns sehr, dass es so schnell so heiß hergeht bei der Diskussion dieses heiklen Themas, das bei uns seit Jahren sowohl in der Paarberatung, als auch im Singlecoaching oft ganz oben steht.

Es sind nicht nur freundliche Beiträge dabei, aber das ist bei unserer Art das Thema anzugehen auch nicht zu erwarten gewesen, denn die ist tatsächlich provokant im Sinne des Wortes: Sie ruft etwas hervor, nämlich Reaktionen, Positionen und Meinungen.

Der grundlegende Irrtum Vieler hier ist scheinbar, dass wir aus einem "Sein" ein neues "Soll" ableiten... das stimmt nicht, denn das Buch geht einen anderen Weg.

Niemand wird aufgerufen seinen Liebesstil zu ändern, der damit zufrieden lebt. Es gibt keine Missionierung durch andere Ideen. Was das Buch aber fragt ist, inwieweit sich Moral an Menschen "vergeht", wenn ersichtlich ist, dass bestimmte Forderungen/Solls weit neben der Realität liegen und so Leid erzeugen, das vermeidbar wäre.

Da aus unserer Erfahrung kein Paar/Mensch ist wie das/der andere und auch die Frage wo Untreue anfängt oder aufhört endlos diskutiert und immer nur individuell beantwortet werden kann, sprechen wir uns dafür aus, die Wahlfreiheit zu erhöhen, was Liebesmodelle angeht. Freiheit bedeutet vor allem, dass jeder der monogam leben möchte so leben sollte, nur wäre es aus unserer Sicht sehr bereichernd, wenn Alternativen nicht so sehr als Kuriositäten abgetan würden, denn viele Kulturen und auch Subkulturen unserer Gesellschaft leben "erfolgreich" andere Beziehungsformen, die Vielen völlig unbekannt sind, aber im Einzelfall sehr hilfreiche Anregungen anbieten könnten.

Das Buch entwirft kein neues Soll, sondern hinterfragt, wie das Soll der Monogamie ("gegen" die wir nur deshalb argumentieren, weil sie oft als Dogma verstanden wird) entstanden ist und ob es uns hilft in der heutigen Gesellschaft daran festzuhalten. Das Buch bietet einen neuen, positiv-definierten Treue-Begriff an und eine Rückbesinnung auf die großen Stärken (!!!) der Romantik. Aus unserer Sicht wird heute beides eher missverstanden.

Wer sich also angegriffen fühlt:
Es gibt keinen Anlass dafür, es sei denn, er würde anderen sagen wollen, wie sie zu lieben haben, sein Soll also auf andere "Seins" erweitern.

Dagegen sprechen wir uns ganz klar aus - deshalb ist das Buch auch kein Ratgeber, sondern ein provokantes Thesenbuch zum Nachdenken.

In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere kontroverse Diskussionen mit Ihnen.

Herzlich Ihr Holger Lendt
(Ko-Autor des besagten Buches)
 
  • #28
Was das Buch aber fragt ist, inwieweit sich Moral an Menschen "vergeht", wenn ersichtlich ist, dass bestimmte Forderungen/Solls weit neben der Realität liegen und so Leid erzeugen, das vermeidbar wäre.
Meinst Du wirklich, dass durch Treue Leid erzeugt wird? Entsteht das Leid nicht erst durch Fremdgehen, durch das Zerplatzen von Lebensträumen? Wann fühlt man sich schlecht? Weil es irgendwo einen Kollegen gibt, mit dem man sich auch was vorstellen könnte, sich aber aufgrund der Liebe zusammenreißt und keien Affäre bginnt? Ist das schon Leid? Eine tolle Beziehung zu haben und keine zweite einzugehen? Das hat sich für mich noch nie wirklich schlimm angefühlt. Dagegen können einen Liebeskummer, Eifersucht, zerplatze Träume ganz tief verletzen und aufreiben.

wenn Alternativen nicht so sehr als Kuriositäten abgetan würden,
Ich verstehe noch nicht, von welchen Konstellationen wirklich die Rede sein soll. Partnerschaften, die den Namen wert sind, sind zumindest für alle, die gemeinsame Kinder haben wollen, doch wohl umfassende Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften, in denen beide ihre Ressourcen einbringen, füreinander einstehen und aufkommen, sich bereit sind gegenseitig zu versorgen und gute wie schlechte Zeiten durchzustehen. Da passt doch kein Dritter dazu. Keine Untreue. Keine weggeworfenen Ressourcen.

Nimm doch mal Stellung zu dem Punkt Gesundheit: Es ist einfach nicht möglich, sich durch bloße Kondombenutzung ausreichend vor allen üblichen Geschlechtskrankheiten zu schützen. Wer intime Begegnungen mit Dritten hat, droht immer erhebliche Gesundheitsgefahren in die Familie einzuschleppen.

Treue ist mit weitem Abstand das beste Mittel zur Gesundheit. Wären alle treu, würden sich die meisten Krankheiten ruckzuck totlaufen.

Das Buch entwirft kein neues Soll, sondern hinterfragt, wie das Soll der Monogamieentstanden ist und ob es uns hilft in der heutigen Gesellschaft daran festzuhalten.
Kommen denn folgende Punkte vor?
+ Gesundheit
+ Liebe
+ Wirtschaftsgemeinschaft

Noch eine ganz direkte Frage an Dich: Kannst Du Dir persönlich vorstellen, eine Freundin richtig zu lieben, zu begehren, rundherum toll zu finden, zu erkennen: Ja, mit der möchte ich zusammen bleiben -- und dennoch zu sagen: Stört mich nicht, wenn sie ab und zu mit anderen Sex hat? Kanst Du Dir das persönlich wirklich vorstellen? Ohne innerlich zu zerreißen?
 
  • #29
@ Holger Lendt:

Als Autor fällt es dir leicht, scheinbar die richtigen Worte zu wählen. Aber viele Worte machen den Tenor eurer Ausführungen auch nicht besser bzw. verändern sie nicht. Da veröffentlicht ihr ein Buch und dann versuchst du hier zu erklären, wie es gemeint ist...

Allerdings sollten wir uns doch fragen, was dich veranlaßt hat, überhaupt Stellung zu nehmen? Das ist nämlich noch nie geschehen (so viel ich weiß).

Wenn hier Menschen, die ganz sicher gebildet und erwachsen genug sind, euer Buch richtig zu lesen, nicht sehr freundlich reagieren, wie du es nennst, dann ist das doch ein Grund, sich Gedanken zu machen.

Dein Beitrag hier, bestätigt meine Meinung nur noch. Da ist sehr viel Theorie, Wunschdenken und auch freie Fantasie der Autoren. Einen wirklich beachtenswerten, gelebten Ist-Status, den sehe ich da nicht. Ich werde nicht noch näher darauf eingehen, da heute kein guter Tag für meine schmerzende Hand zum schreiben ist.

Allerdings würde ich schon gern wissen, welche Subkulturen und gelebte andere Bezeihungsmodelle in unserer Gesellschaft du da angesprochen hast?

Wie auch immer, ich bleibe dabei:
Nach dem Motto, man muss es nur oft genug schreiben, damit es gelesen und geglaubt wird? Dann dauert es nicht lange und keiner muss mehr ein schlechtes Gewissen haben, wenn er seinen Partner betrügt?
Nur, weil etwas schwarz auf weiß gedruckt ist, ist es noch lange nicht richtig oder wahr!

Nebenbei bemerkt, ist es wohl auch realistisch und muss erlaubt sein, feststellend darauf hinzuweisen, dass jede(r), der Bücher schreibt, natürlich auch gerne möchte, dass sie verkauft werden. Eine so kontroverse Diskussion über ein abstraktes Sein und Soll, die ist dabei sicher hilfreich. Und für die Paarberatung und das Singlecoaching, da ist es sicher auch nicht von Nachteil.
 
  • #30
Ich behaupte mal, diese angeblich gelebte alternativen Modelle funktionieren nur unter zwei Bedingungen:

+ die beiden lieben sich gar nicht wirklich, sondern mögen sich irgendwie nur ziemlich gerne

+ die beiden wollen gar keine Abhängigkeit im Sinen von Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft, geschweige denn Kinder, sondern nur ein bisschen Spaß, Freude, Sex, Freizeit ohne Verbindlichkeit

Wenn das so ist, dann spreche ich aber gar nicht von Partnerschaft, dann ist es wirklich nur ein alternatives Beziehungsmodell -- eines, das spätestens dann scheitern und zerbersten wird, wenn der eine sich doch unsterblich in den anderen verliebt oder einer von beiden doch Kinder, Sicherheit, Bindung möchte.

Diese Modell von "Fun und Oberflächlichkeit" statt des üblichen "Bindung und Verläßlichkeit" ist doch eine Bankrotterklärung der gesellschaftlichen Entwicklung. Und wenn die Herren und Damen Autoren sich mit der jüngere Generation auskennen würden, dann wüssten sie, dass Treue, Exklusivität, Bindung, Füreinanderdasein wieder ganz stark im Kommen sind. Anders geht es nämlich nicht, wenn man wirklich Sicherheit und gemeinsame Zukunft wünscht.

Allerdings sollten wir uns doch fragen, was dich veranlaßt hat, überhaupt Stellung zu nehmen?
Ich finde es absolut toll, dass wir hier mit den Autoren diskutieren können. Gerne öfter und regelmäßig. Also das ist nun wahrlich ein positiver Aspekt des ganzen Themas...
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Top