• #1

Typisch Mann - Ergebnis von Sozialisierung oder der Biologie?

Die Psychaterin und Neurobiologin Louann Brizendine befasst sich in Ihrem neuen Buch damit, welche Vorgänge sich im Gehirn eines Mannes abspielen und welche Auswirkungen dies auf sein Verhalten und seine Gefühle hat.

Demnach ist sein Lustzentrum dafür verantwortlich, dass er einer attraktiven Frau ohne jegliche Art der Verliebtheit hinterherschaut. Sein Testosteron-Spiegels veranlasst Ihn neutrale Gesichter von anderen Männern als unfreundlich oder aggressiv wahrzunehmen.

In welchen Situationen wurden Sie mit typisch männlichen Verhaltensweisen konfrontiert? Gibt es Gegenbeispiele oder Situationen in denen wir von "unerwartet" weiblichen Verhalten der Männer irritiert sind?
 
G

Gast

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  • #2
Wie so ziemlich alle aussagen der Neurobiologie, so ist auch dieses Buch m.E. mit einiger Vorsicht zu genießen. Es beleuchtet die Wahrheit nämlich nur aus einem Blickwinkel, eben dem der Naturwissenschaften. Um aber ein männliches Individuum zu begreifen, kann es bestenfalls ein wenig Hilfestellung leisten. Es fehlt, wie so oft, die interdisziplinäre Betrachtung, z.B. auch aus dem Blickwinkel der Psychologie, der Kulturwissenschaften, der Philosophie. Ohne diesen Beitrag entstehen leider gefährliche Halbwahrheiten, da den Aussagen ein Absolutheitsanspruch zugrunde liegt.

Demnach ist sein Lustzentrum dafür verantwortlich, dass er einer attraktiven Frau ohne jegliche Art der Verliebtheit hinterherschaut. Sein Testosteron-Spiegels veranlasst Ihn neutrale Gesichter von anderen Männern als unfreundlich oder aggressiv wahrzunehmen.

Vorsicht, Männer sind keine Zootiere, die man mit Interesse betrachten und studieren darf. Zu solch einer Betrachtungsweise verleitet aber eine derartige Aussage. Sie sind auch keine Mängelwesen deren Defekte es zu erforschen gilt. So wäre dieses Buch gründlich missverstanden. Übrigens gibt es ein entsprechendes Buch auch über das weibliche Gehirn, ich denke es ist unlauter, das eine ohne das andere Buch zu betrachten.

Gibt es Gegenbeispiele oder Situationen in denen wir von "unerwartet" weiblichen Verhalten der Männer irritiert sind?

Irritation entsteht von zwei Seiten. Gerade hier müsste man auch etwas über das weibliche Gehirn wissen um Einseitigkeit zu vermeiden.
 
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Gast

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  • #3
Man braucht sich doch nur vorzustellen, welche Umwelt den Menschen hervorgebracht hat: die Savanne. Aufrechter Gang, Leben in Kleingruppen, die Frau als Hüterin des Lagers, der Mann als Jäger und Nahrungsbeschaffer. Männer mußten ins Lager zurückfinden, Frauen den Nachwuchs erziehen, zumindest in den ersten Jahren. Natürlich braucht es dazu unterschiedliche genetische Ausstattung. Ein weit verbreitetes Gerücht stimmt allerdings nicht: männliche Gene haben keinen Vorteil davon, wenn ihr Träger möglichst viele Frauen schwängert, im Gegenteil, es überleben eher die Gene der Männer, deren Kinder dank väterlichem Familiensinn das Erwachsenenalter erreichen.
 
  • #4
@1: Sie haben vollkommen Recht. Weder Männer noch Frauen sind Zootiere - so ist die Frage nicht gemeint. Ich werde in Analogie zu der Frage auch noch ein entsprechendes Thema für das weibliche Geschlecht eröffnen. Bei der Frage geht es mir um das Aufzeigen von männlichen Eigenheiten in bestimmten Situationen und Erklärungsansätze dafür. Die Frage soll helfen das andere Geschlecht besser zu verstehen.
 
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