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Gast

  • #1

Ü 50 - wer trennt sich und wie geht es dann weiter

Ich bin eine Frau, 54 und seit 2 Jahren geschieden. Inzwischen habe ich einen größeren Bekanntenkreis von Paaren und Singles zwischen 40 und 60. Ich bemerke da, dass es bei den 40jährigen immer mehr kriselt, dass die ersten Trennungsgedanken aufkommen. Viele lassen sich dann so um die 50 scheiden.
Mir ist aufgefallen, dass der Großteil der Trennungen von der Frau ausgeht und dabei nur selten ein anderer Mann eine Rolle spielt.
Männer hingegen trennen sich nur (fast ausschließlich), wenn sie eine neue Frau kennengelernt haben. Sie wechseln also einfach die Partnerin aus.
Frauen gehen, weil sie so nicht mehr leben wollen, weil die Kinder aus dem Haus sind, der Mann sich nicht mehr für Gemeinsamkeiten interessiert und es eigentlich nur bequem haben möchte.
Keiner der Männer wäre von sich aus gegangen.
Nach meiner Scheidung habe ich mir oft überlegt, noch einmal einen neuen Partner zu suchen, aber will ich wirklich einen Mann, der von seiner Frau verlassen wurde? Wenn sie ihn verlassen hätte, weil sie sich in einen anderen Mann verliebt hat, könnte ich das akzeptieren. Aber wenn sie ihn einfach nicht mehr ertragen konnte? Der Mann ändert sich doch nicht einfach so. Viele Männer, die ich bisher gedatet habe, waren genau dieser Typ Mann: Bequem und auf der Suche nach einer Beziehung, die wenig von ihm fordert. Viele klagen auch über Frauen, die ständig auf Achse sind und nun im Alter noch etwas erleben wollen. Das bin ich auch.
Also passen doch Geschiedene Männer und Frauen ü 50 eigentlich überhaupt nicht mehr zusammen. Oder?
 
  • #2
Liebe FS,

Du musst Dir den Mann schon genau ansehen.

Natürlich gibt es Gründe dafür, weshalb er Ü50 alleine ist.

Aber bei mir gab es auch Gründe, weshalb ich zunächst viele Jahre alleine war und dann mehrfach eine Partnerschaftsanbahnung beendet habe - einmal kam das Ende auch von der Seite des Mannes.

Somit treffen zwei Menschen mit einer komplexen Geschichte aufeinander - dass das dann wirklich passt, dazu gehört schon viel Glück und auch eine Menge Arbeit. Bei uns geht es gut, zu meiner anhaltenden Verblüffung... wir werden sehen...

Du musst Geduld mitbringen, einen kritischen Blick und ein offenes Herz. Dann... wer weiß... viel Glück!
 
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Gast

  • #3
Ich, w, 55 habe die gleiche Erfahrung gemacht, nur Männer kennengelernt, die genauso antriebsarm und chronisch unzufrieden mit allem waren, wie das Exemplar, das ich verlassen habe. Weil ich lernfähig bin, lasse ich mich auf sowas nicht ein.
Ich habe aus meiner gescheiterten Ehe viel gelernt, auch, was ich falsch gemacht habe (mich zu wenig mitgeteilt, nicht auf meine Bedürfnisse geachtet) und ich hoffe noch immer, dass ich einen Mann finde, der genauso entwicklungsfähig ist und die gescheiterte Ehe als Chance sieht, es noch mal anders zu machen, echte Nähe und Partnerschaft zu leben.
 
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Gast

  • #4
Ich glaube, das siehst du zu sehr aus "Frauensicht". Die Medallie hat immer zwei Seiten und wenn man dann mal die Männerstimmen der Getrennten hört, ist das auch nicht alles super, was die Frauen da so bereitet und / oder geleistet haben. Dabei meine ich nichtmal die männlichen "Heulbojen", die du beschrieben hast - die gibt es, klar.

Und nein, tatsächlich kenne ich so einige Männer, die sich nicht nur wegen einer neuen Partnerin getrennt haben, sondern, weil sie sich eben auseinander gelebt haben. Dann wieder finde ich den Schluß sehr eigentümlich, keinen neuen Partner zu wollen, weil die ja eh alle gleich sind. Da ist mir viel zu viel Ablehnung und Negatives drinne, das macht wenig Lebensfreude und klingt nach unbewältigten Altlasten.

Abgesehen davon, wenn dein Ex für dich langweilig geworden war, dann hast du auch deinen Teil dazu beigetragen, dass er so werden konnte und auch die Gemeinsamkeiten vernachlässigt. Es ist eben nicht immer nur einer "schuld", sondern beide haben sich gehen lassen.
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,
deine Überlegungen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Warum sollte ein Mann unattraktiv werden, weil seine Frau, vielleicht nach einer langjährigen Ehe meint, etwas verpasst zu haben? (Allerdings glaube ich, ist das in den seltensten Fällen auch wahr). Im Gegenteil, mir wäre ein verlassener Mann, der dann wirklich frei ist, lieber als eine enttäuschte Ehefrau zu beerben. Ich bin der Meinung, dass man innerhalb einer langjährigen Partnerschaft auch mal Durststrecken aushalten sollte, jemand, der gleich hinschmeißt, weil er meint noch viel bessere Chancen zu haben, wäre nicht mein Fall. Es ist doch ein sympathischer Zug der Männer, wenn sie sich auch mal bescheiden können und nicht gleich meinen, sie hätten noch was Besseres verdient, diese Annahme ist meist sowieso illusionistisch.

Ich hätte mich schwer geärgert und wäre auch sehr enttäuscht gewesen, wenn mein Partner mich nach einer langjährigen Beziehung ausgetauscht hätte, weil er meinen würde, etwas im Leben verpasst zu haben (Chancen hätte er genug gehabt) - man verpasst immer irgendetwas - und ich mag nun mal diesen egoistischen Trip nicht. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass z.B. eine Frau mit 3 oder 4 Kindern einfach nur ein neues Abenteuer sucht - und der arme verlassene Ehemann jetzt bei EP ein neue Partnerin, gern auch noch mit Kinderwunsch, suchen muss. - Egal auf welcher Seite: derjenige, der egoistisch wird, würde mir nicht als Partner gefallen.
Ich war über 30 Jahre in einer festen, keineswegs langweiligen Beziehung, beendet wurde sie durch den Tod meines Partners. Wie es jetzt weitergeht: keine Ahnung, auf jeden Fall werde ich nicht versuchen, die schnellste, beste und attraktivste der suchenden Frauen zu werden, ich mache gar nichts - konkurrieren liegt mir nicht.
w 50+
 
  • #6
Nach meiner Scheidung habe ich mir oft überlegt, noch einmal einen neuen Partner zu suchen, aber will ich wirklich einen Mann, der von seiner Frau verlassen wurde?
Die Frage, welche Art von Mann Du willst, wirst am ehesten Du beantworten können. Ob es weise ist, einen vielleicht netten Mann gehen zu lassen, weil sich eine vielleicht weniger nette Frau in der Vergangenheit von ihm aus welchen Gründen auch immer getrennt hat, ist eine andere Frage.
 
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Gast

  • #7
Liebe Fragestellerin,
ich glaube du kommst weiter, wenn du die Fragen aufteilst.
Erstens - warum trennen sich so viele Frauen nach langjährigen Ehe?
Zweitens - ich bin Single, welchen Typ will ich nicht an meiner Seite haben?
Drittens - ich bin Single, unter welchen Voruassetzungen will ich eine Partnerschaft d.h. die wichtige Entscheidung ob du überhaupt nach einem Partner suchen willst.
Viertens - was bin ich, was bringe ich in eine Beziehung ein, was will ich in der Beziehung, was kann neben der Beziehung gehen - z.B Reisen
Fünftens - wo suche ich zielgerichtet nach Mr. X - nicht Mr. Right, das ist etwas für 17jährige Träumerlein
 
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Gast

  • #8
Liebe FS;
Aus meiner Erfahrung ist es so:
Ja, es gibt Männer, die von ihren Frauen verlassen wurden. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Der eine Mann sucht sich sofort einen Ersatz, nach dem Motto "Lieber zu zweit, um ja nicht alleine zu sein"; sieht überhaupt keinen Grund irgendetwas an sich zu verändern.
Der andere sieht die Trennung als Hinweis, was alles nicht gepasst hat, seine eigenen Anteile, geht in sich, lässt sich Zeit zum Reflektieren, Aufarbeiten und wenn nach einer bestimmten Zeit eine neue Partnerin da ist, geht er vielleicht anders an die Sache ran.
Das nennt man dann Entwicklung.

Ich bin 49, habe vor einigen Jahren meinen jetzigen Partner kennengelernt, der ebenfalls von seiner Frau verlassen wurde. Er hat sich sage und schreibe über 10 Jahre Zeit lassen (müssen) um das alles zu verarbeiten. Heute macht er vieles anders als früher. Ich bin dafür sehr dankbar.

Und ich habe vor 10 Jahren auch meinen Partner verlassen (nicht verheiratet), ohne einen neuen Mann zu "haben". Auch bei mir hat es viele Jahre gedauert, bis ich wieder soweit war.

Wir beide haben uns in dem "hohen" Alter von 46 aufeinander eingelassen und ich kann Dir sagen, dass ich/wir jetzt sehr sehr glücklich sind.
Alle Erfahrungen in Bezug auf Partnerschaft waren wichtig. So schmerzhaft sie auch waren. Aber sie führten dazu, dass wir jetzt sehr achtsam, wertschätzend miteinander umgehen

Ich würde an Deiner Stelle einfach nur mal hinter die Fassade blicken. Nicht alle Männer sind so gestrickt, es gibt auch ein paar wertvolle Exemplare.
Ich finde schon, dass geschiedene über 50 zusammenpassen. Genau deshalb.

Alles liebe!
w/49
 
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Gast

  • #9
Die Frage, welche Art von Mann Du willst, wirst am ehesten Du beantworten können. Ob es weise ist, einen vielleicht netten Mann gehen zu lassen, weil sich eine vielleicht weniger nette Frau in der Vergangenheit von ihm aus welchen Gründen auch immer getrennt hat, ist eine andere Frage.

Ganz so einfach sehe ich das nicht. Wenn die Frau eben "nicht so nett" war oder vielleicht ein Hausdrachen - ja warum hat es ein Mann dann nicht geschafft, sich selbst zu trennen? Es gibt eben gerade in der Altersklasse Ü50 kaum Männer, die eine Ehe beenden, auch wenn sie nch so schlecht ist. Sie ziehen sich zurück und jammern zwar, machen aber nichts. Warum schafft es ein Mann nur, wenn ihn eine andere Frau dabei hilft.
Mein Ex hat z.B. jahrelang eine Trennung verweigert, er hat gedroht, geheult, die Verwandtschaft auf mich gehetzt usw. Inzwischen hat er den Sinn der Trennung allerdings eingesehen, er gibt zu, dass er einfach bequem war.
Mir geht es inzwischen auch so, dass der Großteil der Männer um die 60 nur nch für kurzfristige Beziehungen taugen. Nach spätestens 6 Monaten werden sie bequem, da geht man 1 x in der Woche zum Stammtisch und alle Jubeljahre mal zum Essen, sonst hätte man(n) gerne seine Ruhe. Das ist den meisten Frauen aber zu wenig, ältere Frauen wollen etwas unternehmen und nicht nur vor dem TV sitzen.
Ich kann die FS gut verstehen.
w 60
 
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Gast

  • #10
Liebe FS;


Ich würde an Deiner Stelle einfach nur mal hinter die Fassade blicken. Nicht alle Männer sind so gestrickt, es gibt auch ein paar wertvolle Exemplare.

w/49
Aber die meisten sind schon A...er, stimmts? Nur gut, dass es bei den Frauen ja umgekehrt ist. da sind alle wertvoll- bis auf die paar, ldie von den A... ern kaputtgemacht worden sind.

Allein die Wortwahl: "wertvolle Exemplare". Klingt nach Briefmarkensammlung!
 
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Gast

  • #11
Liebe #4,

deine schönen Illusionen muss ich dir nehmen, leider, du wirst deine Erfahrungen machen müssen, es ist leider nicht so, wie du zu glauben meinst. Aufgrund deiner Geschichte ist es verständlich, dass du da anders denkst, als die Realität es tatsächlich zeigt.

Die Frage der FS kann ich gut verstehen, verlassene Männer, ich habe meine Erfahrungen gemacht, sind was ganz schlimmes. Ich habe wenig Eigenreflexion erlebt, oft von der bösen Ex gehört, die es wagen konnte, ihn zu verlassen, dabei hatte sie es doch so gut bei ihm. Nee, das geht gar nicht. Später hat er mich dann auch mies behandelt und ich konnte seine Ex dann gut verstehen, warum sie gegangen ist.

Er hat sein eigenens destruktives und negatives Verhalten als absolut normal gesehen, obwohl seine Kinder ihm schon gesagt haben, dass sein Verhalten absolut nicht geht.

Es gibt viele Männer, die nicht entwicklungsfähig und entwicklungswillig sind. Ich bedauere das sehr und möchte dennoch nicht alle Männer über einen Kamm scheren. Die, die nicht so sind, sind aber alle vergeben.

w 50
 
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Gast

  • #12
Männer hingegen trennen sich nur (fast ausschließlich), wenn sie eine neue Frau kennengelernt haben ... aber will ich wirklich einen Mann, der von seiner Frau verlassen wurde?

"Alle Äpfel sind entweder unreif oder wurmig." Finde den Fehler!

Wer wie Du selektiv nur das Negative wahrnimmt, darf sich nicht wundern, wenn sich nichts Passendes findet. Selbstverständlich trennen sich Männer nicht nur, weil sie eine neue Frau kennengelernt haben, sondern zum Beispiel auch, weil die Frau nicht treu sein konnte oder sich sonst irgendwie unpartnerschaftlich verhielt. Und selbstverständlich gibt es auch Männer in Deinem Alter, die keineswegs bequem zuhause abhängen, sondern mit Foto und Laptop im Gepäck die Welt erkunden wollen.

Augen offen halten statt Klischees dreschen wäre hilfreich.
 
  • #13
Ich (w/51mit neuem Partner m/50) kann #7 nur zustimmen:

... lässt sich Zeit zum Reflektieren, Aufarbeiten und wenn nach einer bestimmten Zeit eine neue Partnerin da ist, geht er vielleicht anders an die Sache ran. Das nennt man dann Entwicklung.

... Heute macht er vieles anders als früher. Ich bin dafür sehr dankbar.

... Alle Erfahrungen in Bezug auf Partnerschaft waren wichtig. So schmerzhaft sie auch waren. Aber sie führten dazu, dass wir jetzt sehr achtsam, wertschätzend miteinander umgehen.

Das ist auch meine Erfahrung: Wenn beide sich nach der Trennung Zeit lassen und erkennen, was nicht gut gelaufen ist, ist das eine echte Chance für eine neue Partnerschaft - getragen von Zuwendung, Achtsamkeit und Wertschätzung für den anderen. Dass der andere da ist, ist nicht "selbstverständlich" und das sollte auch möglichst lange so erhalten bleiben.
 
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