• #1

Überzogene Erwartungen?

Mein Freund und ich leben seit etwa 3,5 Jahren zusammen. Unser Sohn ist jetzt 2.
Unsere Beziehung steckt seit 1,5 Jahren in der Krise. Ich habe 2x eine Paartherapie in Angriff genommen. Er war nie dazu zu bewegen... weil ich nicht genug zeige, dass ich die Beziehung weiterführen möchte.
Mittlerweile habe ich meinem Freund gesagt, dass ich nicht mehr liebe. Er fordert, dass ich für die Beziehung kämpfen soll. Er liebt mich, ich habe doch alles was ich will und ich soll das Leben unseres Kindes nicht zerstören.
Wir streiten sehr oft. Zum Glück nicht vor unserem Kind und meist nachts.
Mein Freund ist 7 Tage die Woche zu Hause. Sein Beruf frisst wenig Zeit und wirft auch noch was zum Leben ab. Seine Eltern haben uns ein großes Haus gebaut.
Ich will unabhängig sein und gehe 2 Tage die Woche arbeiten plus kleinem Nebenjob.
Unser Kind geht in die Kita. Ich kümmere mich ums Kind. Er hat es, wenn ich einmal nachmittags arbeiten muss oder bringt es ins Bett, wenn ich mal baden will.
Mein Freund versteht nicht, das verbale Äußerungen und auch mal ein Klaps gegen unseren Sohn auch gegen mich gehen. Ich halte sein Verhalten für unangebracht und nehme mir Zeit dem Kind etwas zu zeigen, zu erklären und auf es einzugehen. Klar hört es nicht immer. Es kostet Nerven. Ja. Nach 2 Jahren sollte man sich auf die Vaterrolle eingestellt haben. Ein Kind gibt so viel mehr zurück.
Mir soll es egal sein, was er mit seiner Zeit macht (viel TV, PC). Tut es aber nicht. Zwangsläufig höre ich ständig TV, wenn ich zu hause bin.
Er ist übergewichtig. Ich muss ihm sagen, wann das Abnehmen los geht. Er konnte nicht während der Schwangerschaft, während des Hausbaus und jetzt nicht in unserer kaputten Beziehung.
Das seine Gesundheit schon im A.... ist sieht er, motiviert aber nicht. Auch nicht für seinen Sohn. Ich muss ihn an die Hand nehmen.
Haushalt (Spülmaschine, Wäsche auch sonntags hat ja Zeit, einkaufen) macht mein Freund auch. Hält es für sehr lobenswert und es genügt ihm kein lieber Dank. Für 2 Tage haben wir eine Putzfrau. Also am Haushalt macht sich keiner fertig.
Bei so viel Zeit halte ich viele Dinge für selbstverständlich. Zeige natürlich meinen Dank, lobe aber nicht überschwänglich.
Sich mit seinem Kind selbstlos zu beschäftigen sollte normal sein. Es seine Grenzen zu zeigen auch, aber es nicht ständig zu begrenzen.
Sehe ich das zu eng oder ist es merkwürdig solch eine Lebenssituation sausen lassen zu wollen? Oder alles normal?
 
  • #2
Du hast völlig Recht, wenn Dir die Situation nicht gefällt.

Allerdings denke ich, dass Du es als AE mit kleinem Kind nicht einfacher hättest. Weder bei der Partnersuche, noch sonst im Leben. Das ist leider so - wenn man ein Kind hat, kann man nicht mehr so einfach abspringen und von Neuem anfangen, wie vorher.
 
G

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  • #3
Liebe Frieda77,

ich war jahrelang AE-Mutter, es ist hart, aber lieber AE-Mutter nur mit einem Kind, als einen Mann an der Seite, der scheinbar seinen Hintern nicht hochbekommt und irgendwie von seinen Eltern nicht ausreichend abhängig ist und somit letztendlich das zweite Kind ist.

Du scheinst dagegen die Aktive in der Beziehung zu sein, er der Passive (vielleicht auch Depression daher das Übergewicht?), der dazu fordert, mit welchem Recht eigentlich, dass du um eure Liebe kämpfst, während er nichts macht?

Ich lese deine Beschreibung von seinem Verhalten als infantil. Was infantil bedeutet, ist leicht im Internet zu finden.

Dazu geht er mit dem gemeinsamen Kind nicht gut um, das Kind wächst in einem lieblosen Elternhaus auf. Ach wie tragisch.

Du siehst alles sehr gut, nicht zu eng, lass dir nichts einreden und ein von den Eltern gebautes Haus macht einen seelisch nicht glücklich, dich jedenfalls anscheinend nicht.

Ich lese in den Zeilen, die Liebe und der Respekt ist weg. Für mich verständlich. Ich habe mich aus ähnlichen Gründen getrennt und es nie bereut. Ich und das Kind wäre jahrelang in unglücklichen Umständen gewesen, was seelisch viel schlimmer gewesen wäre, als der oft raue Alltag als berufstätige AE-Mutter (zum Glück nur in Teilzeit.) Aber mit viel Liebe, keinen Streit, klare Regeln und eine zufriedene Mutter.

Wenn du taff, gut organisiert, berufstätig gut qualifiziert und erfolgreich bist, Hilfe von Familie usw. hast, dann kannst du deinen Weg als AE-Mutter gut schaffen. Ich habe es geschafft und kenne genug andere AE-Mütter, die es auch geschafft haben. Übrigens, haben deren Kindesvater oft erst lange nach der Trennung endlich den Hintern hochbekommen.

w
 
  • #4
Hallo Frieda,
die Situation muss gut überlegt sein.
Ich habe selbst Kinder und kenne auch viele Pärchen, die geschieden sind. Einfach alles wegschmeissen würde ich schon wegen dem Kind nicht: es hat ja Anrecht auf beide Elternteile. Das ist wichtig!!!!

Wenn es nicht mehr geht, ist eine Trennung besser, als zusammenzubleiben.

Man muss aber abwägen: Kinder erziehen ist schwierig und anstrengend. Man sollte als Pärchen das gleiche Grundkonzept verfolgen, aber auch zulassen, dass jeder ein bisschen anders mit dem Kind umgeht. Ich kann aus der Ferne ganz schlecht dazu etwas sagen. Es ist auch normal, dass das Kind viel Aufmerksamkeit braucht und die Zweisamkeit zu kurz kommt. Es ist auch normal, dass man den Partner nicht immer so begehrt wie vorher.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, dass die richtige Belastung mit den Kindern mit der Schulzeit anfängt (in der Kita ist alles noch unbeschwert). Und da wirst du sehr froh sein, wenn du nicht nur alleine mit deinem Kind bist. Ich würde mir an deiner Stelle sehr gut überlegen, was ich tu. Keine Kurzschlusshandlung!
 
G

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  • #5
Mir stellen sich einige Fragen:
Er liebt mich, ich habe doch alles was ich will und ich soll das Leben unseres Kindes nicht zerstören.
Generell: man zerstört nicht das Leben des Kindes, wenn man sich aus einer unglücklichen Beziehung befreist, im Gegenteil. Bleibt man, zerstört man das eigene Leben. Und so wie er das sagt klingt's nach emotionaler Erpressung.
Mein Freund versteht nicht, das verbale Äußerungen und auch mal ein Klaps gegen unseren Sohn auch gegen mich gehen.
Er schlägt dich und dein Kind?
Mir soll es egal sein, was er mit seiner Zeit macht (viel TV, PC). Tut es aber nicht. ......
Er ist übergewichtig. Ich muss ihm sagen, wann das Abnehmen los geht. ......
Bei so viel Zeit halte ich viele Dinge für selbstverständlich. Zeige natürlich meinen Dank, lobe aber nicht überschwänglich.
Es sollte dir tatsächlich egal sein, welche Hobbies er hat. Rücksicht sollte er allerdings zeigen, wenn du sie nicht miterleben magst. Ebenso geht es dich nichts an, ob er seine Gesundheit ruiniert oder nicht. Es ist SEIN Leben und ihn an der Hand zu nehmen ist verkehrt. Du machst ihm damit zu dem Kind, dass natürlich dann auch den Überschwang einfordert, den du zu geben nicht bereit bist.

Bei euch liegt einiges im Argen und es dürfte viel gegenseitige Sturheit vorliegen. Du sagst ihm, dass du ihn nicht mehr liebst und er lehnt Paartherapie ab, weil du ihm nicht genug zeigst, dass du die Beziehung halten willst. Wie infantil und wirr ist das denn!
Du bist extrem unzufrieden in der Beziehung, verständlich. Das was du beschreibst sind nur die Auswirkungen der Krise, Unmut, Groll, Zorn, nicht aber die Ursache. Ich würde gerne wissen, wodurch sie entstand. Oder entdeckt ihr nach gut 3 Jahren, dass ihr einfach nur zu unterschiedlich seid?
 
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  • #6
Du sagst, du liebst nicht, aber hast nicht den Schneid zur Trennung, also bist du wissenschaftlich gesehen einfach nur ein infantiler Selbstbetrüger und Kneifer, wälzst deine Probleme damit ab, indem du sagst, er kann nicht mit dem Kind umgehen. Dabei ist das nur eine notorische Lüge, um sich die Lage noch schön zu reden und das Problem zu verdrängen, dass eigentlich du ein Problem mit klaren Entscheidungen hast.

Du packst es genauso wenig an, wie dein Mann das Abnehmen anpackt. Ihr spiegelt euch im Verhalten genau wieder und genau deswegen passt ihr auch so gut zusammen, und deswegen wird sich auch nie was daran ändern. Eine unabhängige erwachsene Frau mit Erfahrung hätte sich kompromisslos getrennt. Wer sich nicht trennt, der hat in erster Linie einen Problem mit sich selber, nicht mit dem Partner.

Genausowenig verstehe ich den Rest. Man lebt zusammen und da hört man zwangsläufig TV mit. Ist dir das vorher nie in den Sinn gekommen, dass so eine Ehe nun mal zum großen Teil ablaufen könnnte und man das hinnehmen muss? Checkst du nicht vorher, mit welchem Lifestyle dein Partner vertraut ist?
Ansonsten verstehe ich nicht, warum du dich so derart von deinem Mann beeinflussen lässt (O-Ton: du zerstörst das Leben deines Sohns, wenn du dich trennst).

Du versuchst halt das, was Tausende Frauen immer wieder versuchen: ihren unliebsamen Mann zu ändern. Nicht nur Männer hängt das zum Hals raus, auch mir als Frau geht das allmählich aber sicher auf den Nerv. Wenn alles so schlimm wäre, wärst du längst weg und hättest dein Leben auf die Reihe bekommen. Warum sollte ER in seinem gut laufendem Leben was ändern? Er arbeitet daheim, hat viel Zeit und bekommt noch gut Kohle. ich würde sagen: alles richtig gemacht. Du hast dagegen "volle Kanne" abgeloost.

w
 
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  • #7
Du bist extrem unzufrieden in der Beziehung, verständlich. Das was du beschreibst sind nur die Auswirkungen der Krise, Unmut, Groll, Zorn, nicht aber die Ursache. Ich würde gerne wissen, wodurch sie entstand. Oder entdeckt ihr nach gut 3 Jahren, dass ihr einfach nur zu unterschiedlich seid?

Ja, vielleicht hat die junge Frau erst jetzt im grauen Alltag gemerkt, dass ein ständig vor dem PC/TC sitzender übergewichtiger Mann, der sie anscheinend wenig versteht und verstehen mag, dazu mauert, vielleicht sogar PC süchtig ist und viel von der Frau fordert, aber wenig seelisch der Frau und dem Kind gut tuendes geben kann.

Sein Verhalten lese ich als wenig Parternschaftlich und wenig auf die Frau eingehen. Er denkt, wenn Frau ein Haus, Kind und Mann hat, soll das reichend?

Vielleicht hat die junge Frau jetzt erst mit der Zeit gemerkt, was sie sich da angelacht hat und das wahre Gesicht bzw. die wahre Persönlichkeit des Mannes zeigt sich erst jetzt richtig, wo das Kind da ist?

FS, was meinst du zu den Gedanken und Fragen der Foristen?

w
 
  • #8
Ebenso geht es dich nichts an, ob er seine Gesundheit ruiniert oder nicht. Es ist SEIN Leben und ihn an der Hand zu nehmen ist verkehrt. Du machst ihm damit zu dem Kind, dass natürlich dann auch den Überschwang einfordert, den du zu geben nicht bereit bist.

Man muss schon versuchen, für den Partner auch attraktiv zu bleiben. Einer Frau ein Kind machen, und sich dann völlig gehen lassen, ist ihr gegenüber nicht fair. Außer natürlich, er war vorher schon so, dann kann sich die FS nicht beklagen.
 
  • #9
Also bislang ist für meine Begriffe das Bild einfach zu unvollständig, um der FS einen guten Rat zu geben. Ich will ihre Schilderungen gar nicht in Zweifel ziehen, dazu habe ich nicht das nötige Wissen, aber für mich bedient sie etwas zu sehr den Topos der armen, unschuldigen Frau, die unter dem dicken, hässlichen, faulen und gewalttätigen Mann zu leiden hat. Aber das kann ja nicht die ganze Geschichte sein. Ich will mal versuchen den Advocatus diaboli zu spielen, denn vielleicht könnte sich ja die Version des Mannes folgendermaßen anhören:

Liebes Forum, ich habe ein Problem mit meiner Frau. Sie arbeitet im Gegensatz zu mir nur halbtags (+kleiner Minijob), erwartet von mir aber, dass ich mich voll um unser Kind kümmern soll. Um die Erziehung kümmert sie sich so gut wie überhaupt nicht, sie lässt dem Kind alles durchgehen, wenn ich dann mal eingreife, fällt sie mir in den Rücken. Den Haushalt soll ich auch noch nebenher erledigen und zum Dank erhalte ich von ihr einen feuchten Händedruck. Dazu kommt dann auch noch, dass ich HomeOffice mache, meine Frau aber nicht verstehen will, dass das Arbeitszeit ist, auch wenn ich zu Hause vor dem PC sitze. Wegen ihrer ständigen Nörgelei bin ich so frustriert, dass ich ungesund lebe und, naja, meine sitzende Tätigkeit macht es auch nicht besser.
Also unterm Strich: Ich schaffe den Löwenanteil des Geldes ran, erziehe das Kind, mache den Haushalt, unser Haus stammt vom Geld meiner Familie und zum Dank behandelt mich meine Frau wie den letzten Dreck. Was soll ich nur machen?



So, ich weiß nicht, wieviel davon jetzt stimmt, aber vielleicht ist manches davon ja auch Teil der Wahrheit. Das können aber nur die FS und ihr Mann beurteilen. Den beiden ist jedenfalls nicht mit einfachen Ratschlägen à la 'schmeiß den fetten Schmarotzer doch raus' geholfen. Die Wirklichkeit ist immer komplizierter.
 
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  • #10
Lieben Dank an alle die mir geantwortet haben und sorry, dass ich erst jetzt antworte.
Mir ging es zwischenzeitlich so schlecht. Ich hatte mich u. a. zu meiner Familie für eine Woche "geflüchtet". Endlich etwas Ruhe. Denn ein Jahr schlaflose Nächte wegen Streit und Diskussionen machen kaputt.
Ich war bei einer Psychologin. Mein Freund scheint eine Persönlichkeitsstörung zu haben. So ausgedrückt, als wenn ich einen Felsen verrücken möchte. Werde ich niemals schaffen. Und ich bin da die Co-Abhängige. Helfersyndrom wenn man so will.
Leider ist es viel komplizierter, als man es in einem Forum rüber bringen kann.
Ich habe Hilfe angenommen. Und es war das beste was ich tun konnte. Denn wenn nach außen hin alles toll scheint, findet sich schwer jemand der einem Glauben schenkt. Emotionale Gewalt spielt leider auch eine große Rolle.
Ich sage, es ist gut neutrale Hilfe anzunehmen. Letztlich wurden mir die Augen geöffnet.

Euch alles Gute
Frieda
 
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