• #1

Umgang mit einem Seitensprung - wer hat Erfahrung?

Ich, weiblich, Anfang 40, seit über zwanzig Jahren mit meinem Mann zusammen, drei Kinder. Wir haben eine harmonische, stabile Beziehung, gehen respektvoll miteinander um - kurz um: das was man wohl gemeinhin als gute Ehe bezeichnet. Vor knapp zwei Jahren bemerkte ich bei meinem Mann eine Veränderung, erst nach vier Monaten gestand er mir, dass er in unserer Beziehung unzufrieden ist, dass er seit längerem sexuell frustriert ist. Jetzt habe er jemanden getroffen, von der er vermutet, dass sie sexuell die selbe Sprache wie er spricht. Er hat von Beginn weg klar gemacht, dass er mich und die Kinder nicht verlassen möchte, dass er mich nach wie vor liebt, dass er der Meinung ist, dass uns viel verbindet, das er auf keinen Fall aufgeben möchte. Diese andere Frau stelle in seinen Augen keine Bedrohung für mich oder die Beziehung zwischen ihm und mir dar, sie sei vielmehr eine Ergänzung. Nichtsdestotrotz hat es mir erst mal den Boden unter den Füssen weggezogen, ich war wütend, traurig, verunsichert. Vor allem war ich masslos enttäuscht. Enttäuscht, dass er offenbar nicht genug Vertrauen in mich und unsere Beziehung hatte um mir von Beginn weg die Wahrheit zu sagen. Ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Mein Mann und ich haben viel geredet, er war sich bewusst was sein Geständnis in mir ausgelöst hat. Gleichzeitig war für ihn klar, dass er sich auf eine Affaire mit dieser Frau einlassen will. Mir blieb die Wahl zwischen ihn rausschmeissen oder die Sache tolerieren. Ich entschied mich für die Toleranz. Ich liebe meinen Mann und sein Wohlbefinden liegt mir sehr am Herzen. So gab ich ihn frei. Seit seinem Geständnis ist es jetzt genau ein Jahr her, ein Jahr, das für mich sehr schwierig war. Als ich meinem Mann zugestand, eine aussereheliche Beziehung zu führen wusste ich nicht, was auf mich zukommen wird. Dass es nicht einfach sein würde war ich mir bewusst. Erst jetzt, nachdem sich die Wogen des ersten Sturmes geglättet haben merke ich, wie sich dieser Seitensprung auf mich und die Sicht, die ich auf unsere Beziehung habe, auswirken. Ich merke, wie tief ich verletzt bin, wie sehr mein Vertrauen in ihn und unsere Beziehung erschüttert ist. Auch wenn mein Mann mir auf mein Nachfragen hin immer wieder versichert, dass unsere Beziehung nicht in Gefahr ist, bleibe ich misstrauisch. Gerne wäre ich so grossmütig und würde ihm dieses Abenteuer aus ganzem Herzen gönnen. Doch da meldet sich immer wieder die Eifersucht. Es gibt Tage an denen geifert sie mir förmlich aus jeder Pore. Ich werde von Selbstzweifel geplagt, von Rachegedanken, von Verlustängsten - dann dreht das Karussell und ich finde den Knopf zum Abschalten nicht. Ich frage mich dann, ob ich die Situation irgend wann WIRKLICH akzeptieren werde. Ob ich meinem Mann diese Art von Freiheit eines Tages ohne Wenn und Aber zugestehen werde.
Gibt es hier SchicksalsgenossInnen, denen das gelungen ist? Wie lange hat das gedauert?
 
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  • #2
Ihr habt keine respektvolle und harmonische Beziehung. Dein Mann hat Dich belogen und betrogen. Nun geht er mit Deiner Erlaubnis fremd. Sorry, aber Du bist selbst schuld an Deiner jetzigen Situation. Glaubst Du ernsthaft, auf Dauer mit solch einer Demütigung leben zu können? Was lebt Ihr Euren drei Kindern vor? Ich habe weder für ihn, noch für Dich Verständnis.
 
  • #3
Ich habe die Erfahrung zum Teil. Bin m, lebe in ähnlicher Konstellation wie Ihr - und gehe ebenfalls fremd (allerdings nicht mit einer festen Partnerin). Den Schritt zum Geständnis habe ich allerdings noch nicht geschafft, weiß auch nicht, ob er hilft. Wenn, dann würde ich auf jeden Fall die Option "ich höre auf damit wenn..." anbieten.
Was ich Dir aber sagen kann: Ich sehe es genauso wie Dein Mann. Ich verliebe mich nicht in die jeweiligen Frauen, schätze sie persönlich zwar sehr, aber letztlich ist es "nur" Sex. An meiner Ehe möchte ich festhalten, denn abgesehen vom fehlenden Sex bedeutet sie mir sehr viel. Mein Wunsch wäre eine offene Beziehung, denn dass die Erotik zurückkommt in unsere Ehe glaube ich nicht mehr, da bin ich Realist.
Kurz zusammengefasst: Männer können so leben, sind nicht unzufrieden damit und meinen das mit "nur Sex" ehrlich.
Hilft Dir das?
 
  • #4
das was man wohl gemeinhin als gute Ehe bezeichnet
Falsch, denn
erst nach vier Monaten gestand er mir, dass er in unserer Beziehung unzufrieden ist, dass er seit längerem sexuell frustriert ist
Auch dir rate ich: Trennung, neu anfangen, damit du irgendwann wieder lachen kannst.

In aller Trauer und jeder frustgefüllten Minute halte dir vor Augen, dass dein Mann nicht den korrekten Weg gegangen ist. Erst das Gespräch mit dir, danach außer Haus essen. Aber das auch nur wenn du ihm die Erlaubnis dazu erteilst.

Er hat es genau wie jeder andere feige Hund vorgezogen, dich zu hintergehen. Dir deshalb von vornherein die Chance/Möglichkeit genommen, etwas zu ändern. Vergiss aber nicht, nicht du allein bist für die sexuelle Unlust in eurer Ehe verantwortlich. Er zu gleichen Teilen. Aber Männer wollen nie der Schuldige sein, geben die Verantwortung gerne ab. Fremdgänger sowieso.

Raus aus dem Tal der Tränen kommst du nur wenn du dich trennst. Ihn hinter dir lässt. Den Vertrauensbruch wirst du bei deinem Mann gedanklich nie loswerden. Verzeihen vielleicht, vergessen nie!
 
  • #5
Ich (w,40, ü20 Jahre verheiratet, Kind bereits selbstständig) bin in meiner Beziehung in der Position Deines Ehemannes. Mein Ehemann hat meinen Wunsch nach Öffnung unserer Beziehung akzeptiert, macht aber wohl selbst davon keinen Gebrauch.

Seinen Beteuerungen nach akzeptiert er meinen Wunsch und gönnt mir andere Kontakte, weil er sich und unsere Beziehung davon nicht bedroht sieht.

Ich glaube aber, dass man diese Toleranz nicht erlernen kann. Entweder fühlt man Eifersucht oder eben nicht, das lässt sich nicht wegdiskutieren.
Wenn Du also Probleme mit der Akzeptanz hast, wirst Du Dich vermutlich nie daran gewöhnen. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du für Dich selbst auch die Vorteile dieser offenen Beziehung entdeckst - denn sie bietet ja auch Dir neue Eindrücke und Erfahrungen mit anderen Menschen.
Wenn Du Dir aber im tiefsten Inneren Deines Herzen eine monogame Beziehung wünscht, wird es nur den Kompromiss geben, dass Du die Freiheiten Deines Mannes zähneknirschend und leidend tolerierst und/oder irgendwann gehst, weil Du es nicht mehr aushältst.
Allein schon Deine Frage nach SchicksalsgenossInnen lässt erkennen, dass Du vermutlich mit Eurem derzeitigen Arrangement nie glücklich werden wirst.
 
  • #6
Hallo liebe FS,

ich glaube, dass - so gut Du es auch mit Deinem Mann meinst - es für dich die reinste Quälerei ist. Du hast es ihm zuliebe versucht, aber es ist keine Schande, sich einzugestehen, dass diese Art von halbseitig! offener Beziehung nichts für dich ist (übrigens für die wenigsten Menschen). Deine Bedürfnisse sind doch total in den Hintergrund gerückt und Du machst dich gerade selber kaputt.

Ich finde es an sich gut, dass dein Mann offen war und gesagt hat, dass ihm etwas fehlt - Immerhin hätte er dich auch heimlich betrügen können. Ich verstehe aber nicht, warum er es zunächst nicht mit DIR versucht hat, Euer Sexleben zu verändern, sondern direkt eine andere Frau an der Angel hatte. Des Weiteren hatte er eigentlich schon entschieden, dass er mit ihr Sex haben wird, als er es dir sagte. Es gab also keinerlei Diskussion. Er stellte dich vor vollendete Tatsachen, letztlich war es nur eine Info für dich. DAS würde mich so verletzen und wütend machen. Ich finde das sehr dreist.

Bist du sonst auch sehr zurückhaltend und stets auf das Wohl anderer bedacht? Dann wird dich das alles auffressen, denn dann hältst du die Situation nur um des lieben Friedens Willen aus und hast Angst ihn zu verlieren. Du darfst aber auch Ansprüche stellen. Klar willst du das Beste für deinen Mann, aber das muss nicht bis zur Selbstaufgabe führen.

(Dürftest Du eigentlich andere Männer haben?)
 
  • #7
Puh, also das ist schon eine krasse Nummer. Grundsätzlich finde ich es total in Ordnung, wenn Paare sich dafür entscheiden ihre Beziehung zu öffnen. Ich selbst bin zwar nicht der Meinung, dass so etwas auf Dauer wirklich besser funktioniert als eine monogame Partnerschaft, aber wieso nicht. Ich bin keine Leidensgenossin, war noch nie in einer vergleichbaren Position. Ich weiß wie sich betrogen sein anfühlt, Hut ab vor deinem Mann, dass er vorher mit dir gesprochen hat.
Was mich an dieser Stelle aber mal interessiert.. gilt bei euch gleiches Recht für alle? Also dürftest du dir auch einen Mann suchen mit dem du nur ein bisschen Spaß hast? Oder ist ihm dieses Privileg vorenthalten?
Ganz ehrlich, was erhoffst du dir hier für Ratschläge? Ganz offensichtlich kannst du mit dieser Art von Beziehung rein gar nichts anfangen. Du bist verletzt. Weiß dein Mann das? Oder spielst du vor ihm die starke, lockere, coole Frau? Wenn er es weiß und trotzdem einfach weitermacht, dann ist eure Beziehung keinen Pfifferling mehr wert. Niemand der liebt kann diese Person einfach so verletzen, ohne dass dies etwas in einem selbst auslöst. Aber mal unabhängig davon ist das doch wohl bitte nicht die Art von Leben die du die nächsten 20 Jahre führen willst oder? Mach dir bitte darüber mal Gedanken. Nicht wie du es hinbekommst den Sex deines Mannes mit einer anderen cool zu sehen.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #8
Ich kann nur sagen, willkommen im Club......
Mir ist etwas ähnliches passiert. Nachdem ich informiert wurde, wollte ich, dass er auszieht. Ich habe es nicht ausgehalten. Er betonte immer wieder, dass er mich liebt aber heute sagt er, er hat nicht gemerkt, dass er mich nicht mehr geliebt hat, er hat nicht gemerkt, dass er eine andere Frau liebte. Er wollte es nicht wahrhaben. Er hat mir sehr weh getan... Ich habe es nicht toleriert wie du, ich wollte, dass er auszieht, ich habe einfach das Schweigen im Haus nicht mehr ausgehalten, seine schlechte Laune, seine unglaubliche Selbstsüchtigkeit, seine Telefonate mit der Frau mitten in der Nacht nicht mehr ertragen können/wollen. Nach einem Jahr hat er dann doch zugestimmt auszuziehen und seit diesem Tag geht es wieder bergauf. Die Kinder und ich haben uns zusammengerauft und viel zusammen erreicht. Heute blicke ich komischerweise gerne zurück. Es war gut, dass er gegangen ist, ich bin heute ein anderer Mensch als damals.....Vorgestern habe ich mir die Bilder, der letzten 5 Jahre angeschaut und sagte zu mir selbst gut gemacht. Der Sturm ist an uns vorbei gegangen und wir haben es überlebt. Heute ist er mit dieser Frau zusammen. Wir haben uns getrennt aber wir gehen trotzdem zivilisiert miteinander um. Es wird sicherlich noch bessere Tage kommen, wo die Wunden komplett geheilt sind, es wird bestimmt noch eine Weile dauern aber wir sind alle auf den Weg der Genesung.
Ich kann dir nur sagen: Hab keine Angst, glaube an dir und an deine eigene Fähigkeiten. Alles wird gut und vielleicht sogar besser. Das wünsche ich dir zumindest.
 
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  • #9
Ich an Deiner Stelle würde mich sofort trennen und neu anfangen.

Hatte ein 6 Jahre ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann und dann 4 Jahre mit ihm zusammen gelebt. Leider hat es nicht funktioniert, da er auch nie ehrlich war und vor allem Entscheidungen getroffen hat.

Dein Mann trifft auch keine Entscheidung, sondern macht es sich total bequem. Du bist für den "Dreck" zuständig und die andere für das "Schöne".

Überleg Dir, was du willst.
 
  • #10
Liebe Zweite Chance,

er wirft Dir ein paar Brocken hin und Du hast es (nicht gleichberechtigt) akzeptiert, um ihn nicht ganz zu verlieren. Du wolltest aber nichts vergleichbares. Du hast hier den deutlich kürzeren gezogen. Für ihn ist´s o.k. - für dich nicht. Ich könnte mir das nicht vorstellen. Ich selbst ging eine Zeitlang im Kopf fremd (zur Erklärung weil es manche nicht nachvollziehen können: Wenn ich ständig an jemand anderen, als meinen Partner denke, dann ist es für mich geistiges Fremdgehen, da fängt es bei mir bereits an - es ist also nicht erst der Sex). Meine Frau und ich haben darüber geredet. Sie ist gegangen. Noch heute sehe ich beide rel. häufig. Es hätte mit der einen ohne meine Frau gut gehen können und umgekehrt. Aber so nicht. Und du bist in einer ähnlichen Situation. Dann Mann hat zwei Frauen, aber du nur einen Mann. Ihr begegnet Euch daher nicht gleichberechtigt.
Hör in dich rein, ob Du das dauerhaft mitmachen / durchleiden kannst.

Alles Gute

M 47
 
  • #11
Ich (m, 34) habe nach 12 Jahren Ehe (3 Kinder) ähnliches erlebt.
Unser Sexleben ist eingeschlafen, Versuche es zu beleben scheiterten an unterschiedlichen Dingen. Ich habe damit leben gelernt, die Ehe war mir wichtiger - meine Frau lernte jemanden kennen und wollte die Öffnung der Beziehung. Sie war verliebt in den neuen, die Sache hatte aber ausser einer Sexbeziehung keine Zukunft, was ihr von Anfang an klar war.

In meiner Verzweiflung die Ehe zu retten, auch der Kinder wegen, habe ich mich darauf notgedrungen eingelassen (auch weil ihr Verhältnis schon vor der Aussprache anfing). Rational gönnte ich es ihr, redete mir die Vorteile schön und habe ein gutes Jahr sehr exzessiv die sexueller Freiheit ausgelebt. Es hat mich nicht erfüllt, ich litt die ganze Zeit... Mag sein dass offene Beziehungen auch funktionieren - viel öfter leidet einer in dieser Beziehung aber daran. Nach einundjalb Jahren des Leidens habe ich mich von ihr getrennt. Seitdem geht es mir mit jeder Woche besser - obwohl ich seit der Trennung bewusst alleine (mit den Kindern) blieb, um die nächsten Jahre alles zu verarbeiten.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Aber sie rückt das Unheilbare aus dem Mittelpunkt.

Beende es. Dir zuliebe.
Die Hoffnung verlängert nur dein Leiden.
 
  • #12
Warum suchst du dir nicht auch einen Liebhaber für schöne Stunden?

Mach dich hübsch, ziehe schöne Kleider und Strumpfhosen an, schminke dich und gehe tanzen.
Lass deinen Mann sehen und spüren dass du eine begehrenswerte Frau bist.
Lasse deinen Mann sehen dass du noch ganz viele Chancen hast bei anderen Männern.
Und wenn du einen tollen Mann kennengelernt hast, dann sieh zu dass dein Mann es mitbekommt.

Gleiches Recht für alle.
Und wehe er sagt ein Wort dagegen!

Wenn du das nicht kannst, bleibt dir nur die Trennung von deinem Mann , denn diese Situation würde dich nur kaputt machen.

Entscheide dich für einen Liebhaber deinerseits oder für die Trennung. Alles andere wirst du nicht ertragen auf Dauer.
 
  • #13
Vielen Dank für euere Antworten.

Die Öffnung gilt für uns beide. Für mich ist es zum jetzigen Zeitpunkt undenkbar, dass ich davon Gebrauch machen werde. Mir ist nicht nach einem neuen, anderen Partner.

Seit diesem Geständnis hat sich in unserer Beziehung einiges getan, zum Guten verändert. Wie gesagt, wir sind seit über zwanzig Jahren zusammen, da schleicht sich Routine ein. Auch ich hatte phasenweise das Gefühl, zu kurz zu kommen, nicht sexuell, mehr emotional. Wir haben diese Krise zum Anlass genommen, unsere Gefühle füreinander genau unter die Lupe zu nehmen. Wenn ich mich in meinen Mann hineinversetzte kann ich seine Situation verstehen, ein Stück weit zumindest. Wir haben ja im Grunde erst durch diesen Seitensprung gemerkt, dass bei uns über die Jahre etwas in Schieflage geraten ist. Wie man so schön sagt: "it takes two to tango". Wir haben während all den Gesprächen auch gemerkt, wie viel wir für den jeweils anderen empfinden, wie wichtig er uns ist.

Wir leben in einer monogamen Gesellschaft, in der Treue als das höchste Gut einer Beziehung gilt. Das ist sehr prägend. Nun wurde ich von heute auf morgen mit einem Beziehungsmodell konfrontiert, dass es für mich bis dahin nur in der Theorie gab. Ich habe Ja gesagt, dieses neue Modell auszuprobieren. Denn, so meine Meinung, nur was man selber ausprobiert hat kann man wirklich beurteilen. Es ist den Versuch wert, auch wenn er nicht immer einfach ist. Die Frage stellt sich mir aber wirklich immer wieder, ob ich das denn so will. Ob ich an mir arbeiten kann und mich von dem Gedanken des "Exklusivrechtes" über einen Partner lösen kann. Ich kenne niemanden, der mir dazu Auskunft geben kann, der diesen Weg gegangen ist, daher habe ich mich auch an dieses Forum gewandt. Darum bin ich froh über euere Inputs.

Mein Mann weiss um meine Schwierigkeiten. Ich spiele ihm nichts vor.

@iras: danke, ja, das ist hilfreich da es mir die männliche Sicht zeigt. Mein Mann hat auch angeboten, diese Affaire zu beenden. Allerdings bin ich der Meinung, dann würden wir in ein paar Jahren wieder am selben Punkt stehen. Weil er eine Nuance im Sex sucht, die ich ihm nicht geben kann.
 
  • #14
Ich finde das Verhalten Deines Mannes eine absolute Frechheit. Er denkt, er sagt Dir, dass er sexuell frustriert ist, und Du gibst ihm dann eine Absolution, offen fremdzugehen? Er denkt er hätte eine Berechtigung fremdzugehen? Er glaubt das ist alles OK, weil er Dir sagt, dass er Dich nicht verlassen will? Hat er sich jemals überlegt, ob er Dich sexuell glücklich macht, oder wie er mit Dir an Eurer gemeinsamen sexuellen Erfüllung arbeiten kann? Du hast doch nicht zugestimmt, weil Du das gut findest, sondern weil er Dich emotional erpresst hat. Ich kenne kein Paar, das mit einer offenen Beziehung glücklich wurde. Die "offene Beziehung" ist ein Durchgangsschritt zum Ende.

Das ist keine glückliche Beziehung, sondern eine demütigende Wohngemeinschaft mit einem respektlosen Mitbewohner. Ich würde ausziehen oder ihn an die Luft setzen. Wenn man so lange mit jemandem zusammen war, ist es nicht ganz einfach, sich mit diesem Gedanken anzufreunden, aber sein Verhalten lässt Dir überhaupt keine Wahl. Und glaub mir, es gibt ein wundervolles Leben danach, voller Freiheiten und Lebensfreude und mit einem neuen Partner, dem Du vertrauen kannst. Lass Dich nicht kleinmachen.
 
  • #15
Liebe FS,

ich sehe vor mir eine Frau, die an sich arbeitet, alles verstehen will und bereit ist.....Ich glaube, das ist der falsche Weg. Warum kämpft ihr nicht miteinander um eure Ehe. Die Nuance, die dein Mann vielleicht im Sex sucht, kann vielleicht durch etwas anderes ersetzt werden. Ich bin nach wie vor der Meinung, das gefühlte Liebe auf beiden Seiten, keiner besonderen Nuancen beim Sex bedarf, außer die, die sich gemeinsam in Liebe entwickeln. Diese Liebe bezieht sich auf eure jeweilige Eigenliebe und die Liebe, die euch beiden verbindet. Wie sieht eure Liebe aus im täglichen Umgang miteinander?
Wer Hunger hat, den treibt es hinaus auf der Suche nach dem Kick, um die Leere zu kompensieren.
 
  • #16
Seit diesem Geständnis hat sich in unserer Beziehung einiges getan, zum Guten verändert.
Ich habe großen Respekt vor deiner Haltung, liebe FS! Und nein, @Kathyberlin, es ist keine "Frechheit" des Ehemannes, sich so zu verhalten, wie er es nun einmal tut. Er hat diesen Weg nicht "locker" und bedenkenlos gewählt, er folgt seinem Bedürfnis, das sich nun mal nicht immer nach den gesellschaftlichen Normen (unserer Zivilisation) richtet.

Ich würde versuchen, mir einen guten Therapeuten zu suchen, mit dem ich über meinen Kummer, meine Wut aber auch über mein Verständnis für meinen Mann reden kann. Das hilft bestimmt mehr, als sich mit dem nachvollziehbaren Kummer einzuschließen. Ich weiß, hier wird oft nach therapeutischer Hilfe gerufen, dennoch finde ich, dass dies ein guter Weg wäre.
Auch wenn ich keine direkte Leidensgenossin bin, also einer Parallelbeziehung je zugestimmt hätte, kenne ich das Gefühl, mit einer weiteren Frau in der Beziehung klar kommen zu müssen. Ich habe das am Ende nicht geschafft, später aber oft darüber nachgedacht, dass ein bisschen Großzügigkeit meinerseits (ich weiß, hier schreien einige auf) nicht falsch gewesen wäre. Vorausgesetzt, sonst stimmt alles in der Verbindung.

Ich drücke dir die Daumen!
 
  • #17
Liebe Fs,

ich möchte dich was persönliches fragen!

Was hat er Dir als Grund genannt?
Hat er (sexuelle) Wünsche die Du ihm nicht erfüllen kannst?
Besondere Vorlieben? Besondere Häufigkeiten?
Hast Du mit ihm geredet?

Sorry, wenn es persönlich ist, aber die Frage ist doch: Kannst/ Willst Du es ändern? Willst du andere Männer ausprobieren?

Ich befürchte folgendes: Angenommen du machst den Test und lässt dich mit einem Mann ein (warum kein Callboy (zum testen)) und es gefällt dir…. Was dann?
Dann ist die Ehe eh nur Schein, weil jeder sich anders auslebt.
 
  • #18
Das ist ja das Allerletzte! Wie ginge es eigentlich ihm, wenn es umgekehrt wäre?
Es ist ganz gemein, das Sexleben mit einer Affäre mit seiner Ehe zu vergleichen. Das ist eine ganz andere Kategorie und es ist dämlich, zu behaupten, dass die Andere sexuell besser passt - sie ist eben neu und das ist aufregender als das ewig Vertraute.
Aber verlassen will er Dich nicht - wieso auch? Du machst die Kinder und die Wäsche, sammelst seine Socken auf und kochst abends was Leckeres. Das kriegt er nirgends so billig.
Außerdem müsste er für Dich im Falle einer Trennung exorbitant viel zahlen, dazu noch 3facher Kindesunterhalt.
Also ich würde mich ja mal mit einem Anwalt zusammensetzen und besprechen, wo ich stehe ohne ihn.
Lass doch die Geliebte die Socken waschen und das Lieblingsjoghurt kaufen.
Es ist leicht, die sexy Verführerin zu sein zwischen teurem Wein und Kerzenschein. Das kannst du locker auch. Klappt aber eben nicht zuhause mit 3 Kindern.
Was glaubst du, wie sexy ich sein konnte nach meiner Ehe, als ich eine Affäre hatte und den Mann (meine Affäre) besuchte? Nur dekorativ sein und ein wenig leichte lockere anregende Konversation top gestylt ohne die Kids klappt super - und danach hat man herrlichen Sex - ja! Auch nach 2 oder 3 Kindern.
Mein Mann durfte ausziehen, Trennungsunterhalt zahlen, die Kinder nur noch alle 2 Wochen sehen und seine Geliebte war dann nur noch halb so spannend. Ich selber hatte herrlichen Sex und war endlich nicht mehr traurig.
Lass das nicht mit Dir machen! Du belügst dich, wenn du das tolerierst. Lass dich beraten und sag ihm, er soll ausziehen.
Man kann nicht "großzügig" sein. Würde aber mal eine Affäre an Land ziehen um das eigene Selbstwertgefühl aufzupimpen.
Dazu würde ich die Bedingungen zumindest insofern ändern, dass ich seinen Haushalt nicht mehr erledigen würde. Finde deine Situation einfach nur unwürdig. Hör auf, dir vorzumachen, dass das machbar sei, du gehst daran kaputt und hast auch nur ein Leben.
Auch mit 3 Kindern kann man sich trennen.

Mein Lieblingsspruch in dem Fall ist ja immer:

Wie bestraft man die Geliebte des eigenen Mannes?

Sie muss ihn behalten!
 
  • #19
Es wurde hier ja nun schon einiges geschrieben und es wurden verschiedene Tipps gegeben. Auch im Hinblick auf eine sogenannte offene Ehe.
Ich sehe die Sache relativ nüchtern, wenn es in einer Beziehung nicht mehr passt, sollte man sich trennen. So haben beide Seiten die Chance, eventuell einen neuen und passenden Partner zu finden.
Die hier schon mehrfach angesprochene "offene" Ehe, halte ich für einen Selbstbetrug. Wer sich darauf einlässt, handelt nicht aus Liebe, sondern schlicht weil es so bequemer ist. Keiner muss seine Komfortzone verlassen, keiner muss Angst haben alleine zu sein, man hat sich über die Jahre an die andere Person, die Gesellschaft und den ganzen Lebensrhythmus gewöhnt. Ist halt alles sehr bequem.....
Aber nun stellen wir uns doch mal vor, man würde den Partner erst ein paar Monate kennen und dann kommt der Vorschlag, die Beziehung zu öffnen. Was wäre dann? Ich glaube die Antwort kennst du FS.
 
  • #20
Beende dieses schlimme Verhältnis, bevor du eine ganz unausstehliche verbitterte Frau wirst.

Er lebt sein Leben nach dem scheiß-egal-Prinzip. Das machen Menschen, die keine Angst vor Verlust haben oder nicht geliebt zu werden. Vielleicht auch, weil es immer noch Menschen wie dich gibt, die ihm Sicherheit geben, dass er trotz Fremdgehen abgöttisch geliebt wird.
Ich kenne Fremdgeher, die direkt vor der Nase der Frau fremdgehen, und jede Gelegenheit nutzen, sobald sie um die Ecke und aus Sichtweite der Frau sind. Die meisten Fremdgeher gehen schamlos und sehr offen fremd.

Du musst ihm nichts Gönnen, du bist nicht Mutter Theresa, du bist eine Frau mit Gefühlen und die sind wertvoll und zerbrechlich. Zu wertvoll für diesen Mann und für jeden Menschen, der deine Gefühle und Werte von Treue mit Füssen tritt!
 
  • #21
Hi ZweiteChance,
dieses Gerede von "nur Sex" ist außer bei One Night Stands totaler Unsinn. Nein, Männer verlieben sich genauso. Eine 2-jährige Beziehung ist keine "Nur-Sex-Geschichte". Er teilt mit ihr Intimität (geistig, gefühlsmäßig und körperlich), die ihr nur zu zweit teilen wolltet. Natürlich wirkt sie sich auf Eure Ehe und Eure Familie aus. Er trägt in Euer Schlafzimmer die Themen, Geschlechtskrankheiten und was passiert, wenn sie schwanger wird.

Ich habe es bei schwulen Bekannten gesehen, dass diese offenen Beziehungen eine zeitlang gut gehen, aber nur solange wie beide ähnlich interessiert an außer-beziehungsmäßigen Affairen sind und auch ähnlich erfolgreich beim Abschleppen unterwegs sind.
Es besteht dann eine Art Gleichgewicht oder Ausgleich.

Verhandle doch einfach neu:
Ihr hattet ursprünglich die Vereinbarung: körperliche Treue. Das hat ihm nicht gefallen. Er hat diese Vereinbarung einseitig gebrochen. Später hat er mit Dir die "Beziehungsöffnung" vereinbart. Das hat Dir nicht gefallen. Du hast nur Nachteile aber keinen Vorteil aus dieser neuen Vereinbarung. Du hast für Dein Entgegenkommen nichts bekommen. Es besteht eine Schieflage. Dieses Nichtgefallen steht Dir genauso zu.

Trefft eine neue Vereinbarung! Fang an zu verhandeln. Sage ihm, dass es für Dich so nicht geht. Du willst die offene Beziehung nicht mehr Punkt
Du kommst ihm entgegen in Sachen Treue und bist großzügig und machst für Dich ein großes Opfer. Dann muss er Dir eben auch in einer Sache entgegenkommen, wenn er untreu sein will.

Ich habe es selbst nicht ausprobiert. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich dadurch wieder ein Ausgleich schaffen lässt und Du mit Eurer Vereinbarung auch wieder zufrieden wirst.

Ich habe es im weiteren Umfeld gesehen, dass der Mann der Ehefrau für ihre Toleranz teuren Schmuck, Wertpapiere, Eigentumswohnungen gekauft hat. Eine Ehefrau hat sich so von ihrem Ehemann ihren Friseursalon einrichten lassen. Vielleicht willst Du Dir ein weiteres Studium absolvieren. Einen Umbau, damit Deine Mama bei Euch einzieht.
Die Ehemänner hatten sich ausgerechnet, dass es günstiger ist, die Ehefrau für ihre Toleranz zu beschenken, als die Kosten bei einer Scheidung zu zahlen.

Jetzt kann man natürlich schreien "wie materialistisch". Tatsächlich bedeutet Ehe aber auch gemeinschaftliches Wirtschaften. Er investiert Euer Geld für Einladungen bei Rendezvous und Kurztrips sowie Geschenke in die Geliebte. Da soll er doch besser in Dich investieren. Und wenn die Geliebte ein Kind bekommt, gehen die Kosten erst richtig los.

Vielleicht ist es ganz gut, wenn Du einfach 2-3 Stunden zu einer psychologischen Beratung gehst. Die Therapeuten durchblicken die Strukturen oft sehr schnell und können Dir Tipps geben.

Ausharren und die Schlaflosigkeit und den Schmerz mit Alkohol, Tabletten zu betäuben, führt in die Sucht.

Pass gut auf Dich auf.
 
P

Papillon

Gast
  • #22
Liebe FS, ich glaube da wirst du in Deutschland nur einen Minimalsatz finden, denen die Toleranz gelingt. Das eine ist die Theorie und das andere die Praxis. Wir sind hier mit ganz anderen Normen und Werten groß geworden und darauf sind wir geprägt.
In meinen Verständnis ist die Eifersucht ein Instinkt, der auch in der Natur für uns Überlebenswichtig ist. Schließlich muss die Familie gesichert sein. Konkurrenz gefährdet die Familie.
Aber in anderen Kulturkreisen ist es normal, dass der Mann, wenn er sich leisten kann mehreren Frauen haben kann. Das Familienverständnis ist ein anderes. Vielleicht wird die Nachkommenschaft durch dieses Modell besser gesichert. Allerdings geht in meinen Kopf nicht hinein wie diese Frauen damit umgehen können. Ich glaube ähnlich wie Frei, dass der Mensch nicht für die monogame Beziehung erschaffen ist. Frei hatte hier wunderbare Beispiele gebracht, dass diese Reinstform eigentlich nur bei Vögeln und Insekten anzutreffen ist (@frei vielleicht geht das nicht ganz auf, schaue dir mal den Wolf an). Bei dem Menschen mag die Monogamie, wie wir es uns wünschen, funktioniert haben als die Lebenserwartung bei 30-40 Jahren lag. Jetzt werden wir doppelt so alt und alles ist aus den Fugen.
 
  • #23
aus meiner Sicht und Erfahrung heraus denke ich dass dein Mann dich wirklich noch genauso liebt wie früher, auch wenn er eine neue Frau in seinem Leben hat. Es besteht tatsächlich keine Gefahr dass er deswegen dich fallen lässt. Hattet ihr denn überhaupt noch Sex in den letzten Jahren? Bei mir (w) war es so, dass mein Lebensgefährte und ich nach einer gewissen Beziehungsdauer keine Lust mehr aufeinander hatten (ich wesentlich weniger als er). Wir sind auch ein langjähriges Paar. Bei uns war es immer so, dass wir meistens zeitnah über anstehende Probleme oder Wünsche die uns auf dem Herzen lagen, gesprochen hatten. Somit sprachen wir auch über das fehlende Begehren. Lange bevor das Thema Nebenbeziehung dazu kam und vor allem lange Zeit, bevor einer von uns beiden sich fremdverliebt hatte. Wir sprachen auch über Lösungen die möglich wären. Und ob das Problem es wert wäre, sich nur deswegen zu trennen. Wir schätzen einander aber so sehr, sind einander so nah seelisch und geistig, haben schon so viel miteinander durchgestanden, dass wir beide dachten/denken, dass man sich nur wegen fehlender Kompatiblität auf dem erotischen Gebiet nicht trennen kann, wenn alles andere passt. - Sowas gibt es. Schließlich gibt es auch das Gegenteil (sogar oft), dass Zwei im Bett toll harmonieren, aber ansonsten nie die gleiche Sprache sprechen. Daher haben mein Lebenspartner und ich uns gegenseitig jeweils eine Nebenbeziehung(en) erlaubt. Ein Modell Richtung Polyamorie. Das ist bislang gar nicht so oft praktiziert worden, aber immerhin darf er und darf ich (ich bin in meiner einzigen vorübergehenden Nebenbeziehung allerdings enttäuscht worden, aber das ist ein anderes Thema). - Dein Partner hatte mit dir immerhin darüber gesprochen, bevor er die Affäre tatsächlich begonnen hat, richtig? ich kann einerseits ihn ganz gut verstehen. Aber es ist kein Wunder, dass es nicht einfach für dich ist. Eifersucht kann sich einstellen bei so einer Konstellation. An deiner Stelle würde ich mit ihm keinen Sex mehr haben wollen. Bei mir und meinem Lebenspartner war es ja so, dass in der Hinsicht bei uns komplett tote Hose war/ist, als ich dann meine Affäre begann. MIt dem Affärenmann war es im Bett extrem schön, aber er war ansonsten total unpassend, somit war das bald zu Ende. Ansonsten hätte ich gerne diese eine Nebenbeziehung lange beibehalten, ohne die Hauptbeziehung aufzugeben. Der Affärenmann war nach seiner Aussage nicht glücklich in seiner Beziehung, u.a. auch fast kein Sex mehr. Ich finde so eine Situation kann ein fast unlösbares Dilemma sein. Das Wichtigste ist immer ehrliche Kommunikation möglichst von Anfang an. Wie sieht es denn bei dir aus, wie würde es dir gefallen, einen tollen Geliebten zu haben? Ich denke dass ein einziger Partner manchmal nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann, zumindest nicht auf Dauer. Ich glaube dass man mehrere Personen lieben kann. Auf unterschiedliche Weise, denn jede Person ist ja auch völlig unterschiedlich in fast allen Eigenschaften.
 
  • #24
Ich habe Ja gesagt, dieses neue Modell auszuprobieren.
Liebe FS,
ja, das wird uns heutzutage allzu gern suggeriert. Sich von alten Zöpfen und Konventionen zu lösen, "modern" zu sein und modern zu denken. Und damit werden wir subtil unter Druck gesetzt. Offene Beziehungen, friends with benefits, LAT-Beziehungen usw... Wer möchte schon als altmodisch gelten und sich der Kleingeistigkeit in dieser schönen, bunten, neuen Welt schuldig machen? Im Kern handelt es sich um emotionale Erpressung, wenn man nicht dahinter steht.

Die Frage ist wie immer: Cui bono?
Du bist das jedenfalls nicht. In deinem Fall hast du - wie so häufig in diesen "modernen" Fällen, einen schlechten Deal gemacht. Kein Wunder, dass du innerlich rotierst. Es geht nicht nur um alte Zöpfe oder Exklusivität.
Du hast den Alltag, die Alltagssorgen, die Wäsche, die Küche, den Berufstätigen, dem du das Leben schön machst.
Sie hat seine Hingabe, seine Leidenschaft, Komplimente, seine Vorfreude, seine Entspanntheit nach dem guten Sex, seine Leichtigkeit... und eben nicht seine Dreckwäsche.
Dein Mann teilt seine schönsten Momente mit einer anderen Frau. Selbst wenn es bei euch nun besser läuft, kriegst du ihn doch nie so zu Gesicht, wie sie es tut.

Du fühlst diese Ungerechtigkeit, die zu deinem Nachteil ausfällt, und ziehst dafür ernsthaft eine Therapie in Erwägung? Der Therapeut wird dir wahrscheinlich sagen, dass dein Bauch gegen dieses Ungleichgewicht rebelliert, und dass du auf ihn hören sollst - modern hin und modern her.

Mach dich von diesem äußeren Druck frei. Du musst gar nichts, außer für dein Seelenheil sorgen. Du darfst euren Deal einseitig wieder aufheben oder neu aushandeln.

Weil er eine Nuance im Sex sucht, die ich ihm nicht geben kann.
Ohne hier ein Fass über sexuelle Befriedigung und Vorlieben aufmachen zu wollen, ist das etwas, das ich niemals begreifen werde. Wir können nicht jeden Traum, den wir haben, verwirklichen, z. B. in eine Bank spazieren und uns Geld für einen 6monatigen Traumurlaub erzwingen. Die Gesetzgebung und unsere Arbeitgeber hätten da wohl etwas einzuwenden, was wir größtenteils auch akzeptieren. Also verzichten wir auf diesen Traum. Es erscheint uns zwar schade, aber nicht zu ändern.
In puncto Sexualität scheinen vielen Menschen der Ansicht zu sein, sie hätten ein Recht auf komplette Selbstverwirklichung, und zwar über die Gefühle etwaiger Partner hinweg, wie in deinem Fall hier. Es geht um eine Nuance. Die Erfüllung dieser Nuance ist ihm "wichtiger" als dein Seelenheil, deine Demütigung und dein Unglück kannst du ja ruhig in Kauf nehmen, Hauptsache er bekommt seinen Spaß. Manchmal frage ich mich, wie weit gewisse Menschen überhaupt vom triebgesteuerten Tier entfernt sind...
 
  • #25
Hallo liebe TS,

Es ist offensichtlich dass du "eure offene Beziehung" nie wolltest, weil es nicht deinem Naturell entspricht. Das bedeutet auch dass Du NIEMALS damit glücklich werden würdest. Du hältst es aus, für denen Mann, für deine Ehe, die vielen Jahre miteinander und vielleicht weil du Angst vor dem alleine sein hast.

Ich möchte dir folgende Frage stellen:
Wie fühlt es sich für dich an, zu wissen dass eine attraktive Frau, deinen Mann scharf macht, ihm nahe ist, seine Haut spürt, ihn küsst und sexuell befriedigt? Sich dann Abends wieder zu dir ins Bett legt, vielleicht noch ein kurzes Gespräch mit dir führt und dann zufrieden einschläft? Wie fühlst du dich dabei?
Besch.....? Du bist eifersüchtig, machst dir Gedanken wie es für ihn ist oder war, ob er für die Frau nicht irgendwann doch mehr empfindet, die Gedanken kreisen in deinem Kopf, bringen dich um den Schlaf und deinen Verstand.
Wenn es sich so für dich anfühlt, dann tue dir und deiner Seele das nicht an!
Schläfst du noch mit ihm? Dann wirst du merken, dass du ihn mit jedem mal weniger ertragen kannst, es sich für dich immer weniger gut anfühlt, dank dem Wissen, dass er den " guten Sex" bei einer anderen Frau findet. Aber selbst wenn du nicht mehr mit ihm schläfst, wird sich die Situation für dich nicht bessern.
Entweder man ist für so ein Beziehungsmodel gemacht oder eben nicht. Da wächst man nicht rein und fühlt sich irgendwann gut damit, erst recht nicht wenn auf einer Seite noch Liebe und Begierde ist. Das ist Selbstmord auf Raten! Ich kann nicht verstehen was dir dein Mann noch so Besonderes gibt, dass es das wert ist, um das auszuhalten.

Dein Mann macht es sich leicht. Zuhause eine (Ehe)Frau die kocht, putzt, wäscht, ihn versorgt wenn er krank ist und nach außen das Bild der perfekten Familie wahrt UND ein Betthäschen die ihm seine sexuellen Wünsche erfüllt und nur die schönen Dinge des Lebens mit ihm teilt.
Ihm kann man nur gratulieren, denn er braucht nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei zu haben.
DIR kann ich nur wünschen dass er sich niemals in eine seiner Sex-Partnerinen verliebt....
Ein Mann der sagt er liebt seine Frau und hat mit einer anderen "NUR" Sex, der ist nicht ehrlich, sondern clever und bequem.

Willst du den Rest deines Lebens so leben? Ich glaube tief in deinem Herzen willst du ganz was anderes. Habe den Mut und folge deinem Herzen.....
 
  • #26
Mal so eine ganz andere Frage. Hast du überhaupt das Geld dich zu trennen? Ist ja auch nicht unwichtig.
Bei 3 Kindern …. Hast du da nochmal gearbeitet?
Vielleicht ist das ja keine Option, somit musst du (ob du willst oder nicht) damit leben.
 
  • #27
Dein Mann stellt die Erfüllung einer "sexuellen Nuance" über dein Bedürfnis nach Exklusivität. Das Angebot, die Affäre zu beenden, ist halbherzig, weil du weißt, dass es demnächst wieder um seine sexuellen Wünsche gehen wird. Ich kann Jana_09/15 nur aus vollem Herzen zustimmen: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass a l l e Bedürfnisse und Ideen im Leben befriedigt erfüllt gehören? Für die meisten Menschen dürfte das Leben ein Kompromiss sein, Einkommen, Partner und eigene Voraussetzungen sind nun einmal auch begrenzend. Auf die Erfüllung aller sexuellen Nuancen verzichte ich freiwillig, weil mir die Liebe zu meinem Partner wichtiger ist.
Ich kann den Wunsch verstehen, nach langer Ehe noch einmal sich selbst neu zu entdecken, doch irgendwann kommt der Punkt - in einer Kombination wie der euren - an dem eine Entscheidung fallen sollte: Es war großes Glück, Bedürfnisse vollends ausleben zu können, doch nun will das sehr große Glück eine Familie zu haben, gelebt werden. Wenn ihm das nicht reicht, seid ihr am Ende der Kompromissfähigkeit angelangt.
 
  • #28
Ich könnte es niemals akzeptieren, dass der Mensch an meiner Seite eine andere Frau begehrt. Und deshalb würde ich mich trennen. Denn ich würde bei einer offenen Beziehung kaputt gehen.

Entscheide selbst, was sich für Dich richtig anfühlt. Nur weil Beziehungsmodelle modern sind, müssen sie nicht für Dich passen. Und Du musst sie auch nicht akzeptieren. Nimm Dir Zeit für Deine Entscheidung und sprich mit Deinem Mann. Denn auch er hat etwas zu verlieren. Nämlich Dich.
 
  • #29
Ja, @iras, das glaube ich Dir, mehr oder weniger:
Männer können mit Fremd-Sex leben. Allerdings nur, wenn sie es machen. Ein verliebter Mann, dessen Angebetete fremdgeht, gleicht dem Erdboden. : - )

Und ich weiß es: Frauen können so nicht leben.

Liebe ZweiteChance,

mir ist ein wichtiges Wort in Deinem Text ins Auge gestochen:

Du sprichst von Deinen:


Eines meiner Lieblings-Zitate für mein Leben ist: "Gehe dorthin, wo Deine Angst ist! Genau dort hin!". Einfach, weil es eine unglaubliche Wirkung hat, wenn man das durchzieht.

Ich glaube, es ist der entscheidende Knackpunkt bei Dir (mit drei kleinen Kindern zumindest auch teilweise verständlich): Du hast Angst vor dem Alleinsein.

Bitte, hab keine Angst vor dem Alleinsein. "Alleiner" als in Deiner Beziehung zu Deinem Mann KANNST Du nicht sein! Du hast Angst, er könnte Dich verlassen? Er hat Dich bereits verlassen!

Viel Kraft Dir! Und Dir wird es ganz bestimmt erst wieder besser gehen, wenn Du Deinen Mann verlässt.
 
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  • #30
... wenn es in einer Beziehung nicht mehr passt, sollte man sich trennen. So haben beide Seiten die Chance, eventuell einen neuen und passenden Partner zu finden.
Die hier schon mehrfach angesprochene "offene" Ehe, halte ich für einen Selbstbetrug. Wer sich darauf einlässt, handelt nicht aus Liebe, sondern schlicht weil es so bequemer ist. Keiner muss seine Komfortzone verlassen, keiner muss Angst haben alleine zu sein, man hat sich über die Jahre an die andere Person, die Gesellschaft und den ganzen Lebensrhythmus gewöhnt. Ist halt alles sehr bequem...
Ich stimme dir zu und ich denke auch es ist nicht nur Sex und es kann niemals nur Sex sein, wie bei den Tieren! Der Mensch ist mehr als ein triebgesteiertes Wesen und auch der man selbst belügt sich wenn er glaubt er würde seine Frau lieben. In einer Liebesbeziehung gehören Liebe und sexuelles Begehren für mich Hand in Hand - sonst ist es keine, sondern eine gut funktionierende Lebensgemeinschaft nicht mehr und nicht weniger! Ähnlich dann wie eine wunderbare platonische Freundschaft in welcher man sich gut seelisch und geistig kennen- und wertgeschätzt werden kann!

Ein solches Paar ist einfach zu bequem und viel zu ängstlich, um sich zu trennen und die pure Angst vor Einsamkeit lässt du Menschen unendlich seelisch leiden. Der Mann hier möchte nicht auf Annehmlichkeiten und auf dem schönen guten verzichten auf seine Haushälterin und Mutter seiner Kinder.

Es ist eine Zumutung, bodenlose Unverschämtheit und eine Demütingung ohne Gleichen, liebe FS, was dein Mann dir abverlangt!

Wenn du dich tatsächlich nicht schaffst oder nicht trennen willst, wo du wie ein Hund leidest, so befolge bitte den Rat von @Tomyi: du hast bei dieser Vereinbarung überhaupt keine Vorteile ausser dein Mann verdient ausreichend und ermöglicht dir ansonsten ein finanziell sicheres und bequemes Leben. Doch kann das deine Eifersucht und deinen seelischen Schmerz und Erniedrigung mildern oder gar aufheben? Ist der Preis den du dafür bezahlen musst nicht zu hoch insbesondere, wenn du daran denkst das du ein einziges Leben hast?

Wie wäre es wenn du es versuchst dich selbst attraktiv für andere Männer zu machen und dir einen Liebhaber zu suchen und das mit deinem Mann aus zu handeln? Wenn schon dann sage ich: gleiche Rechte für alle! Auch du hast das Recht wird das schon sich dieses Recht nimmt dir einen Liebhaber zu suchen! Das könnte auch ein Sprungbrett in die emotionale Unabhängigkeit von deinem Mann werden und ein Weg in deine Freiheit!

Wenn du es nicht schaffst, dich zu trennen und scheiden zu lassen, so versuche es auf diesem Weg aber kläre einen anderen Mann vorher auf!
 
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