• #31
Und ich weiß es: Frauen können so nicht leben.
Lassen wir doch mal die Verallgemeinerungen weg, Menschen sind individuell - Schubladendenken macht da keinen Sinn.
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Und zu behaupten, dass ein Paar nur zu bequem ist, um etwas an dieser Situation zu ändern, ist anmaßend. Es tut sehr weh, zu erkennen, dass man den Menschen, den man über alles liebt, nicht mehr sexuell begehrt - nicht weil er unattraktiv geworden wäre, nicht weil er inkompatible sexuelle Wünsche hat - sondern einfach deswegen, weil die sexuelle Komponente völlig weg ist. Natürlich versucht man in einer solchen Situation, die Sexualität mit den üblichen Mitteln zu beleben. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich jemand kann, aber mir persönlich gelingt es nicht, jemand sexuell anziehend zu finden, nur weil ich das mit allen Mitteln will. Entweder es ist da oder eben nicht. Und da helfen auch keine der üblichen Tipps.

Und dann hat man das Drama, man liebt sich, kann sich kein Leben ohne den Partner vorstellen, aber wirklich dauerhaft auf Sexualität verzichten? Für immer?
Was hat man in dieser Situation denn für Möglichkeiten? Man kann sich trennen und die große Liebe aufgeben mit der Gewissheit, dass - falls man noch mal jemanden wieder so sehr lieben würde - man in einigen Jahren erneut an dem Punkt wäre. Oder man hakt das Thema Sexualität ab - was ich persönlich mit Anfang 30 nicht wollte, oder man versucht eine dritte Option, die der Öffnung der Beziehung, denn man hat ja nichts zu verlieren.

Allerdings ist dieses Beziehungsmodell nicht leicht, insofern verstehe ich die FS. Ich glaube auch nicht, dass es an der vorherrschenden Moral der Gesellschaft liegt, wenn man sich damit schwertut. Meiner Erfahrung nach ist es eine Frage, wie sehr man den Partner liebt. Je mehr ich einen Menschen liebe, umso mehr bin ich zu Kompromissen bereit. Und manchmal besteht der Kompromiss darin, auf sexuelle Exklusivität zu verzichten, weil man den Partner nicht komplett verlieren will.

Deshalb,liebe FS, Du hast nur diese beiden Optionen - entweder arrangierst Du dich mit der offenen Beziehung , und versuchst vielleicht auch die entsprechenden Freiheiten für Dich zu nutzen oder Du trennst Dich von Deinem Mann. Ich schätze, der Gedanken an Trennung tut Dir sehr weh, weil Du das keinesfalls willst.

Also egal, welche Entscheidung Du triffst- ganz ohne Leid für es für Dich wohl nicht gehen. Aber Du wirst wissen, was Dir weniger weh tut - und diesen Weg solltest Du gehen.
 
  • #32
Wenn Männer wie Deiner von einer offenen Beziehung reden, meinen sie eigentlich nur sich selber damit. Er traut Dir gar nicht zu, dass du von Deiner Seite aus auch eine Affäre anfangen könntest.... ist für dich ja auch schwieriger mit deinen Kindern zuhause, Deinem Schmerz über den Verlust deines Mannes an eine Andere.
Sei doch ehrlich zu Dir selber: Dir geht es schlecht und du hast dich auf etwas eingelassen, was du gar nicht willst.
Therapeuten würden sagen, du solltest lernen, netter zu Dir selber zu sein. Du redest Dir ein, dass es "nur Sex" ist, aber in einer Affäre ist niemals nur Sex. Man ist miteinander vertraut, man liegt miteinander oft lange im Bett und redet, man geht zusammen essen, man lacht und kocht zusammen oder kuschelt sich aufs Sofa und guckt nen Film... und man ist auch verliebt, wenn es länger geht inkl. Herzklopfen und Schmetterlingen. Der Sex ist wild und leidenschaftlich, schon aufgrund der Sehnsucht, die man hat, wenn man sich nicht sieht, entfacht eine Affäre ständig ein Feuerwerk.Was hast du davon?

Ich finde den Beitrag von @Tomyi ganz pragmatisch und hilfreich.
Handle einen neuen Deal aus, wenn du Deinen Mann nicht verlassen kannst.
Dass Dein Mann Dich noch liebt ist Quatsch. Du bist bequem für ihn, aber sowieso immer da, er ist mit Dir durch Haus und Kinder verbunden und es wäre sehr unbequem für ihn all das zu verlassen.
Aber frag Dich dich mal ehrlich, wie es Dir geht und was Du von der offenen Beziehung hast außer den Schmerz?
Du bist gar nicht so in der unterlegenen Position wie du denkst, wie schon geschrieben: Lass dich mal von einem Anwalt beraten - dein Mann müsste Dir im Fall einer Trennung höchstwahrscheinlich mehrere tausend Euro im Monat bezahlen, momentan ist es billig für ihn. Du fühlst Dich schwach und abhängig, aber er ist genauso abhängig von Dir und Deinem Wohlwollen.
Mach das so nicht mehr mit - entweder muss für dich auch etwas herausspringen oder du verlässt ihn. Auch dann ist das Leben nicht vorbei - es ist auch durchaus schön(er) ohne Mann, zumindest ohne einen wie deinen.
Wenn das nicht geht für Dich, dass du ihn verlässt, mach es wie @Tomyi vorgeschlagen hat. :)
Und hör auf Dir einzureden, dass er Dir ja nichts wegnimmt und es ja "nur" Sex ist - ein Beziehungstherapeut hat auch mal gesagt: "Es ist niemals nur Sex". Und du fühlst dich doch alleine und hintergangen. Du hast die Kinder und gerade gar keine Chance auf eine Affäre - das weiß dein Mann doch - wahrscheinlich würde er durchdrehen, wenn du einen anderen Mann hättest.
Mein Exmann hat mich jahrelang betrogen.
Als wir 2 Jahre getrennt waren, ist er immer noch komplett ausgeflippt, als er erfahren hat, dass ich einen anderen Mann kennengelernt habe.
Achte mehr auf Dich. Du bist auch wichtig! Was sind deine Wünsche und Bedürfnisse? oder kennst du die gar nicht mehr, weil nur die Kinder und Dein Mann zählen?
 
  • #33
Die Öffnung gilt für uns beide. Für mich ist es zum jetzigen Zeitpunkt undenkbar, dass ich davon Gebrauch machen werde. Mir ist nicht nach einem neuen, anderen Partner.

Seit diesem Geständnis hat sich in unserer Beziehung einiges getan, zum Guten verändert.
...Die Frage stellt sich mir aber wirklich immer wieder, ob ich das denn so will. Ob ich an mir arbeiten kann und mich von dem Gedanken des "Exklusivrechtes" über einen Partner lösen kann. ...
Mein Mann weiss um meine Schwierigkeiten. Ich spiele ihm nichts vor.
Liebe @ZweiteChance, deine Zeilen lesen sich mehr als gruselig, ist Dir das klar?
Klar spielst du ihm nichts vor, aber du spielst dir selber etwas vor.
Was hat sich denn zum Guten verändert seit dem Geständnis?
Dir geht es doch nicht gut? Wem willst du was weißmachen? Dir selber? Dein Mann turnt durch andere Betten und du willst "an dir arbeiten" und redest was von Gesellschaft und dass man kein "Exklusivrecht" hat...!?
Hast du so sehr Angst alleine klarkommen zu müssen, dass du dir so etwas einreden musst?
Ist die Option einer Trennung so abwegig, dass du dir lieber versuchst einzureden, dass es an Dir liegt, wenn du nicht damit klarkommst? Das ist wirklich traurig, wie sehr du versuchst, dem Ganzen etwas Gutes abzuringen.
Du kannst dir natürlich auch noch Beziehungsratgeber kaufen wie " Der Seitensprung als Chance" und ähnlichen Quatsch.
Das ist alles Selbstbetrug aber in der Verzweiflung ist einem jeder Hoffnungsschmimmer lieber als dem Scheitern der Beziehung ins Auge zu sehen. Du strampelst und hoffst und "arbeitest an Dir" wie verrückt, nur dein Herz macht nicht mit und du bist total unglücklich, redest dir aber ein, dass alles auch etwas Gutes hätte.
Aus eigener Erfahrung kenne ich deine Gedanken.
Natürlich ist Dir nicht nach einer eigenen Affäre, weil deine Gedanken 24 Stunden am Tag um deinen Mann kreisen, weil du deine Familie retten willst.
Was macht eigentlich Dein Mann außer hin und wieder reden? Er sieht doch, dass du leidest? Wo ist denn da Liebe seinerseits zu dir?
Deine Beiträge zeigen alle, dass du das Offensichtliche nicht sehen willst und das wird wahrscheinlich noch ein Jahr dauernd bis du so weit bist, eine Trennung zu erwägen.
Arbeitest Du? Wie sieht dein Tag aus? Was sagen deine Freunde? hast du eine gute Freundin, mit der du reden kannst oder musst du das alles mit Dir selber ausmachen? Das macht irgendwann krank und blockiert dich fürs Leben. Was bekommen Eure Kinder mit?
Versuche zumindest zu Dir selber ehrlich zu sein: Du willst das Arrangement nicht.
 
  • #34
Liebe FS,
ich habe über 2 Jahrzehnte versucht, zu akzeptieren, dass mein Exmann ein chronischer Fremdgänger ist, dass ich ihm seine pornogeschulten Wünsche nicht erfüllen konnte und wollte. Es hat nicht geklappt, ich bin monogam veranlagt, Sex geht bei mir nur in Verbindung mit Liebe und ich kann auch nur mit einem monogamen Mann eine Partnerschaft führen.

Irgendwann verwandelte, dass "sich Bemühen" in große Anstrengungen, später dann in Widerwillen gegen ihn, bis hin zu massivem Abscheu und körperlichem Ekel. Dann bin ich endlich gegangen - schade, 15 Jahre zu spät. Erst als ich ihn loswar, habe ich gesehen, wie schön das Leben ohne ihn ist.
Natürlich hat er sich auch sehr um den alltäglichen Umgang bemüht, insbesondere, wenn er merkte, dass ich unzufrieden bin. Er hatte ja auch jeden Grund dafür, denn mit meinem Einkommen ließ sich gut leben.Unser nach außen sichtbares Eheleben war so, dass jeder der uns länger kannte überhaupt nicht verstehen konnte, warum ich mich von ihm trennte. Er hatte

Nach der Trennung lag ich Jahre seelisch am Boden und habe lange gebraucht, mich zu erholen. Vieles bestimmt meinen Umgang mit anderen Menschen noch heute (Distanziertheit, Misstrauen). Nun bin ich ein introvertierter Mensch, der damit gut leben kann. Jemandem der zuwendung und Zuneigung von anderen braucht entstünde sehr viel Leid auf dieser eigenen Abgewandtheit.

Sieh es realsitisch: natürlich ist Dein Mann nett zu Dir. Unterhaltszahlungen für Dich und 3 Kinder sowie Scheidungsfolgen würden ihn möglicherweise in seiner Lebenqualität möglicherweise erheblich beeinträchtigen. Anders als mein Mann ist er ja auch schon deutlich über 40. Wenn er sich ausgelebt hat, keine andere Frau ihn mehr will oder er nicht mehr kann, dann hat er ja noch das gemachte Nest und nimmt keinen Schaden. Ist doch ein Supermodell.
So hat mein Ex es sich wohl auch gedacht, sofern er überhaupt gedacht hat - nur dass ich ihm mit Ende 40 komplett zermürbt kündige, das hatte er nicht auf dem Zettel.

Ich kann Dir nicht dazu raten, zu versuchen, es zu akzeptieren, wenn Du es nicht kannst - es macht Dich krank.
Entweder kannst Du es mühelos und suchst Dir auch Affären um mit ihm gleichzuziehen oder Du akzeptierst es nach dem Motto "immer noch besser als selber arbeiten zu gehen" und melkst ihn als Schadenersatz richtig ab.

Wenn Du keinen Sex mit ihm mehr willst (Krankheitsrisiko) und eine Abneigung gegen seine physikalische Nähe spürst, setz' getrennte Schlafzimmer durch (er kann auch aufs Sofa oder zur Neuen). Das hat mir geholfen in meiner Klärungsphase.
 
  • #35
Liebe ZweiteChance,

ich empfinde es mehr als gruselig wie Du Dich fremdbestimmen lässt.

Warum achtest Du so wenig auf Dich selbst? Bist Du Dir weniger wert als die Anderen, die Gesellschaft und wer auch immer? Warum kasteist Du Dich dermaßen?

Die Größe, die Du vorgibst erreichen zu wollen, ist für mich nicht die selbige. Du machst Dich klein und unterwürfst Dich Dingen, die nicht Dein sind. Ich würde Deinen Mann zu seinen Gespielinnen schicken. Dort darf er gerne bleiben. Du machst es ihm sehr leicht und konfortabel und Du gehst dabei vor die Hunde.

Du bist, von Deinen Kinder, solange sie nicht selbständig sind, abgesehen, das Maß Deiner Dinge und kein anderer.
 
  • #36
Offenbar ist der Eindruck entstanden, dass ich seit Monaten im Tal der Tränen wandle und kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Dem ist nicht so. Ich bin nach wie vor ein optimistischer Zeitgenosse, gehe meiner Arbeit nach, pflege Hobbies, gehe in den Ausgang, mache mich schick. Dass meinem Leben eine gewisse Leichtigkeit abhanden gekommen ist, das ist wahr. Das hat aber vielleicht gar nicht so viel mit dem Seitensprung meines Mannes zu tun, vielleicht bringt das auch das Leben mit sich. So oder so. Ich weiss es nicht, ich lebe ja nur mein Leben. So unbekümmert wie mit zwanzig ist wohl niemand mehr mit vierzig. Das Leben hinterlässt nun mal Spuren.

"In guten wie in schlechten Zeiten" hiess es, als wir geheiratet haben. Jetzt sind die Zeiten nicht gut - einfach die Flinte ins Korn zu werfen, sprich sich zu trennen, entspricht nicht meiner Auffassung dieses Gelübtes. Mich stört dieses Denken im Schwarz-/Weissschema. Das Leben hat doch viel mehr Farbe zu bieten. Ich bin schon früher nicht den von der Gesellschaft erwarteten Weg gegangen, musste mich gegen vorherrschende Ansichten durchsetzten und bin im Rückblick sehr froh, dass ich meinem Herzen gefolgt bin.

Mein Mann hat diesen Schritt nicht leichtherzig gemacht. Egoistisch, ja. Das relativiere ich auch nicht. Bei einer Therapeutin war/bin ich; sie hat übrigens nicht zur Trennung geraten. Mir ist klar, dass ich für mich entscheiden muss, wann meine Schmerzgrenze erreicht ist.

Ich hatte gehofft, hier Menschen zu treffen, die bei einem Seitensprung nicht gleich mit der Moralkeule für (vermeintliche) Gerechtigkeit sorgen. Davon habe ich Beispiele in meinem persönlichen Umfeld. Wir leben in einer Gesellschaft, in der, je nach Statistik, fast die Hälfte all derer, die in einer festen Partnerschaft leben, ihren Partner irgendwann betrügen/betrogen haben. Man kann also von einer Art "Schattenrealität" sprechen. Wenn dann aber ein Betrug auffliegt, dann beziehen sich alle auf Moral und Tugend, verurteilen den Fremdgeher, schreien nach Strafe (=Trennung/Scheidung). Das ist für alle Beteiligten schwierig, sie alle gehen durch Phasen der Trauer und Wut, des Abschiednehmens bis sie wieder Boden unter den Füssen haben. Kein Weg ist einfach. Mein Alltag ist, entgegen der hier vorherrschenden Meinung, kein ständiger Kampf gegen unterdrückte Gefühle. Nur ab und zu da überkommt mich diese Eifersucht. Und ich hätte eben gerne von Menschen, die diese schwierige Phase in ihrer Beziehung mit dem Partner durchgestanden haben, Antworten erhalten, wie es ihnen auf diesem Weg ergangen ist (ein paar wenige sind ja gekommen - danke!).
 
  • #37
suchst Dir auch Affären um mit ihm gleichzuziehen
Das rate ich dir nicht. Etwas zu tun was dir eigentlich gegen den Strich geht weil du selbst monogam veranlagt bist. Das zeigt allein die Tatsache, dass du nun ein Vertrauensproblem mit deinem Mann hast. Berechtigterweise, denn das Verhalten deines Mannes ist das Allerletzte. Strotzt vor Egoismus und an Respektlosigkeit vor dir.

Er hatte die Möglichkeit fair mit dir umzugehen. Das hat er nicht getan, sondern sich für den widerwärtigsten Schritt überhaupt entschieden. Heimlich fremdgehen und es dir erst stecken/beichten wenn du entweder selbst draufkommst oder die Lebensumstände es verlangen, weil er sich seltsam oder anders verhält. Schließlich zieht er die Zweitfrau abends auch nicht mit den Klamotten aus.

Trenne dich, fange neu an. Nur so geht es. Übrigens mein Rat an jede Frau und jeden Mann, die von ihrem Partner in welcher Form auch immer belogen und betrogen werden. Ist das Vertrauen einmal weg, kommt es nie zu 100 % wieder. Das ungute Gefühl bleibt.
 
  • #38
Liebe FS, die Frage ist doch, ob Du daran glaubst, dass Du mit einem anderen Mann oder als Single glücklicher werden könntest, als Du es jetzt mit Deinem Mann bist?
Niemand hier kann die Qualität Eurer Beziehung beurteilen - aber Du kannst es. Ist die fehlende sexuelle Exklusivität so gravierend, dass alles andere, was Du mit Deinem Mann hast, dies nicht aufwiegen kann?

Ich persönlich liebe meinem Mann sehr, er mich auch. Wir waren auch beide sehr traurig, als uns nach einigen gemeinsamen und echt heißen Jahren :) der "sexuelle Rausch" verlassen hat - aber dafür die Beziehung wegwerfen? Niemals.
Für uns war die Öffnung der Beziehung der Kompromiss, mit dem wir beide weiterhin unsere Beziehung leben können. Perfekt ist das sicher nicht, entspricht wohl auch keinem romantischen Ideal. Aber wir sind beide intelligent genug zu erkennen, dass wir auch ohne sexuelle Exklusivität etwas haben, was man nicht wieder findet.

Übrigens ist bei uns keiner vom anderen abhängig, weder wirtschaftlich, noch sonst wie. Es gibt auch keine kleine Kinder oder sonstigen Gründe, die manche Paare wohl zu Zweckgemeinschaften machen.
Und verbindet "nur" die Liebe zueinander. Und zwar eine so große, dass wir dafür auch ein paar moralische Grenzen in unseren Köpfen verschieben konnten.
 
  • #39
Liebe FS,
schon die Überschrift zu Deiner Frage ist irreführend. Es handelt sich nicht um einen (einmaligen?) Seitensprung, sondern um eine veritable Nebenbeziehung ("Affäre"?).
Ich schließe mich all denen an, die zu einem "Entweder - Oder" raten. Du verlierst sonst wertvolle Lebenszeit in einer Konstellation, die Dich nicht glücklich machen kann.
Das heißt nicht, dass ich mich Modellen wie "Jetzt erst einmal selbst ausleben" anschließen würde. Da gibt es m.E. bessere Wege - und Du bist, so schließe ich aus Deinen Zeilen, anders drauf als beispielsweise Tini_HH, die aus ihrer eigenen Lebenserfahrung berichtet.
 
  • #40
Hat er (sexuelle) Wünsche die Du ihm nicht erfüllen kannst?

Der Wunsch dürfte der nach Sex mit einer anderen Frau sein. Was soll die FS da machen?

wenn es in einer Beziehung nicht mehr passt, sollte man sich trennen. So haben beide Seiten die Chance, eventuell einen neuen und passenden Partner zu finden.
Die hier schon mehrfach angesprochene "offene" Ehe, halte ich für einen Selbstbetrug. Wer sich darauf einlässt, handelt nicht aus Liebe, sondern schlicht weil es so bequemer ist.

Ich würde das nicht so abtun. Partnerschaften können auch dann, wenn die sexuelle Attraktivität verflogen sind, auf sehr festen Fundamenten stehen. Es ist nicht immer Bequemlichkeit, wenn man eine asexualisierte Partnerschaft nicht aufgeben will, sondern oft auch eine tiefe Zuneigung und Verbundenheit - bei der eben nur die sexuelle Komponente fehlt.

Die Variante, sich gegenseitig einzugestehen, dass man seine sexuellen Interessen anderswo befriedigen darf, ist da nur ein Vorschlag, und der kann bestenfalls dann funktionieren, wenn beide damit zufrieden sind.
 
  • #41
Bitte tu dir das nicht an!
Dein Mann lebt wie die Made im Speck und gönnt sich das Beste aus 2 Welten.
Selbstverständlich bietet er dir gönnerhaft eine auch für dich offene Beziehung an.

Er hat alles, was er will.
Ich kann dir nur raten dich zu trennen, du bist nicht 70.
 
  • #42
"In guten wie in schlechten Zeiten" hiess es, als wir geheiratet haben. Jetzt sind die Zeiten nicht gut - einfach die Flinte ins Korn zu werfen, sprich sich zu trennen, entspricht nicht meiner Auffassung dieses Gelübtes. Mich stört dieses Denken im Schwarz-/Weissschema.
Da hast Du zwar grundsätzlich Recht, und ich bin kein großer Trennungsbefürworter. Es gibt aber zwei Aspekte: Zum einen findest Du hier viele Leute, die eine Menge Lebenserfahrung haben, und schon einmal in einer ähnlichen Situation waren wie Du. Ich hatte einen fremdgehenden Mann. Das flog erst am Ende unserer Ehe auf, als ich mich selbst fremdverliebt und ihm das gestanden habe (da war ich noch nicht einmal fremdgegangen). Er sah sich zum Fremdgehen berechtigt, dabei hatten wir sogar ein funktionierendes Sexualleben. Und er ist nicht nur mit einer Frau fremdgegangen. Wir haben uns auch nicht gleich getrennt, aber danach begann eine unschöne Leidensphase. Die mit dem Fremdgehen einhergehende Zerstörung des Vertrauens hat eine Wirkung wie eine maligne Erkrankung. Sie löst nach und nach die Beziehung auf. Natürlich möchtest Du Mut gemacht bekommen, aber ich kann Dir nur sagen: So, wie es jetzt ist, kannst Du nicht weitermachen, weil Du und Eure Beziehung daran kaputtgehen. Ich rate Dir nicht dazu, selbst fremdzugehen. Das habe ich in der Endphase meiner Ehe gemacht, und das hat der Ehe den Rest gegeben. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Dein Mann hört damit auf und bekennt sich zu 100% zu Dir. Auch sexuell. Oder Du gehst. Und Gehen ist nichts Schlimmes. Du kennst ja den Spruch: "Eine Tür geht zu, eine andere öffnet sich". An diesen Gedanken wirst Du Dich allmählich gewöhnen müssen.

Übrigens hat mir mein Therapeut damals auch nicht dazu geraten, meinen Mann zu verlassen. Therapeuten zeigen normalerweise nur mit Fragen einen Weg auf und überlassen die Entscheidung dem Patienten. Gleichwohl hat die Therapie sehr stark zu meinem Entschluss beigetragen, mich zu trennen. Ich hatte danach diverse Affären, drei feste Beziehungen (die eine habe ich noch) und ein aufregendes und erfülltes Leben. Meine Seele hat sich nach nunmehr 5 Jahren von dem erlittenen Unrecht und dem verlorenen Vertrauen beinahe erholt. Ich habe einen Freund, der fern von perfekt ist, aber toll aussieht, sich an mich gebunden hat und dem ich vertraue.
 
  • #43
Wenn dann aber ein Betrug auffliegt, dann beziehen sich alle auf Moral und Tugend, verurteilen den Fremdgeher, schreien nach Strafe (=Trennung/Scheidung). Das ist für alle Beteiligten schwierig, sie alle gehen durch Phasen der Trauer und Wut, des Abschiednehmens bis sie wieder Boden unter den Füssen haben. Kein Weg ist einfach. Mein Alltag ist, entgegen der hier vorherrschenden Meinung, kein ständiger Kampf gegen unterdrückte Gefühle. Nur ab und zu da überkommt mich diese Eifersucht.
Hörst du dir selbst zu? Du redest die Sache schön, nach außen wirkst du taff und souverän, eine Frau, die die Affäre des Mannes nicht aus den Latschen wirft.

Aber so einfach ist das nicht. Das Herz macht nicht das was der Kopf will. Deine auch nur wenig aufkommende Eifersucht zeigt doch, dass du im Unterbewusstsein nicht einverstanden bist mit dem was dein Mann so treibt. Eifersucht bedeutet nämlich nicht nur Verlustangst weil der Selbstwert gering ist.

Die Rivalin ist und bleibt eine Gefahr für dich. Auch wenn dein Mann etwas ganz anderes behauptet kann er sich durchaus und ernsthaft in sie verlieben. Schon allein weil sie im Bett auf einer Wellenlänge sind und "reiten". Für deinen Mann ist Sex sehr wichtig, sonst wäre er erst gar nicht mit einer anderen Frau in die Kiste gestiegen. Wäre mit dir, eurer Ehe insgesamt und mit sich im Reinen.

Du belügst dich selbst, weil dir die Kraft und die Stärke fehlt diese Ehe zu beenden. Fang bei dir an, was willst du wirklich? Und dann handele danach!
 
  • #44
Hallo liebe FS,

bei allem Verständnis... warum lässt du dich so demütigen? Das ist keine gute Ehe! Ein Mensch der liebt, könnte seinem Partner oder seiner Partnerin so etwas nie antun. Er hat scheinbar gar kein Gewissen.

Was ist, wenn die Affäre am besten noch mit einziehen soll, sodass er sie jeden tag da hat, akzeptierst du das dann auch? Es ist schön, dass die sein Wohlbefinden am Herzen liegt, aber das geht viel zu weit!

Lass sich bitte nicht für dumm verkaufen. Du gehst daran kaputt und bist irgendwann nicht mehr du selbst! Denke an dich und verlasse ihn!
 
  • #45
Liebe FS,

in unserer Gesellschaft wird ja die Monogamie favorisiert. Ich bin nicht in einer Umwelt groß geworden, wo Männer mehrere Frauen haben und die Frauen damit umgehen können.
Ich habe so eine Beziehung auch schon einmal ausprobieren wollen. Neue Horizonte, Erfahrungen usw.
Aber ich konnte es nicht! Ich wollte die Wichtigste sein! Und ebenfalls einen anderen Mann suchen, das ging gar nicht. Ich brauche Vertrauen und nur einen Mann. Sex macht ja erst richtig Spaß, wenn man den Anderen besser kennt.
Und wenn er mich nicht treffen konnte oder sich nicht meldete...dann ging gleich das Kopfkino an.
Es war und ist nichts für mich.
Man muss er wohl erst ausprobieren, um zu sehen, ob man es kann.
Wenn Du auch so etwas außerhalb Deiner Ehe finden könntest, wäre die Sache wohl eher auf Augenhöhe.
Aber so machst Du es nur Deinem Mann zu liebe mit und wirst dabei innerlich immer weniger.
 
  • #46
Und ich hätte eben gerne von Menschen, die diese schwierige Phase in ihrer Beziehung mit dem Partner durchgestanden haben, Antworten erhalten
Liebe FS,
dieses Forum ist dazu da, Menschen zu helfen. Du wirst hier kaum oder keine Antworten zu der Frage finden, wie du deine Gefühle besser unterdrücken kannst oder wie man den Schmerz beim selbstgewählten Leiden lindert.

Dafür brauchst du ja auch keine Antworten, du bist bereits Expertin darin. Du verdrängst, relativierst, entschuldigst, spielst die Starke und Moderne, lebst dein Leben weiter, lenkst dich ab und begibst dich in Therapie, um deine Gefühle zu unterdrücken. Du machst einen Riesen-Aufriss darum, dich selbst nicht wahrzunehmen. Da fließt der Großteil deiner Lebensenergie rein.
Ganz ehrlich? Mehr kannst du nicht tun. Es gibt keine Tips, wie du dein Bauchgefühl noch weiter unterdrücken könntest außer vielleicht irgendwelchen Selbstberuhigungs-Taktiken, die du dir für den Akutfall aus jedem Forum für Panikattacken aneignen kannst. Auf jeden Fall solltest du aufhören, in Foren oder bei Therapeuten um Rat zu fragen - die Antworten verunsichern dich nur und bringen dich womöglich zum Nachdenken. Das kannst du nicht gebrauchen.

Du wirst daran kaputt gehen. Nicht jetzt, aber irgendwann. Dich selbst innen drin blockieren und immer besser lernen, dich selbst nicht wahrzunehmen. Bis du innerlich tot bist und kaum noch etwas fühlst, weder Leid, aber auch keine Freude mehr. Dann wirst du nur noch funktionieren, bis auch das nicht mehr klappt.
Das schreibt dir eine Frau, die viele Jahre in einer unglücklichen Beziehung ausgeharrt hat, selbst einst eine Meisterin des Relativierens, Schönquatschens und Verdrängens.

Ich denke, du bist im Moment einfach noch nicht so weit. War ich damals auch nicht. Dein Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Vielleicht wirst du dir in ein paar Jahren diesen Thread durchlesen und ihn anders beurteilen. Jeder nach seinem Tempo. Ich wünsche dir alles Gute.
 
  • #47
Liebe FS, ich finde es sehr schade, dass dir hier so viele zur Trennung raten und dir einreden wollen, dass es "schlecht und böse" ist, was dein Mann tut. Ich habe schon viele Männer getroffen, denen eine "sexuelle Nuance" (oder auch ein paar Nuancen mehr) in ihrer Beziehung fehlt (bzw. fehlen) und die weit entfernt davon sind, ihre Partnerinnen zu verlassen (oder nicht mehr zu lieben). Und ich bin überzeugt davon, dass dies nicht nur reine Bequemlichkeit ist. Leider können viele bei ihrer Partnerin nicht offen sein. Dein Mann hat dir "gebeichtet", dass es erst nach 4 Monaten war, ist nicht schön, aber sicherlich irgendeiner Angst geschuldet sein. Positiv sind doch zwei Aspekte: ihr habt erkannt, dass irgendetwas in eurer Beziehung in Schieflage geraten ist und seid darüber ins Reden gekommen. Du hast eine Therapeutin, die dir hilft, mit dir ins Reine zu kommen. Ich würde mich an deiner Stelle nicht trennen, weil du scheinst ja nicht sehr schwer zu leiden,sondern eher "nur" eifersüchtige Phasen zu haben. Aus meiner Sicht ist Eifersucht kein Zeichen von Liebe, sondern eher eine Mischung aus anerzogenen gesellschaftlichen Konventionen und einem persönlichen Selbstwertproblem.Schmeiß die Flinte nicht zu schnell ins Korn, aber bleib mit deinem Mann im Dialog. Was mich persönlich stören würde, wäre aber die Tatsache, dass es sich immer um dieselbe Frau handelt. So sehr ich meinem Mann Sex mit Anderen gönne, ich würde mich wohler fühlen, wenn es nicht immer dieselbe Frau wäre. Aus diesem Grunde hätte ich persönlich das Angebot ganz egoistisch und ohne schlechtes Gewissen angenommen, diese Affäre zu beenden und auf unverbindlichere, wechselnde Sexualpartnerinnen bestanden. Ob das bei euch hilfreich wäre, weiß ich nicht, denn ich habe keine Ahnung, was ihm fehlt, was er braucht?
Geht ihr auch gemeinsam zu einer Therapie? Weißt du, was genau ihm fehlt? Ist er jetzt offen zu dir oder hast du das Gefühl, dass er dich anlügt? Was tut ihr für euch bzw. welche "schönen" Gemeinsamkeiten pflegt ihr? Für dich war dieses Konstrukt offenbar früher nie eine Option, jetzt braucht es Zeit, sich damit auseinanderzusetzen.
 
  • #48
Also liebe FS,

ich kann für mich behaupten, dass ich keine Moralkeule raushole und was Deine Beziehung tatsächlich hergibt, kannst nur Du beurteilen. Im Prinzip darfst Du, und viele andere ebenso, tun und lassen was und wie es beliebt. Geht mehr ganz weit hinten und unten vorbei. Aber erstens hast Du gefragt und zweitens lasse ich mir nicht (mehr) in meinem Leben von Fremden rumfuschen. Ich nehme mir das Recht raus, dass es mir egal ist was andere von mir halten.

Ich versuche lediglich nachzuvollziehen, was ich an Deiner Stelle tun würde. Für mich ist Sexualität ein elementarer Bestandteil (m)einer Beziehung und dazu gehört für mich sexuelle Exklusivität. Das hat nichts mit "wie in guten wie in schlechten Zeiten" zu tun. Was Dein Mann tut empfinde ich als Affront. In unserer 26jährigen Beziehung gab es auch Dinge, die da nicht hingehörten, aber darüber wird man sich im gegenseitigen Einvernehmen klar und einig oder zieht Konsequenzen. Das ist meine Lehre aus meiner Vergangenheit.

Auch den Singsang von "... nach so und so vielen Jahren wird es so und so ..." kann ich, vor allen Dingen hier, nicht mehr lesen. Für mich ausgemachter Unsinn.

Unbenommen darfst Du Dich gerne daran gewöhnen, dass Dein Mann durch fremde Betten tobt. Vielleicht kommst Du ja auch noch auf den Geschmack. Mein Segen hast Du.

Ich vergaß fast Deine Frage:

Ja, ich habe damit Erfahrung, habe mich aber nicht wie Du, gefühlt, am Nasenring durch die Manege führen lassen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #49
In einem Forum fand ich unlängst diese kluge Aussage: "Wann hören wir endlich auf, unser Seelenheil [Glück in der Ehe] an das Geschlechtsteil unseres Partners zu hängen?" Präziser lässt sich das Dilemma nicht ausdrücken. Warum ist es für Ehefrauen eine solche Tragödie, wenn ihr Ehemann sein Fortpflanzungsorgan (nichts anderes ist es) hin und wieder in ein fremdes Äquivalent steckt, und wieso muss deshalb gleich eine Familie zerstört werden? Anschauliches Beispiel: Warum soll ein attraktiver, erfolgreicher Mann in den besten Jahren nicht gelegentlich mit einer jungen Frau schlafen, sondern nur mit seiner eventuell unattraktiver werdenden (Frau und Mann haben im gleichen Alter unterschiedliche Marktwerte) Gattin verkehren? Das wäre Masochismus! Frau und Kinder werden weiterhin finanziert, der Partner hat den Ausgleich für sein Ego, die Kinder werden keine psychisch angeschlagenen Scheidungskinder und haben eine intakte Familie. Sollte die Frau sich aus unangebrachtem Stolz doch trennen und wieder einen attraktiven Partner finden, so wird dieser spätestens nach ein paar Jahren ebenso fremdgehen, weil er es sich leisten kann. Das Spiel würde sich wiederholen, eine Trennung ist folglich sinnlos.
Liebe FS, bitte stelle deine Eifersucht (nicht umsonst eine Sünde) ein und konzentriere dich auf dein Leben (Hobbies, Beruf, Kinder, ...) Ein Ehemann ist KEIN Eigentum (ein attraktiver erst recht nicht). Alles Gute
w(25)
 
  • #50
Ganz genau so empfinden mein Partner und ich das auch. Wir sind doch nie nur wegen Sex zusammen gewesen, also trennen wir uns auch nicht nur wegen Sex! Wir haben uns von Anfang an auf allen 3 Ebenen geliebt: Seele, Geist, Körper. Jawohl, geliebt - es ist vieltausend Mal mehr als Freundschaft! Ich lasse mir ganz sicher nicht einreden, dass so eine tiefe Liebe nur wegen des Wegfalls der Begierde nichts mehr wert sein soll! - Jeder darf seine eigene Auffassung haben, aber meine lasse ich mir auch nicht nehmen. Weil der Mann der FS eine andere begehrt (auch verliebt ist), soll er sie nicht mehr lieben? Weil er nicht mehr geil auf sie ist? Das soll gleichbedeutend mit Liebe sein? (Liebt der Freier die Prostituierte?)

Liebe FS, die Frage ist doch, ob Du daran glaubst, dass Du mit einem anderen Mann oder als Single glücklicher werden könntest, als Du es jetzt mit Deinem Mann bist?
Niemand hier kann die Qualität Eurer Beziehung beurteilen - aber Du kannst es. Ist die fehlende sexuelle Exklusivität so gravierend, dass alles andere, was Du mit Deinem Mann hast, dies nicht aufwiegen kann?

Ich persönlich liebe meinem Mann sehr, er mich auch. Wir waren auch beide sehr traurig, als uns nach einigen gemeinsamen und echt heißen Jahren :) der "sexuelle Rausch" verlassen hat - aber dafür die Beziehung wegwerfen? Niemals.
Für uns war die Öffnung der Beziehung der Kompromiss, mit dem wir beide weiterhin unsere Beziehung leben können. Perfekt ist das sicher nicht, entspricht wohl auch keinem romantischen Ideal. Aber wir sind beide intelligent genug zu erkennen, dass wir auch ohne sexuelle Exklusivität etwas haben, was man nicht wieder findet.

Übrigens ist bei uns keiner vom anderen abhängig, weder wirtschaftlich, noch sonst wie. Es gibt auch keine kleine Kinder oder sonstigen Gründe, die manche Paare wohl zu Zweckgemeinschaften machen.
Und verbindet "nur" die Liebe zueinander. Und zwar eine so große, dass wir dafür auch ein paar moralische Grenzen in unseren Köpfen verschieben konnten.
 
  • #51
PS.: hier wird dem Partner der FS eine Böswilligkeit unterstellt, für die es gar keine Anhaltspunkte gibt! Er hat ein ganz typisches menschliches Problem, die FS auch. Die Suche nach Kompromissen muss immer weitergehen. Wahrscheinlich ist die Beziehung es wert, sie trotz der Probleme weiterzuführen! Die FS wird Wege finden, ihre Eifersucht zu heilen - z.B. durch das Bewusstmachen der eigenen Einzigartigkeit! Niemand ist wie sie, ihr Mann liebt sie, somit kann nie eine andere sie ersetzen! (Auch nicht wenn er zehn Freundinnen hätte.)
 
  • #52
Hallo ZweiteChance,
Du hast ja recht mit dem Motto: in guten und in schlechten Zeiten. Manche sagen, dass lange Ehen nur lange halten, weil sich das Paar nicht scheiden ließ.

Es gibt nicht nur schwarz und weiß, da hast du Recht.
Unser Bundespräsident Herr Gauck war auch nicht geschieden und hatte eine nichteheliche Partnerin. Sein Arrangement ist von außen gesehen aber anders als Deines.

Aus deinen Texten liest es sich, als gäbe es in deiner Ehe nur schwarz und weiß.

Er verwirklicht jede Nuance seiner sexuellen Wünsche. Du schreibst, du hast garkeine Lust auf sexuelle Affären o.a.
Er lebt seine Gefühle aus, ohne Rücksicht auf deine Gefühle und arbeitet nicht an sich. Du unterdrückst deine Gefühle für ihn und meinst, du müsstest an dir noch mehr arbeiten.
Er gestaltet eure Ehe, wie es für ihn passt. Du stimmst zu, obwohl es für dich nicht passt.

Du stellst euer Liebesleben weiß und schwarz dar. Ich konnte nicht lesen, wo du deine Ehe gestaltest. Er gestaltet. Du stimmst leidend zu. Ich kann auch nicht lesen, wo du von ihm ein Entgegenkommen verlangst oder erhältst. Er verlangt Großzügigkeit und Toleranz von Dir. In welchem Bereich ist er für Dich tolerant und großzügig?

Du hast noch nicht mal die Grenze gesetzt, dass euer Ehebett oder Sex ohne Kondom oder Treffen an eurem Hochzeitstag, bestimmte Restaurants tabu sind.
Sehr erstaunlich. Sogar in offen polyamoroesen Beziehungen und Mehrehen gibt es solche Tabus.
Du nimmst einfach alles hin. Das ist keine starke Toleranz. Das ist Schwäche. Du bist zu schwach, um Grenzen zu setzen.


Wegen der Eifersucht: schau dir mal genau an, auf was genau du eifersüchtig bist. Geht es um den Sex, ihr Aussehen, Unternehmungen der beiden etc.?

Bist du eifersüchtig, z.B. dass er mit ihr und nicht mit Dir ins Theater geht, dann hole dir super Karten und gehe ins Theater. Ziehe dein Ding durch.

Ich rate dir sehr, dass du dir auch einen Bereich außerhalb Beruf, Muttersein und Ehefrausein schaffst, der dir gehört, den du nicht mit ihm teilst. Etwas, was dir Freude macht. Ein eigenes Projekt.
Er hat sein Projekt, an dem du nicht teil hast, bereits gefunden.
 
  • #53
Liebe FS was @Burmakatze da von sich gibt ist natürlich völliger blödsinn. Jung und ungestüm. Nein natürlich wirst du das nie auf die Reihe bekommen und dich damit abfinden. Im Gegenteil. Es wird schlimmer für dich und du wirst einen psychischen Totalschaden erleiden, wenn du dich nicht lösen wirst.so sehr wie du an deinem Mann hängst, wird es dich zerstören. Dessen bin ich mir hundertprozentig sicher.
M46
 
  • #54
Moin,

Achgottchen... Ich könnte mir so ein Beziehungsmodell zwar auch nicht vorstellen, weil ich eher zur Eifersucht neige und Sexualität für mich nicht vom Reiz des Neuen abhängt.
Aber das sind doch sehr persönliche Eigenschaften, vielleicht weit verbreitet, aber doch nichts Absolutes. Es mag da doch wirklich Raum für lockere, schwebende, offene und doch stabile, schöne, erfüllende Alternativen geben. Wahrscheinlich ist es auch eine Frage der Stabilität der eigenen Persönlichkeit, des Mutes, etwas auszuprobieren.
Viel Glück der TS!

manchmal
 
  • #55
Sehr schwierig. Ich denke dein Mann "braucht" diese Nuance.
Sex ist nicht immer pc. Aber, was macht es mit dir, mit deiner Seele?
Und dass es immer die gleiche Frau ist, macht es nicht einfacher.
Ich könnte es so nicht, aber dass muss jeder selbst wissen.
Ich stelle es mir so vor: du brauchst sehr viel Energie um diesen Stachel im Alltag zu verdrängen. Denn dieser Mann, der liebevoll mit deinen Kindern ist, ist der gleiche Mann, der mit einer anderen Frau regelmäßig leidenschaftlichen Sex hat. Das heisst, es findet eine Spaltung statt. Manche Ehefrauen können sich damit arrangieren, manche sind vielleicht froh, keinen Sex mehr mit ihrem Mann zu haben. Aber dein Leben wäre möglicherweise einfacher ohne ihn, und zwar weil du nicht ständig emotionale Verrenkungen machen musst. Das kostet auf Dauer viel Kraft, Kraft die du nicht für dein Leben einsetzen kannst., weil du kompensieren musst.
Deine Lebensenergie, deine Entscheidung.
 
M

Michael_123

Gast
  • #56
Liebe FS,

aus meiner Sicht hast Du bis jetzt alles richtig gemacht. Du hast ein Modell ausprobiert und gehofft, das es funktioniert. Wenn Du es nicht ausprobiert hättest, hättest Du Dir wahrscheinlich Vorwürfe gemacht.

Du hast nun aber festgestellt, das es nicht funktioniert und Du leidest. Und genau hier darfst Du Dir jetzt nichts schön reden! Es geht Deinem Leben in erster Linie um Dich! Eine wichtige Frage an Dich: Bist Du Dir dessen bewusst?!

Ich frage mich dann, ob ich die Situation irgend wann WIRKLICH akzeptieren werde. Ob ich meinem Mann diese Art von Freiheit eines Tages ohne Wenn und Aber zugestehen werde.

Er ist nicht mehr Dein Mann, sondern der Mann von seiner Geliebten und von Dir.

Und nein, ich glaube nicht, dass Du das akzeptieren kannst. Und das solltest Du auch nicht.

Du leidest. Weiß das Dein Mann?
Liebe heißt meiner Meinung nach u.a., dass man den Partner nicht leiden lässt.

Im Gegensatz zu manchen Foristinnen möchte ich Deinen Ehemann jedoch partiell in Schutz nehmen. Er hat offen mit Dir geredet, ihr habt beide das Modell ausprobiert. Er hat Dich also offensichtlich nicht betrogen. Und dass ein Mensch seine Bedürfnisse lebt, ist legitim - so lange dies nicht auf Kosten anderer geschieht.

Denke an Dich, an Dein Leben und an Deine Bedürfnisse!

Alles Gute!
 
  • #57
Wenn mir jemand erzählt, Sex habe nichts mit Gefühlen (inkl. Verliebtheit) zu tun, dann ... denke ich mir meinen Teil dazu. Es sind nicht viele, die das dauerhaft zu trennen vermögen. Liebe FS, ich habe nicht den Eindruck, dass Du zu dieser Gruppe gehörst.
Und bei allem Respekt vor den Mitforisten beiderlei Geschlechts: dieses Forum ist natürlich nicht repräsentativ, sondern spiegelt eine Selektion wider. Darunter sind freilich nicht wenige Frauen, die ähnliche Erfahrungen wie Du hinter sich haben.
 
  • #58
Liebe FS was @Burmakatze da von sich gibt ist natürlich völliger blödsinn. Jung und ungestüm. Nein natürlich wirst du das nie auf die Reihe bekommen und dich damit abfinden. Im Gegenteil. Es wird schlimmer für dich und du wirst einen psychischen Totalschaden erleiden, wenn du dich nicht lösen wirst.so sehr wie du an deinem Mann hängst, wird es dich zerstören. Dessen bin ich mir hundertprozentig sicher.
M46
"Jung und ungestüm" mag Burmakatze sein, aber ich empfinde die Aussage nicht als völligen Blödsinn. Im Grunde trifft der Beitrag doch den Kern vieler Probleme, die sich Paare schaffen. Hier fehlt allenfalls die differenzierte Ausgestaltung, wie man sich von diesem Denken lösen kann. Die FS sollte sich auch nicht mit der Situation abfinden und sich als armes Opfer fühlen (tut sie wohl auch nicht), sondern sich mit ihren Verlustängsten und ihrer Eifersucht auseinandersetzen. Ich finde nicht, dass der Mann sich abgrundtief "schlecht" verhält (vielleicht etwas ungeschickt in der Reihenfolge), er scheint ja bereit zum Dialog zu sein. Das Ausleben seiner Bedürfnisse macht etwas mit der FS und in einem "psychischen Totalschaden" wird es wohl nicht enden. Die FS erscheint mir dafür zu reflektiert und versucht (auch mit Hilfe von außen) an sich zu arbeiten - das wird sie auf lange Sicht viel freier und unabhängiger machen, wie ihren Mann einfach zu verlassen. Wenn sie das für sich tut und nicht in erster Linie, um die Beziehung zu retten, dann kann sie da nur gewinnen und wird nicht irgendwann frustiert irgendwo rumsitzen und das Gefühl des armen, betrogenen Opfers hegen sowie pflegen. Vielleicht steht am Ende doch eine Trennung an, vielleicht auch nicht - zumindest finde ich es für den Fortbestand der Beziehung elementar, dass ihr Mann sich in diesen Findungsprozess einklinkt.
 
  • #59
Das Leben hinterlässt nun mal Spuren.
"In guten wie in schlechten Zeiten" hiess es, als wir geheiratet haben. Jetzt sind die Zeiten nicht gut - einfach die Flinte ins Korn zu werfen, sprich sich zu trennen, entspricht nicht meiner Auffassung dieses Gelübtes. Mich stört dieses Denken im Schwarz-/Weissschema. Das Leben hat doch viel mehr Farbe zu bieten. Ich bin schon früher nicht den von der Gesellschaft erwarteten Weg gegangen, musste mich gegen vorherrschende Ansichten durchsetzten und bin im Rückblick sehr froh, dass ich meinem Herzen gefolgt bin.
Ich verstehe etwas nicht und ich wäre froh, wenn du uns eine Antwort geben könntest. Wenn ihr sexuell beide von Anfang an in der Art agiert wie heute und du gleich bleibende Vorlieben hast, da frage ich mich: warum möchte er plötzlich nach über 20 Jahren diese Affäre? Ein Mensch spürt doch nach spätestens einem Jahr, ob ein Paar sexuell zusammen harmoniert und ob einem Mann die Sexualität, so wie sie ist ihm genügt, ihn befriedigt und alleine mit dir glücklich werden lässt eben wenn oder weil er dich liebt!

Er lebt mit der anderen Frau bestimmte sexuelle Nuancen aus. Wenn es dir nicht zu nahe ist, so möchte ich gerne wissen, ob es sich dabei um Fetischismus, SM oder nur um bestimmte sexuelle Praktiken, die du nicht leben willst und kannst, handelt?

Ja, in guten und in schlechten Zeiten! Darunter verstehe ich persönlich: Unfall, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder andere Schicksalsschläge! Doch nicht sein aktives Fremdgehen bzw. seine Nebenbeziehung. Das ist ihm (euch beiden)nicht als ein unverschuldetes Schicksal zugestossen!

Wenn es keine abweichende sexuelle Vorlieben sind, die unbedingt leben muss, um überhaupt erregt und befriedigt zu werden, dann sind das für ihn keine schlechte Zeiten, sondern sogar sehr gute! Er lebt wie ein Made in Frankreich aber du bist diejenige, die die ganze Zeit leidet und versuchst auf Teufel komm raus, dich damit abzufinden, ansonsten hättest du diese Frage überhaupt nicht hier gestellt. Du kannst ausharren und dich vielleicht in 10 Jahren damit abfinden und mit deinem Leben abschliessen oder dich trennen und neu starten wie so viele Menschen!

Gewiss gehen statistisch betrachtet mindestens 50 % der Menschen fremd und daran scheitern auch die meisten Beziehungen. Dann wird es eine neue geben. Stichwort: serielle Monogamie oder man bleibt so lange zusammen, jemand fremd gegangen ist, falls man kein Glück haben sollte.

Ein neuer Mann, ein neues Leben - so viel wert musstest du dir während der begrenzten Lebenszeit auf Erden selbst sein! Vergiss nicht: du bist sterblich aber auf was möchtest du zurückblicken, wenn du im Sterbebett liegst?
 
  • #60
Ich bleibe dabei liebe FS: Du versuchst die Affäre deines Mannes zu tolerieren obwohl du das eigentlich gar nicht kannst und willst. Du bist monogam veranlagt und musst dich für diese Akzeptanz extrem verbiegen.

Warum tust dir diese Pfeife von Mann länger an? Der lebt aktuell wie eine Made im Speck, weil er nicht mehr heimlich fremdgehen braucht, sondern seine Freundin besuchen kann mit dem Einverständnis seiner Frau. Toll für ihn, aber eine nicht enden wollende Psychoabwärtsspirale für dich. Wie fühlt es sich an wenn er abends zu dir sagt: "So, ich gehe jetzt zu meiner Zweitfrau poppen. Entweder bin ich um Mitternacht wieder da oder erst Morgen früh pünktlich zum Frühstück. Bereite alles vor, dann setzen wir uns gemeinsam an den Tisch und klönen. Über Gott und die Welt!" Er unterleibsmäßig versorgt und du frustriert hoch Drei.

Wirst du bei diesen Gedanken nicht wütend? Über diese enorme Dreistigkeit, Unverfrorenheit?

ich rate dir noch einmal eindringlich: Werde dir klar darüber was du wirklich willst. Handele konsequent danach. Willst du monogam in einer Partnerschaft leben solltest du dich trennen wenn dein Partner nicht mehr mitzieht. Oder habt ihr direkt bei eurer Eheschließung den Deal gemacht, dass Jeder von euch fremdgehen darf wenn er Bock darauf hat nur weil eure Ehe in die Jahre gekommen ist? Ich denke nicht.

Ich persönlich halte nichts von offener Beziehung und du vermutlich auch nicht. Also höre nicht auf die Foristen und Foristinnen, die genau das praktizieren und dir deshalb gut zureden. Ich kann daran nichts Tolles erkennen: Liebe ich einen Mann, reicht er mir im Bett. Wenn nicht (mehr) trenne ich mich von ihm ohne vorher zweigleisig gefahren zu sein. Fremdgehen in einer Partnerschaft bedeutet für mich nichts weiter als Selbstwertstörung, Ego pushen, da kannst du noch so intelligent sein und mehrere Professorentitel haben. Das Eine schließt das Andere nicht automatisch aus. Means: Akademiker sein und trotzdem eine Störung im Kopf.

Also: Überlegen und danach handeln, auch wenn es vielleicht weh tut.
 
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