• #1

Umgang mit Sexualität

liebes Forum,

Ich bin eine 35 Jährige Single-Frau und frage mich nach einem Gespräch das ich vor kurzem mit einigen Kolleginnen hatte, ob ich mit meinem Umgang zur Sexualität tatsächlich ein Sonderfall bin. Diese Kolleginnen schienen nämlich eine ganz andere Einstellung dazu zu haben.

Ich persönlich hatte bis heute 1 langjährige Beziehung, folglich auch nur mit einem Mann geschlafen, was übrigens nicht daran liegt dass ich keine begehrenswerte Frau, unattraktiv, zu schüchtern oder gar ängstlich etc. wäre. Es hat sogar schon ein paar Treffen mit Männern gegeben die attraktiv, intelligent und charmant waren, nur wurde mir da recht schnell klar dass sie eher bindungsunwillig sind, sodass mein Interesse verflog.

Sex gehört für mich nur in die Liebesbeziehung mit dem richtigen. Wenn es in meinem Leben mehr als einer werden sollte, dann nur weil sich der erste doch nicht als der richtige herausgestellt hat. Ohne gegenseitige Liebe, Respekt und tiefem Vertrauen habe ich auch kein Bedürfnis danach, kann Jahrelang ohne Sex und Masturbation leben, ohne dass dies Auswirkungen auf mein Wohlbefinden hat. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass das Liebesspiel die Fortsetzung des respekt und liebevollen Umgangs der Liebenden miteinander ist. Dann sehne ich mich auch danach mit meinem Partner Sex zu haben. Ansonsten brauche und möchte ich es nicht.

Ich habe hier im Forum auch schon einiges gelesen und auch hier bekommt man den Eindruck als hätten die meisten Frauen zumindest in einer bestimmten Lebensphase als Single, Sex gehabt. Mir geht es gewiss nicht darum dies moralisch abzuwerten oder mich von meiner Einstellung abbringen zu lassen, das werde ich ohnehin nicht tun.

Eigentlich möchte ich nur wissen, ob ich damit tatsächlich zu einer absoluten Minderheit gehöre, oder ob es noch viel mehr Frauen gibt die genauso empfinden wie ich, und bisher auch nur in vertrauens und liebevollen Beziehungen Sex hatten. Liebe Damen, sind wir wirklich so eine Ausnahme?
 
  • #2
Liebe Damen, sind wir wirklich so eine Ausnahme?

Wenn es nur nach diesem Forum ginge, ja, dann wären wir ganz erstaunliche Ausnahmen :).

Allerdings bin ich überzeugt, dass es neben den wenigen hier im Forum irgendwo da draußen noch mehr von uns gibt und sogar die passenden männlichen Pendants dazu.
Ich wünsche dir sehr, eines davon zu finden :).

(Ich hab meins schon - seit 30 Jahren.)
 
  • #3
Liebe Damen, sind wir wirklich so eine Ausnahme?
Wenn du so bist und sein möchtest. Dann sei so. Ich persönlich (m) finde deine Einstellung sher schön, da Ehrlich gemeint. Aber dennoch denke ich, dass du ein eher seltenes Exemplar von Frau bist. Ohne die Frauen die nicht so sind, verurteilen zu wollen. Soll heißen. Jeder so wie er Glücklich ist. Solange niemand verletzt wird.
m44
 
  • #4
Natürlich bist du eine Ausnahme, wenn du dir den statistischen Durchschnitt für Anzahl der Sexualpartner anschaust. Aber wen kümmerts? Es muß ja nur für dich und dein Leben passen. Und was man nicht kennt, kann einem ja nicht abgehen, höchstens die Fantasie davon... und wer weiß, Realität ist ja dann für dich möglicherweise ganz anders.
 
  • #5
Ohne gegenseitige Liebe, Respekt und tiefem Vertrauen habe ich auch kein Bedürfnis danach, kann Jahrelang ohne Sex und Masturbation leben, ohne dass dies Auswirkungen auf mein Wohlbefinden hat

Deine Einstellung ist völlig legitim aber sicher nicht alltäglich. Für mich gehört Sexualität und mich mit meinem Körper auseinander zu setzen zum Leben und zu einem Wohlbefinden mit dazu. Selbst wenn man dies nur mit sich selbst auslebt. Sexualität zu leben heißt ja nicht sich durch alle Betten zu schlafen.
 
  • #6
Ich finde deine Einstellung überhaupt nicht unnormal, beschreibt eigentlich fast genau meine eigene Erfahrung. Ich glaube auch nicht, daß alle Männer nur den schnellen Sex wollen, sonst gäbe es nicht so viele treue Väter.
Der Sex gehört für mich zu einer Beziehung, ist mit der Frau, die ich liebe auch die wunderbarste und schönste Sache der Welt, würde aber bei einer Unbekannten vermutlich nicht mal annähernd so toll sein (falls es dann überhaupt klappt)
Zumindest mir ist es viel wichtiger diese Nähe zu spüren, zu sehen wie meine Partnerin mir völlig vertraut, und das Begehren in ihrem ganzem Körper zu fühlen. Das ist das eigentlich Wichtige. Es zeigt mir, das sie mich immer noch begehrt und wir uns völlig vertrauen.
Ich glaube das viele gar nicht wissen, wie dieses Gefühl tatsächlich ist und es versuchen durch immer neue Kontakte zu finden
 
G

Ga_ui

Gast
  • #7
Ich bin w, 34 und hatte auch nur einen wirklichen Sexualpartner. Und ich kenne ein paar alte Schulfreundinnen bei denen ist das genauso. Die haben irgendwann ihren ersten Partner geheiratet und haben jetzt ein paar Kinder. Ich denke nicht, dass das soo ungewöhnlich ist, nur spricht KEINER darüber, weil man in unserer Gesellschaft Frauen am besten diffamieren kann durch ihre sexuellen vorhanden/nichtvorhandenen Erfahrungen. Als Selbstschutz rate ich dir, nicht darüber zu sprechen. Auch unter scheinbar besten Freunden redet man schnell hinter deinem Rücken über dich. Glaub's mir! Egal wie viel oder wie wenig sexuelle Erfahrung du hast!

Achso und davor hatte ich nur mehr so Kuschelpartner seit meiner Jugend. Lag aber eher an den Männern, weil diese massive Hemmungen hatten, einer attraktiven Frau etwas im Bett zu bieten. Also wollten die Männer ganz drauf verzichten. Gerade deutsche Männer sind ja sehr ängstlich im Umgang mit Frauen.

Dafür hatte ich diesen einen Sexualpartner über 10 Jahre. Ich finde, das bringt einen mehr voran, als jedes Jahr seinen Bettpartner zu wechseln und dann wieder bei Null anfangen zu müssen. In einer so lange Beziehung lebt man sexuell ganz andere Dinge aus, als bei einem ONS oder in Kurzbeziehungen zum Beispiel.

Ich meine also nicht benachteiligt zu sein oder gar etwas verpasst zu haben. Eher im Gegenteil. Wer kann schon eine so lange Beziehung vorweisen, die sexuell mit EINEM Partner so lange läuft? Ich kenne eigentlich niemanden außer mir. Ich sehe mich den anderen eher überlegen dadurch, dass ich zwar nur einen Bettpartner hatte, aber dafür so lange.
 
  • #8
In deinem Text finde ich mich an vielen Punkten wieder. Nich an allen, aber egal. Ich denke, das ist ein Thema, bei dem es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern es ist ziemlich bunt und jede von uns schillert eben in einer anderen Farbe. Wenn du dich wohlfühlst, dann bleib unbedingt so wie du bist und lass dir von niemandem etwas einreden oder dich verbiegen!
 
  • #9
Nee, Du bist ganz und gar nicht unnormal. Ich bin auch so. Als Mann;-). Sex nur in Beziehungen, ansonsten ist Selbstbefriedigung auch immer wieder schön.
Dass Du erst eine Beziehung hattest, ist natürlich wirklich nicht viel, aber dagegen ist auch nichts zu sagen.
Ich kenne auch viele Menschen, die so sind. Vielleicht keine Mehrheit, aber eine bemerkbare Menge.
 
A

Ares

Gast
  • #10
Warum sollte Deine Lebensweise nicht völlig in Ordnung sein? Völlig unabhängig davon, wie andere leben. Es gibt sicher eine Reihe Frauen und Männer, die nicht viele Sexualpartner haben, genauso gibt es welche, die das anders sehen. Du musst Dich damit wohlfühlen und ggf. einen Partner finden, der das ähnlich sieht, wenn das für Dich wichtig ist.
 
  • #11
Nach den Statistiken haben "die Deutschen" etwa 5-6 Sexualpartner IM LEBEN - nicht während eines Mallorca-Urlaubs oder eines schönen Sommers.

Ich glaube, an dieser Zahl ist sehr viel Wahres, wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe. Im Moment liegst Du noch unter dem Schnitt, aber wer weiß, was in den nächsten Jahrzehnten geschieht.

Mich regt es deshalb auch immer ein wenig auf, wenn man den jüngeren Frauen um die 20 einreden will, es wäre total normal und super, ständig wahllos mit Männern ONS zu haben. Nein, die große Mehrheit der Frauen und Männer sind nicht promiskuitiv und wechseln ständig durch.
 
A

aufgewacht

Gast
  • #12
habe ich auch kein Bedürfnis danach, kann Jahrelang ohne Sex und Masturbation leben, ohne dass dies Auswirkungen auf mein Wohlbefinden hat

Davon gibt es recht viel Frauen, wie ich erfahren musste.. und scheinbar auch Männer, wie ich von leidgeprüften Exfrauen weiß.

Meine Erfahrung ist, dass dann die Partner, die sexuell aktiver sein möchten, genau unter Menschen wie dir leiden, wenn die rosarote Zeit vergangen ist und du auch ganz ohne Sex zufrieden bist.

Suche dir also einen möglichst asexuellen Mann. Es gibt sie s.o.
 
  • #13
Suche dir also einen möglichst asexuellen Mann. Es gibt sie s.o.

Ja, das ist der übliche blöde Spruch hinterher.
Nur weil man nur in einer Beziehung Sex haben möchte und schlicht in Singlezeiten nicht unter Sexmangel leidet, ist man nicht asexuell.

Asexuell bedeutet, man möchte gar keinen Sex - auch nicht in einer Beziehung. Oder findet gar die Vorstellung schon widerwärtig. Und etliche Asexuelle wollen gar keine Beziehung.
 
  • #14
Das finde ich ja schön, dass ich da nicht so allein bin ...

Bei mir war es auch nur einer. Und das war in den frühen 1990er Jahren.
Dass ich danach nicht mehr so interessiert war, lag daran, dass ich es nicht als schön empfand, sondern als schmerzhaft. Ich war damals sehr jung und der Mann nicht verliebt, daran wird's gelegen haben.

Wenn ich mich wieder verlieben würde - so richtig mit viel Liebe und Vertrauen - würde ich mich sexuell ganz sicher auf diesen Mann einlassen können. Ich würde aber mit offenen Karten spielen.

Ich könnte mir vorstellen, dass das für die meisten Männer kein Problem darstellen würde. Um Männer, die das nicht so toll finden (nach dem Motto: "Dann kann die ja nix"), würde ich ohnehin einen großen Bogen machen.

Ich denke, da verlernt man nichts. Und mit dem richtigen Partner an der Seite geht sowieso alles von selbst ...
 
  • #15
Suche dir also einen möglichst asexuellen Mann. Es gibt sie s.o.

Dass die Einstellung zur Sexualität und das Bedürfnis danach nicht zu unterschiedlich sein sollte ist mir bewusst, ganz ohne Sex zu leben finde ich allerdings sicher nicht erstrebenswert, wenn ich einen Partner habe den ich liebe. Denn dann sehne ich mich insbesondere auch danach beim Akt die ganze Nähe zu ihm zu spüren.

Bei der Fragestellung hatte ich übrigens vergessen hinzuzufügen wie es denn bei euch im Freundeskreis aussieht, sofern das schonmal thematisiert wurde. Unter meinen Freundinnen gibt es eine einzige die da genau so empfindet, und ansonsten alle Abstufungen von einem ins andere Extrem. Hier im Forum scheint sich bisher nur Serenissima in mir wiedererkannt zu haben.

Allerdings bin ich überzeugt, dass es neben den wenigen hier im Forum irgendwo da draußen noch mehr von uns gibt und sogar die passenden männlichen Pendants dazu.
Ich wünsche dir sehr, eines davon zu finden

Vielen Dank, ich sehe das gelassen und optimistisch.

Danke auch an alle anderen für die bisherige Teilnahme.

lg
 
  • #16
#11 hat irgendwas nicht verstanden. Die FS meint doch zweifelsohne, dass sie gerne in einer Beziehung Sex hat. Inwiefern da ein Partner drunter leiden soll, der auch Sex will, ist völlig unverständlich.

Dass in einer beziehung die sexuellen Bedürfnisse so unterschiedlich sien können, dass die Beziehung leidet, das kann natürlich sein. Aber das ist nicht das Thema dieses Threads, nicht das Thema der FS.
 
  • #17
Ich denke die Mehrheit der Frauen in unseren Gefilden ist da eher wie du. Finde das auch überhaupt nicht schlimm.
Schlimm finde ich über sexuell aufgeschlossene Frauen negativ zu urteilen. Nur weil sie gerne Sex haben, sind sie ja keine schlechteren Menschen (ausser man ist religiös oder sowas)
Gruß m32
 
  • #18
Hm. Ich zum Beispiel denke komplett anders als du, aber so what? Ist doch prima, wenn du dich wohlfühlst, so wie du es handhabst. Weiter oben hat schon mal jemand geschrieben, dass am Wichtigsten ist, dass du authentisch bleibst. Deswegen bist du nicht schlechter oder besser als jeder andere Mensch auf dieser Welt, das Sexualleben hat andere Menschen (außer die Betroffenen) nicht zu interessieren. Offenbar hast du jetzt hier im Forum gesagt bekommen, dass viele andere wie du denken. Und nun? Wie kommt es denn, dass du dir über sowas Gedanken machst?
 
  • #19
Ich persönlich denke dass es viele Frauen gibt, die ähnlich oder genau so ticken, aber sich das nicht eingestehen wollen. Frauen haben den deutlich! geringeren Sexualtrieb als Männer. Das ist in jeder wissenschaftllichen Untersuchung eindeutig bestätigt worden und jeder Versuch dies zu wiederlegen ist gescheitert. Viele Frauen denken aber dass mit ihnen etwas nicht stimmt und fangen an sich auszuprobieren. Dabei verlieren sie die Fähigkeit wahrhaftig zu lieben und gehen nur noch Zweckbeziehungen ein, oder aber solche die von rein sexueller Anziehung geprägt sind und keine Zukunft haben. Es ist traurig dass so wenige Frauen zu sich selbst stehen und noch wahrhaftig fühlen können. Liebe FS, lass dir von niemandem irgendwas einreden. Viele Männer träumen von einer genau solchen Frau.

Was ich mich frage ist ob man Frauen mit sehr geringem Sexualtrieb an gewissen Eigenschaften erkennt, ob sie bestimmte Wiedererkennungsmerkmale haben oder ob das quasi querbeet durch alle Instanzen geht. Mein Eindruck: Vorwiegend sind das eher introvertierte Frauen mit hohem geistigen Potential. Begierde ist grundsätzlich nicht viel vorhanden, Sinnlichkeit aber eher schon.
 
E

endrana

Gast
  • #20
Wichtig ist doch, dass jede(r) rausfindet, was gerade ihn/sie glücklich macht... auch in der Hinsicht.
Deine Haltung ist doch völlig in Ordnung, solange du mit deinem Partner (und er mit dir) bzw. Du als Single mit dir selbst zufrieden bist.

Mir selbst geht es übrigens komplett anders, Sexualität und bspw. Orgasmen zu leben (mit Partner oder Masturbation), gehört für mich zum Leben wie Essen und Trinken... zwar nicht in der Häufigkeit, aber ich bemerke (außer in Ausnahmezuständen wie Krankheit etc) nach spätestens zwei bis drei Tagen ein körperliches Bedürfnis nach sexueller Befriedigung. Aber dieses Bedürfnis zu haben und auch auszulegen, ist genauso legitim, wie es eben nicht zu haben.
 
  • #21
Individuell verschieden. Und dass mit gesteigerten Sexualtrieb nun die geistige Leistungsfähigkeit nachlässt, nun. Moralische Bewertungen daran zu knüpfen? Aber danach steckt wahrscheinlich die Sehnsucht nach der "reinen Frau".
Wers genauer wissen will, kann hier nachlesen:
Berger, Die verborgene Lust der Frauen.
 
  • #22
Ich denke die Mehrheit der Frauen in unseren Gefilden ist da eher wie du. Finde das auch überhaupt nicht schlimm.
Schlimm finde ich über sexuell aufgeschlossene Frauen negativ zu urteilen. Nur weil sie gerne Sex haben, sind sie ja keine schlechteren Menschen (ausser man ist religiös oder sowas)
Gruß m32

Leider sind die sexuell offensiven Damen nicht harmlos.
Ich ticke wie die FS und kann sie 100 % verstehen.

Sex ohne tiefen Gefühe und Vertrauen, welche nur über eine relativ längere Kennlernphase entstehen, ist und war für mich undenkbar.

Sexuell offensive Damen habe ich in früheren Jahren als wenig selektiv empfunden, auch waren sie durchaus bereit es bei Männern zu versuchen, die vergeben waren, es war ja nur Sex.

Menschen, denen der Sex über alles geht, sind auch zu allem bereit um ihn zu bekommen - ich mag diese Menschen nicht in meinem privaten Umfeld.

Mod: Provokante Phrase entfernt. Bitte beachten Sie unsere Verhaltensregeln.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
Natürlich bist du eine Ausnahme, wenn du dir den statistischen Durchschnitt für Anzahl der Sexualpartner anschaust. Aber wen kümmerts? Es muß ja nur für dich und dein Leben passen. Und was man nicht kennt, kann einem ja nicht abgehen, höchstens die Fantasie davon... und wer weiß, Realität ist ja dann für dich möglicherweise ganz anders.
Sie ist keine Ausnahme. Nimm in den Statistiken mal den Median statt das arithmetische Mittel, das von einer lauten, aber insgesamt (proportional) gar nicht soooo großen Gruppe recht stark nach oben verzerrt wird... dann wirst Du vermutlich staunen.
 
  • #24
Wers genauer wissen will, kann hier nachlesen:
Berger, Die verborgene Lust der Frauen.

Einige Erkenntnisse aus dem Buch deuten lediglich darauf hin, dass Frauen eine breitere Pallette an Stimulationsmöglichkeiten haben. Mit der Stärke des Sexualtriebes hat das aber nichts zu tun. Den restlichen Teil des Buches kann man übrigens gänzlich außer Acht lassen. Da wird sehr vieles zurechtgebogen und z.t sogar so verdreht, dass es der wissenschaftlichen Realität gänzlich widerspricht.
 
  • #25
Ich würde sagen, dass ich eigentlich ähnlich ticke - und Sex nur mit Liebe will. Allerdings habe ich es irgendwann doch ohne große Gefühle getan - den Glauben an die Liebe hatte ich aufgegeben, wollte aber wenigstens vor den Wechseljahren mal Sex. Als ich meine Unschuld verlor, war ich schon näher an der 30 als an der 20 und fühlte mich einfach nicht wohl mit diesem "Makel". Denn genau so, als Makel, wird fehlende Sexerfahrung in unserer ach so modernen, aufgeschlossenen Gesellschaft oft dargestellt. (Aber sobald man mehr als 3 Männer hatte, ist man schon wieder eine "Schlampe" - verrückte Welt!)

Und ich dachte mir auch, dass komplette Unerfahrenheit mir evtl. beziehungstechnisch das Genick brechen könnte, wenn ich doch irgendwann den "Richtigen" treffen sollte. Wobei sich der Richtige daran eigentlich nicht stören sollte....

Sicher war es ein Zeichen von Schwäche, sich diesem gesellschaftlichen Druck zu beugen - und ich denke, meine Sexualität hat ein Stück weit gelitten durch den Sex mit ungeliebten, nicht innig begehrten Männern. Darum will ich solchen Sex auch nicht mehr. Dennoch bereue ich meine Entscheidung nicht. Zumal ich ja auch selbst neugierig auf Sex war. Es war also nicht nur Druck von außen, dem ich mich gebeugt habe. Mit mir selbst habe ich ein ziemlich reges Sexleben - besser als alles, was ich mit Männern bisher erlebt habe. Also eine Grundlibido ist schon vorhanden.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass Frauen, für die Sex nur mit Liebe infrage kommt, diese Einstellung wie eine Auszeichnung vor sich her tragen. Das ärgert mich, obwohl ich im tiefsten Herzen ähnlich ticke. Es ärgert mich v.a. deshalb, weil es sich bei diesem demonstrativ sittsamen Typ oft um Frauen handelt, die einfach sehr viel Glück hatten und früh im Leben den Richtigen gefunden haben. Wenn man früh die (erste) große Liebe trifft, ist es leicht, seinen Prinzipien treu zu bleiben. Ich fühlte mich als Jungfrau 25+ irgendwann regelrecht zerrissen zwischen romantischen Vorstellungen, natürlicher Neugier und gesellschaftlichen Erwartungen.

Aber auch diejenigen, die Sex eher locker sehen, fühlen sich deshalb anderen oft überlegen. Finde ich genauso daneben.

Ich finde es einfach arm, sich über etwas so natürliches und zugleich so intimes wie Sex zu definieren. Egal, in welcher Richtung. Und dennoch habe ich das Spiel ja mitgespielt, als ich mich dafür entschied, den "Makel" der Jungfräulichkeit auszuradieren.

Traurige Gesellschaft.
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #26
Du bist vollkommen normal! Ich bin auch so, was die Anzahl der Männer betrifft, bin ich wohl Durchschnitt, aber wenn ich keine Beziehung habe, dann auch keine Sexualität. Ich brauche das auch dazwischen nicht, mir geht es gut dabei und fertig!
Außerdem spreche ich in meinem Bekannten und Freundeskreis nicht so direkt über die Anzahl der Männer. Also, alles ist in Ordnung mit Dir. :)
 
  • #27
Leider sind die sexuell offensiven Damen nicht harmlos.
Ich ticke wie die FS und kann sie 100 % verstehen.

Sex ohne tiefen Gefühe und Vertrauen, welche nur über eine relativ längere Kennlernphase entstehen, ist und war für mich undenkbar.

Sexuell offensive Damen habe ich in früheren Jahren als wenig selektiv empfunden, auch waren sie durchaus bereit es bei Männern zu versuchen, die vergeben waren, es war ja nur Sex.

Menschen, denen der Sex über alles geht, sind auch zu allem bereit um ihn zu bekommen - ich mag diese Menschen nicht in meinem privaten Umfeld.

Mod: Provokante Phrase entfernt. Bitte beachten Sie unsere Verhaltensregeln.

Na so pauschal kann man das nicht sagen. Frauen die gerne und viel Sex haben, können auch ganz normal sein. Meistens beherrschen sie das Lockvogelspiel besser und können besser flirten, was ihre Artgenossinnen dann zu Neid treibt. Aber deswegen sind sie nicht böse. Auch wenn sie Männer ausspannen sollten, gehört zu dieser Entscheidung ja immer noch der Mann. Ein willensstarker Mann hätte da weniger Schwierigkeiten.
Auch finde ich die Aussage, die Menschen so zu perfektionisieren nicht schön "sie geht mit jedem ins Bett". Ich finde es gibt gar keine perfekten Menschen auf der Welt und deswegen ist es nicht die Kunst das perfekte im unbesonderen sondern das besondere im unperfekten zu suchen.
Mit etwas Erfahrung entdeckt man das jede Frau andere einzigartige Eigenschaften hat, die sie wunderschön macht. Für mich persönlich macht das den größten Reiz aus.
 
  • #28
Das ist in Ordnung. Mir geht es auch so. Man sollte da auch sich selbst treu bleiben und nicht davon abweichen, sonst wird man leiden. Es ist doch so, dass man fast immer schlecht behandelt wird, wenn man sich auf jemanden einlässt, der nicht in einen verliebt ist. Mir ist das einmal passiert, dass ich nicht vorsichtig genug war. Man wird nur verletzt, wenn man sich zu früh zu allem hinreißen lässt, weil man "ihn" so hübsch und anziehend findet. Am besten ist es sich selbst zu schützen, somit auch erst Intimitäten, wenn man auch wirklich deutlichst und ohne Abstriche zu machen gespürt hat, dass "er" auch verliebt ist! - Die Leute die lockerer veranlagt sind, müssen wohl nicht so sehr auf sich aufpassen und müssen auch nicht lange abstinent leben - sie können aber wahrscheinlich auch nicht lange abstinent leben, da der Sex ein Bedürfnis per se ist, wie Essen, Wasser, Luft. Das bringt vielleicht dann wiederum andere Probleme mit sich. Jeder so wie er will und kann und man sollte sich nicht zu Sachen zwingen, die dann letztlich nicht gut für einen sind. Ich denke in letzter Zeit vor allem das: Kein Sex = kein Liebeskummer, kein Ausgenutztwerden, und nicht zuletzt: keine Gefahr von STDs. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Das wichtigste ist, bei sich selbst zu bleiben und sich selbst treu zu bleiben. Pass auf dich auf!
 
  • #29
Deine Einstellung hatte ich auch mal vor etwa 20 Jahren. Bin jetzt 39 und ein paar Männer erfahrungsreicher ;-) Bei mir kam es unheimlich auf den Mann an. Egal ob Beziehung oder nicht. Ich habe sehr gerne Sex, es gehört in mein Leben. Natürlich muss eine gewisse Nähe und Anziehungskraft da sein. Ich liebe es einfach, Männer zu verführen, ihre Lust in ihren Augen zu sehen, diese Lust auch zu riechen und schmecken, die ich ihnen gebe. Es ist ein natürliches Spiel. Und in meinen Singlephasen mich selbst zu erforschen, einen Tantrakurs machen, danach erlebt man Höhen, die ich mir mit 20 noch nicht vorstellen konnte. Mein aktueller Partner und ich celebrieren unseren Sex der fast täglich ist. Ich könnte nie sexlos sein, auch nicht, wenn ich Singe bin.
 
  • #30
Ich finde Deine Einstellung völlig normal und gesund und jeder sollte so leben wie er möchte.
Ich finde es auch wünschenswert wie Du es machst, auch wenn ich schon mehr Männer in meinem Leben hatte.
Für mich gehört Sex und Beziehung nicht unbedingt und unumstößlich zusammen, denn ich hatte auch schon nach meiner Ehe, als ich gerade einfach nicht schon wieder bereit war für eine feste Beziehung eine extrem tolle aufregende Affäre. Wobei wir auch verliebt waren, es passt nur nicht für eine wirkliche Beziehung.
Für mich kann ich nicht sagen, dass mir Sex nicht fehlt. Und ich bin mir sicher, dass es auch anerzogen ist, dass Frauen keine sexuellen Wesen sein dürfen.
Ich kann auch jahrelang ohne Sex leben, aber ich will es nicht, weil ich mich dann tot und nicht mehr begehrenswert finde.
Du hattest noch nie eine leidenschaftliche Affäre und kennst nur den Sex in der Beziehung. Der ist ein anderer als in einer Affäre - ich finde beides toll. Aber nachdem ich nun 3 Jahre ohne wirklich feste Beziehung gelebt hatte, will ich jetzt auch wieder eine feste Beziehung und werde auch keinen Sex haben, bis ich einen Mann finde, mit dem es passt. Seit 9 Monaten keiner. Jetzt habe ich einen kennengelernt, aber da halte ich mich auch sehr zurück vorerst.
 
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