G

Gast

  • #1

Umziehen, aber wer? Wenn einer für die neue Liebe umzieht, wer sollte aus welchen Gründen umziehen?

Bitte nicht nur auf eine Frage eingehen und kreativ/vielseitig sein! Wie ein Brainstorming. Kann evtl. vielen helfen, sich zu orientieren. Nicht "Mann oder Frau", sondern Gründe! Welche Arten von Bindungen sind zu berücksichtigen die gegen einen Umzug einer Person sprechen? Welche Arten von Vorteilen sind zu berücksichtigen, die für einen Umzug sprechen? Z.B. Kinder, Familie, Pflegebedürftige, Freunde, Haus, Arbeit, Stadtgröße, Fußballverein ;-), ... Was/welche genau? Was habt Ihr erlebt/wovon habt Ihr gehört? Natürlich gibt es unterschiedliche Situationen: 0/1/2 Seiten mit Kinder, Familie, Freunde, Beruf, Haus, ... Welche Risiken gibt es? Z.B. alte Zelte zu früh abgebrochen, z.B. weil der Alltag definitiv nicht klappt oder sich Erwartungshaltungen, Verpflichtungen oder Schuldgefühle einstellen. Wie Risiken minimieren? Z.B. alte "Zelte" vermieten statt verkaufen. Z.B. wochenlang Alltag in den Ferien testen, evtl. sogar absichtlich "Stress" provozieren, aber wie?
 
G

Gast

  • #2
ich persönlich bin seht verwurzelt in meiner Stadt.Ich kann es mir nicht vorstellen die Kinder aus der Schule zu nehmen, meine Freunde, die Nähe zu den Angehörigen unterbrechen.Ich habe es zweimal gemacht.Einmal aus eigene Initiative bin ich nach Österreich gekommen und das Leben mit Freude angenommen, mich angepaßt und den Aufenthalt legalisiert.Dann bin ich mit meinem Mann nach Südafrika ausgewandert für zwei Jahre.Noch heute bereue ich die Zeit.Es war für mich verlorene Zeit, die ich nie mehr aufholen konnte.Ich habe es meinem Mann zu liebe gemacht.Ich dachte wo die Liebe ist bin ich zu hause.Es war falsch.Mein Heimweh und Sehnsucht nach Österreich,das europaklima, meine Freunde und Fam. waren stärker als die frische Liebe zu meinem Mann.
Dann waren wir in Frankfurt, wieder Qwall für mich.Das Heimweh war bereits zu stark und ich mußte 5 Monate später weg laufen.Damals ist mein Mann 8 Monate später nachgekommen und seit dem leben wir hier in Wien.
ich werde es niemals mehr jemanden zu liebe machen, wenn es dem Jenigen daran liegt muß er zu mir ziehen.Obwohl es schon 12 Jahre her ist, sind mir die Erinnerungen zu frisch um eine Wiederholung zu machen.
 
G

Gast

  • #3
Bei mir war es die Frage, wie abhängig ich mich von meinem Partner machen wollte bzw. konnte. Da ich keinen Job in seiner Nähe bekam, musste ich alles aufgeben und mich auch finanziell eine zeitlang von ihm abhängig machen. Dafür gehört viel Vertrauen in den Anderen, dass er einen auch in Zeiten auffängt, in denen es einem nicht gut geht.
Auch der Partner hat viel dazu beizutragen, indem er mir Möglichkeiten zeigt, mich im neune Ort einzuleben.
Wenn Du am Vertauen in Deinen Partner zweifelst, dann besser sein lassen oder nur wechseln, wenn Du auf eigenen Beinen stehen kannst und Dir die Mögklichkeit offen lassen, jederzeit wieder umkehren zu können.
 
  • #4
Gegen Umzug bzw. für wohlüberleges Abwägen sprechen Versicherungen, die evtl. nicht weitergeführt werden können, Sprachprobleme sowie Krankheiten, die am neuen Wohnort schlechter behandelt werden können, Probleme im neuen Land aufgrund der Hautfarbe oder Nationalität, Rassismus, überteuerte Miet- und Lebenskosten, mangelnde Integration am Zielort bzw. im Job, zunächst ohne Arbeit zu sein, wenig Offenheit der eigenen Person, Widerwille gegen den Umzug, Angst vor Neuem, Angst vor dem anfänglichen Alleinesein und dem auf Leute Zugehen, übergangsweise oder auf Dauer im Hotel oder möbliert zu wohnen.

Für den Umzug spricht, wenn unterm Strich auch die o.g. Punkte sowie ausgehend von der aktuellen Ausgangssituation es besser ist als zuvor und man als Paar zusammen leben und sich Träume erfüllen kann (Was viele vergessen: auch am alten Wohnort muß man Kompromisse schließen).

Jetzt sind die anderen dran, denn für mich geht's ab in die Heia.
Mary - the real
 
G

Gast

  • #5
Auswandern ist nicht für jeden. Nur sehr starke Menschen können es. Ich bin ja 3 mal umgezogen, nach Hong Kong, nach Amerika, nach Australien. Ich hatte kein Problem damit, habe die Zeit wirklich genossen, habe viele interessante Menschen kennengelernt, Sprachen gelernt, usw.
Sie waren absolute schöne Erfahrungen.
Verlorene Zeit war es AUF KEINEN FALL. Man lernt so viel übers Leben, Kulturen und Menschen, es ist für mich der Mühe wert. Meine Kinder sprechen mittlerweilt 3 Sprachen perfekt, sind sehr kosmopolitisch, offen, kultiviert, usw.
Letztendlich hängt es von der inneren Einstellung. Menschen, die negativ eingestellt sind, würden alles vermissen, sogar die Würstel ;-))....
 
G

Gast

  • #6
Ich habe meinen gutbezahlten Job und gesicherte Existenz aufgegeben um ein Zusammenleben mit dem Partner zu ermöglichen. Das war vor 4 Jahren. Ich hatte das Gefühl, es ist es wert, wir würden ewig zusammen bleiben. "Ewig" war dann nur 1,5 Jahre und ich konnte meine Sachen packen und gehen. Für ihn hatte sich ja nichts geändert, nur dass schon die nächste bei ihm wohnt.
Ich habe mich davon noch nicht erholt, finanziell am Boden, zwischendurch Hartz4, versuche ich beruflich wieder auf die Beine zu kommen, was in der momentanen Situation schwierig ist.

Man kann sagen, ich habe ziemlich viel dabei verloren. Und meine Lektion gelernt..
Sich Gedanken mache, gut überlegen, was sind die Konsequenzen. Verantwortung sollten beide übernehmen. Auf keinen Fall den anderen zu etwas überreden, nur um seine Wünsche zu ermöglichen..
w, 43
 
G

Gast

  • #7
Für das Zusammenleben gibt es viele Pros und Kons. Erst einmal sollte man sich schon eine Weile kennen, bevor man zusammen zieht. Garantien für eine gemeinsame Zukunft gibt es nie, aber man sollte vorher schon mal ein bisschen gemeinsamen Alltag geübt haben, indem man zusammen im Urlaub war, die Wochenenden gemeinsam an einem Ort verbringt (bei ihm/bei ihr) etc. Aber absichtlich Stress provozieren, würde ich sicher nicht, je länger man zusammen ist, desto besser kennt man sich in der Regel und kann gewisse Unsicherheiten ausschliessen. Letztlich sollte eine Beziehung auf Vertrauen beruhen, wachsen und mit etwas Toleranz lassen sich auch viele Probleme lösen. Wenn jemand die Erwartung hat, dass der andere ihm/ihr nun ein Leben lang dankbar sein sollte, weil er/sie zu dem anderen gezogen ist, würde ich mal meine Grundeinstellung überdenken. Dasselbe gilt für Schuldgefühle etc. Eine Partnerschaft besteht aus Geben und Nehmen und man soll nicht jeden Schritt, jede Geste gegeneinander aufrechnen. Wenn jemand nicht überzeugt ist, umziehen/zusammenziehen zu wollen, dann soll er es lieber lassen als nachher dem anderen Vorwürfe zu machen.

Je grösser die Distanz zwischen den Wohnorten, desto mehr Überlegungen müssen gemacht werden. Erschwert wird das noch, wenn Kinder beteiligt sind (vor allem wenn beide Seiten Kinder haben) oder Wohneigentum vorhanden ist. Und nicht zuletzt spielt auch der Job eine Rolle und das Alter. Um die 30 findet man leichter einen neuen Job als um die 50. Ob man sein Eigenheim verkaufen oder vermieten will, muss man sich gut überlegen.

Letztlich muss man sich auch vorher absprechen, wer was in die neue Wohnung mitnimmt. In einem bestimmten Alter haben beide voll eingerichtete Wohnungen/Häuser und dann stellt sich die Frage, wie man das regelt.

Grundvoraussetzung für ein Zusammenziehen ist, dass wirklich beide von diesem Schritt überzeugt sind. Wenn ein grösserer Teil der Bedenken noch da sind, die in diesem Thread (Angst vor dem Umzug, keine Bereitschaft zur Integration am neuen Ort, Schuldgefühle etc.) bereits geäussert wurden, würde ich den Schritt noch nicht machen. Dann sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Wenn man aber wirklich will und beide ein bisschen kompromissbereit sind (ohnehin eine Grundvoraussetzung für eine gute Beziehung), findet sich ein Weg, egal wie die Ausgangslage ist. Möglicherweise dauern die Vorbereitung länger, aber normalerweise lassen sich die meisten Probleme lösen.
 
G

Gast

  • #8
Fragt sich, wie alt der/die FragestellerIn ist und um die wievielte Liebe es sich handelt?

Mit Anfang 20 sollte man eine gemeinsame Bleibe, mit Ende 20 vielleicht sogar mal eine gemeinsame Immobilie erlebt haben?

Ansonsten: Immer und immer wieder stellt sich doch heraus, dass die "Ewigkeit" der Liebe oft nur ein paar Jahre, selten genug für das Heranwachsen gemeinsamer Kinder reicht?

Für mich einzig logische Konsequenz (nach einigen gemeinsam eingerichteten, zugezogenen und wieder aufgelösten Wohnsitzen): Jeder sein eigenes Reich und evtl. im Reich des anderen (ggf. vorübergehend) ein wenig Raum einnehmen.

So hat man/frau, solange es denn klappt, quasi 2 Wohnsitze. Und wer weiß, evtl. ist das der (jeweiligen) "Ewigkeit" sogar dienlich? ;-)
 
G

Gast

  • #9
Ich, der Fragesteller, bin 38 und habe zwei ernste, längere Beziehungen hinter mir, letztere mit Kindern und Haus, trotzdem ist die Frage nicht nur auf meine Situation gemünzt. Ich glaube, dass eine etwas breitere Betrachtung hilft, sich selbst gut einordnen zu können.
 
  • #10
Für zwei Singles ohne Kinder sehe ich das so:

Innerhalb eines Großraums sollte das ganze kein Problem sein, da keiner den Job wechseln muss und auch die Freundeskreise erhalten bleiben. Da kann man sich einfach zusammen eine neue Wohnung suchen (bevorzugt) oder einer zieht in die schönere, besser gelegene Wohnung. Daher betrifft diese Frage wohl eher den Fall, dass aus einer Fernbeziehung eine richtige Beziehung werden soll.

In allererster Linie sind dabei die Arbeitsplätze zu bedenken. Wenn einer von beiden sich versetzen lassen kann, ohne seinen Arbeitsplatz zu riskieren, dann sollte derjenige das auf jeden Fall tun. Wenn beide sich einen neuen Job suchen müssten, dann muss man bedenken, wer es einfacher hat, einen neuen Platz zu finden und meines Erachtens sollte man das Zusammenziehen gut vorbereiten, aber erst ausführen, wenn der umziehende Partner auch wirklich einen sicheren neuen Job hat, sonst ist das Risiko zu groß.

Freundeskreise und Familie betrifft beide gleichermaßen, da kann man kaum viel abwägen.

Wenn einer bereits Wohneigentum besitzt oder eine Firma hat, dann wird er kaum umziehen wollen. Das wäre ja auch nicht sinnvoll. Insofern würde sich hier die Last des Umziehens auf den anderen verlagern.
 
G

Gast

  • #11
Hab ich alles schon hinter mir: Aus Liebe nach Australien und dann in die USA. Die Aussicht auf einen Kontinentwechsel war für mich eher ein Anreiz. Aber ich bin ja auch davon überzeugt, dass es schon überall weitergehen wird und ich überall klar komme. Die Möglichkeit, mir von drei Kontinenten den besten aussuchen zu können, hat mich schon sehr gereizt. Ganz einfach war das nicht immer, aber als es mal so aussah, als wäre ich mit Sack und Pack im Irgendwo gestrandet, ist mir die deutsche Botschaft eingefallen. Zurück kommt man immer, das ist nicht für alle Menschen selbstverständlich. War dann aber doch nicht nötig.
Später, mit meinem Kind, hatte ich zwei interessante Angebote, erst aus Paris und später aus London. An die 'verpassten Gelegenheiten' denke ich heute noch, aber ich habe zu viele junge Menschen getroffen, die orientierungslos in der Welt herumirrten, um meiner Tochter das anzutun. Und der Erfolg gab mir echt. Kinder brauchen eine klare Linie, ein sicheres Umfeld, feste Freundschaften, absolut zuverlässige Bezugspersonen und eine kontinuierliche Schulausbildung um sich klar entscheiden zu können, in welchem Teil der Welt sie sich engagieren wollen.
Heute steht mir die Welt wieder offen. Ein Germanistikprofessor aus Japan, ein israelischer Staatsbeamter, ein Deutschlehrer in China, ein deutscher Arzt auf Mallorca, ein Holzhändler aus Finnland, ein Professor aus den USA ... ich bin für (fast) alles zu haben. Nur meine kleine bescheidene Eigentumswohnung in einer deutschen Großstadt würde ich nicht mehr aufgeben und möglicherweise auch nicht mehr vermieten, denn - wie gesagt - zurück kommt man immer und wenn man dann auch gleich ein Nest hat ... .
 
U

Ulrike

  • #12
Die Kriterien, die zu berücksichtigen sind, lieber Fragesteller, zählst du selbst auf. Was bleibt, ist das Aufstellen einer Hierarchie. Hier meine:

1. Kinder (sollten mit beiden Elternteilen in Kontakt bleiben können)
2. Beruf (ein ungewollter Karriereknick sollte möglichst vermieden werden, auch finanzielle Abhängigkeit)
3. Familie und Freunde
4. Eigentum

Das ist meine, deine ist vielleicht anders.
Nun kannst du von oben beginnend abstreichen/abgleichen. In etwa so: Spricht für hier - spricht für dort. Soweit die Theorie. Nur was ist, wenn unter dem Strich ein Patt entsteht? Wo bleibt nach der allgemeinen Plus-Minus-Rechnung das Gefühl, welches sagt, so ist es richtig?
Zu betrachten sind wohl auch beide Partner. Wer ist bodenständiger? Wer bricht gern zu neuen Ufern auf?

Zu deinen letzten beiden Absätzen:
Wenn sich beide sicher sind, gibt es kein" zu früh" mehr.
Du brauchst Stress? Wen willst du testen? Dich oder sie?
 
G

Gast

  • #13
Vielen Dank für Eure bisherigen sehr interessanten Antworten.

Eins scheint klar, man sollte nicht zu hektisch/euphorisch zusammenziehen und sich vorher schon gut insbesondere auch im Alltag und Stress kennen. So läuft es ja wohl auch oft vor dem 1. Zusammenziehen der ersten ernsten Beziehung.

Und, wie wir sehen, gibt es eine Menge Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Die können jeweils einzeln bewertet werden und dabei kann Links, Rechts oder Patt rauskommen. Ein Links oder Rechts bei Aspekt A kann schwerwiegender sein als ein Rechts oder Links bei Aspekt B. Insofern könnte man geneigt sein, am Ende gemeinsam einen Summenstrich zu ziehen. Bei einem echten Patt muss man würfeln ;-) Aber, Nein, ich glaube das funktioniert nicht. (Hierarchie finde ich auch nicht sonderlich hilfreich an dieser Stelle.)

Ich könnte mir vorstellen, dass es besser ist, wenn jeder Partner die Liste einmal aus seiner Perspektive betrachtet und einmal aus der seines Partners. Dabei sollte er überlegen, wie kann er mit der Lösung Links für sich selbst leben und wie kann er mit der Lösung Links für seinen Partner leben. Und dann noch mal dasselbe mit der Lösung Rechts. Macht 4 Perspektiven pro Partner. Das ist vielleicht mehr Arbeit als ein Summenstrich, aber ich glaube da steckt mehr Wahrheit drin, weil jeder jede Seite persönlich anders sieht.

Dabei entstehen wahrscheinlich gute oder schlechte Gefühle. Auf diese sollte man besonders achten und sie gemeinsam thematisieren. Wichtig scheinen mir dabei besonders so etwas wie Erwartungshaltung, Verpflichtung, Schuldgefühle, Dankbarkeit etc. Wichtig sind auch die persönlichen Haltungen der beiden, z.B. Offenheit, Bodenständigkeit, Widerwille, Angst vor Neuem oder dem anfänglichen Alleinsein. Wenn man darüber redet und z.B. letzteres gilt, kann man vereinbaren, sich dabei besonders zu unterstützen.

Es kann dabei aber auch herauskommen, dass der Eine einfach nicht guten Gewissens zum Anderen "gehen" kann und gleichzeitig auch umgekehrt. Schreckliche Zwickmühle.

Man sollte klären, ob alle Bedenken allseitig gelöst sind, bevor man eine gemeinsame Entscheidung Links oder Rechts fällt.

Die Liste der Aspekte sollte man erst getrennt erstellen und dann gemeinsam zusammenführen und schließlich wieder getrennt bewerten.

Die 4 Perspektiven jeweils der beiden Partner sollte man gemeinsam durchsprechen, um Informationen vom anderen einbeziehen zu können und Mißverständnisse zu klären, bevor man eine gemeinsame Entscheidung trifft.
 
  • #14
@#12: Na ja, ob man Selbständig mit nicht-mobiler Firma ist oder z.B. ein Haus besitzt, weiß man ja auf Anhieb. Da wird dann die Mibilität auf Null sinken und das ist auch verständlich.

Was die Arbeitsplätze angeht, kann man doch auch recht schnell sagen, wie realistisch es überhaupt ist, einen neuen Job zu finden oder wie gerne man ohnehin den Job wechseln würde. Diese Aspekte sind doch zentral, denn ohne Job geht es nicht. Wenn man umziehen will, dann erst bewerben, unterschreiben und dann umziehen. Zeit genug ist dafür alle mal.
 
G

Gast

  • #15
Eine hervorragende "Sortier"-Möglichkeit bietet dir eine Liste mit drei Fragen, die du für dich erarbeitest, während deine Partnerin dasselbe für sich tut.Wenn beide damit fertig sind, wird verglichen und diskutiert. Dabei kommt das Wichtige zur Sprache und auch, was dafür getan werden kann, es wird das benannt, was unbedingt vorhanden sein muss und die Wünsche werden auch berücksichtigt. Wichtig ist, diese versch. Punkte auseinander zu halten und entsprechend ihrer Dringlichkeit (d.h. wieviel oder wie wenig Toleranz ist jeweils möglich) einzuordnen. Da bei jedem Menschen die Präferenzen unterschiedlich sind, ist eine solche Vorarbeit und anschließende Diskussion äußerst hilfreich.

Die Liste hat drei Rubriken:

1. Was brauche ich? (Hier wird gesammelt, was unbedingtes "Muss" ist. Die Basics sozusagen, ohne die es nicht geht)

2. Was will ich? Was bin ich bereit, dafür zu tun? (Hier wird gesammelt, was überaus wichtig ist, aber kein Grund für No-Go, wenn es nicht vorhanden ist. Es wird dann nach möglichen Schritten gesucht, die das Wichtige möglichst bald konkret werden lassen)

3. Was wünsche ich mir?
(Hier wird gesammelt, was schön ist, wenn es geschieht, aber kein Beinbruch, wenn es nicht geschieht. In dieser Sparte ist die größte Toleranz. In der ersten gibt es keine. Dort sind die "Must-Be").

Viel Spaß!
 
  • #16
@#14: Was hast Du denn für Listen und Kriterien? Ich verstehe das nicht so recht. Gib vielleicht mal bitte ein paar Beispiele für Deine drei Kategorien.

Ich finde, man kann es auch zu kompliziert machen. Eigentum und Firma sind unumstößlich; Arbeitsplatzsuche das zentrale Thema, denn ohne geht es nicht. Alles andere ist verhandelbar. Letztlich geht es aber auch sicherlich darum, ob man überhaupt bereit ist, die Heimat zu verlassen und gerne woanders wohnen würde. Das sind die DREI Punkte. Dafür brauche ich keine Listen.
 
G

Gast

  • #17
@#15
das hast du falsch verstanden, Frederika. Es geht nicht um IRGENDWELCHE drei Punkte, sondern um diese drei Kategorien, die ich mit 1./ 2./ 3./ benannte.

WAS jemand unbedingt BRAUCHT (1.) oder WILL und auch bereit ist, dafür etwas zu tun (2.) oder sich einfach nur wünscht (3.), das ist ja grade die mögliche Differenz zwischen den beiden.
Ist das vorneweg klar, lässt sich viel Ärger und Frust vermeiden.

Außerdem macht es manchmal komplizierte Sachverhalte dann sehr einfach (ganz im Gegenteil zu deiner Einstellung "...man kann es auch zu kompliziert machen...")

Dass "Eigentum und Firma unumstößlich sind, Arbeitsplatzsuche das zentrale Thema, ohne das es nicht geht", das sind beispielsweise DEINE Punkte unter der Rubrik 1 "ich brauche".
Ein anderer Mensch mag das völlig anders sehen. Der/die sagt vielleicht: Arbeitsplatzsuche ist mir wichtig, dafür tu ich das Folgende...
Und wieder ein/e anderer ordnet die Arbeitsplatzsuche als einen Wunsch ein, den sie/er gerne erfüllt haben mag, unter Punkt 1 und 2 stehen aber völlig andere Inhalte.
Eben DESHALB ist das so ein gutes Sortiersystem.

Ich mache dir gerne ein paar Beispiele, wie du das wünschst.

Also, es geht dem Fragesteller um das Thema "Umzug aus Liebe".

Angenommen, er (und unabhängig von ihm auch seine Liebste) nimmt sich einen Abend Zeit und findet heraus:


Wenn ich aus Liebe umziehe...

1. Ich brauche:
- einen vorab gesicherten Arbeitsplatz am neuen Wohnort
- einen Garten beim Haus oder einen großen Balkon
- Nähe zu meinen Kindern (höchstens x km Entfernung)... usw. usw.

2. Ich will (und dafür bin ich bereit zu tun...):
- ein eigenes Zimmer für die Kinder, die 14-tägig und in den Ferien zu Besuch kommen (dafür verzichte ich u.U. auf ein zusätzliches Arbeitszimmer/ oder: ich beteilige mich etwas mehr an der Miete/ oder: ich richte mein Arbeitszimmer am neuen Wohnort so ein, dass es an jedem zweites Wochenende und in den Ferien zum Kinderzimmer wird)
- meinen Freundeskreis weiter pflegen (dazu fahre ich in Abständen zurück an den bisherigen Wohnort und übernachte dort, dass wir abends feiern können)... usw. usw.

3. ich wünsche mir:
- die neue Bleibe am Stadtrand oder in einem grünen Vorort
- dass mein Hund Bello mitkommen kann...
usw. usw.

Seine Partnerin weiß jetzt also, dass er nur dann umziehen wird und erst dann umzuziehen bereit ist, wenn er am neuen Wohnort bereits einen Arbeitsplatz hat, denn das BRAUCHT er, muss also vorhanden sein (alles "brauche ich" ist ein MUSS).
Für sie stand der neue Arbeitsplatz vielleicht unter den Wünschen. Sie würde also auch umziehen, wenn sie noch keine Arbeit dort hat. Sie wäre vielleicht beispielsweise bereit, am neuen Wohnort mit der Arbeitssuche zu beginnen. Das macht einen großen Unterschied. Sollte es ihr jedoch wie ihm gehen und es ist für beide ein MUSS, dann sollten sich beide erst mal um einen neuen Arbeitsplatz kümmern, BEVOR sie den weiteren Umzug planen und ihn davon abhängig machen, ob bzw. wann sie erfolgreich waren bei der Arbeitsplatzsuche am neuen Wohnort.

Als nächstes BRAUCHT er einen Garten oder großen Balkon. Das ist kein Wunsch, der schön ist, wenn er sich erfüllt und schade, wenn nicht. Es ist auch kein WILL und er tut 'was dafür (Balkone kann man auch an ein bestehendes Haus anbauen), nein, für ihn ist es ein MUSS. Also kann sie beispielsweise ihren Plan, dass er in ihr dortiges Haus oder sie beide in das geerbte von Tante Lieschen in der neuen Stadt einziehen würden vergessen, wenn es dort keinen Garten oder großen Balkon gibt. Wenn er das BRAUCHT, ist es kein Punkt der Diskussion, wenn es das nicht gibt. Dann muss etwas anderes gefunden werden.

usw. usw.

Da er seinen Freundeskreis so pflegen will, dass er von Zeit zu Zeit am alten Wohnort übernachtet, um am Abend mit den Kumpels Alkohol trinken zu können (was eine Rückfahrt ausschließt, sofern er keinen Chauffeur hat), muss sie das entweder tolerieren oder sie suchen einen gemeinsamen neuen Wohnort in größerer Nähe zum alten Freundeskreis, dann sind solch Aktionen nicht nötig oder.. oder.. oder..
Du siehst, es macht viele (wichtige) Kleinigkeiten deutlich, lässt Konsequenzen sehen bzw. besprechen und ggf. einen zufriedenstellenden Konsens beizeiten finden oder eben eine Lösung, die trägt.

Um im Beispiel zu bleiben:
er WÜNSCHT sich, dass Bello mitkommen kann.
Wenn die neue Wohnung das nicht erlaubt (z.B. Mietvertrag: keine Haustiere!) oder: die Katze der Partnerin ist aufgeführt im "ICH BRAUCHE, dass Mietzi mitkommt" und beide Tiere gleichzeitig sind nicht möglich, dann passt's ja problemlos.
Wäre es jedoch für ihn ein MUSS, dass Bello mitkommt, dann würde er nur mit Hund umziehen und dafür müsste es dann eine Lösung geben.
Da er sich's jedoch nur wünscht, ist es prima, wenn's mit beiden Tieren oder dem Mietvertrag klappt. Wenn nicht, ist es für ihn zwar schade, dass er Bello zurück lassen muss, er wird aber trotzdem ohne Frust umziehen können.

usw. usw.

Eine einfache Sache, die in kurzer Zeit viel klärt, was sonst halbbewusst bleibt oder unausgesprochen und dann am neuen Wohnort Anlass zum Fruststreit wird: "ich habe angenommen, dass du..." oder "hätte ich gewusst, dass du nicht..." oder "wenn du mir das schon am alten Wohnort gesagt hättest, dann wäre ich gar nicht erst umgezogen..."

Ein Abend Zeit (für beide jeweils allein) zum genauen und konkreten Nachdenken und Notieren. Und ein Abend Zeit (beide miteinander) zum Durchsprechen.

Lohnt sich!
 
  • #18
@#16: Na gut, jeder wie wie er will, sag ich da. Wer mir so kompliziert anfangen würde, der würde mich überaus skeptisch machen, ob das ganze überhaupt Sinn macht... ganz ehrlich, das ist aus meiner persönlichen Sicht bei weitem übertrieben.

Ob man seinen Hund mitnimmt oder seine Freund ab und zu besucht, dafür benötige ich keine Liste...

Die schlichte Form Deiner Listenversion wäre:

Was muss unbedingt sein? Sind wir bzgl. der "Must-Have" und "No-Go" kompatibel? Das kann man mit drei Sätzen klären und wenn das nicht passt, dann kann man sich den Rest sparen und muss höchstens hinterfragen, ob es nicht doch einen Kompromiss in diesen zentralen Punkten geben könnte. Über den Rest plaudert man beim Spaziergang und fertig. Das Leben kann so einfach sein.
 
G

Gast

  • #19
@#17: ich gab der/dem Fragesteller/in einen Tipp. Das war alles. Du wolltest Genaueres wissen. Hab ich dir geschenkt.

Dass du diese einfach und wunderbar praktikable Form kompliziert findest, hat mit dir zu tun und stört mich nicht weiter. Ebenso, dass du das übertrieben findest. Ist alles ok.
Mein Tipp ging nicht an dich und hat dich auch nicht erreicht.

<gekürzt>
 
  • #20
@#18: Sorry. Du hast recht, danke für die Beispiele. Andere Menschen, andere Techniken. Vielleicht hilft Dein Tipp ja dem einen oder anderen. Ich denke nur, dass man zumindest die Kategorien nacheinander abarbeiten sollte: Wenn die No-go und Must-Have kollidieren, muss man sich über Kategorie 2 und 3 keine Gedanken mehr machen.
 
G

Gast

  • #21
@#19: das sehe ich anders.
Aber wie du bereits geschrieben hast: andre Menschen, andere Techniken.
 
Top