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Gast

  • #1

Unaufgefordert Ratschläge geben und eigene Meinung kundgeben

Ich m34 bin leider erst kürzlich zur Erkenntnis gelangt, dass unaufgeforderte Ratschläge an Damen nicht erwünscht sind. Diese kann doch so gut gemeint sein und dennoch kommt es bei vielen Weiblichen unerklärlich nicht gut an. Kürzlich gab ich einer arbeitslosen guten Bekannten (w26) einige nutzvolle Tipps für eine optimale Bewerbung (Fotoauswahl etc.) und mir tun schon die Augen weh, wenn man solche gravierende Mängel entdeckt, die die Bewerbungen umgehend in den Mülleimer landen lassen.
Sie hat mir angedeutet, dass sie generell nicht gerne unaufgeforderte Ratschläge hört und lieber unabhängig ist.

Ist es wirklich so, dass man gar keine Tipps od. Ratschläge mehr geben darf, ohne das man gefragt wird. Ist das bei den meisten Damen wirklich so?
Weiters fällt mir offensichtlich auf, solche, die niemanden Ratschläge od. gar Hilfsbereit sind, kommen wesentlich besser in der Damenwelt an.

Kennt jemand von euch das?
 
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Gast

  • #2
Das ist eine Frage der Formulierung, würde ich sagen.
Abwertende Kommentare verletzen. Diplomatische Formulierungen wie :
" hmm, ich glaube, ich würde professionelle Bewerbungsfotos machen lassen. Wäre doch schade, wenn eine Frau mit Deiner Qualifikation übersehen wird nur wegen eines Fotos" sind weniger brüsk.

Der Ton macht die Musik.....man kann es üben, sich ein bisschen "geschmeidiger" auszudrücken.
w
 
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Gast

  • #3
Klar, das ist ganz normal. Ich würde nicht auf die Idee kommen, jemanden einfach so Ratschläge aufs Auge zu drücken, egal ob m oder w. Du brauchst aber nicht zu warten, bis man Dich um Rat bittet, sondern Du kannst auch fragen: "Kann ich Dir behilflich sein?". Oder: "Möchtest Du meine Meinung wissen?" Für mich ist es einer der Grundpfeiler guten menschlichen Umgangs, keine ungebetenen Ratschläge zu verteilen. m44.
 
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  • #4
ich würde das nicht generell auf Frauen schieben. Männer sind da nicht anders drin. Es kommt auch immer sehr darauf an, wie Ratschläge verpackt sind, sie können auch als gönnerhaft, oder gar als Kritik rüberkommen. Manchmal müssen die Empfänger der Tipps auch erst mal die Sache sacken lassen und haben sich erst reflexartig gewehrt, erkennen aber noch später, wenn du vielleicht auch schon weg bist, den Nutzen. Im Großen und Ganzen ist es immer so eine Sache, wenn man nicht gefragt wird. Man sollte auch nicht in Ruhe zugucken, wie jemand gegen die Wand fährt, wenn man sich sicher ist, dass es jemand besser haben könnte mit einem entscheidenden Tipp. Bei ihr hast du wahrscheinlich den Finger auf eine Wunde gelegt und Bewerbungstrainings bekommt man eigentlich an allen Ecken angeboten.
 
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Gast

  • #6
Da musst du erst 34 Jahre alt werden um das zu kapieren!

Ja, ich hasse es auch, wenn mir ein Mann ungefragt Ratschläge gibt. Das ist typisch männlich und geht überhaupt nicht.
Du musst das einfach mal kapieren, dass wir Frauen nicht blöd sind und nicht auf eure guten Ratschläge angewiesen sind.
Wenn du meinst, dass das Bild für eine Bewerbung nicht gut ist, dann ist es eben deine Meinung - nicht mehr. Wenn die Frau sich aber mit genau diesem Foto wohl fühlt, dann ist es eben ihr Foto. Ob sie damit Erfolg haben wird oder nicht, das wird sich dann schon zeigen.
 
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Gast

  • #7
Naja ein Ratschlag von oben herab komt selten gut an, hat aber nichts mit dem Geschlecht zu tun. Und auf einen Ratschlag, der nicht "von oben" kommt, patzig zu reagieren, ist auch keine weibliche Spezialität.

Vielleicht fragst du in Zukunft vorher, ob sie an deiner Meinung (zur Bewerbung, etc.) interessiert ist oder ob sie deinen Tipp hören möchte, den du hättest.

m28
 
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  • #8
Nein, ich (w29) mag Männer die Ratschläge geben. Es zeigt das Sie sich kummern und nachdenken können, Lösungsbereit sind. Meistens sagen die meiste nichts, weil Sie sich nicht einmischen wollen wegen Egoismus/Selbstschutz. (Ahnliches passiert leider auch noch oft bei Partnermisshandlung, Kindermisshandlung oder Tierquälerei.)

Leider, weil gut gemeinte wertvolle positiv verpackte Kritik ist wilkommen bei mir (und trägt in die andere Beispielen zum besseren Welt bei).
 
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Gast

  • #9
Wir alle kennen das. Dies betrifft aber nicht nur Frauen sondern auch Männer. Mich wundert etwas, dass du das erst mit 34 lernst.

Schön, dass du für Dies und Das ein gutes Händchen hast oder Bescheid weißt, aber Zurückhaltung ist oftmals besser als Einmischung.
Also JA, man fragt ob's erwünscht ist, bevor man seine Ratschläge abgibt. Sonst läuft man Gefahr als nerviger Besserwisser abgestempelt und somit unbeliebt zu sein.
 
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Gast

  • #10
Klar, das ist ganz normal. Ich würde nicht auf die Idee kommen, jemanden einfach so Ratschläge aufs Auge zu drücken, egal ob m oder w. Du brauchst aber nicht zu warten, bis man Dich um Rat bittet, sondern Du kannst auch fragen: "Kann ich Dir behilflich sein?". Oder: "Möchtest Du meine Meinung wissen?" Für mich ist es einer der Grundpfeiler guten menschlichen Umgangs, keine ungebetenen Ratschläge zu verteilen. m44.
Das sehe ich genauso. Es ist überhaupt kein guter Stil, den Besserwisser zu geben.
Ungebetene Ratschläge würde ich nur loslassen, wenn mich etwas persönlich betrifft und ich mich daher zu einer Kritik berechtigt fühle.

w 45
 
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Gast

  • #11
Wenn du meinst, dass das Bild für eine Bewerbung nicht gut ist, dann ist es eben deine Meinung - nicht mehr. Wenn die Frau sich aber mit genau diesem Foto wohl fühlt, dann ist es eben ihr Foto. Ob sie damit Erfolg haben wird oder nicht, das wird sich dann schon zeigen.
Bitte richtig lesen, es ging mehr als nur um ein Foto. Anscheinend war die ganze Bewerbung nicht ganz gut. Eine Frau in dem Alter sollte auch gelernt haben, mit solchen Hinweisen, ich mag das Wort Ratschlag nicht, adäquat umzugehen. Gerade wenn man arbeitslos ist, ist jeder Hinweis, Idee usw. doch wichtig. Die Bemerkung, sie wäre lieber unabhängig empfinde ich als kindisch.

Sicherlich ist es höflicher zu fragen, ob der Andere seine Meinung dazu hören möchte, aber ich habe selber kein Problem damit, wenn mir jemand einen Tipp, Hinweis gibt. Dadurch habe ich im Leben einiges lernen dürfen und habe mir einige Pannen, Fehler usw. erspart.

Gerade unter guten Bekannten, Freunden sollte man lockerer mit dem Thema umgehen können.

Ich habe meiner Freundin vorab gesagt, dass sie mir jederzeit einen Hinweis usw. geben kann, wenn sie meint, dass das wichtig für mich wäre. Ihre Meinung ist mir doch auch wichtig.

w
 
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Gast

  • #12
Schön, dass du für Dies und Das ein gutes Händchen hast oder Bescheid weißt, aber Zurückhaltung ist oftmals besser als Einmischung.
Zürückhaltung ist angeblich Knigge, aber absolut falsch. Man sollte differenzieren und das scheint dieser Gast, der die obigen Zeilen geschrieben hat, selber nicht zu wissen.

Fremden Menschen Ratschläge zu geben ist echt nicht gut, aber bei Freunden und guten Bekannten sollte das möglich sein.

Selbst hier im Forum wird um Ratschläge, Tipps, Ideen und Hinweise gefragt bzw. manchmal auch ungefragt gegeben. Also, wo ist das Problem?

Wir halten uns in vielen Dingen des Lebens viel zu viel zurück, angeblich aus Höflichkeit und guter Erziehung, was ich absolut für Blödsinn halte. Wir sollten viel eher in vielen Dingen den Mund aufmachen. Als Erwachsener sollte man damit umgehen können.

Wer sich darüber aufregt, unerbeten eine Meinung gesagt zu bekommen, hat für mich nicht genug Selbstbewusstsein.

w 50
 
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Gast

  • #13
Lieber FS,
kannst Du bitte Infos ergänzen? Ich vermute, wenn Du Dich zu ihren Bewerbungsunterlagen geäußert hast, dass muss sie diese Dir wohl gegeben haben oder wie bist Du zu der Erkenntnis gekommen, dass sie unzureichend sind?
Wenn sie Dir die Unterlagen gezeigt hat, dann heißt das für mich auch: "guck' Dir das an und gib' mir einen ehrliche/hilfreiche Rückmeldung". Kann sie mit der Rückmeldung nicht umgehen und zickt Dich dann an, ist es ihre Unreife und nicht Dein Problem.
Erwachsene Menschen sollten mit Kritik souverän umgehen können. Derjenige, der die Rückmeldung gibt, sollte sich versichern, dass diese erwünscht ist und sie konstruktiv und wertschätzend rüberbringen. Rüde Ansprache und abwertender Tonfall gehen natürlich garnicht. Dabei stellt sich immer auch die Frage, nach der Situation, ob andere das ganze mitbekommen haben - es den Peinlichkeitsfaktor gab.

Ich persönlich möchte lieber ehrliche Rückmeldungen, auch wenn diese manchmal wehtun und ich dran zu knabbern habe. Wenn ich ess heftig finde, schweige ich erstmal, ölasse es sacken, bevor ich reagiere. Außerdem schätze ich bei solchen Dingen das 4-Augengespräch.
 
  • #14
Bei unaufgeforderten Meinungen/Ratschlägen kommt es ganz besonders auf den Ton und die Art an, wie diese gemacht werden, ob ich sie anzunehmen in Erwägung ziehe(n kann). Wobei diese - doch nur gut gemeinten - Ratschläge besonders kritisch sind. Eine objektive Meinung, die nicht besserwisserisch rüber kommt, ist erst einmal neutral willkommen. Trotzdem hinterlassen unaufgeforderte Meinungen immer einen weniger angenehmen Beigeschmack. Solche Dinge gestatte ich eigentlich nur Menschen, die mir sehr nahe stehen bzw., von diesen erwarte ich das auch.

Bei Menschen, die ich noch nicht lange und gut kenne (und somit auch umgekehrt), frage ich mich automatisch nach der Motivation. Hat dieser Mensch ein übersteigertes Helfersyndrom oder leidet er an Profilierungssucht? Beides macht solche Menschen nicht in jedem Fall sympathischer - für mich jedenfalls nicht.
 
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  • #15
Wer Kommunikation beherrscht, weiß "Ratschläge sind auch Schläge".

Es gilt nicht nur für Frauen oder nur für Männer, sondern allgemein in der Kommunikation, dass man jemanden fragt, ob er einen Ratschlag hören möchte oder nicht, bevor man ihn einfach so gibt, ohne dass der andere seine Zustimmung gegeben hat.
 
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  • #16
Bitte richtig lesen, es ging mehr als nur um ein Foto. ...
[Mod.= unnötige Wiederholung des gesamten Beitrages gelöscht.]
w
Da bringst du jetzt doch alles durcheinander. Wenn du als Frau (wie du schreibst) einer Freundin einen Hinweis gibst, dann ist das etwas völlig anderes, zumal du selbst anscheinend um Ratschläge bittest.
Es geht doch aber darum, dass sich ein Mann anmaßt, der Frau ungebetene Ratschläge zu geben. Es ist völlig egal, wie schrecklich die Bewerbung ist. Besserwisserein und Belehrungen kommen nicht gut an und jede Frau hat das gute Recht, darauf ablehnend zu reagieren.
Männer sind da manchmal absolut undiplomatisch.
 
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  • #17
Bitte richtig lesen, es ging mehr als nur um ein Foto. ...
[Mod.= unnötige Wiederholung des gesamten Beitrages gelöscht.]
w
Die erste, meiner Meinung nach, richtige Einstellung im Thread hier.
Von Freunden erwarte ich (m), daß sie mir helfen und mich unterstützen.
Und da liebe ich ein klare Sprache und nicht "du könntest vielleicht...", "wäre schön, wenn du..."das Foto ist super, aber man könnte...".

Ich erwarte: "Das Foto ist schei**e, weil durch das Licht die Falten besonders sichtbar werden und du 10 Jahre älter aussiehst"

Alles andere sind keine Freunde.
Wenn Du Angst hast, daß deine "Freunde" dich nur niedermachen wollen (Bsp.: Foto ist top, es wird aber gesagt es wäre mies), dann sind es nicht deine Freunde.

Fazit: Entweder du vertraust deinen Freunden und sie dürfen auch ohne gefragt zu werden die Wahrheit sagen, oder du fragst Deine Mutter, die findet alles an dir toll......
 
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Gast

  • #18
Da bringst du jetzt doch alles durcheinander. Wenn du als Frau (wie du schreibst) einer Freundin einen Hinweis gibst, dann ist das etwas völlig anderes, zumal du selbst anscheinend um Ratschläge bittest.
Es geht doch aber darum, dass sich ein Mann anmaßt, der Frau ungebetene Ratschläge zu geben. Es ist völlig egal, wie schrecklich die Bewerbung ist. Besserwisserein und Belehrungen kommen nicht gut an und jede Frau hat das gute Recht, darauf ablehnend zu reagieren.
Männer sind da manchmal absolut undiplomatisch.
Nein, Männer sind nicht undiplomatisch, sondern lösungsorientiert.
Die Frage ist doch:
Willst Du den Job oder willst Du von mir eine weichgespülte Meinung über Deine Bewerbung und kriegst ihn dann eben nicht!
(Weil er natürlich an einen "bösen" Mann ging)....
 
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  • #19
Ich denke gerade WEIL viele Damen gut gemeinte Hinweise zu hier jetzt speziell Bewerbungs- unterlagen, von Männern (in welcher Konstellation zur Dame auch immer stehend) nicht umsetzen, landen viele dieser Bewerbungen auf dem Stapel „unter ferner liefen“. Es ist natürlich nie schön, auf eigene Unzulänglichkeiten gestoßen zu werden, aber Bevormundung oder Besserwisserei ist dann wohl die Umschreibung der Dame dafür, sich nicht selbst eingestehen zu müssen, dass das geschulte Auge des Herrn Recht hat. Aber auch hier zeigt sich halt der kleine Unterschied, in welcher Art und Weise man zueinander steht, sowohl als Freund als auch als Lebenspartner und hier scheint in heutiger Zeit jede, aber auch wirklich jede Situation Diskussionsthema zum FÜR und WIDER zu werden.
 
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  • #20
Leider scheint es bei den meisten Menschen so zu sein, wie Du es beschreibst. Ich gehöre auch zu den Leuten, die "unaufgefordert Ratschläge geben", (auf die eigene Meinung verzichte ich meist, um den/die andere/n nicht zu verstören).
Mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, wer keine Ratschläge hören will, soll eben nicht dauernd jammern und ständig über Probleme reden. Es scheint so zu sein, dass besonders aufmerksame und gute Zuhörer (wie Du vermutlich einer bist), Menschen die ihre Probleme nicht lösen sondern sich lieber nur beklagen wollen, anziehen. Und meiner Meinung nach ist es absolut naheliegend und irgendwann auch legitim, dann nach einer Weile des Zuhörens auch einmal Ratschläge zu geben, einfach weil man sich und dem anderen wünscht, dass er/sie sein/ihr Problem löst und das Leben nun einmal nicht nur aus Problemen besteht.

Versuche Dich von den oben beschriebenen Leuten fernzuhalten, wenn es Dir emotional möglich ist. Helfen kannst Du ihnen nicht, da es eben Menschen gibt, die ihre Probleme lieber behalten als sie zu lösen. Und nicht zu vergessen, sie bekommen damit ja auch sehr viel Aufmerksamkeit von Dir (Mehr, als wenn sie kein Problem hätten?), die sie dann vermutlich doch auch schätzen.

w/50
 
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  • #21
Ich erwarte: "Das Foto ist schei**e, weil durch das Licht die Falten besonders sichtbar werden und du 10 Jahre älter aussiehst"

Alles andere sind keine Freunde.
Ich bin überrascht, das grobes und unhöfliches Verhalten als besonders freundschaftlich gilt.
Meiner Ansicht nach sollte auch und gerade in einer Freundschaft ein gewisser herzlicher Ton gelten - wo, wenn nicht da. Mich würden obige Worte befremden, das gleiche kann man auch netter und trotzdem genauso deutlich ausdrücken.

Zürückhaltung ist angeblich Knigge, aber absolut falsch. Man sollte differenzieren und das scheint dieser Gast, der die obigen Zeilen geschrieben hat, selber nicht zu wissen...................

Wir halten uns in vielen Dingen des Lebens viel zu viel zurück, angeblich aus Höflichkeit und guter Erziehung, was ich absolut für Blödsinn halte. Wir sollten viel eher in vielen Dingen den Mund aufmachen. Als Erwachsener sollte man damit umgehen können.
Zwischen Zurückhaltung bei Ratschlägen und notwendigem Engagement (wie z. B. in Sachen Misshandlung, wie eine andere Userin meinte) ist ein Unterschied. Denn Zivilcourage ist etwas anders als seinen Senf (unerwünscht) überall hinzuzutun.

Zur Frage:
Mir kommt vor, dass viele unter dem Mäntelchen der freundschaftlichen Hilfsbereitschaft anderen ihre Lebensart und Denkweise aufzwingen wollen.
Kann sein, dass die Bewerbung der Freundin nicht so ist, wie sie nach Meinung des FS sein sollte. Man muss jedoch auch den Menschen ihren Willen lassen und sie dürfen auch ihre Fehler machen. Wir kennen weder die Befähigung des FS in Sachen Bewerbungsmappe, noch die Bewerbung selbst. Vielleicht hat sie gerade mit ihrem außergewöhnlichen und nicht standard-konformen Anschreiben Erfolg.
Ich bin jedenfalls dafür, dass generell vorgefühlt wird, ob Tipps erwünscht sind.
 
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  • #22
Erst vor kurzem habe ich ein sehr unvorteilhaftes Foto einer Kollegin auf der Homepage zu Gesicht bekommen. Sie sah wirklich richtig Sch.... aus.
"In Echt sehen Sie viel besser aus." war mein Kommentar.
Die hat sich über diese Kritik gefreut ----- und hat das Foto ausgetauscht.

Gerade wenn Mann "lösungorientiert" ist, sollte einem doch daran gelegen sein, dass die Kritik und die Verbesserungsvorschläge auch angenommen werden, oder ?
w55
 
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  • #23
Erst vor kurzem habe ich ein sehr unvorteilhaftes Foto einer Kollegin auf der Homepage zu Gesicht bekommen. Sie sah wirklich richtig Sch.... aus.
"In Echt sehen Sie viel besser aus." war mein Kommentar.
Die hat sich über diese Kritik gefreut ----- und hat das Foto ausgetauscht.

Gerade wenn Mann "lösungorientiert" ist, sollte einem doch daran gelegen sein, dass die Kritik und die Verbesserungsvorschläge auch angenommen werden, oder ?
w55
Du hast ein Kompliment gemacht - das wird gern angenommen und: genauso gehts! Daumen hoch zu deiner diplomatischen Antwort!

Es kommt einfach immer drauf an Tipps, Ratschläge und auch Kritik so zu geben, dass der andere sie auch annehmen kann.
Wer sich ihm Ton vergreift, darf sich über Zurückweisung nicht wundern und die Toleranzschwelle ist hierfür eben unterschiedlich.

Auch Frauen können übrigens lösungsorientiert sein. Ich muss immer schmunzeln, wenn mann mich einbremst mit den Worten, er wolle gar keine Lösung sondern nur erzählen.
 
  • #24
Ist es wirklich so, dass man gar keine Tipps od. Ratschläge mehr geben darf, ohne das man gefragt wird.
Sie ist der Meinung, ihre Bewerbung sei gut so.
Du bist der Meinung - der richtigeren Meinung, wohlbemerkt - dass sie besser geht.

Meist ist es kein Problem des Ratschlages an sich, sondern der Ton, mit der der Ratschlag vorgetragen wird. Denn ein Ratschlag impliziert, dass du es besser weißt als sie, dass du dich in eine Position siehst, in der du die Sache besser beurteilen kannst als sie.

Ich finde es höflicher, wenn du gefragt hättest, ob sie deine Meinung hören will. Damit signalisierst du, dass es um den Sachverhalt geht und nicht um die Person selbst.

Meist wird durch ein "Ich finde, so und so... dann sieht es professioneller aus" schon um ein vielfaches besser, als ein "Du musst, du sollst, du darfst nicht, das geht nicht.."

Ich habe eine Singlefreundin, die von einer vergebene Freundin, immer ungefragt Ratschläge bekommt, wie "Du kannst dich jetzt nicht nochmal melden.", "Du darfst ihm nicht hinterherlaufen." etc. Und obwohl diese Freundin mit vielem Recht hat, was sie sagt, fühlt sich die Singlefreundin danach immer bevormundet und hätte sie es anders formuliert, hätte sie vielleicht mehr Gehör gefunden.

Ich weiß jetzt nicht, wie deine Ratschläge formuliert waren, aber ich verstehe, wenn Menschen empfindlicher sind, wenn es um ihre Schwächen geht. Und eine Bewerbung bei einer Arbeitslosen zählt meiner Meinung nach dazu. Vielleicht hättest du bei einem anderen Sachverhalt mit den gleichen Worten weniger Widerstand bekommen.
 
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  • #25
Da bringst du jetzt doch alles durcheinander. Wenn du als Frau (wie du schreibst) einer Freundin einen Hinweis gibst, dann ist das etwas völlig anderes, zumal du selbst anscheinend um Ratschläge bittest.
Es geht doch aber darum, dass sich ein Mann anmaßt, der Frau ungebetene Ratschläge zu geben. Es ist völlig egal, wie schrecklich die Bewerbung ist. Besserwisserein und Belehrungen kommen nicht gut an und jede Frau hat das gute Recht, darauf ablehnend zu reagieren.
Männer sind da manchmal absolut undiplomatisch.
Das mag ja sein, aber ich wäre froh, wenn mir jemand, der Erfahrung damit hat, mir Tipps gibt, wie ich meine Bewerbung verbessern kann. Der Andere will mir doch nur helfen und mich nicht verletzten. Ich bin doch selbst für meine Gefühle veranwortlich.

Ich sollte mir klar sein, wenn jemand mit Tipps gibt, wie ich was verbessern kann, ist das für mich jedenfalls ein Zeichen der Wertschätzung und nicht ein Zeichen mich nieder machen zu wollen.

w
 
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  • #26
Das mag ja sein, aber ich wäre froh, wenn mir jemand, der Erfahrung damit hat, mir Tipps gibt, wie ich meine Bewerbung verbessern kann. Der Andere will mir doch nur helfen und mich nicht verletzten. Ich bin doch selbst für meine Gefühle veranwortlich.

Ich sollte mir klar sein, wenn jemand mit Tipps gibt, wie ich was verbessern kann, ist das für mich jedenfalls ein Zeichen der Wertschätzung und nicht ein Zeichen mich nieder machen zu wollen.

w
Ich freue mich, dass obige Schreiberin nur wohlwollende Menschen um sich hat. Und natürlich sind wir für unser Gefühl selbst verantwortlich, dies zu bewahren kostet nur leider oft viel Kraft.

Es gibt genug Menschen die ihren Spaß dran haben bzw. sich damit selbst aufzuwerten versuchen, indem sie andere kritisieren, bloßstellen und vermeintlich kluge Sprüche unbedingt loswerden müssen. Oftmals bemerken sie dieses Verhalten gar nicht. Mit Wertschätzen und ehrlich gemeinten Verbesserungsvorschlägen wollen hat das leider gar nichts zu tun.

Ich hoffe, dass der FS nicht zu diesen Menschen gehört. Da seine Hilfe aber so kategorisch abgelehnt wurde, sollte er vielleicht doch zumindest kurz darüber nachdenken.
 
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Gast

  • #27
Ich freue mich, dass obige Schreiberin nur wohlwollende Menschen um sich hat. Und natürlich sind wir für unser Gefühl selbst verantwortlich, dies zu bewahren kostet nur leider oft viel Kraft.

Es gibt genug Menschen die ihren Spaß dran haben bzw. sich damit selbst aufzuwerten versuchen, indem sie andere kritisieren, bloßstellen und vermeintlich kluge Sprüche unbedingt loswerden müssen. Oftmals bemerken sie dieses Verhalten gar nicht. Mit Wertschätzen und ehrlich gemeinten Verbesserungsvorschlägen wollen hat das leider gar nichts zu tun.
Ich bin diese Schreiberin und habe selbstverständlich nicht solche Menschen in Maas um mich herum, aber ich versuche jeden Tag, so zu denken, wenn mir ein Mensch einen Tipp oder Hinweis geben sollte.

Sicherlich gibt es genug Menschen, die es nicht so nett mit uns meinen, aber viele merken wirklich nicht, dass sie vielleicht eine Grenze überschreiten. Oft hilft eine Frage an diese Menschen, ob sie sich selber wohl fühlen würden, wenn man mit ihnen so umgeht. Oft sind diese Menschen dann erschrocken und entschuldigen sich sofort. Sie wollen echt nur dem Anderen helfen und verpacken es manachmal ungeschickt.

w
 
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  • #28
w40
vieles ist schon gesagt hier, c'est le ton qui fait la musique usw.
Nein ich erhalte auch nicht gern unaufgeforderte Ratschläge. Das wirkt sehr schnell besserwisserisch.
Leider stelle ich immer öfter fest, dass sehr viele Männer, auch solche die ich gern habe (z.B. mein bester Freund oder der Freund meiner Schwester) regelmässig äusserst besserwisserisch auftreten. Oft reden diese Männer kluge Dinge, jedoch ist man als Gesprächspartnerin auf gleicher Augenhöhe nicht gefragt. Am Schluss geht es ums Rechthaben, Territorialverhalten, sich-aufblasen usw. Ich mag auch keine Klischees aber die grosse Anzahl der Erfahrungen scheint mir darauf hinzuweisen dass das scheinbar ein "typisch männliches" Verhalten ist. Wer aus solch rechthaberisch-überheblicher Haltung heraus Ratschläge gibt, kommt damit nicht an. Ich kann ja jetzt nicht beurteilen ob das beim FS der Fall ist. Er kann sich aber selber hinterfragen WIE er denn Ratschläge erteilt. Ich denke auch dieses Verhalten wird von Männern gezwungenermassen eingeübt (weil mann sich gegenüber anderen Männern behaupten muss, die auch so daher kommen) und dann in der Kommunikation mit Frauen genauso an den Tag gelegt, diese reagieren darauf aber empfindlich und schon versteht man sich nicht mehr.
 
  • #29
Wenn ich wissen will, wie ich eine Bewerbung verbessern kann, frage ich jemanden, den ich für kompetent halte. Ob derjenige dann wirklich so kompetent ist, wird sich später schon herausstellen. Ich muss ja seine Ratschläge nicht befolgen, wenn ich weiss, dass der sowieso ein Besserwisser ist ;)

In der Regel habe ich aber für so etwas durchaus Menschen als Ansprechpartner, denen ich vertraue weil die auch tatsächlich die Kompetenz haben, zu beurteilen.

Im privaten halte ich nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg, solange es sich um echte Freunde oder wenigstens gute Bekannte handelt. Es gibt einfach Themen, von denen verstehe ich vielleicht mehr als der andere oder habe entsprechende Erfahrung, die andere nicht haben.

Bei Themen, von denen ich weniger verstehe, halte ich mich zurück. Das macht doch wohl jeder so oder nicht?
 
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  • #30
Wenn mir ein alter, weiser und erfahrener Mann einen väterlichen Ratschlag gibt, bin ich dafür jederzeit aufgeschlossen, aber nicht für die ungefragte Besserwisserei und Wichtigtuerei eines 34-Jährigen, der meint, die Welt zu verstehen.
Ich mag Menschen nicht, die alles besser wissen und nichts besser machen, das müssen sie mir erst mal beweisen.