• #1

Unbefriedigende Kommunikation zwischen Partner und mir. Eure Meinung?

Hallo zusammen,

ich w30, er27 online kennengelernt.

Mir ist schon recht früh aufgefallen, dass mein Freund mir kaum tiefergehende Fragen stellt, er wenig über meine Vergangenheit/Träume/ Wünsche wissen will. Er hat mich z.B. nie gefragt, warum ich kaum Freundinnen habe, wo ich meine Ausbildung gemacht habe, wie meine vorherigen Beziehungen waren.Dadurch habe ich den Eindruck, er kennt mich eigentlich gar nicht wirklich. Natürlich rede ich auch von selbst aus über mich. Aber einige Dinge habe ich ihm bisher nicht erzählt. Nicht, weil ich mich schäme (obwohl es teilweise unschöne Dinge sind, z.B. eine Depression, Klinikaufenthalt vor einigen Jahre). Sondern weil sich bei uns noch nie wirklich die Tiefe für so eine Art Gespräch ergeben hat.

Es ist aber nicht durch die fehlende Kommunikation (im "Seelenbereich", über Themen wie seinen Job und seine Karriere können wir ewig lang reden. Vor allem er). Es geht mir auch um die Art und Weise wie er auf das was ich sage reagiert. Er ist ein Phrasendrescher. Oft finde ich seine lockere, flapsige Art auch ganz erheiternd und witzig. Aber wenn ich beispielsweise von einem negativen Erlebnis von der Arbeit rede antwortet er etwas wie "oh nein" oder "top (= also etwas, was so null dazu passt was ich vorher erzählt hatte)". Und das wars. Kein, reagiert dein Chef denn immer so? Wieso bist du eigentlich noch bei der Firma, wenn dich da so viel stört?... einfach nichts, was die Kommunikation die mir wichtig ist mal bereichert oder am Laufen hält.

Ich habe das Thema schonmal angesprochen..sieht er nicht so. Er findet wir verstehen uns doch super.... das sind dann wirklich die Antworten darauf. Heute als wir telefoniert haben (wenn wir uns nicht sehen, telefonieren wir täglich) habe ich sein Verhalten mal gespiegelt und auf das was er sagte nur mit "echt?Krass", "das wird schon" "was willste machen" reagiert. Das "Gespräch" war dann nach 3 Minuten ausgelutscht. Proaktiv von meinem Tag habe ich mal gar nichts bzw. sehr sehr wortkarg berichtet. Ich glaube auch, dass er das gemerkt hat (es ihn irritiert hat)... aber auch das würde er nicht zum Anlass nehmen um mal zu fragen " alles gut bei dir? Du erzählst ja gar nichts". Das Gespräch ist dann einfach eingeschlafen...

Ich glaube aktuell funktioniert das Ganze, da ich mich sehr für seine Arbeit, seine Karriere, ihn interessiert habe und dadurch immer ein Gesprächsfluss gegeben war. Zumal haben wir beide einen sehr ähnlichen Humor und unser Sex ist sehr gut. Er kann sich auch für meine Freizeitvorschläge begeistern so sind wir aktiv und können viel über das Hier und Jetzt sprechen. Für die Wochenenden reicht das. Trotzdem habe ich das Gefühl, ich bin eigentlich eine unbekannte Person für ihn und er weiß ein stückweit meine Tiefe auch nicht zu schätzen. Irgendwie bin ich sogar ein bisschen beleidigt weil ich mir denke, es reicht ihm wohl das ich nett aussehe und seinen Geschichten lausche.
Wie ist eure Meinung zu all dem?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Aber wenn ich beispielsweise von einem negativen Erlebnis von der Arbeit rede antwortet er etwas wie "oh nein" oder "top (= also etwas, was so null dazu passt was ich vorher erzählt hatte)".
Da fühlst du dich natürlich nicht ernstgenommen.

Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Du hast den Eindruck: Bei solchen Reaktionen ist kein echtes Interesse vorhanden. Und ehrlich gesagt: Ich glaube, das ist es auch nicht.

Eure Kommunikation klappt im Großen und Ganzen, weil du ihm gut (und sicher auch gern) zuhören kannst. Du weißt sicher alles von ihm - aber er weiß nur wenig von dir. So fühlst du dich fremd neben ihm.

Sag mal: Ist er so einer, der gern viel redet? Einer, der sich selbst gern reden hört? Der das Thema, wenn es ihm mal nicht so zusagt, gleich wieder auf sich selbst lenkt?
 
  • #3
Also, so wie sich die Sache für mich darstellt ist es klar: Er hat kein echtes, tiefer gehendes Interesse an dir.

Du schreibst, das der Sex gut funktioniert.
Die Kommunikation bei euch lässt aber zu wünschen übrig.

Meine Meinung dazu ist klar: offensichtlich hat er absolut keine Lust dir zuzuhören oder mehr von dir und deinen Gefühlen zu erfahren.

Er lässt es oberflächlich, weil es so für ihn bequemer ist. Ein egozentrisches Verhalten von ihm. Er kann nur "senden" aber nicht "empfangen". Weil er nicht will.

Deine Reaktion darauf, den Spieß umzudrehen und genauso zu kommunizieren, ist grundsätzlich eine gute Idee um zu testen ob sich die Situation verbessert oder nicht.

Aber ich denke, das wird nicht passieren.
Eine echte Partnerschaft/Beziehung sieht anders aus!
 
  • #4
Nunja, wieder ein Fall, wo der Mann erraten sollte, wie die Frau die Kommunikation gerne hätte.
Wie auch immer, ihr passt vom Kommunikationsstil nicht zusammen. Das wird in diesem Bereich nicht mehr besser. Entweder lernst Du die anderen guten Aspekte mehr zu schätzen oder Du trennst Dich, weil ein wichtiger Aspekt nicht erfüllt ist.
ErwinM, 51
 
  • #5
Liebe Navith,
ich gehöre zu den Menschen die wenig Fragen. Nicht aus Desinteresse, sondern weil ich mein Gegenüber immer sehr gut beobachte. Ich höre lieber zu, was sie von sich aus teilen und dann stelle ich ggf. Verständnisfragen. In meiner Wahrnehmung, schätzen sich Menschen oft etwas verzerrt ein. Ich mache mir lieber selber ein Bild. Wie geht er mit mir um, wie geht er mit anderen um. Auch bei Belanglosigkeiten. Wie behandelt er den Kellner oder jemanden der ihn anrempelt, etc. Wenn ich einen Menschen in meinem Leben habe, der gerne viel von sich erzählt, höre ich zu. Erzähle dann auch von mir. Ich bemühe mich generell sehr in der ICH Perspektive zu bleiben. Ich achte dann darauf, ob ein ernsthaftes Interesse da ist oder nur aus Höflichkeit zugehört wird.

Letztes Jahr hatte ich eine Anbahnung mit einem Mann, der sehr viel redete, mir sehr viel erzählte, und nach ein paar Wochen kannte ich gefühlt sein ganzes Leben. Mir war das eigentlich zu viel. Ich muss wahrlich nicht alles Wissen. Zu mal passte die Art wie er sich selber sah und beurteilte nicht zu dem, wie ich ihn empfunden habe. Von seiner Seite gab es kaum Interesse. Ich hatte immer das Gefühl, er wollte es trotz Nachfrage eigentlich gar nicht hören. Entweder urteilte er sehr stark oder lenkte das Gespräch schnell wieder auf seine Themen.
Als er mich nach 4 Monaten immer noch fragen musste, wie ich meinen Kaffe möchte, habe ich mich getrennt. Nicht die Kaffee Frage war der Auslöser sondern die Kausalität, die sich daraus ergab.
Du musst dir im klaren sein, das er so ist wie er ist. Er kommuniziert wie er es tut. Kannst und willst du das?! Wenn es so stimmt, wie du schreibst und auch ansonsten wenig Wertschätzung für dich vorhanden ist, ist er vermutlich nicht wirklich ein (an dir) interessierter Mensch. Das mit dem Spiegeln finde ich übrigens sehr intelligent.....ich würde vermuten, du kennst die unbequeme Wahrheit bereits?!
 
  • #6
Ich habe in meinem Beruf viele Menschen kennengelernt und weiss, dass viele Mitmenschen einfach emotional platt sind. Kaum emotionale Intelligenz, wenig Emphatie, keine Tiefe. Ist denen auch häufig zu anstrengend. Lieber Bild wie FAZ.
Du wirst ihn nicht ändern können.

Aber einige Dinge habe ich ihm bisher nicht erzählt. Nicht, weil ich mich schäme (obwohl es teilweise unschöne Dinge sind, z.B. eine Depression, Klinikaufenthalt vor einigen Jahre). Sondern weil sich bei uns noch nie wirklich die Tiefe für so eine Art Gespräch ergeben hat.
1. k.o. für die weitere Beziehung
Er weiß nichts von Deinem Klinikaufenthalt!


Er ist ein Phrasendrescher. Oft finde ich seine lockere, flapsige Art auch ganz erheiternd und witzig. Aber wenn ich beispielsweise von einem negativen Erlebnis von der Arbeit rede antwortet er etwas wie "oh nein" oder "top (= also etwas, was so null dazu passt was ich vorher erzählt hatte)". Und das wars.
s.o.
Er hat einfach keine Tiefe anzubieten.

Irgendwie bin ich sogar ein bisschen beleidigt weil ich mir denke, es reicht ihm wohl das ich nett aussehe und seinen Geschichten lausche.
Wie ist eure Meinung zu all dem?
2. k.o. für die weitere Beziehung

Wenn Du die "Beziehung" beendest wird er nicht um Dich kämpfen.
 
  • #7
Ich habe in meinem Beruf viele Menschen kennengelernt und weiss, dass viele Mitmenschen einfach emotional platt sind. Kaum emotionale Intelligenz, wenig Emphatie, keine Tiefe. Ist denen auch häufig zu anstrengend. Lieber Bild wie FAZ.
Du wirst ihn nicht ändern können.
Das könnte ich mir bei ihm auch vorstellen, so wie du ihn beschreibst. Er interessiert sich vor allem für sich selbst. Solche Menschen ändern sich nicht bzw. wird im Alter eher schlimmer.

Zudem denke ich, dass er mit seinen 27 noch sehr unreif sein könnte. Frauen sind mit 27 im Durchschnitt schon viel weiter.

Vielleicht solltest du dir einen älteren Mann suchen. Charakterlich hat er ja eh nicht viel zu bieten und so richtig scheint es mit euch nicht zu passen. Du sagst lediglich, dass der Sex passt und ihr den gleichen Humor habt. Das ist nicht viel.
 
  • #8
Guten Morgen zusammen,

vielen Dank an alle für eure Antworten.

@ Cassel, ich danke dir für dein Verständnis. Ja, ich höre ihm meistens sehr gerne zu, da er einen interessaneten Beruf hat der einfach viel Gesprächsstoff bietet. Er redet sehr sehr viel (über seine Karriere), was ich erstmal als positiv erachte, da ich schon eher der Beobachter Typ bin. Zumindest am Anfang unserer Beziehung war ich froh, dass er da "die Zügel in die Hand genommen hat".

@ Gast_Diana74 genau da bin ich die ganze Zeit am Grübeln...ich denke schon, dass er mich mag und mich in seinem Leben nicht missen möchte. Er ist eigentlich selbst eher ein introvertierter Typ, der bisher erst zwei Beziehunhen (inkl. mir) hatte, beides Male online kennengelernt. Er war nie ein Partygänger, Aufreißer und hat auch keinen sehr großen Freundeskreis. Ich glaube sogar, er tut sich generell schwer mit Frauen. Er genießt also das Leben wie er es bisher mit mir kennt (wir sehen uns nur an den Wochenenden, zu Corona Beginn war ich mal dauerhaft zwei Wochen bei ihm). Er fokussiert sich zu 70 % sowohl gedanklich als auch zeitlich auf seine Karriere, 20 % bin ich und Familie und 10 % er dann als Person selbst mit seinen Problemen. So schätze ich das ein.

@ErwinM ich würde das als neutraler Leser vermutlich ähnlich interpretieren wie du. Ich kann nicht erwarten, dass er mir alles aus der Nase zieht und so empfinde ich das auch nicht. Ich möchte nur keine Gespräche mit ihm führen ala " du, ich muss dir was sagen. Ich war mal in der Klapse" (mal übertrieben ausgedrückt). Anders könnte ich mir aber ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, genau dieses Thema überhaupt mal zur Sprache zu bringen. Ich wüsste nicht, in welchem Kontext, weil wir wie gesagt gar keine tiefe Ebene in unseren Gesprächen erreichen. Ab und an mal beim Fernsehen, wenn die Nachrichten laufen. Über Corona, etc. Da können wir dann auch mal ein paar Minuten intensiver plaudern.

@Dingens ja, da erkenne ich viele Parallelen zu mir. Tut mir leid für dich, dass du diese Erfahrung sammeln musstest, auch wenn jede Erfahrung natürlich auch etwas positives mit sich bringt. Interessanterweise würde er sich so etwas wie mit dem Kaffe schon merken. Aber eine ähnliche Situation gab es tatsächlich schon mal. Ich habe im erzählt, dass ich Schulden habe verteilt auf zwei unterschiedliche Kredite mit einer Gesamtsumme X. Das Thema ist mir Recht schwer gefallen anzusprechen. Ich wollte aber das er weiß, dass mit mir manche Unternehmungen nur bedingt drin sind (reisen). Er hat mir da auch zueghört, mich gefragt wofür ich das Geld ausgegeben habe, etc. Aber als vor einigen Wochen das Thema nochmal zur Sprache kam, hatte er plötzlich eine ganz andere (niedrigere) Summe als Schuldenbetrag im Kopf. Und ich weiß, dass ich ihm die korrekte Summe genannt habe, denn den Betrag den er in Erinnerung hatte, wäre mir gar nicht die Rede/Sorge wert gewesen zu erzählen.
 
  • #9
@Kimi 48 lustigerweise bin die BILD Leserin und er vom Typ FAZ : D
Er bezeichnet sich sogar selbst als empathielos. Ich glaube ihm das allerdings nicht. Ich vermute, es ist eher dieses "typische" schwere Kindheit, Mobbing = die Welt ist blöd und deswegen mauere ich jetzt. Was ich aber auch denke ist, dass er keinen eigenen Zugang zu sich selbst hat und deswegen auch keinen Zugang zu anderen findet. Vielelicht auch aus Schutz oder weil er so etwas nie gelernt hat. Ich bin da auf Grund meiner Depression reflektierter und tiefgründiger. Das allermeiste von ihm, was nicht in den Bereich Job, Karriere fällt, erzählt er übrigens auch nicht einfach so frei von sich raus (wenn dann nur sehr rar und es kommt ein bisschen mehr, wenn ich nachfrage). Von seiner Family beispielsweise. Da gibt es ein paar Probleme, die ihm zu schaffen machen weil er sich sehr verantwortlich seiner Mutter gegenüber fühlt (geschieden vom Vater, der der Ernährer war). Er redet da nicht gerne ausführlich drüber und ich hake dann auch nicht allzu sehr nach wenn ihm das unangenehm ist.
Ich empfinde das auch so wie du, dass er eben diese "Tiefe" nicht besitzt bzw. keinen Zugang dazu hat und auch nicht "finden" will. Er hat mir auch mal gesagt, dass er so viel mit seiner Arbeit beschäftigt ist (das stimmt auch, er arbeitet im KH Vollzeit und studiert jetzt auch wieder nebenbei), dass er gar keine Zeit hat um sich über solche Themen Gedanken zu machen. Kann ich auch verstehen, denn ja, bei mir ist das anders. Ich habe einen normalen Job, wenig soziale Kontakte und nur ein monotones Hobby. Ich verbringe viel Zeit im Internet/Foren und lese mir Beiträge wie diese hier durch und philosophiere darüber.
 
  • #10
Ich sag Dir was, kein Applaus = keine Show. Dein Verständnis und Dein Zuhören wird ihn immer weiter animieren, Dir den Tag mit so einem Geschwätz zu versauern. Unterbreche ihn, wenn er wieder Unglaubliches erzählt mit einfachen Sätzen und lass ihn erst mal damit allein. Wenn nix hilft, dann sag ihm einfach und direkt, dass es Dich nicht wirklich interessiert, weil es Dich ja auch nicht betrifft. Du darfst ihm auch direkt sagen, dass Du kein Gleichgewicht in diesem Punkt bei euch siehst und dass es für dich immer sehr ermüdend ist. Wer bist Du denn, dass Du immer zuhören sollst, aber nicht möchtest, ändre das.
 
  • #11
@ Gast45 Diese Einschätzung teile ich. Er ist eben noch jung und ich kann von ihm diese "schwere" im Leben noch nicht unbedingt erwarten. Vielleicht weiß er tatsächlich nicht, dass es da noch so viele Themen neben der Arbeit gibt, die einen Menschen beschäftigen können. Ich vermute bei ihm ein stückweit sogar eine Art Grübelzwang was seine Karriere betrifft. Er redet sehr sehr viel davon und sehr sehr oft nahezu genau das gleiche. In der gleichen Wortwahl.

Auf der einen Seite bin ich in vielen Bereichen auch ein Spätzünder. Ein gestandener Mann könnte mit mir evtl. auch nicht allzu viel anzufangen zu wissen (was Aspekte wie Eigentum/Vermögen, finanzielle Abhängigkeit angeht). Also irgendwie ergänzen wir uns da auch wieder recht gut. Ich schwanke auch manchmal mit den Gedanken, ob ich das in einer Beziehung wirklich brauche, diese tiefe Seelenverbundenheit oder ob ich da vielleicht auch zu hlhe Ansprüche habe. Ich habe eben auch keine Freundinnen, und deswegen ist er sozusagen für mein ganzes verbales "Entertainment" veranwortlich.

Auf der "sachlichen" Ebene ist er auf jeden Fall eine gute Partie für mich. Er verdient gut und hat einen sicheren Job. Er kann sich sehr bald schon Familie vorstellen. Der Sex ist gut (da geht er sehr auf meine Bedrüfnisse ein, der erste Mann überhaupt der nicht locker lässt, ehe ich zum Orgasmus komme ; D) Und wir haben diese humorvolle, verschmuste Ebene auf der wir sehr gut zusammen funktionieren.

Alles in Allem bin ich nicht und will ich nicht eine Art Therapeutin für ihn sein, die ihn zu guter Kommunikation erziehen muss (sofern das überhaupt möglich ist) oder mit ihm zusammen aufarbeitet, wieso er eigentlich gar nicht diese Tiefe besitzt. 1. glaube ich kaum, dass er darauf Lust hat und die Notwendigkeit sieht 2. könnte ich das natürlich sehr subtil machen aber das wäre sehr energiefressend für mich und wer weiß, ob das überhaupt fruchtet..

Ich habe ihn tatsächlich auch mal gefragt, worüber er eigentlich mit seiner Ex Freundin so gesprochen hat (ich weiß, eine komische Frage. Aber es hat mich wirklich interessiert). Darauhin meinte er leicht genervt "über gar nix"... mmh..
 
  • #12
Madita8 Hallo Madita8, da ist etwas dran und du hast Recht. Ich muss nur recht rücken, dass er mir durchaus schon den Raum gibt, dass ich erzählen kann. Wir können beide sehr gut in Monologe verfallen. Und da fällt er mir auch nicht ins Wort. Ich frag ihn dann auch manchmal ob er eingeschlafen sei. ( : D). Aber während ich auf sein Erzähltes dann auch versuche inhaltlich einzugehen, kommt von ihm dann halt nur die Phrasendrescherei. Ich kann manchmal auch nicht viel zu dem sagen was er erzählt (ich kenne ja seine Kollegen auch nicht perönlich und von seiner Arbeit verstehe ich auch nicht viel) aber ein bisschen was mit Substanz bekomme ich dann schon meistens raus.

Aber du hast Recht, ich muss ihm da auch die Schranken aufweisen. Ich mache das auch schon, manche Phrasen sind schon auf der verbotenen Liste und wir haben auch mal ein Speil daraus gemacht, dass er ein bestimmtes Wort nur 5 mal am Tag sagen darf. Das hat eigentlich auch ganz gut funktioniert, für diesen einen Tag. Danach hatte ich dann auch keine Lust mehr.

Generell tut er gern aus einer Art Trotz und Machtgehabe heraus das Gegenteil von Dingen, die ich mir von ihm wünsche sie zu unterlassen weil es mich nervt....ich hab dann das Gefühl, wir verfallen in eine Sohn-Mutter Situation (er hat ein sehr sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter, was mir ehrlich gesagt nicht passt. Ich versuche mich da aber nicht einzumischen, weil es mich eigentlich nichts angeht).
 
  • #13
Meine umfangreichen Erfahrungen sagen mir, dass ihr beide nicht zusammen passt, für mich ist die wichtigste Säule für eine Beziehung, eine äußerst zufriedene Kommunikation auf beiden Seiten, ohne eine solche Kommunikation gibt es keine Annäherung in der Tiefe, und es gibt deshalb keine Beziehungs - Stabilität auf Zeit, dein Bauchgefühl weiß das alles, kennt genau die Antwort, deswegen schreibst du auch hier, ich würde bei einem solchen Menschen nicht bleiben, denn es macht das Leben unglücklich!!
Disese Antwort von dir hab ich zunächst überlesen. Mein Bauchgefühl sagt mir das gleiche wie du. Vom Gefühl her, empfinde ich die Beziehung auf dieser Ebene als äußerst unbefriedigend. Ich bin aber vom Naturell ein Grübler und weiß, dass ich manche Dinge auch zergrüble und impulsiv agiere. Ich habe kaum Freundinnen und zu meiner Familie zwar ein gutes aber auch nicht wirklich tiefergehendes Verhältnis. Er ist also eigentlich die einzige Person, von der ich "verlange" und "erwarte" dass er meine kommunikativen Bedürfnisse voll und ganz erfüllt. Vielleicht wäre ich wesentlich ausgeglichener und ihm gegenüber wohlwollender, wenn ich ein stabiles gesundes soziales Umfeld hätte. Das habe ich nicht und hatte das ehrlich gesagt auch nie (meine letzte beste Freundin hatte ich mit 16). Vielleicht erwarte ich in der Hinsicht auch zu viel von ihm als Partner und von einer Beziehung generell. Ich schwanke da zwischen, trotzdem sollte er mehr tiefergehendes Interesse an mir zeigen. Generell ein "tieferer" Mensch sein und meiner Vernunft, nicht alles über Bord zu werfen. Denn dann bin ich defintiv erstmal wieder alleine und habe erst recht niemanden zum reden. Ich muss auch ganz erhlich sagen, dass ich durch diese Beziehung auch wieder mehr Input in meine wenig anderen sozialen Kontakte mit einbringen kann. Ich hab einfachmal was über meine Beziehung zu reden anstatt über gar nichts... Ich bin mir auch relativ sicher, in einer neuen Beziehunbg auch wieder in diese Abhängigkeit und Grüblrei zu verfallen.

Bevor ich einen Schlusstrich ziehe will ich mir nahezu sicher sein, dass dieses Problem nicht auch vielleicht wesentlich aus mir selbst rührt und wirklich nicht zu bewältigen ist.

Ich bin aber auch nicht bereit, diese Beziehung auf Teufel komm raus aufrecht zu erhalten aus Angst vor Einsamkeit. Denn ja, diese mangelende Kommunikation ist mir wirklich ein Dorn im Auge.
 
  • #14
Ich würde dir raten, dein eigenes Leben unabhängig von deinem Partner für dich interessanter zu gestalten.
Auf dein eigenes berufliches Fortkommen zu schauen.
Dann bist du nicht mehr so abhängig von einem Partner. Und hast auch nicht mehr so viel Zeit zum Grübeln.
 
  • #15
@Pfauenauge das stimmt, mein großes Problem seit einigen Jahren schon. Ich bin der Typ, der in einer Partnerschaft (oder früher Freundschaft) verschmilzt. Ich habe dann einen, aber sehr sehr innigen Bezugspartner in meinem Leben.

Ich habe heute eine Veränderung in seinem Verhalten gemerkt, nachdem ich ja gestern unser Telefonat bewusst wortkarg angegangen bin. Er hat mich heute das erste Mal seit langer langer Zeit mal wieder zwischendurch kurz von der Arbeit angerufen (er hat auf der Arbeit normalerweise keine Zeit für Handy). Auch das unterscheidet sich von meinem Job. Ich hab sehr sehr wenig zu tun, arbeite zum teil von daheim aus und kann eigentlich ständig an mein Handy und schreiben, telefonieren.

Dennoch ist das eher ein grundliegenderes Problem. Dass er an Arbeitstagen manchmal auch keinen Nerv für "Gefühlsduselei" hat ist das Eine, aber auch an freien Tagen lässt er sich nicht auf solche Gespräche ein.

Ich muss für mich heraus finden, ob mir das für eine Partnerschaft reicht und ich dieses Bedürfnis woanders befriedige (z.B. im besten Falle in einer Freundschaft). Allerdings stellt sich mir dann die Frage, ob sich diese Beziehung für mich überhaupt "lohnt". Jede Beziehung bringt ja auch Pflichten (und einen gewissen Verzicht) mit sich. Reicht es mir, dass er mir ein Kuschel/Sexpartner ist, wir locker mit einander rumalbern können, essen gehen können und dabei oberflächliche Konverastionen führen. Er mir auch Bedürfnisse wie finanzielle Sicherheit und Familie bieten kann. Ich weiß es noch nicht. Ich habe das auch schon anders erlebt, einen Mann, mit dem ich sehr tiefsinnig reden konnte. Der nahezu alles über mich wusste, aber bei dem der Rest für eine Beziehung eben nicht ausgereicht hat (gemeinsame Unternehmungen waren auf Grund unserer beider finanziellen Lage nicht wirklich möglich).

Es bleibt die Frage, ob ich weitersuche nach dem Bestmöglichem und am Ende dann vielleicht allein bleibe.

Wir sind jetzt wie gesagt seit ca 10 Monaten zusammen. Er hat mir auch noch nicht ich liebe dich gesagt. Das ist so ein weiterer Punkt, der mich irgendwie verunsichert. Auch in meinen eigenen Gefühlen. Denn ehrlich gesagt glaube ich aktuell nicht, dass ich dieses große Gefühl für ihn empfinde. Mir fehlt da aber tatsächlich auch von seiner Seite das Bekenntnis dazu.

Wir kommunzieren auch viel über Whats App und nutzen beide viele Emoticons. Zwei,dreimal habe ich bisher mal etwas mit Herzchen eingekippt so als Art Hand reichen für ihn, sich mir emotionaler etwas mehr zu öffnen. Aber das hat er nicht erwidert. Wir versenden uns also keine Kuss oder Herz Emoticons. Wir sagen uns aber bspw. dass wir uns vermissen und er hat mir mal gesagt, dass er mich lieb hat (aber eher in einem Nebensatz verpackt, also beiläiufig erwähnt).
 
  • #16
Ich empfinde das auch so wie du, dass er eben diese "Tiefe" nicht besitzt bzw. keinen Zugang dazu hat und auch nicht "finden" will. Er hat mir auch mal gesagt, dass er so viel mit seiner Arbeit beschäftigt ist (das stimmt auch, er arbeitet im KH Vollzeit und studiert jetzt auch wieder nebenbei), dass er gar keine Zeit hat um sich über solche Themen Gedanken zu machen. Kann ich auch verstehen, denn ja, bei mir ist das anders. Ich habe einen normalen Job, wenig soziale Kontakte und nur ein monotones Hobby. Ich verbringe viel Zeit im Internet/Foren und lese mir Beiträge wie diese hier durch und philosophiere darüber.
Ich würde das als unterschiedliches mindset bezeichnen. Du lebst - auch ev. auf Grund Deiner Krankengeschichte - gerne(??) in der Vergangenheit. Er lebt im Jetzt. Das ist so mein Gefühl aus Deiner Schilderung.
ErwinM, 51
 
  • #17
Genau, du hast zuviel Zeit und fixierst dich dadurch auf ihn. Für ihn praktisch, denn du bist imner verfügbar. Du gibtst 120 %, er 20 %. Und er weiss, dass das reicht. Denn sein Leben ist ja soviel interessanter. Such dir einen neuen Job, in dem du mit deinem neuen Fortkommen beschäftigt bist und lebe dich nicht über ihn.
Daneben noch ein zwei Hobvy- Kurse, die du besuchst, wo du unter Leute kommst, und schon wirst du am Abend froh sein, malv deine Ruhe zu haben.
Das Thema Beziehung würde ich erst mal nicht ansprechen. Verhalte dich abgegrenzter, selbstständiger und dein Leben verändert sich.
 
  • #18
Arbeitstagen manchmal auch keinen Nerv für "Gefühlsduselei" hat ist das Eine, aber auch an freien Tagen lässt er sich nicht auf solche Gespräche ein.
Moment! Du hast geschrieben, er sei introvertiert? Wann hat er denn dann Zeit für sich alleine, Zeit, um zu regenerieren? Du weißt schon, was den Unterschied von Extravertiert und Introvertiert ausmacht?
Er hat einfach keine Kraft, solche Gespräche in ausgiebiger Länge zu führen. Monologe zu halten ist das eine (Seelenmüll abladen), aber Dir zuzuhören und entsprechend zu antworten, ist das andere. Das kostet ihm enorm viel Kraft (Falls das mit der Introvertiertheit stimmt), deshalb die phrasenhaften Antworten.
ErwinM, 51
 
  • #19
@Navith du zeigst dich hier überdurchschnittlich Mitteilungsbedürftig.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du das ggü. Deinem Freund unterdrücken kannst. Erzählst du ihm genauso viel und dicht wie uns jetzt? Bei einer solchen Dichte höre ich irgendwann nur noch ein Rauschen und warte auf Pause um ggf. selbst etwas davon gelöstes als Bremse oder Break zu sagen.

Mit solchen Personen treffe ich mich privat nur mit deutlichen Zeitabständen da diese Treffen immer besonders viel Energie ziehen oder in einer größeren Gruppe da sich da die Last verteilt.

Andererseits Treffen sich solche Menschen gerne nur einzeln damit sie den anderen vollständig für sich vereinnahmen können. Das könnte auch erklären warum du wenige soziale Kontakte hast.

Hatte deine Zeit in der Psychiatrie oder einer psychosomatischen Einrichtung mit Kommunikationsproblemen zu tun?
 
  • #20
Navith, Du würdest mich wahnsinnig machen, wenn ich Dein Freund wäre. Du quasselst mir übers Internet schon ein Ohr ab. Ich bin introvertiert und Du würdest mir viel Energie rauben.
Mach mal ein paar Schweigeaktivitäten mit ihm zusammen, geh eine Woche ins Schweigekloster mit ihm oder vereinbare Schweigeabende mit ihm. Es wird wie ein Reset wirken. Danach werdet ihr achtsamer kommunizieren.
Wenn er Dir zu viel über den Beruf rede, dann mach's, wie es Dir vorher schon geraten wurde: kein Applaus, keine Show.
Und lass bitte solche Spielchen wie "Dieses Wort nur so oft pro Tag benutzen".
Und abgesehen davon ist es toll, dass er sich so darum bemüht, dass die Liebe für Dich erfüllend ist. Einer der tiefsinnig mit Dir redet, aber im Bett nur sich im Kopf hat: Das wäre der wahre Albtraum.
 
  • #21
An Deinem Text erkennt man, dass Du ein Mensch mit viel Tiefsinn bist... Das finde ich wirklich toll! Umso unpassender ist der Mann an Deiner Seite... Der wird Dir nicht gerecht... Paartherapeuten raten dazu, vor der Eheschließung zu prüfen „Hab ich mit diesem Menschen auch in zehn Jahren noch genug zu reden?“ Reden ist das A und O... Und zwar meine ich hier nicht das Reden über Probleme, sondern über Gott und die Welt. Im Übrigen glaube ich Dein Partner wäre bei jeder Frau so. Nicht nur bei Dir fehlt ihm der Tiefgang sondern generell.

w32
 
  • #22
Du willst was anderes. Ihm reicht es vielleicht einfach schon, wenn er nach Feierabend seine Ruhe hat und die Zeit auch so mit dir genießen kann und sich nicht mit tiefer intellektuellen Sachen beschäftigen muss.

Ihr seid charakterlich zu unterschiedlich. Das hältst du nur auf deine eigenen Kosten aus, wenn du Energie opferst.
Man kann so Partner haben, braucht dann aber Freunde und vielleicht auch einen Hobbytherapeuten, mit dem du dann die ernsten Sachen des Lebens besprechen kannst.

Gut, du hast jetzt zwei Möglichkeiten:
Entweder du spiegelst ihn genauso und gehst mal auf Distanz.
Oder du akzeptierst, dass du derjenige bist, der die Beziehung proaktiv gestaltet (machen Frauen üblicherweise so und geben dann irgendwann auf).

Die Tatsache, warum Männer wie er so sind, ist eben:
- Du hast ihn so genommen und akzeptiert und findest noch genug positive Eigenschaft (guter Sex, ...) warum du bei so einem Kerl bleiben willst
- Und er ist mit dir zusammen, weil du die verbale Ergänzung bist. Ohne dein Zutun hätte es womöglich keinerlei Beziehung gegeben, denn die kann er verbal nicht inszinieren.
- Du spiegelst ihn jetzt nur kindisch, anstatt auf Distanz zu gehen und die Beziehung eher in Richtung unverbindlich aufzulösen

- Normale Frauen und Männer würden genauso antworten, wie du ihn gespiegelt hast und dann wäre man entfernte Kumpels, weil die meisten Menschen sind sich zu schade, anderen nachzulaufen, bei denen man merkt, dass nur heiße Luft raus kommt, aber nichts dahinter steckt.
 
  • #23
Nochmal Hallo an Alle und Danke für eure Meinungen. Ich finde es sehr interessant, wie ich auf euch wirke und auch, dass ich manchen zum Beispiel viel zu viel "rede". Ich habe das schon bei mir selbst beobachtet und versuche mich in solchen Momenten auch bewusst mal auszubremsen. Das kurz dazu. Aber dann auch irgendwie schade, dass er mir das z.B. nicht einfach mal sagen könnte. Sofern es ihn denn stört.

@ Erwin
ich sehe das ganze irgendwie so: eine Partnerschaft besteht im Grunde aus Körperlichkeit, gemeinsamen Unternehmungen und der verbalen Kommunikation. Wir sitzen also z.B. abends beim Essen und unterhalten uns ausschließlich über das Hier und Jetzt. Das Essen schmeckt gut, heute ist hier aber nicht so viel los, so in der Art. Das füllt 2 Minuten. Natürlich könnten wir danach auch schweigen. Den Moment auf sich wirken lassen. Das tut mein Freund aber nicht, er nutzt solche Pausen in 80 % der Fälle als Aufhänger um entweder Pausenfüller zu nutzen "ach schön hier" oder um die Arbeit zu reden. Also wenn wir schon reden (was ich ja auch gerne will, ansonsten erschließt sich mir der Sinn eines gemeinsamen Essens nicht) warum fragt er dann nicht einfach mal ein bisschen was über mich? So lange kennen wir uns immerhin noch nicht. Warum den Moment nicht einfach mal nutzen um ein bisschen zu philosophieren, tiefgründiger zu werden? Ich frage dich ernsthaft, ist dein Leben zum Beispiel so spannend, dass es einer Frau die du heute kennenlernen würdest ausreichen würde, nur aktuelle Sachen über dich zu erfahren? Keine Hintergründe? Aber ja, es stimmt. Ich schweife gedanklich auch viel in die Vergangenheit ab. Aber nicht nur, dass ich nicht das was ich mit Tiefe meine. Sein Hier und Jetzt besteht vor allem aus der Arbeit. Kann er erwarten, dass das einer Partnerin reicht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht ähnliche Probleme mit den meisten anderen Frauen hätte.

Mit introvertiert meine ich, dass er niemand ist der in den Raum reinkommt "hier bin ich". Er braucht seine Zeit um aufzutauen. Wenn er nicht arbeitet, widmet er sich YouTube Videos, dem Haushalt oder lernt. Er war in seinem ganzen jungen Leben auf einer Handvoll Parties.
 
  • #24
Genau, du hast zuviel Zeit und fixierst dich dadurch auf ihn. Für ihn praktisch, denn du bist imner verfügbar. Du gibtst 120 %, er 20 %. Und er weiss, dass das reicht. Denn sein Leben ist ja soviel interessanter. Such dir einen neuen Job, in dem du mit deinem neuen Fortkommen beschäftigt bist und lebe dich nicht über ihn.
Daneben noch ein zwei Hobvy- Kurse, die du besuchst, wo du unter Leute kommst, und schon wirst du am Abend froh sein, malv deine Ruhe zu haben.
Das Thema Beziehung würde ich erst mal nicht ansprechen. Verhalte dich abgegrenzter, selbstständiger und dein Leben verändert sich.
Hallo Pfauenauge, ich will das Thema nicht tot quatschen und ich meine folgende Frage wirklich ernst. Ich frage mich manchmal, wozu braucht es eigentlich eine Partnerschaft, wenn es vor allem darum gehen sollte, möglichst autark zu sein und sein eigenes Leben zu führen. (Viele) andere soziale Kontakte neben dem Partner zu haben um nicht auf ihm alles ab zu laden. Worin unterscheidet sich dann beispielsweise eine Partnerschaft von einer (guten Freundschaft). Nur wegen dem Sexuellen? Ich frage mich das deshalb, weil ich selbst erhebliche Zweifel daran habe, ob ich eigentlich ein Beziehungsmensch bin. Ich bin es gewohnt viel alleine zu unternehmen und daher auch in Ruhe viele Momente schweigend zu erleben. Ich frage mich daher, angenommen ich ziehe mit meinem Freund zusammen. Wir haben beide Vollzeit Jobs, ich gehe dann noch einem Hobby nach, abens haben wir dann noch 1, 2 gute Stunde zusammen aber mir ist innerhalb einer Beziehung nicht der Raum gegeben, eine "seelische" Tiefe zu meinem Partner aufzubauen?

Vielleicht gibt es aber in einer Beziehung für mich tatsächlich eine Art Abhängigkeit für mich. Die Suche, nach dem Fehler, das zwanghafte Analysieren. Evtl. hängt das auch mit meinen fehlenden Freundschaften zusammen. Ich glaube diese Reibung zu brauchen. Harmonisch ist mir zu langweilig und unglaubhaft.

Ich hab das jetzt einfach mal hypotethisch in den Raum geworfen.
 
  • #25
Du hast einen Freund, der wenig tiefsinnig zu sein scheint. Seine fehlende Tiefsinnigkeit hat dich aber nicht daran gehindert, mit ihm zusammen zu kommen. Und nein, man merkt das nicht erst später, wenn jemand oberflächlich ist. Was sagt das über einen Menschen aus, der erst später drauf kommt, dass sein Partner wenig Tiefe besitzt? Der Mensch kann wohl selbst wenig Tiefgang besitzen ...

Macht aber nix. Der Sex ist gut und er ist auch sonst keine schlechte Partie.
 
  • #26
@ Ejscheff Deine Antwort finde ich sehr interessant weil ich mich tatsächlich eher gegenteilig erlebe. Es kommt allerdings auch stark darauf an, mit wem ich mich treffe. Ja, gegenüber einem Menschen, der mir sehr vertraut ist, gerate ich bestimmt oft in Redeschwalle. Ich kann das bei diesen Menschen allerdings selbst auch beobachten (z.B. mein jetziger Freund, meine Mutter, ein ehemaliger Freund) Ich weiß auch, dass es sehr anstrengend ist, diese Monologe auszuhalten und eigentlich will man diese durch Rückfragen gar nicht weiter befeuern. Vielleicht ist das auch ein gegenseitiges Abwehrverhalten, bevor der loslegt, lege lieber ich los. Selbst wenn das Erzählte interessant sein könnte, nimmt das Interesse einfach allein schon durch den fehlenden Dialog ab.

In Gruppen bin ich allerdings eher still. Ich mag es nicht, sehr laut zu sprechen und gegen andere anschreien zu müssen. Außerdem mag ich beim Reden nicht unterbrochen werden. Und ich bin halt auch kein Fan von Smalltalk und kann z.B. innerhalb meiner Familie bei bestimmten Themen einfach nicht mitreden weil mir die Erfahrungswerte fehlen (meine Schwestern sind z.B. schon Mütter, meine Familie arbeitet bis auf mich in der gleichen Branche). Außerdem fange ich grundsätzlich eher keine Gespräche an. Zumindest gebe ich keinen Themen vor. Ich bin eher der Typ "Fragesteller".

Wenn ich mir zum Beispiel die Situation vorstelle, ich würde mit meinen Arbeitskollegen an einem Tisch sitzen würde ich, sofern ich die Unterhaltung "beginnen müsste" eine Frage in den Raum werfen und nicht proaktiv etwas erzählen.

Während meines Klinikaufenthaltes habe ich gelernt, mehr aus mir heraus zu kommen. In der Ergo haben wir Specksteine bearbeitet, ich war der Therapeutin zu zaghaft mit der Raspel. Sie hat mich dann mal dazu ermuntert, so laut zu raspeln, dass der ganze Raum das Geräusch wahrnimmt. Ich bin früher in Problem Situationen regelrecht verstummt. Ich habe wirklich einfach gar nichts gesagt sondern nur geguckt. Also kann man schon sagen, dass ich innerhalb der Therapie an meinem Kommunikationsverhalten gearbeitet habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #27
@ Mon Chi Chi
Ich hatte bei den ersten Treffen mit meinem Freund sogar Angst, weil mir partout keine Gesprächsthemen eingefallen sind. Ich habe mir Sachen zu seinem Job durchgelesen, um ein bisschen mit reden zu können. Ich habe ja ziemlich schnell gemerkt, dass der Job seine große Leidenschaft ist. Dass ich mittlerweile auch viel über meine beruflichen Erlebnisse, oder normale Alltags Erlebnisse los plappere ist der Tatsache geschuldet, dass ich ansonsten gar keinen Content gegen würde. Dann würde wirklich nur noch er erzählen und so langweilig ist mein Leben dann doch nicht.

Ich glaube, wir beide würden uns sogar recht gut verstehen, weil wir uns einfach wohlwissend zu nicken würden, schweigend unser eigenes Leben weiterführen würden.

Ich muss nicht reden. Ich kann prima alleine Urlaube verbringen wo ich maximal im Restaurant meine Bestellung aufgebe. Aber eine Beziehung kann ohne Kommunikation eher schlecht funktionieren. Dann könnte man sich zum Sex und Kuscheln treffen und danach wieder getrennte Wege gehen. Aber wenn man sich schon unterhält, dann doch bitte mehr als über Floskeln.
 
  • #28
@ Mintgrün
vielen Dank für deine Worte. Ich fühle mich manchmal ein bisschen wie ein Alien da ich selten auf Menschen treffe, die sich gern so eingehend mit manchen Dingen beschäftigen wie ich. Bei mir ist es vielleicht auch wirklich zu viel. Am Ende bringt mir dieses "Besserwissertum" nichts, da die meisten Menschen dem gar nicht nachgehen und ich mir den Mund oder die Finger fusselig rede/schreibe. Ich lebe da vielleicht wirklich auch in meiner eigenen kleinen Welt. Bei meinem Freund ist es aber dann wiederum zu wenig für mich. Und du hast Recht, ich denke ihm reicht das so. Für ihn sind solche Tiefsinnigkeit einfach kein Bestandteil einer Beziehung. Er braucht das nicht um glücklich zu sein. Vielleicht fehlt ihm auch die Lebenserfahrung oder er kann seine Eindrücke und Gefühle selbst gar nicht richtig greifen oder verbalisieren.

Deswegen hatte ich auch wirklich ein ernsthaftes Interesse daran zu erfahren, über was er so mit seiner Ex geredet hat. Ich weiß, das geht mich nichts an und ist auch grenzüberschreitend. Aber es war wirkliches Interesse von meiner Seite aus. Ich hätte mir gerne etwas daraus mitgenommen. Ich hätte übrigens auch kein Problem damit gehabt, ihm diese Frage zu beantworten. Hätte auch gefragt, warum ihn das interessiert.

Wir könnten uns in 10 Jahren wohl immer noch über seinen Job und das lockere Leben unterhalten. Anschweigen werden wir uns wohl nie, aber mir gibt diese Art der Gespräche nicht viel. Und ich muss mich beim besten Willen nicht immer über Gott und die Welt unterhalten. Wir können auch gerne mal rumalbern oder auch mal schweigen (was er gar nicht kann).
 
  • #29
An Deinem Text erkennt man, dass Du ein Mensch mit viel Tiefsinn bist... Das finde ich wirklich toll!
Den ersten Absatz könnte man auch als egozentrisches „Er interessiert sich nicht genug für mich“ deuten. Ob sie ihn tiefergehend befragt, bleibt offen. Wie viel „Sinn“ im „tief“ steckt, ist nicht erkennbar. Ich lese nur, er erfragt nicht genügend Information, ist nicht im Detail neugierig genug.

Wo sie ihre Ausbildung gemacht hat oder wie ihre bisherigen Beziehungen waren, hat für mich wenig „Tiefsinn“. Sie beschreibt ausdrücklich „Gesprächsfluss“....

Wir können beide sehr gut in Monologe verfallen.
kann ich für ihren Part anhand des Threads bestätigen. Auch
Und da fällt er mir auch nicht ins Wort. Ich frag ihn dann auch manchmal ob er eingeschlafen sei. ( : D).
spricht für einen höheren Redeanteil ihrerseits. Flüchtiges Durchscrollen des Threads bestätigt das.

Sie kommuniziert sehr viel, er anscheinend weniger. Damit ist sie unzufrieden.
Kommunikation über Emotionen findet wenig statt. Ist
Denn ehrlich gesagt glaube ich aktuell nicht, dass ich dieses große Gefühl für ihn empfinde. Mir fehlt da aber tatsächlich auch von seiner Seite das Bekenntnis dazu.
tiefsinnig und zusammen mit vereinzelten ❤ berechtigter Anlass, um sich zu beklagen, dass er sich da nicht klar äußert?

Wie „tiefsinnig“ ist
Ich muss für mich heraus finden, ob mir das für eine Partnerschaft reicht ... Allerdings stellt sich mir dann die Frage, ob sich diese Beziehung für mich überhaupt "lohnt". Jede Beziehung bringt ja auch Pflichten ... Er mir auch Bedürfnisse wie finanzielle Sicherheit und Familie bieten kann.
???

Es bleibt die Frage, ob ich weitersuche nach dem Bestmöglichem und am Ende dann vielleicht allein bleibe.
Meine Sicht: Wenn man nach 10 Monaten seine Gefühle davon abhängig macht, ob der andere seine äußert, dann lieber weitersuchen. Nach Emotion. An weniger Worte des Partners kann man sich eher gewöhnen...
 
  • #30
Ich bin schon für eine seelische Dimrnsion in der Beziehung, ob dein Freund dafür geeignet ist, weiss ich nicht.
Dass du in deinem Job kaum was zu tun hast, ein Hobby ohne Kontakte hast und kaum Freundschaften, halte ich trotzden nicht für förderlich, weil du dadurch deinen Freund zum Mittelpunkt deines Lebens machst.
Der wiederum auf seine Karriere fixiert ist.
In Gruppen muss man sich auch nicht zwangsläufig anschreien.