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  • #1

Uneinigkeit bezüglich Patenwahl für ungeborenes Kind

Liebes Forum,

ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben und hoffe auf vielleicht neue Denkansätze, Meinungen und Erfahrungen...

Mein Mann und ich bekommen im Sommer unser erstes Wunschkind!
Wir freuen uns riesig auf alle bevorstehenden Aufgaben und Erlebnisse und schwimmen eigentlich bei fast allem auf einer Wellenlänge.
Es gibt allerdings eine Sache, die mir mittlerweile Magenschmerzen bereitet... Ich kenne es eigentlich aus meiner Familie und meinem Freundeskreis so, dass es i.d.R. zwei Taufpaten für das Kind gibt, meist eine Person aus dem Umfeld der Mutter und eine aus dem Umfeld des Vaters, was ich auch immer als gut empfunden habe.
Von meiner Seite her gibt es mehrere Leute, die ich mir sehr gut vorstellen kann, es wird aber wahrscheinlich mein Bruder werden, da wir ein gutes Verhältnis haben und ich auch bei seinem Kind Patin bin. Auch mein Mann versteht sich mit ihm sehr gut, daher waren wir uns da schonmal einig.
Jetzt das Problem: Auf der Seite meines Mannes gibt es nicht wirklich geeignete Leute. Mein Mann hat keinen wirklichen Freundeskreis, sondern "nur" einen besten Freund, mit dem auch ich mich zwar sehr gut verstehe, der aber, und daraus macht er kein Geheimnis, mit Kindern nicht wirklich etwas anzufangen weiß und außerdem beruflich viel unterwegs ist. Die Familie meines Mannes wohnt überwiegend weiter weg, sodass man eigentlich mit niemandem engeren Kontakt hat. Jetzt würde mein Mann am liebsten seinen Bruder als Paten für unser Kind haben. Ich habe allerdings ein großes Problem damit, da sein Bruder meiner Meinung nach alles andere als ein gutes Vorbild ist, da er sein ganzes Leben irgendwie nicht wirklich auf die Reihe bekommt. Er ist seit Jahren arbeitslos, nutzt meine Schwiegermutter gnadenlos aus und hat diverse psychische Probleme, die er auch durch Therapie nicht wirklich in den Griff bekommt. Außerdem hat er teils eine sehr grenzwertige Einstellung zu vielen Dingen. Ich habe das Gefühl, dass mein Mann ihn nur aus schlechtem Gewissen heraus als Paten haben möchte, weil er vor Jahren mal, als seine Bruder eine ziemlich schlimme Zeit hatte, den Kontakt abgebrochen hat, also sozusagen "nicht für ihn da war".

Ich weiß bei dem Thema mittlerweile nicht mehr weiter. Einerseits fände ich es unfair, wenn wir beide Paten nur aus meiner Familie/Freundeskreis nehmen, andererseits finde ich auch, dass die Paten Menschen sein sollten, die mit den Eltern "an einem Strang" ziehen, bzw. denen man das Kind später auch ruhigen Gewissens mal anvertrauen kann. Ich muss dazu sagen, dass ich zu meinen beiden Paten schon immer ein sehr enges Verhältnis hatte und bis heute habe, daher ist mir das Thema so wichtig und ich will für mein Kind die richtige Entscheidung treffen.

Vielleicht hat hier jemand eine Idee, wie man das Ganze noch lösen könnte.
 
  • #2
Du bist in meinen Augen total übergriffig. Du willst die Paten allein aus deiner Familie, weil dir seine Familie und sein Freund nicht passt. Das finde ich mehr als schräg. Selbstverständlich sucht jedes Elternteil einen Paten aus. Im Idealfall natürlich zusammen. Aber zu sagen, dein Bruder ist arbeitslos, den will ich nicht, finde ich mehr als unverschämt.
 
  • #3
Meine drei Kinder haben jeweils nur einen Taufpaten - meine drei Geschwister.
Taufpaten sollten ja auch den christlichen Glauben haben und die Eltern - bei Bedarf - in der Erziehung und in Glaubensfragen unterstützen.
Das ist der eigentliche Sinn einer Taufpatenschaft.
Die Geschwister meines Exmannes konnten mit dem christlichen Glauben gar nichts anfangen - also fielen die schon mal weg, und meine drei Geschwister wurden die jeweiligen Paten.

Wichtig wäre für mich, ob der Bruder auch Christ ist oder gar keinen Glauben hat. Denn ohne christlichen Glauben würde er schon mal gar nicht infrage kommen.
 
  • #4
Man, man, man ...wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich welche.

Stell dir vor mein Kind wurde geboren und nicht getauft und entsprechend gibt es keinen Taufpaten oder sonstige Patentanten/Onkel.

Sie ist mittlerweile 30 Jahre alt und hat es gut überstanden, ist ein redlicher Mensch geworden und an einem Mangel an Geschenken hat sie auch nicht gelitten.

Ihre Vorbilder im Leben hat sie sich selber ausgesucht.

Und ebenso habe ich es ihr überlassen, sich für eine Religion selbst zu entscheiden oder es zu lassen.

Mein Vorschlag : denk mal grundsätzlich drüber nach, welchen Stellenwert dieses ganze Kaspertheater hat, über das du dir den Kopf zerbricht. Und ob das wirklich in irgendeiner Weise für die Zukunft deines Kindes wichtig sein wird, gerade wenn man so mal auf die weltpolitische Lage schaut.

Und wenn du es dann immer noch wichtig findest, dann nimm halt nur einen Taufpaten, wenn es keinen anderen Gescheiten gibt und gut ist.

Religionen und daraus folgende Traditionen machen doch echt nur Probleme...

W 48,
Atheist
 
  • #5
Hast du mal mit deinem Mann über deinen Problem gesprochen? Ist ihm die Tradition genauso wichtig, dass beide Paten aus jeweils einem familienteil kommen? Vielleicht ist es für ihn ja gar kein großes Problem, wenn beide Paten aus deiner Familie kommen oder ihr eben nur eine Patin bzw. einen Paten nehmt.
 
  • #6
Er ist seit Jahren arbeitslos, nutzt meine Schwiegermutter gnadenlos aus und hat diverse psychische Probleme, die er auch durch Therapie nicht wirklich in den Griff bekommt. Außerdem hat er teils eine sehr grenzwertige Einstellung zu vielen Dingen.
Da Du Dein Kind taufen lässt, gehe ich davon aus, dass Du gläubige und praktizierende Christin bist.
Dann frag Dich mal, was Jesus zu dem o. g. Zitat von Dir gesagt hätte.
Oder ist die Taufe nur so eine Showveranstaltung wie die kirchliche Trauung, ohne das irgendjemand daran glaubt und dies auch praktiziert?
 
  • #7
Uns war der Glauben egal, uns war wichtig, wäre der Pate bzw. die Patin da für das Kind im Fall der Fälle, und in der Lage.
Danach würde ich auswählen, es müssen nicht unbedingt 2 sein, und wenn Ihr Euch einig seid, kommt der 2.auch aus Deiner Ecke, einen Alibi Paten braucht es nicht.
 
  • #8
Also bei uns gab es auch Ärger.
Mein Mann wollte auch gerne alle Paten von seiner Seite aus (besten Freund und Schwester), mit seiner Schwester war ich von Beginn an einverstanden und finde es eine tolle Entscheidung, bei seinem besten Freund bin ich anderer Meinung, ich hätte gerne meine Freundin, so dass jeder wen von seiner Seite aus genommen hat. Er kann seinen besten Freund auch nicht an einen Tisch mit seinen Eltern setzen wegen damaliger Vorkommnisse. Ich habe auch das Gefühl er kann nicht so recht mit Kindern umgehen, versucht den kleinen immer auszuweichen, er bringt Geschenke vorbei, mehr aber auch nicht - so mal mit ihm spielen ist nicht, find ich irgendwie schade. Der beste Freund wird auch bald Vater und mein Mann soll Pate werden.
Fakt ist: der kleine ist nicht getauft, weil ich seinen besten Freund nicht als Paten wollte. Er hat ihn gefragt ohne es vorher mit mir abzustimmen, meine Familie spricht mich immer wieder auf die Taufe an (sollte eigentlich diesen Sommer sein) die einzige Option die ich sehe wäre: 1. Pate: seine Schwester, 2. meine Freundin und 3. seinen besten Freund, dann wären es zwar viele Paten aber jeder hätte wen ausgewählt, man kann mehr als zwei nehmen.


Man kann vereinbaren jeder sucht sich eine Person von seiner Seite aus (jeder darf dann selber entscheiden wer) und fertig.

W 28
 
  • #9
Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Ich verstehe deine Bedenken hinsichtlich der Wahl deines Mannes, finde jedoch, dass du diese akzeptieren solltest. Es ist nur fair, wenn jedes Elternteil einen Paten aussuchen darf. Dein Kind wird sowieso einen Bezug zu seinem Onkel entwickeln, ob er jetzt zusätzlich noch der Pate ist, spielt meines Erachtens nur eine untergeordnete Rolle. Selbst wenn er nicht der perfekte Kandidat für diese Aufgabe ist, bleibt er ein enges Familienmitglied und es wäre einfach nicht schön, ihn so vor den Kopf zu stoßen und somit auch gewissermaßen die ganze Schwiegerfamilie. Ich denke, du solltest den Familienfrieden deswegen nicht gefährden. Was soll denn schlimmstenfalls passieren? Sollte dein Schwager einen schlechten Einfluss auf euer Kind ausüben, müsst ihr den Kontakt halt unterbinden, aber dann kannst du dir wenigstens nicht nachsagen lassen, dass du ihn von vornherein ausgegrenzt hast. Ich denke, du misst dem Thema zu viel Bedeutung bei. Meine eigenen Paten habe ich seit bestimmt 20 Jahren nicht mehr gesehen, da es sich um frühere Freunde meiner Eltern handelt, zu denen der Kontakt eingeschlafen ist, aber das hat hat mich nie in irgendeiner Form belastet. Was zählt und bleibt, ist die Familie.

w33
 
  • #10
Ich kenne es eigentlich aus meiner Familie und meinem Freundeskreis so, dass es i.d.R. zwei Taufpaten für das Kind gibt, meist eine Person aus dem Umfeld der Mutter und eine aus dem Umfeld des Vaters, was ich auch immer als gut empfunden habe.
Worum geht es bei der Patenschaft? Um die Erfüllung von Quoten? Die Erfüllung irgendwelcher christlicher Ansprüche ist ja heute in der Regel kein Kriterium mehr. Was ist für Dich also Sinn der Taufe?Wenn es eh nur Theater ist, dann ist doch eigentlich auch egal, wer Pate ist. Ich finde ok, wenn beide frei entscheiden dürfen.
 
  • #11
Mein Mann und ich bekommen im Sommer unser erstes Wunschkind!

Da lese ich schon die riesen Symbolik.
"Wunschkind" - jetzt bloß alles richtig machen.

Jetzt das Problem: Auf der Seite meines Mannes gibt es nicht wirklich geeignete Leute.

Gibt es bestimmt, nur nicht für Dich.

Jetzt würde mein Mann am liebsten seinen Bruder als Paten für unser Kind haben.

Damit ist er es!

Ich habe allerdings ein großes Problem damit, da sein Bruder meiner Meinung nach alles andere als ein gutes Vorbild ist, da er sein ganzes Leben irgendwie nicht wirklich auf die Reihe bekommt. Er ist seit Jahren arbeitslos, nutzt meine Schwiegermutter gnadenlos aus und hat diverse psychische Probleme, die er auch durch Therapie nicht wirklich in den Griff bekommt. Außerdem hat er teils eine sehr grenzwertige Einstellung zu vielen Dingen.

Er ist halt etwas anders und das passt Dir nicht, oder?

Wofür soll er denn ein gutes Vorbild sein?
Sitzt er schon mit dem Ungeborenen im Auto und übt für die Fahrschule? Gib ihm die Chance damit die Kurve zu kriegen.
Menschen wachsen an ihren Aufgaben.

ich will für mein Kind die richtige Entscheidung treffen.

Das ist einfach too much.

Ich denke, dass Du mit der Symbolik Paten völlig übertreibst. Du musst Dich nicht an dem Begriff festhalten. Auch andere können zeitweise das Kind betreuen oder?

Du bist schwanger und vielleicht emotional ein bißchen über dem Tisch. Der Wurm ist doch noch nicht einmal geboren. Als wenn das Leben Deines Kindes von einem Paten abhängt.
Alles Gute für Dich.
 
  • #12
Liebe @Arya, uns hat ein Taufpate pro Kind gereicht. Muss es denn unbedingt ein zweiter Taufpate sein?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #13
Worum geht es bei der Patenschaft? Um die Erfüllung von Quoten?
Eigentlich von der Idee her nicht. Ich war ja auch schon vor meiner Geburt an einen Taufpaten versprochen. War irgendso ein alter Mann, den ich gar nicht kenne und nur zweimal im Leben aus Höflichkeit gesehen habe, aber es gab Gründe, die für ihn sprachen, das ist vor meiner Geburt so verabredet worden. Ich kenne es so, dass mit der Patenschaft Familienpolitik betrieben wird. Auf diese Art bindet man andere Familien an sich, denn durch die Patenschaft ist man dann quasi verwandt, man schafft sich also Verbündete. Deswegen werden in dem Teil meiner Familie, der das praktiziert, bzw. bei den taufenden Leuten, die ich so kenne, die Taufpaten sehr sorgfältig strategisch ausgewählt, persönliche Sympathien sind da eher untergeordnet. Vor dem Hintergrund wäre es dumm, einen engen Verwandten zum Taufpaten zu nehmen, weil der ja eh schon zur Familie gehört und wohlgesonnen ist und einen unterstützt, wofür braucht man denn da die Patenschaft? Die ist in diesem Fall unnötig und dann vertut man die Chance, eine andere Familie an sich zu binden. Es ist demnach viel sinnvoller (und, glaube ich, auch so gedacht), jemanden aus einer anderen Familie zu nehmen.
Aber das nur am Rande zum Nachdenken, solche Gedanken scheinen bei euch ja eher keine Rolle zu spielen.

Wenn dir das Thema so extrem wichtig ist, dann sprich besser nochmal mit deinem Mann darüber. Aber nur weil du selbst ein tolles Verhältnis zu deinen Paten hattest, muss das bei deinem Kind nicht genauso sein, ich würde die Patenrolle nicht überbewerten, schließlich gibt es viele Kinder komplett ohne Taufe oder Taufpaten und aus denen wird auch was und die haben auch ihre Vorbilder. Verwandte dürfen sich auch kümmern und für dein Kind interessieren, ohne dass sie offiziell Taufpaten sind, man kann das ja auch freiwillig aus Nettigkeit machen, sozusagen. Und du sprichst von eurem ersten Kind. Das hört sich so an, als wären noch weitere geplant. Bekommt doch einfach noch ein Kind und ihr könnt in aller Ruhe alle Leute, die ihr wollt, mit der Patenrolle versehen.
w27
 
  • #14
Guten Morgen an alle,

vielen Dank für eure Antworten. Da viele auf den christlichen Aspekt eingegegagen sind, hier nochmal eine Erklärung dazu:

Mein Mann und ich sind evangelisch, alle potenziellen Paten auch, wobei ich dazu sagen muss, dass die Religion im Alltag, wie wohl bei den meisten, eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Für mich sind die (Tauf-) Paten eher Leute, zu denen die Eltern einen engen Kontakt haben und die nochmal eine "gesonderte" Stellung im Kontakt mit dem Kind haben. In meiner Familie war es eigentlich immer so, dass mit den Paten viel mehr Zeit verbracht wurde als mit den übrigen Tanten, Onkeln, restlichen Verwandten und die somit meist auch zu einer erwachsenen Bezugsperson neben den Eltern wurden. Ich habe z.B., als ich mal Schulprobleme hatte, zuerst mit meinem Patenonkel gesprochen, weil ich damals nicht wusste, wie ich es meinen Eltern sagen sollte. Mit meiner Patentante war ich einige Male sogar um Urlaub, was ich total genossen habe.
Mir meinem eigenen Patenkind verbringe ich auch viel Zeit, der Kleine übernachtet oft bei uns wenn meine Bruder und seine Frau etwas unternehmen wollen, oder ich hole ihn für Ausflüge in den Tierpark o.ä. ab.
Klar kann man das auch alles mit jedem anderen aus dem Umfeld machen, aber die Paten nehmen eben ganz bewusst diese Verantwortung an und wollen diese auch.
Ich glaube es früher sogar mal so, dass im Falle des Todes der Eltern, die Paten das Kind übernommen haben. Das ist heute, zumindest rechtlich, nicht mehr so, ich will nur sagen, dass es eben dich eine nicht unwichtige Rolle ist und die Paten daher einfach mit Bedacht gewählt werden sollten.

Da ja viele hier nicht so großen Wert auf diese Patenrolle legen, wie ich sie kenne und das Ganze eher auf den Glauben, also auf fie Taufe an sich beziehen, denke ich, dass das vielleicht auch eher so ein regionales Ding ist. Ich finde diese Tradition schön, daher wünsche ich mir, dass wir eine Lösung finden.
Du willst die Paten allein aus deiner Familie, weil dir seine Familie und sein Freund nicht passt.
Aber zu sagen, dein Bruder ist arbeitslos, den will ich nicht, finde ich mehr als unverschämt.
Ich glaube, du hast meinen Text gar nicht gelesen, was sollen denn die Unterstellungen? Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich es schöner finde, wenn von beiden Seiten her ein Pate da ist. Und der beste Freund meines Mannes passt mir sehr wohl, ich verstehe mich selbst sehr gut mit ihm, aber er hätte eben an dieser Rolle keinen Spaß aus den genannten Gründen. Und dass ich den Bruder nicht will, nur weil er arbeitslos ist, stimmt auch nicht, dazu habe ich etwas geschrieben.
 
  • #16
Mit denjenigen, die von der Person her in Frage kommen würden, ist nur wenig Kontakt da, da alle weiter weg wohnen. Das wäre dann nur ein Pate auf dem Papier und niemand zu dem das Kind wirklich Bezug hätte.
Liebe @Arya, uns hat ein Taufpate pro Kind gereicht. Muss es denn unbedingt ein zweiter Taufpate sein?
Muss zwar nicht, aber ich finde die Tradition ganz schön, gerade auch weil ich es prinzipiell gut finde, wenn sowohl von Vater-, als auch von Mutterseite jemand da ist.
 
  • #17
Ich frage dich jetzt mal ganz provokativ: warum muss das Kind getauft werden? Für euch hat der Glaube doch kaum Bedeutung, hat das mit der Familie zu tun? Ich bin 61 Jahre alt und habe meine Patentante niemals kennengelernt, das wurde einfach so da eingetragen sie war nicht mal da. Mich hat es nie gestört, ich habe das auch nicht verstanden, denn niemand vom Jugendamt gibt den Pateneltern ein Kind zur Aufzucht wenn die Eltern verstorben sind. Das sind Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, man kann das natürlich aus Folklore machen, aber warum soll man sich deshalb streiten? Natürlich ist das euer Ding, wenn euch das wichtig ist, aber ich vermute ihr macht euch da unnötigen Stress. Lass das Kind doch entscheiden ob es sich später taufen lassen will, das ist doch viel sinnvoller. Wie kann man eigentlich Kinder taufen, die sich überhaupt nicht damit auseinandersetzen können, ob sie das überhaupt wollen. Eigentlich ist das recht übergriffig.
 
  • #18
Und der beste Freund meines Mannes passt mir sehr wohl, ich verstehe mich selbst sehr gut mit ihm, aber er hätte eben an dieser Rolle keinen Spaß aus den genannten Gründen.
Ich finde es eher schwierig, Freunde als Paten einzusetzen. Freundschaften können sich verlaufen oder zerbrechen. Davon abgesehen hat der Freund sowieso kein Interesse daran.
Und dass ich den Bruder nicht will, nur weil er arbeitslos ist, stimmt auch nicht, dazu habe ich etwas geschrieben.
Du hast sowieso Deine vorgefertigte Meinung, u. a. zu Deinem Schwager. Was willst Du hierzu dann noch lesen?
Ich finde es schade, dass die Wünsche Deines Mannes nicht berücksichtigt werden. Ich habe auch den Eindruck der Überplanung bei Dir. Letzten Endes werden sich Bezugspersonen für Dein Kind selbst herauskristallisieren. Das kannst oder musst Du vorher nicht alles festlegen und bestimmen. Mit Kind kommt es sowieso Erstens anders und Zweitens als man denkt.
 
  • #19
Ich kenne es so, dass mit der Patenschaft Familienpolitik betrieben wird.
Das geht von Mitübernahme der religiösen Erziehung über „Ehrenamt für Familienmitglieder“ oder Geschenke zum Geburtstag bis zu „braucht man halt“. Und je nach Funktion muss die FS sich eben Gedanken machen.
Ich glaube es früher sogar mal so, dass im Falle des Todes der Eltern, die Paten das Kind übernommen haben. Das ist heute, zumindest rechtlich, nicht mehr so, ich will nur sagen, dass es eben dich eine nicht unwichtige Rolle ist und die Paten daher einfach mit Bedacht gewählt werden sollten.
Dann würde ich das in Ruhe mit Deinem Partner besprechen, aber auch mit potentiellen Paten. Und natürlich jemanden wählen, der diese Rolle ausfüllen möchte und kann.
Vielleicht gibt es aber auch einen Kompromiss und „Dein“ Pate füllt diese Rolle aus, der Bruder bekommt eine Aufgabe, die vielleicht auch für ihn wichtig ist.
 
  • #20
Ich frage dich jetzt mal ganz provokativ: warum muss das Kind getauft werden? Für euch hat der Glaube doch kaum Bedeutung, hat das mit der Familie zu tun? Ich bin 61 Jahre alt und habe meine Patentante niemals kennengelernt, das wurde einfach so da eingetragen sie war nicht mal da. Mich hat es nie gestört, ich habe das auch nicht verstanden, denn niemand vom Jugendamt gibt den Pateneltern ein Kind zur Aufzucht wenn die Eltern verstorben sind. Das sind Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, man kann das natürlich aus Folklore machen, aber warum soll man sich deshalb streiten? Natürlich ist das euer Ding, wenn euch das wichtig ist, aber ich vermute ihr macht euch da unnötigen Stress. Lass das Kind doch entscheiden ob es sich später taufen lassen will, das ist doch viel sinnvoller. Wie kann man eigentlich Kinder taufen, die sich überhaupt nicht damit auseinandersetzen können, ob sie das überhaupt wollen. Eigentlich ist das recht übergriffig.
Übergriffig ist deine Einmischung, warum das Kind getauft werden soll.

Geht dich das in irgendeiner Form an?

Ein Baby taufen zu lassen ist eine jahrhundertealte Tradition. Und nur weil du und @Joggerin mit dem christlichen Glauben nichts anfangen könnt, und für euch das ‚Kasperletheater‘ ist, ist es übergriffig die Entscheidung der Eltern ihr Kind taufen zu lassen zu diskreditieren.

Man kann sich übrigens später auch als Erwachsener gegen den Glauben oder für einen anderen Glauben entscheiden.

Trotzdem ist eine Taufe wunderschön.
Das Kind wird in den Kreis der Christen aufgenommen.
 
  • #21
Übergriffig ist deine Einmischung, warum das Kind getauft werden soll.

Geht dich das in irgendeiner Form an?

Ein Baby taufen zu lassen ist eine jahrhundertealte Tradition. Und nur weil du und @Joggerin mit dem christlichen Glauben nichts anfangen könnt, und für euch das ‚Kasperletheater‘ ist, ist es übergriffig die Entscheidung der Eltern ihr Kind taufen zu lassen zu diskreditieren.

Man kann sich übrigens später auch als Erwachsener gegen den Glauben oder für einen anderen Glauben entscheiden.

Trotzdem ist eine Taufe wunderschön.
Das Kind wird in den Kreis der Christen aufgenommen.
Du hast, wie oft, meinen Post nicht verstanden und fühlst Dich angegriffen ohne angegriffen zu sein. Es war eine Frage, warum man das überhaupt macht. Lies halt nochmal nach. Übergriffig ist im Grunde, Kinder, die keine Meinung haben können, einer solche Sache zu unterwerfen.
 
  • #22
Trotzdem ist eine Taufe wunderschön.
Das Kind wird in den Kreis der Christen aufgenommen.
Du kannst ja hier lesen, dass der für Dich sehr wichtige christliche Aspekt keine Rolle spielt. Und dann ist der Gedanke sicher schon berechtigt.

Grundsätzlich betrachtet ist es schon eine bewusste Überlegung wert, ob man ein Kind in eine Kirche hineintauft, nur um für die Eltern eine wunderschöne Feier und Kuchen für Tante Erna zu haben. Man muss das Kind ja auch nicht bei Schalke anmelden, weil die Stimmung im Stadion so schön und die Bratwurst so lecker ist.

Schliesslich ist ja ein Austritt aus Religionsgemeinschaften oft nicht möglich (nur evangelisch geht es) und in der katholischen Kirche wie im Islam ist die Erklärung des Austrittes eine kirchliche Straftat. Kann man ernst nehmen oder nicht, aber eine Religionsgemeinschaft, die das so sieht, ist schon einen Gedanken darüber wert.

Wenn man das Thema wirklich ernst nimmt, kann die Konsequenz nur sein, nicht leichtfertig zu taufen, sondern das Kind passend zu erziehen und dann mit Religionsmündigkeit selbst entscheiden zu lassen.

Man sollte aus meiner Sicht also nicht einfach wegen der feierlichen 5 Minuten am Weihbecken und dem schönen Kleid gedankenlos herumtaufen, denn Eltern haben ja eine Verantwortung für ihre Kinder. Wenn man dann ernsthaft pro Taufe entscheidet, weil einem das aus religiösen Gründen wichtig ist, ist ja in Ordnung.
 
  • #23
Ein enges Verhältnis zum Kind lässt sich nicht durch eine Patenschaft erzwingen. Das kann sich völlig unabhängig davon entwickeln - oder eben nicht.

Ich würde den Wunsch deines Mannes respektieren und seinen Bruder als zweiten Paten wählen. Wenn letztlich die Bindung zur anderen Patin stärker ist, hat das auf das Leben deines Kindes keine negativen Auswirkungen.

Patenschaft bedeutet auch nicht zwingend, dass die Person an der Erziehung des Kindes einen nennenswerten Anteil hat. Du hängst das ganze wahnsinnig hoch, ich rate zu mehr Lockerheit.
 
  • #24
Ein enges Verhältnis zum Kind lässt sich nicht durch eine Patenschaft erzwingen. Das kann sich völlig unabhängig davon entwickeln - oder eben nicht.

Ich würde den Wunsch deines Mannes respektieren und seinen Bruder als zweiten Paten wählen. Wenn letztlich die Bindung zur anderen Patin stärker ist, hat das auf das Leben deines Kindes keine negativen Auswirkungen.

Patenschaft bedeutet auch nicht zwingend, dass die Person an der Erziehung des Kindes einen nennenswerten Anteil hat. Du hängst das ganze wahnsinnig hoch, ich rate zu mehr Lockerheit.
Ganz meine Meinung. Nur weil die FS eine bestimmte Richtung, in die ihr Kind gehen soll forciert, heisst es nicht, dass dies auch so eintreffen wird. Mit Kind erlebt man häufig Überraschungen, die man sich so nicht vorgestellt hat.
 
  • #25
…niemand vom Jugendamt gibt den Pateneltern ein Kind zur Aufzucht wenn die Eltern verstorben sind. Das sind Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, man kann das natürlich aus Folklore machen, aber warum soll man sich deshalb streiten?
Das ist eine ähnliche Legende wie die ärztliche Auskunftspflicht bei Heirat.
Regelbar über Vollmachten und eine testamentarisch verfügte Vormundschaft. Man sollte eben nicht das Denken einstellen, sondern bewusst überlegen, was man für seine Kinder möchte.
 
  • #26
Dieses Thema sollte ausschließlich mit dem Partner besprochen und entschieden werden, außer die Beziehung befindet sich in Schwierigkeit!
 
  • #27
Du hast, wie oft, meinen Post nicht verstanden und fühlst Dich angegriffen ohne angegriffen zu sein.
Ich habe deinen Post sehr wohl verstanden. Ich bin zwar blond aber nicht ganz so blöd wie du denkst.

Es ist einfach übergriffig von dir und @Lebens_Lust die Entscheidung der Eltern ihr Kind taufen zu lassen zu hinterfragen und zu diskreditieren und als nicht für nötig in der heutigen Zeit zu deklamieren.

Darum geht es hier nicht.
Es geht einzig und allein um die Frage der Taufpaten - nicht ob die Taufe im Kindesalter sein muss.

Das ist alleinige Entscheidung der Eltern.
 
  • #28
Ich habe deinen Post sehr wohl verstanden. Ich bin zwar blond aber nicht ganz so blöd wie du denkst.

Es ist einfach übergriffig von dir und @Lebens_Lust die Entscheidung der Eltern ihr Kind taufen zu lassen zu hinterfragen und zu diskreditieren und als nicht für nötig in der heutigen Zeit zu deklamieren.

Darum geht es hier nicht.
Es geht einzig und allein um die Frage der Taufpaten - nicht ob die Taufe im Kindesalter sein muss.

Das ist alleinige Entscheidung der Eltern.
Eine Frage ist noch lange kein Angriff auf den jeweiligen Glauben.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #29
Hallo @Arya!

Gut, dass du nochmal erläutert hast, welche Rolle die Taufpaten einnehmen sollen.
Meine Geschwister und ich hatten jeweils zwei Taufpaten.
Da gab es zufälligerweise eine sehr familiäre Person und eine sehr unabhängige Person.
Zu beiden hatte man ein "besonderes Verhältnis". Meist dann zu einer Person mehr als zur Anderen, abhängig von den Kontaktmöglichkeiten.
Dein Kind wird sich also später mal selbst entscheiden, wo es seinen Fokus darauf richtet.
Von daher würde ich diese Auswahl nun nicht zu arg überbewerten.
Auch dieser Bruder kann für dein Kind in schwierigen Situationen eine Stütze sein. Vielleicht gerade deshalb, weil er nicht everybodys Darling ist, oder kein tadelloses Image mitbringt.
Ich bin mir sicher, dass auch dieser Bruder seine Vorzüge und Liebenswürdigkeiten hat.
Sollte er seine Rolle nicht all zu ernst nehmen, ist dann immer noch der andere Taufpate da.

Also warum machst du dir so übermäßig einen Kopf.
Lass deinen Partner die Wahl des einen Parts treffen und triff du die Wahl des Parts aus deine Umfeld.
Gerechter geht es doch kaum.
 
  • #30
Es ist einfach übergriffig von dir und @Lebens_Lust die Entscheidung der Eltern ihr Kind taufen zu lassen zu hinterfragen und zu diskreditieren und als nicht für nötig in der heutigen Zeit zu deklamieren.
Ja, natürlich. Aber besser als undurchdacht nachplappern und hinterherlaufen, wenn es andere einfach gedankenlos tun.
Mit „übergriffig“ hat es eher zu tun, Kinder taufen zu lassen ohne die weitreichenden Konsequenzen zu bedenken und dann eben bewusst so oder so zu entscheiden. Schon rein sprachlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen „übergriffig“ und „hinterfragen“.

Und meine Sicht darf ich doch vortragen, ohne von Dir deswegen diskreditiert zu werden, oder?
Darum geht es hier nicht.
Es geht einzig und allein um die Frage der Taufpaten - nicht ob die Taufe im Kindesalter sein muss.
Bei der Wahl der Taufpaten würde ich wiederum auch nachdenken, was sie eigentlich tun sollen, bevor ich sie auswähle, denn für mich hängt das zusammen. Wenn die Taufe nur ein schönes Fest mit Kuchen für Tante Erna ist, dann hast Du natürlich recht.
Das bestreitet niemand. Aber man kann sie ja zum ergebnisoffenen Denken anregen.
 
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