• #1

Ungleichgewicht in Geldfragen

Liebes Forum

Dies ist nur eine indirekte Beziehungsfrage. Eigentlich geht es bei "meinem Fall" um eine Freundschaft. Ich glaube aber, dass das Thema teilweise auch Liebesbeziehungen betrifft, weshalb ich die Frage dennoch hier im Forum stelle. Es geht um das Ungleichgewicht in Geldfragen.

Hintergrund ist eine verzwickte Situation, welche sich in der Freundschaft zwischen meinem Partner und einem langjährigen Freund von ihm in den letzten Jahren ergeben hat. Zu Beginn ihrer Freundschaft vor weit über 10 Jahren waren beide als Azubis eher knapp bei Kasse. Der genannte Freund ist seit der damaligen Berufsausbildung berufstätig, hat sich aber nie weitergebildet. Sein Beruf ist eher schlecht bezahlt. Obwohl er nicht besonders gut verdient, leistet er sich zusammen mit seiner Partnerin einen relativ guten Lebensstandard mit schöner Wohnung am ruhigen Stadtrand, neuester Technik, Auto, regelmässigem Urlaub, Shopping etc.

Mein Freund hat nach der Ausbildung (andere Branche) eine mehrjährige Weiterbildung im IT-Bereich absolviert und arbeitet nun in einer höheren Position. Dort verdient er ziemlich gut. Ich verdiene ebenfalls nicht schlecht. Wir leben jedoch bewusst eher bescheiden zurzeit (WG, kein Auto etc.), da wir für eine Weltreise sparen.

Nun fragt der Freund meines Partners ihn seit Jahren immer wieder für Geld, weil er seine Rechnungen nicht bezahlen könne. Da er angesichts seines geringen Einkommens einen hohen Lebensstardard hat, erstaunt mich das nicht. Mein Freund hat ihm zwischenzeitlich insgesamt mehrere Tausend Euro überwiesen (jedes Mal so 100 Euro), da er sich schuldig fühlt, weil es sein Freund sehr schwer habe im Leben etc. Der Freund fragt zwar jeweils, ob er das Geld "leihen" kann, faktisch handelt es sich aber um Geschenke. Ich habe das Gefühl, dass der Freund damit in eine Art von Abhängigkeitssituation geraten ist und die Geschenke nun quasi erwartet.

Wart ihr schon in einer ähnlichen Situation? Was würdet ihr tun? Ist eine Freundschaft/Beziehung trotz finanziellen Ungleichgewichts möglich? Wie kann diese auf Augenhöhe bleiben?
 
  • #2
Freundschaft und Geld ist schwierig. Ich habe Freunden schon Geld gegeben. Manchmal kam es zurück.
Jetzt mache ich es so: wenn ein Freund in Not ist, schenke ich es ihm, wenn ich kann. Leihen werde ich nicht mehr, dann das zerstört die Freundschaft.
Was du beschreibst ist Alimentation Würde ich nicht machen.
 
  • #3
Wenn mein Partner weniger verdienen würde als ich, würde ich ihn jederzeit einladen. In einer festen Beziehung und erst recht Ehe ist mein Geld sein Geld und umgekehrt. Davon profitieren doch beide. Wäre ja schade wenn ein gemeinsamer Urlaub ausfallen müsste, nur weil es sich einer von beiden gerade nicht leisten kann.

Familie ist ein bisschen schwieriger. Meinen Eltern würde ich in Notlagen jederzeit helfen und ihnen finanziell unter die Arme greifen ohne dass ich erwarte, das Geld zurückzubekommen. Ich würde ihnen im Alter auch viel finanzieren. Einfach weil ich sie liebe und sie so viel für mich getan haben.

Meiner Schwester leihe ich manchmal Geld, weil ich weiß, dass sie es mir jedesmal zurückzahlt.

Bei Freundschaften endet es aber bei mir. Erst Recht wenn ich weiß, dass ich geliehenes Geld niemals zurückbekommen werde. Nicht dass ich darauf angewiesen wäre oder geizig wäre, sondern weil es ein ungutes Ungleichgewicht in die Freundschaft bringt und dieser schadet. Ich möchte nicht dass eine langjährige Freundschaft belastet wird durch Gefühle von Neid, Missgunst oder Schuld und daran zerbricht.

W36
 
  • #4
Ich habe bewusst keinen Kontakt zu Leuten, die wie in deinem Beispiel, wenig verdienen, aber viel für Luxusartikel (Elektro, teure Autos, Urlaube, Kleidung) ausgeben. Mir wurde immer beigebracht einen gewissen Anteil meines EK zu sparen und nicht mehr auszugeben, als mir zur Verfügung steht. Ich finde nicht, dass man o.g. Verhalten unterstützen sollte. Was mein Freund mit seinem Geld macht, ist seine Sache. Er sieht es aber soweit ich weiß genauso. Der Familie u. den Freunden in Notlagen zu helfen, ist für uns selbstverständlich, aber o.g. destruktives Verhalten wird nicht unterstützt.
 
  • #5
Wart ihr schon in einer ähnlichen Situation? Was würdet ihr tun?
Ich war in einer vergleichbaren Situation wie Dein Partner, immer weitergebildet und entsprechend hohes Einkommen, bei insgesamt bescheidenem Lebensstil.
Und ich hatte einige Bekannte, die es sich im Leben gemütlich und anstrengungsfrei gemacht haben, mit entsprechenden Berufen, darin wenig Engagement, also auch geringem Einkommen.

Ich wurde zwar nicht direkt nach Geld gefragt, aber die Bekannten machten es als Frauen geschickter "ist das schön, aber das kann ich mir nicht leisten" - als Tipp an mich, was denn wohl ein geeignetes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk sei, oder vorm Feinkost-/Antipastiladen "da würde ich mir auch gern mal den Kühlschrank füllen", oder wenn wir essen waren schnell zur Toilette gehen wenn die Rechnung geordert war und dort so lange bleiben, bist ich bezahlt hatte.

Ich habe mich damit zunehmend schlecht gefühlt (ausgenutzt), aber auch "wohin gehen wir, was machen wir, damit es nicht zu teuer wird" und sie nicht ständig in die Situation kommen über ihre Verhältnisse/als Bittsteller zu leben".
Irgendwann habe ich mein Umfeld bereinigt, sodass es passte, ich mich wohler fühlte und sich diese Unsicherheiten nicht mehr stellten, d.h. die Leute blieben übrig die keine Anspruchshaltung an mich hatten und waren neidlos waren. Dann konnte ich mich klar aufstellen und sagen "heute gehen wir dorthin und ich lade ein".

Du kannst da garnichts tun. Es ist Sache Deines Partners für sich den Umgang mit dem Freund zu klären.
Solange seine "Gaben" eure gemeinsame Planung nicht gefährden würde ich mich da komplett raushalten - außer ich verliere den Respekt vor meinem Partner, weil er sich zum Hanswurst machen lässt.
Guck also genau auf diese Gefahrenstelle.

Ist eine Freundschaft/Beziehung trotz finanziellen Ungleichgewichts möglich? Wie kann diese auf Augenhöhe bleiben?
Durch Respekt vor dem anderen - auf Gegenseitigkeit.
Bei mir waren es beruflich engagierte Menschen in gesellschaftlich wichtigen, aber leider schlecht bezahlten Berufen und vor allen Dingen haben sie neidlos anerkannt, dass ich es verdient habe, weil mir auf dem Weg dorthin (IT-Ausbildung, Zwietstudium neben den Job) keiner was geschenkt hat.
 
  • #6
Ich würde ihm kein Geld mehr geben, das ist Ausnutzung. Möglicherweise belastet oder zerstört das dann aber die Freundschaft. Andererseits ist eine Freundschaft, die auf (einseitiger!) Gegenleistung beruht, keine echte Freundschaft.

Innerhalb meiner Kernfamilie leihen oder schenken wir uns Geld, ohne genau zu rechnen, weil wir einander vertrauen und uns Gutes wollen und immer helfen (Blut ist dicker als Wasser!), bei Freunden oder Bekannten würde ich das nicht tun.

Eine Partnerschaft ist meiner Meinung nach trotz finanziellen Ungleichgewichts möglich, allerdings sollte sich niemand ausgenutzt vorkommen und schlecht fühlen. Auf Augenhöhe ist die Beziehung, wenn man sich liebt und respektiert und den anderen nicht auf sein Geld reduziert. Mein Partner (wir wohnen und wirtschaften getrennt) verdient vielfach mehr als ich und bringt mir manchmal, ohne zu fragen, irgendwas mit, was ich gut gebrauchen kann, oder zahlt unsere Restaurantbesuche. Allerdings habe ich das niemals verlangt und halte es auch nicht für selbstverständlich, sondern er tut es gerne und freiwillig, weil er locker kann und mir gerne die Freude macht. Am Anfang habe ich kurz mal thematisiert, ob das wirklich in Ordnung für ihn ist, aber weil es das ist, reden wir gar nicht mehr drüber, sondern ich bedanke mich dann einfach. Ich mache ihm auch Geschenke, aber anderer Art. In Notfällen würden wir uns selbstverständlich unterstützen, das ist ja klar. Neulich bin im Rahmen eines kleinen Luxusproblems witzigerweise ich selbst fast in die Situation gekommen, ihm Geld zu geben, nämlich weil er spontaner als ursprünglich geplant eine kleine Wohnung kauft, aber eigentlich diesen Herbst auch eine Werkstatt bauen will. Wenn er die schweren Tischlergeräte für die Werkstatt bis zu einem bestimmten Datum vorbestellt, kriegt er Rabatt und spart viel Geld. Dadurch aber, dass jetzt plötzlich Kosten für den Wohnungskauf entstehen und er den Rest seines Geldes angelegt hat und es ungünstig wäre, dort ranzugehen, hat er plötzlich gleich nicht mehr genug Bargeld auf dem Konto, um im nächsten Monat vor Eingang des neuen Gehalts rechtzeitig die Geräte für die Werkstatt vorzubestellen, um den Rabatt zu kriegen. Er hat sich schon geärgert, dass er dann mehr bezahlen muss, wenn er sie einen Monat später kauft, da meinte ich, ich kann ihm gerne jetzt sofort die 10.000 geben, die er braucht, wenn er sie mir dann irgendwann zurückgibt, eilt nicht. Ich würde ihm das Geld sofort ohne Vertrag und nichts einfach überweisen, weil er mein Partner ist, ich ihm vertraue und weiß, dass er es zurückgibt. Umgekehrt ist das genau so. Wahrscheinlich leihen oder schenken es ihm jetzt aber seine Eltern, in seiner Familie leiht und schenkt man sich auch unkompliziert Geld, wenn es jemand braucht. Es ist wichtig, dass man Familie (bzw. einen Partner, der quasi wie Familie ist) hat, denn von Freunden kann man so was nicht erwarten, finde ich.
w26
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #7
Ich würde da unterscheiden- hier ist kein finanzielles Ungleichgewicht das Problem- in meinen Freundschaften ist das kein Thema- hier liegt der Hase bei 3. Dingen im Pfeffer.


1. Der Dauerzustand
2. Die Tatsache daß das Geld nicht zurückfließt.
3. Das dein Freund ominöse Schuldgefühle hat.

Nennt mich spießig aber wenn ich mir Geld leihe dann zahl ich das zurück, jeder kann in eine Situation kommen wo er fragen muss aber beim Dauerzustand würde ich mich verweigern.

Freundschaft ist keine Einbahnstraße, ich würde einem Freund klar sagen daß er seine Finanzen regeln soll wenn das Dauerzustand wäre und würde den Geldhahn zudrehen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #8
Nun fragt der Freund meines Partners ihn seit Jahren immer wieder für Geld, weil er seine Rechnungen nicht bezahlen könne. Da er angesichts seines geringen Einkommens einen hohen Lebensstardard hat, erstaunt mich das nicht. Mein Freund hat ihm zwischenzeitlich insgesamt mehrere Tausend Euro überwiesen (jedes Mal so 100 Euro), da er sich schuldig fühlt, weil es sein Freund sehr schwer habe im Leben etc.
Geht nicht, bin keine Bank! Punkt! Mit Geld hört die Freundschaft auf! Wenn ich Brot benötige, geh ich zum Bäcker, benötige ich Wurst geh ich zim Metzger, benötige ich Geld, geh ich zur Bank, so einfach ist das!
Der Freund fragt zwar jeweils, ob er das Geld "leihen" kann, faktisch handelt es sich aber um Geschenke. Ich habe das Gefühl, dass der Freund damit in eine Art von Abhängigkeitssituation geraten ist und die Geschenke nun quasi erwartet.
Das ist Vertrauensmißbrauch!
Wart ihr schon in einer ähnlichen Situation? Was würdet ihr tun? Ist eine Freundschaft/Beziehung trotz finanziellen Ungleichgewichts möglich? Wie kann diese auf Augenhöhe bleiben?
Geht nicht, funktioniert auch nicht!
 
  • #9
Ich finde die Aktion Deines Freundes ebenfalls schräg.

Auf der anderen Seite ist das aber nicht Dein Problem, denn Dein Freund verdient offenbar mehr als Du und so musst Du ja nicht für ihn bezahlen, weil er zu wenig Geld hätte.
 
  • #10
Vielen Dank für eure Antworten, sie sind sehr wertvoll für mich und bestätigen mein Gefühl, dass etwas nicht stimmt in der Freundschaft. Die Aussagen in der Schilderung von @Vikky kommen mir einerseits aus Erzählungen meines Partners bekannt vor, andererseits hat sein Freund mich auch schon direkt anzupumpen versucht. Ich bin aber nicht drauf eingegangen, da er nicht zu meinem eigenen Freundeskreis gehört und ich es insgesamt unhöflich fand, weil er micht nicht gut und lange kennt.

Der Hinweis, dass es eigentlich nicht mein Problem ist, ist korrekt. Mein Freund ist überhaupt nicht finanziell abhängig von mir und ich auch nicht von ihm. Wir verdienen beide gut und halten derzeit sämtliche finanziellen Angelegenheiten getrennt. Es ist eher so, dass ich mir Gedanken über die Zukunft mache. Falls wir dereinst eine Familie gründen sollten, wären die Bitten des Freundes und das schlechte Gewissen meines Partners ein finanzieller Unsicherheitsfaktor für mich. Deshalb beschäftigt mich das Thema schon. Mein Partner macht sich aber auch Gedanken darüber und findet, dass es so nicht dauerhaft weitergehen kann.

Generell finde ich es interessant, über die Thematik nachzudenken und frage mich, woher die Quasi-Anspruchshaltung des Freundes herkommt. In meinem Umfeld wäre das komplett undenkbar. Ich vermute, dass das Herkunftsmilieu eine gewisse Rolle spielt, vielleicht sind es auch kulturelle Unterschiede (unterschiedliche Nationalitäten). Mir sind zudem beim Mitlesen im Forum in den Vergangenheit mehrere Beiträge aufgefallen, in welchen Finanzen, unterschiedliche Möglichkeiten, Ausgabeverhalten, Anspruchshaltungen etc. eine Rolle gespielt haben.
 
  • #11
Ich kenne doofe Situationen...wenn zb alles plötzlich kaputt geht.
Bisher wurde mir schon mal angeboten, mir was zu leihen aber ich habe es nie angenommen.
Stimmt nicht ganz....eine Freundin hat die Anzahlung eines Urlaubs übernommen, allerdings hätte ich damals auch mit der Buchung gewartet.
Aber einen Monat später hatte sie meinen Anteil auch schon zurück.

Umgekehrt habe ich auch schon Geld geliehen aber auch das hab ich angeboten und bin nicht gefragt worden.
Es war kein großer Betrag und sie hat es irgendwie auch zurück gegeben...aber mir war klar...dauert und es wird in kleinen Schritten passieren.

So habe ich hier das Problem: die Freundschaft wirkt auf mich nicht "frei"!
Freiwillig fehlt mir und irgendwie ist mir zuviel Schuld da drin.

Liebt eine Freundin wie @Vicky ein Restaurant, wo es nur teure Pasta ab 30€ gibt, konnte ich da vor ein paar Jahren nicht regelmäßig hin.
Aber kochen kann ich!
Und irgendwann weiß man, welche Pasta die Freundin mag.
Ich koche und sie bringt Wein mit....
Völlig gemütlich und stressfrei

Aber man appelliert nicht: gib mir was ab!

Politisch seh ich das teilweise anders

Aber hier ist jemand nicht in Not, sondern will mit den Großen pinkeln, obwohl die Beine zu kurz sind...Luxus leben wollen, ist nicht vergleichbar mit in Armut leben.

Und eine Freundschaft ist liebevoll in beide Richtungen
 
  • #12
Der Freund deines Freundes ist ein Nassauer. Das wird sich in dem Moment ändern wenn dein Freund ihm klar macht, dass er keinen Cent mehr bekommt. Dann wird sich die Freundschaft erledigt haben, denn auf etwas anderem als Ausnutzung beruht sie nicht.
 
  • #13
Ich wurde zwar nicht direkt nach Geld gefragt, aber die Bekannten machten es als Frauen geschickter "ist das schön, aber das kann ich mir nicht leisten" - als Tipp an mich, was denn wohl ein geeignetes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk sei, oder vorm Feinkost-/Antipastiladen "da würde ich mir auch gern mal den Kühlschrank füllen", o

Ich denke, da kommt es auch auf den Empfänger an. Mir geht wirklich gerade ein Licht auf.

Solche Sprüche hätten auch von mir kommen können, mitnichten hätte ich aber von meiner Freundin/Partner erwartet, dass er es für mich kauft oder mir schenkt.

Nichts desto trotz würde ich mich auch mega freuen, wenn er es mir schenkt, aber ich würde es eben einfach nicht erwarten oder hoffen.

Mein Partner macht eher das Gegenteil, wenn ich sag 'es ist zu teuer und ich brauche es nicht", dann kauft er es oft trotzdem. Das ist dann wiederum ein Streitpunkt für mich, weil ich mich dann nicht ernst genommen fühle.

Okay im Restaurant auf die Toilette verschwinden, ist eine andere Hausnummer... aber da hätte ich dann auch keine Probleme zu sagen "das nächste Mal zahlst du" und würde darauf bestehen, wenn ich merke, dass es Absicht ist.

Auch im hiesigen Fall würde ich erst mal ganz genau schauen, ob der Freund tatsächlich das Geld fordert oder ob er nur jammert und sich der Mann warum auch immer dann veranlasst sieht, ihn finanziell zu unterstützen.

Geld kann auch herablasdend als Machtmittel eingesetzt werden, zB. um anderen zu zeigen, was sie für Loser sind, um sich gönnerhaft zu geben oder um Liebe/Freundschaft zu kaufen und Abhängigkeit/Mitspracherecht zu schaffen.

Man muss ja nun auch nicht alles kaufen, nur weil man es schön findet. Und man will es nicht zwangsläufig geschenkt bekommen, nur weil man laut denkt.

Ich würde einerseits nie erwarten, dass mir einer was schenkt, nur weil ich etwas schön finde, was ich mir nicht leisten kann und aus der anderen Sicht heraus würde es mir auch nicht in den Sinn kommen, nur weil einer laut denkt, mich in der Verpflichtung oder Schuld zu sehen, es ihm zu schenken, nur weil ich vielleicht mehr habe.

Erst recht nicht würde ich mich verpflichtet sehen, wenn der andere es fordert, während er gleichzeitig über seine Verhältnisse lebt.
Schon beim ersten Ansinnen würde derjenige mit "ich verleihe grundsätzlich nichts" abwackeln können.

Ein echter Notfall für einen Freund wäre was anderes. Würde ich aber auch nicht erwähnen oder in Aussicht stellen.

Also ich denke hier sollte der Mann der Fragestellerin mal tief in sich gehen und sich fragen, warum er glaubt, dem Freund etwas schenken/leihen zu müssen.

Was ist so schwer zu sagen: "nee du, hör mal ich habe dir schon soviel geliehen und bis heute nichts wieder bekommen, du musst mal lernen selbst mit deinem Geld auszukommen."

Warum ist es denn so schwer nein zu sagen?
 
  • #14
Ich vermute, dass das Herkunftsmilieu eine gewisse Rolle spielt, vielleicht sind es auch kulturelle Unterschiede (unterschiedliche Nationalitäten).
Das kann gut sein. Dann wäre aber die Gefahr nicht mal der Freund. Sondern dass dein Partner noch anderen Leuten ständig Geld schenkt in der Zukunft, weil das schlechte Gewissen, mehr zu haben, dort dazugehört und man seiner Gruppe ständig Geld geben muss, weil das erwartet wird (eher Clandenken, ersetzt in den Ländern das Sozialsystem). Das würde ich mit ihm in Hinblick auf die Zukunft mal genauer besprechen.
Ich gebe gern, aber wenn ich gefragt würde, ob ich was verleihe, will ich das Geld zurück, sonst geb ich halt nie wieder was. Das hat was mit Ehrlichkeit und Vertrauen zu tun. Und ich würde niemandem mehrfach was geben, der nicht in der Lage ist, seine Ausgaben den Einnahmen anzupassen.
w, 38
 
  • #15
Falls wir dereinst eine Familie gründen sollten, wären die Bitten des Freundes und das schlechte Gewissen meines Partners ein finanzieller Unsicherheitsfaktor für mich.
Wie würde Dein Freund Agieren, wenn es einerseits um seine Familie, andererseits um seinen Freund geht?
Liegen die Zahlungen in einem Bereich, der euch dann ein ernstes Problem bescheren würde?
Mein Partner macht sich aber auch Gedanken darüber und findet, dass es so nicht dauerhaft weitergehen kann.
Sagt das aus, dass eine eigene Familie für ihn eine willkommene Begründung sein könnte, dass er nichts mehr übrig hat?
Generell finde ich es interessant, über die Thematik nachzudenken und frage mich, woher die Quasi-Anspruchshaltung des Freundes herkommt.
Ein gesellschaftliches Problem. Manche Menschen denken, wenn andere mehr haben, können die doch abgeben. Meine Exfrau sah das auch so.
Ich vermute, dass das Herkunftsmilieu eine gewisse Rolle spielt, vielleicht sind es auch kulturelle Unterschiede (unterschiedliche Nationalitäten).
Das habe ich bisher überlesen. Ist das in seiner Kultur üblich? Stärkere Unterstützung unter Freunden oder in der Familie?
… in welchen Finanzen, unterschiedliche Möglichkeiten, Ausgabeverhalten, Anspruchshaltungen etc. eine Rolle gespielt haben.
Wie unterschiedlich sind denn eure Ansichten über Geld?
 
  • #16
Generell finde ich es interessant, über die Thematik nachzudenken und frage mich, woher die Quasi-Anspruchshaltung des Freundes herkommt. In meinem Umfeld wäre das komplett undenkbar. Ich vermute, dass das Herkunftsmilieu eine gewisse Rolle spielt, vielleicht sind es auch kulturelle Unterschiede (unterschiedliche Nationalitäten).
Dann musst du dir die Kindheit der Menschen anschauen, die solch eine Anspruchshaltung an den Tag legen. Oftmals wurden sie „extrem“ erzogen. Immer alles bekommen was sie wollten oder sehr wenig, fühlten sich ungerecht behandelt, sind zu kurz gekommen, z.B. Geschwister o. Gleichaltrige haben wesentlich mehr Aufmerksamkeit/ Geschenke erhalten.

In deinem Fall spielen bestimmt auch die kulturellen Unterschiede eine Rolle. Hier zulande wird man ja eher zur Selbstständigkeit erzogen, zum Einzelkämpfer. In südlichen Ländern ist die Familie, Gemeinschaft viel wichtiger.

Solange kein Leidensdruck bei dem Freund vorhanden ist, wird er sich nicht ändern. Es funktioniert ja. Dein Freund und Andere müssten den Geldhahn zudrehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Wie würde Dein Freund Agieren, wenn es einerseits um seine Familie, andererseits um seinen Freund geht?
Liegen die Zahlungen in einem Bereich, der euch dann ein ernstes Problem bescheren würde?

Sagt das aus, dass eine eigene Familie für ihn eine willkommene Begründung sein könnte, dass er nichts mehr übrig hat?

Ein gesellschaftliches Problem. Manche Menschen denken, wenn andere mehr haben, können die doch abgeben. Meine Exfrau sah das auch so.

Das habe ich bisher überlesen. Ist das in seiner Kultur üblich? Stärkere Unterstützung unter Freunden oder in der Familie?

Wie unterschiedlich sind denn eure Ansichten über Geld?
Die Zahlungen sind zurzeit in keinem Bereich, der ein ernstes Problem darstellen würde. Da sie über die Jahre grösser geworden sind, ist aber nicht so absehbar, wann das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Der Freund will mit seiner Partnerin auch Kinder, obwohl sie jetzt schon notorisch Geldprobleme haben. Da gäbe dann noch viel Raum für weitere finanzielle Engpässe.

Ich habe schon den Eindruck, dass es in seiner Kultur eher üblich ist, Familie und Freunden auszuhelfen. Vermutlich würde er das auch für meinen Partner tun wollen, wenn der ihn fragen würde, wobei er mit seinem Verhalten vermutlich nie in die Situation kommen wird, einen Euro übrig zu haben, da er ständig alles ausgibt.

Wir haben eigentlich relativ ähnliche Ansichten über Geld. Wir kommen beide aus sehr ländlichen Gebieten; dort ist es nicht üblich, offen über Geld zu sprechen. Sehr wahrscheinlich war das auch der Grund, weshalb mein Partner überhaupt angefangen hat, ihm Geld zu geben, nämlich weil man bei uns solche Bitten nur im absoluten Notfall stellen würde - also musste es ein Notfall sein (was es retrospektiv gesehen sehr wahrscheinlich nicht war, sondern vielleicht ein Spruch). Daraus ergab sich dann vielleicht so etwas wie ein "Teufelkreis".
 
  • #18
Erst recht nicht würde ich mich verpflichtet sehen, wenn der andere es fordert, während er gleichzeitig über seine Verhältnisse lebt.
Schon beim ersten Ansinnen würde derjenige mit "ich verleihe grundsätzlich nichts" abwackeln können.

Ein echter Notfall für einen Freund wäre was anderes. Würde ich aber auch nicht erwähnen oder in Aussicht stellen.

Also ich denke hier sollte der Mann der Fragestellerin mal tief in sich gehen und sich fragen, warum er glaubt, dem Freund etwas schenken/leihen zu müssen.

Was ist so schwer zu sagen: "nee du, hör mal ich habe dir schon soviel geliehen und bis heute nichts wieder bekommen, du musst mal lernen selbst mit deinem Geld auszukommen."

Warum ist es denn so schwer nein zu sagen?
Ich weiss auch nicht wirklich, weshalb es so schwer ist. Es wird ihm aber wohl nichts anderes übrig bleiben, da es sonst nie aufhört. Ausserdem fühlt er sich inzwischen ausgenutzt, was negative Auswirkungen auf die Freundschaft hat.
 
  • #19
Das kann gut sein. Dann wäre aber die Gefahr nicht mal der Freund. Sondern dass dein Partner noch anderen Leuten ständig Geld schenkt in der Zukunft, weil das schlechte Gewissen, mehr zu haben, dort dazugehört und man seiner Gruppe ständig Geld geben muss, weil das erwartet wird (eher Clandenken, ersetzt in den Ländern das Sozialsystem). Das würde ich mit ihm in Hinblick auf die Zukunft mal genauer besprechen.
Ich gebe gern, aber wenn ich gefragt würde, ob ich was verleihe, will ich das Geld zurück, sonst geb ich halt nie wieder was. Das hat was mit Ehrlichkeit und Vertrauen zu tun. Und ich würde niemandem mehrfach was geben, der nicht in der Lage ist, seine Ausgaben den Einnahmen anzupassen.
w, 38
Das sehe ich genau gleich. Jemandem Geld zu leihen, ist ein Vertrauensvorschuss. Wenn nichts zurück kommt, wäre das Vertrauen bei mir angeknackst.
 
  • #20
Generell finde ich es interessant, über die Thematik nachzudenken und frage mich, woher die Quasi-Anspruchshaltung des Freundes herkommt.
Ich bin seit meiner Kindheit mit den Folgen des Geldneids konfrontiert worden. Diese Anspruchshaltung findest Du überall, fast in allen Familien(Einzelkindfamilien logischerweilse seltener) unter Bekannten. Wenn Du mal schaust wenn es Streit in Familien gibt, dann brauchst Du nicht lange zu graben, es liegt am Geld. Oft auch indirekt daran.

Bei Deinem Freund sehe ich auch keine Freundschaft mehr. Spätestens nach dem dritten Leihen ohne Rückzahlung wäre der Geldhahn zu gewesen. So hat der andere allen Respekt verloren und nutzt ihn aus. Warum läßt Dein Freund das zu, hat der Freund irgendwas in der Hand? Weiß er etwas?
Ich habe schon den Eindruck, dass es in seiner Kultur eher üblich ist, Familie und Freunden auszuhelfen.
Dann wäre es mal interessant warum er sich nicht an seine "enge" Familie wendet, wenn sie mal wieder über ihre Verhältnisse gelebt haben.
 
  • #21
Mir wäre es nicht egal, ob mein Freund einem solchen Kandidaten Geld "leiht", daß er voraussichtlich nie mehr wieder bekommt. Das ist Parasitentum. Der Freund befindet sich ja nicht in einer existentiellen Notlage. In Italien z.B. ist Geld leihen unter Freunden an der Tagesordnung. Es kommt selten zurück. Dort hat man eine Art kommunistischer Denkweise: Wer mehr hat ist moralisch verpflichtet, mir etwas abzugeben. Das gilt aber nicht für große Vermögen. Von Berlusconi hat niemand verlangt,.er möge die Armen unterstützen.

Uns ist unter anderen Geldforderungen folgendes passiert: Ein Verwandter bat meinen Mann um € 5000, da man sonst sein Geschäft wegen nicht gezahlter Steuern schließen würde. Mein Mann verweigerte ihm dies, was mich etwas winderte. Von Gewissensbissen geplagt gestand uns der Verwandte einige Monate später, daß er sich von dem Geld ein Motorrad hatte kaufen wollen.
 
  • #23
Ich weiss auch nicht wirklich, weshalb es so schwer ist. Es wird ihm aber wohl nichts anderes übrig bleiben, da es sonst nie aufhört
Dein Partner steht nicht zu sich selbst und dem was er will. Denn eigentlich will er dem Freund das Geld ja gar nicht ehrlichen Herzens schenken, sonst würde er sich nicht ausgenutzt fühlen und könnte auch Grenzen ziehen.

Das ist der Punkt, der mich an deiner Stelle massiv an meinem Partner stören würde.

Denn ich würde mich fragen: wie oft macht er das vielleicht bei mir? Wie oft denkt er etwas völlig anderes, als er sagt und heuchelt mir was vor, stimmt mir zu, obwohl er eigentlich etwas anderes will?

Ich glaube solche Menschen, die nicht in der Lage sind sich durchzusetzen und anderen nach dem Mund reden, hegen sehr viel Groll in sich.

Ich glaube deinem Freund mangelt es an Durchsetzungsvermögen, Rückgrat und vor allem Selbstwert.

Das wiederum kann sich auf alle Bereiche des Lebens negativ auswirken.
 
  • #24
Das mag etwas hart klingen, aber ich würde im Leben nicht darauf kommen, einen Freund oder eine Freundin regelmäßig mit Geld zu unterstützen. Wie komme ich denn dazu? Ich bin doch nicht seine Mutter oder umgekehrt nicht sein Kind und er armer Altersrenter.
Völlig abstruser Gedanke für mich.
Der Freund ist nicht in Not. Er lebt nur völlig über seine Verhältnisse. Das wäre jedoch nicht mein Problem.
Ich musste auch schon mit wenig Geld auskommen und habe damals einen entsprechend sparsamen Lebensstil gepflegt. Für Leute wie diesen Freund fehlt mir daher jegliches Verständnis.

An deiner Stelle würde ich deinen Partner spätestens dann bitten, damit aufzuhören, wenn ihr eine Familie gründet. Bisher wirtschaftet ihr offenbar nicht zusammen, sobald ihr eine Familie seit, jedoch schon. Damit betreffen dich seine Geldausgaben indirekt mit.

Ich wette zudem, mit der Freundschaft ist es schnell vorbei, wenn dein Partner die Alimentation einstellt.

W36
 
  • #25
Ich denke, da kommt es auch auf den Empfänger an..... Solche Sprüche hätten auch von mir kommen können, mitnichten hätte ich aber von meiner Freundin/Partner erwartet, dass er es für mich kauft oder mir schenkt.....
Darum hat es auch ziemlich lange gedauert, bis ich das für mich klären konnte, bei wem empfinde ich Unbehagen (weil Anspruchshaltung) und bei wem nicht.

Ganz viel hat mit sowas ja eigene Unsicherheit zu tun: was ist richtig, was ist falsch?
Ich fand mein Einkommen nie ungerecht und es ist ja auch nichts, was für andere nicht erreichbar ist, wenn sie sich für so einen Weg entscheiden.
Ungerecht fand ich allerdings, dass andere in generell schlechter bezahlten und gesellschaftlich wichtigen Berufen (z.B. Gesundheitswesen) sehr viel Verantwortung tragen, sehr engagiert arbeiten und dann doch recht wenig verdienten.
Da musste ich für mich erstmal klären, dass es nicht meine persönliche Verantwortung ist, solche gesellschaftlichen Missstände zu heilen, resp. wenn diejenigen selber noch nichtmal wechselbereit hin zu AG sind, die Tariflohn und daher 30 % mehr zahlen.

Den Unterschied habe ich dann halt in solchen Dingen gemerkt, dass ich gesehen werde: die Freundin weiß
- dass ich Rohkost liebe und bringt mich einfach mal eine kleine Tupperdose mit, weil bei ihr zuhause der Thermomix nicht jammert, wenn 100g mehr geschreddert werden
- oder richtige Gemüseeintöpfe, die man als Single nie selber kocht.
- oder mal ein einfaches Stück Mamorkuchen (vom Sonntag übrig gebleiben), was man ja nirgendwo zu kaufen bekommt.

Ich glaube deinem Freund mangelt es an Durchsetzungsvermögen, Rückgrat und vor allem Selbstwert.
Ausserdem fühlt er sich inzwischen ausgenutzt, was negative Auswirkungen auf die Freundschaft hat.
Ich würde das nicht so drastisch beurteilen - ist halt schwierig, wenn sich sowas eingeschlichen hat und man emotional drinhängt.
Für mich liest es sich so, als würde er sich allmählich auf den Weg machen und das ist auch notwending das Leck zu stopfen, wenn man eigene Familienpläne hat.

Da kann man als Partner nur seine Zweifel bestätigen ohne weiteren Druck zu machen, bis er die Dinge für sich geklärt hat. Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.
 
  • #26
Ich, anstelle deines Partners liebe FS, würde mich fragen, was das für eine Freundschaft ist, die sich regelmäßig dadurch »auszeichnet«, dass ich diesem sog. Freund ständig Geld gebe - das, wohlgemerkt, nie zurück gezahlt wird?

Ich würde das Ungleichgewicht in dieser Freundschaftsbeziehung ansprechen und klären. Käme keine nachvollziehbare Begründung des »Freundes« auf den Tisch, wäre mir schnell klar, dass ich nicht sein Freund sondern seine (dumme) Bank bin.
Das hat mit Verständnis, Entgegenkommen, kulturellem Hintergrund absolut nix zu tun. Alle Gründe, die für mich zählen (Armut, anfängliche Überforderung in einer neuen Kultur usw.) okay - überbordende und den tatsächlichen Möglichkeiten nicht angepasste Lebensweise gehören für mich nicht dazu.
Denn dein Partner tut seinem »Freund« in Wirklichkeit keinen Gefallen: er unterstützt nur dessen verantwortungslose Lebensweise.

Dein Partner, liebe @therose, sollte diese ungleiche Freundschaft endlich auf den Prüfstand stellen: funktioniert sie ohne Geld, fein. Vermutlich wird aber damit das Ende eingeläutet - so what? Eine nur auf Geld basierende Freundschaft ist keine.
 
  • #27
Dein Partner steht nicht zu sich selbst und dem was er will. Denn eigentlich will er dem Freund das Geld ja gar nicht ehrlichen Herzens schenken, sonst würde er sich nicht ausgenutzt fühlen und könnte auch Grenzen ziehen.

Das ist der Punkt, der mich an deiner Stelle massiv an meinem Partner stören würde.

Denn ich würde mich fragen: wie oft macht er das vielleicht bei mir? Wie oft denkt er etwas völlig anderes, als er sagt und heuchelt mir was vor, stimmt mir zu, obwohl er eigentlich etwas anderes will?

Ich glaube solche Menschen, die nicht in der Lage sind sich durchzusetzen und anderen nach dem Mund reden, hegen sehr viel Groll in sich.

Ich glaube deinem Freund mangelt es an Durchsetzungsvermögen, Rückgrat und vor allem Selbstwert.

Das wiederum kann sich auf alle Bereiche des Lebens negativ auswirken.
Die Situation hat sich bei ihnen über die Jahre entwickelt. Sie waren 10 Jahre befreundet, ohne dass jemals Geld ein Thema gewesen wäre (soweit ich weiss). Mein Partner wollte dann - als dieser ihn bat - seinem alten und guten Freund aus der Patsche helfen. Das Ganze hat sich dann irgendwie verselbständigt. Das Gefühl der Ausnutzung entstand bei meinem Partner erst mit der Zeit - auch weil der Freund offenbar jeweils ziemlich plausible Gründe hatte, weshalb wieder etwas schief gelaufen ist und er in Geldnot war - er scheint das magisch anzuziehen.

Der ganze Prozess ist mit viel Emotionen verbunden, da mein Partner an seinem Freund hängt und sie viel miteinander erlebt haben.
 
  • #28
Dein Partner, liebe @therose, sollte diese ungleiche Freundschaft endlich auf den Prüfstand stellen: funktioniert sie ohne Geld, fein.
Ja allerdings möchte der Partner das nicht für sich prüfen, dann wäre es ggf klüger einmal anzumerken aber nicht regelmäßig zu diskutieren.

Ich war da früher sehr aktiv im Augen öffnen wollen, bei einem Partner.
Würde ich heute nicht mehr so machen...man bekommt unnötig Streit in einer Beziehung.

Es sei denn, es fehlt das Geld auch mit!
 
  • #29
Ich, anstelle deines Partners liebe FS, würde mich fragen, was das für eine Freundschaft ist, die sich regelmäßig dadurch »auszeichnet«, dass ich diesem sog. Freund ständig Geld gebe - das, wohlgemerkt, nie zurück gezahlt wird?

]...]
Denn dein Partner tut seinem »Freund« in Wirklichkeit keinen Gefallen: er unterstützt nur dessen verantwortungslose Lebensweise.

Dein Partner, liebe @therose, sollte diese ungleiche Freundschaft endlich auf den Prüfstand stellen: funktioniert sie ohne Geld, fein. Vermutlich wird aber damit das Ende eingeläutet - so what? Eine nur auf Geld basierende Freundschaft ist keine.
Ja, da wird sich mein Partner einige Gedanken machen müssen - was für ihn Freundschaft bedeutet und ob das ein Freund ist, trotz der gemeinsamen Vergangenheit.

Ich denke auch, dass er dem anderen damit überhaupt keinen Gefallen tut resp. in der Vergangenheit getan hat. Er wird es mit den Finanzspritzen immer schwerer haben, auf eigenen Beinen zu stehen.
 
  • #30
Du kannst da eigentlich gar nichts machen. Ihr seid ja nicht verheiratet. Solange er nicht auf dich finanziell angewiesen ist geht es dich leider gar nichts an was er mit seinem Geld macht. Es wäre natürlich was anderes wenn ihr ein gemeinsames Konto hättet.
 
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