• #1

Unglücklich als Single: Wie mit unsensiblen Ratschlägen umgehen?

Als unglücklich Verliebte nerven mich meine Freunde derzeit mit gutgemeinten, teilweise aber recht überheblich formulierten Ratschlägen wie "Mach dein Glück nicht von einem Mann abhängig." oder "Lerne, im Hier und Jetzt zu leben." Ich finde das verletzend, weil mir diese Statements das Gefühl geben, ich sei mit meiner Einstellung selbst Schuld an meinem Kummer.

Zum Valentinstag, als ich auf ein Geschenk meines Herzensmannes hoffte, bekam ich von einer Freundin einen Frosch aus Schokolade geschenkt. Für mich eher ein Mahnmal für mein Pech mit Männern als ein willkommenes Trostobjekt. Besonders sensibel finde ich das nicht!

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht und fühlen sich von Ihren Freunden auch ab und zu verletzt? Wie gehen Sie bei Liebeskummer oder als unglücklicher Single mit den neunmalklugen Ratschlägen Ihrer Umwelt um?

Ihr Fräulein Wunder
 
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Gast

  • #2
Liebes Fräulein Wunder;-) Danke für diesen Beitrag. Ich kann Lieder singen von all den Sprüchen wie "Mach Dein Leben nicht abhängig von einem Mann"... Weitere sind:
- Bleib bei Dir!!!!
- Du musst wieder Deine MITTE finden!!!
- Du bist selbst der Entscheider, ob Du glücklich oder unglücklich bist! (quasi bist selbst schuld blöde Kuh, wenn Du jetzt chipsfressend vor der Glotze hockst und bittere Tränen bei einer Schmonzette vergiest)
- Besinn Dich auf die wahren Dinge des Lebens ! (???)
- Du bist nicht umsonst Single... (orakel, orakel...)

All solche Sprüche bekomme ich immer wieder von einer Freundin zu hören. Ich hasse sie schon dafür - die Sprüche sind ja nicht falsch, aber ich fühle mich nicht angehört, nicht ernst genommen, nicht individuell "beachtet" - für mich klingt das alles so angelesen oder wie ne Lösung, quasi: wir müssen da jetzt gar nicht reden, weil ... und dann kommen die Sprüche. Mich verletzt ihr Verhalten und ich fühle mich letztendlich abgelehnt bzw. habe ich das Gefühl, dass mein Schmerz nicht ernst genommen wird und das macht bei mir auch eine Mordswut. Solche Sprüche kann man vielleicht von Menschen akzeptieren, die man grad mal so für 5 Minuten trifft und da wirkt so ein Spruch vielleicht freundlich und ist auch ausreichend, weil man ja mit der Person nix zu tun hat - aber mit einer besten Freundin, mit Menschen, die man meint, einem wirklich sehr nahe zu stehen, emfpinde ich solche Sprüche fast schon als Beleidigung der Freundschaft.
 
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Gast

  • #3
hmmm, nu muss ich mal dumm fragen.
Was sollen denn die Freunde sagen? Du armes einsames Mädel?
Sie zeigen doch Mitgefühl und mitleiden bleibt jedem selbst überlassen.

Bitte nicht böse sein, aber die Freunde müssen doch nicht in unsere Dramen einsteigen damit wir noch mehr absinken?
Ehrlich gesagt hört sich das ein bissel nach Selbstmitleid an.
Ich finde die Froschgeste total witzig, habe mir sogar mal eine Tafel Schoki gegönnt in Form eines Frosches...frei nach dem Motto, wenn schon Frosch...dann wenigstens lecker.
Meine Güte bin auch schon länger Single, aber ich filtere mir die positiven Dinge raus...bis was kommt was wirklich passt. Klar fehlt was, aber muss ich mich davon beherrschen lassen?

Ein andere Perspektive wäre nicht schlecht und Single nicht als Katastrophe sehen.
Übrigens, man wirkt anziehender wenn man a) entspannter und glücklich ist und b) vor allem nicht krampfhaft eine Beziehung will.

Die Kunst einer Freundschaft ist, sich mitreißen zu lassen und nicht den Anderen runterzuziehen.

War zwar alles nicht das was gewünscht wurde, ab das musste raus.
 
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Gast

  • #4
Ach, das würde ich alles nicht so eng sehen. Ich bin seit fast 2 Jahre Single und wünsche mir natürlich auch einen Partner. Aber ich bin der Meinung, dass man sich in dieses "Unglücklichsein" auch unnötig reinsteigern kann. Was für Sprüche erwartet Ihr denn von den Freunden? Und meint Ihr wirklich, dass diese, wenn sie denn alle in einer Beziehung sind, wirklich glücklicher sind? Welche anderen schlauen Ratschläge sollen die einem Single denn geben? Im Endeffekt ist es so wie es ist: jeder ist seines Glückes Schmied und auch als Single kann man sich das Leben doch schön machen!
w, 36
 
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Gast

  • #5
Man will immer das haben was man nicht bekommen kann!
Ich verstehe nicht, warum man sein persönliches Glück von einer anderen Person abhängig macht. Auch in einer Beziehung ist der eine nicht für das Glück des anderen verantwortlich. Viele können einfach nicht allein sein und bilden sich ein, wenn ein Partner/eine Partnerin da wäre, wäre die Welt viel bunter. Wie immer, hat das Singledasein genau wie eine Partschaft ihre Vor- u. Nachteile. Aus jeder Situation sollte man das Beste machen. Wie heißt es so schön: Mitleid bekommt man, Neid muss man sich erarbeiten.
 
  • #6
lächelnd annehmen und nix gelegentlich mal drauf achten wenn sich bestimmte Ratschläge häufen, dann stimmt nämlich tatsächlich irgendwas nicht..

Und JA, natürlich bist du für das was dir passiert voll verantwortlich.. für alles was du dir raussuchst und für alles was dir widerfährt, mit Ausnahme von ganz abstrusen "Zufällen" und "Missgeschicken"...
 
  • #7
Ach, beim Schokofrosch hätte ich schallend gelacht, gegluckst bis mir die Tränen in die Augen gestiegen wären, hätte meine Freundin umarmt und ihn anschließend mit ihr verspeist.
Nein, ich kann mich über mangelnde Empathie oder auch Anerkennung meiner Selbstironie wirklich nicht beklagen. Was die Partnersuche bis jetzt eindeutig gezeigt hat war die Qualität meiner Freundschaften, aber auch den Rückhalt, den ich in meiner Familie hab.
Meine große Tochter hat mir einmal, bei passender Gelegenheit, das Lied von Annett Louisan "Der Blender" vorgesungen, als sich ein Mann, den sie ohnehin nicht ehrlich fand, als polybezogen herausstellte:

"Mit jedem Fingerschnipp von ihm
wirst du Berge versetzen und Schlußstriche zieh’n...
Er ist ’n Blender erster Güte
wie ein Schmetterling leicht
er nimmt ’n Schluck von jeder Blüte
solang der Vorrat reicht
du bist für Ihn doch bloß’n Spielplatz
er verschaukelt dich täglich mehr
dein Name schwimmt in seinem Wortschatz
wie ein Tropfen im Meer
er ist’n Blender – ein Blender...
du wirst versuchen ihn zu versteh’n
wirst jeden Irrweg den er dir weist
ganz bis zum Ende geh’n
auf seine Weise ist er ja ehrlich
und es prickelt so herrlich...

Mich hat es damals getröstet.
Vor kurzem intonierte sie, um meinen Überschwang etwas zu dämpfen, die Zeilen
"die nächste Liebe meines Lebens, die nächste end-gül-tige Waaaahl" .
Da musste ich sie dann durchkitzeln... ich bin nämlich durch und durch optimistisch!
 
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Gast

  • #8
Liebe Fräulein Wunder,

das wundert mich jetzt aber. Eine studierte Frau die nicht weis, dass sie andere Menschen für ihre verletzten Gefühle nicht verantwortlich machen kann. Negative Gefühle macht man sich immer selbst. Bei positiven Gefühlen macht man ja auch die anderen Menschen nicht verantwortlich.

Solange du noch so drauf bist, wirst du das auch ausstrahlen und mit der Liebe wird es nichts.

Die Hinweise des Freundeskreis kann ich gut nachvollziehen. Es sind für mich aber keine Ratschläge sondern eher tröstende und aufmunternde Worte. Solange du das als Ratschlag und nervend empfindest, bist du anscheinend noch nicht reif für eine Beziehung.

Den anderen Gedanken der anderen Gäste hier kann ich nur zustimmen.

w 49
 
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Gast

  • #9
Liebe FS,
wenn Du kein Verständnis findest, hilft nur eines: den anderen nichts von Deinem Kummer erzählen und selber versuchen, damit fertig zu werden.
Ich finde es schrecklich, dass heutzutage niemand mehr Kummer oder Traurigkeit aushalten und mitleid zeigen kann und solche Gefühle mit Kalendersprüchen weggeredet oder aus normalen, angemessenen Gefühlen eine behandlungsbedürftige Depression herbeigeredet wird. Wer empathische Freunde hat, braucht in Lebenskrisen keinen Psychotherapeuten. Wer nur Schönwettersegler als Freunde hat, sollte sich damit befassen, warum das so ist.

Aber frag' Dich auch mal selbstkritisch, ob Du aktuell noch andere Gesprächsthemen hast, als Deinen Liebskummer und wie offen Du für die Siutuationen anderer bist. Oft ist es so, dass derjenige mit Liebeskummer nichts anderes mehr kennt als das eigene Elend, keinen Blick mehr für den Kummer seiner Freunde hat und dann wegen des Übermasses, mit derm er alle zumüllt, auf abweisende Resonanz trifft - das ist wie ein Schokoladenüberdosis, von zuviel wird einem schlecht.

Zum Schokfrosch: sofort küssen. Wenn es kein Prinz wird, einen Kaffee kochene und mit Genuss verzehren. So machen taffe Frauen das.

w, 55
 
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Gast

  • #10
Auch ich hätte bei dem Schokoladenfrosch schallend gelacht, finde ich echt süss.:)
Ich hätte gesagt: Ok, jetzt habe ich schon so viele Frösche geküsst, der ist wenigstens süss!

Sicher gibt es die Bemerkungen oder Ratschläge von Freunden. Oft wissen sie doch einfach nicht was sie sagen sollen, und plappern daher. Das nehme ich nicht ernst.

Schlimmer finde ich, z.B. bei grossen Veranstaltungen die Frage: Ach, sie sind alleine hier?
Ich lasse mir da aber auch nichts anmerken. Die Antwort kommt je nach Laune.
Entweder schaue ich mich um, sage dann: Sieht so aus! Oder wenn es eine Dame aus der Gesellschaft ist sage ich: Mein Mann ist geschäftlich unterwegs.
Übel finde ich auch bei Einladungen, dass die Frauen argwöhnisch schauen und sich bei ihrem Mann an den Arm hängen. Lächerlich

Wenn flüchtige Bekannte, oder Arbeitskolleginnen sagen: Das Du noch alleine bist!
Antworte ich: Ja, ich bin zu anspruchsvoll.

Nur meine besten Freundinnen kennen meine Seelennöte. Mit ihnen rede ich oft darüber, wenn mich die Traurigkeit übermannt. Aber sie sind kritisch, wir diskutieren offen, sie erzählen mir auch meine Macken. Aber sie machen mir Mut.

So ähnliche Geschenke wie den Frosch habe ich auch schon bekommen.
Das letzte war eine Karte. Ein Mädchen hält ein Pferd, schaut es verliebt an.
Unten drunter steht: Pfeif auf den Prinzen, ich nehm den Gaul.

Also nicht so tiersch ernst, dass Leben macht Spass.
Wie meine Oma schon sagte: Jeder Topf findet einen Deckel. Deshalb kommt mir auch kein Wok ins Haus.:)
 
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Gast

  • #11
Ich finde es schrecklich, dass heutzutage niemand mehr Kummer oder Traurigkeit aushalten und mitleid zeigen kann und solche Gefühle mit Kalendersprüchen weggeredet oder aus normalen, angemessenen Gefühlen eine behandlungsbedürftige Depression herbeigeredet wird.
w, 55
Mitleid will doch keiner gesagt bekommen. Mitleid zu haben ist für mich was ganz schlimmes.

Zuspruch, Trost ja, aber bitte kein Mitleid. Ein guter Freund zeigt kein Mitleid, sondern Trost oder auch mal klare Worte!

w 49
 
  • #12
Der Schokofrosch ist eine schöne Geste und Idee - also das Beste daraus machen.

Zusammen mit der Freundin diesen Frosch "testen" und dabei Spass haben.
Zuerst ihn küssen -> funktioniert nicht, der Frosch verwandelt sich nicht in einen Prinzen.
Dann ihn an die Wand werfen (auch wie im Märchen) -> funktioniert auch nicht, Frosch bleibt Frosch.
Also gemeinsam die Schokotrümmer des Frosches verspeisen. Auch als "Strafe", weil er sich nicht in einen Prinzen verwandelte.

So befasst man sich ironisch mit dem Thema - und hat künftig immer was zu erzählen.
"Weisst du noch - damals mit dem Frosch ?"

Dabei verarbeitet man das Thema Single-Dasein besser. Und stellt sich Männer vor, die sich in Schoko-Trümmer verwandeln, und dann vernascht werden ?

Zum Thema unsensible Ratschläge -> schlagfertig antworten, z.B.
"Der letzte Mann war ok - aber seine Frau war dagegen"
"Er faselte was von "Zölibat" - aber ich kenne diese Krankheit nicht"
"Ich lasse mich nun umschulen - auf lesbisch - dann klappts besser ?"
"Wenn ich schon beim küssen Nachhilfeunterricht geben muß - wie wirds dann erst mit dem Rest ?"
usw.
 
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Gast

  • #13
Meine Schwester hat mir auch einen Schokofrosch geschenkt, einen ganz schönen mit goldenem Glöckchen:)
Das heisst doch ganz klar: Ich wünsche der Beschenkten, dass der nächste geküsste Frosch ein Prinz wird! Wir küssen beide bisher eher Frösche, die Frösche bleiben, aber machen bald wieder Witze darüber. That's life!
Ratschläge sind fast immer Blödsinn. Es gehört auch viel Glück dazu, damit die Richtigen zusammenkommen-genau das sagt der Schokofrosch auch. Glaube ein bisschen an Dein Glück-ich sage mir immer, vielleicht verliebe ich mich erst mit 84. Und so lange freue ich mich schon mal darauf. Wenn Du ganz mies drauf bist, darfst Du Dir die vielen schlechten Beziehungen um Dich ansehen.Das ist billig, aber tröstet manchmal ;))
(W/45)
 
  • #14
Am schlimmsten finde ich, "weisst du, in einer Beziehung hat man es oft auch nicht leicht... Zufrieden-heit muss aus einem sebst kommen, das kann einem der Partner nicht geben. Acht echt? ;-)
 
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Gast

  • #15
Ich finde solche Aussagen schlimm wie "warum hat eine Frau die so aussieht wie du keinen Partner? Ich verstehe das nicht, irgendwas stimmt nicht mit dir", oder " naja wenn du halt nicht den Mann fuers Leben findest machst du halt Karriere statt Familie zu gruenden", oder " wenn du noch Kinder willst solltest du dich beeilen, sonst nen die dich Grossmutter."

Dagegen faende ich solche Sprueche wie du sie hoerst mal echt ermunternd.

W 27
 
G

Gast

  • #16
Ja, Du sprichst mir aus der Seele....

Warum nur immer diese doofen Sprüche? Meine Antwort darauf: Da will einer was sagen und ihm fehlen die Worte. Dann lieber dämliche Sprüche von sich geben. Denn, heute darf es keinem Menschen mehr seelisch schlecht gehen, Frau hat sich zusammen zu reissen.

Es gibt Ausnahmen, die reden anders, die verstehen, die helfen - eben auf ihre Art. Sie hören zu, auch wenn Du zum x-ten Male das gleiche von Dir gibst. Manchen ist das zu anstrengend, die klopfen lieber Sprüche... Vielleicht ging es genau ihnen tatsächlich noch nie wirklich schlecht.

Ich glaube inzwischen, manche sind gar nicht leidensfähig und können deswegen auch keine Empathie entwickeln. Sie sind perfekte Verdränger... Was wirklich besser ist, wer weiß das schon? Vielleicht bekommen sie eher Magengeschwüre, vielleicht haben sie aber auch tatsächlich nicht dieses Leidensgen?

Selbstmitleid? Was für ein blöder Ausdruck. Ist das eigentlich etwas verwerfliches? Im Bett wünscht sich jeder Mann, Frau solle sich fallen lassen, oder? Hier darf man sich leider nicht gehen lassen, es könnte ja nerven....

An alle Sprücheklopfer, denkt bitte auch mal nach!
 
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Gast

  • #17
Am fiesesten fand ich die Cousine, damals 90, meiner Großmutter und ihren Mann, damals 88, vor zwei Jahren, als sie auf ihrem abgewetzten Sofa auf dem sie schon über 60 Jahre sitzen (Eine alte Decke aus den Endvierzigern schützt das abgewetzte Ding, das gute holzfarben-knallorangene-Wohnzimmer aus den End60ern wird ja geschont, also nie benutzt, die Kohleöfen in der Küche und im WZ sind noch dieselben seit ich denken kann) anguckten und fragten, wie alt ich denn inzwischen wäre und ob ich denn nicht mal verheiratet wäre. Auf meine Antwort "Nein, bisher noch nicht" kam ein frecher Blick und "Na, dann wird das jetzt auch nichts mehr. Wir haben schon mit 20 geheiratet. Das kannste jetzt vergessen"
w46
 
G

Gast

  • #18
Selbstmitleid? Was für ein blöder Ausdruck. Ist das eigentlich etwas verwerfliches? Im Bett wünscht sich jeder Mann, Frau solle sich fallen lassen, oder? Hier darf man sich leider nicht gehen lassen, es könnte ja nerven....

An alle Sprücheklopfer, denkt bitte auch mal nach!
Hier empfehle ich die eigene Wahrnehmung zu überprüfen. Bevor ich anderen Ratschläge gebe, sollte ich mich selber hinterfragen, was Selbstmitleid in Sachen Liebe mit Sex (Fallenlassen) zwischen Mann und Frau zu tun haben.

Mal traurig sein ist normal und legitim, aber wer ständig in Selbstmitleid verfällt nervt irgendwann und es macht absolut unsexy.

Dann noch auf andere Mensche rumhacken, dass die ja angeblich zu wenig Mitleid haben und zu viele Sprüche klopfen, geht gar nicht. Wer so denkt, muss sich nicht wundern, wenn es mit der Liebe und mit Freunden immer weniger gut läuft.

w 49
 
G

Gast

  • #19
"Ich sei mit meiner Einstellung selbst Schuld an meinem Kummer"

Hm,für mich als Mann wäre das der richtige Lösungsansatz,den allerdings die
wenigsten Frauen hören wollen.

(M47)
 
G

Gast

  • #20
Alles hat seine Zeit. Beim Liebeskummer muss man auch Tränen lassen dürfen. Ich weiß aber auch wie hilflos man selbst ist, wenn der andere vor Kummer vergeht und kenne auch das Gefühl nicht getröstet zu sein weil die die Aussagen der Menschen die mich lieben und schätzen nicht wirklich tröstet.

Lebe deinen Kummer aus, aber versinke nicht darin.
Falle hin. Kannst auch kurz liegen bleiben, aber steh wieder auf.

Fräulein Wunder, der Tag wird kommen, da wirst du mit deinen Freunden über diese Zeit lächeln können und ihnen sagen, ich weiß ihr habt euer bestes versucht und sie werden glücklich sein, dass du es überstanden hast.

Alles Gute!
 
G

Gast

  • #21
Möchte auch was zu den Sprücheklopfer schreiben.
Sie sind sehr wohl leidensfähig, aber auch i.d. Lage sich wieder zu berappeln u.a. mit Unterstützung von Freunden etc. Außerdem haben die Personen nicht behauptet, dass ihnen nichts fehlt.
Sie gehen nur anders damit um.

Jeder Mensch ab einem best. Alter kennt Liebeskummer, nur jeder verarbeitet ihn anders.
Selbstmitleid ist legitim bis zu einem bestimmten Grad sogar wichtig, aber dann kippt es entweder in Depris oder es wird damit dem Wunsch nach Aufmerksamkeit nachgegeben.
Die Wörter sagen doch schon alles aus: Mitleid=mitleiden / Mitgefühl=mitfühlen.
Denke jeder hat das Recht selbst zu entscheiden, ob er mitleiden will oder nicht.
Kummer bedeutet nicht, dass man zum Nabel der Welt ernannt wird.

Diese blöden Ratschläge sind oft hilflose Aussagen, weil man keinen Rat weiß wie man dem Anderen helfen kann. Viele fühlen sich ja auch wohl in der Leidphase(was auch als Opferrolle betitelt wird) ganz wohl. Sie haben in dem Moment die Aufmerksamkeit, die ihn an manchen Stellen fehlt.

Für mich ist Mitleid grausig, es zieht mich runter. Während Mitgefühl und Aufmunterung (dazu gehört auch ein Frosch) mich aus meiner Grube rausholt.

Aus Erfahrung im Bereich Lebensberatung/psych. Berater habe ich festgestellt.
Menschen die sich recht "schnell" berappeln eher ans Ziel kommen, als die Menschen, die übermäßig leidensfähig sind. Diese sitzen in einer Warteschleife oder ziehen Wiederholungen an.
 
G

Gast

  • #22
"Ich sei mit meiner Einstellung selbst Schuld an meinem Kummer"

Hm,für mich als Mann wäre das der richtige Lösungsansatz,den allerdings die
wenigsten Frauen hören wollen.

(M47)
Wird hier die Ansicht gemeint, dass man für eigene negative Gefühle andere Menschen nicht verantwortlich machen kann? Wenn ja, dann trifft das auch auf Männer zu, ist also geschlechterunabhängig.

Man muss aber bei dem Thema differenzieren. Wenn jemand einen Anderen wirklich respektlos behandelt, kann sehr wohl der Andere in die Pflicht genommen zu werden, sich respektvoll zu behandeln.

w 49
 
  • #23
Danke für die vielen so süß geschriebenen Beiträge, jetzt sehe ich den Schokofrosch auch mit anderen Augen (meiner war auch der mit Goldglöckchen ;)) und ich musste sehr schmunzeln beim Lesen eurer Antworten. Ich stecke eben noch akut in einem Liebesloch, aber ich bin grundsätzlich niemand, der lange leidet oder sich gar noch in seinem Schmerz aalt. Was die Sprüche angeht, teile ich aber die Meinungen vieler hier, dass heute einem kaum noch eine Leidensphase öffentlich zugestanden wird. Alle wollen nur hören, dass man selbst stark ist und sich das alles nicht so zu Herzen nimmt. Das kommt gut an! Tränen oder Zweifel hingegen sind in unserer Gesellschaft stark in den Hintergrund gerückt. Dabei bin ich auch der Meinung, dass diese Phase wichtig ist, um wieder erstarkt aus der Situation hervorgehen zu können. Stattdessen verdrängen viele und dann meldet sich die Seele auf andere Weise, mit psychosomatischen Beschwerden zum Beispiel.
 
  • #24
Welcher Ratschlag hätte dir zugesagt? Gar keiner?!? Dann wärst du jetzt auch eingeschnappt!

Das einzige was dich zu frieden gemacht hätte, wäre wenn Clemens sich gemeldet hätte und dich um Verzeihung gebeten hätte.

Das Leben ist halt nun mal so, hättest du letztes Jahr auf mich nicht gehört, dann hättest du das Problem jetzt nicht oder es wäre kleiner.
 
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Gast

  • #25
Stattdessen verdrängen viele und dann meldet sich die Seele auf andere Weise, mit psychosomatischen Beschwerden zum Beispiel.
Ich verstehe nicht, wie man darauf kommt sagen zu können, dass VIELE Kummer und Sorgen verdrängen. Das glaube ich nicht. Ich heule mich nur kurz bei Freunden aus, den Rest kläre ich mit mir selbst, nehme meine Bachblüten-Bonbons, nehme meine Katze in den Arm und heule ihr Fell nass. Sie versteht mich eh am besten.

Inzwischen weis ich ja, dass Liebeskummer wieder vergeht, man muss nur Geduld haben.

w
 
G

Gast

  • #26
Ich hatte am Valentinstag auch so ein "nettes" Erlebnis in der Arbeit. meine erste Kundin (eine gute Bekannte) kam freudestrahlend an, sie hätte jetzt gerade eine Valentins-sms bekommen. Bäng. Toll. Worauf ich erwiderte: "Ich hab auch eine sms bekommen- Ihre Mobilfunkrechnung ist da-" Haha. Lustig. Von meiner Mutter habe ich auch einen grünen Frosch bekommen, sie hats bestimmt gut gemeint.... Abends kam dann meine beste Freundin- sie hat einen Freund, der aber keine Zeit hatte - bei mir vorbei und wir haben dann eine Flasche Wein geleert. Die wußte, wie ich mich fühle, ist einfach gekommen, ohne großes Trara, war dann auch lustig. Echte Freundschaft. Danke, liebe Freundin.
 
  • #27
Offenbar machen die Schoko-Froschhersteller den dicken Reibach mit uns Singles - eine Marktlücke ;-) @25: Ja, das ist doch toll! Flasche Wein und gemeinsame Zeit. Wer braucht da schon diese Standard-Ratschläge? Auch, wenn es natürlich stimmt, dass man nur sich selbst glücklich machen kann und so weiter: Es ist nicht das, was einem in einer akuten Liebeskummersituation hilft. Wenn dann eher, wenn man Dauersinglefrust schiebt und sich zu sehr auf "endlich mal wieder einen Freund haben - egal wen" fokussiert.

@24: Ich empfinde es als gesellschaftlichen Trend, dass sich alle nur noch ihr Stärke und ihren Optimismus auf die Fahnen schreiben, weil das ein sozial erwünschtes Verhalten ist. Insofern: ja, das machen viele. Find ich aber nicht besonders authentisch und auch nicht normal, weil alles seine Zeit hat, auch Kummer und Schwäche. Haben auch andere hier schon so schön beschrieben.

@ Belladonna: Da hast du Recht, vermutlich wäre mir gar kein Ratschlag am liebsten... Wenn meine Freundinnen einfach sagen würden: Bist ne super Frau, lass uns um die Häuser ziehen. Da können wir uns noch was von den Männern abschauen... Man muss nicht immer viele Worte machen, lieber auch mal schweigen oder Mut machen ohne "verklausulierte Weisheiten" und einfach nur da sein. Rotwein am Valentinstag mit Freundin: Super!

Übrigens: Trotz Herzschmerz bin ich nicht unglücklich um die Erfahrung mit Clemens. Wie immer hat mich auch die etwas gelehrt...
 
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Gast

  • #28
@24: Ich empfinde es als gesellschaftlichen Trend, dass sich alle nur noch ihr Stärke und ihren Optimismus auf die Fahnen schreiben, weil das ein sozial erwünschtes Verhalten ist. Insofern: ja, das machen viele. Find ich aber nicht besonders authentisch und auch nicht normal, weil alles seine Zeit hat, auch Kummer und Schwäche. Haben auch andere hier schon so schön beschrieben.

Übrigens: Trotz Herzschmerz bin ich nicht unglücklich um die Erfahrung mit Clemens. Wie immer hat mich auch die etwas gelehrt...
Ach Fräulein Wunder, ich glaube hier ist was nicht verstanden worden. Jeder soll Kummer haben und Schwäche zeigen dürfen, aber es kommt auf die Balance an.

[mod]

Solange Frau nur rumheult und sich dann noch über die Freunde aufregt, die vielleicht selber hilflos dabei stehen und vielleicht nicht den passenden Spruch drauf haben, es aber garantiert nicht böse oder abfällig mit dem Fräulein meinen, hat Fräulein gewisse Lebensregeln nicht verstanden. Dazu gehört auch, wie hier schon geschrieben, dass man andere Menschen, mit den vielleicht nicht passenden Trostworten, nicht für eigene miese Gefühle verantwortlich machen kann und darf.

[mod]

Wenn mir jemand freudestrahlend erzählt, dass sie/er eine Valentins-SMS erhalten hat, dann freue ich mich mit und kann dazu schade bedauern, dass man sich selber auch eine gewünscht hätte. Den Spruch mit der SMS-Handy-Rechnung als Antwort finde ich aber absolut neidisch und unsouverän.

Ich hoffe und wünsche der Fräulein Wunder, dass sie in Begegnungen bzw. Bekanntschaften mit Männern noch viel lernt.

w 49
 
M

Mooseba

  • #29
Dann muss man auch mal bereit sein, zum engsten Freund zu sagen: "Das Thema geht dich nichts an!"
 
G

Gast

  • #30
Dann muss man auch mal bereit sein, zum engsten Freund zu sagen: "Das Thema geht dich nichts an!"
Naja, das ist ein bissel hart gesagt, aber es reicht ja schon, wenn man den Freunden sagt, welche Form des Trostet einem am besten gefällt und darum bittet. Auf Trost und Anteilnahme hat keiner ein Anrecht. Man kann es sich erhoffen, sich wünschen, aber nicht verlangen.

Auch hier hilft, nicht über den Tröstenden meckern, sondern gut kommunizieren und sich die richtige Form des Trostes wünschen. Ein gute/r Freund/in wird verständnisvoll darauf reagieren.

w 49