• #1

Unglücklich im Dorf, aber kann ich zurück in die Stadt?

Hallo zusammen, ich muss mal was loswerden was mich schon lange bedrückt. Ich finde einfach keine Lösung. Ich schildere mal die Situation: ich bin vor sechs Jahren mit meiner Tochter aus einer früheren Beziehung zu meinem Freund ( mittlerweile Ehemann) von der Stadt aufs Land gezogen. (Ca. 30 km von der nächsten Stadt entfernt.) ich bin glücklich mit meinem Mann, aber sehr sehr unglücklich mit diesem Dorf. Wir haben noch ein gemeinsames Kind bekommen, das ist behindert und muss regelmäßig ins Krankenhaus in der Stadt. Ich habe zwar ein Auto, aber es ist so blöd immer immer ins Auto steigen zu müssen wenn man irgendwas machen will. Hier im Dorf ist nichts, kein Laden, kein Lokal, nur eine Hauptverkehrsstraße und hässliche Häuser. Meine Tochter geht zur Grundschule hier, die ist Super, aber nächstes Jahr geht sie aufs Gymnasium in der Stadt und muss Bus fahren. Mein Mann hat dieses Haus gekauft bevor ich ihn kannte, gemeinsam mit seinen Eltern die über uns wohnen. Ich komme nicht besonders gut mit denen aus, wir streiten nicht, aber wir sind auch nicht besonders eng befreundet, sie Nerven mich eher. Mein Mann ist hier sehr glücklich. Ich will aber hier nicht mehr sein, ich fühle mich so unwohl und nutze jede Gelegenheit weg zu fahren. Wie komme ich hier raus? Entweder ich verlasse meinen Mann und ziehe in die Stadt, aber ich brauche ihn und seine Hilfe (behindertes Kind), oder ich überrede ihn irgendwie weg zu ziehen, dann hassen mich seine Eltern und er mich wohl irgendwann auch weil ich ihren gemeinsamen Traum vom Haus zerstört habe. Oder ich muss hier weiterhin versauern. Was ratet ihr mir? War mal jemand in einer ähnlichen Situation und was habt ihr gemacht?
 
G

Gast

  • #2
...sei doch einfach mal zufrieden, das würde ich dir raten!

Die Situation meiner Mutter und ihrem Ehemann ist ähnlich, außer dem Kind mit Behinderung. Ferner herrschen große finanzielle Probleme. Aber trotzdem ist meine Mutter zufrieden und jeden Tag um das Dach über dem Kopf und dem liebenden Ehemann dankbar.

Viele Grüße
 
G

Gast

  • #3
In so einer Situation war ich nicht, aber ich kann Dir nachfühlen. Ich kenne sowas auch, allerdings eher, dass ich mich erstickt gefühlt habe. Mein Ex wollte allerdings auch nicht hierher ziehen, weil er so an seiner Familie hing, die in seiner Stadt gleich um die Ecke wohnte.
Leider hast Du eine Situation, wo Du Dich mit einer schlechten Sache arrangieren musst. Entweder die Hilfe vom Mann oder Du bleibst. Ich weiß nicht, ob Du ihn überreden könntest, aber wenn er sich da so wohl fühlt und mit den Eltern unter einem Dach lebt, wird er auch ne starke Familienbindung haben. Dann fühlt er sich in zwei Jahren so wie Du Dich jetzt.
Ist eure Beziehung wirklich so gut, wenn Du Dich gegebenenfalls auch trennen willst? Ich meine, je eher man das erkennt, dass die Beziehung auch nicht mehr das Wahre ist, umso eher kann man der Wahrheit ins Gesicht sehen und im eigenen Sinne handeln.
 
  • #4
Ich vermisse in Deinem Beitrag eine gemeinsame Perspektive. Was sagt denn Dein Mann? Er sagt, er sei "sehr glücklich" (im Dorf), aber das gilt ja nur für ihn alleine. Sobald man eine Beziehung hat, gibt es noch eine dritte Perspektive, die der gemeinsamen Sache gilt.

Wann und ob verständigt Ihr Euch über Gemeinsames? Rücksichtnahme auf und Fürsorge für Eltern spielen darin eine große Rolle. Aber: Exzessiver Lokalpatriotismus ist damit nicht äquivalent. Übersetzt: Es gibt Dörfler, die sind schlechteste Kindern und Schwiegerkinder- obwohl sie nur Meter entfernt sind, machen sie nichts Wesentliches. Genauso wie es weiter entfernt wohnende, leuchtende Vorbilder-Kinder gibt...
 
  • #5
Hi Karamellkern (ein schöner Name),

wir haben uns auf dem Land im Nirgendwo ein Haus gekauft, weil wir uns so etwas eigenes mit viel Platz leisten konnten ohne an anderer Stelle sparen zu müssen.
Hier gibt es versorgungstechnisch nichts. In die nächsten größeren Städte sind es 20-30km. Uns war klar, dass wir hier nicht alt werden wollten.
Das war vor 18 Jahren. Mittlerweile habe ich nach der Trennung das Haus übernommen und wohne nun mit Leib und Seele hier. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich immer fahren muß, was ich immer noch nicht gerne mache und jede/r in dem Umfang sowie so tut, um selbst in einer größeren Stadt von A nach B zukommen.
Ich habe hier den Vorteil jenseits des medialen und kommerziellen Getöses und Hektik in der Natur aufzutanken, in mir zu ruhen und Stille zu finden . Wenn ich dann mal raus muss, gehe ich mit Freuden und bewußten Genuß Tanzen, Kunst und Kultur geniessen, Essen und Trinken und einfach nur im "großen" Leben sein. Zuhause merke ich dann wieder, dass es zur Zeit für mich keinen schöneren Ort geben könnte.
Meine Tochter müßte auf Grund der katastrophalen Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln teilweise 2h von der Schule heimfahren, die Hinfahrt haben wir anders geregelt. Auch dafür haben wir eine Lösung gefunden.

Was möchte ich Dir damit zu verstehen geben? Ich bin fest überzeugt, wenn Du Deinen Platz finden möchtest, mußt Du zu lassen und die Vorzüge Deines momentanen Ortes erkennen, dann fügt sich vieles fast wie von selbst. Wenn Du aber weiterhin gegen Dein jetziges Sein anrennst ohne eine wirkiche Alternative, die wiederum auch ihre Nachteile haben wird, zu haben, wird es immer schwerer zu akzeptieren, zu erkennen und zu bleiben.

Kann es darüber hinaus sein, dass Deine Schwiegereltern nur das Ventil und die Projektion Deiner Unzufriedenheit sind?

Solltest Du wirklich ein Stadtmensch sein (wollen), dann arbeite akribisch eine Alternative aus, so daß Du klar Vor- und Nachteile (Zeitmanagement, Kosten, Mobilität, Komfort, Handlungsspielraum, Machbarkeit, etc.) benennen und abwägen kannst und bespreche dies mit Deinem Mann. Dann hast Du sicher eine sehr gute Chance Dir Gehör zu verschaffen. Vielleicht hilft Dir dies auch selber klarer zu erkennen.

m46
 
  • #6
Ich kann -Karamelkern- gut verstehen. In so einem Doirf hält man es nur aus, wenn man dort geboren/aufgewachsen ist ?
Meine Vater kaufte ein altes Haus auf dem Dorf - nur weil es das billigste Haus war. Er hatte Auto und Führerschein, aber die restliche Familie nicht. Und das wurde dann zum großen Problem für sie. Weil die ganze Familie von ihm abhängig war. Obwohl zur nächsten Kleinstadt "nur" fünf Kilometer Strecke. Aber wir fühlten uns wie "gefangen im Dorf", weil es so schwer war, selber aus dem Dorf heraus zu kommen. Ich beneidete meine Mitschüler und Altersgenossen, die in der Kleinstadt lebten.
Liebe macht "blind" Und so "blind vor Liebe" war die FS als sie dorthin zog ? Und als "Zugezogene" hat man es im Dorf ggf. schwer, dort anerkannt zu werden. Das geht in diesem Fall schon bei den Schwiegereltern los.
Dann 30 km. Strecke zur nächsten Stadt,... ist auf Dauer -gefühlt- ein langes Stück. Wenn auch noch wenig Nahverkehr (ÖPNV) wird es für die heran wachsenden Kinder mühsam, solange sie kein eigenes Kraftfahrzeug fahren dürfen.
Aber auf dem Land wohnen, hat für so Manche dort einen großen Erholungswert. Ruhe, Frieden, Entspannung. (Sofern es wirklich ruhig ist). Außerdem für Viele von klein auf ein großes Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Also vielleicht auch dem Ehemann ?
Ich sehe trotzdem mehr Vorteile in der Stadt. Für die FS und für ihre Kinder. Sie haben mehr Möglichkeiten, mehr soziale Kontakte, und weniger Umstände. Kürzer und einfacher zum einkaufen, für den beh. Sohn, für das andere Kind, für die Eltern (soziale Kontakte, Freizeit, usw.)
Der Ehemann muß auch die Interessen seiner Familie berücksichtigen. Und nicht herunter spielen "Aber es ist doch ein Auto da" Er kann sein Dorf und seine Eltern ja am Wochenende besuchen.
Jaja, Manche vom Dorf können wahre Sturschädel sein. Nur das Gewohnte, bloß nix Neues. "Was der Bauer nicht kennt, das mag er nicht"
Vielleicht tut es dem Ehemann ganz gut, wenn er in seinem Leben mal endlich aus diesem Dorf heraus kommt ? Und mal auch ein anderes Leben, andere Umgebung und andere Leute kennenlernt ? Dabei könnte ihm seine Ehefrau -Karamelkern- ja helfen.
 
G

Gast

  • #7
Wieso meinst du in dem Dorf zu "versauern"?
Du hast zwei Kinder, davon ist eines behindert. Was meinst du wird ohne deinen Mann in der Stadt besser werden?

Dein Leben von früher, mit einem gesunden Kind, den Vorteilen des Stadtlebens und ohne die zusätzlichen Verpflichtungen und Belastungen durch dein zweites Kind wirst du nie mehr zurückbekommen. Nicht das Dorf ist dein Problem, sondern deine veränderten Lebensumstände durch das zweite Kind.

Frage dich mal realistisch, wie du dir dein Leben in der Stadt zukünftig vorstellst, denn dein "Päckchen, das du zu tragen hast", das wirst du dorthin mitnehmen und andere Männer werden dir bei deinen Lebensbedingungen sicher nicht die Tür einrennen, schon gar nicht in der Stadt.

Das Stadtleben hat auch Nachteile. Ist es im Sommer nicht viel schöner auf dem Land? Lebensmittel kann man ein oder zweimal die Woche einkaufen (einfrieren kann man fast alles) und Nonfood kann man sich schicken lassen (Internet!). - Du steigerst dich in die Nachteile des Landlebens rein, weil du unzufrieden bist, die Ursache ist aber garantiert nicht nur das Landleben. - Extrem grauenhafte Schwiegereltern gibt es übrigens auch in der Stadt, dagegen sind deine sicher reizende Leute.

Glück ist Zufriedenheit!
 
G

Gast

  • #8
Die Antworten, die du erhälst, besonders von einem bestimmten geschlecht sind zu großen Teilen beschämend. Offenbar haben hier viele ihre gute Kinderstube vergessen oder in ihrer frühen Jugend überhaupt erst keine Kinderstube genossen! Wenn DU unglücklich bist und mit der Situation nicht klarkommst, dann ist das Ganze überhaupt nicht ok. Für dich, deine Tochter und das behinderte Kind (wer übernimmt primär dessen Versorgung?) ist diese Lage auch alles andere als optimal.
Dein Mann ist ein Stoffel, wenn er nur an sich denkt und dir den Rücken gegen deine Schwiegereltern nicht stärkt, mitten in der größten Pampa 30!!!! Kilometer von der nächsten Stadt entfernt ist das Leben außerdem auch für heranwachsende Kinder nicht optimal. Sofern du einen Job hast, würde ich dir raten, deine Tochter zu schnappen und wieder näher in Richtung Stadt zu ziehen. Dein Mann ist zur Fürsorge gegenüber dem behinderten Kind ja ohnehin verpflichtet. Es spricht auch nichts dagegen, das behinderte Kind bei deinem Mann und deinen Schwiegereltern zu lassen, wenn du den ganzen Tag arbeiten musst. Die Schwiegereltern sind doch ohnehin die ganze Zeit da, da können sie auch gerne mal in dem von ihnen bevorzugten Familienkonstrukt "mitanpacken". Liebe FS, deine Wünsche und Bedürfnisse sind wichtig, mache primär das, was DICH glücklich macht, dein Mann, deine Schwiegereltern und dein Umfeld tun es ja offensichtlich auch und sogar ohne Rücksicht auf DEINE Verluste.
 
S

Sophia45

  • #9
Es ist anzunehmen, dass es deinem Mann für seine persönliche Weiterentwicklung auch gut tun würde, sich von seinen Eltern räumlich zu entfernen. Wie wäre denn die Option, dass ihr eure Wohnung vermietet und in die Stadt zieht, aber du sicherst deinem Mann zu, dass ihr wieder näher zu seinen Eltern ziehen könnt (aber nicht wieder mit ins Haus), falls er sich in der Stadt unwohl fühlen sollte. Auf die Dauer geht es so nicht. Ich kenne die Situation auf dem Dorf, wenn man sich wirklich für alles und jedes ins Auto setzen muss. Es ist so schön wenn man in Stadtnähe wohnt und Vieles mit dem Rad oder mit Öffis erledigen kann. Das würde mir auch sehr fehlen. Dazu kommt noch eure familiäre Situation.
 
G

Gast

  • #10
Ich kann dich sehr gut verstehen.

Und gerade mit einem behinderten Kind wäre die Stadt besser: medizinische Versorgung, Förderung für das Kind, größere Auswahl an Bekanntschaften…Ich weiß sehr gut, wovon ich rede, ich hatte auch ein behindertes Kind. Aber ich wohne ja auch in einer Stadt.

Du musst mit deinem Mann reden: ihr müsst als Familie eine Lösung finden. Keine Angst vor dem "wer dann wen hasst". Man muss versuchen, eine ordentliche Konversation zu führen, ohne emotional zu werden. Manchmal tut es gut, dabei jemand Drittes, einen sog. Vermittler, dabei zu haben, der einschreitet,wenn die Parteien aufeinander losgehen wollen. Aber rede erst mal mit deinem Mann.
 
G

Gast

  • #11
Dein Leben von früher, mit einem gesunden Kind, den Vorteilen des Stadtlebens und ohne die zusätzlichen Verpflichtungen und Belastungen durch dein zweites Kind wirst du nie mehr zurückbekommen. Nicht das Dorf ist dein Problem, sondern deine veränderten Lebensumstände durch das zweite Kind.
Liebe FS, lassen Sie sich von solch fatalistischen Beiträgen bitte nicht einschüchtern.

Sagen Sie Ihrem Mann klipp und klar, dass Sie nicht bereit sind, weiterhin in diesem häßlichen kleinen Dorf zu versauern. Wenn er nicht willens ist, gebührend Rücksicht auf Ihre Bedürfnisse zu nehmen, sollten Sie mit Ihrer Tochter dorthin ziehen, wo sie beide sich wohl fühlen und das behinderte Kind bei seinem Vater lassen.

Es gibt wirklich keinen Grund für Sie, auf ein schönes Leben zu verzichten, während Ihr Mann alles hat, was er sich wünscht!
 
  • #12
Ich habe hier den Vorteil jenseits des medialen und kommerziellen Getöses und Hektik in der Natur aufzutanken, in mir zu ruhen und Stille zu finden . Wenn ich dann mal raus muss, gehe ich mit Freuden und bewußten Genuß Tanzen, Kunst und Kultur geniessen, Essen und Trinken und einfach nur im "großen" Leben sein. Zuhause merke ich dann wieder, dass es zur Zeit für mich keinen schöneren Ort geben könnte.
Eben, das ist ein unglaublicher Luxus. Wenn ich in Berlin in ein "Naherholungsgebiet" fahren will, um mal in Ruhe ein wenig "Natur" zu genießen (wenn man die zugemüllte und beschilderte Landschaft so nennen kann), muss ich damit rechnen, dass eine Horde Schulkinder, Rentner oder Fahrradfahrer gleichzeitig auf die selbe Idee kommen und schon ist es auch im Grünen vorbei mit der Erholung.
Wenn du unbedingt so schnell wie möglich einen Burnout haben willst, weil du nie Ruhe hast, dann zieh nur in die Großstadt.
Ansonsten freu dich doch über dein Landleben.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #13
Erstmal danke ich allen die mir geantwortet haben. Natürlich ist es für mich ausgeschlossen mein krankes Kind zurückzulassen, und zwar sowas von ausgeschlossen. Falls dieser Rat überhaupt ernst gemeint war.
Ich denke ich werde mich meiner Familie zuliebe erstmal arrangieren müssen. Vielleicht muss ich echt lernen dankbarer für das zu sein das ich habe.
Danke und ein frohes neues Jahr wünscht Karamellkern
 
G

Gast

  • #14
Ich bin no. 9:

Ob man zufrieden ist oder nicht, hängt sehr viel ab vom persönlichen Freundeskreis. Der Partner alleine genügt nicht, das ist völlig normal.

Trotz der Belastung mit deinem kranken Kind müsstest du versuchen, neue Leute kennenzulernen. Das ist natürlich eine Mehrbelastung, noch etwas auf die Beine zu stellen, doch habe ich immer, da wir aus beruflichen Gründen ständig umgezogen sind, Essen und Feste gegeben, zu denen Kinder und Eltern eingeladen waren, da ich mit meinem kranken Kind und Kleinkindern nicht sehr flexibel war. Dadurch habe ich mir einen Freundeskreis geschaffen, in dem es üblich war, auch bei anderen eingeladen zu werden. Meine kranke Tochter war übrigens überall gern gesehen und akzeptiert. Vielleicht sogar mehr, als wir anderen Gesunden!
 
G

Gast

  • #15
Wenn ich in Berlin in ein "Naherholungsgebiet" fahren will, um mal in Ruhe ein wenig "Natur" zu genießen (wenn man die zugemüllte und beschilderte Landschaft so nennen kann), muss ich damit rechnen, dass eine Horde Schulkinder, Rentner oder Fahrradfahrer gleichzeitig auf die selbe Idee kommen und schon ist es auch im Grünen vorbei mit der Erholung.
So ein Schmarrn, ich wohne seid über 20 Jahren in Berlin und kenne hier einige Ecken, da ist es so ruhig, da würde keiner denken, dass er in einer Grosstadt ist, wenn man es nicht besser wüsste.

Wenn ich meine Touren durch den Grunewald mache, treffe ich oft lange keinen einzigen Menschen, egal zu welcher Jahreszeit.

w
 
  • #16
Hallo. Dies ist mein allererster Kommentar,habe mich wegen dieser Disskusion auch extra angemeldet. Ich hoffe für die FS,dass sie ihren Frieden gefunden hat mit der für sie richtigen Entscheidung.
Ich hadere so mit allem,bin so traurig.
Zu mir, ich bin ebenfalls zu meinem Freund gezogen. Das Kontrast Programm : Großstadt 《---》Strasse mit Häusern (unser Dorf). Es gibt als einzige "Einrichtung" hier einen Briefkasten. Mehr nicht ...
Die Leute hier sind eine auf Generationen angewachsene Gesellschaft. Man hat keinen Zugang ,mit Glück wird man mal gegrüßt. Mein Lebensgefährte (ich habe nicht das Glück, einen Ehemann zu haben), wird jedesmal aggressiv, wenn ich klage,Wohnraum sei unbezahlbar, in der Stadt lebe man nur in einem Ghetto.
Ich halte es hier kaum aus!
Freundschaften habe ich seit den drei Jahren hier Null. Freizeit Aktivitäten sind für mich nicht machbar (auch so 30km bis in die nächste Stadt ).
Eine Wohnung kann ich selber nicht bezahlen, ich arbeite in einem Pflegeheim 15km weiter (finde keine bezahlbare Wohnung, geschweige denn eine neue Stelle).
Hier ist wirklich gar nichts!! Bin absolut verzweifelt! Auch die Beziehung ist seit Jahren nur noch nebeneinander hergelebt.

Ich wünschte, ich könnte wegziehen aber es scheint finanziell nicht umsetzbar zu sein.
Ich brauche einfach mal tröstende Worte und vielleicht mal ein paar Tipps.
Vielen lieben Dank schön mal.
 
  • #17
Liebe @Magnolia82

Das ist schlimm, wenn man sich nicht befreien kann aus einer Situation, selbst wenn man schon bereit dazu ist. Es ist ja sogar schwierig, eine WG zu finden, glaube ich. Wie das mit dem Wohnungsmarkt so läuft in diesem Land, ist auch ein Unding.
Ich weiß leider keinen Rat. Nur einen indirekten: Mach einen eigenen Thread auf, dann kriegst Du, glaube ich mehr Antworten, weil dieser Thread schon so alt ist. Die vielen Schreiber und Schreiberinnen hier sind ein unerschöpflicher Erfahrungs- und Ideenpool, vielleicht fällt jemandem was ein, das Dich auf neue Wege bringt.
Auf jeden Fall finde ich so eine "eingeklemmte" Situation schrecklich. Deine Beziehung scheint ja auch drunter zu leiden. Das würde sie auch, wenn Dein Partner mit dahin ziehen müsste, wo Du gern lebtest. Ich denke, ihr habt einen unüberwindlichen Widerspruch in eurer Beziehung.
Viel Kraft wünsch ich Dir schon mal. Vielleicht könntest Du mit einer Kollegin zusammenziehen oder irgendwelche anderen alternativen Wohnmodelle finden. Aber wie gesagt - ich würde einen eigenen Thread aufmachen.
 
  • #18
Wollt ihr mal das Gegenteil lesen ... ? Meide den Ort wo kein Unkraut wächst!

Also ich such mir immer hübsche Dörfer zum Wohnen. Am liebsten so kleine schnucklige wo die Dorfstrasse nicht gerade sondern gebogen ist, weil man früher die Häuser so gebaut hat, damit sie nicht auf Wasseradern stehen. Das würde man heute sogar als 'gutes Feng-Shui' bezeichnen.
Ich bin froh, wenn es noch alte Scheunen gibt und grasige Wege und Höfe mit Charme der Vergangenheit.
Schlimm finde ich die 70er Jahre Modernisierungen und die Flächenumlegungen, weil so ein krummer Acker mit Apfelbaum mittendrin, der weiß noch wie der Großvater mit den Kühen gepflügt hat und zur Mittagszeit froh war um den Schatten.
Ja eine Kundin aus Würzburg sagte mal: 'Wie kann eine so gute Kosmetikerin auf dem Land wohnen?' Einfache Antwort: 'Ich brauche das Grün, gerade WEIL ich nah mit Menschen arbeite!' 'Ich bin schnell mal paar Minuten draußen in der Sonne und regeneriere mich!' 'Ich habe seit über 40 Jahren Katzen und ich lebe nur so dass es mir und meinen Katzen und meinen Frauen (Kundinnen) gefällt!'
In der Stadt sehen die Häuser nur von vorne schön aus. Drinnen sind sie meist schattig. Wand an Wand in der Aura anderer Leute mag ich nicht leben. Städter kannte ich oft unzufrieden, kleinlich - weil sie fast nie in die Natur kommen, ziehen sie ihre Energie von anderen Menschen. Und wenn man eingekauft hat, muss man meist die Einkäufe ins Haus schleppen. Hier düse ich mit meinem kleinen Auto bis vor's Haus und trage leicht. In der Stadt grüßt dich keiner. Dort bist du noch anonymer als auf dem Dorf. Hier grüßen alle und auch die Kinder sind freundlich. Das ist sehr schön!
Mein Tipp: Öffne dich! Mach was! Biete immer wieder deine Hilfe an! Bring mal einen Kuchen rüber! Helfe der alten Oma, wenn sie schwer trägt! Rede über das Wetter! Fege den Gehsteig (jede Woche)! Bete für den Ort in dem zu Gast auf Erden bist! Mache das Haus freundlicher (die beobachten alles und die wissen, wer was tut). Fange selber an, damit die Strasse in der du wohnst schöner wird. Werde ansässig. Gehöre dazu.
Wenn der Ort dir gar nicht gefällt, weil zu düster. Dann spaziere in deiner Freizeit in andere Orte. Du wirst sicherlich einen guten finden!
Mach dich selbständig.
Was fehlt in eurer Region?
 
  • #19
Tröstende Worte sind schwierig.

Bilanz Deines Posts
- Beziehung ist mies
- Job ist mies
- Du bist finanziell abhängig.
Nun, Du schließt aber in Deiner Frage auch jede Lösungsmöglichkeit aus.

Denn natürlich wäre es konsequent,
Beziehung beenden,
Dir überlegen, wo Du wohnen möchtest und dort einen adäquaten Job zu suchen.
Ggf. Abstriche bei der Wohnung machen, oder prüfen, ob eine WG eine Alternative wäre. WGs finden sich inzwischen in allen Altersklassen.
Oder willst Du den Rest Deines Lebens in Abhängigkeit von jemanden leben, mit dem Du nicht leben magst?

Ich glaube an den Satz - wer will, findet Wege, wer nicht will Gründe.

Deswegen mein tröstendes Wort,
Wenn Du wirklich möchtest, wirst Du den Weg finden und den dazu gehörigen Mut, wie Du Dein Leben verändern kannst, dass es für Dich passt.
 
  • #20
Liebe Karamellkern
In einer Beziehung kann man vielleicht nicht alles haben und muss Kompromisse eingehen, aber man hat jederzeit das Recht, über wichtige Fragen zu sprechen und ehrlich zu sein, wie es einem aktuell geht. Das macht einen auch nicht hassenswert. Die Lösungsfindung sollte etwas gemeinsames und liebevolles sein. Keine einseitige Unterordnung oder sture Forderungen.
Mein einziger Rat daher, trau dich, dieses Thema zur Sprache zu bringen bei deinem Mann und zögere nicht, zu sagen, dass du unglücklich bist, falls dem so ist.
 
  • #21
Es hängt von deiner ganz persönlichen Vorliebe ab, wo du "besser" lebst. Sowohl auf dem Land als auch in der Stadt haben Vor- und auch Nachteile. Ich kenne beides und fühle mich einfach in ländlicher Umgebung wohler. Wer tratschen will... bitte sehr, das stört mich überhaupt nicht, ich halte mich da raus, schmunzele höchstens.
Nur weil man als Single in der Großstadt lebt, heißt das noch nicht, dass man automatisch aktiver ist. Auch auf dem Land kannst du eine Menge unternehmen - Fahrtzeiten allerdings müssen hingenommen werden.
 
  • #22
Hallo zusammen, ich muss mal was loswerden was mich schon lange bedrückt. Ich finde einfach keine Lösung. Ich schildere mal die Situation: ich bin vor sechs Jahren mit meiner Tochter aus einer früheren Beziehung zu meinem Freund ( mittlerweile Ehemann) von der Stadt aufs Land gezogen. (Ca. 30 km von der nächsten Stadt entfernt.) ich bin glücklich mit meinem Mann, aber sehr sehr unglücklich mit diesem Dorf. Wir haben noch ein gemeinsames Kind bekommen, das ist behindert und muss regelmäßig ins Krankenhaus in der Stadt. Ich habe zwar ein Auto, aber es ist so blöd immer immer ins Auto steigen zu müssen wenn man irgendwas machen will. Hier im Dorf ist nichts, kein Laden, kein Lokal, nur eine Hauptverkehrsstraße und hässliche Häuser. Meine Tochter geht zur Grundschule hier, die ist Super, aber nächstes Jahr geht sie aufs Gymnasium in der Stadt und muss Bus fahren. Mein Mann hat dieses Haus gekauft bevor ich ihn kannte, gemeinsam mit seinen Eltern die über uns wohnen. Ich komme nicht besonders gut mit denen aus, wir streiten nicht, aber wir sind auch nicht besonders eng befreundet, sie Nerven mich eher. Mein Mann ist hier sehr glücklich. Ich will aber hier nicht mehr sein, ich fühle mich so unwohl und nutze jede Gelegenheit weg zu fahren. Wie komme ich hier raus? Entweder ich verlasse meinen Mann und ziehe in die Stadt, aber ich brauche ihn und seine Hilfe (behindertes Kind), oder ich überrede ihn irgendwie weg zu ziehen, dann hassen mich seine Eltern und er mich wohl irgendwann auch weil ich ihren gemeinsamen Traum vom Haus zerstört habe. Oder ich muss hier weiterhin versauern. Was ratet ihr mir? War mal jemand in einer ähnlichen Situation und was habt ihr gemacht?
Wenn du glücklich bist mit deinem Mann, aber nicht mit dem Dorf? Wenn du einen liebevollen Mann hast der zu dir steht auch mit behindertem Kind, was willst du noch mehr? Mit dem richtigen Mann ist man überall glücklich, weil die Liebe kommt vom Mann und nicht vom Dorf. Wenn du sogar überlegst, den Mann wegen der Stadt zu verlassen, bezweifle ich, dass du so glücklich mit deinem Mann bist. Abhängigkeit ist nicht mit Liebe zu verwechseln.
 
  • #23
Natürlich kann man wieder zurück in die Stadt, wenn man unzufrieden mit dem Dorf ist. Am Ende kommt es auch darauf an, wie oft man schon im Leben umgezogen ist.

Ich habe von der Millionenstadt bis zum kleinen Dorf mit ca. 1000 Einwohnern gelebt und wenn ich unglücklich mit meiner Wahl war, dann war ich gleich wieder weg.


Auf der anderen Seite frage ich mich, warum die FS überhaupt in das Dorf gezogen ist, wenn es so schrecklich ist. Der Mann alleine kann ja auch nicht schuld sein oder man versucht sich dies nur schonzureden.
 
  • #24
Eine Wohnung kann ich selber nicht bezahlen, ich arbeite in einem Pflegeheim 15km weiter (finde keine bezahlbare Wohnung, geschweige denn eine neue Stelle).
Also das verstehe ich jetzt nicht; man hört doch immer, dass in der Pflege händeringend Leute gesucht werden?

Sicher ist das kein Beruf, in dem man reich wird. Aber meines Wissens ist man gerade aufgrund des Fachkräftemangels auch nicht gezwungen, totale Hungerlöhne zu akzeptieren. Für eine Wohnung im hippen Szeneviertel einer Großstadt mag es nicht reichen, aber eine kleine - mittelgroße Stadt wäre ja schon mal eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu dem Dorf, in dem es nichts außer einem Briefkasten gibt. Und das sollte doch drin sein, zumal man in der Stadt auch nicht unbedingt ein Auto bräuchte.

Ich habe sogar schon von Einrichtungen gehört, die den Angestellten Wohnheime zur Verfügung stellen (kirchliche Träger?).

Oder bist du keine examinierte Fachkraft? Dann wird es natürlich schwieriger. Vielleicht könntest du eine Förderung für eine Nachqualifizierung erhalten?

Die Beziehung mit deinem Freund scheint gelaufen zu sein. Dennoch kommt es mir vor, als ob du die Lösung deines Problems nicht siehst, weil du dich gar nicht traust, soweit zu denken: Wenn du nicht noch pflegebedürftige Angehörige hast (aber das hättest du wohl erwähnt), musst du nicht in dieser Gegend bleiben; du kannst ans andere Ende Deutschlands ziehen.

Ich würde dir raten, jetzt wirklich mal ganz gezielt nach Möglichkeiten zu suchen, *deine* Situation zu verbessern - ohne deinen Freund irgendwie als Bremse im Hinterkopf zu haben.

Alles Gute!
 
  • #25
Die Beziehung mit deinem Freund scheint gelaufen zu sein.
Die FS ist verheiratet. Also Ehemann und nicht Freund.

Das macht einen Unterschied. Warum wird das hier im Forum ständig verwechselt bzw. gleichgesetzt?
Wenn sie ans andere Ende der Republik zieht, bedeutet das in der Regel der Beginn des Trennungsjahres. Es sei denn, sie behält den gemeinsamen Wohnsitz im Dorf bei ihrem Ehemann und nimmt sich einen Zweitwohnsitz.
Will denn die FS überhaupt die Scheidung mit allen rechtlichen Konsequenzen?
 
  • #26
Die FS ist verheiratet. Also Ehemann und nicht Freund.

Das macht einen Unterschied. Warum wird das hier im Forum ständig verwechselt bzw. gleichgesetzt?
Manchmal sollte man den ganzen Thread lesen, bevor man selbst seinen Senf dazugibt. Meine Antwort war an @Magnolia82 gerichtet, die sogar explizit schreibt:

Mein Lebensgefährte (ich habe nicht das Glück, einen Ehemann zu haben), wird jedesmal aggressiv, wenn ich klage,Wohnraum sei unbezahlbar, in der Stadt lebe man nur in einem Ghetto.
@Magnolia82: du solltest wirklich einen eigenen Thread aufmachen, wenn du hier noch Antworten bekommen willst!