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  • #1

Unschöner Umgang in Patchworkfamilie. Wie können wir uns ändern?

In unserer Patchworkfamilie wird zunehmend ständig auf Fehler des anderen hingewisen. Es wird kritisiert, reglementiert und gerügt. Ich bitte um Erfahrungswerte wenn jemand ähnliche Erfahrungen hat und wie ihr damit umgeht?

Bespiel: "Du hast das und das nicht aufgeräumt.
Du hast dies und jenes gesagt aber nicht getan.
Licht angelassen, Schuh liegt im Weg, Essen ist unpünktlich fertig usw."

So geht das den ganzen Tag. Wir haben keinen liebevollen Umgang miteinander.
Ich würde gerne wissen ob ihr das auch kennt und was ihr dagegen getan habt?





<Mod: edit>
 
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  • #2
Liebe (r) FS

das ist ist noch die untere Stufe. Mit etwas Organisationsgeschick und Absprachen
sollte sich das regeln lassen.

Ich bin in einer Patchwork aufgewachsen. Es ist eine durchwachsene Erfahrung
weil es an gegenseitigem Respekt von Anfang an mangelte und jeder "seine Kinder"
allein erzog. Letztlich war der einzige Grund für die Patchwork das Eingeständnis
es allein nicht zu schaffen, vor allem wirtschaftlich ist es ja fast unmöglich
geworden in dieser verrückten Zeit allein ein Kind gross zu ziehen.
 
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  • #3
Ich empfehle den Besuch eines Seminars zur Gewaltlosen Kommunikation.

Regeln sollten gemeinsam in einer Familienkonferenz besprochen und festgelegt werden. Es sollten auch "Strafen" gemeinsam besprochen werden.

Sätze nie mit: DU... anfangen, sondern: ICH bin sauer, traurig, wütend, enttäuscht, kann nicht nachvollziehen usw.

1 x die Woche sich gemeinsam an den Tisch setzen und besprechen, was los war, wo es Probleme und warum es Probleme gab, diese Klären, dazu gemeinsam vorher eine Pizza backen, alle müssen mithelfen, alle räumen hinterher zusammen auf. Das schöne, positive mit dem Nützlichen, Wichtigen besprechen. So lernen auch Kinder, wie man mit Konflikten positiv umgehen kann.

Dazu empfehle ich das Buch: Die Wahrheit beginnt zu zweit, ist leicht zu googlen.

Zum Schluss, haben die Probleme wirklich was mit der Patchwork-Situation zu tun, oder treten die bei Paaren und "normalen" Familien nicht auch auf?

w50
 
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  • #4
Ich kenne deine Familie nicht und weiß daher nicht, was möglich ist. Vielleicht kannst du das Thema ansprechen und erklären, dass dich zwar auch stört, wenn etwas z.B. herum liegt, aber dass dir noch mehr auffällt, dass das gegenseitige Maßregeln sehr unschön ist. Mach ihnen klar, dass es dir erst mal nicht um Ordnung sondern um eine freundliche Atmosphäre geht. Sag, dass du dich auch selbst beobachtet hast und weißt, dass du auch maßregelst.

Man könnte dann z.B. ein Blatt Papier aufhängen mit den Namen der Familienmitglieder. Wenn jemand einen anderen maßregelt, darf der Gemaßregelte einen Strich beim Kritisierer machen. Wer am Ende am wenigsten Striche hat, wird belohnt - je nach Altersklasse:
- abwaschfreies Wochenende
- Eis essen gehen
- bei Jugendlichen: wer keinen Strich hat bekommt 5 Euro
Was glaubst du, wie das zieht!!!

Bitte jetzt keine erhobenen Zeigefinger! Geld bekommen Jugendliche sowieso von ihren Eltern. Dann kann man das auch pädagogisch ausnutzen!

Und als nächstes könnt ihr dann das angehen, was kritisiert wurde - z.B. herumliegende Sachen usw.
 
  • #5
Sie beschreiben gewalttätige Sprache. Jeder kritisert den anderen durch Wertungen.

Ich empfehle das Buch "Gewaltfreie Kommunikation" von Rosenberg.

Mit der Sprache ändert sich Verhalten und Bewusstsein.

Es wird ein Klima der Wertschätzung geschaffen.
 
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  • #6
Zuständigkeiten und Aufgaben verteilen und bei gemeinsam genutzten Dingen/Räumen festlegen, wer wann und womit dran ist.
Ausführung kontrollieren! (Einmal wöchentlich oder evtl. zweimal wöchentlich zusammensetzen ...)

Geht jemand aus einem Raum und kein anderer ist drin, macht er das Licht aus. Wer die Toilettenpapierrolle aufbraucht, holt und hängt eine neue dran. Ebenso beim Ersetzen anderer, verbrauchter Dinge.

Sachen, die rumliegen, werden (einmal täglich) in einem Plastiksack gesammelt und (je nach Platzverhältnissen) in den Keller gebracht. D.h. die Sachen werden dann auch nicht gewaschen, die Schuhe muss der Betreffende sich dann selbst wieder holen, die Sachen, wenn er sie gewaschen haben will, an den dafür bestimmten Platz bringen.

Jeder ist in seinem Zimmer für seine Ordnung verantwortlich - wenn das zu sehr vernachlässigt wird, ist der Betreffende bei der nächsten Familienaktivität nicht dabei, kriegt dann Gelegenheit aufzuräumen.

Die ausgestreckten Zeigefinger a là 'der hat ....' entfallen dann, weil jeder für sich verantwortlich ist.
Ggf. bei Fehlen von gemeinsamen Aktivitäten Taschengeld kürzen - auf der 'Familienkonferenz' besprechen, wieviel was in Geld wert sein soll.

Wen jemand dauernd auf andere achtet bzw. darauf, was die nicht machen, sofort durchgehen, ob der Betreffende selbst mit all seinen Verantwortlichkeiten auf dem Laufenden ist. (Wenn nicht: er hilft dem, den er kritisiert hat !! , beim Beheben des von ihm kritisierten Mangels)
Motto 'jeder kehre zuerst vor seiner EIGENEN Türe'
Das klingt zwar altmodisch, ist aber nach wie vor topaktuell und konsquent gehandhabt, zeigt das gute Ergebnisse.

Für respektlosen Umgangston Negativpunkte verteilen, die dann bei verschiedenen Dingen 'angerechnet' werden können.
Vorausschauendes Handeln, Hilfe bei anderen, guten Umgangston ebenso mit Positivpunkten zu belohnen.

Abschließend: Eure Probleme sind Probleme ganz normaler Familien und gar nicht patchworktypisch.

Schau Dir mal diesen Artikel an, Du könntest evtl. Anregungen bekommen:
http://www.focus.de/familie/erziehung/strafe-weggeputzt-wie-eine-mutter-ihre-kinder-zum-putzen-brachte_id_3798229.html
 
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