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Gast

  • #1

Unsere erwachsene Tochter ist völlig lebensuntüchtig!

Mein Mann und ich sind besorgt wegen unserer Tochter (34), die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt.

Schon in der Kindheit war sie ein Sorgenkind.
Sie tat sich mit vielem schwer, das von anderen mühelos erlernt wurde.
Auffällig waren vor allem ihre Grobmotorik und Langsamkeit.
Sie quälte sich durch die Realschule.
Mein Mann und ich unterstützen sie und sie bekam Nachhilfe.

Sie war immer Außenseiterin. Einerseits war sie schüchtern und sensibel, andererseits albern und störte den Unterricht.
Wir haben nie versucht, sie zu Kontakten zu drängen. Es war auch kein Herankommen an sie, ob sie unter der Isolation litt. Sie konnte sich immer gut allein beschäftigen, las sehr viel und schrieb Briefe an ihre vielen Brieffreundinnen.
In der Pubertät verbrachte sie ihre gesamte Freizeit im Reitstall und blühte in dieser Zeit etwas auf.

Nach ihrem mäßigen Schulabschluss und Besuch der Handelsschule machte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau.
In dem Betrieb kam sie leider überhaupt nicht zurecht.
Im nachhinein denke ich, sie hat es nur uns zum Gefallen durchgezogen.
Nach der Ausbildung arbeitete sie vier Jahre als Telefonistin. Ein einfacher Job, für den man nichts gelernt haben musste. Doch sie verlor den Job, nachdem sie einen Vorgesetzten mehrfach telefonisch belästigt hatte.
Es folgten Fortbildungen vom Arbeitsamt und einige gescheiterte Versuche, im Büro Fuß zu fassen. Jedes Mal wurde ihr gekündigt.
Auf unser Nachfragen, woran es denn immer scheitere, meinte unsere Tochter, sie könne aufgrund ihrer Konzentrationsschwäche und Langsamkeit nie die Leistungen erbringen wie andere.

In den letzten paar Jahren hat nichts mehr geklappt und sie ist nur noch in Jobs auf dem zweiten Arbeitsmarkt untergekommen. Es waren Hilfstätigkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich sowie ein 1 Euro Job in einer Bibliothek.
Wir haben inzwischen den Eindruck, dass unsere Tochter resigniert hat, weil sie nicht weiß, was sie sonst beruflich machen könnte. Sie sagte, ihre zuständige Sachbearbeiterin beim Jobcenter sei da auch keine Hilfe.

Ihr Privatleben sieht genauso duster aus.
Unsere Tochter hatte nur eine richtige Beziehung mit einem Mann, der schwer depressiv war. Trotzdem konnte sie sich jahrelang nicht von ihm lösen. Ansonsten hatte sie nur Affären mit Männern, in die sie teilweise verliebt war, die in ihr aber nur ein Betthäschen sahen.
Oft haben wir versucht, unsere Tochter auf einen anderen Weg zu bringen, aber sie ließ sich nicht reinreden.
Ich glaube, dass es viel an ihrer ungewöhnlichen Naivität liegt, dass sie vieles im zwischenmenschlichen Bereich einfach nicht erkennt.
Freundinnen hatte sie auch nie, nur Bekannte, die sich aber oft nach einiger Zeit zurückzogen.

Mein Mann und ich befürchten, dass es so weitergehen wird und unsere Tochter ihren Platz im Leben nie finden wird.
Sie ist durch und durch hilfsbedürftig, gutgläubig und verträumt.

Was tun?
Sie in ihrem Alter noch zu einem Psychologen schleifen?
 
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Gast

  • #2
Kinder entwickeln sich immer nach der Erziehung der Eltern. Und eure Erziehung scheint mir ziemlich überbesorgt und bestimmerisch. Dem Kind vorzuschreiben, was es beruflich tun soll, führt, wie häufig sieht, bei Sensiblen zu lebenslangen Schäden und Isolation oder Depressionen.

Gerade wenn sie schüchtern und sensibel ist, wird sie sich nicht äußern können, was ihr gefällt und was nicht oder welche Bedürfnisse sie in Wirklichkeit hat. Ich denke, es ist ganz gut, dass sie noch keinen Mann gefunden hat, denn der würde ihre sensible, schüchterne, naive Art nur aunutzen und das wird sie auch wissen, deswegen hält sie sich von anderen Menschen fern.

Ich sehe hier einfach die partoute Besorgtheit von euch, so dass eure Tochter nie die Möglichkeit hatte, für ihr eigenes Leben zu kämpfen und durch Erfahrung zu einer Persönlichkeit heranzureifen.

Ihr macht euch heute wieder sorgen, ihr versucht sie zu viel zu unterstützen und Hilfe zu suchen. Da ist es nur logisch, dass sie nichts normales tun kann und einen Gang runter schaltet, weil ihr ja für sie alles übernehmt.

Vom 1 Euro Job kann man sich ja hocharbeiten, das sehe ich als gar kein Problem an. Problematisch finde ich eure Einmischung in ihr Leben. Woher wisst ihr so viel über eure Tochter? Ich als erwachsene Tochter erzähle meinen Eltern nicht, wo ich überall schon gearbeitet habe oder was ich alle mache oder mit welchen Männern ich mich einlasse. Diese Distanz führte dazu, dass ich selber für mein Vorankommen kämpfe und auch geldlich unabhängig von den Eltern bleibe.

Den Psychologen hat sie nicht nötig. Sie braucht vielleicht totalen Abstand zu euch, um ihr Leben mal selbst zu meistern. Wenn sie den Druck im Nacken hat, dass da keine Mutter und Vater mehr sind, die ihr helfen oder sie antreiben.
 
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Gast

  • #3
Tut mir leid, aber der Text ist ja voll von negativen Sichtweisen über die Tochter. Die Aufzählung, welche Defizite sie hat, zieht einen ja mit runter, nicht weil das aufgezählte so schlimm ist, sondern weil hier ja wohl eine Mutter über ihre Tochter schreibt. Immer wenn du etwas positives über sie schreibst kommt direkt wieder die Wendung zur Unzufriedenheit mit ihr.

Das klingt alles so, als wäre die Tochter fast behindert und am besten in einer betreuten Wohngruppe aufgehoben.

Jedenfalls kann man sie nicht umpolen, indem man sie zum Psychologen schleift.

Ich persönlich halte es so, dass ich die Persönlichkeit meiner Tochter (10 Jahre alt) auch als Ergebnis meiner Erziehung ansehe, was nicht heißt, dass ich ihr alles durchgehen lassen, Erziehung ist ein laufender Prozess, aber so wie sie ist finde ich sie gut und wenn sie so weiter macht, bin ich ganz zuversichtlich. Falls nicht, würde ich sie trotzdem lieben, weil ich immer noch ihr erstes Ultraschallbild im Kopf habe und mich erinnere, wie wir zusammen glücklich waren als ich sie auf der Schaukel angestubst habe oder sie beim Reiten war, wie deine Tochter ja auch.

Ich habe die Befürchtung, deine Tochter spürt die Unzufriedenheit ihrer Eltern mit ihr. Vielleicht denkt sie auch, sie hätte immer alles versucht, dass ihre Eltern mit ihr zufrieden sind und es hat nie geklappt.

Dass sie arbeitslos ist oder von Hartz IV lebt, würde ich als Eltern erstmal außen vor lassen sondern schauen, dass sie selbstbewusster und zufriedener wird. Sport macht, sich gesund ernährt, Hobbys ausübt, Freunde findet etc. Aber nicht immer nur mit Kritik und das "Privatleben sieht düster aus" sondern ladet sie auf einen Urlaub ein und stärkt die Stärken die sie hat. Positiv bestärken und auch mal Wertschätzung rüberbringen, irgendetwas gutes wird es ja wohl an ihr geben...

m
 
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Gast

  • #4
Ich habe, obwohl ich Arzt bin, wenig Ahnung von psychiatrischen Erkrankungen, da es nicht meine Fachrichtung ist. Dennoch würde ich dir raten, mit ihr zum Psychiater zu gehen und sie auf Asperger-Syndrome testen lassen.
Ich will und kann keine Diagnose erstellen, aber ein Besuch beim Psychiater wäre sicher sinnvoll.

Jedoch will ich dir sagen, dass du auch irgendwann loslassen musst. Nicht alle Menschen wollen Ärzte, Richter oder Banker werden. Manche Menschen streben ein einfaches Arbeiterleben an, was völlig legitim ist.
Eine Berufsberatung könnte auch sinnvoll sein und dann kann sie sich dementsprechend orientieren.

Schreibe sie nicht ab und sondern versuch ihr einen leichten Einstieg in einen für sie passenden Beruf zu ermöglichen.

LG
M. (38)
 
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Gast

  • #5
Nun, die Tochter zu "einem Psychologen schleifen" geht natürlich nicht, wenn sie nicht selbst hochmotiviert für eine Therapie ist. Eine Therapie muss derjenige selbst wollen, sonst funktioniert das Prinzip "Therapie" nicht.

Es geht schon das ganze Leben lang so mit deiner Tochter … du wendest dich aber jetzt an das Forum hier … gab es denn akut noch mal einen Auslöser, warum du jetzt um Rat fragst?

Ich würde dir empfehlen, eine Familienberatungsstelle bzw. einen Familientherapeuten/ systematischen Therapeuten aufzusuchen. Du bist ja diejenige, die sich sehr um ihre Tochter sorgt und einen gewissen Leidensdruck hat, insofern solltest du dein Anliegen genau so, wie du es hier beschrieben hast, bei den Fachleuten vorbringen. Du kannst natürlich auch deinen Mann gleich mitnehmen und selbstverständlich auch eure Tochter, wenn sie möchte, kannst aber auch erstmal allein ein Gespräch dort machen.
Wenn jemand seinen Platz im Leben nicht findet, hat das immer sehr viel mit dessen Familie zu tun. Dabei geht es nicht um Schuld, sondern darum, dass das Gleichgewicht im System (Familie) nicht gegeben ist. Das hat meistens Ursachen, die keiner von euch bewusst herbeigeführt hat oder beeinflussen konnte. In der Beratung oder Therapie kann das Gleichgewicht wieder hergestellt werden, d.h. es kann für jeden, auch für deine Tochter, ein Weg gefunden werden, mit dem er glücklich ist. Manchmal sind das einfach nur veränderte Sichtweisen auf die Dinge, z.B. Vorstellungen, wie ein gutes Leben auszusehen hat, die dann Wege beschreiten lassen, welche man vorher nie in Erwägung gezogen hat oder gar nicht "auf dem Schirm" hatte.

w49
 
G

Gast

  • #6
Raushalten aus dem Leben der Tochter, besonders was Privatleben und Männer betrifft. Nur so darf sie lernen, ihre Naivität abzulegen, wenn sie lernt, mal harte Zeiten durchzumachen. Die eine oder andere Affäre schadet nicht, wo man mal auf die Fresse fliegt. Macht man solche Erfahrungen nicht, geht sie verträumt in die nächste Beziehung.

Zum Job kann ich nicht viel sagen. Wie wär's mit raushalten? Ihr habt ihr eine Ausbildung verbockt. Jetzt muss sie (wenn sie über 30 ist) eben zusehen, wie sie das beste aus ihrem Leben macht. Eine zweite Ausbildung wird sie psychisch und körperlich wohl nicht mehr packen, wie jemand Normales ohne diesen ganzen Probleme. Dafür scheinen mir zu viele Steine für sie in den Weg gelegt worden zu sein. Mitunter durch euch und durch ihre schüchterne, sensible Persönlichkeit, die übrigens auch anerzogen wird von den Eltern.

Zum Psychologen kann man niemanden schleppen. Sie ist nicht unmündig, sondern eine erwachsene Frau. Behandelt sie wie eine erwachsene reife Frau, nicht wie ein Dummchen, dann kann sie sich auch als normale erwachsene Frau beweisen.
 
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Gast

  • #7
was tut ihr gut ? Im Alltag, im Beruf, bei Freunden, im Sexualleben ?

aus ihrer eigenen, subjektiven Sicht.

Hast Dich das schon mal gefragt ?
 
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Gast

  • #8
Sie in ihrem Alter noch zu einem Psychologen schleifen?
Warum sich nicht schon früher prof. Hilfe gesucht? Ich habe beruflich mit solchen beeinträchtigten Menschen zu tun und eine prof. Hilfe und Förderung hätte schon ab dem Kindergartenalter, weil sich da die ersten Anzeichen zeigen, erfolgen müssen.

Gab es nie Gespräche und Hinweise von Lehrern usw.?

w
 
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Gast

  • #9
Sie ist doch erst 35. Das man zu meiner Zeit 12 Jahre früher nun auf einiges nicht so flott gekommen ist, kann ich verstehen, aber eure Beschreibung schreit ja schon von Kindes an nach einem Problem mit sozialen Kontakten, Konzentration und Lernschwierigkeiten. Wenn sie doch nun so langsam ist und euch auch immer wieder gesagt hat , das sie sich nicht konzentrieren kann, wieso habt ihr denn nun nicht gehandelt? Da hätte doch der Kinderarzt schon draufgucken können? Mit ADS Berichten wird man seit langem regelrecht zu geworfen. Da ihr es auch so schön bequem gemacht habt als es noch an der Zeit war, braucht ihr euch jetzt nicht mehr abmühen. Haltet euch wirklich einfach raus. Den Weg Hilfe zu suchen findet sie dann wenn sie es wirklich will. Jedenfalls ist sie zumindest nicht bösartig oder gehässig. Der Fehler liegt dann auch in den Menschen die das schäbig ausnutzen. Denen hängt ja seltsamerweise nie mal einer hinterher und will sie zum Psychiater schleifen. Dabei wäre die Welt ohne die vielen Neider, Intriganten und Lästerer ganz sicher eine angenehmere.
 
G

Gast

  • #10
Hört auf, Eure Tochter zu beäugen und in ihr Leben reinzuregieren. I(hr habt ihr in jungen Jahren nicht die Hilfe zukommen lassen, die sie gebraucht hätte udn nun ist es zu spät, um überragende berufliche oder soziale Fähigkeiten aufzubauen. Da nützt auch kein Psychologe was.
Wenn Ihr selber nur den Hauch einer Ahnung von einem Psychologen hättet, dann wüsstet Ihr, dass kein Psychologe mit eiem Menschen arbeiten kann, der gegen seinen Willen "zu ihm geschleift" wird. Offensichtlich habt Ihr versäumt, Eurer Tochter beizubringen, selber Wünsche und Bedürfnisse zu haben und nun trudelt sie durhs leben.

Für mich klingt sie leicht behindert in ihren geistigen und sozialen Fähigkeiten - ein Schulabschluss heisst nicht viel, da wird heutzutage so ziemlich jeder durchgeschleift. Sie ist mit jeder Tätigkeit überfordert und einen Kollegen so zu belästigen, dass sie ihren Job verleirt,s agt ja auch was aus.

Lasst sie in Ruhe. Sie ist in Obhut des Arbeitsamtes. Dort wird man wohl gesehen haben, dass es bei ihr beruflich zu nicht viel langt und sie nur wechselnde Aushilfsjobs mit langen Pausen dazwischen hinbekommt. Es gibt solche Menschen und dafür ahben wir Sozialleistungen, damit sie in unserer Gesellschaft Platz haben.
Auch ihre Männergeschichten gehen Euch nichts an. Sie ist erwachsen, Ihr solltet endlich mal ihre Intimspäre respektieren. Sie kann nur aufgrund der Kompetenzen, die sie in Eurer Erziehung gelernt hat, Beziehungen führen oder nichtführen. Das ist so. Ob sie bei richtiger Förderung zu mehr fähig gewesen wäre, kann niemand beurteilen und es spielt auch keine Rolle mehr, weil Chance vertan.

Lasst sie einfach in Ruhe ihr Leben führen, so wie sie es kann, beruflich und sozial.
 
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Gast

  • #11
Ich habe, obwohl ich Arzt bin, wenig Ahnung von psychiatrischen Erkrankungen, da es nicht meine Fachrichtung ist. Dennoch würde ich dir raten, mit ihr zum Psychiater zu gehen und sie auf Asperger-Syndrome testen lassen.
Ich will und kann keine Diagnose erstellen, aber ein Besuch beim Psychiater wäre sicher sinnvoll.

Jedoch will ich dir sagen, dass du auch irgendwann loslassen musst. Nicht alle Menschen wollen Ärzte, Richter oder Banker werden. Manche Menschen streben ein einfaches Arbeiterleben an, was völlig legitim ist.
Eine Berufsberatung könnte auch sinnvoll sein und dann kann sie sich dementsprechend orientieren.

Schreibe sie nicht ab und sondern versuch ihr einen leichten Einstieg in einen für sie passenden Beruf zu ermöglichen.

LG
M. (38)
Die Tochter ist 34 Jahre alt! Da kann die Mutter (glücklicherweise!) nicht mehr "mit ihr zum Psychiater gehen und sie auf Asperger-Syndrome testen lassen"! Und um eine "Berufsberatung" oder einen "leichten Einstieg in einen für sie passenden Beruf" geht es in diesem Alter, und nach beschriebener Vorgeschichte, auch längst nicht mehr!

Ich bin entsetzt, dass die unpassendste Antwort mal wieder von einem Arzt kommt, der sich auch scheinbar nicht mal die Schilderung der FS richtig durchgelesen hat! Und selbst wenn man Asperger diagnostizieren würde … was hätte die FS davon? Und vor allem ihre Tochter?


w49
 
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Gast

  • #12
Ich bin entsetzt, dass die unpassendste Antwort mal wieder von einem Arzt kommt, der sich auch scheinbar nicht mal die Schilderung der FS richtig durchgelesen hat! Und selbst wenn man Asperger diagnostizieren würde … was hätte die FS davon? Und vor allem ihre Tochter?
Naja wenn eine Diagnose da ist, kann eine Behandlung statt finden. Die Tochter der FS kann vielleicht einen Behindertenausweis bekommen und kann vielleicht so leichter einen Job finden. Die FS fragt nach einem Ansatz. Ihr zusagen; oh das ist aber schlimm oder halt Dich aus dem Leben Deiner Tochter raus, hilft der FS auch nicht.
 
G

Gast

  • #13
Du siehst deine Tochter nur sehr negativ und dies scheint ihr ganzes Leben lang so gewesen sein. Sie wurde durch die Realschule gequält, sie wurde in einen Job gezwungen, sie hatte nie eine Möglichkeit, sich zu entfalten.
Natürlich haben Eltern bestimmte Vorstellungen, aber Kinder werden nicht immer so, wie man sie gerne haben möchte. Also muss man sie so haben wollen, wie sie sind. Die wichtigste Aufgabe der Eltern ist nicht, die Kinder in eine bestimmte Richtung zu erziehen sondern vielmehr, erkennen, wo die Stärken des Kindes liegen und diese zu fördern.
Warum muss es eine Arbeit im kaufmännischen Bereich sein, wenn sie doch starke Konzentrationsschwächen hat. Warum ist eine Arbeit im hauswirtschaftlichen Bereich für dich denn minderwertig? Diese Menschen leisten wichtige Arbeiten im Dienstleistungsbereich, sie sorgen in Kantinen dafür, dass die Menschen ein ordentliches, schmackhaftes Essen bekommen, sie sorgen in Sozialeinrichtungen (z.B. Altenheim, Pflegeheim, Wohnheim) dafür, dass Menschen in einem schönen, harmonischen Umfeld leben können. Was ist daran schlechter, als in einer Telefonzentrale Gespräche zu vermitteln?
Du solltest hinterfragen, wo die Stärken deiner Tochter sind und nicht ihre Schwächen suchen.
Jeder Mensch hat Stärken.
Wenn du ihr helfen möchtest, dann lass sie endlich ihr Leben leben. Du musst sie nicht zum Psychologen oder Psychiater schleifen, denn du bist nicht mehr ihre Erziehungsberechtigte. Aber du kannst ihr den Vorschlag machen, einen Profi aufzusuchen, der ihr hilft. Aber bitte höre auf, ihr Vorwürfe und Vorhaltungen zu machen, denn dazu hast du kein Recht. Sie wäre es, die dir Vorhaltungen machen könnte, denn du hast ihr nicht geholfen, als sie ein Kind war.

w 62 (Mutter und Lehrerin an einer hauswirtschaftlichen Förderschule)
 
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Gast

  • #14
Hallo FS!
Spontan habe ich den Eindruck, daß in der Kindheit Eurer Tochter nicht der richtige Grundstein gelegt worden ist. Ein Verhalten, wie von Dir aus der Kindheit Eurer Tochter geschildert, ist definitiv auffällig. Sie wäre zu dem Zeitpunkt förderungsbedürftig gewesen. Egal was dem Verhalten zugrunde liegt- ich finde übrigens das oben beriets angeklungene ADS oder auch Asperger sind nicht abwegig, man sollte alles in Betracht ziehen, was in die Richtung geht-. Fest steht aber, daß der ZEitpunkt der Förderung auf jeden Fall ungenutzt verstrichen ist.

Also gehe ich vom heutigen Zeitpunkt aus. Warum ist Deine Sichtweise auf Deine Tochter so negativ? Sagt SIE denn auch, daß ihr das eigene Leben nicht gefällt, oder ist es nur Deine (Eure) Sichtweise? Was mir auffält, ist die Passage, ind er Du schilderst, daß sie ihren Job verloren hat, weil sie einen Vorgesetzten telefonisch belästigt hat. Was war da genau los? In wiefern hat sie denn dort ihre Kompetenzen verletzt und was hat sie mit dem Vorgesetzten gemacht? War es wirklich so, oder gab es nur eine Dfferenz mit dem Vorgesetzten? Oder hat sie ihn ensthaft belästigt? Und wie schildert Deine Tochter den Vorfall???
Hier finde ich, sollte man erkennen können, was das Problem Deiner Tochter ausmacht und da fehlt einiges an Information, so wie Du in dem gesamten Text ihre Seite außen vorlässt. Du findest sie sei naiv, Du findest ihren Job einfach, Du möchtest sie auf einen anderen Weg bringen und evtl. zu einem Psychologen schleifen.... Was aber möchte Deine Tochter?

Ihr solltet mal ein gelenktes Gespräch führen, damit jeder sich über seine Position klar wird. Ich finde, Deine Sorge und Dein Kümmern kommen ein wenig spät- ist das der Grund, warum Du jetzt so unzufrieden bist?
Kläre doch mal, ob Deine Tochter Eure Meinung überhaupt hören möchte und ob Eure Einmischung erwünscht ist?

Viel Glück!
 
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Gast

  • #15
@Gast 10

Nun - die FS könnte sich mit Hilfe des Psychologen endlich von ihrer Tochter abnabeln. Und durch eine Diagnose (vielleicht ist es ja doch Asperger) könnte der Tochter gezielt geholfen werden. Denn Asperger ist nun mal eine Erkrankung. Mit dem Erkennen der Stärken und Schwächen kann dann auch die richtige Berufswahl getroffen werden. Dazu ist man auch nie zu alt. Sie könnte mit der richtigen Förderung eine neue Ausbildung bzw. Umschulung machen und könnte dann auch auf eigenen Beinen stehen.

Man sollte sich vielleicht auch mal die Zeit nehmen um nach zu denken und nicht immer gleich drauf hauen, nur weil einer mehr weiß als man selber.

Liebe FS,
Du schreibst nicht wie alt Du und Dein Mann seid. Aber trotz allem wird es höchst Zeit, das ihr euch von eurer Tochter abnabelt, auch wenn noch so schwer fällt. Und wenn ihr euch die fachmännische Hilfe holt, werdet ihr auch bestimmt euer Leben genießen können - Du und Dein Mann als eine Einheit und eure Tochter als eine Einheit. Aber ihr müsst wirklich lernen los zu lassen.

w, 50
 
G

Gast

  • #16
Ich lese aus dem Bericht der FS nur Abwertung und Unzufriedenheit heraus. Als Eltern sollte man sein Kind so lieben und akzeptieren, wie es ist. Das hat bei euch offenbar nie stattgefunden. Schon wie über ihre Schulbildung und Ausbildung geschrieben wurde, sagt einiges aus. Ihr hattet scheinbar große Pläne mit ihr, die sie euch nicht erfüllt hat. Sicher Abitur und Hochschulstudium. Nun hat sie "nur" einen Abschluss an der Handelsschule und hat als Telefonistin gearbeitet. Da muss man ja nichts können. Wie abwertend!
Befasst euch als Eltern mal mit euren eigenen Defiziten. Davon scheint es nicht wenige zu geben.
Mutterliebe sieht anders aus und hört sich anders an.
Eure Tochter ist eine erwachsene Frau (auch wenn du das anders siehst) und ihr Privatleben geht nur sie etwas an. Dein Genörgel, bei allen was sie macht, würde mich auch nerven. Sie ist euch doch keine Rechenschaft schuldig, mit wem und wie lange sie eine Beziehung hat. Lass sie endlich ihr eigenes Leben führen und hör auf sie fortwährend nur zu kritisieren. Eure Erziehung und den Zugang zu eurer Tochter solltest du mal selbstkritisch hinterfragen.
Sehr bezeichnend für solche Eltern ist, dass sie gern von sich ablenken und dann wird das "Kind" zum Psychologen "geschliffen". Ich bin mir sicher, du würdest dich wundern, was dir der Psychologe über DEINEN Anteil sagen würde.

w 49
 
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Gast

  • #17
Wieso ist sie denn "völlig lebensuntüchtig"? Das stimmt doch überhaupt nicht. Sie erfüllt nur nicht eure hochgestochenen Vorstellungen von ihr. Das sind zwei komplett andere Paar Schuhe.

Sie hat eine Schulausbildung.
Sie hat eine Berufsausbildung.
Sie hat Jobs, in denen sie ihr eigenes Geld verdient.
Sie hat Beziehungen.
Sie scheint ihre eigene Wohnung und ihren Haushalt zu haben.
Sie ist also alles andere als "völlig lebensuntüchtig". Für mich liest sich das eher so, als ob du dir wünschen würdest, sie wäre es.
 
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Gast

  • #18
Und um eine "Berufsberatung" oder einen "leichten Einstieg in einen für sie passenden Beruf" geht es in diesem Alter, und nach beschriebener Vorgeschichte, auch längst nicht mehr!


w49
Sehe ich anders.

Weshalb soll es in ihrem Alter keine Berufsberatung bzw. leichten Einstieg in einen für sie passenden Beruf geben? Die Tochter ist 34 und keine 50. Soll sie jetzt die nächsten Jahre arbeitslos "rumdümpeln" oder Regale putzen? Natürlich wird sie wohl kaum Abitur nachholen und studieren, aber darum geht es ja auch nicht und leicht behindert, wie hier ein Schreiber anmerkte, ist sie auch nicht. Sie lebt ja nicht in einer betreuten Wohngruppe.

Zum Psychologen kannst Du FS, sie leider nicht zwingen, das muss sie selbst wollen, ich bin mir auch nicht sicher, ob das etwas für sie bringt. Ich kann Eure Sorge verstehen, aber ihr dürft Euch nicht zu sehr in das Leben Eurer erwachsenen Tochter einmischen - Du redest sehr negativ über die Tochter, das ist schon beinahe befremdlich. Meiner Meinung nach muss die Tochter unbedingt ihr Selbstwertgefühl steigern. Wenn sie eine eher schüchterne und unsichere Persönlichkeit ist, ist das aber auch ein wenig das Produkt der Erziehung.

w
 
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Gast

  • #19
Liebe FSin,

es ist verständlich, dass du dir Sorgen machst, auch wenn deine Tochter bereits Mitte 30 ist.

Vermutlich ist sie hochsensibel. Lies dich mal ein.

Mein Sohn ist für mich auch ein ständiges Sorgenkind. Mutter bleibt man doch für's ganze Leben und wünscht sich natürlich, vor allem wenn man nur ein einziges Kind hat, dass es auch gelingt, dass es sozial intergriert ist, einen erfüllenden Beruf hat und in einer glücklichen Beziehung ist.

Vielleicht könnte deine Tochter ihre Träume niederschreiben und bei z. B. Amazon zum Verkauf anbieten? Oder was in der künstlerischen Ecke suchen, kleiner Kreativverkstatt o. Ähnliches? Eventuell auch in einer Behindertenwerkstatt, da wird ihr keiner Zeitdruck machen, eben was, wo sie noch ein paar nette Leute kennenlernt?

Auch wenn sie 34 ist würde ich an ihrer Stelle einen Test auf Autismus/Asberger machen lassen, dann wisst ihr und sie was los ist und man bekommt Hilfen und wenn es nur einen Schwerbehinterenausweiß ist!

Alles Liebe
w
 
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Gast

  • #20
Ich habe genau das Alter Ihrer Tochter. Habe Abitur und zwei Diplomabschlüsse in der Zeit gemacht, wo viele nur einen machen. Ich war im Ausland usw. Bin sportlich habe mich nicht gehen lassen und bin handwerklich geschickt. Das kochen naja mit dem freunde ich mich noch an. Jedoch meine Eltern gefällt auch nicht wie ich lebe, ihrer Meinung nach sind immer alle meine Männer die Falschen. Auch mein jetziger Freund und er wird noch falscher, wenn ich endgültig bei ihm bin. Sie haben total überzogene Ansprüche und klammern. Mir ist es mittlerweile total egal, was meine Eltern denken, ich habe viel zu sehr Rücksicht auf Sie genommen. Sie können jetzt Kopfstand machen, es ist mein Leben und genauso ist es das Leben eurer Tochter. Wenn sie damit unglücklich ist und euch um Hilfe bitte, dann Ok aber bitte nicht wenn sie mit ihren Leben glücklich ist!
w34
 
G

Gast

  • #21
Ich würde dir raten mit deiner Tochter sehr behutsam über einen Gang zu einem Therapeuten zu sprechen. Die Entscheidung liegt aber bei ihr und du darfst kein Druck in diese Richtung aufbauen. Wenn sie ein professionelles Gespräch ablehnt, solltest du sie wie eine erwachsene Person behandeln und ihre Meinung akzeptieren. Das Privatleben von ihr geht dich nichts an.
Beruflich sehe ich die Sache ein wenig anders, als die meisten Beiträge hier. Manchmal braucht man einen kleinen Schub von Aussen. Du darfst sie aber nicht lenken. Aber ein Gespräch mit einem Coach, oder Berufsberatung darfst du ihr behutsam vorschlagen.
Hier hat ein Forumschreiber geschrieben, dass du den Fokus auf ihre Stärken legen solltest, statt sich nur damit zu beschäftigen, was bei ihr falsch läuft. Dem kann ich nur zustimmen. Ich würde hier auch ein Gespräch mit einem Therapeuten suchen. Du und dein Mann solltet mit einem Fachmann über euer Verhältnis zur der Tochter sprechen, darüber was und wie ihr Beide es in der Zukunft besser machen könnt.
Trotzdem muss du akzeptieren, dass deine Tochter eine erwachsene Frau ist, die ihr Leben leben darf, wie sie möchte. Du solltest dringend anfangen sie dementsprechend zu behandeln und sie respektieren.

w
 
G

Gast

  • #22
Lasst eure Tochter doch einfach machen. Sowas kommt gleich hinter dem Vater der mich letzens mit seinem 40 jährigen Sohn verkuppeln wolte oder dem Bürgermeister, der unbedingt wollte, dass ich in sein Singlemännerdorf ziehe, weil der Kindergarten gefüllt werden muss. W
 
G

Gast

  • #23
Ich bin entsetzt, dass die unpassendste Antwort mal wieder von einem Arzt kommt, der sich auch scheinbar nicht mal die Schilderung der FS richtig durchgelesen hat! Und selbst wenn man Asperger diagnostizieren würde … was hätte die FS davon? Und vor allem ihre Tochter?
Das ist tatsächlich eine Art der Diagnosestellung, die in ihrer Inkompetenz zum Lachen reizt, wenn es für die Betroffene nicht so furchtbar ernst wäre. Von einer Aspergerin, die einen Kollegen so massiv belästigt, dass sie ihren Job verliert, lese ich zum ersten Mal in meinem Leben.

Als selber Betroffene sowie mit drei Kollegen im beruflichen Umfeld (Informatik) kenne ich die Symptome sowie unterschiedliche Schweregrade. Nichts davon passt zur Tochter. Sie ist schlichtweg in ihren geistigen, sozialen und emotionalen Kompetenzen nicht altersgerecht entwickelt und entspricht nicht den Wünschen ihrer Eltern.

Etwas zurück geblieben zusein, auch weil zielgerichtete Förderung in den jungen Jahren fehlte, ist nicht unbedingt eine Krankheit, die geheilt werden muss, sondern gehört zur Vielfalt des Lebens.
 
G

Gast

  • #24
Ich bin geschockt, wie Sie über Ihre Tochter schreiben/denken.

Es ist zwar gut, wenn Eltern sich Gedanken als auch Sorgen um ihr Kind machen, aber ich finde wie sie von ihnen behandelt wird recht schlimm. Ich habe selbst keine Kinder, aber mir läuft ein Schauer über den Rücken, wenn ich nur daran denke als Kind so behandelt worden wäre, wie von ihnen.

Erst einmal finde ich es klasse, dass ihre Tochter überhaupt die Ausbildung durchgezogen hat!
Dann hat sie immer wieder aufs neue versucht und scheitert an ihren Schwächen. Da müssten sie eigentlich ihre Tochter unterstützen, aber sie werten das alles sehr ab.

Das ist meinerseits keine Beleidigung an sie, sondern gut gemeint, denn sie solltenl unbedingt zu einem Psychologen mit ihrem Mann zusammen, damit sie ihre Denkweise ändern und ihrer Tochter Kraft und Verständnis geben.
Denn wo soll ihre Tochter das Selbstbewusssein herholen, wenn die Eltern so zu ihrem Kind sind.

Wenn ihre Tochter Schwierigkeiten hat, die beruflichen Tätigkeiten auszuüben, dann muss sie genau überlegen, welche Arbeiten ihr u.a. leicht fallen, und ich denke auch, dass es nicht nur an ihrer Arbwit lag, dass sie gekündigt wurde.

Alles gute für sie und nehmen sie mal ihre Tochter in den Arm und sagen ihr, das sie Stolz auf sie sind!
 
G

Gast

  • #25
Schenk deiner Tochter doch einfach mal Liebe und zeige ihr, dass sie völlig OK ist so wie sie ist. Offensichtlich hat ja deine Tochter eine Art "Behinderung" - so liest sich das für mich. Warum lasst ihr sie nicht einfach mal in Ruhe?

Ich kann ja verstehen, dass man sich als Eltern darum sorgt, dass es den Kindern auch finanziell gut geht, aber du hast nicht ein einziges Wort darüber verloren, wie es deiner Tochter damit geht. Ist sie unzufrieden mit den Kündigungen? War sie unzufrieden mit den Jobs?

Ich finde, dass es das wichtigste ist, zufrieden mit seinem Leben zu sein. Leidet deine Tochter unter ihrem Leben? Warum habt ihr sie nicht dazu animiert, Pferdepflegerin zu werden, wenn sie auf dem Reiterhof so aufgeblüht ist?

Ich empfinde es so, dass ihr, bildlich gesprochen, nichts anderes tut als an eurer Tochter hin und her zuziehen. Wenn das nicht geht, zieht ihr sie dahin. Wenn das nicht funktioniert, zieht ihr sie dorthin.

Ich finde es übrigens gut, dass deine Tochter, sich nicht reinreden lassen will. Sie ist erwachsen und kann alleine für sich entscheiden und sie hat euch einiges voraus. Sie weiß warum sie gescheitert ist und anscheinend akzeptiert sie es für sich.

Warum ihr einen Psychologen aufsuchen wollt, ist mir schleierhaft. Ich würde erstmal herausfinden wollen, ob sie tatsächlich eine ernsthafte geistige Beschränke hat. Vielleicht würde das dann vieles erklären.
 
G

Gast

  • #26
1) Warum war sie noch nie beim Psychiater oder Psychoge erstmal? Oder ein Coach. Oder ein selbsthilfegruppe. Es kann sein das sie so was wie ADD oder Autistmus hat. Dann ist es toll um mehr Informationen, Hilfe, Leidgenossen zu finden.
2) Ja, positive Bestätigung ist wichtig also tolle Hobbys, Reisen, Freunden, Kleidung usw. Jetzt erst mal das, Selbstvertrauen aufbauen und dann der Job. Loben was Sie gut macht. Oder das Sie gut aussieht. Nicht reden über dusteres, das ist so negativ!
Viel Erfolg!
 
G

Gast

  • #27
Das klingt sehr nach ADHS/ADS. Gerade die Konzentrationsschwierigkeiten, Lernschwierigkeiten, das Stören weisen darauf hin. Ich würde mich da mal einlesen. Auch bei Erwachsenen tritt es noch auf.
http://www.adhs-deutschland.de/Home/ADHS/Erwachsene/ADHS-im-Erwachsenenalter.aspx
 
G

Gast

  • #28
Ich finde, dass es das wichtigste ist, zufrieden mit seinem Leben zu sein. Leidet deine Tochter unter ihrem Leben? Warum habt ihr sie nicht dazu animiert, Pferdepflegerin zu werden, wenn sie auf dem Reiterhof so aufgeblüht ist?

I
Ist doch selbsterklärend, warum nicht, weil Eltern wie die Fragestellerin häufig mit Sprüchen kommen wie: "Pferdepfelgerin ist kein Beruf für dich". Offensichtlich musste sie das lernen, was den Eltern besser gefiehl. Ein sensibles und schüchternes Kind macht das dann auch ohne Widerspruch oder eigene Meinung. Somit stellt sie sich heute mit Protest gegen ihr eigenes Leben.

Sensible Kinder brechen dann ab, gemäß ihrer herrischen Erziehung: "ich darf bloß nicht meinen eigenen Bedürfnissen folgen".

Durchaus hätte ihr Leben vielversprechend werden können, wenn sie frühzeitig IHREN Weg gewählt hätte, aber das ist vorbei. Mit Mitte 30 nochmal umlernen? Vergiss es! In ihrem Zustand? Manche gehen mit 40 ja schon halb in Rente und treten kürzer, weil sie genug gearbeitet haben. In ihrem Alter wird sie immer Quereinsteiger und minderverdienend bleiben.

Sie scheint zu verstört zu sein, um normal leben zu können. Mit über 30 kann man solch psychische Ursachen wohl nicht mehr oder nur in minimalsten Schritten beheben, aber das definitiv ohne die Eltern.

Schlecht ist vor allem, dass du als Fragestellerin deine Tochter so schlecht redest, anstatt sie zu loben und ihre positiven Seiten zu sehen, denn der Mensch braucht ständige Erfolgerlebnisse, um voranzukommen und was anzupacken im Leben. Bei einem 1.-Euro Job würde ich mich auch gehen lassen. Wozu da noch arbeiten oder sich anstrengen?
 
  • #29
Wenn Eure Tochter das möchte, wäre ein Beratungsgespräch mit einem Psychologen vermutlich nicht schädlich.

Ich kann aus dem, was und wie Du über Eure Tochter schreibst, noch kein konkretes elterliches Versagen herauslesen. Offensichtlich gelang es Eurer Tochter und Euch nur nicht, für sie einen Weg zu finden, auf dem sie sich wohlfühlt, ankommt bei sich und in der Realität. Daran kann auch eine biologische Besonderheit schuld sein, das muss nicht immer mit elterlicher Anleitung zur Unselbstständigkeit in Verbindung gebracht werden. Auch ihren Ist- Zustand würde ich vermutlich ähnlich besorgt sehen wie ihr, ich sehe kein Negativ- Reden bei Euch. Auch ob ihre Besonderheiten behandelbar gewesen wären, steht für mich nicht fest, Menschen sind nun mal unterschiedlich, nicht alles und jeder lässt sich "optimieren" im Sinne eines einwandfreien Funktionierens in der Schul- und Arbeitswelt.

Dass kontaktscheue Menschen oft sehr gut mit Tieren, gerade Pferden, können, habe ich aber selbst erlebt. Ich finde 34 auch noch nicht zu alt für sie, um Pferdewirtin zu erlernen. Ich war ebenfalls genau 34, als ich ich mein Teenagerhobby noch einmal als Passion aufleben ließ. Meinen Kindern und mir haben die Pferde in der emotional schwierigen (Scheidungs-) Zeit sehr geholfen.

Vielleicht wäre das für Eure Tochter abseits jeder Problembesprechungen (auch psychologischer) der bessere Weg: Sie macht, was sie kann und was sie erfüllt, arbeitet mit und bei Pferden. Daraus mag sich zwar keine Partnerschaft ergeben, weil Frauen in Reitställen hoffnungslos in der Überzahl sind und die wenigen Männer oft sehr oberflächlich Turnier-orientiert und ansonsten chauvinistisch eingestellt sind- aber sie hätte einen Bereich, in dem eine andere Art von Leistung zählt als die, die sie im Büro aufbringen muss.

Ganz toll wäre es, wenn ihr ihr ein eigenes Pferd finanzieren könntet. Das könnte sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit holen.
Alles Gute!
 
G

Gast

  • #30
Also ich bin auch der Meinung, die Tochter der FS sollte einen Psychiater aufsuchen aber man sollte hier jetzt nicht mit den derzeitigen "Mode" -Diagnose um sich werfen, dafür hat die FS viel zu wenig geschrieben.

Ich persönlich werde wegen ADHS behandelt und es wurde auch erst im erwachsenen Alter diagnostiziert. Ja die FS hat ein paar Symptome aufgeschrieben, die bei dieser Störung vorkommen können. Aber die geschilderten Symptome reichen für keine Diagnose aus.

Gut in den Medien nimmt die Diagnose ADHS (zum Glück) langsam ab und wir durch Asperger-Syndrom ersetzt. Vor ADHS hatte jeder zweite der psychosomatisch auffällig war Manische -Depression. Mal schauen was nach dem Asperger-Syndrom kommt.

Vor 100 Jahren kannte man diese Störungen noch gar nicht. Die Menschen die diese Störungen hatten waren aber auch nicht alle in Psychiatrischen -Anstalten untergebracht. Das Leben war früher nicht so durchgeplant. Viele Betroffenen lebten auf einem Bauernhof und wurden für etwas schrullig gehalten.

Heute wird für alles eine Diagnose gebracht was nicht der Norm entspricht.

Es ist nicht so, dass ich diese Entwicklung verteufel aber man sollte besonders als Leihe sehr vorsichtig mit Diagnosen umgehen und die Medien sollten auch die Finger davon lassen.