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  • #1

Unsicherheit über die Idee zu heiraten

Hallo, mein LG und ich sind schon viele Jahre zusammen. Er hat 2 große Kinder aus einer 1. Ehe. Er wollte seit seiner gescheiterten Ehe niemals mehr Kinder und heiraten. Er hat mir dies schon sehr oft gesagt, was mir dann auch dementsprechend weh tat aber ich fand mich damit ab. Nun, kam ihm die Idee, dass Heirat doch in Ordnung wäre. Aaaaaaber - er wurde von seiner 1. Frau nach einer Affäre verlassen (die Frau hatte die Affäre, über ein halbes Jahr lang) und sie trennte sich mit den kleinen Kindern dann sehr zeitnah von ihm. Sie dachte, er hatte auch eine Affäre, da er sehr oft unterwegs war usw. Das hat ihn sehr übel mitgenommen, die Konsequenzen durfte ich dann (und die Frauen vor mir) dann jeweils ausbaden - wenig Vertrauen, weil "das könnte doch genauso enden.....". Die Ex wollte dann nach kurzer Zeit wieder zu ihm zurück, weil der Affärenmann doch nicht hielt, was er versprach oder so ähnlich - blieb dann jedoch doch einige Jahre dort. Hoher Unterhalt, wenig Mitsprache - der Klassiker eben. Die erwachsenen Kinder aus seiner 1. Ehe vergöttert er.

Es kommt aber doch immer wieder durch, dass er Angst vor einer Heirat hat, wahrscheinlich aufgrund der Erfahrungen. Er hat schon so oft "ja" und dann wieder "nein" gesagt, dass ich ehrlich gesagt, dann Angst vor einem erneuten Rückzieher habe und, dass er noch immer, das jahrzehntelang vergangene Ehe-AUS- im Rücken hat.

Auch habe ich Angst, 2. Wahl zu sein - da er dieses Ehe-Aus doch immer wieder bereut, beziehungsweise, dass was aus der Familie geworden ist. Die Ex hatte dann auch immer wieder nen anderen Freund, ne ON-OFF-Sache im 2-Jahres Rythmus usw. Die Kinder dann auch nicht mehr DEN Bezug zu ihm usw.

Ich hab schon einige Seelenschäden aus der Sache rausgetragen, viele Unsicherheiten, das das Ende der Ehe der beiden doch ein großes Missverständnis war usw. und dass er, wenn er mich heiratet, auch wieder einen Fehler begeht. Ich bin knapp Mitte 30 übrigens, habe auch ein Kind aus einer Erstbeziehung.
 
  • #2
Wozu noch Heiraten, wenn das Versprechen schon einmal gebrochen wurde? Da ist der Zauber doch verflogen.

Ich kann den Mann völlig verstehen. Es war einmal ein fehler, es wird auch beim zweiten Mal nichts nützen. Ihr beide könnt auch ohne Trauschein glücklich werden.
 
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  • #3
Ich denke, man darf die Frau, die man liebt, nicht für den Fehler einer anderen Frau büßen lassen und man darf der Frau, die man ehrlich liebt, nicht weniger "bieten" als der Vorgängerin. Ich habe nach meiner Scheidung erneut geheiratet, anderenfalls hätte mich meine Frau auch sicher nach kurzer Zeit verlassen, was schade für uns beide gewesen wäre. Die erste Ehe wird oft aus falschen Motiven geschlossen (will noch Kinder, es wird Zeit, Freundin ist schwanger, Steuer etc.) Gerade das zweite "Ja" kam mir locker und glücklich von den Lippen, weil ich ganz sicher war, beim ersten Mal übrigens nicht. Möglicherweise hat Dein Freund einfacher länger gebraucht als andere, bevor er ein gewisses Grundvertrauen zurückgewonnen hat. Wenn Du ihn liebst, freu Dich darüber und trau Dich.
 
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  • #4
Möchtest Du nun einfach heiraten, weil er nachgegeben hat oder weil Du Ihn liebst?
Wenn Du bedenken hast, sage ihm das. Du hast auch ein Recht auf Deine Bedenken.
 
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  • #5
Hallo, natürlich liebe ich ihn. Aber er hatte doch schon öfter eine Heirat angedacht und war sich dann wieder nicht mehr sicher und das wars für die nächste Zeit dann wieder gewesen.
Danach hatte ich für mich entschieden, nein, er will nicht - dabei bleibt es.
Insgeheim fühlte ich mich der Frau Nr. 1 unterlegen - sie war all das, was so seinen Vorstellungen entsprach - schlank, hübsch, super Hausfrau, beliebt.
Blöderweise ist das dann eben zerbrochen. Lange Zeit habe ich mir diese Narben eigentlich "zu eigen" gemacht und habe sehr vieles auf mich bezogen. Manchmal mich gar nicht mehr als "Frau" gefühlt - denn seine schlimmste Vorstellung Nr.1 war, dass ich schwanger werde - und Vorstellung Nr. 2, dass wir heiraten.
Es ist schwer, dass jetzt alles "abzulegen" und zu sagen - ok, dann lass uns mal - jetzt brauche ich auch Zeit zu "verdauen".
FS
 
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  • #6
Ja also das klingt nicht so schön wie du das beschreibst...

Klingt so, als würde das "Lebensmodell" für eure Beziehung fehlen, oder in Ungleichgewicht sein.
Was ist euer persönliches "Ziel"? Als Pärchen auftreten? Die Einsamkeit vertreiben? Eine neue Familie? Oder spielt das keine Rolle.

Wenn er dich nur als Anhängsel seines gescheiterten Familienlebens sieht, wird dich das wahrscheinlich unbefriedigt lassen.

w
 
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  • #7
man darf der Frau, die man ehrlich liebt, nicht weniger "bieten" als der Vorgängerin.

Narben sind Narben, man fühlt an diesen Stellen nicht mehr wie früher, selbst wenn man es sich noch so sehr wünscht. Die Frau hatte also eine Affäre, weil sie dachte, er hätte auch eine. Möglicherweise sogar genau deswegen. Das ist sehr sehr schlimmer als normales Fremdgehen, denn das tut demjenigen, der fremd gegangen ist, genauso weh wie dem unschuldig Betrogenen: man liebt einander nach wie vor, aber man kann eben nicht mehr zusammen sein.
 
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  • #9
Ich denke, man darf die Frau, die man liebt, nicht für den Fehler einer anderen Frau büßen lassen und man darf der Frau, die man ehrlich liebt, nicht weniger "bieten" als der Vorgängerin. ...
Äh, was hat er der Vorgängerin den geboten? Eine gescheiterte Ehe? Da wäre keine Ehe doch deutlich mehr?

Hier treffen einfach zwei Lebenserfahrungen aufeinander - eine Person, die die Ehe idealisiert, eine andere, die auf die Grenzen der Ehe gestoßen ist.
 
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  • #10
Narben sind Narben, man fühlt an diesen Stellen nicht mehr wie früher, selbst wenn man es sich noch so sehr wünscht. Die Frau hatte also eine Affäre, weil sie dachte, er hätte auch eine. Möglicherweise sogar genau deswegen. Das ist sehr sehr schlimmer als normales Fremdgehen, denn das tut demjenigen, der fremd gegangen ist, genauso weh wie dem unschuldig Betrogenen: man liebt einander nach wie vor, aber man kann eben nicht mehr zusammen sein.

Hallo, das sehe ich etwas differenzierter. Aufgrund von "eventuellen Annahmen" - dass er eine Affäre hatte, hat sich nie verifiziert - selbst eine anzufangen? In einer funktionierenden Beziehung geht man wohl kaum davon aus, dass der Mann eine Affäre hat und fängt aufgrund dieser Annahme gleich selbst eine an. Ohne Beweise, ohne Indizien, ohne Konfrontation.
Und eine Affäre, nicht ein Seitensprung, den man dann noch als Partner haben will, läuft einem doch auch nicht mal ebenso über den Weg - frei nach dem Motto "Wie du mir vielleicht, so ich dir?"
Sie hat die Sache ja dann auch durchgezogen und den Affärenmann in die gemeinsame Wohnung einziehen lassen und ist rund 4 Jahre mit ihm zusammengeblieben.
Aber bitte - jeder Jeck ist anders.
FS
 
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