• #1

Unsicherheiten in der Beziehung abbauen, aber wie?

Guten Abend,
ich (m, 27), bin seit etwas mehr als einem Jahr mit meiner Freundin (w, 31) zusammen. Nun beschäftigen mich des Öfteren Dinge, von denen ich zwar von Anfang an wusste und sie akzeptiert habe, die aber vermehrt aufkommen.
Es ist so, dass sie ihre erste lange Beziehung hatte, und sich danach ein wenig "ausgelebt" hat (für meine Begriffe etwas promisk, aber es ist okay - ca. 10 Männer in 2 Jahren, von denen ich weiß).
Von 2 davon wollte sie mehr und hatte einige Zeit etwas mit ihnen, allerdings wurde sie "benutzt" und sehr verletzt.
Aktuell kam es dazu, dass ihr einer von beiden geschrieben hat und sich von ihr behandeln lassen möchte (Physio) und sie auch noch darauf eingestiegen ist. Deshalb gab es einen großen Streit (der schlimmste bisher), weil sie mir bei zwei kleinen anderen Dingen eine Riesen-Szene macht, und sie aber keine Probleme gehabt hätte ihn zu behandeln. M.E. hat er vermutlich einen Hintergedanken und sie ist so naiv und lässt sich darauf ein. Zudem hat sie lange gebraucht meine Erklärung, wieso mich das so stört, nachzuvollziehen und zu akzeptieren. Sie meinte sie will ihm nur helfen, ist professionell. Im Umkehrschluss will sie ihm aber auch die Meinung geigen und ihn zur Rede stellen, was das damals war und wieso er sie so verletzt hat und schreibt ihm aber sehr nett zurück, keine Spur von "böse sein“. Ich habe ihr es nun prinzipiell nicht "verboten", sie kann tun und lassen was sie will, aber es stört mich. Für mich war das ein großer Vertrauensverlust.
Meiner Meinung nach ist da bei ihr doch noch was, auch gefühlsmäßig, oder bin ich auch zu "naiv"? Zunächst hatte sie ein "Bedürfnis" nach "Klärung" oder was auch immer, und erst durch mein Intervenieren ist sie davon abgewichen und würde den geplanten Termin nun mir zuliebe doch noch absagen.
Es war ein sehr heftiger Streit. Sie beteuerte dass sie nur mich liebt und nur mich will. Dabei redet sie auch schon davon sie will mit mir zusammen leben, alt werden, heiraten etc. Fühle mich dabei manchmal als letzte Chance/Notnagel/Rettungsanker, weil sie älter als ich ist und wie vermutlich fast jede Frau einen (leisen) Kinderwunsch hegt.
Wie kann ich mit soetwas zukünftig umgehen? Liegt es an meiner eigenen Unsicherheit, sollte ich mir weniger "Sorgen" machen, oder trügt einen das Bauchgefühl/die Intuition nicht? (ich schätze mich als sehr empathisch ein, bekomme das auch oft zu hören, deshalb vertraue ich meinem Bauch auch oft).
Wie ist diese Situation allgemein einzuschätzen?
 
  • #2
Fühle mich dabei manchmal als letzte Chance/Notnagel/Rettungsanker, weil sie älter als ich ist und wie vermutlich fast jede Frau einen (leisen) Kinderwunsch hegt.
Sehe ich ganz genauso!
oder trügt einen das Bauchgefühl/die Intuition nicht?
Deine Intuition/Bauchgefühl kennt die Wahrheit!
Wie ist diese Situation allgemein einzuschätzen?
Es gibt nur 2 Möglichkeiten: Entweder du lebst damit evtl. für lange Zeit sehr unglücklich, es wird dich immer wieder einholen oder aber du triffst für dich neue Entscheidungen für Dein Glück für deine Zukunft! Ich hätte bei einer solchen Frau kein gutes Gefühl und würde neue Wege gehen!
 
  • #3
Erstens mal zeigt sich wieder, daß man seinem Partner nicht in jedem Detail das Vorleben erzählen sollte. Das ist vorbei, ist Geschichte, gehört zu einer anderen Lebensphase, etc. Warum den anderen damit belasten?
Zweitens - so wie du es schilderst, ist es kein unbefangenes und professionelles Umgehen mit dem Ex, sondern sie will noch eine Rechnung begleichen. Das ist nicht ok. Wenn sie deine Argumente nicht verstehen will, und der Streit dann eskaliert, sorry - lass dich nicht für dumm verkaufen.
Drittens klingst du allerdings wirklich etwas unsicher - du misstraust im Grunde ihren Motiven, warum sie überhaupt mit dir zusammen ist.
Ja - definitiv zu wenig Vertrauen und Tragfähigkeit langfristig, meine Meinung.
 
  • #4
Lieber FS,
das Bauchgefühl trügt NIE ! ;-)
Ich empfinde die Situation folgendermaßen:
Die Aktivitäten Deiner Freundin vor Eurer Beziehung sprechen für sich-aber gut, es war vielleicht eine Phase in ihrem Leben. Sie hat in Dir wahrscheinlich einen Partner gefunden, der ihr Sicherheit und Geborgenheit gibt. Nun taucht da wieder ein Typ aus der Zeit vor Eurer Beziehung auf-und sie springt voll drauf an. Das ist weder naiv von ihr, noch professionell, noch will sie ihm helfen-es ist die Lust auf ein Spielchen, wie auch immer. Da gibt's nichts mehr zu klären mit dem Typen, denn IHR seid zusammen und sie kann sich glücklich schätzen, mit Dir zusammen zu sein. Mich würde es auch sehr irritieren und verunsichern, dass sie ihm *noch mal die Meinung geigen will*, das klingt ja so, als hätte der Typ noch irgendeine Bedeutung?! Deine Freundin verhält sich widersprüchlich. Sie lässt sich da auf etwas ein, das längst abgeschlossen sein sollte-und will das jetzt in Eure Beziehung mit integrieren? Nein, das geht gar nicht! Da solltest Du ihr jetzt mal ein paar klare Worte entgegen bringen. Dein Bauchgefühl wird Dir dabei der beste Ratgeber sein.
Alles Liebe!,

w 45
 
  • #5
Ich finde es äußerst merkwürdig, dass sie ihn einerseits behandeln will und andererseits zur Rede stellen. Zum einen werden da zwei Ebenen vermischt, zum anderen scheint sie mit ihm nicht durch zu sein.
Auf der anderen Seite schreibst du nichts positives von der Beziehung und fühlst dich oft als Notnagel und vermutest einen latenten Kinderwunsch bei ihr (wenn man in diesem Forum mitliest, scheint der Kinderwunsch eh eine unanständige Sache aus dem letzten Jhd.zu sein, der manchen Frauen einfach nicht auszutreiben ist). Ja dann sprich doch all diese Dinge an, was Kinder, Zukunft etc. angeht. Oder hoffst du, durch nicht Ansprechen das Ganze zu umgehen?
 
  • #6
Zunächst mal ist es nicht professionell von Deiner Freundin einen Ex zu behandeln und ihm gleichzeitig die "Meinung geigen" zu wollen. Entweder Profession oder privates Gezänk.
Sie ist jetzt in einer neuen Beziehung und sollte daran absolut kein Interesse haben. Ich bin auch wahnsinnig verletzt worden von einem Mann, aber seit Jahren glücklich verheiratet. Ich hätte null Interesse daran mit verflossenen Ar*** was aufzuarbeiten! Und erst recht nicht würde ich sie physiotherapeutisch behandeln (umfasst ja meist sogar noch Körperkontakt). Deine Angespanntheit deshalb ist also gut nachvollziehbar und ich finde sie in diesem Punkt sehr unreif (auch im Hinblick auf ein professionelles Berufsverständnis, aber das ist für Dich natürlich nicht das Wichtigste, sagt aber auch einiges über sie aus).

Der andere Punkt, der sehr gegen Deine neue Beziehung spricht und praktisch aus jedem Satz heraustrieft: Du verachtest sie. Oder Dich selbst, weil Du nichts "besseres" abbekommen hast und nicht weißt, ob es sich für Dich noch lohnt danach zu suchen.
Du präsentierst Deine Lebensgefährtin hier als hysterische und verzweifelte Schlampe. Du umschreibst es zwar, nennst Beispiele, sprichst von Bauchgefühl und Empathie, aber im Grunde läuft es darauf hinaus: Sie ist Dir zu bitchy.
Auf seinen Partner herabzusehen kann auf Dauer nie eine tragfähige Beziehung hervorbringen. Insofern solltest Du Dich fragen, ob Du Deine Partnerin mitsamt ihrer Biographie akzeptieren und lieben kannst, oder eben nicht.
Die Doppelmoral mit der Frauen immer noch bewertet werden ist abstoßend und daran müssen wir kollektiv arbeiten. Das scheint Dir ja ähnlich zu gehen, denn Du willst es ja bewusst "okay" finden, dass sie Sex mit 10 oder mehr Männern hatte. Leider ist das Schema "Heilige oder Hure" bei vielen Männern tief in ihrer Matrix eingeschrieben und wird nur von (wie in Deinem Text wunderbar dargestellt) von einem dünnen Mäntelchen der political correctness verhüllt.
Also die Frage ist: schaffst Du es sie vorurteilsfrei kennen und lieben zu lernen oder ist Dein Schlampenschema zu tiefsitzend? Vorurteilsfrei jemandem zu begegnen, heißt übrigens nicht unkritisch zu sein. Ihr Umgang mit dem Ex ist bspw. kritikwürdig, wie ich es oben ausgeführt habe.
 
  • #7
Noch eine kurze Erklärung:
Mit *integrieren* meine ich, dass sie m.E. ein paar destruktive Strukturen und Verhaltensmuster in ihr Leben (und auch Deins) holt, sprich, sich mit einem Mann beschäftigt, der ihr früher offensichtlich nicht gut getan hat. Das Alles wird viel Unruhe und Verunsicherung in Eure Beziehung bringen, das steht fest. Auch wenn Deine Freundin beteuert, sie würde nur Dich lieben und wollen-wenn sie dem Mann nicht deutlich sagen kann, dass sie ihn nicht behandeln möchte, dann ist sie entweder ambivalent oder nimmt leichtfertig in Kauf, dass der Mann wieder Einfluss auf sie nehmen könnte. Da könntest Du dann nur dumm dastehen und zuschauen. Deswegen würde ich Dir raten, ihr auch ein paar direkte Fragen zu stellen: Was erhofft sie sich? Ist es wirklich notwendig, noch einmal Kontakt zu diesem Mann zu haben? Warum? Was wäre dann anders/besser? So findest Du vielleicht heraus, ob du nur Notnagel bist, oder ob sie Dich jetzt besonders braucht, um wieder Stabilität und einen klaren Kopf zu bekommen.
 
  • #8
Erstens mal zeigt sich wieder, daß man seinem Partner nicht in jedem Detail das Vorleben erzählen sollte. Das ist vorbei, ist Geschichte, gehört zu einer anderen Lebensphase, etc. Warum den anderen damit belasten?
Wer sich vertraut, muss voreinander keine Geheimnisse haben. Ich finde es erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit - auf die Frage des FS bezogen - ein promiskes Vorleben als "normal" dargestellt wird, andererseits aber nicht offen damit umgegangen wird. DAS ist ein veritabler Doppelstandard, mit dem der neue "Partner" (?) in einem für ihn möglicherwiese wichtigen Punkt hinter's Licht geführt werden soll. Es ist ein sehr egoistisches, unsympathisches Verhalten. Ich würde erwarten, dass sich in einer richtigen Partnerschaft beide in allen ihren Wesenszügen akzeptiert wissen wollen, oder etwa nicht? (Womit ich nicht gesagt habe, alle "schmutzigen Details" [Vorsicht, Ironie] auspacken zu müssen.)

Drittens klingst du allerdings wirklich etwas unsicher - du misstraust im Grunde ihren Motiven, warum sie überhaupt mit dir zusammen ist.
Ja - definitiv zu wenig Vertrauen und Tragfähigkeit langfristig, meine Meinung.
Es gibt sehr wohl auch begründete Unsicherheit. Nach meiner eigenen Lebenserfahrung ist es immer falsch, der eigenen Intuition zu misstrauen - ausgenommen, man hätte beispielsweise selbst ein notorisches Eifersuchtsproblem o.ä. - denn (nur) dann gerieten wir in den Bereich der "pathologischen Unsicherheit".

Ich rate dem FS, die Grundlagen dieser Beziehung zu überdenken - und darüber mit der Frau nicht zu viel zu reden, denn damit provoziert er nur Lügen und falsche Schwüre - bzw. wird nie wissen, was wahrheit und was evtl. Lüge gewesen ist, also nicht weiterkommen auf diese Art. Wie immer: es zählen die Taten, nicht die Worte.
 
  • #9
@Terzia:
Leider wird hier der Begriff "Schlampenschema" eingeführt. Alles "Social Shaming" des FS ändert aber doch nichts an zwei oder drei Tatsachen, die vielleicht als störend empfunden werden (sowohl von manchen Männern wie von manchen Frauen, wenn auch oft aus unterschiedlichen Gründen und in unterschiedlicher Weise)...
Die Doppelmoral mit der Frauen immer noch bewertet werden ist abstoßend und daran müssen wir kollektiv arbeiten.
...
Also die Frage ist: schaffst Du es sie vorurteilsfrei kennen und lieben zu lernen oder ist Dein Schlampenschema zu tiefsitzend? Vorurteilsfrei jemandem zu begegnen, heißt übrigens nicht unkritisch zu sein. Ihr Umgang mit dem Ex ist bspw. kritikwürdig, wie ich es oben ausgeführt habe.
... nämlich:
Es gibt im Spektrum der soziosexuellen Orientierung (ja, so heißt das wirklich - und es ist ein auf lange Sicht sehr häufig erstaunlich stabiles Persönlichkeitsmerkmal, worauf im Falle der fraglichen Frau ihr aktuelles Verhalten deutlich hinweist) zwei Pole - und die Freundin des FS fällt mit zehn Sexualkontakten in gerade mal zwei Jahren eindeutig in die Kategorie "unrestricted". Damit sind halt einige (mindestens zwei, drei) mit Blick auf eine dauerhaft erfolgreiche, loyale Partnerschaft recht unschöne Dinge assoziiert. Und ganz vorwissenschaftlich: die Evolution hat offensichtlich den meisten Männern eine bestimmte Intuition mitgegeben, die sie - wenigstens partiell - vor diesen unschönen Dingen schützen mag.
Dafür muss man nicht mir abwertenden Begriffen operieren, denn es geht ja ausschließlich um die Vorstellungen des FS, mit wem als Partnerin er sein Leben verbringen will.
 
  • #10
Lieber Stew,

Ich kann dir nicht online sagen (und alle anderen auch nicht), ob dein Bauchgefühl sich nun irrt oder nicht. Das Bauchgefühl ist immer die Summe all deiner Erfahrungen, die sich gefühlsmässig niederschlägt. Wenn du ausbalancierte und vielfältige Erfahrungen hast in einem Bereich, wird das Bauchgefühl präziser. Wenn du nur schlechte Erfahrungen hast, ist dein Bauchgefühl oft zu misstrauisch, wenn du nur gute hast, zu naiv.
 
A

aufgewacht

  • #11
Ihr seid jetzt seit einem Jahr zusammen. Und das ist für sie (und für dich?) doch schon (im Verhältnis) eine lange Zeit. Trotzdem gibt es diese Reibereien, in meinen Augen weil ihr merkt, dass sich da plötzlich etwas anderes tut. Die Zeit des schnellen Lebens ist vorbei und das Gefühl von angekommen macht sich breit.
Dieses Gefühl wird dauernd hinterfragt. Zum einen, weil man ein "gutes" anderes Leben gelebt hat und Zweifel an der Gleichwertigkeit des Neuen hat und zum anderen weil doch Bindungsängste bestehen. Das zeigen für mich auch die kleinen Streitereien, zu denen ihr euch wohl beide Anlass gegeben habt.

10 Partner in 2 Jahren halte ich für einen Single für eher normal. Das da 2 gescheiterte Versuche dabei waren, machen es für mich nur normaler.

Das Aufnehmen des Ex und das zur Rede stelen, kann auch durchaus gut und wichtig für sie sein, um etwas abschließen zu können und um damit noch freier für dich zu sein. Warum hast du Angst. Ist eure Beziehung in der Krise?
Du kannst ihr nichts verbieten. Schon gar nichts was sie für sich als wichtig empfindet. Du kannst sagen (was dugemacht hast) wie es dir dabei ergeht.
Und es ist an ihr, dir deine Ängste zunehmen. Ängste, die durch aus aus deiner Empfindung für sie kommen... und mit denen sie, wenn sie es versteht, ganz vorsichtig umgeht.
Jetzt gehe einfach mal in dich und frage dich, ob es - wenn es diese Szene nicht gäbe - die Frau ist, mit der du alt werden möchtest.
Wenn sie es ist. Dann öffne dich ihr ohne Vorwürfe zu machen, ohne Bedingungen zu stellen, ohne Erwartungen zu haben....
Wenn sie dich genau so will, wird sie diese Vergangenheit und deren Spätfolgen zu einem für euch guten Ende bringen.
Erwarte aber nicht, dass das von heute auf morgen passiert.

Ich wünsche euch alles Gute
 
  • #12
Das kommt dabei raus, wenn man sein Vorleben zu genau ausplaudert. FS, du scheinst sehr unsicher zu sein. Was ist dabei, wenn sie einen Ex behandelt? Wenn du dir nach einem Jahr noch nicht sicher bist, wirst du es nie sein. Und wenn du deine Unsicherheit nicht ablegst, wird es dir in jeder Beziehung so gehen. w54
 
  • #13
Fühle mich dabei manchmal als letzte Chance/Notnagel/Rettungsanker, weil sie älter als ich ist und wie vermutlich fast jede Frau einen (leisen) Kinderwunsch hegt.
Nun gut . Das ist natürlicherweise (mindestens eine bischen) so.
Es reicht jedoch, wenn Du dies im Hinterkopf behälst.
Die Physio mit dem Ex finde ich auch mehr als grenzwertig. Ich würde da an Deiner Stelle da ganz genau hinschauen. Du solltest vielleicht Kontakt mi tdeisen Tyoen aufnehmen um vielloeicht eine Ahnung davon zu bekommen, was er wirklich will.
Er könnte wahrscheinlich tausend andere Physiotherapeutinnen wählen. Warum gerade diese ?
 
  • #14
Wer sich vertraut, muss voreinander keine Geheimnisse haben. Ich finde es erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit - auf die Frage des FS bezogen - ein promiskes Vorleben als "normal" dargestellt wird, andererseits aber nicht offen damit umgegangen wird.
Ich stimme dir zu. Verheimlichen ist natürlich falsch. Obwohl es kein Verheimlichen ist, wenn es eine Phase war, die mit meinem momentanen Leben nichts mehr zu tun hat.
Es ist aber ein Riesenunterschied zu sagen: ich hatte zwischen 25 und 27 eine richtig wilde Zeit, als zu sagen: hier meine Liste mit allen Männern, mit Namen, Beruf, und was genau ich wo mit ihnen gemacht habe.
Die betroffene Frau trendiert ja wohl eher zu Zweiterem. Woher wüßte der FS sonst alles.
 
  • #15
Dein Bauchgefühl kann dich trügen, es kann aus dem Hintergrund deiner Ängste agieren. Ich würde mich nicht darauf verlassen.
Ex-Partner gehören zum leben, sie sind ein Teil der Vergangenheit. Die können wir nicht auslöschen. Ich fände es total übertrieben, wenn du irgendwelche Konsequenzen daraus ziehen würdest. Wenn sie zu dir sagt, sie liebt nur dich, dann glaube ihr doch einfach. Wenn sie sich zu diesem Mann immer noch hingezogen fühlen würde, wäre sie über kurz oder lang sowieso weg. Man kann Menschen nicht festbinden, sie aber unter Druck zu setzen, nützt auch nichts, da schiebt man sie weg. Vertrauen lernen, geht wenn man will. Und ihre Vergangenheit, mein Gott, sie ist selbstbewusst und hat nach dem gesucht wonach sie verlangte, sie war auch auf der Suche nach einem Partner. Warum sollte es schlecht sein, wenn sie so viele Männer gehabt hat? Vorurteile, denen man nie gerecht werden kann, sie ist jetzt bei dir und das solltest du genießen.
 
  • #16
Ich kann dich verstehen. Ich wäre genauso unsicher, aber auch zu recht, meiner Meinung nach. Wir reden hier nicht zu den Kontakt zum Ex-Partner, mit dem sie X Jahre zusammen gewesen gewesen ist oder Kinder hat, so dass der Kontakt zwangsläufig sein muss. Vielmehr war das irgendeine Bettgeschichte. Und da finde ich, dass sich sowas nicht gehört um seinen Partner nicht in eine solche Situation zu bringen. Man hat dann einfach keinen Kontakt mehr, denn es bringt doch eh meistens nur Unruhe in die Beziehung. (Ausnahmen gibt es natürlich auch)
Ich könnte das nicht lange und es wäre für mich auch respektlos.
 
  • #17
Ich denke, du solltest dich trennen. Eine Basis für eine Partnerschaft ist weder von ihrer noch von deiner Seite gegeben.
 
  • #18
Fühle mich dabei manchmal als letzte Chance/Notnagel/Rettungsanker, weil sie älter als ich ist und wie vermutlich fast jede Frau einen (leisen) Kinderwunsch hegt.
Deine Freundin hat in 2 Jahren 10 Männer kennengelernt und sie hat die Suche mit dir beendet. Sie ist mit 31 keinesfalls so alt dass sie jetzt sofort schwanger werden muss und durch ihre Erfahrungen als Single weiss sie, dass es Auswahl gibt an potentiellen Partnern. Dennoch hat sie sich mit dir, einem 4 Jahre jüngeren Mann eingelassen.
Besonders berechnend klingt das nicht. Eine rational denkende Frau mit Kinderwunsch würde sich kaum einen jüngeren, unerfahreneren Partner suchen, der sich eventuell noch ausleben will.
Nur mal so nebenbei.
 
  • #19
Ich denke, du solltest dich trennen. Eine Basis für eine Partnerschaft ist weder von ihrer noch von deiner Seite gegeben.
Wie gut, wenn selbst in ziemlich eindeutigen Fällen (die Ursache der Probleme betreffend) wenigstens die Schuld paritätisch verteilt werden kann. Das (50/50) ist aus Sicht mancher Frauen wohl das beste, das für den Mann überhaupt denkbar ist.
Nein, es ist einzig die Verantwortung der Frau, wenn sie auf die beschriebene Weise die Vergangenheit (nicht ganz ruhmreich?) in die Gegenwart ihrer jetzigen Beziehung holt.
Ansonsten stimme ich "Pfauenauge" zu: der FS ist gut beraten, die Beziehung zu beenden. Die Frau erfüllt ziemlich elementare Voraussetzungen nicht, wie zum Beispiel Respekt und Rücksichtnahme auf die Gefühle ihres Partners.
 
  • #20
In einer Beziehung sollte absolutes Vertrauen herrschen. Wenn Du ein Problem damit hast, daß sie in ihrer Praxis den Ex behandelt, dann ist das in erster Linie Dein Problem, nicht ihres.
Und da finde ich, dass sich sowas nicht gehört um seinen Partner nicht in eine solche Situation zu bringen.
Wenn man einander vertraut, gibt es keine „solche Situation”.

Stören würde mich allerdings das hier:
weil sie mir bei zwei kleinen anderen Dingen eine Riesen-Szene macht
Denn zweifellos gilt absolutes Vertrauen stets für beide Partner. Hat sie bei Dir Hintergedanken, sollte – wenn Dir etwas an ihr liegt – ein reinigendes Gewitter die Verhältnisse wieder beiderseits klarstellen.
 
  • #21
Nun, von seiner Seite schreibt er nicht dass er sie liebt usw.
Ihre Vergangenheit hat er geschluckt wie eine Kröte, ein evtl. Kinderwunsch von ihrer Seite erfüllt ihn mit Unbehagen, deshalb sehe ich was seine Seite angeht unabhängig von ihrem jetzigen Fehlverhalten keine Basis für eine Zukunft.
 
  • #22
In einer Beziehung sollte absolutes Vertrauen herrschen. Wenn Du ein Problem damit hast, daß sie in ihrer Praxis den Ex behandelt, dann ist das in erster Linie Dein Problem, nicht ihres.
Das ist Quatsch. Absolutes Vertrauen hat kein Mensch. Auch Du nicht.
Wie wir an anderer Stelle im Forum schonmal geklärt hatten, liegt die individuelle Grenze des Vertrauens bei jedem menschen unterschiedlich.

Der Eine hat Vertrauen, selbst wenn seine Frau "bei einem guten Freund " im Bett übernachtet, der andere nicht mehr, wenn es nur nicht zuhause ist ... etc. .

Man kann vielleicht eine allgemein akzeptiertes Mittelmaß versuchen zu definieren, aber selbst das sehe schon als nicht möglich an.

Eine richtigen Verhaltenskodex dazu kenne ich auch nicht.
Das ist alles individuell verschieden.

Wenn eine Beziehung vernünftig funktionieren soll, muss man sich auf ein Niveau dicht oberhalb des geringeren Vertrauenslevels verständigen, sonst muss jede Beziehung scheitern, da jemand dauerhaft unglücklich wird.
Es ist immer leichter, vom höheren Vertrauenslevel herunterzukommen, als umgekehrt.

Merke:
Vertrauen kann man sich vielleicht verdienen, aber verlangen darf man es niemals. Das kommt einer Kündigung gleich.
 
  • #23
Merke:
Vertrauen kann man sich vielleicht verdienen, aber verlangen darf man es niemals. Das kommt einer Kündigung gleich.
Schon richtig, Vertrauen kann man nicht einfordern. Sehr wohl aber kann man eine Beziehung auflösen, wenn einem das als fundamental vorausgesetzte Vertrauen nicht gewährt wird. Ich würde in diesem Fall auch gehen, denn Mißtrauen und Kontrolle entspräche nicht meiner Vorstellung von Beziehung, und es wäre auch stets einer von beiden unglücklich, entweder der Zweifler oder der Kontrollierte.
 
  • #24
Eigentlich geht es darum, dass ein Ex sich aus ihrer Vergangenheit wieder bei ihr gemeldet hat und sich der Kontakt soweit wieder entwickelt hat, dass sie ihn behandeln möchte und nun hast du ein ungutes Gefühl dabei, dass der alte Kontakt wieder aufleben könnte. Du möchtest das nicht.

Wäre ihre Arbeit professionell, würde sie sagen, Du hast ein Problem damit, okay, dann soll er sich eine andere Physiotherapeutin suchen, die ihn behandelt. Es wäre ihr der ganze Ärger mit dir nicht wert.

Jetzt will sie aber mit ihm etwas ihre Trennung und verletzten Gefühle aufarbeiten, was wohl schon seit 2-3 Jahren in ihr gärt. Sie hat mitnichten, mit ihm emotional abgeschlossen.

Ihr ist mit Sicherheit klar, dass sie bei einem Wiedersehen, keinerlei befriedigende Antwort auf sein damaliges Verhalten von ihm bekommen wird. Hat er damals nicht getan und wird er sicherlich jetzt auch nicht tun. Also warum dann dieser Kontakt und das Ganze überhaupt.

Als Trostpflaster würde ich eure Beziehung sehen.

10 Männerbekanntschaften in 2 Jahren sehe ich als normal, wenn es das genau das ist, was sie damals gesucht, gebraucht hat und es so wollte.
Wenn sie aber mit jeder neuen Beziehung versucht hat, die alten Verletzungen zu überschreiben und sich mit jedem neuen Kontakt vom Liebeskummer abzulenken, wirst du über kurz oder lang, der 11. in der kurzen Zeit sein.
 
  • #25
10 Männerbekanntschaften in 2 Jahren sehe ich als normal, wenn es das genau das ist, was sie damals gesucht, gebraucht hat und es so wollte.
Wenn sie aber mit jeder neuen Beziehung versucht hat, die alten Verletzungen zu überschreiben und sich mit jedem neuen Kontakt vom Liebeskummer abzulenken, wirst du über kurz oder lang, der 11. in der kurzen Zeit sein.
(Auch) Unabhängig vom vermuteten Grund ist nach zehn in zwei Jahren die Wahrscheinlichkeit massiv erhöht, dass auf elf auch zwölf folgen wird.