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Gast

  • #1

Unterschiedl. Nähe-Distanzbedürfnis oder Kommunikationsproblem?

Über das lange Wochenende gibt es (mal wieder) Streit: wir leben in einer Fernbeziehung (350 km) und sehen uns überwiegend an den WoE oder in den Ferien. Vor einigen Tagen fragte ich ihn, was wir denn am WoE machen wollen. Er sagte daraufhin, dass er gar keine Zeit hätte, weil er schon etwas vorhabe. Ich war sauer und warf ihm vor, dass er das ja wohl mal eher hätte sagen können. Wir kriegten die Kurve, indem ich einlenkte und sagte, ich hätte ja nichts dagegen, dass er mit einigen Kumpels was unternimmt, ich für meinen Teil hätte mir aber gewünscht, dass er das nicht 2 Tage vorher- auf meine Nachfrage hin- verkündet. Er verstand das nicht "ich würde nicht im Traum daran denken, dir Vorwürfe zu machen, wenn du mit Freundinnen verabredet bist".
Das schaukelte sich dann doch weiter auf. Er sagte dann nicht, was er mit den Freunden unternehmen wird (= wir beide voller Trotz) Heute morgen merke ich, nachdem er mir sms schickte, dass ich doch sehr verstimmt bin und es kindisch finde, dass ich nun nichtmal weiss, wo er ist. Meine Antwort fiel entsprechend verhalten aus. Daraufhin bekam ich einen Vorwurf, dass ich "klammern würde, und er sich immer rechtfertigen müsse. Nie könne er mal für sich sein...das ginge alles gar nicht..."
Ich bin doch jetzt sehr erstaunt: er versteht mich falsch! Immer wieder. Ich kann ihm sehr wohl Freiheit zugestehen (z.B Kurzreisen mit Freunden ohne mich) und nehme diese auch für mich in Anspruch. Aber ich spreche meine Pläne mit ihm ab, weil mir gerade die WoE zusammen wichtig sind. Ich empfinde es auch nicht als einengend, wenn ich gern wissen möchte, was er tut. Ich teile das von meiner Seite aus "freiwillig" und gerne mit, nicht weil ich müsste, sondern weil ich es normal finde in einer Beziehung. Jetzt frage ich mich, wie es kommt, dass wir über solche Punkte immer streiten: Kommunikationsproblem (er versteinert meist sehr schnell, wenn wir etwas beziehungsrelevantes besprechen) oder Nähe- Distanzbedürfnis total unterschiedlich?
 
  • #2
Hm, ich denke, dass es einerseits ein Kommunikationsproblem ist, andererseits schiere Rücksichtslosigkeit und so etwas wie "Freiheitskacke".

Wenn man schon eine Fernbeziehung führt, dann muss man sich doch wenigstens rechtzeitig absprechen, wann wer was unternimmt, und es muss auch der Wille da sein, sich die Wochenenden freizuhalten. Wenn man sich nicht einmal jedes Wochenende sieht, sondern noch seltener ... dann ist es doch gar keine Partnerschaft mehr. 12 tage alleine, 2 Tage Paar, was soll das bringen?

Wielange seid Ihr denn schon zusammen? So wie das klingt, ist bei ihm die Verliebtheit vorbei und er möchte dich nur noch zum gelegentlichen Sex parat haben.

Meines Erachtens macht so etwas keienn Zweck auf Dauer. Sprecht ganz konkret über Eure Vorstellungen und ob es eine Perspektive gibt, von Fern- auf Nahbeziehung umzuschwenken und wenn nein, dann trenne Dich. Das ist doch so emotional zermürbend.
 
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Gast

  • #3
Der Typ ist eine Pappnase. Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Frauen sich auf solche Idioten einlassen und dann nicht mal das offensichtlichste erkennen was zu tun ist. Mach Schluss mit ihm, eure Beziehung hat keine Zukunft, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
 
  • #4
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Du "verstimmt" bist: Gerade in einer Fernbeziehung ist es wichtig, Pläne für ein verlängertes Wochenende miteinander abzustimmen, und das möglichst frühzeitig, egal, ob man es zusammen oder getrennt verbringen will.
Es kommt wirklich sehr darauf an, ob Du ihm solche Spielregeln klar machen kannst. Sonst bleibt das Kommunikationsproblem bestehen, Du wirst immer wieder frustriert sein, und Ihr werdet Euch immer wieder streiten.
Ein Nähe-/Distanz-Problem sehe ich erst, wenn es wiederholt so ist, dass Du davon ausgehst, dass es zu gemeinsamer Zeit kommen wird, während er längst mit seinen Kumpels plant. Wenn Du traurig wirst, weil er offenbar nicht in ähnlicher Weise das Bedürfnis hat, Zeit mit Dir zu verbringen, wie Du mit ihm, dann stimmt Ihr entweder in Eurem Nähebedürfnis nicht überein, oder der Mann liebt Dich nicht wirklich und nimmt Dich einfach nicht so wichtig.
 
  • #5
Das funktioniert ja hinten und vorne nicht. Wenn er sich schon bei diesem Modus eingeengt fühlt, wie soll dann die Zukunft aussehen?
Ich finde es ein gutes Arrangement bei Fernbeziehungen und getrenntem Wohnen, dem Partner von vornherein in den Zeiten, in den man sich traditionell trifft, die Priorität einräumt. Wenn man etwas anderes machen will, kündigt das man das rechtzeitig vorher an und zwar freundlich und kompromißbereit. Sollte sich kurzfristig was ergeben, auf das man nicht verzochten will, fragt man, ob das ok. ist.
Vollkommen jenseits partberschaftlicher Regelungen: Einen alten Freund, mit dem man jeden Sonntag morgen Golf spielt, versetzt man auch nicht oder macht die Sache erst auf Nachfrage öffentlich.
Es ist einfach ignorant und unverschämt, davon auszugehen, daß du seine Zeit für ihn reservierst und er nicht mal absagen muß. Du hast doch keinen standby-Knopf.

Laß dich auf so etwas nicht ein. Männer müssen in der Hinsicht einfach erzogen werden und zwar von allen Frauen. Sonst halten sie das für den Standard. Für ihn ist das so ein bißchen wie bei Mutti: Egal wann und wie oft ich ohne Ankündigung zu Besuch komme, sie freut sich immer. - Und auf diesem Level scheint er sich noch zu bewegen.
 
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  • #6
Danke für die bisherigen Antworten:
wir kennen uns ca 1 Jahr, ein Paar sind wir ca. seit Februar diesen Jahres. Von Beginn an waren solche Verbindlichkeiten ein großes Problem- es ist inwzischen etwas besser, aber noch weit von konfliktfrei entfernt. Ich denke nicht, dass die Gefühle weniger geworden sind, eher im Gegenteil.
@Frederika: "Freiheitskacke" trifft es wohl leider ganz gut. Er möchte gern die Nähe (er will zeitweilig gaaaannz viel davon) und auch die Distanz (die er für sich braucht) am liebsten ohne mich bestimmen und entscheiden.
@Bäärbel: mir kommt es tatsächlich oftmals wie "bei Muttern" vor. Er ist 17J älter als ich (w36), benimmt sich aber zeitweilig wie ein kleiner Junge. Er ist extrem kränkbar, wenn ich ihn kritisiere, so als ob er "immer alles falsch mache". Ich ertappe mich dabei, wie ich bereits mit ganz vorsichtigen ausgewählten Worten einfache Standpunkte rüberbringe, ohne ihm wehzutun. Wir können sehr schlecht Konflikte klären.
Dazu kommt, dass er 15 J. allein lebt und währenddessen nur oberflächliche Affären, sowie eine Beziehung hatte, in der die Frau ständig Verbindlichkeiten schaffen wollte und er sie am langen Arm verhungern lies. Keine guten Vorzeichen.
In den nächsten Monaten wird er jedoch in meine Stadt umziehen (getrennte Wohnungen).
Ich hoffe, dass wir bis dahin tatsächlich eine konstruktivere Umgangsart mit den WoE finden können....
 
  • #7
Ganz ehrlich: Vergiss es. Ich befürchte, sonst wird es nur ein endloses Leiden. Wieviele Freude kann da schon alle paar Wochen sein... die Bilanz kann doch gar nicht passen.
 
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  • #8
Er ist 17J älter als ich (w36), benimmt sich aber zeitweilig wie ein kleiner Junge. Er ist extrem kränkbar, wenn ich ihn kritisiere, so als ob er "immer alles falsch mache". Ich ertappe mich dabei, wie ich bereits mit ganz vorsichtigen ausgewählten Worten einfache Standpunkte rüberbringe, ohne ihm wehzutun. Wir können sehr schlecht Konflikte klären.
Dazu kommt, dass er 15 J. allein lebt und währenddessen nur oberflächliche Affären, sowie eine Beziehung hatte, in der die Frau ständig Verbindlichkeiten schaffen wollte und er sie am langen Arm verhungern lies. Keine guten Vorzeichen.
Das kommt mir verdammt bekannt vor. Ist er Repräsentativ? Hat er einen einflußreichen Job? Hat er Geld? Interessante Kontakte? Das fasziniert eine Frau oft. Es zählt nur nicht wirklich.
Mein Rat: Auch wenn es so ist, laufe weit und schnell! Ich habe mich für so einen Typen so verbogen, daß ich mich nicht wiedererkannt habe.p und brauche auch noch Eibe Weile, um mich davon zu erholen. Die Frau, mit der er vorher zusammen war, sitzt jetzt kinderlos und depressiv in einer Billigwohnung (war ja alles seins, er brauchte ja nur ihre Aufmerksamkeit) und versucht wieder in ihr vorheriges Berufsleben einzusteigen.
 
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  • #9
Danke für die bisherigen Antworten:
wir kennen uns ca 1 Jahr, ein Paar sind wir ca. seit Februar diesen Jahres. Von Beginn an waren solche Verbindlichkeiten ein großes Problem- es ist inwzischen etwas besser, aber noch weit von konfliktfrei entfernt. Ich denke nicht, dass die Gefühle weniger geworden sind, eher im Gegenteil.
@Frederika: "Freiheitskacke" trifft es wohl leider ganz gut. Ich hoffe, dass wir bis dahin tatsächlich eine konstruktivere Umgangsart mit den WoE finden können....
Das wird nichts, so wie du ihn beschrieben hasst. Ausserdem zu alt und zu lange allein lebend. Warum gibst du dich mit so einem unfähigen und unreifen Mann ab? Er ist auch nicht in der Lage konstruktiv zu streiten, neee vergiss es.Er bringt doch sehr wenig partnerschaftliche Bedingungen und Verhaltensweisen mit.

Du bist noch jung genug,um dir einen vernünftigen und emotional reifen Mann zu suchen und finden zu können.

Ein Tipp. Dreh den Spies mal um, und schau, wie er reagiert. Oft erkennt man dann das richtige 100% unreife Gesicht solcher Männer.

w 47
 
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  • #10
Er sagte dann nicht, was er mit den Freunden unternehmen wird
Das geht schon mal überhaupt nicht. In einer Partnerschaft weiß einer, wo der andere sich aufhält. Sonst ist es nämlich keine. Und es hat auch nichts mit Kontrollieren zu tun. Kontrollieren wäre, wenn Du nachprüfst, ob er wirklich dort ist, wo er zu sein behauptet. m/53
 
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  • #11
Mich schauderts wenn ich das höre. Wie alt ist der? zuerst dachte ich ihr seid Ende zwanzig. Ehrlich in dem Alter mit der Einstellung würde der bei mir keinen Blumentopf gewinnnen.
Ich finde der sieht dich als Dreingabe zum Rest des Lebens und nicht als ernstzunehmende Frau für eine Beziehung.
Ich würde mir das nicht antun.
 
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  • #12
Er LIEBT dich nicht! Punkt. Meiner war genauso. Die Männer streben dann anch Freiheit, wenn sie gar keine Zeit mit dir verbringen wollen. Hätten sie Gefühle, würden sie sich absprechen. Du störst ihn in seiner Frezeit!!! Du kommst, wenn es ihm passt und wenn du meckerst, dann bist du nur die die Zicke und er fühlt sich geklammert. Diese Männer sind keineswegs in der Lage sich auf eine Beziehung ein zu lassen - gleichberechtigt. Würde er dich lieben, dann würde er dein Bedürfnis nach Nähe verstehen und sich auch freuen dich zu sehen statt mit den Kumpels was zu machen.
 
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  • #13
m48:
Wenn du so redest wie du schreibst, dann bist du eine richtige Nervzicke.
Was glaubt ihr Frauen eigentlich, nur weil Mann mit euch schläft, dürft ihr unser ganzes Leben bestimmen ?
Nein ein Mann bleibt ein Mann und Spass mit den Kumpels geht grundsätzlich vor, etwas Weibliches zum Beschlafen findet sich doch überall
 
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  • #14
Liebe FS, stell dir mal selbst folgende Fragen: wieviel bedeute ich mir eigentlich SELBST, wieviel bin ich mir SELBST wert! Bin ich mir SELBST nur eine Beziehung zu einem Mann wert, der mich im Grunde weder respektiert noch liebt! Verwechsle ich Liebe mit Leiden und gehöre ich zu den Frauen, die denken, dass man nur dann besonders liebt, wenn man dafür auch besonders heftig leiden muß?! Auch mir ist es in meiner letzten Beziehung so ergangen. Auch ich war bis über beide Ohren in einen um vieles älteren Mann verliebt, der anfangs Gefühle für mich hatte, für den ich aber von Anfang an für eine langfristige Partnerschaft nicht in Frage gekommen bin, der aber nur zu feig war mir dies direkt ins Gesicht zu sagen. Letzendlich hat besagter Mann mich nach 1 1/2 Jahren Fernbeziehung mit folgenden Worten (via SMS) zurückgewiesen: "Da ich schon seit längerer Zeit in einer festen Beziehung bin, würde es meine Partnerin sehr seltsam finden, wenn ich dir noch mehr Aufmerksamkeit widmen würde als ihr". Und dieser Satz hat dann mein gesamtes Leben und Denken verändert. Und eines noch liebe FS, man wird von einem Mann immer nur so behandelt wie man sich selbst behandelt. In diesem Sinne Alles Gute u Kopf hoch
 
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  • #15
hier die FS:
Danke für eure Antworten. Bei manchen bekomme ich jedoch beim lesen leider den Eindruck, dass die Betreffenden eher zu sich selber sprechen und ihre Geschichte mit meiner verwechseln.
Und nein, mein Freund hat keine "Zweitbeziehung" und er ist auch nicht "öffentlich" (???) und nein, ich habe kein Selbstwertproblem. Und die Frage der Liebe steht weder für ihn, noch für mich zur Debatte.
 
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  • #16
liebe FS,
was du beschreibst ist seinerseits ganz klare bindungsangst, sehr sehr ausgeprägt noch dazu.
wenn du versuchen möchtest, das irgendwie hinzukriegen - und dass das klappt und nicht DICH fertig macht, kann niemand garantieren - dann lies das buch "jein". wirst sehen, dass das bindungsangst ist.
 
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  • #17
eine Fernbeziehung wird meisten von Leuten angestrebt die irgendein Problem haben.
Darunter fällt auch das Nähe-Distanz Problem. Sonst würden sie sich einen Partner in der Nähe suchen und nicht 350 km weit weg. Wer eine Fernbeziehung mitmacht und sich dann über Distanz des anderen wundert ist selbst Schuld.