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Gast

  • #1

Vater werden, was geht Mann durch den Kopf ?

Mein Mann und ich (29, 28) sind gerade Eltern geworden. Mit der Schwangerschaft fing mein Mann an sich extrem unter Druck zu setzen. Leistungsorientiert war er schon immer. Aber inzwischen macht er sich zu viel Stress. Das kann auf Dauer nicht gesund sein. Es gibt wohlbemerkt auch keinen Grund dafür. Es ist mehr sein eigener Anspruch.
Meine Frage: Ist das normal? Legt es sich mit der Zeit? Wie kann ich ihn vielleicht entspannen?

An die Väter: Was geht Männern durch den Kopf , wenn sie Vater werden ?

Vielen Dank für Eure Antworten und an das EP- Forum
 
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Gast

  • #2
Liebe FS,

was heißt "mein Mann" setzt "sich extrem unter Druck"? Wie sieht das konkret aus?

Meine beiden Kinder waren nicht geplant, waren einfach da und dann ging das Leben (anders) weiter.

Wo genau sieht Dein Mann die Herausforderungen und ist er leistungsorientiert?

47M

PS: Ich habe die Zeit nie
... gestoppt, die ich zum (Stoff!)Windelwechseln, Füttern und An- sowie Ausziehen benötigt habe
... aufgeschrieben, die ich mit meinen Kindern im Arm nachts durch das Haus gelaufen bin
... festgehalten, die ich im Kindergarten, bei Kinderärzten, auf Kinderspielplätzen, Schwimmbädern, Schulveranstaltungen, Elternabenden verbracht habe
...

obwohl es damals auch schon Tabellenkalkulationen gab.

;-)
 
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Gast

  • #3
Vermutlich das, was die meisten Männern durch den Kopf geht: schnell weg von daheim und dem Stress mit dem Kind entgehen. Manche Männer nehmen Überstunden, arbeiten Samstag und Sonntag und verzichten auch gerne auf den Urlaub.
 
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Gast

  • #4
Nicht alle Männer sind gleich. Also haben Männer auch nicht alle die gleichen Gedanken. Das scheint bei Vielen immer noch gar nicht angekommmen zu sein.

Was für Streß macht er sich denn? Es gibt ein Kind zu versorgen. Das ist doch eigentlich Aufgabe genug für Euch beide. Oder machst Du das allein, und er macht sich Streß, weil er nichts zu tun hat? Hat er Langeweile?

Also wir haben uns damals die Aufgaben geteilt und waren damit beide ganz gut ausgelastet. Sich da zusätzlich unter Druck zu setzen, auf die merkwürdige Idee wären wir gar nicht gekommen.

Was ich damals vor 25 Jahren genau gedacht hab, als die Kinder kamen, weiß ich jetzt nicht mehr. Dafür ist das zu lange her. Es galt halt, den Alltag zu bewältigen. Ich weiß nur, daß ich mich auch viel um die Lütten gekümmert habe. Und ich hatte immer eins vor dem Bauch im Tragegestell - egal wie die Leute geguckt haben.

M 49
 
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Gast

  • #5
Die FS:

Erst einmal Danke für Eure Antworten !

Ich denke , es geht um die finanzielle Verantwortung und unsere Absicherung. Er hat immer schon viel gearbeitet, kaum Pausen gemacht... Inzwischen ist daraus pausenlos geworden. Außerdem will er für mich und unser Kind da sein. Er denkt kein bisschen an sich.
Das nicht alle Männer gleich sind und nicht die gleichen Gedanken haben ist mir klar. Aber dennoch "erwecken" bestimmte Situationen durchaus ähnliche Gedankengänge. Vielleicht ging es ja jemandem ähnlich, vielleicht geht es auch anderen Männern so. Mich interessiert wie sie damit umgegangen sind. Wie sie retrospektiv die Situation beurteilen.

Grüße die FS
 
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Gast

  • #6
Existenzängste gehen einem durch den Kopf ! Ganz schlimm sogar.

m 35
 
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Gast

  • #7
Klar geht einem als Mann durch den Kopf, dass man jetzt ganz viel Verantwortung hat.

Aber die Verantwortung besteht auch darin, als entspannter Vater für sein Kind da zu sein. Und zwar wirklich einfach nur da zu sein, ohne etwas zu leisten.
Hattet ihr denn keine Geburtsvorbereitung?

Indem er es sich auf der Couch gemütlich macht und du ihm das Baby in die Arme legst und am besten bist du weg für eine Stunde und nimmst ein Bad und lässt ihn alleine mit dem Baby. Man muss eine Vater-Kind-Beziehung aufbauen und irgendwelche Verpflichtungen sind keine Entschuldigung, das nicht zu tun.

Du erwartest mehr Präsens des Vaters und schiebst die mangelnde Präsens auf sein Pflichtbewusstsein. Das ist sehr nett von dir, aber er hat auch familiäre Pflichten.

Eigentlich sollte ein Neugeborenes genug Attraktivität ausstrahlen, dass man sich kümmert. Schon allein der Geruch des Babys ist so besonders, dass man eigentlich keine Lust hat, Überstunden im Büro zu machen, sondern lieber nach Hause möchte.

Jedenfalls ist dem Baby egal, wie die finanzielle Zukunftsvorsorge aussieht. Das Baby möchte mit Papa und Mama kuscheln.

m
 
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Gast

  • #8
Naja, er hat jetzt die Verantwortung für 3 Menschen! Und muss auch für 3 arbeiten! ;-)
Das setzt ihn unter Druck!
Vielleicht will er auch dem Windelterror entgehen?
Oder er fühlt sich überflüssig zuhause, weil Du als Mama sowieso alles besser kannst oder weißt und er es Dir nicht recht machen kann, mit dem Kind überfordert ist und Du ihn als Partner nicht merh wahrnimmst, sondern nur noch als Papa!?

Das wären so meine Theorien!?

w,41
 
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Gast

  • #9
Vielleicht würde es ihm helfen, wenn du arbeiten würdest und er sich im Gegensatz mehr um das Kind kümmert. Dann muss er die Familie nicht alleine versorgen.

w31
 
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Mooseba

  • #10
Ich würde mich auch unter Druck setzen, denn ich bin immer nur zu etwas gekommen, wenn ich mich unter Druck gesetzt habe. Und ich mache mir sowieso immer Sorgen und sehe stets zuerst die Probleme, die man lösen muss. Reicht stets das Geld? Erziehe ich richtig? Helfe ich meiner Frau genug? Wird sie mich bald verlassen? Usw. Aber das ist den Damen auch wieder nicht recht. Der Mann soll ja passen wie ein Puzzlestück und niemals schwierig sein.
 
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Gast

  • #11
Die FS:

Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten .

Es liegt allerdings ein kleines Missverständnis vor. Ich mache meinem Mann keinen Vorwurf, sondern ich sorge mich um ihn. Er ist präsent. Er beschäftigt sich sehr viel mit unserem Kind. Er weiß auch, dass er immer auf mich zählen kann. Ich denke nur, dass er sich momentan mit seinen eigenen Ansprüchen unter Druck setzt: Ich muss das meinem Kind / Familie bieten können. Es ist eine Mischung aus Existenzängsten und Leistungsdruck. Etwas Druck mag ja u.U. hilfreich sein. Nur er macht sich etwas viel...Unser Kleiner ist auch erst 3 Monate, es ist alles noch neu!
Daher meine Fragen: Ist dieser Druck eventuell normal und legt sich nach einer Zeit wieder? Was kann ich tun? Was will Mann von seiner Partnerin hören in einer solchen Gefühlslage ? Wie habt ihr das gemeistert? Wie kann ich ihn unterstützen?
Ich versuche Druck heraus zu nehmen , indem ich ihm immer sage, dass er und seine Gesundheit wichtiger sind als alles andere. Nur irgendwie reicht es wohl nicht?
 
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Gast

  • #12
Ich bin zwar kein Mann, habe aber das Gefühl, dass hinter seinem Verhalten starke Existenzängste stecken. Dagegen wirst Du wenig tun können. Nur er selbst kann sich seinen Ängsten stellen und lernen, loszulassen. Ein wenig wird die Zeit vielleicht Besserung bringen, vielleicht aber auch ein paar Tage Abstinenz Deinerseits von ihm (nach ein paar Monaten). Womöglich bewirkt die Zeit allein, sich seinen Ängsten zu stellen. Was Du jedoch tun kannst: akzeptiere die Situation, so wie sie ist und zeige ihm durch Deine Verhalten, Deine Souveränität, dass seine Ängste unbegründet sind.

Alles Liebe !

w