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  • #1

Verbindlichkeit herstellen, wie?

Es heißt ja oft, Männer (oder auch Frauen) seien zu unverbindlich und würden auf diese Weise Zweifel an der Ernsthaftigkeit ihres Interesses wecken. Andererseits scheint verbindliches Interesse, sprich der erkennbare Wunsch nach einer Paarbeziehung, das Gegenüber oft erst einmal auf Distanz gehen zu lassen mit der Begründung, man würde einander noch zu wenig kennen.

Nur steht das weitere Kennenlernen dann ja wieder unter dem Stern der Unverbindlichkeit. Und dann? Wie von der Unverbindlichkeit wieder in die Verbindlichkeit kommen? Woran überhaupt erkennen, daß es an der Zeit wäre, wieder etwas verbindlicher zu werden?

Ich hatte das Problem mit einer Frau, die sich nicht zu mir bekennen wollte, weil es ihr, wie sie sagte, viel zu schnell ging. Und damit meine ich jetzt nicht das Übliche, nämlich Sex, sondern im Gegenteil mein ständiges "wir" und "uns", mein Vorschlag gemeinsam in einen Tanzkreis zu gehen und dergleichen mehr. Aber eben kein Sex, denn unverbindlicher Sex liegt mir nicht, ich will vorher wissen, daß ich ich mich in die Frau auch mit Haut und Haar verlieben darf.

Es wäre doch ein Leichtes für sie gewesen, die Verbindlichkeit, also die Planung über den rein erotischen Kontakt hinaus, einfach zuzulassen? Salopp gesprochen scheiterten wir an dem Konflikt "ohne Sex kein Tanzkreis, ohne Tanzkreis kein Sex".
 
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  • #2
Ich wäre froh, wenn ein Mann sexuell etwas abwartend wäre und die Zeit fände, gemeinsame Unternehmungen zu starten um zu sehen ob man miteinander kann. Denn auch ich brauche Zeit zum Kennenlernen und möchte ein "wir" noch nicht so schnell haben. Ich bin der Meinung, dies entsteht von selbst durch viele Unternehmungen, Zuneigung, auch Sex - all das verbindet, ist natürlich aber auch keine Garantie, wenn man sich nicht verliebt oder anderweitig nicht zusammenpasst.

Ich frage mich, ob diese Frau wirklich so argumentiert oder du das nur überspitzt vermittelst.
Denn auch ich habe Männer kennengelernt, die zwar mit Sex warten wollten, sich dann aber komplett zurückgezogen hatten und mir in keiner Weise gezeigt haben, dass sie mich überhaupt attraktiv und anziehend gefunden haben.
Da mir ein Beisammensein dann sinnlos erscheint bin ich gegangen. Ich suchte einen Partner und keinen Bruder. Ich erfuhr später, dass sie mich sehr begehrenswert gefunden hätten... sie fanden aber offenbar kein Mittelmaß zwischen Sex und nix.
 
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  • #3
Nur steht das weitere Kennenlernen dann ja wieder unter dem Stern der Unverbindlichkeit. Und dann? Wie von der Unverbindlichkeit wieder in die Verbindlichkeit kommen? Woran überhaupt erkennen, daß es an der Zeit wäre, wieder etwas verbindlicher zu werden?
Schwierig. Wie alt seid ihr, wie lange kennt ihr euch?

Meine Empfehlung an Männer, nicht nur viel reden, sondern eher durch Handeln überzeugen und euch gut überlegen,was ihr vorschlagt und es dann auch unbedingt einhalten. Püntklichkeit, Zuverlässigkeit, nachfragen, vorschlagen, hinterfragen ist für mich ein Zeichen von Herstellen von Verbindlichkeit. Ganz wichtig, eine klare Kommunikation haben, sich klar und eindeutig verhalten und wenn er sich unsicher ist, halt die Frau auch fragen, ob er es richtig verstanden hat, dass sie.... das will, oder nicht will usw.

Wenn die Frau in dem Fall des FS vielleicht auf ihn gar nicht richtig steht, was er nicht weiss, aber erfragen könnte, dann hat er eigentlich schon eine Antwort bekommen.

Dieses WIR und UNS ist in dieser Phase noch nicht angemessen. Besser wäre, wenn der FS der Frau sagen würde, dass er gerne mit ihr gemeinsam einen Tanzkurs besuchen würde und danach sie klar fragen, was die darüber denkt? Dann muss sie reagieren und wenn sie eine gute und taffe und kommunikationsstarke Frau ist, dann wird sie angemessen reagieren.

ER kann ihr auch anbieten, selber Vorschläge zu machen, was man gemeinsam machen könnte, da er sie unbedingt näher kennenlernen möchte.

w 49
 
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  • #4
Mir ging es mal genauso wie dir. Was mir dann gewaltig geholfen hat, war meine Suche zu überdenken:

Nicht mehr so viele Gedanken über schnell und langsam machen, einfach so sein, wie du bist. Begegnet dir die Frau darauf mit Abstand, hast du eine gute Gelegenheit:
Willst du mit ihr über das Thema sprechen, blockt sie aber die Kommunikation ab: Weg damit und such nach einer Frau, die an dir interessiert ist. Könnt ihr darüber reden, dann weißt du, dass sie dich kennenlernen und nicht ihr Ego durchsetzen will. Dann könnt ihr ein gemeinsames Tempo finden :)
 
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  • #5
Mich hat damit auch mal eine Frau in die Flucht geschlagen. Ständig wollte sie, dass ich mich öffentlich zu ihr bekenne, indem wir Küsse austauschen und Händchen haltend durch die Stadt gehen, dabei hatten wir uns gerade mal ein paar Tage vorher kennengelernt. Es hätte was werden können, ich fand die Frau in allen Hinsichten klasse, wir hatten auch super schönen Sex, aber nicht mit diesem Zwang!
 
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  • #6
auch ich habe Männer kennengelernt, die zwar mit Sex warten wollten, sich dann aber ... in keiner Weise gezeigt haben, dass sie mich überhaupt attraktiv und anziehend ... Ich suchte einen Partner und keinen Bruder.
Das alte leidige Problem: die Frau wünscht sich, daß der Mann nicht auf Sex drängt, aber wenn er es dann tatsächlich nicht tut, fühlt sie sich verschmäht oder unterstellt ihm, sie sei ihm nicht attraktiv genug, und geht. Gibt es denn für eine Frau wirklich keinen Weg, dem Mann zu vermitteln, daß sie sich jetzt mit ihm in einer Paarbeziehung fühlt, in der auch Sex erlaubt ist? Es fühlt sich so komisch an, erotisch progressiv zu sein mit diesem "geht mir zu schnell" der Frau im Hinterkopf.
 
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  • #7
Es ist immer schwer, anhand eines kurzen Textes so einen Beziehungsversuch richtig einzuordnen. Besonders zu Beginn des Kennenlernens kommt es oft zu Missverständnissen, eine Seite zeigt früh Gefühl und meint es völlig ehrlich, bei der anderen Seite kommte es klammernd an, und auch öfter zu lesen, sogar unecht, falsch, nur Affäre suchend, "notgeil". Und das selbst, wenn man nicht, gar nicht an schnellen Sex denkt. Wenn man die Erfahrung gemacht hat, dann macht man es beim nächsten Mal vielleicht anderes herum, eher abwartend, eigene Gefühle zurückstellend und auch das kommt womöglich wieder falsch an.

Meine Lösung heisst: ich bin so und zeige mich so, wie ich bin, auch mit meinen Gefühlen (mit ein bisschen Vorsicht, damit es nicht einengend wirkt). Bei der passenden Frau funktioniert das außerordendlich gut und sie wird es ebenso tun.

Wenn es etwas klemmt, dann kann man über alles miteinander reden. Wenn Nähe nicht angenommen werden kann und reden nicht funktioniert, dann passt Grundlegendes nicht und ich finde es zwecklos, gleich zu Beginnn Grundsatzdiskussionen führen zu müssen.

Meine Erfahrung mit Frauen, denen alles viel zu schnell ging ... auch wenn du es langsam versuchst, wird etwas nicht passen. Entweder man ist nicht der Wunschtyp oder sie haben ein Näheproblem oder ein anderes. Ich breche bei solchen Ansagen das Kennenlernen recht zügig ab.
 
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  • #8
Mich hat damit auch mal eine Frau in die Flucht geschlagen. Ständig wollte sie, dass ich mich öffentlich zu ihr bekenne, indem wir Küsse austauschen und Händchen haltend durch die Stadt gehen, dabei hatten wir uns gerade mal ein paar Tage vorher kennengelernt. Es hätte was werden können, ich fand die Frau in allen Hinsichten klasse, wir hatten auch super schönen Sex, aber nicht mit diesem Zwang!
Sie schläft mit dir, obwohl du sie “in allen Hinsichten“ so klasse fandest, dass du nicht mal in der Öffentlichkeit Händchen halten und sie Küssen willst? Ich hätte dich binnen kürzester Zeit abgeschossen. Sei froh, dass du Sex bekommen hat.
 
  • #9
Sie schläft mit dir, obwohl du sie “in allen Hinsichten“ so klasse fandest, dass du nicht mal in der Öffentlichkeit Händchen halten und sie Küssen willst? Ich hätte dich binnen kürzester Zeit abgeschossen. Sei froh, dass du Sex bekommen hat.
Dem kann ich nur zustimmen! Und "Händchen halten" und knutschen gern, das ist doch schön und erwünscht. Egal, ob da gerade ein paar Rentner in der Nähe ein Kaffeekränzchen abhalten oder nicht(Die erfreuen sich oft auch daran). Das kommt doch noch weit vor dem Sex und wenn gerade die Ex um die Ecke kommt ... ups auch egal, der Moment zählt.
#6 Hat es auf den Punkt getroffen und wenn mal alle mit ein bisschen mehr Humor und Akzeptanz an die Sache herangingen, gäbe es solche Threads gar nicht und auch viel weniger Singles.
 
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  • #10
Und "Händchen halten" und knutschen gern, das ist doch schön und erwünscht. Egal, ob da gerade ein paar Rentner in der Nähe ein Kaffeekränzchen abhalten
Sich mit dem anderen öffentlich zeigen ist so ein Beispiel für Verbindlichkeit: jemand, der damit rechnen muß, daß seine Frau um die Ecke kommt oder ein Parallel-Gschpusi, wird die Öffentlichkeit meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Aber auch hier ist Verallgemeinern fehl am Platz: es gibt auch Menschen, die nicht innerhalb kurzer Zeit in wechselnder Begleitung gesehen werden wollen, und das träfe z.B. auch zu, wenn aus der Liebschaft nichts wird bzw. aus der vorigen nichts geworden ist ("hallo, Frau Nachbarin, schon wieder ein neuer Freund?").
 
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  • #11
Sie schläft mit dir, obwohl du sie “in allen Hinsichten“ so klasse fandest, dass du nicht mal in der Öffentlichkeit Händchen halten und sie Küssen willst? Ich hätte dich binnen kürzester Zeit abgeschossen. Sei froh, dass du Sex bekommen hat.
Ich finde, Sex haben gehört zum Kennenlernen dazu, Händchenhalten und Küssen in der Öffentlichkeit ist dagegen bereits ein Bekenntnis zur Partnerschaft. Deshalb verstehe ich die Kritik an (meinem) Posting nicht.
 
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  • #12
@FS: was verstehst du unter "Tanzkreis"??
w
 
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  • #13
Das alte leidige Problem: die Frau wünscht sich, daß der Mann nicht auf Sex drängt, aber wenn er es dann tatsächlich nicht tut, fühlt sie sich verschmäht oder unterstellt ihm, sie sei ihm nicht attraktiv genug, und geht.
Ich bin Gast 1.
Natürlich sind Sex-Drängler unangenehm! Wer mag das schon, wenn man selbst noch nicht so weit ist. Klarerweise lehne ich das dann ab.
Aber nette Komplimente, Gesten, sanfte Berührungen sind doch sehr erwünscht! Vielleicht küsst man sich auch früher oder später. Es geht einfach darum zu zeigen "hey, du gefällst mir!" und das bitte muss in jedem Fall auch ohne Sex gehen! (Wer das nur mit Sex vermitteln kann - oje!)
Mit diesem Gefühl des Angenommenseins gehts dann weiter, vielleicht in Richtung Beziehung.

Die von mir angesprochenen Männer waren stocksteif und kühl-nüchtern. Ich bin ein herzlicher Mensch, der durchaus "angreifbar" ist, aber eben nur nicht bereits beim dritten Date Sex haben will. Für diese Männer (die Beziehung gesucht haben) gab es offenbar nur Null oder Vollgas. Zum Glück schaffen die meisten Männer problemlos den Mittelweg.

Gibt es denn für eine Frau wirklich keinen Weg, dem Mann zu vermitteln, daß sie sich jetzt mit ihm in einer Paarbeziehung fühlt, in der auch Sex erlaubt ist? Es fühlt sich so komisch an, erotisch progressiv zu sein mit diesem "geht mir zu schnell" der Frau im Hinterkopf.
Aber ja. Sobald ich Sex will, merkt Mann das - keine Sorge ;-) und sobald ich mich in einer Beziehung fühle, spreche ich das an, denn dann bitte ich um Exklusivität.

Erotische Progressivität und "geht mir zu schnell" in stimmig-ausgewogener Art und Weise ist das übliche Paarungsritual, auch Flirt genannt. Im Mensch- und Tierreich so gesehen. Weißt du das denn nicht?
 
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  • #14
Ich finde, Sex haben gehört zum Kennenlernen dazu, Händchenhalten und Küssen in der Öffentlichkeit ist dagegen bereits ein Bekenntnis zur Partnerschaft. Deshalb verstehe ich die Kritik an (meinem) Posting nicht.
Da gehen die Meinungen auseinander. Sex ohne Bekenntnis zu mir, ist automatisch eine Affäre ohne Chance auf mehr. Öffentliche Bekenntnis und dann Sex, ist mehr. Warum sollte ich mich auch ohne Verbindlichkeit so billig für gefühlsneutralen Sex hergeben.
 
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  • #15
Also ich wäre froh, so einen Mann zu kennen!
Ich habe gerade genau das Gegenteil!
Wir kennen uns seit 6 Monaten und waren gerade mal 4 oder 5Mal ausgegangen!?
Eigentlich will er sich immer nur in der Wohnung bei sich oder mir treffen und dort kochen, essen +Sex. Ich kenne seine Freunde nicht, habe keine Ahnung, ob seine Familie etwas von mir weiß und an den Wochenenden hat er oft etwas anderen vor.
Wenn ich auf Abstand gehe, sagt er immer wieder, er wolle "mehr" als nur Sex und ich wäre ihm sehr wichtig... !?
Ich denke aber, dass ein Mann oder eine Frau, die einen nicht in das eigene Leben einbezieht, dies auch nach längerer Zeit niemals tun wird.
Ich verstehe nicht, wieso es Menschen gibt, die ihr Leben von ihrer wie auch immer gearteten Beziehung trennen!? Da ist dann doch klar, dass der Andere also nicht für etwas Ernstes in Frage kommt!? Und dann ist man ja auch nicht verliebt!?
Aber Sex ohne Liebe finde ich auf Dauer völlig sinnlos... verstehe Menschen nicht, denen das gefällt. Für mich macht das überhaupt keinen Sinn!?

Finde aber das Verhalten des FS etwas übertrieben, sich gar nicht auf Körperlichkeiten einzulassen, bevor man keine gemeinsamen Unternehmungen geplant hat!?
Das ist ja auch ein Zwang. Genauso, wie nach kurzer Zeit des Kennenlernens schon Händchenhaltend durch die Stadt zu laufen.
Zwang ist immer schlecht. Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus - aber ich habe nun 6 Monate abgewartet und leider werde ich überhaupt nicht in das Leben meiner Neu-Bekanntschaft mit einbezogen. Da muss man leider eben irgendwann Konsequenzen ziehen.

w,40
 
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  • #16
Finde aber das Verhalten des FS etwas übertrieben, sich gar nicht auf Körperlichkeiten einzulassen, bevor man keine gemeinsamen Unternehmungen geplant hat!?
Ich bin der FS, und ich habe keineswegs geschrieben, daß ich überhaupt keine Körperlichkeiten zulassen will, es geht mir speziell um Intimität, also alles was unter die Kleidung geht.

Das Bekenntnis zueinander ist deshalb so wichtig für mich, weil es den Unterschied zwischen Beziehung und Affäre ausmacht: mit meiner Freundin möchte ich mich in der Öffentlichkeit zeigen, möchte andere Menschen wissen lassen, daß sie zu mir gehört, möchte sie in mein gesamtes Leben einbeziehen und nicht etwa nur das Bett mit ihr teilen. Wenn ich nicht weiß, ob sie das auch will, hätte der Sex mit ihr einen anderen Stellenwert.

Viele Frauen wünschen sich zwar Verbindlichkeit, am besten schon vor dem Sex, fühlen sich andererseits aber von zu viel Verbindlichkeit irritiert und sogar bedrängt. Es geht ihnen "zu schnell", sie wollen nichts zulassen, das nur schwer wieder rückgängig zu machen wäre.

Liegt das daran, daß sie sich selbst noch nicht sicher genug sind?
Oder, daß sie damit alleine dastünden, wenn der Mann es sich doch noch anders überlegt?

Was kann und sollte der Mann also tun, um der Frau diese Angst zu nehmen?
 
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  • #17
Da gehen die Meinungen auseinander. Sex ohne Bekenntnis zu mir, ist automatisch eine Affäre ohne Chance auf mehr. Öffentliche Bekenntnis und dann Sex, ist mehr. Warum sollte ich mich auch ohne Verbindlichkeit so billig für gefühlsneutralen Sex hergeben.
Du nimmst dir durch so eine starre Haltung viel selbst.
Was, wenn du dich in eine Affärenpartnerin verliebst und sie sich vielleicht in dich? Ist sie und das alles dann nichts wert? Ein öffentliches Bekenntnis und Sex in der anfänglichen Probezeit einer Beziehung ist keine Garantie für ein Gelingen oder tiefes Gefühl. Bekenntnisse können auch still und ohne Tamtam vor sich gehen.
Alles selbst so erlebt und auch schon anderswo mitverfolgt.
 
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  • #19
Meines Erachtens geht es bei der Beantwortung der Fragstellung

um authentisches Verhalten,
um eine gewisse Kenntnis der Logik von menschlichen Beziehungen sowie
um Empathie.

Man sollte schon so sein und so handeln, wie man eben ist. Dann ist man authentisch und der mögliche Partner hat dann die Chance einen kennen (und schätzen) zu lernen - oder auch nicht. Dennoch kann es helfen, den Kopf einzuschalten und die eigene Lebenserfahrung und die Einschätzung der aktuellen Situation zu nutzen ...

Natürlich gibt es eine gewisse Abfolge, wann, welche Zärtlichkeiten oder Worte ausgetauscht werden. Zu letzterem gehört dann auch die Begrifflichkeit "wir" und "uns", die ja bekanntermaßen dann gewählt werden, wenn auf beiden Seiten ein gewisses Wir-Gefühl vorhanden ist.

Und natürlich läuft das Kennenlernen bei jedem Menschen etwas anders ab. Hier hilft nur ein geübter Blick und Empathie, um zu beurteilen (oder abzuschätzen), wo man gerade steht.

Ein Tanzkurs hat den Haken, dass dieser ja zumeist über mehrere Wochen angelegt ist. Mir wäre das auch etwas oversized, wenn ich meine neue Partnerin erst ein paar Tage kenne. Damit erzwingt man indirekt eine gewisse Verpflichtung, die die Leichtigkeit nimmt.

Die Situationen, wo ich Frauen kennenlernte, waren komplett unterschiedlich: Mitunter habe ich (haben wir) uns schon beim ersten Treffen ein wenig verliebt, mitunter war es nur ein harmonischer Abend. Das weitere Handeln hängt davon ab, wie es bisher lief. Eigentlich ganz einfach. Am besten konkret irgendwas Nettes vorschlagen, was der jeweiligen Situation ANGEMESSEN ist. Dann merkst Du recht schnell, ob sie darauf strahlend eingeht oder nicht. Wenn man(n) mal etwas zu viel Tempo gehabt hat, sollte man dies merken - und Tempo rausnehmen, aber am Ball bleiben, es sei denn, dass die Partnerin sich dauerhaft zurückzieht. Um das alles zu erkennen bedarf es Lebenserfahrung und eines gewissen Maßes an Mut, Dinge mit der richtigen Dosierung auszuprobieren. That's it.
 
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  • #20
Kleine Ergänzung zu meinem soeben geposteten Beitrag:

Grundsätzlich ist die Meinung des anderen erst mal anzuerkennen. Das heißt konkret: Wenn Du, lieber FS, etwas vorgeschlagen hast, z.B. zu einem Tanzkreis zu gehen, und sie sagt, dass sie das nicht möchte, dann ist das zunächst mal so.

Das heißt dann im Übrigen noch nicht, dass sie DICH ablehnt, sondern vielmehr, dass sie aktuell keinen TANZKREIS möchte. Das ist ja zunächst kein Drama. Dann eben einen anderen Vorschlag machen, der ihr zusagt und dem sie zusagt. Wenn natürlich stets Absagen auf Deine Vorschläge kommen, sagt das irgendwann auch `was über DICH.

So ein bisschen schwingt für mich in Deiner Fragestellung mit: Wenn ich schon so edel bin und nicht gleich mit ihr ins Bett gehe, möge sie doch zumindest auf meine tollen Vorschläge begeistert eingehen. Ich glaube, dass diese Haltung Dir selbst Steine in den Weg legt.
 
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  • #21
Du nimmst dir durch so eine starre Haltung viel selbst.
Was, wenn du dich in eine Affärenpartnerin verliebst und sie sich vielleicht in dich? Ist sie und das alles dann nichts wert?
Ich nehme mir nichts außer der Freiheit, jeden fließenden Übergang zwischen Affäre und Beziehung im Keim zu ersticken. Mag sein, das andere da nicht klar trennen können oder wollen, bisher lief das aber prima und sowohl Sie als auch ich waren emotional auf der sicheren Seite und konnten weiter nach einem richtigen Partner suchen.
Ein öffentliches Bekenntnis und Sex in der anfänglichen Probezeit einer Beziehung ist keine Garantie für ein Gelingen oder tiefes Gefühl. Bekenntnisse können auch still und ohne Tamtam vor sich gehen.
Ich suche keine Garantie und brauche auch keine öffentliche Bestätigung. Wenn eine Frau mir etwas für das Kennenlernen bedeutet, warte ich nur mit Sex oder „Intimitäten ohne Kleidung“. Da verdienen wir uns erst durch entsprechende, psychische Intimität :)
 
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  • #22
sondern vielmehr, dass sie aktuell keinen TANZKREIS möchte
Genau diese Interpretation ist eben zu kurz gedacht. Es geht hier nicht um fehlendes Interesse an der Sache, sondern: jemand der eine längerfristige gemeinsame Verpflichtung einzugehen bereit ist, sei es nun Kurs oder Urlaub oder was auch immer, zeigt damit an, daß ein längerfristiges Interesse am anderen hat, und zwar eines, das über den erotischen Kontakt hinausgeht.

Wenn nun die Dame sich z.B. einen Tanzpartner wünscht, man sich gegenseitig bereits angetestet hat, und dann kommt so eine Absage, dann ist das schon etwas verwunderlich und kann nur bedeuten: nein, das ist mir zu verbindlich, das möchte ich nur, wenn wir als Paar auch tatsächlich zusammenkommen. Und schon ist's wieder Essig mit der Verbindlichkeit: man muß einen Gang zurückschalten, eine Stufe Verbindlichkeit herausnehmen. Da haben es die Leute, für die Verbindlichkeit generell ein Fremdwort ist, schon deutlich leichter, muß ich sagen.
 
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  • #23
Genau diese Interpretation ist eben zu kurz gedacht. Es geht hier nicht um fehlendes Interesse an der Sache, sondern: jemand der eine längerfristige gemeinsame Verpflichtung einzugehen bereit ist, sei es nun Kurs oder Urlaub oder was auch immer, zeigt damit an, daß ein längerfristiges Interesse am anderen hat, und zwar eines, das über den erotischen Kontakt hinausgeht.
Na ja - manche Dinge entwickeln sich auch mit der Zeit: So kenne ich es, dass man sich zunächst vom einen Date zum nächsten verabredet, irgendwann einen Städttrip über ein WE macht, irgendwann Tanz- oder sonstige Kurse gemeinsam bucht, irgendwann einen längeren Urlaub plant und macht, irgendwann über Kinder spricht, irgendwann ein Haus baut, ...

Wir kennen ja nur Deine Worte. Wir wissen nicht, wie lange Eure Beziehungsanbahnung bisher dauerte (ich hab's zumindest nicht gelesen).

Natürlich gibt es einen Punkt, wo eine Seite sich mehr wünscht als die andere Seite zu geben vermag. Dann wäre der Punkt erreicht, wo es nicht weitergeht. Das kann ich gar nicht beurteilen. Aufgrund des Textes von Dir würde ich nicht auf die Idee kommen, dass dieser Punkt erreicht ist.

Wenn das bei Euch schon monatelang so hinplätschert, also ein "Termin" nach dem anderen, wo Ihr Euch zwar nett unterhaltet, aber nix weiter passiert, dann könnte man in der Tat auf die Idee kommen, dass es eben eine Freundschaft, aber nicht mehr, ist. Ist dem so? Weiterhin könnte es ja auch sein, dass SIE, also Deine "Partnerin", sich gewünscht hätte, dass etwas mehr zeigst, was Du möchtest - nämlich eine Beziehung mit ihr. Hast Du ihr das gezeigt? Mitunter hat sie sich vielleicht gewünscht, dass Du sie mal im Arm nimmst oder auch mal küsst. Irgendwann ist der Punkt da, wo das passiert - oder eben nicht. Von solchen "normalen" Annäherungen habe ich nichts gelesen. Ich finde solche tatsächliche Nähe auch viel wichtiger als die Frage nach einem Tanzkurs - und hätte auch keine Lust, diesen zu machen, wenn vorher keine andere Form von Nähe da wäre. Das Gesagte bezieht sich nicht auf SEX, sondern auf NÄHE, die auch ohne Sex so ihre körperlichen Spielarten hat. Das sind so meine Gedanken.

Ansonsten sind mir - als Leser - noch zwei Dinge an Deinen letzten Statements aufgefallen:

Zum einen bist Du in einer Verteidigungshaltung: Es wirkt ein bisschen so, als ob Du eh Dein Weltbild hast - und Beiträge, die in eine andere Richtung gehen, komplett ablehnst. Wie bereits oben gesagt: Wir schreiben unsere Beiträge nur aufgrund Deiner Worte (ohne Kenntnis zahlreicher Details).

Weiterhin finde ich das Thema Sex in Kontext mit der Fragestellung eher nebensächlich: Es gibt Beispiele für gelungene nachhaltige Beziehungen mit frühen und mit späten Sex. Das hat - wie ich finde - nichts mit dem Thema Verbindlichkeit, die Du anstrebst, zu tun.
 
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  • #24
Nochmal ganz allgemein - losgelöst von der bisherigen Diskussion:

Ich finde der Titel "Verbindlichkeit herstellen - wie?" sagt evtl. etwas über Deine Grundeinstellung. Vielleicht ist es auch nur unglücklich formuliert - kann natürlich auch sein.

Verbindlichkeit lässt sich nicht "herstellen". Sie kommt irgendwann - oder nicht. Es gibt Faktoren, die das Entstehen von Verbindlichkeit fördern: Körperliche Anziehung, Wertschätzung (was auch heißt, andere Meinungen zu akzeptieren), Aufmerksamkeit, Achtung, schöne Erlebnisse, Geduld, ..., aber man kann Verbindlichkeit nicht herstellen.

Anstatt Verbindlichkeit würde ich auch eher sagen: Sich aufeinander einlassen.

Das passiert nicht durch Forderungen (so klingt das ein bisschen bei Dir), sondern durch zwei Entscheidungen, durch Wohlfühlen, durch Sehnsucht, die man bekanntermaßen nicht wirklich herbeiführen kann. Man kann nur SEINE Türen öffnen und eine Einladung aussprechen.

Wenn diverse Einladungen, die mit Geduld ausgesprochen wurden, nicht erhört werden, kann man auch die Türen wieder schließen. Das ist legitim.
 
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  • #25
Ich denke, dass es schwierig ist Verbindlichkeit herzustellen, wenn der Kontakt lange Zeit nach dem persönlichen Kennenlernen nur noch über mails und sms gepflegt wird, was in Fernbeziehungen manchmal unumgäglich ist..., dann hilft meiner Ansicht nach nur häufigeres treffen und schauen was von der anfänglichen Begeisterung übrig geblieben ist...
w
 
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  • #26
Liebe Leute, es geht noch schlimmer:
Öffentlichkeit zelebrieren, Sex haben, und dann abhauen, obwohl der Sex anscheinend gut war !?

Auch schon erlebt....

Ich denke, bei Euch, FS, trafen verschiedene Vorstellungen und Ziele aufeinander, die sich als unvereinbar entpuppt haben - glücklicherweise BEVOR irgendetwas lief.
Klar bist Du enttäuscht, doch der Herzschmerz wird einfach um ein Vielfaches höher, wenn man sich schon in der durch Sex besiegelten Beziehung glaubt, die man seit langem ersehnt und erwartet hat.

Also, Kopf hoch - und bei der passenden Frau wird auch Deine hier verschmähte Vorstellung vom Anbandeln plötzlich wämstens willkommen geheißen und freundlichst beantwortet.
Nur nicht den Mut verlieren...
 
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Gast

  • #27
Manchmal gibt es einfach schrecklich viele Mißverständnisse solange man sich noch nicht wirklich gut kennt. Und sich dann im mail - Austausch ohne AUGENKONTAKT Klarheit zu verschaffen kann ganz schön schwierig werden, selbst wenn beide das exakt selbe wollen.
Es gibt einfach den klitzekleinen Unterschied zwischen Männlein und Weiblein. Und dem muss man erstmal auf die Schliche kommen.
Und vor allem muss man das Riesenuntier "Angst" irgendwie besänftigt kriegen und diesen Untieren wachsen dann immer doppelt soviele Köpfe nach.
 
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  • #28
Zitat von FS:
Das Bekenntnis zueinander ist deshalb so wichtig für mich, weil es den Unterschied zwischen Beziehung und Affäre ausmacht: mit meiner Freundin möchte ich mich in der Öffentlichkeit zeigen, möchte andere Menschen wissen lassen, daß sie zu mir gehört, möchte sie in mein gesamtes Leben einbeziehen und nicht etwa nur das Bett mit ihr teilen. Wenn ich nicht weiß, ob sie das auch will, hätte der Sex mit ihr einen anderen Stellenwert.
Da scheinen die Auffassung von Verbindlichkeit sehr weit auseinander gehen. Denn das, was du beschreibst, ist für mich keine Verbindlichkeit, sondern würde mich extrem abschrecken.

Denn ich brauche eine Verbindung zu dem Menschen, eine gemeinsame Basis sozusagen, bevor ich zu einem Teil seines Lebens werde. Verbindlichkeit bedeutet für mich Gespräche, Gedanken, Weltanschauungen, Küsse und auch Intimitäten, einen Terrain, der nur uns gehört. Und wenn das alles funktioniert, dann erst führe ich ihn in mein Leben ein und begleite ihn in sein.
 
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  • #29
Verbindlichkeit bedeutet für mich Gespräche, Gedanken, Weltanschauungen, Küsse und auch Intimitäten
Oh, wenn Küsse und Intimitäten für Verbindlichkeit stehen, dann kann es "unverbindlichen Sex" eigentlich überhaupt nicht geben. Ich denke, es ist genau anders herum, die von Dir genannten Punkte schaffen keinerlei Verbindlichkeit, man kann über Gott und die Welt reden und dann trotzdem unvermittelt seiner Wege gehen.

Verbindlichkeit heißt für mich: zu dem stehen was man sagt. Worte allein zählen nicht. Das Problem ist nur, daß es eine gewisse Zeit dauert, bis man feststellen kann, ob die Versprechungen auch eingehalten werden. So lange will heute niemand mehr warten.

Wenn jemand z.B. sagt, er bzw. sie sei treu und habe keine anderen Liebschaften nebenbei, wirst Du das "auf einem Terrain, das nur uns gehört" niemals feststellen können. Sich öffentlich zu zeigen ist hingegen sehr wohl ein Bekenntnis, weil ja die Gefahr besteht, ggf. erkannt und bloßgestellt zu werden.

Wie gesagt: den Worten Taten folgen zu lassen dauert seine Zeit, und bis dahin hat man kaum eine Möglichkeit, sich von dem Lügenbolzen zu unterscheiden. Aber bis es so weit ist, hat das Gegenüber längst die Geduld verloren.
 
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  • #30
@28

Es gibt auch keinen unverbindlichen Sex für mich.

Es ist völlig sinnlos, ob ich feststellen kann, ob der Partner Liebschaften nebenher hat oder nicht. Was soll es mir bringen. Solange ich ihm keinen Grund gebe nur mich zu wollen, dann bin ich austauschbar und dann ist es auch egal, ob der Mann, der nichts von mir will, Liebschaften nebenher hat oder nicht.

Es geht darum dem Menschen Gründe zu geben nicht fremdgehen zu wollen, dem Menschen Bindungsgründe zu geben.

Einen Echo erzeugt man nicht durch Besuchen von gemeinsamen Tanzveranstaltungen. Den Mann, den ich beim Tanzen an meiner Seite habe, ist austauschbar. Man geht ihm in den Kopf, tastet seine Gedanken ab, fasst seine Träume an, macht ihn zu dem Menschen, den er immer sein wollte,

Worauf ich hinausmöchte:
Verbindlichkeit braucht zuerst eine Verbindung zwischen zwei Menschen, das entsteht durch eine gemeinsame Basis. Und wenn die Verbindung da ist, da entsteht die Verbindlichkeit meist von ganz alleine. Je stärker die Verbindung dieser zwei Menschen, desto leichter entsteht Verbindlichkeit. Wenn die Verbindung nicht da ist, da kann man soviel Klartext reden wie man will, soviel Absicht einer Beziehung haben, soviel sich gemeinsam zeigen, wie man will, daraus wird trotzdem nichts.
 
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