• #1

Verbindlichkeit in der Beziehung - Was ist das?

VERBINDLICHKEIT ist ein sehr häufig von Frauen genutztes Schlagwort im Zusammenhang mit Beziehung.
Grenzt ihr damit diese von anderen Verbindungen wie Affären oder Freundschaft mit Extras ab? Und was ist es konkret?

Danke, für eure Beiträge.
m43
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Verbindlichkeit in einer Beziehung ist mich
die Fähigkeit, Absprachen im Großen wie im Kleinen zu treffen.
Das Gegenteil ist, über bestimmte Themen keine Absprache treffen zu wollen, sich also nicht festzulegen.
Mit großen Themen meine ich bspw.: eine Beziehung führen zu wollen; Kinder; Wohnsituation; Anpassung des Berufs ans familiäre Umfeld; finanziell zusammen planen; miteinander Sex (welcher Art) zu haben;
mit kleinen Themen meine ich Festlegungen zu Fragen wie "wann treffen wir uns? Wo treffen wir uns? Wer meldet sich? Wie schnell antwortet man auf SMS?
Viele Absprachen müssen nicht ausdrücklich getroffen werden, sondern es reicht, wenn sie sich einfach so ergeben und "durch Wiederholung festschleifen".

Heiraten, Zusammenziehen, Kinder kriegen, Monogamie, gehören nicht zwangsläufig dazu, denn Partner können auch verbindlich vereinbaren, gerade nicht zu heiraten (vll. weil einer schon verheiratet ist), eine offenen Beziehung zu führen, keine - weiteren - Kinder mehr zu bekommen, in getrennten Wohnungen zusammen zu leben...
Wichtig ist halt, sich über diese Themen einig zu werden und sie als Themen zuzulassen, wenn der Partner sie aufs Tablett bringt.
 
  • #3
Heiraten, Zusammenziehen, Kinder kriegen, Monogamie, gehören nicht zwangsläufig dazu,
Das hat auch etwas mit dem Alter zu tun. Bei Ü25 ist eventuell das Thema Heiraten und Kinder noch präsent, aber ab Ü45 halt nicht mehr. Demzufolge hat haben auch Beziehungen auch einen verschieden Wert je nach Altersklasse. Ich persönlich habe schon eine Abneigung gegen das Wort Beziehung. Beziehungen haben Staaten und keine Menschen. Ich spreche demzufolge auch lieber von einer Liaison, sprich Verbundenheit, und nicht von einer Beziehung. Leider hat aber das Wort Liaison mittlerweile im Sprachgebrauch einen negativen Touch und wird oft anders gebraucht.
 
  • #4
Für mich bedeutet Verbindlichkeit das sich jemand offen zu einer monogamen Beziehung mit mir bekennt. Das der Jenige mich seiner Familie und seinen Freunden vorstellt und das gleiche bei meiner Familie und meinen Freunden möchte und wir gegenseitig Teil des Lebens des anderen werden.
 
  • #5
Verbindlichkeit heißt tragfähige Absprachen und Entscheidungen zu treffen. Eine verbindliche Verabredung zu einem Kinoabend etwa bedeutet, daß einer die Karten besorgen kann, ohne befürchten zu müssen, daß dem anderen dann doch etwas dazwischen kommt. Und so ist es auch im großen: wenn jemand sagt (bzw. den Eindruck erweckt), er sei ungebunden, dann darf sich das Gegenteil nicht erst herausstellen, wenn der andere sich bereits emotional (oder gar körperlich) auf eine ungebundene Person eingestellt hat.

Ein verbindlicher Mensch gibt nur Zusagen, von denen er weiß, daß er sie auch wird einhalten können.
 
M

Minou

  • #6
Verbindlichkeit heißt für mich, dass sich mein Partner aus vollem Herzen für mich entschieden hat. Ich habe die Gewissheit, dass er zu mir steht und ich mich voll und ganz auf ihn verlassen kann. Das zeigt sich daran, dass er höchst zuverlässig ist und auch in zahlreichen Worten und Taten (Beispiele dafür wurden hier schon sehr schöne genannt). Natürlich funktioniert Verbindlichkeit nur wechselseitig. Im Vergleich dazu sind Affairen oder Freundschaft+ geprägt durch: einen hohen Grad an Unverbindlichkeit in der Haltung gegenüber dem Anderen, man lässt sich nicht voll auf ihn ein, es besteht Ungewissheit darüber, wie lange es läuft, ob und wie es weitergeht, man übernimmt keinerlei Verpflichtung und lässt sich alle Wege offen. Auch das geht nur beidseitig gut ;)
 
  • #7
Im Vergleich dazu sind Affairen oder Freundschaft+ geprägt durch: einen hohen Grad an Unverbindlichkeit in der Haltung gegenüber dem Anderen, man lässt sich nicht voll auf ihn ein, es besteht Ungewissheit darüber, wie lange es läuft, ob und wie es weitergeht, man übernimmt keinerlei Verpflichtung und lässt sich alle Wege offen. Auch das geht nur beidseitig gut ;)
Und da wird es für mich oft schwammig. Es geht ja immer um beide. Und wenn sich beide auf eine Affäre oder F+ festlegen, dann ist das für mich auch eine Verbindlichkeit. Ungewissheit, wie lange was läuft, ob Beziehung oder anderes besteht ja immer.
So taucht dann neben Verbindlichkeit als Verstärkung noch Verpflichtung auf. Welche Pflichten denn? Dinge zu tun, die man nicht möchte und um die der Partner einen bittet? In einer verbindlichen Beziehung darf man diese dann nicht ablehnen, in einer anders gearteten Verbindung schon?
 
M

Minou

  • #8
Und da wird es für mich oft schwammig. Es geht ja immer um beide. Und wenn sich beide auf eine Affäre oder F+ festlegen, dann ist das für mich auch eine Verbindlichkeit.
Stimmt, wenn beide das so akzeptieren, hat es in der Tat etwas Verbindliches.

Ungewissheit, wie lange was läuft, ob Beziehung oder anderes besteht ja immer.
Da würde ich widersprechen. Wenn ich sicher bin, dass mein Partner sich verbindlich für eine Beziehung mit mir entscheidet und ich mich für ihn, dann ist das eine der wesentlichen Voraussetzungen, dass es lange hält, mit open-end natürlich ;) Bei einer Affaire jedoch ist das Ende m.E. bereits implizit vorprogrammiert.

So taucht dann neben Verbindlichkeit als Verstärkung noch Verpflichtung auf. Welche Pflichten denn?
Das Wort "Pflicht" hat immer einen unangenehmen Beigeschmack, aber ich bin davon überzeugt, dass eine ernsthafte Beziehung ohne gewisse Pflichten leider nicht auskommt. Allerdings bestehen diese Pflichten für mich z.B. nicht in ökonomischer Hinsicht, sondern sie beziehen sich eher darauf, dass ich z.B. für meinen Partner verlässlich bin, transparent in Bezug auf meine Gefühle und Absichten. Ich verpflichte mich unausgesprochen, freiwillig und gerne, aktiv daran mitzuwirken, dass eine gute, respektvolle Kommunikation zwischen uns gelingt und dass es meinem Partner und mir in der Beziehung gut geht. So weit und so lange das möglich ist. Ich sehe das als notwendige Aufgabe in einer ernsthaften Beziehung an, die in einer Affaire eher nicht in der Weise zum Tragen kommt. Aber: ich habe null Erfahrung mit Affairen und lasse mich da gerne belehren ;)
 
  • #9
Verbindlichkeit hat etwas mit verbunden sein zu tun. Das kommt aus dem Inneren, weil ich es so will, so fühle. Ich fühle mich mit dem anderen verbunden. Ich gehe nicht ins Kino, weil ich es gestern so verabredet habe. Sondern: Weil ich mich verbunden fühle, wollte ich den gemeinsamen Kinobesuch gestern und will ihn auch heute noch. Verbindlichkeit kommt nicht aus dem Kopf und nicht aus der Verpflichtung von gegenseitigen „Absprachen“. Verbindlichkeit passiert in jedem Augenblick neu. Unverbindlichkeit hat etwas damit zu tun, mich aus irgendwelchen Gründen nicht auf einen anderen einlassen zu KÖNNEN. Daran ändern auch Absprachen nichts. Verbindlichkeit ist nicht zu erzwingen, auch wenn das manche vielleicht gerne so hätten und durch „Absprachen“ erreichen wollen. Verbindlichkeit, die Verbundenheit, kommt aus Liebe und Liebe kann man nicht erzwingen, sie ist ein freiwilliges Geschenk :) W 49
 
  • #10
Bei einer Affaire jedoch ist das Ende m.E. bereits implizit vorprogrammiert.
Ist es doch bei einer Beziehung auch. Spätestens durch den Tod. Und warum sollte man eine Affäre mit dem Gedanken führen, dass sie mal endet?
Allerdings bestehen diese Pflichten für mich z.B. nicht in ökonomischer Hinsicht, sondern sie beziehen sich eher darauf, dass ich z.B. für meinen Partner verlässlich bin, transparent in Bezug auf meine Gefühle und Absichten. Ich verpflichte mich unausgesprochen, freiwillig und gerne, aktiv daran mitzuwirken, dass eine gute, respektvolle Kommunikation zwischen uns gelingt und dass es meinem Partner und mir in der Beziehung gut geht.
Ich verstehe, was du meinst. Aber ich finde, dass dies auch für fast alle anderen Formen von zwischenmenschlichen Beziehungen gilt, oder?
Ich hab manchmal den Eindruck, dass man dieses Pflichten-Ding instrumentalisiert, um somit eine klassische Beziehung von etwas weniger definiertem abgrenzen zu wollen.
Verbindlichkeit ist nicht zu erzwingen, auch wenn das manche vielleicht gerne so hätten und durch „Absprachen“ erreichen wollen.
Eben. Ganz meine Meinung.
 
  • #11
Verbindlichkeit hat vor allem etwas mit Planungssicherheit zu tun.

Da lebt man z.B. mit jemandem zusammen und ißt täglich gemeinsam zu Abend, d.h. wer als erster zuhause ist, wartet auf den anderen. Auch wenn er Hunger hat. Weil das gemeinsame Abendessen eben ein Teil der Beziehung ist. Schön und gut, nun kommt aber der andere nach Hause und verkündet „ich habe heute keinen Hunger, ich habe unterwegs schon was gegessen”. Hm. Umsonst gewartet und Kohldampf geschoben. Die Freundin, der ich solches Verhalten übel nahm, hat nie verstanden, worum es mir geht, dachte immer, ich wolle ihr dreinreden, ob und wann sie sich was zu essen kaufen darf. Das war aber nicht das Problem, ich hätte nur gerne früher gewußt, daß ich nicht auf sie zu warten brauche.

Verbindlichkeit heißt, sich so zu verhalten, daß der Partner weiß, woran er ist, und nicht unwissentlich in die verkehrte Richtung läuft.
 
  • #12
Ich persönlich habe schon eine Abneigung gegen das Wort Beziehung. Beziehungen haben Staaten und keine Menschen. Ich spreche demzufolge auch lieber von einer Liaison, sprich Verbundenheit, und nicht von einer Beziehung.
Alles nur Wortspielerei!!!!

Eine Beziehung ist eine Beziehung und eine Liaison, eine Liaison. Man kann sich ja alles selber schönreden.

Wer keine Verbindlichkeit will, den kann man auch keine Aufzwängen.
 
  • #13
Ich denke auch, dass Frauen und Männer da schon oft am selben Strang ziehen. Nur wir Männer thematisieren das Ganze nicht so und heben den Finger: Immer schön verbindlich sein.
 
  • #14
Wenn ich sicher bin, dass mein Partner sich verbindlich für eine Beziehung mit mir entscheidet und ich mich für ihn, dann ist das eine der wesentlichen Voraussetzungen, dass es lange hält, mit open-end natürlich ;) Bei einer Affaire jedoch ist das Ende m.E. bereits implizit vorprogrammiert
Nein, nicht unbedingt! Aus einer rein sexuellen Affäre, welche von beiden nicht auf Dauerhaftigkeit getroffen und angelegt wurde, kann sich eine verbindliche, stabile und dauerhafte Beziehung bis hin zu Heirat und Kindern entwickeln. Auch aus einem ONS ist das möglich, wenn auch vermutlich seltener.
Die meisten Frauen - auch einige Männer - wollen die Sicherheit und die Gewissheit, dass man sich gegenseitig liebt, respektiert, achtet und bereit ist, einen Weg gemeinsam zu gehen, sowie in guten und schlechten Zeiten füreinander da zu sein (auch ohne Eheschein) bzw. sich gegenseitig blind zu vertrauen und zu wissen: "auf ihn/sie kann ich mich immer verlassen" in Form von verbindlichen Zusagen.

Doch die meisten verbindlichen Beziehungen und Ehen scheitern, werden geschieden, da stellt sich mir die Frage: "was ist aus den verbindlichen Zusagen geworden?".
Verbindlichkeit hat und ich empfinde wie Kolibri22 nichts mit mündlichen Zusagen zu tun sondern einzig und allein mit dem Gefühl einem anderen Menschen verbunden zu sein: gedanklich, emotional und körperlich. Wenn ich diese innere Verbundenheit nicht spüre, dann kann sich auch keine äussere, formale Verbundenheit einstellen, die sich in einer inneren Haltung, in Worten und Gesten und wohlwollenden Taten ausdrückt. Das alles entwickelt sich aus dem inneren Gefühl heraus oder gar nicht und man kann das vom anderen nicht abverlangen. Das alles kommt freiwillig und aus dem Herzen auch die verbindlichen Zusagen, ansonsten sind sie nur Schall und Rauch.

Wie verbindlich es zwei Menschen meinen, sieht man auch daran, dass manchmal die Braut oder der Bräutigam nicht vor den Altar treten, um sich das Ja-Wort zu geben ;-).

Ich habe nämlich gelernt, dass das Leben jeden Tag eine Veränderung bringen kann. Wenn sich ein Partner zu mir verbindlich zeigt und zu mir bekennt, dann muss das nicht immer so bleiben, es kann auch sein, dass er in zwei Monaten einer anderen Frau begegnet, die ihn mehr fasziniert als ich und mich verlässt.
"Das einzig sichere ich die Unsicherheit!" oder "nur der Tod ist uns tot sicher alles andere nicht!"
 
A

Ars_Vivendi

  • #15
Doch die meisten verbindlichen Beziehungen und Ehen scheitern, werden geschieden, da stellt sich mir die Frage: "was ist aus den verbindlichen Zusagen geworden?".
Für mich gehören Respekt und Achtung vor einer Frau noch mehr als "Verbindlichkeit" zu einer Beziehung.

Willst Du eine "verbindliche Zusage", die unbedingt eingehalten wird, nur weil sie gegeben wurde? Ich nicht, ich möchte, dass meine Partnerin bei mir ist, weil sie bei mir sein möchte. Für mich ist es ehrlicher, dann, wenn ich die "verbindliche Zusage" nicht mehr halten kann, damit offen und ehrlich umzugehen als zu meinen, ich müsste mich daran halten, nur weil ich mal eine abgegeben habe.
Das gleiche gilt für mich für ein Eheversprechen. Im Grunde ist es bei der Anzahl der gescheiterten Ehen völlig verrückt, irgendwas für ein Leben zu versprechen und das Risiko ist groß, dass es eben irgendwann doch nicht mehr passt. Da waren die Erfordernisse vor 100 Jahren einfach andere als heute. Eine Beziehung führe ich aus Liebe, vielleicht nach 20 Jahren auch nur noch aus tiefer Verbundenheit. Aber nicht nur noch, weil ich mal irgendwas versprochen habe. Das ist für mich mittlerweile hirnloser Romantikquatsch.

Und selbstverständlich ist für mich eine Beziehung exklusiv und verbindlich, ich bin verlässlich für eine Partnerin da, übernehme Verantwortung für sie, stehe zu ihr auch nach außen und was auch immer dazugehört. Aber eben nicht zwingend endlos, auch wenn ich mir eine endlose glückliche Beziehung wünsche.
 
  • #16
Erst mal gibt es auch jede Menge Männer, die Verbindlichkeit wollen und anstreben, gerade Männer wollen bei Frauen die Nr. 1 sein und nicht die Nebenrolle spielen in der Beziehung.

Als Frau fand ich das immer sehr anstrengend, da ich meine sozialen Netzwerke nie aufgegeben hätte und habe, man kann beides haben Beziehung und Freundeskreis nebenher.

Viele glauben aber in der Beziehung sich nur noch als Paar zu präsentieren und die "Bekannten" laufen leer, irgendwann ist Schluß mit lustig und sie stehen komplett ohne Kontakte da - tchja
dumm gelaufen oder dumm gewesen.

Ständiges Zusammenkleben ist für mich eh ein Alptraum, dennoch kann man durch Treue und Monogamie "verbindlich" sein, wenn man aufrichtig liebt.

Verbindlich ist man freiwillig, sowie man aus freien Stücken liebt.
Sobald einem Verbindlichkeit auf den Nerv geht, liebt man nicht mehr oder hat nie geliebt, dann ist die Trennung vorprogrammiert.
 
  • #17
Aber nicht nur noch, weil ich mal irgendwas versprochen habe. Das ist für mich mittlerweile hirnloser Romantikquatsch.
Un genau diese Einstellung – ich habe zwar mal was versprochen, aber inzwischen meine Meinung geändert – ist es, die Dich von einem verbindlichen Menschen unterscheidet.

Der Partner, dem Du etwas versprochen hast, hat sein Leben auf dieses Versprechen aufgebaut. Du kannst Dich nicht einfach um Deines eigenen Vorteils willen davon lossagen. Denk an Schillers Bürgschaft: was hätte wohl Damon gesagt, wenn Phintias, um die eigene Haut zu retten, nicht zurückgekehrt wäre, nach dem Motto „hm, ich habe da zwar mal irgendwas versprochen, aaaber...”
 
  • #18
Un genau diese Einstellung – ich habe zwar mal was versprochen, aber inzwischen meine Meinung geändert – ist es, die Dich von einem verbindlichen Menschen unterscheidet.
Ich teile die Ansichten von Ars_Vivendi #14, er hat das super dargelegt.

Es geht hier um Verbindlichkeit, nicht um Versprechen. Ein Versprechen, das man um jeden Preis meint, einhalten zu MÜSSEN, ist wie ein Schwur, und schwören soll man ja bekanntlich nicht…..

Nein, es geht um die innere Einstellung, um das Einhalten WOLLEN. Und wenn man es einhalten will, warum auch immer, dann ist es doch gut.

Leben ist Bewegung, es ist nicht starr. Der Tod ist starr. Und zur Bewegung gehört, dass sich auch Menschen bewegen, auch innerlich. Dann kann es schon mal passieren, dass sich Meinungen ändern. @Apfeldieb: Änderst du dich nicht? Bleibst du stehen? Wenn ja, dann wärst du ja lebendig tot.

Versprechen werden in der Vergangenheit gemacht, gelebt wird in der Gegenwart. Darum muss man immer wieder die Gegenwart prüfen. Ist es noch gültig? Wie sieht es aus? Und wenn man das gemeinsam macht, dann verbindet es, daraus entsteht Verbindlichkeit.
 
  • #20
Verbindlichkeit ist für mich eine innere Verpflichtung, getroffene Vereinbarungen einzuhalten. Wenn sich an meiner Einstellung zu diesen Vereinbarungen irgendetwas ändert, habe ich die Verpflöichtung, sie genau zu dem Zeitpunkt offen zu kommunizieren, an dem ich sie bei mir wahrnehmen, nicht erst, den anderen hinzuhalten, Ausreden zu kreiieren und erst wenn ich auf den Wortbruch festgenagelt werde mich mitzuteilen.

Wie Ars-Vivendi schon schreibt, mit gemeinsamer Lebensplanung heißt eine Versprechen für Männer oft "och, da habe ich mich wohl versprochen" - keinerlei Verbindlichkeit und auch nur, wenn frau das Problem massiv thematisiert. Das ist übrigens etwas, was ich extrem unmännlich finde. Ich stehe auf Typen "ein Mann, ein Wort" - frau kann sich darauf verlassen.
Ich habe nichts dagegen, wenn man seien Meinung ändert, weil sich Sachverhalte verändern oder beide sich entwickeln. Verbindlichkeit heißt. dieses früh und offen mitzuteilen, weil es die Lebensplanungen des Partners betrifft und nicht für Ewisgkeiten stehen zu bleiben, weil man mal ein Versprechen gegeben hat.

Ich habe einen Eheeid geschworen, mein Exmann auch. Er war untreu, damit war ich nicht mehr bis an den Tod an ihn gebunden, sondern konnte mich scheiden lassen. So ist das mit Verpflichtungen: sie können wegen solcher elementaren Wortbrüchigkeit durch einen Partner komplett hinfällig für den anderen werden.
 
  • #21
Für mich gehören Respekt und Achtung vor einer Frau noch mehr als "Verbindlichkeit" zu einer Beziehung.

Willst Du eine "verbindliche Zusage", die unbedingt eingehalten wird, nur weil sie gegeben wurde?
Nein, da hast du mich völlig falsch verstanden; gerade ich will keine "verbindliche Zusage" als eine Art Versprechen. Denn ich selbst kann niemandem etwas versprechen, weil ich nicht weiss, ob ich es einhalten kann, wie: "Ich verspreche dir, immer bei dir zu bleiben egal, was passiert". Nein, das kann ich nicht, denn ich weiss nicht, was das Schicksal mit mir vorhat. Vielleicht habe ich einmal eine Sinnkrise, finde das Eheleben (wenn ich verheiratet wäre) eintönig und den Sex zu banal und entscheide mich buddhistische Nonne zu werden.

Einzig, was ich als Zusage geben kann ist: "Ich versuche mein bestes in unserer Beziehung (oder Ehe) zu geben und zu tun, dass auch du dich wohl fühlst und nicht nur ich." Ob mir das auch so immer gelingt, weiss ich nie im Voraus, deshalb schrieb ich ja:

"Die meisten Frauen - auch einige Männer - wollen die Sicherheit und die Gewissheit, dass man sich gegenseitig liebt, respektiert, [...]"

Damit meinte ich nicht mich, denn das Leben ist Veränderung und diese Einstellung, dass nichts in Stein gemeisselt ist - auch ein Versprechen nicht, weil das Versprechen implizit auch die Unmöglichkeit der grossen Lebenserfüllung beinhaltet - hat sich bei mir noch verstärkt als vergangenes Jahr ein Mann, den ich sehr liebte und mir vorstellen konnte mit ihm alt zu werden, starb - im Alter von nur 44 Jahren.
In meinem Land, wo ich herkomme sagt man auch nicht umsonst: "wenn ich wüsste wann ich sterbe, dann würde ich mir selbst mein eigenes Grab schaufeln", womit man ausdrücken will, das niemand weiss, was ihn auf seinem Lebensweg erwartet oder anders gesagt: Nur die Ungewissheit ist das einzig Gewisse und damit zu leben ist nicht leicht. Man kann nur die Einstellung dazu ändern und sich selbst sagen: das Leben ist voller Überraschungen und sich darauf einstellen und freuen was auf einen zukommt.

"Beide schaden sich selbst: der, der zu viel verspricht und der, der zu viel erwartet."
Lessing
Finde ich grossartig und sehr wahr!
 
  • #22
Verbindlichkeit ist für mich eine innere Verpflichtung, getroffene Vereinbarungen einzuhalten. Wenn sich an meiner Einstellung zu diesen Vereinbarungen irgendetwas ändert, habe ich die Verpflöichtung, sie genau zu dem Zeitpunkt offen zu kommunizieren, an dem ich sie bei mir wahrnehmen, nicht erst, den anderen hinzuhalten, Ausreden zu kreiieren und erst wenn ich auf den Wortbruch festgenagelt werde mich mitzuteilen.

Ich stehe auf Typen "ein Mann, ein Wort" - frau kann sich darauf verlassen.
Volle Zustimmung! Wenn sich Wünsche und Bedürfnisse im Laufe des (Ehe)Lebens ändern, dann soll der eine es dem anderen mitteilen. Denn in einer Ehe und Liebesbeziehung bezieht sich immer alles auf zwei und wirkt sich alles immer auf zwei Menschen aus! Sie ist niemals eine Einbahnstrasse.

Vielleicht kann man eine Lösung finden mit der beide zusammen leben können und wenn es keine Lösung gibt, kann man sich überlegen, ob eine Trennung besser wäre.

Der Partner, welcher für sich selbst eine Veränderung wünscht, ist verpflichtet aus Liebe und Respekt zu seinem Partner das offen und ehrlich zu sagen!