• #1

Vereinsamt man sozial als Single?

Ich(48) bin jetzt seit 5 J. geschieden und merke wie immer mehr das soziale Umfeld sich lichtet. Die gemeinsamen Freunde von meiner Ex und mir sind jetzt nach der Scheidung weg und dies bedauere ich auch nicht.
Höchstwahrscheinlich waren das nie richtige Freunde, sondern nur Bekannte.
Meine beiden besten Freunde, seit der Uni-Zeit, sind leider durch einen Verkehrsunfall im Sommer umgekommen und nun fühle ich mich noch mehr alleine.

Ich habe zwar schon die eine oder andere Frau kennengelernt, aber ich musste schnell feststellen, dass mich dieses Datingspiel einfach nur nervt. Ebenso ergeht es mir bei anderen sozialen Kontakten. Kaum lernt man jemanden kennen und schon ist man genervt von diesem Spiel. Ebenso ergeht es mir auf der Arbeit. Zu mehr wie Smalltalk bin ich selten bereit und auch dies nervt mich irgendwie.

Ist man am Ende auch zum Alleinsein verdammt, da man es ja selber so möchte?

Bei einem Therapeuten war ich nach dem Tod meiner beiden Freunde auch schon und er meinte, dass nicht jeder für die Zweisamkeit geeignete ist.
 
  • #2
Erstmal mein Beileid für den Verlust seiner Freunde.
Ich bin nur Laie und deshalb nicht kompetent, hier Ferndiagnosen zu stellen. Dein Text liest sich aber auch für jemanden, der dich nicht kennt, ein bisschen wie eine depressive Episode, mit sozialem Rückzug, wenig Freude am Umgang mit Menschen und allgemeiner Resignation.
Dein Therapeut hat Recht, nicht jeder ist für die Zweisamkeit gemacht, aber denkst du, dass sich das auch auf deine allgemeinen sozialen Bindungen erstreckt? Macht dir das wirklich keinerlei Freude oder denkst du eher, bei dir hat eine Veränderung stattgefunden, die dich jetzt so denken lässt? Früher scheint dir die Gemeinsamkeit mit Freunden ja gut getan zu haben.
Wenn du sagst, du warst seit dem Unfall im Sommer in Therapie, dann dürfte diese gemäß der Stundenanzahl noch nicht vorbei sein, oder? Wie bist du mit deinem Therapeuten verblieben, habt ihr konkrete Strategien erarbeitet? Oder hast du aufgehört, hinzugehen?
Ich würde bitte in jedem Fall noch einmal Rücksprache mit deinem Hausarzt halten und schauen, wie er dazu steht. Das Forum kann dir in deiner Situation nur bedingt weiterhelfen.
 
  • #4
Es ist - was man daraus macht.
Auch als Single kann man neue soziale Kontakte knüpfen.

Einen Smalltalk macht man ja nicht unbedingt für einen Informationsaustausch. Sondern für Geselligkeit und gemeinsame Konversation. Und um das soziale Miteinander zu pflegen, ggf. neue Leute kennenlernen.

Ein Date ist ein gegenseitiges kennenlernen. Um daraus zu entscheiden, ob man diesen Kontakt fortsetzen will ?

Wer sich ausgrenzt, grenzt sich selber aus.
Wer mitmachen will, muß dafür aktiv werden.
Die Anderen warten nicht auf Einen.

Ich bin auch Single. Aber ich bekomme mehr Kontakte, als ich bewältigen kann. Beruflich wie privat.
(m,54)
 
  • #5
Natürlich wird man vereinsamen, wenn man es selbst so möchte. Das ist ja aber auch dann kein Problem, oder?
Wenn man es nicht will, dann ändert man eben etwas. Wenn du aber von sozialen Kontakten so schnell genervt bist, dann ist das wohl eher dein Weg.
Ich genieße das Alleinsein außerordentlich - es ist einfach Luxus, die Ruhe - splendid solitude - haben zu dürfen.
Aber ich genieße auch die sozialen Kontakte - aber eben keinen wahllosen facebook Freundschaftswahnsinn, sondern eben echte Begegnungen mit Menschen, die für mich interessant und spannend sind.
 
R

rosenmann

  • #6
Dein Text, verehrter FS liest sich für mich so, dass ich keine große Lust verspüre, dich kennenzulernen. Was ich damit sagen will, du scheinst das auszustrahlen und bekommst das eben auch genau so zurück.

Du solltest weg von der Einstellung, dass du zu irgendwas verdammt bist, klar, jeder hat Tiefen im Leben, aber es liegt bei uns selbst, da auch wieder raus zu finden was durchaus Arbeit und Disziplin, auch Überwindung bedeuten kann.

Du schreibst davon, dass du genervt von Dating Spielchen bist, das verstehe ich und sehe es so ähnlich, ich betreibe keine aktive Suche. Ich gehe durchs Leben und weiß, früher oder später lerne ich, ganz "zufällig" eine Frau kennen, wo es von der ersten Sekunde an irgendwie knistert und an dieser Stelle kann ich dann einhaken und aktiv werden. Das passiert nicht wöchentlich, aber es passiert. Nur, wir müssen mit offenen Augen umher gehen, sonst gehts vielleicht vorbei an uns, ohne es zu merken.

Ich habe übrigens auch schon Verluste von sehr (!) nahestehenden Menschen erfahren, vielleicht glaubst du nicht daran, für mich ist es sicher dass es ihnen gut geht wo sie jetzt sind und im Traum sagten sie mir das auch, "macht euch nicht alles so schwer, uns gehts bestens...) Ich weiß, für manche klingt das albern, aber siehs mal so, mit dieser Einstellung gibt es keine Entschuldigung mehr, ewig zu trauern.

Es liegt bei dir, trete dir selbst in den Hintern und komm aus deiner Depri raus, ich weiß, dass es geht. Und die Belohnung kommt, glaube mir ;-)
 
G

Ga_ui

  • #7
Welche Sorte Mensch willst du überhaupt um dich haben?
Ich suche mir Menschen, die meine Leidenschaften teilen und den selben Musikgeschmack haben. Dadurch ergibt sich ein ähnliches Weltbild und man hat einen gemeinsamen Gesprächsstoff, der einen eben nicht nervt.

Mich nerven normale Datingangebote auch, wenn jeder x-beliebige mich mit Fragen ausquetschen will und wenn ich merke, der Mensch passt gar nicht zu mir. Aber da gehe ich auch nicht drauf ein.

Sogesehen finde ich, musst du erstmal bei dir anfangen. Wer bist du? Was willst du? Definiere dich erstmal!
 
  • #8
Der Freundeskreis verändert sich immer mit den Jahren.
Der Tod ist da nur ein Aspekt, Leute ziehen weg oder man hat einfach keine gemeinsame Wellenlänge mehr.
Als Singlefrau mit beruflichen Ambitionen fand ich meist keinen Zugang zu "ehemaligen" Freundinnen, welche ihr Seelenheil in Kindererziehung, Kochrezepten und Ehemann betüdeln sahen.
Die gemeinsamen Interessen von einst verliefen sich.

Mit der Zeit und den Jahren musste ich mich völlig neu orientieren und es hat funktioniert, aber man muss von sich aus auf Leute zugehen. Von selbst kommt da nix.

Mittlerweile habe ich völlig neue Kontakte, die alten Kontakte sind alle nicht mehr da, das Leben hat da seine eigenen Regeln.
Die meisten Verbindungen fand ich durch meinen Beruf, Kunden, welche zu einer Hauseinweihung oder zu einer Restauranteröffnung einluden, Kolleginnen, zu denen man schon immer einen "guten Draht" hatte, Sportfreunde. Alter querbeet, von jung bis alt, von ledig, bis geschieden oder verwitwet.

Freundschaften sind wie Pflanzen, man muss sie pflegen, sonst gehen sie ein, für ein gutes Netzwerke habe ich immer mehr Energie aufgebracht als für die Partnersuche, die war mir irgendwie wohl nie soooo wichtig.
 
G

Ga_ui

  • #9
Bei einem Therapeuten war ich nach dem Tod meiner beiden Freunde auch schon und er meinte, dass nicht jeder für die Zweisamkeit geeignete ist.
Ich finde, das ist eine unzureichende, unprofessionelle Information von diesem Mann! Selbstverständlich ist nicht jedermann für eine konventionelle Bindung gemacht, aber das muss man ja zum Glück auch gar nicht mehr!

Es ist doch viel mehr so, dass das Problem in der Erziehung liegt, dass man immer zur Abhängigkeit zu einer anderen Person erzogen wurde.

Als Single wird man als minderwertige Person angesehen. Das Problem fängt schon an dem ganzen politischen System an, dass Singles den Ehen und Menschen mit Kindern geldlich und beruflich benachteiligt werden. Man wird als unvollständig und inkorrekt angesehen, man verdient weniger, usw.
Und später dann Einsamkeit entsteht, weil man nicht gelernt hat, wie schön, vollständig und befreiend Alleinsein sein kann. Man ist nicht umbedingt vollständiger, wenn man einen Partner hat, im Gegenteil!
 
  • #10
Erstmal tat es mir sehr sehr leid zu lesen, dass deine beiden besten Freund im Sommer ihr Leben verloren haben. Das hat mich sehr traurig gemacht, und mir mehr Verständnis für die Stimmung gegeben, in der du dich gerade befindest.

Echte Freundschaften wachsen, und man kann sicher auch im mittleren Lebensalter neue Kontakte finden. Aber dass sich daraus Freundschaften entwickeln ist meistens sehr schwer. Aber nicht unmöglich.

Du hast eigentlich nur eine Chance, nämlich neue Kontakte zu suchen, soziale Netzwerke sowie vielfältige Freizeitangebote machen es möglich. Und diese neuen Kontakte müsstest du pflegen. Zu Hause kommt leider keiner klingeln. Alleine mit neuer Partnerin wird das nicht funktionieren, da du dann wieder nur sie als Bezugsperson hast.

Viel Glück.
 
  • #11
Grundsätzlich, geht es mir, wie Dir! Nach der Scheidung, musste ich raus aus dem Verein und mein Exmann blieb. Ich alleine mit 4 Jährigen konnte es nicht nutzen und so hatte er den Bekanntenkreis. Eine Freundin verstarb, die andere nahm sich den Freund vom Ex und weg war sie. In meinem Job sind es immer die selben Gesichter, im Stau niemand ansprechbar und an der Kühltheke wartet keine Sau. Jahrelang einen Partner aus einer anderen Stadt, eigene Freizeit 0, gemeinsamer Bekanntenkreis nicht vorhanden.
3 gute Freunde habe ich und diese haben nun mal nicht immer Zeit, wenn ich diese habe.
Einsam, traurig.............manchmal! Denn es hat einfach viel mit mir und meiner inneren Sichtweise zu tun.
Ich habe nämlich sehr liebe Freunde, chaotische aber tolle Kinder, liebe Eltern. Geh ins Kabarett, mit meinem Leihhund, fahre weg, Freundinnenwochenende, Museum....Erkenne das Lächeln bei einer anderen Mutter, wenn ich zum Fußballspiel komme! Und im neuen Jahr, geh ich endlich abends wieder zum Sport! Ich male wieder oder lese und freu mich über Ruhe!

Es liegt an Dir, von welcher Warte Du schaust! Ob Du denkst, keiner hat Zeit oder super ich habe Ruhe! Freude in Kleinigkeiten findest! He super, der Stau ist nur 3km und die Musik im Radio ist toll. Der Wald riecht traumhaft bei Regen!
Klasse in meiner Stadt gibt es Meetup...
 
  • #12
Hallo Smoker, wenn ich deine Zeilen lese....
Ebenso ergeht es mir bei anderen sozialen Kontakten. Kaum lernt man jemanden kennen und schon ist man genervt von diesem Spiel. Ebenso ergeht es mir auf der Arbeit. Zu mehr wie Smalltalk bin ich selten bereit und auch dies nervt mich irgendwie.
kommt mir das so bekannt vor. Als ich mich vor einigen Jahren von meiner Exfrau trennte, war ich zudem Geschäftlich in einer sehr üblen Verfassung.Ich hatte einen schlimmen Wirtschaftlichen fehler begangen, der mir fast den Finanziellen Ruin beschert hatte. Insgesamt war ich also ziemlich im Eimer. Meine Mentale Verfassung war sowieso aufgrund der trennung auf dem Tiefpunkt und dann das auch noch. Und genau zu dieser Zeit empfand ich so wie du. Ich wurde für ca. ein jahr Regelrecht Menschenscheu. Es ging mir alles auf die Nerven.Obwohl ich nicht bei einem Therapeuten war bin ich mir ziemlich Sicher, dass ich eine ordentliche Depression hatte. Jedoch brachten die Finanziellen Verlustängste dazu, nicht aufzugeben. Ich kämpfte. Ich setzte Geschäftlich alles auf eine Karte und Startete ein Wirklich sehr Riskantes Geschäft. Hopp oder Top. Ich hatte Glück. Etwas mehr als ein Jahr Kampf und ich gewann dieses Spiel. Ich war entgültig raus aus der Misere. Dadurch wurde auch der Herzschmerz der Trennung sehr gelindert. Denn ich hatte nun Zeit und den Kopf, dieses zu verarbeiten. Ich konnte durch diese Geschäftliche Sache nie abschließen mit meiner Trennung. Heute habe ich mich sehr gut erholt und es wird immer besser. Der Himmel öffnet sich wieder und die Sonne streichelt meine Seele. Vielleicht konntest auch du nicht wirklich abschließen. Durch den tragischen Verlust deiner Freunde. Und noch einige andere Dinge. Mein Rat. Nimm dir die Zeit für dich. Lauf nicht herum und treffe Menschen, weil du denkst das muss sein. Sei ruhig gerne alleine und kümmere dich um dich selbst. Versuch dich, dir selbst zu öffnen. Und sei Geduldig. Mach etwas langsam auf der Arbeit, wenn es geht. Dir ganz viel Kraft und alles Gute.
m45
 
A

aufgewacht

  • #13
Richtige Freunde sind schwer zu ersetzen. Das braucht Ewigkeiten.
Einer meiner beiden besten Freund ist vor 4 Jahren gestorben und er ist nach wie vor unersetzlich. In sofern kann ich dich sehr gut verstehen.
Ich habe auch festgestellt, dass der Zugang den man zu den Menschen bekommt regional extrem unterschiedlich ist.

Ein oberflächlicher Zugang über Veranstaltungen oder Vereine ist noch lange keine Gewähr für Freunschaft. Es ist aber eine Möglichkeit über gleichgesinnte auf gleichgestrickte Menschen zu treffen. Eine Gewähr gibt dir keiner. Aber vielleicht findest du ja eine Perle. Meist ist es aber ein in sich geschlossener Kreis, zu dem man kaum Zugang erhält. Da habe ich mit Kursen die bessere Erfahrung gemacht.

Durch einige Veränderungen in meinem Leben hat sich mein Freundeskreis trotz riesigem Bekanntenkreis (viele würden diese wohl auch schon als Freunde bezeichnen) auch ausgedünnt. Aber mit der Zeit habe ich auch mehr das Verlangen nach Klasse als nach Masse.

Erstaunlicherweise gelingt mir oft auch eher ein freundschaftlicher Kontakt zu Frauen als zu Männern. Was bei Paaren dann wieder schwierig wird. :)
 
  • #14
Du bist wahrscheinlich einfach ein introvertierter Typ. Nimm das nicht negativ auf, ich bin das auch. Man ist gerne allein und braucht die Gesellschaft nicht so sehr wie extrovertierte. Freunde kann ich auch nur an einer Hand abzählen, dafür sind es richtige.
Du scheinst sehr auf der Suche nach einer Partnerin zu sein, aber ich empfehle dir erst mal Dinge zu finden, die eine Leidenschaft in dir wecken, ein Hobby oder so. Über das lernt man auch andere Leute kennen, die Welt ist ja heute so vernetzt, um ein neues soziales Netz aufzubauen. Ich wünsche dir viel Glück!
 
M

Meeresrauschen

  • #15
ich bin zwar deurlich jünger als du, aber ich verstehe gut, was du meinst. Diese manchmal sinnlosen Gespräche mit irgendwelchen Leuten, nur weil man ja unbedingt mal wieder raus muss und jemanden kennenlernen sollte, kannst du gleich vergessen. Mach lieber etwas für dich, such dir ein Hobby, bereise die Welt. Dabei triffst du ein paar Menschen, die deine Interessen teilen. Auf Singles konzentriere ich mich ehrlich gesagt weniger, da viele Singles ab einem bestimmten Alter sehr gefrustet auftreten und auch gern nur ihre Probleme besprechen wollen. Habe ich so im Urlaub im Kontakt mit anderen Singles schon häufiger erlebt. Das hat mich dann so genervt, dass ich Abstand hielt und auch keine Lust mehr drauf hatte.
Ich glaube, dass du gerade einen Tiefpunkt hast. Der Verlust von zwei so guten Freunden ist auch sehr traurig!
 
  • #16
Noch mal zum Thema:
Den Kardinalfehler welche vor allem Paare begehen ist sich der Bindung zu sicher zu sein und Netzwerke von "außen" nicht mehr zu aktivieren. Will sagen, hat sich als Paar und hat Paare als Freunde und glaubt allen ernstes das geht so weiter bis ans Ende aller Tage, traute Zweisamkeit, Kinderlein und andere Paare.

Absolut kurzsichtig gedacht: Jede Partnerschaft kann zerbrechen, scheitern, schiefgehen, Kinder werden groß und ziehen aus, Paarfreundschaften bleiben weiterhin eh unter sich und haben für einen Single (oft nicht immer) keine ausreichende Ambitionen oder Lust, wer will als Single auch ständig mit Paaren abhängen??

Somit sind "Verlassene" am Ende selbst Schuld, wenn sie wirklich verlassen dastehen. Sie haben einfach versäumt Kontakte zu halten, vor, während und nach der Beziehung.
Und zwar nicht Paare zu Paaren oder Single zu Single, sondern Bekannte querbeet.

Man braucht auch nicht unbedingt den Freund fürs Leben, das gibt es sehr selten. Mir reichen "treue" Bekannte und wieder neue Kontakte, welche aber auf Dauer bestehen.
Als kommunikativer Mensch mit EQ dürfte niemand da Probleme haben.
 
  • #17
Du bist wahrscheinlich einfach ein introvertierter Typ. Nimm das nicht negativ auf, ich bin das auch. Man ist gerne allein und braucht die Gesellschaft nicht so sehr wie extrovertierte.
Ich denke auch, dass das stimmen kann. Bei mir war es so, dass ich seit dem frühen Erwachsenenalter immer einsamer geworden bin. Damals habe ich es auf mein ewiges Singledasein geschoben und gedacht, dass mich die ständigen Misserfolge bei Frauen immer schüchterner machen.

Inzwischen, während langem Verheiratetsein und demzufolge Familienleben, hat sich diese Tendenz aber nur weiter verstärkt: Inzwischen kenne ich außerhalb der Familie eigentlich überhaupt niemanden mehr privat.

Ich erlebe das so, dass gleichzeitig ich die Leute nicht interessiere und sie mich nicht interessieren. Inzwischen ist mir klar geworden, wie die Dinge wirklich liegen: Das ist alles ein Teufelskreis. Mein damaliges Singledasein und auch meine heutige soziale Vereinsamung sind darauf zurückzuführen, dass ich niemand bin, den die Leute mögen. Das führt zu immer neuen sozialen Misserfolgen, die wiederum Schüchternheit und Rückzug erzeugen, was wiederum das Knüpfen und die Pflege neuer Sozialkontakte weiter erschwert und inzwischen auch dazu geführt hat, dass ich mich alleine wohler fühle als in Gesellschaft, weil mich der Kontakt zu den Leuten nervt, der ja trotzdem sowieso nie zu etwas führt.

Ich habe es aufgegeben, dagegen zu opponieren. Vieles ist sozial oder vielleicht auch genetisch in uns "fest verdrahtet" und deshalb einfach nicht zu ändern.
 
N

nachdenkliche

  • #18
Man braucht auch nicht unbedingt den Freund fürs Leben, das gibt es sehr selten. Mir reichen "treue" Bekannte und wieder neue Kontakte, welche aber auf Dauer bestehen.
Als kommunikativer Mensch mit EQ dürfte niemand da Probleme haben.
Da gebe ich Dir wirlich Recht! Da mache ich mir selber etwas Sorgen, weil ich auch eher ein Einzelgänger bin. Ist man älter geworden, schließt man auch nicht mehr so leicht Freundschaften. Da gilt es, bestehende zu pflegen. Solange ich berufstätig bin und von mehr Menschen umgeben bin, als mir manchmal angenehm ist, ist mir nichts lieber, als in meiner Freizeit alleine zu sein. Wenn die große Freizeit (Rente) anfängt, werde ich weiterhin arbeiten oder ehrenamtlich tätig sein. Ich verstehe aber die Sorgen des FS sehr gut!
 
  • #19
Ich glaube nicht, dass es was mit dem Singlesein zu tun hat. Du liest Dich wie der Prototyp eines Misantrophen kenne ich von meinem Exmann) - alles nervt Dich, vermutlich eigentlich nur Du Dich selbst. Das ist aber schwer zuzugeben, also können es nur die anderen sein. Lass' die anderen einfach in Ruhe, nerv' Dich selber solange Du es mit Dir aushalten kannst.

Wenn Dir das zu langweilig wird und Du wieder ein Bedürfnis nach sozialen Kontakten hast, dann geh' raus und such' Dir ein Ehrenamt, wo Du Menschen triffst, bei denen Du echte Sorgen sehen kannst. In der regel hats Du dort auch ein Umfeld, in dem Du qualitativ hochwertieg Kontakte zu anderen Ehrenamtlern bekommst.

Du liest Dich wie ein Eigenbrötler, für den die Partnerin das gesamte soziale Leben gestaltet hat und der es nach der Trennung selber nicht hinbekommt, sich ein soziales Leben aufzubauen. Natürlich ist es besser sich einzureden, dass die Freundschaften der Ex alle ohnehin nichts taugten, als zuzugeben, dass Du selber nicht anziehend bist für andere Menschen oder unfähig Kontakte dauerhaft aufzubauen.

Wenn die einzigen beiden Freunde, die Du hattest verunfallt sind, dann stehst Du solange allein da, bis Du Dein Verhalten ändern kannst.
Du bist Ende 40 - nur eine Frau in absoluter Notlage oder mit einem mutierten Kümmer-Gen zieht sich einen alternden Misantrophen in ihr Leben.
 
G

Ga_ui

  • #20
Soziale Vereinsamung? Ja, kann schon passieren. Halte ich besonders für Männer höchst gefährlich, weil sie dann entweder in Alkohol stürzen, in falschen Übereifer bei der Arbeit oder hinter den Pc verwahrlosen. Frauen können sich zumindest mit dem Haushalt ablenken und sinnvoll nützlich machen.

Du hast 2 beste Freunde verloren. Sehr traurig, aber wir haben alle schon mal mehr als eine Person im Leben verloren. Also Gleichstand! Ich finde das ist keine Ausrede! Sterben ist ein Massenphänomen – nicht nur bei dir, sondern auch in unseren Haushalten! Wir haben die gleichen Verluste wie du zu vermelden. Wer sich Zuhause verkriecht grübelt zu viel nach und vergeudet wertvolle Energie.

Ich bin noch am selben Abend der Beerdingung raus gegangen und hab mich unters Volk geworfen, um mich abzulenken und nicht zu stagnieren. Ja, es war nicht einfach, aber es war besser so, sich zu überwinden.

Nach jedem Tod, den ich miterlebt habe, hat sich mein Leben schlagartig geändert, ich bin schnell wieder aktiv geworden, um alles auf "grünes Licht" zu bringen: Karriere, Partnerschaft, Familie, neue Bekanntschaften, neue Connections, Gesundheit, neue Prioritäten setzen, denn wer weiß, wie viel Zeit einem noch selber übrig bleibt.
Du machst das nicht, weil du das entweder nicht willst oder weil du alles absichtlich so schlecht sehen willst.

Wenn ich dich also kennenlernen würde, hätte ich als dein neuer Freund/Partner ordentlich was zu knabbern.

Wie heißt es so schön: Wer das Feuer in anderen entfachen will, muss selber für etwas brennen! Richte dein Leben, begeistere dich wieder für tiefe Gespräche und interessante Leute, und geh nach draußen. Du wirst aktiv werden müssen, damit sich was verändert. Es liegt an dir, wie viel Zeit du brauchst. Bei denen einen dauert es eben etwas länger, bis sie den Startschuss hören. Ich rate dir, schnell zu handeln, dir selber einen Tritt zu geben, dann wird auch alles wieder besser werden.
 
  • #21
Man stelle sich vor: Man würde an einen neuen Ort ziehen.
Man kennt Keinen dort, und Keiner kennt Einen.
Wie würde man dort neue Leute kennenlernen und Kontakte
knüpfen ?

Diese Erkenntnis könnte man m.o.w. an jedem Ort anwenden, wo Menschen sind. Also auch am jetzigen Ort.

Wie lernte der FS seine zwei Freunde kennen ?
 
  • #22
Noch mal zum Thema Nr. 2:

Natürlich gebe ich hier denjenigen recht, welche im reiferen Alter nicht mehr so schnell Kontakte finden.
Aber erstens muss man nicht zwangsweise in der gleichen Generation verharren, ich kenne durch den Sport auch junge Mädels, mit denen ich mal einen Kaffe trinken gehe oder zum joggen z.B., oder auch noch ältere Frauen als ich, mit denen ich sehr gute Gespräche führen kann.

Bei Netzwerken spielt nicht das Alter, sondern die Wellenlänge eine Rolle und da kann es haken.
Es gibt, leider, viele oberflächliche, dümmliche, geradezu proletenhafte Leute, unabhängig vom Status, mit denen man einfach "nicht kann" und somit zieht man sich eher zurück, als mit diesen Menschen aktiv zu sein.

Es ist die Nadel im Heuhaufen in der Liebe und in Netzwerken, aber aufgeben und vereinsamen kann auch nicht sein. Nach der Rente will ich unbedingt kirchlich und ehrenamtlich aktiv sein, entweder für Kids oder ältere Leute, auch will ich in einen Chor und mir ein eigenes Pferd gönnen, huch, mal sehen, aber der aktivste Abschnitt im Leben kommt bei mir in der Rente.
 
  • #23
Nach meiner Ehescheidung und einer nachfolgenden Beziehung hatte ich große Schwierigkeiten, mich zu resozialisieren, zumal ich für meinen Exmann in eine andere Stadt gezogen war, wo ich keine eigenen Freunde hatte. Die wenigen Freunde, die ich dort hatte, zogen weg. Du wirst Dich aber wieder resozialisieren, wenn Du das möchtest. Du kannst zum Beispiel in einen Sportverein gehen, oder melde Dich bei New in Town an, da gibt es immer wieder gesellige Veranstaltungen. Zwing Dich dazu, zumindest einmal pro Woche etwas Geselliges zu machen. Es wird Dir guttun.
 
M

Mooseba

  • #24
Wenn man keine Lust hat, unter Leute zu gehen, dann bringt es meiner Erfahrung nach auch nichts, sich dazu zu zwingen. Der Appetit kommt eben nicht immer beim Essen. Mich stört diese Lustlosigkeit gewaltig, aber mittlerweile weiß ich auch, dass ständige Überwindung es auch nicht besser macht. Ich will mal richtig Lust dazu vorher haben. Außerdem habe ich eben oft das Gefühl, nicht wirklich gebraucht zu werden, was sicher auch an meiner "Melancholie" liegt, dass man mich quasi schonen möchte.
 
  • #25
Also wie manche Frauen hier, völlig unkontrolliert hier auf den FS dreschen ist schon Geil. Ich stelle mir eine Frau vor mit ähnlichem Problem hier und Männer die dann auf die Dame eindreschen. Was hier wieder los wäre.
Du liest Dich wie ein Eigenbrötler, für den die Partnerin das gesamte soziale Leben gestaltet hat und der es nach der Trennung selber nicht hinbekommt, sich ein soziales Leben aufzubauen.
Du hast 2 beste Freunde verloren. Sehr traurig, aber wir haben alle schon mal mehr als eine Person im Leben verloren. Also Gleichstand!
Gleichstand? Was ist das denn? Ist das ein Battle? Wer hat mehr Freunde verloren, gewinnt.
Nach jedem Tod, den ich miterlebt habe, hat sich mein Leben schlagartig geändert, ich bin schnell wieder aktiv geworden
Warum muss jeder so sein wie du?
Wer das Feuer in anderen entfachen will, muss selber für etwas brennen!
Es gibt Momente da hat man aber einfach keine Lust zu brennen.
Schon seltsam wie manche Ticken
m45
 
  • #26
Es ist die Nadel im Heuhaufen in der Liebe und in Netzwerken,
Mit zunehmendem Alter = zunehmende Erfahrungen.
Gewonnene Erkenntnis: Was man nicht mehr haben will.

;Mit zunehmendem Alter hat man das Gefühl, dass das Leben immer schneller vergeht. Also geht man kostbarer mit seiner Zeit um, die Einem noch bleibt, soweit Einem möglich.

Trotzdem bin ich für Versuche offen, und seien es nur 2-3 Monate des kennenlernen. Aber nicht bei jeder Frau = nicht um jeden Preis.

Introvertierte haben es da viel schwerer. Aber sie müssen sich überwinden, und raus unter Leuten. Nur dann können sie bemerkt werden, und Chancen auf Anknüpfung bekommen. "Frei Haus" kommt Keiner.
 
  • #27
Es gibt Momente da hat man aber einfach keine Lust zu brennen. Schon seltsam wie manche Ticken
Nicht seltsam - aus deren Sicht.

Wenn Menschen auf Partnersuche sind, oder Angebote bekommen, dann wollen sie keinen depressiven Trauer-Kloß o.ä. vor sich haben.
Sondern Jemanden, der sie und die gemeinsame Beziehung bereichert, statt belastet.

Der Betroffene hofft aber, durch eine neue Beziehung aus seinem Gefühls-Tief heraus zu kommen. Was ihm aber verwehrt wird, weil er so "tief" hängt. Und der Gegenüber kein Therapeut ist, und nicht sein will.

Also entstehen große Misverständnisse. Der Eine will nur eine/n Gegenüber, um daraus ggf. eine Paar.Beziehung zu gewinnen.
Der Andere verlangt aber dafür bessere Bedingungen, als nur die Person selber.

Warum wird es so kompliziert gemacht. obwohl es auch einfacher ginge ? Warum nicht einfach aufeinander zugehen ? Und mehr versuchen, statt viele Gedanken.
 
  • #28
Statistisch gesehen ist es so, dass Frauen in einer Beziehung sogar eher innerlich vereinsamen. Also ist der Singlestatus keine Ausrede.
Lieber FS, ich bin auch ein Mensch, der seine Ruhe im Privaten dringend braucht (gerade weil ich beruflich viel kommuniziere, viele Menschen treffe, und das auch meistens gerne).
Wirklich leidend hörst Du Dich für mich nicht an. Mal abgesehen davon, dass heute die meisten Menschen nicht in ihrem Bett, sondern im Krankenhaus sterben, und die Angehörigen kaum 24 h dort herumgruppiert sind wie im Fernsehen: Es macht einfach doch Freude und tut gut, ab und zu etwas mit Anderen zu unternehmen.
Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, Freunde und Bekannte schon.
Wobei man auch Verwandtschaft so dosieren kann, dass es verträglich ist.
 
  • #29
Ich gehe davon aus, dass du dich jahrelang mit deinem Partner eingeigelt und die restlichen Beziehungen nur noch oberflächlich gepflegt hast. Ein paar Standardtelefone zu obligaten Feiertagen vielleicht. Aber hast du andere Menschen von Herzen beschenkt mit deiner Freundschaft? Hast du aufrichtig Anteil genommen an ihrem Leben? Wenn du soziale Kontakte mehr oder weniger als Pflichtprogramm abgespult hast, dann hat man das wohl gemerkt.
Vielleicht wäre es Zeit, dein "Genervtsein" anderen Menschen gegenüber mal genauer anzuschauen. Wann, wie wo dich wer nervt und wieso? Einen Partner konntest du ja schliesslich um dich haben, also scheinst du Gesellschaft nicht generell und jederzeit abgeneigt.
Ich rate dir, nicht wortlos zu schmollen, weil deine Mutter dich nicht angerufen hat. Sie wird ja nicht wissen, dass es in Zusammenhang steht mit deinem Geburtstag und dann ist nichts geklärt, bloß eine Person mehr, die du langsam aus deinem Leben entfernst