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  • #1

Verheirateter getrennt lebender Mann - keine Scheidung wg Kinder?

Ich habe beim Ausgehen einen Mann (45) kennengelernt, der seit über 12 Jahren von seiner Frau getrennt lebt und sich aber nach eigener Aussage trotzdem nicht scheiden lassen will. Sie haben schon sehr lange getrennte Wohnungen, aber irgendwie scheint er doch noch an ihr zu hängen, sonst würde er doch den berühmten Schnitt setzen, oder? Es gibt zwei Kinder (13 und 16) und er sagt, dass er darüber nachdenken wird, wenn sie dann erwachsen sind. Das verstehe ich nicht. Ich würde mich spätestens nach zwei Jahren scheiden lassen, um frei zu sein für eine neue Beziehung. Ich finde dieses Rumeiern höchst merkwürdig. Was haltet ihr davon?
Ich habe Bedenken, mich weiter mit ihm zu treffen, weil
1. ich meinen Ruf nicht ruinieren möchte, wenn ich mich weiter mit einem verheirateten getrennt lebenden Exemplar in der Öffentlichkeit sehen lasse
2. ich wenig Verständnis für seine Unentschlossenheit habe, ich bin sehr entscheidungsfreudig
3. ich befürchte, dass er noch an seiner Frau hängen könnte
4. ich zur Geliebten so gar nicht tauge und diesen Status für mich ablehne
Und nun?
 
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  • #2
Du hast Dir doch selber die Frage beantwortet. Was erwartest du von uns?
 
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  • #3
An meinen Ruf würde ich vielleicht weniger denken, aber Alles in Allem teile ich deine Meinung.
Für mich käme der Mann nicht in Frage; ich habe einen gesucht und gefunden, der wie ich in geklärten Verhältnissen lebte, d. h., der wie ich geschieden war.

"War", weil er jetzt verheiratet ist. Mit mir.
 
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  • #4
Auch ich kann Dir nur abraten. Du findest hier über die Suchfunktion unendlich viele Beiträge über Beziehungen zu verheirateten/getrennt lebenden Männern, die auch meine persönlichen Erfahrungen mit jetzt immerhin schon fortgeschrittenen 50 Jahren und die Erfahrungen in meinem gesamten sozialen, beruflichen und verwandtschaftlichen Umfeld bestätigen.

Allerdings gibt es auch hier im Forum immer wieder verheiratete/getrennt lebende Personen, die Dir eine Beziehung mit "ihresgleichen" nahelegen. Ist irgendwie so wie bei Rauchern und Nichtrauchern oder Fettsüchtigen und Nicht-Fettsüchtigen. Raucher als auch Fettsüchtige wollen einen auch oft davon überzeugen, dass das alles doch gar kein Problem ist. Sie haben insofern damit Recht, dass es für den Raucher, den Fettsüchtigen bzw. für den verheirateten/getrennt lebenden auch tatsächlich kein Problem ist.

w/50
 
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  • #5
Ich würde keineswegs den Scheidungsbeschluss als Voraussetzung für eine neue Beziehung betrachten, aber meine Zeit auch nicht mit einem Mann verschwenden, der keine Konsequenz und kein Rückrat hat. Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, dass jeder Monat, in dem man eine Trennung oder den Scheidungsantrag herausschiebt, denjenigen, der das Geld herangeschafft hat, nur ärmer macht. Wenn man sich als Mann getraut hat, sich zu trennen und eine andere Wohnung zu beziehen, darf es nur noch geradeaus gehen. Ich habe nach genau einem Jahr den Scheidungsantrag einreichen lassen und fünf Tage nach dem Scheidungstermin meiner damaligen Gefährtin einen Antrag gemacht. Ich glaube nicht einmal, dass der Mann noch an seiner Frau hängt, das vergeht bei Männern nämlich ziemlich schnell, aber er scheint einfach Angst vor den finanziellen Konsequenzen zu haben. Er nutzt Dich aus. Lass ihn sein Leben nur weiter ruinieren. Das schafft er allein viel besser.
 
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  • #6
ich denke, dass er rein finanzielle Erwägungen als Grund dafür hat, dass er sich noch nicht scheiden lassen will. Es ist doch z. B. in Bezug auf die Unterhalts-Zahlungen ein Unterschied, ob die Kinder schon erwachsen sind oder nicht - richtig?
Wenn der Grund nichts mit seinen Gefühlen zu tun hat, dann kann man doch damit leben.

w
 
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  • #7
Deine Bedenken sind berechtigt. Aus Erfahrung kann ich sagen: Lass die Finger von einem getrennt lebenden Mann. Wer so lange keine Entscheidung treffen kann / will, hat triftige Gründe. Such dir einen Mann, der wirklich frei ist und eine neue Beziehung führen möchte.
w
 
  • #8
Da ich selbst durch den harten Weg einer Scheidung gegangen bin mit allen Konsequenzen, erwarte ich dies auch von meinem zukünftigen Partner. Es gibt für mich keinen einzigen nachvollziehbaren Grund sich nicht für diesen klaren Schnitt zu entscheiden und diesen auch durchzuführen. Getrennt lebend auf Dauer ist absolut keine Option für mich.
 
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  • #9
Ich habe zwei gute Bekannte, die seit über 10 Jahren von ihren Frauen getrennt sind und sich nie haben scheiden lassen. Der eine lebt seit 15 Jahren mit seiner Freundin zusammen, der andere hat seit 8 Jahren eine feste Beziehung. Die Scheidung wurde aus finanziellen Gründen nicht eingereicht und aus Rücksicht auf die Kinder. Beide konnten mit ihren Ex-Frauen vernünftige Regelungen treffen, was die Kinder und Unterhaltszahlungen betraf. Inzwischen sind die Kinder erwachsen und niemand der Betroffenen sieht einen Grund, etwas an der bestehenden Situation zu ändern. Beide Männer sind selbständig und durchaus entscheidungsfreudig - daran liegt es nicht, aber es gibt eben verschiedene Varianten, sein Leben zu leben.

Heutzutage ist es doch völlig egal, ob man geschieden ist oder nicht, kann man problemlos ohne Trauschein zusammen leben. Und davon auszugehen, dass ein Mann nach vielen Jahren konsequenter Trennung von seiner Ex, noch an dieser hängt, ist lächerlich. Aber wenn Kinder involviert sind, muss man eben eine einvernehmliche Lösung finden.

Statt sich dauernd mit Vorurteilen zu belasten, wäre es viel einfacher, mit offenen Augen sowie gesundem Menschenverstand durch das Leben zu gehen. Dann ist man eher vor Enttäuschungen geschützt und eine Garantie hat man sowieso nie. Mach dir nichts vor:
- es gibt Geschiedene, die noch an ihren Ex hängen,
- es gibt Getrennte, die abgeschlossen haben,
- es gibt Ledige, die einem Wunschbild nachjagen....
Letztlich muss man jede Bekanntschaft individuell beurteilen, da führt kein Weg daran vorbei und Pauschalverurteilungen bringen genau nichts.
 
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  • #10
Ich kenn auch so einen Fall. Die haben sogar weiterhin im selben Haus zusammengelebt, hatten aber getrennte Partner mit eigenen Wohnungen. Die leben immer noch zusammen, lassen sich nicht scheiden und jeder hat halt Beziehungen mit anderen Dauerfreunden.

ich würd sowas nicht mitmachen. Dieser Mann wird sich nie scheiden lassen, auch nicht wenn seine Kinder ihren Studienabschluss gemacht haben. Das ist Gewohnheit bei einigen. Die haben ihre Frau damals halt geliebt, war evtl. sogar die erste große Liebe und aus Gewohnheit lässt man das halt so, mindestens aber wegen den gemeinsamen Kindern.

manche halten das bis zum Rentendasein so durch oder länger.
 
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  • #11
Nicht der Zivilstand getrennt / geschieden ist entscheidend, sondern die konkreten Lebensumstände, in denen sich ein Mann befindet.

Oft gibt es gute Gründung, die Scheidung auf die lange Bank zu schieben. Fast immer sind es finanzielle Gründe und die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Erziehung / das Wohl der eigenen Kinder, die einen Mann davon abhalten, vor den Scheidungsrichter zu treten.

Sind allerdings keine gemeinsamen Kinder aus der Ehe mit der "Exfrau" vorhanden und / oder die zwei getrennten Eheleute verbringen einen Teil ihrer Freizeit frei von Erziehungs-Verpflichtungen regelmässig gemeinsam, ist die als "getrennt" gekenntzeichnete Beziehung weiterhin aktiv bestehend, auch mit separaten Wohnungen.

Ich bin zu alledem überzeugt, dass ein langzeitig getrennt lebender Mann trotz o.g. Gründe sehr schnell zur Scheidung von der "Ex" bereit ist, sobald er sich in einer neuen, verbindlichen und über einige Zeit bewährten Partnerschaft mit einer Frau befindet. Und solange keine neue Partnerin da ist, tut der Zustand "getrennt" statt "geschieden" ja niemandem weh.

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  • #12
der mann den du beschreibst könnte meiner sein. mein mann und ich sind nunmehr seit über 10 jahren getrennt, aber nicht geschieden.
es ist nur und ausschließlich wegen der kinder und der finanziellen seite. dies alles geht auch nur gut, da wir uns nachwievor gut verstehen. wir sind freunde und eltern und stolz darauf dass wir das so hinbekommen haben.

ich lebe seit einigen jahren in einer neuen partnerschaft und bin sehr glücklich. sobald die kinder mir der ausbildung fertig sind, lassen wir uns scheiden. dann wird auch das haus verkauft (das zuhause unserer 3 kinder). und ich heirate meinen lebensgefährten.

ungewöhnlich? ja, mag sein. aber um längen nicht so verlogen wie manch einer, der geschieden ist und seiner ex noch nachweint.
 
  • #13
Die finanziellen Gründe hätte ich gerne mal erläutert die einen davon abhalten sich scheiden zu lassen.
Schliesslich wird doch das finanzielle erst durch die Scheidung klar geregelt.
Und nichts spricht dagegen sich ausserhalb der gesetzlichen Regelungen auf einen Vertrag zu einigen, der einen höheren oder geringeren Unterhalt festsetzt. So haben wir das gemacht.
Und was heisst denn "wegen der Kinder"? Auch da gibt es ganz klare Regelungen nach der Scheidung.
Für mich ist nach wie vor der einzige Grund diesen Schritt nicht zu gehen eine Unentschlossenheit auf beiden Seiten. Und auf so einen Partner habe ich einfach keine Lust.
 
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  • #14
Ich gebe mal zum Nachdenken:

Wer getrennt lebt - aber noch verheiratet ist hat dennoch alle Pflichten/ Rechte zusammen als Ehepaaar.
Lebt jetzt einer der Beiden lange getrennt lebenden Partner in einer neuen Partnerschaft, hat in relevanten Dingen der Noch - Ehepartner dennoch alle Rechte/Pflichten.

Beispiel:
einer der lange getrennt lebenden Ehepartner wird schwer krank, oder ist nicht in der Lage sich aus med. Gründen zu äußern, ist im Krankenhaus, hat der Ehepartner alle Verantwortung/ Entscheidung.
Auch im Falle eines Pflegefalles hat der Ehepartner Pflichten.
Ein neuer Lebenspartner wird dabei nicht berücksichtigt bzw. spielt keine Rolle und erhält auch keine Auskunft.Zum Beispiel auf der Intensivstation... Nur der Ehepartner - auch wenn er getrennt lebt.

Kein Konstrukt - erlebt

Will man das alles so vwirklich?? Dann wäre eine Scheidung vorher sinnvoller, auch wenn es finanzielle Gründe hätte...
Und ein neuer Lebenspartner hat dann im Krankheitsfall Möglichkeit zum Austausch mit Ärzten...

Warum keine Scheidung.....
will man den Ehepartner binden, trotz langer räumlicher Trennung und einem neuen Partner somit alle Chanchen - auch im Krankeitsfall - verweigern??
 
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  • #15
Die finanziellen Gründe hätte ich gerne mal erläutert die einen davon abhalten sich scheiden zu lassen.

kleiner Ausschnitt aus der Schuldnerberatung:
- gemeinsame verschuldete Immobilie, die sich nicht neutral verkaufen lässt, sondern nur mit Verlust
- knappe Finanzierung/null Rücklagen, sodass zusätzliche x.000 € Gebühren für Scheidung und sonstiges nicht aufgebracht werden können
- günstigere Steuerklasse, die gerade bei finanzieller Enge den Ausschlag gibt, so ein Konstrukt aufrecht zu erhalten
- Ehefrau ohne eigene Krnakenversicherung, würde bei Scheidung die kostenfreie FamV verlieren

Die Liste lässt sich fortsetzen. Kaum jemand schafft unter langjähriger Aufrechterhaltung des Status quo, daran wirklich was zu verändern und sich freizuschwimmen. Si ein wackeliges, ängstlich gehütetes Konstrukt lähmt bei allen beteiligten die Lebenskräfte und verhindert einen Neubeginn. Es wird immer nur im jetzt gedacht, nicht in die Zukunft, dass sich die lange nur aus diesen Gründen aufrecht erhaltene Ehe dann im Versorgungsausgleich auswirkt u.ä.
Viele versäumen es, aus den o.g. Gründen den Cut zu machen, weil sie nicht der "böse Papa" sein wollen, der alles kaputt gemacht hat. Gleichzeitig betrügen sie sich um die Chancen eines echten Neubeginns, denn kein ernsthaft brauchbarer Partner macht sowas lange mit.

Es geht dabei um den Begriff der Verantwortungsübernahme in der neuen Partnerschaft, z.B. die zuvor genannten Rechte um medizinische Entscheidungen, aber auch wirtschaftliche Verantwortung für den neuen Partner, ihm z.B. Rentenansprüche zu hinterlassen, nicht der getrennt lebenden Ehefrau.

Liebe FS,
Befass' Dich nicht mit der Fargestellung, was er Deiner Meinung nach tun sollte - das wird er nicht tun, sondern schau' auf sein Verhalten, ob Du das willst, ob das die Verbindlichkeit der Beziehung zeigt, die Du Dir wünschst. Und dann entscheide, wie es weitergeht.
 
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