• #1

Verjüngung der Belegschaft ab 50

Hallo zusammen,

ich lese in diesem Forum fast ausschließlich, dass Frauen, die einmal studiert haben, für alle Zeiten ausgesorgt haben und damit vor allem finanziell von einem Mann unabhängig sind - ob nun mit oder ohne eigene Kinder. Das scheint mir ein Trugschluss zu sein!

Ist es nicht so, dass Firmen ihre Belegschaft verjüngen, so dass man mit 50+ nicht mehr in das „Bild“ passt? Das betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer!

Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

Ich bin gespannt!
 
  • #2
ist sicherlich auch eine legitime Strategie:

Vorteile als hauptberufliche Ehefrau:
Schlaraffenlandähnliches, gesundes und genussvolles entspanntes Leben ohne Leistungsdruck, Termine, Vorgesetzte...

Nachteile:
Absolute Abhängigkeit vom Partner bzw. dem Gesetzgeber dass dieser einem das eigene Stück des Kuchens einklagt.
Wenn der Ehe- bzw. Exmann (Frau) nichts mehr hat, hat man selber auch nichts mehr und steht da.
Vermutlich schwaches Selbstwertgefühl, da man selbst nichts im Leben leistet sondern halt nur existiert

Aja und die Strategie hat natürlich 0 Potential wenn beide Partner nur in eine erfüllende Partnerschafft "investieren" einer muss immer der gelackmeierte sein der Schaffen geht.
M30
 
G

Gast

  • #3
Ist es nicht so, dass Firmen ihre Belegschaft verjüngen, so dass man mit 50+ nicht mehr in das „Bild“ passt? Das betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer!

Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

Bin ich jetzt zu blöd oder was? Die Frage verstehe ich nicht. Jemand muss doch arbeiten und das Leben finanzieren, woher soll das Geld denn her kommen?
Je nach dem, was man macht, findet man schon mit 40+ als Frau schwer eine neue Stelle. Viele Chefs brauchen den "Sabber"-Effekt und nehmen deshalb auch gerne geringere Qualifikation in Kauf, solange es noch für die grundlegenden Aufgaben reicht. Lieber geben sie an mit einer chicen Assistentin. Aber das ist deshalb noch lange kein Argument, sich abhängig zu machen von einem Partner, denn das kann immer schief gehen. Einen neuen Job findet man trotz allem definitiv einfacher als einen neuen Partner. Außerdem möchte ich weder jemandem auf der Tasche liegen und ausgehalten werden noch das Gefühl haben, für alles, was ich kaufe Rechenschaft ablegen zu müssen und diskutieren zu müssen, was darf dies und jenes kosten. Und was ist dann wenn der Partner auch arbeitslos wird? Niemand hat "für alle Zeiten ausgesorgt", schon gar nicht heutzutage.
 
G

Gast

  • #4
Dieser Ansatz ist ja eine brutale Reduktion auf rein kommerzielle Gründe.
Danke, davon hab ich (m60+) genug, als jahrzehntelanger Financier in einer Ehe, der sich dann immer noch anhören sollte, was "man" im Alltag nicht alles abwicklungstechnisch besser machen könnte, wenn man nur will (und es gibt de facto keinen Freundeskreis, weil alle anderen sind blöd = haben eine eigene Meinung) - da ist die Alternative Harz-4 plus kein Stress noch immer das kleinere Übel.
 
  • #5
Klar, eine Beziehung, in der man füreinander sorgt, trägt natürlich auch zur finanziellen Absicherung bei. Wird einer von beiden arbeitslos, so stürzt man nicht gleich ganz ab.

Derartige pragmatische Vorzüge von Beziehungen zu berücksichtigen gilt aber in meiner Wahrnehmung in unserer Gesellschaft als "unromantisch", teilweise sogar als "gefühlskalt" oder "berechnend". Diese Vorzüge treten immer mehr in den Hintergrund. Stattdessen geht es immer mehr um Oberflächlichkeiten zwecks Triebbefriedigung.
 
  • #6
Ich bin der Meinung, dass wenn keine Familiengründung ansteht, jeder für sich selbst sorgen kann und man nur sein Herz investieren sollte, aber keiner sein Geld.

Deswegen ist das sehr gefährlich, wenn jemand sich auf den anderen Partner verlässt und selbst keine Karriere machen möchte. Was ist, wenn der Partner mal weg ist? Zumal ohne Heirat keinerlei Pfand besteht.

Jeder ist für seinen Karriereweg selbst zuständig und kann gucken, wie er sich finanziell unabhängig macht. Das sollte er tunlichst auch machen.

Die Bereitschaft im Alter zur Querfinanzierung ohne Familiengründung ist glaub ich bei beiden Seiten nicht besonders groß. Vielleicht noch beim bedeutend schlechter verdienenden Part. Warum sollte der andere das mitmachen?

Hier wird mal wieder Herz mit Hirn vermischt und aus "Liebe" darf es ruhig ein gemeinsames Konto sein. Da würde ich als Besserverdiener das nüchtern
auseinanderdividieren und mich auf die Herzensbildung fokussieren.
 
P

Provence

  • #7
Ist es nicht so, dass Firmen ihre Belegschaft verjüngen, so dass man mit 50+ nicht mehr in das „Bild“ passt? Das betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer!
Es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der es schwer, sogar beinahe unmöglich war, ab 50 noch einmal irgendwo beruflich seinen Platz zu finden. Das hat sich, glücklicherweise, wieder geändert: qualifizierte (!!) Kräfte finden (fast) immer wieder zurück in den Beruf, bzw. eine neue Stelle. Denn längst bauen die Unternehmen wieder mehr auf Erfahrung, als auf jugendliches Alter.

Schon das spricht dafür, dass wir Frauen unbedingt auf eine gute Ausbildung - Studium oder anderes - achten sollten. Denn wer

allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

sich auf eine »erfüllende Partnerschaft« verlässt, könnte schnell im Aus landen; spätestens dann, wenn die Partnerschaft nicht mehr funktioniert. Und das soll ja vorkommen ...
 
  • #8
Sorry landlibell, aber ziehe du mal 3-4 Kinder groß und kümmere dich um einen 5-6 Personenhaushalt inklusive Versorgung der alten hinfälligen Eltern - dann redest du nicht mehr so abfällig vom schlaraffenlandähnlichen, genussvollen und entspannten Leben in dem man NICHTS leistet und nur existiert. Warum wird hier immer so abfällig über Familienfrauen geschrieben? Frauen die mehrere Kinder erziehen leisten mehr als so mancher Sesselpupser.
 
  • #9
Es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der es schwer, sogar beinahe unmöglich war, ab 50 noch einmal irgendwo beruflich seinen Platz zu finden.
Das ist immer noch schwer, z.B. wenn man in dem Alter arbeitslos geworden ist.
Das hat sich, glücklicherweise, wieder geändert: qualifizierte (!!) Kräfte finden (fast) immer wieder zurück in den Beruf, bzw. eine neue Stelle.
.... wenn sie bereit sind, für die gleiche Arbeit 30 - 60 % weniger Gehalt zu bekommen, als bisher. Oder gar zum geringen Entgelt eines jungen Mitarbeiters. Also vgl. einer Ausbildungsvergütung o.ä. = als Fachkraft in Vollzeit, aber auf Hartz-4 Niveau eines Single, oder sogar darunter.

Ein Mann (60) bekam nach längerer Arbeitslosigkeit qualifizierte Büroarbeit (halbtags) nur unter der Bedingung, dass er gar kein Gehalt dafür bekommt. Seine um 25 Jahre jüngere Kollegin dagegen bekam ihr Gehalt, Arbeitsvertrag, etc. - für die gleiche, qualifizierte Arbeit.

Denn der Staat zahlt ja dazu, falls der Lohn nicht zum leben reicht. Das ist dann ein Leben auf Hartz-4 Niveau, obwohl als qualifizierte Fachkraft halbtags oder Vollzeit tätig.
Schon das spricht dafür, dass wir Frauen unbedingt auf eine gute Ausbildung - Studium oder anderes - achten sollten.
Ja, unbedingt. Aber auch auf eine eigene, berufliche Karriere, sobald es nach der Babypause möglich ist. Und ständig den Kontakt zu Fachwissen und Weiterbildung (auch mit Babies) Sonst ist bei Frauen etwa ab Anf. bis Mitte 50 vorbei, mit (guten) Jobs.
Da müssen die männl. Partner zurück stecken, die eine Vollzeit-Hausfrau für immer erwarten.
 
  • #10
ich lese in diesem Forum fast ausschließlich, dass Frauen, die einmal studiert haben, für alle Zeiten ausgesorgt haben .....Das scheint mir ein Trugschluss zu sein!

Liebe FS,
das hängt davon ab, was frau studiert hat, wie gut sie in ihrem Job ist, wie sie sich engagiert, wie grundsätzlich intelligent und stressresistent sie ist.
Wenn Du Puddingwissenschaften studiert hast, kann es sein, dass Du nicht ausgesorgt hast. Ich habe Informatik studiert, war immer Vollzeit berufstätig, bin es immer noch und verfüge über die genannten Sekundärskills - ich habe definitiv ausgesorgt und bin unabhängig von einem Mann.

Bei uns in der Firma läuft ein Programm, Personalabbau ab 55. Ich meldete mich freiwillig und hatte die Fußnote nicht gelesen "gilt nur für überflüssige Stellen und berufliche Lowperfomer".
So saß einem Personalreferenten gegenüber, der sich schlapplachte und mich fragte wo er als Ersatz wohl eine Informatikerin mit 30 Jahren Projekterfahrung für "so wenig Geld" hernnehmen sollte - Fachkräftemangel.
Wie es konkret für die Einzelperson beruflich mit 50+ aussieht, ist sehr unterschiedlich. Ich bekomme ca. einmal im Monat ein Angebot von einem Mitbewerber oder einem Headhunter.

Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

Wieso, wenn Männer und Frauen nach Deiner Meinung gleichermaßen vom beruflichen Aus bedroht sind? Wie investiert man finanziell in eine erfüllende Partnerschaft. Was ist denn erfüllend und was ist alles?
Wenn ich hier die ganzen Fremdgeherthreads lese, dann verlasse ich mich nicht auf eine Partnerschaft mit einem wankelmütigen Mann, sondern gestalte mein Leben durch eine erfolgreiche Berufstätigkeit selber. Das gibt mir den Luxus, einen Fremdgänger als Partner ablehnen zu können, mich auf keinen Mann einlassen zu müssen, der mir nicht zu 100% gefällt.

Du glaubst doch nicht im Ernst, dass Du mit Mitte 50 noch einen Partner findest, der Dich in irgendeiner Weise absichert?
Wenn Du langjährig verheiratet bist, Ihr gemeinsames Eigentum/erhebliche Ersparnisse habt und dann einer arbeitslos wird, dann schützt die bestehende Ehe sicherlich besser vor dem Absturz, als wenn Du allein bist.
 
G

Gast

  • #11
Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

Absoluter Wahnsinn! Hast du noch nie etwas von der Reform des Unterhaltsrechts gehört?!?! Ein größeres Armutsrisiko als sich von einem Partner abhängig zu machen gibt es für eine Frau gar nicht.
Nichts ist so wankelmütig wie Gefühle. Dein Mann kann dich nach Jahrzehnten verlassen und gegen eine Jüngere austauschen und zwar OHNE dir Unterhalt zahlen zu müssen.

Das was du da vorschlägst, war eine Option VOR der Reform des Unterhaltsrechts. Heute mußt du bis zum Rentenalter eine Arbeit suchen nach der Scheidung und dich selbst ernähren. Nie gehört?!?

Frauen, die finanziell abgesichert sein wollen, sollten an ihrer Karriere arbeiten und in Zeiten, in denen sie Arbeit haben, Versicherungen abschließen und etwas zur Vermögensbildung tun. (Spare an der Zeit, dann hast du in der Not).

Bei Arbeitsplätzen gibt es Kündigungsschutz, Abfindungen, Arbeitslosengeld, Krankenversicherungsschutz bei Arbeitslosigkeit und was bekommt eine ausgemusterte Ehefrau heutzutage nach Jahrzehnten? Einen Arschtritt genau und das ohne jegliche finanzielle Absicherung. - Ich glaube das gar nicht, dass einige das immer noch nicht gecheckt haben, wie sich die Zeiten geändert haben!
 
G

Gast

  • #12
Eine Partnerschaft oder Ehe kann niemals eine Option sein, für eine wirtschaftliche Absicherung im Alter. Das klappt nur, wenn ein Paar sich liebt und zusammen bleibt, "bis dass der Tod es scheidet".
Was ist zum Beispiel, wenn einer den anderen verlässt oder sich scheiden lässt?
Egal ob Mann oder Frau, jeder sollte unabhängig sein und selber für seinen Lebensunterhalt aufkommen können.
 
  • #13
Zitat von Mitte50w:
Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?
Da die auch absolut nicht sicher ist, würde ich sagen "nein". Zumal die Frau allein "alles investiert" in diese "erfüllende Partnerschaft". Der Mann tut das nicht, er hat sein Berufsleben und investiert seine Energie dort.
Wenn man als Frau nur Geld will, dann erfüllt der Mann so aber auch die Partnerschaft, das stimmt. Den muss frau dann schnell dazu bringen, sie zu heiraten, sonst lohnt sich ihre Investition, "alles in eine erfüllende Partnschaft zu stecken", ja nicht.

Zitat von Mitte50w:
ich lese in diesem Forum fast ausschließlich, dass Frauen, die einmal studiert haben, für alle Zeiten ausgesorgt haben und damit vor allem finanziell von einem Mann unabhängig sind - ob nun mit oder ohne eigene Kinder. Das scheint mir ein Trugschluss zu sein!
Die haben natürlich nicht automatisch sicher ausgesorgt für alle Zeit.
Aber Beruf ist ja nicht nur ausgesorgt haben. Einen Beruf haben, eine Arbeit haben bzw. haben können durch seine gute Ausbildung, ist auch sehr erfüllend je nach Tätigkeit.

Beim sich durchs Leben schlagen geht es doch bei vielen nicht ausschließlich um Geld. Es geht auch darum, was einem Freude macht, wie man ein gutes Leben definiert und was man dafür tun muss.
Bei der einen gehört Ehe und dem Mann zu folgen dazu und bei der anderen, sich einen schönen Beruf zu wählen und darin Erfolg zu haben.
Beides kann schief gehen, aber dann weiß man trotzdem, dass man alles versucht hat, sich glücklich zu machen.

Nichts ist schlimmer, als aufgrund irgendwelcher Berechnungen und Hoffnungen ein falsch empfundenes Leben einzuschlagen oder weiterzuleben, um dann am Ende doch gescheitert zu sein und das Gefühl zu haben, man würde alles anders machen, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte.

Was, wenn der Geldbring-Mann krank wird und nicht mehr arbeiten kann? Bei einer Scheidung dürfte die Frau ja eventuell ausgesorgt haben, aber wenn er nun seinerseits arbeitslos ist, war dieses berechnende Denken "ich investiere alles in die Partnerschaft, dann hab ich finanziell ausgesorgt" ja auch ein Trugschluss.
 
  • #14
Wirtschaftlich macht Partnerschaft nur Sinn, solange sie im gemeinsamen Haushalt funktioniert und Verträge über Gütertrennung und Anspruchsleistungen im Trennungsfall vorliegen. Ansonsten...das wurde hier schon gesagt. Ich gehe ab 2. daher auf die "Liebe" als solche ein:
1. In bestimmten Berufen ist schon viel eher Schluss (Werbeagentur, Stewardess etc.), in anderen ist das völlig egal (Lehramt)
2. Partnerschaft ist mindestens am Anfang beidseitige, unbedingt auch libidotechnische Leidenschaft für einander, je früher desto naiver, aber, wenn es hält, auch mit den besten Voraussetzungen, zusammen zu wachsen.
3. Mit Vernunft, Beruf etc. hat die Liebe grundsätzlich wenig im Sinn...
4. Partnerschaft als Kalkül in Erwägung zu ziehen gibt einem das Gefühl, zwischen beiden Alternativen wählen zu können. Hier sei jeder gefragt ob denn die Alternative, sich aus Deinen genannten Gründen "lieber" zu binden, wirklich aus einer Wahloption wegen Kalkül entspringt oder nicht aus einem Mangel - allein zu sein - und warum? Frauen, die keinen Mann "brauchen" haben aber meist einen, weil der Beruf bestimmte Bedürfnisse nicht befriedigen kann. Daher halte ich dieses Klischee des unabhängigen Singles für ein vorgeschobenes Argument. Wer sich verliebt und auch geliebt wird, beschäftigt sich im Übrigen nicht mit solchen Fragen. Wer allerdings liebt aber nicht geliebt wird oder abgewiesen wird oder nicht wahrgenommen wird, der/die sieht darin schnell eben diese vorgeschobenen Begründungen. Ich kenne keinen wohlhabenden Single, der nicht bereit wäre, sich auf reale Risiken einer Partnerschaft einzulassen, wenn es denn seine Wünsche befriedigen würde. Hingegen kenne ich aber welche, die an den Speck nicht rankommen und dann die Körbe mit materieller Übersättigung des erwünschten Partners erklären um nicht als Verlierer da zu stehen. Anders gesagt: Die Uni, der Austausch, die Kontakte und die Sturm und Drang Zeit im Studium bescheren einem normaler Weise immer einen Wunschpartner. Wer aber zu lange wartet, wird gleichzeitig auch übersehen, dies wiederum hat Gründe. Meine Frau wollte zwar damals warten, daraus wurde aber nichts, weil ich sie angesprochen hatte, bevor es ein anderer hätte tun können und diese Rivalen gab es durchaus. Andere Kommilitoninnen wollten warten und mussten lange bis vergebens warten...

Deine Zeilen sprechen mehr die Sorge an, im Alter nicht mehr gewollt zu werden und allein alt werden zu müssen denn wirtschaftlich/beruflich präventiv zu handeln.
 
A

Ars_Vivendi

  • #15
Ist es nicht so, dass Firmen ihre Belegschaft verjüngen, so dass man mit 50+ nicht mehr in das „Bild“ passt? Das betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer!

Wer studiert hat und beruflich erfolgreich ist, mag mit 50+ irgendwann im Ruhestand landen, ist dann aber in der Regel finanziell so abgesichert, dass ein "Versorger" oder eine "Versorgerin" nicht notwendig ist. Wer dann eine langjährige Beziehung hinter sich hat, wird gemeinsam weitermachen.

Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

Deine Idee, die Partnerschaft als Finanzierung fürs Alter zu nutzen hat was von Versorgerehe der 50er Jahre, von der manche Frauen meinen, sie müssten sie auch heute noch haben.
Du hast nicht verstanden, was "Gleichberechtigung" bedeutet und wofür Frauen jahrzehntelang gestritten haben. Und, dass Männer daraus natürlich die Konsequenz ziehen, dass die Frau nicht mehr auf sie angewiesen sein sollte. Deine Sichtweise geht für mich nach einer entsprechenden "Bauchlandung" überhaupt nicht mehr.
 
G

Gast

  • #16
Mit 50 sind die meisten Menschen bis zur Rente feste im Betrieb integriert, wenn sie sich gut anstellen. Frauen sowieso. Studiert gleich dreimal. Da wechselt man nicht mehr seinen Job und Frauen sind soweit angenehm sozialisiert (anders als Männer), dass ein Chef sie nicht auf die Straße wirft, wenn sie einigermaßen anständig ist. Die meisten Frauen haben zudem den Bonus von 1-2 Kinder oder einem Ehemann, was zusätzlich Geld, Ansehen und Normalität einbringt. Wer heut ü 50 ist und früher studiert hat und einen guten Job hat, der kann sich vermutlich über eine dicke Rente freuen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #17
Also ich bin 51 und unter den Damen unseres intern. Unternehmens, vor allem den jüngeren Damen, die einzige Vollzeitkraft in einem Fulltimejob.

Sogar aus einem zweitägigen Krankenschein wollte mich mein Vorgesetzter, zumindest über Mittag, herausholen, da es die anderen wohl nicht "packten", die jungen und knackigen. Hm....

Ich finde es kommt nicht auf das Alter an, sondern auf die Energie und auch auf das Äußere an, welches man im Beruf darstellt.

Es gibt 50-jährige, die sehen aus wie 65 und verhalten sich auch so, langsam, wenig Power, wenig Engagement und trinken am liebsten Kaffee in der Kaffeeküch oder gehen häufig mal "raus" eine rauchen. Dieses "langsam" oder "desinteressiert" wirken fällt auf, man wird im Job IMMER irgendwie beobachtet und danach auch bewertet, unabhängig vom Alter.

Da ich ein eher "unruhiger" Geist und sehr viel im Beruf engagiert bin, habe ich noch nie erlebt dass ich irgendwie ausgemustert oder so langsam ins "berufliche Aus" geschossen werde. Im Gegenteil, Belastbarkeit ist für mich Routine, bei anderen nicht, denen geht nach mehrmaligen Terminen hintereinander schnell die Luft raus.
Kundenstrom ist diesen ein Greul - muss aber bewältigt werden und zwar souverän, freundlich und antigestresst - kein Kinderspiel, ich weiß, aber machbar - aber nicht für jeden.

Wobei ich sehr gerne mit 57 in Rente gehen möchte, freiwillig, ich kann es mir leisten und mein Job ist nicht alles im Leben, ob sie mich gehen lassen, ist eine andere Frage.

Fazit: Nein, es hat nicht mit 50 plus zu tun, sondern wie man sich im Unternehmen präsentiert, auch in Details. Auch jüngere können schon steinalt wirken, das stellen wir bei Azubis auch fest, bewegen sich und arbeiten wie Tattergreise - ganz negatives Bild für eine Übernahme nach der Lehrzeit in einem hochdotierten Beruf, der aber auch viel abverlangt.
 
  • #18
Wäre es nicht sinnvoll, allein schon aus finanzieller Sicht, „alles“ in eine erfüllende Partnerschaft zu „investieren“?

Ich bin gespannt!
Ist doch super! Gemeinsam in Vollzeit arbeiten bedeutet bei Kinderlosigkeit ein gutes Haushaltseinkommen. So mache ich das auch mit meiner Frau. Und natürlich sind finanzielle Überlegungen bei einer Beziehung immer wichtig, denn die Ehe selbst ist doch nichts anderes als eine Wirtschaftsgemeinschaft, wo man sich partnerschaftlich etwas aufbaut. Aber eine Versorgerehe, wo ich als Mann hätte arbeiten müssen und die Frau mit Minijob nur die Kinder versorgt, wäre für mich niemals in Frage gekommen. Wäre ja noch schöner...........die Frau macht sich mit den Kindern ein entspanntes Leben, während ich mich mit meiner Arbeit und den Vorgesetzten hätte rumärgern müssen. Und bei einer Scheidung wäre ich dann der Blödmann gewesen...............Rente zum Teil weg, Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Betreuungsunterhalt, Kindesunterhalt, usw. Das wollte ich nie! Wie gesagt.........gemeinsam arbeiten und keine Kinder haben ist gut, aber den Versorger spielen ist dumm! Und als Dank kriegt der Versorger später dann den Tritt, weil der Frau in der Mitte des Lebens vielleicht einfällt, noch etwas im Leben erleben zu müssen. Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich schon als Jugendlicher niemals Versorger sein wollte und ich bin auch stolz auf mich, dass ich mich gut vor der Bundeswehr drücken konnte. Hatte damals nicht eingesehen, dass ich als Mann für einen Hungerlohn als Wehrdienstleistender in einer schäbigen Hütte mit vielen anderen Männern verbringen sollte. Ich hatte nicht eingesehen im Schlamm zu rutschen und für diesen Vaterlandsdienst vielleicht nur 0,6 Entgeltpunkte (Rente) zu bekommen, während eine Frau nichts gleichwertiges für die Gesellschaft tun mußte. Ich bin so froh, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde. Und warum mußten damals Frauen nicht zum Bund? Vielleicht deshalb, weil eine Frau, die Kinder gebären kann, wertvoller ist als ein Mann, der austauschbar ist (falls im Krieg gefallen)?
 
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