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  • #1

Verliebt in Rollstuhlfahrerin

Ich (männlich 34) habe vor einiger Zeit die absolut wunderbarste Frau kennen lernen dürfen. Sie ist extrem intelligent, attraktiv und einfach ein richtig guter Mensch.
Ich bin HNO-Arzt und sie kam in unsere Praxis für eine Untersuchung. Ich kannte sie natürlich schon länger, da sie öfters kommt. Wir lernten uns immer näher kennen und sie erzählte mir auch oft von ihrem Leben als Rollstuhlfahrerin. Ich gehe normalerweise nie solche Beziehungen mit Patienten ein, aber diese Frau hat mich einfach überwältigt.
Ich werde versuchen, das Arzt-Patienten Verhältnis zu beenden, sie an einen anderen Arzt zu überweisen und werde sie einfach direkt ansprechen.
Ich weiss, dass sie Single ist und ich glaube, dass sie mich auch sympathisch findet. Schließlich redet sie mit mir über all ihre Probleme (auch die nicht medizinischen), wenn sie bei mir in der Praxis ist.
Jedoch habe ich noch nie eine Beziehung mit Rollstuhlfahrerin gehabt.
Gibt es hier welche, die Erfahrung mit solchen Beziehungen haben.
Ich möchte nicht, dass es deswegen scheitert.
 
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  • #2
Hallo Arzt!

Probiers einfach! Geh der Versuchung nach, sonst wirst du dich ein Leben lang fragen wie es gewesen wäre. Jede Beziehung kann scheitern, ob mit oder ohne Rollstuhl. Freilich wird es Hindernisse geben, aber solche Leute sind meist flexibler und beweglicher wie gesunde. Ich könnte mir vorstellen dass die Frau richtig gut drauf ist. Viel Glück! Lade sie zum Essen ein und auf gehts!
 
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  • #3
Hallo,

also ich hatte selber eine Beziehung mit einer Rollstuhlfahrerin und ich kann dir eines aus eigener Erfahrung sagen, sie werden eher behindert als das sie "behindert" sind.

Es gab nur wirklich wenig, was Sie nicht aus eigner Kraft geschafft hat und wenn Die Kaffeedose zu hoch stand hat sie gefragt und beim nächsten mal stand sie eine Etage tiefer.

Ich habe mich nicht eingeschränkt gefühlt ein Mensch mit allen Stärken und Schwächen.

Beispiel Radfahren ich bin Rad gefahren und sie konnte schon richtig Gas geben mit ihren Rolli, es geht also. :)

Ganz normal behandeln und glaub mir sie wird dicht nicht in Watte packen und das solltest Du auch nicht tun wenn Sie Selbstbewusst ist erzählt Sie dir ein paar Takte.

Nur Mut es ist einfacher als gedacht...

Wenn Du Fragen hast ich antworte gerne! (m37)
 
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  • #4
Was bringt die Überweisung an einen andern Arzt wenn sie die medizinische Versorgung irgendwann umsonst daheim haben kann ? Als Kind zweier Ärzte weiß ich das zu schätzen.

Wenn Du meinst, das Arzt - Patientenverhältnis deswegen zwischenzeitlich beenden zu müssen, ist das sicher sehr professionell.

Ich (m) habe - auch bei EP - mit Rollstuhlfahrerinnen gemailt, ich hatte aber nicht den Mut für mehr. Ich war allerdings Anfang 2013 in Nairobi und hab auf dem Campingplatz eine US - Amerikanerin (38) getroffen, die taub war. Wir verbrachten eine schöne Zeit und mailen immer noch ab und an. Sie tät mir gefallen, aber Kinder will sie nicht, sie könnte hier nicht arbeiten und ich würd in dem US - Nationalpark, in dem sie leibt, auch keinen job finden.

Mein Tip ist: Behandle sie so normal wie möglich. Klar haben wir viel geschrieben auf Papier und Laptop, aber das gehört einfach dazu; sie traute es sich auch zu, durch diverse afrikanischen Nationalparks zu reisen, in denen Nachts Tiere rumlaufen könnte. Sie hört diese nichts - na und ? Versuche nicht, mit ihr zu leiden weshalb sie nicht laufen kann, nimm sie, wie sie ist, sei offen, locker, spontan.
 
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  • #5
Ich kann Dich nur ermutigen, es zu versuchen! Im Bekanntenkreis habe ich ein Ehepaar, seit 30 Jahren verheiratet. Beides Internisten. Er ist durch einen Unfall querschnittsgelähmt und hat sie in der Reha.Klinik kennengelernt, sie war dort seine Stationsärztin. Die beiden verstehen sich fantastisch und sind mittlerweile zusammen in der Forschung (Wiederherstellung durchtrennter Rückenmarksnerven) tätig. Ein tolles Paar und beide attraktiv aussehend.

Viel Glück!

w 52
 
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  • #7
sie werden eher behindert als das sie "behindert" sind.

Sehr richtig! Ich antworte mal als Betroffene. Die normalen Leute kriegen Mitleid, wollen ständig helfen, aber stehen dabei eigentlich eher im Weg herum, als dass sie nützlich sind. Es ist wichtig, solche Menschen im Rollstuhl relativ normal zu behandeln, also sie nicht übermäßig zu vertäscheln und ihnen nicht alles aus den Händen zu nehmen, als wären sie unmündig und dumm, denn das frustet gewaltig und senkt auf Dauer auch den Selbstwert.

Rollstuhlfahrer brauchen für sich Erfolgserlebnisse, um wieder Glücksgefühle zu spüren. Aber das erreichen sie nur, wenn sie kleine Dinge selbst bewältigen können. Je mehr man für sie macht, desto mehr fühlen sie sich unfähig, alleine den Alltag für sich zu bewältigen. Und das ist ein äußerst schlimmes Gefühl.
Oftmals hat man es mit Familie/Eltern und Freunden schon schwer genug, weil jeder um einen herumspringt und einem was abnehmen will. So in der Art "ich meine es ja nur gut."

Lade sie doch einfach mal zum Kaffee ein! Am Rollstuhl scheitert es nicht. Aber sei dir bewusst, dass es anders laufen wird, als in einer normalen Beziehung. Z.B. in Sachen Mobilität. Wahrscheinlich hat sie, wie viele Rollstuhlfahrer, einen Begleiter, der sie hinbringt und abholt.
 
  • #8
Hallo FS,

deine Fragen vermag ich nicht zu beantworten, jedoch bin ich der Meinung, dass, wenn ein Mann so wunderbar von einer Frau spricht die er mag wie du das tust, er unbedingt versuchen sollte ihr näher zu kommen. Der Rollstuhl spielt dabei meiner Meinung nach gar keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Alles Liebe, w 37
 
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  • #9
Hallo FS,
ich hatte mich vor 3 Jahren in einen Mann verliebt, der schwerwiegend (den genauen Grad weiß ich nicht mehr) querschnittsgelähmt ist. CEO, ständig im Flieger, Monoskifahrer, Marathon-Handbiker. Er verfügte über ein Vielfaches mehr an Disziplin, Humor und Lebensenergie als ich. In Watte packen war das Letzte, was dieser Mann brauchte.

Jedoch habe ich noch nie eine Beziehung mit Rollstuhlfahrerin gehabt.
Ich möchte nicht, dass es deswegen scheitert.
Waren zu Beginn auch meine Überlegungen, gestaltete sich in mancherlei Hinsicht wesentlich einfacher als erwartet. Sicher, einiges ist auch komplizierter und er hatte des Öfteren mit gesundheitlichen Komplikationen aufgrund der Querschnittslähmung zu kämpfen.

Ich empfand generell die ganze Beziehung sehr schnell als völlig "normal".
Gescheitert ist es, weil er nicht genügend Liebe für mich entwickeln konnte - so was soll ja öfters im Leben - bei uns allen - vorkommen ;-)

Also - los geht's, Mr. HNO und viel Erfolg bei der Annährung an die wunderbare Frau.
w-42
 
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  • #10
Das ist interessant, wie geht man damit um, wenn es kriselt? Hat sie oder Du die Beziehung beendet? Fühlt man sich da nicht irgendwie moralisch verpflichtet bei ihr zu bleiben (weil sie ja sonst niemand mehr hat)?

m.

Krisen sind wie in jeder anderen Beziehung auch man streitet sich versöhnt sich oder eben auch nicht und Sie hat die Beziehung beendet.

Nein ich habe mich zu keiner Zeit moralisch Zeit verpflichtet gefühlt sie hatte eine Menge Freunde
(von niemanden haben konnte da keine Rede sein) und sie hatte auch bald einen neuen Partner.

Glaub mir wenn sie Selbstbewusst ist zeigt Sie dir schon wo der Hammer hängt.
 
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  • #11
Ich finde das ganz heroisch, wie sich da oft Männer aus Liebe aufopfern. Frauen würden vermutlich von einer Beziehung zu einem Mann im Rollstuhl nichts wissen wollen.
 
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  • #12
Ich finde das ganz heroisch, wie sich da oft Männer aus Liebe aufopfern. Frauen würden vermutlich von einer Beziehung zu einem Mann im Rollstuhl nichts wissen wollen.

So ein Quatsch, ich kenne einige Rollstuhlfahrer, die gut bei den Frauen ankommen und auch eine Partnerin haben. Und davon, dass man sich für einen Menschen im Rollstuhl aufopfern muss, kann keine Rede sein. Rollstuhlfahrer sind äußerst selbstständig, gehen ihrem Beruf und ihren Hobbys nach (zum Beispiel als Musiker in einer Band).
 
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  • #13
Ich finde das ganz heroisch, wie sich da oft Männer aus Liebe aufopfern. Frauen würden vermutlich von einer Beziehung zu einem Mann im Rollstuhl nichts wissen wollen.

Bin ganz der Meinung von #11. Rollstuhlfahrer ist nicht gleich Rollstuhlfahrer, aber viele sind total selbständig (und attraktiv und charmant), da kann doch von "Aufopfern" keine Rede sein.
 
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  • #14
Ich finde das mit dem "heroisch aufopfern" auch Quatsch: mein Nachbar ist Rollstuhlfahrer und sehr attraktiv und charmant - hätte er nicht bereits eine (supernette) Freundin, käme er durchaus als Partner für mich in Frage.....(und zwar als "ganz normaler", attraktiver Mann - zu "aufopfern" o.ä. neige ich überhaupt nicht).
Also, lieber FS, lade sie zum Kaffee trinken oder Essen ein und lerne sie näher kennen - alles Gute dafür!

w40
 
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  • #15
Kann ich nicht wirklich glauben, dass Frauen einen Rollstuhlfahrer zum Partner wählen würden. Hier wird doch schon Männern kleiner als 1,75 regelmässig erklärt, dass sie keine Chance haben.

m.
 
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  • #16
Kann ich nicht wirklich glauben, dass Frauen einen Rollstuhlfahrer zum Partner wählen würden. Hier wird doch schon Männern kleiner als 1,75 regelmässig erklärt, dass sie keine Chance haben.

m.

Genauso wie Frauen über 45 regelmässig erklärt wird,dass sie nicht mehr "vermittlungsfähig" sind:)
Und....glaubst Du das etwa?!
Na klar kommt ein Rollstuhlfahrer als Partner in Frage, kommt eben drauf an, wie er damit umgeht.
W50
 
  • #17
Kann ich nicht wirklich glauben, dass Frauen einen Rollstuhlfahrer zum Partner wählen würden. Hier wird doch schon Männern kleiner als 1,75 regelmässig erklärt, dass sie keine Chance haben.

m.
Das sind wohl auch Frauen, die auch einen kleineren Mann als Partner wählen würden. Es geht eben nicht um die körperliche Grösse, bei der Partnerwahl, sondern es sind letztlich andere menschliche Qualitäten, welche ausschlaggebend sind, ob die Beziehung stabil, harmonisch und von Dauer ist! Diese Qualitäten kann ein Rollstuhlfahrer u.U. noch ausgeprägter haben, zumal sich viele Menschen nach einem Schicksalsschlag auf das wichtigste und wertvollste im Leben besinnen - und das sind m.M.n. gute und beglückende zwischenmenschliche Beziehungen - natürlich nicht nur Liebesbeziehungen.
 
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  • #18
Ich finde das ganz heroisch, wie sich da oft Männer aus Liebe aufopfern. Frauen würden vermutlich von einer Beziehung zu einem Mann im Rollstuhl nichts wissen wollen.

Meine Mutter wollte was von meinem Vater wissen, der im Rollstuhl saß.
Sie waren bis zu seinem Tod verheiratet, und er hatte offenbar keine Probleme, mich zu zeugen.
Ich kenne übrigens mehrere Männer im Rollstuhl, beinahe alle verheiratet, mit tollen, attraktiven und sympathischen Frauen.

Von "aus Liebe aufopfern" kann nicht die Rede sein. Die Menschen beiderlei Geschlechts im Rollstuhl, die ich kenne, haben fast alle haben Partner (und Freunde; und sie sind selbstständig und brauchen keine Begleiter um irgendwo hin zu kommen. Im Allgemeinen fahren sie übrigens auch Auto), und ich habe nicht mal ansatzweise den Eindruck, dass sich diese Partner "aufopfern".
 
  • #19
Das ist interessant, wie geht man damit um, wenn es kriselt? Hat sie oder Du die Beziehung beendet? Fühlt man sich da nicht irgendwie moralisch verpflichtet bei ihr zu bleiben (weil sie ja sonst niemand mehr hat)?


m.
Nein, niemand muss sich moralisch verpflichtet füllen bei einer Rollstuhfahrerin zu bleiben, wenn die Beziehung nicht funktioniert!

Ich bin selber auf einen Rollstuhl für die Mobilität ausserhalb meiner Wohnung angewiesen, laufe jedoch aus Sicherheitsgründen mit Stöcken zu Hause. Lebe selbständig und brauche ausser für den Haushalt alle 2 Wochen praktisch keine Hilfe.

Selber habe ich die Beziehung zu einem Exfreund beendet, der bereit war in meinen Kanton zu ziehen, um mit mir zusammen zu leben. Nach ca. 2 Jahren entschied ich mich diese Fernbeziehung zu beenden, weil er leider alkoholabhängig und keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen wollte, trotz meiner Empfehlung. Ich bin natürlich auf einen seelisch stabilen und gesunden Partner angewiesen mit dem ich möglichst keine zusätzlichen Probleme habe! Toll war an ihm, dass mit der gesamten Situation gut umgehen konnte, alles normal und selbstverständlich hinnahm und sogar zum Spass mit meinem Rollstuhl gefahren ist, um zu testen, wie das geht.

Der nächste in den ich mich sehr tief verliebt habe und auch er für mich Gefühle entwickelt hatte und sich sogar Gedanken über eine gemeinsame Zukunft mit einer rollstuhlgerechten Wohnung machte, war ansonsten ein seelisch stärkerer Mensch trotz seiner schlimmen Biograhie!

Die begonnene Beziehung zu ihm wollte ich auch beenden, weil er leider nicht mit den Tatsachen umgehen konnte, dass ich im Rolli sitze. Er wollte mich zwar nicht verlieren, aber mir kann ein Mann nichts nutzen, wenn er Mühe hat mich so zu akzeptieren, wie ich bin! Meine zum Glück stabile Autoimmunerkrankung und der erforderliche Rollstuhl und die anderen kleinen Hilfsmittel, welche mir den nur erleichtern, kann ich leider nicht wegzaubern!
Das Schicksal hat unserer nicht einfachen Beziehung ein Ende gesetzt als bei ihm im Sommer 2013 mit Anfang 40 Nierenkrebs fortgeschrittenen Stadium entdeckt wurde.

Es gab auch Affären, die Männer beendet hatten oder auch ich beendet habe, weil es aus welchen Gründen auch immer wirklich nicht passte.

Dass ich einen Rolli brauche, da kann ein Mann nichts dafür aber er muss deshalb nicht bei mir bleiben, denn eine Krankheit hat mit den anderen menschlichen Bedurfnissen nach gegenseitiger Liebe, Respekt, Achtung, Zärtlichkeit, Nähe und Sexualität gar nichts zu tun. Es hat immer nur mit der Person zu tun - egal ob sie im Rollstuhl sitzt oder nicht!

Drum einfach ganz normal behandeln - ich will keine Sondernbehandlung nur, weil ich das Pech hatte, eine blöde Erkrankung zu bekommen! Sicherlich liege ich nicht falsch, wenn ich sage, dass die allermeisten Rollstuhlfahrer ganz normal wie die Ja blöd ist so was wirklich :-(. Aber man kann sich an alles gewöhnen.
 
  • #21
Nein, man will nicht nur dahin, wo der Rolli fahrende Partner hin kann,, ich habe ja auch noch eigene Bedürfnisse . Manchmal nervt es extrem, dann muss man auch mal eigene Wege gehen dürfen sonst hält man das als Geher nicht aus.
 
  • #22
Hör auf dein Gefühl und traue dich!
Dass sie Rollstuhlfahrerin ist,sollte nebensächlich sein.
Außerdem denke ich, dass wenn man im Rollstuhl sitzt, dass man sich dessen bewusst ist, dass die Leute ( gerade die, die einem nahe kommen wollen) manchmal verunsichert sind und Angst haben, was falsch zu machen.
Aber stelle dir vor, wie es wäre, wenn du derjenige im Rollstuhl wärst? Man würde glaube ich niemandem es krumm nehmen, wenn man vielleicht auch mal was falsches sagt.
Ich denke, dass sie auch auf deine Sensibilität dafür vertraut. Und die hast du auch schon bewiesen :)
Also sei sensibel, aber du solltest nicht das Gefühl haben, sie mit Samthandschuhen anfassen zu müssen. Das würde ich (auch eine Frau) nicht mögen. Ich würde es mögen, wenn man sich für meine Persönlichkeit und Gedaknen interessiert und aus meiner Gehbehinderung keine so große Sache macht.
 
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