Verliebtsein nötig für eine Beziehung?

Hallo zusammen
Habe auch mal eine Frage... Titel klingt vielleicht für einige merkwürdig.
Ich war schon mit zwei Männern zusammen, in die ich am Anfang nicht verliebt war, aber sehr wohl Liebe empfunden habe.
Nun hatte ich schon zwei Dates mit einem interessanten Mann, in den ich aber wieder nicht verliebt bin.
Ist das Gefühl der Liebe nicht eigentlich wichtiger als das doch eher flüchtige Gefühl der Verliebtheit? Ist die Verliebtheit am Anfang unabdingbar?
Habe mich allerdings auch schon gefragt, ob ich mich vielleicht wegen schlechten Erfahrungen gar nicht mehr verlieben kann (Selbstschutz sozusagen).
Bin ein wenig verwirrt...
Mich würden eure Erfahrungen und Meinungen diesbezüglich sehr interessieren.
Vielen Dank!
w, 45
 
Hallo Sprite,

ich bin etwas baff über deine Frage: warum versuchst du das denn so "verbissen" in Worte zu fassen? Liebe ist etwas, was sich auf Dauer entwickelt….es gibt nicht die Liebe, die sofort da ist. Ich glaube, du verwechselst da was.

Verliebtheit ab sofort gibt es auch selten. Das ist auch ein Prozess.

An deiner Stelle würde ich meinen Kopf abstellen. Das führt zu nichts. Triff dich mit den Männern, ruhig mehrmals. Tut dir das gut? Fühlst du dich wohl dabei? Das ist schon mal gut. Hast du Sehnsucht nach ihm?
Das wäre z.B. Richtung verliebt.

Sich nur gern haben, also ich glaube, dass du das unter Liebe verstehst, kann natürlich auch eine Anfangs-Grundlage von Partnerschaft sein, aber es ist sehr vernünftig. Ich frage mich ein bisschen, ob das dann aufregend ist, wenn man sich dann näher kommt. Will man dann eigentlich mit dem anderen ins Bett? Also, ich meine, das ist ja der Hauptunterschied zwischen allen anderen Menschen, die man auch gerne mag und dem Partner….

Vielleicht bist du auch überfordert, weil du dich so unter Druck stellst…lass dir dann einfach Zeit
 
Dein Problem scheint mir eher ein semantisches zu sein statt eines realen. Du entscheidest Dich doch für Deine jeweiligen Männer, weil Du Dich zu ihnen hingezogen fühlst. Dieses Gefühl stimmt nicht überein mit Deiner persönlichen Vorstellung davon, wie "Verliebtsein" zu sein hat. Das ist aber nur ein Problem Deiner Vorstellung oder ein sprachliches/semantisches. Schließlich bist Du ja eine selbst bestimmte Frau und wählst Dir Deine Partner aus.
Außerdem: Verlieben auf den ersten Blick gibt's häufiger im Kino als in der Realität. Diese kribbelnden und aufregenden Gefühle entstehen und intensivieren sich durch Nähe, Hautkontakt, Küssen etc.
 
G

Gast

Gast
Ist das Gefühl der Liebe nicht eigentlich wichtiger als das doch eher flüchtige Gefühl der Verliebtheit? Ist die Verliebtheit am Anfang unabdingbar?

Wichtig sind einzig und allein DEINE Prioritäten. Es gibt keine Vorschriften, unter welchen Voraussetzungen man eine Beziehung eingehen "darf". Zumal Gefühle sowieso höchst subjektiv sind. Solange du dich wohlfühlst und glücklich bist, ist alles okay.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass charakterliche Übereinstimmung und starke, "kribblige" Anziehung sich gegenseitig eher ausschließen. Diese ganz akuten nervösen Verliebtheitsgefühle beruhen zu einem großen Teil auf dem Reiz des Fremden und einer gewissen Unsicherheit. Bei sehr sehr großer Vertrautheit und wenig "Reibung" i.S.v. Fremdheit/Gegensätzlichkeit stellt sich das ganz große Gefühlsfeuerwerk meiner Erfahrung nach eher nicht ein. Die Bezeichnung "Bruder-Schwester-Verhältnis" für sehr vertraute, aber wenig leidenschaftliche Paarbeziehungen verdeutlicht diesen Zusammenhang ganz gut: Geschwister verlieben sich - im Regelfall, sag ich mal - nicht ineinander, und das scheint auch mit der extremen Nähe zu tun zu haben.

Deshalb glaube ich, dass man sich ein Stück weit entscheiden muss, was einem wichtiger ist: Vertrautheit, charakterliche Übereinstimmung, ähnliche Interessen, Geborgenheit - oder starke gefühlsmäßige/sexuelle Anziehung bzw. Verliebtheit. Ich habe es bisher nur so erlebt, dass man bei einem von beiden Abstriche machen muss.

Diese Entscheidung muss aber jeder für sich selbst treffen. Ein richtig oder falsch gibt es da m.M.n. nicht. Und ich glaube, dass man sich realistischerweise darauf einstellen muss, immer mal wieder eines von beiden zu vermissen. Zumindest, wenn man eine exklusive Beziehung führen will.
 
Ich glaube nicht, dass z.B. nach dem 10. oder nach dem 20. Date plötzlich verliebt sein kann, nein das käme für mich niemals mehr in Frage! Beim 2 /3. Date weiß ich ganz genau, ob es Sinn macht, weiter Dates zu machen oder aber nicht. Ohne Verliebtsein eine Beziehung zu halten ist für mich verplemperte Zeit und Energie!
 
G

Gast

Gast
Einige können Liebe ohne Leidenschaft nicht vorstellen, anderen scheint es nicht so ausschlaggebend zu sein.

Es ist schon bemerkenswert und nicht zu unterschätzen, wenn du nach 2 Treffen Liebe empfindest, also innere Verbundenheit und Vertrautheit. Dafür braucht man gewisse Erfahrung und Menschenkenntnis, über die du anscheinend verfügst. Es kann durchaus sein, dass du dich sehr kontrollierst und deine prickelnde Gefühle, also Verliebtheit, unterdrückst. Oft stellt sich man die Verliebtheit ähnlich wie in der Situation vor, die man in jungen Jahren erlebt hat. Man wird jedoch erwachsener und in der Lage die Rosa-Brille-Gefühle zu kontrollieren. Entscheidend ist in deiner Situation folglich, inwiefern du körperliche Empfindungen spürst.
 
Nein muss man nicht, man muss überhaupt nichts.

Geh doch mal von Männern aus, die entscheiden aus pragmatischen Gründen, ob sie eine Frau wollen.

Also die Mär sie muss megahübsch sein ist schon eine "Mär".
Sieht man sich die Paare auf der Straße an, frage ich mich oft, wo ist denn jetzt die superhübsche Frau an seiner Seite??

Männer wählen meist Frauen, die keine Hingucker sind, weil sie sich dann sicherer fühlen und das "Bewusstsein" haben, die bleibt wenigstes bei mir und sexuell kann man die Augen schließen oder guckt vorher einen Porno - ich sag es mal "undiplomatisch".

So ticken die meisten Männer.
(Die wenigen Ausnahmen sind die rühmlichen Sechser im Lotto)

Also ich kenne keinen der sagte, wow ich bin total verliebt, ich kann mir mit dieser schönen und intelligenten Frau ein Leben vorstellen.
Nee, die Normalofrau machts auch - fertig.

Also, wenn Du innerlich wie ein Mann tickst, kannst Du auch ohne Verliebtsheitsgefühle eine Beziehung eingehen.

App. Männer schreiben es hier doch selbst, für Sex brauchen sie keine Verliebtheit, also für eine Beziehung auch nicht.

Liebe FS, nicht gegen die Illusion einer romantischen Liebe, die haben wir wohl alle, irgendwie, aber die Realität zeigt die Zweckgemeinschaft: Eckdaten abgestimmt und es kann losgehen.
 
G

Gast

Gast
Ich selbst finde Verliebtheit natürlich wunderbar und das hängt für mich mit der Anziehung zusammen. Liebe ist aber viel mehr, sie ist allgemeiner und dauerhaft und auch gegenüber z. B. Eltern oder Kindern gültig.
Was genau bedeutet für dich Liebe und Verliebtheit: ist Liebe für dich das tiefe Gefühl der Zuneigung und Verliebtheit ein Kribbeln und Schmetterlinge im Bauch? Wie definierst du das?
Wie sieht/sah es mit der körperlichen Anziehung zwischen dir und deinen ehem. Partnern bzw. dem jetztigen Bekannten aus? Waren/sind diese Männer sexuell attraktiv für dich?
Vielleicht empfindest du ja durchaus Verliebtheit, meinst aber, bei allen anderen geht da ein wahres Feuerwerk ab nur bei dir nicht. Das muss nicht sein. Verwechsle Verliebtheit auch nicht mit Lust und Begehren.
......du siehst, es gibt viele Begriffe, aber die sind irrelevant, wenn die Beziehung klappt.
 
Noch was "realistisches" zum Thema Verliebtheitsgefühle für eine Beziehung notwendig.

Es gibt einige, welche von einer zur nächsten Beziehung hoppen und quasi kein Singleleben kennen.

Ich kenne solche Leute, sobald sich eine Bindung dem Ende neigt oder schon vorher, ist schon der nächste Partner klargemacht.

Wer glaubt allen ernstes das diese Leute verliebt sind??

Sie können nur nicht "ohne".
 
G

Gast

Gast
Tja, das ist so eine Grundsatzfrage, die ich mir auch mal wieder stelle.

Bin Ende 20 und meine biologische Uhr beginnt unüberhörbar zu ticken. Der Klassiker also.

Wie wohl viele Frauen in dieser Lage beginne auch ich, meine Erwartungen an eine Beziehung zu überdenken. Bis vor ein paar Monaten stand für mich noch fest: nie wieder eine Beziehung ohne Verliebtheit. Sowas hatte ich vor ein paar Jahren schonmal, und es fühlte sich unbefriedigend an.

Aber meine Prinzipien kommen langsam ins Wanken. Es gibt da einen Mann, den ich sehr gern habe und der auch super zu mir passen würde. Wir sind total auf einer Wellenlänge, können miteinander lachen, haben ähnliche Interessen, vertrauen uns. Bei ihm kann ich ganz ich selbst sein. Ich schwebe nicht auf Wolke 7, fühle mich aber sehr wohl mit ihm. Manchmal denke ich wirklich: "Vielleicht ist genau das "echte" Liebe? Vielleicht kann ich mit ihm zwar nicht das große Glück, aber dafür eine beständige Zufriedenheit erleben?" Intim waren wir auch schon.

Ja, und genau da, bei der Intimität, sehe ich den Knackpunkt. Ich begehre ihn nicht wirklich. Musste mich bisher immer eher aufraffen, mit ihm zu schlafen. Wenn wir dann Sex haben, ist es manchmal ganz angenehm, ich fühle kurzzeitig sowas wie Erregung; oft aber denke ich auch nur: "Wann ist er fertig?"

In einer festen Beziehung - die wir bis jetzt nicht haben - wäre das ein großes Problem. Noch habe ich zwar die Hoffnung, dass es besser wird mit der Lust, wenn wir uns mehr aufeinander eingespielt haben...aber irgendwo denke ich, dass ich wohl der Typ Frau bin, der Sex nur mit Verliebtheit richtig genießen kann. Auf jeden Fall ist die sexuelle Anziehung nicht besonders groß. Und wie soll das auf Dauer gehen? Eine Beziehung ohne gegenseitige sexuelle Anziehung funktioniert nur, wenn beiden Sex nicht besonders wichtig ist. Generell sollten die Gefühle bzw. die Stärke der Anziehung halbwegs ausgeglichen sein. Sonst wird einer leiden und der andere ein schlechtes Gewissen haben.

Dass irgendwann während der Beziehung doch der absolute Traumpartner auftaucht, in den man sich unsterblich verliebt, diese Gefahr besteht natürlich auch. Ich persönlich glaube allerdings für mich nicht mehr dran.

Aber die mangelnde sexuelle Anziehung hält mich bisher davon ab, mit ihm fest zusammenzukommen.

Jeder muss für sich entscheiden, welche gefühlsmäßige Basis es für eine Beziehung braucht . Man sollte sich nur vorher Gedanken über die möglichen Konsequenzen machen.
 
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