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  • #1

Verliebtsein vs. Liebe vs. Freundschaft: wann ist es sicher was?

W, Ende 20, unerfahren kennt sich nicht mit sich aus:
woran genau kann man unterscheiden, was es ist, das man für jemanden fühlt?

Welche körperlichen und emotionalen Symptome sprechen eindeutig für
"nur" das Verliebtsein oder
"nur" Liebe" oder
"nur" tiefe und sehr verbundene Freundschaft?

Bitte schreibt Euer Geschlecht dazu und auch was ihr meint wenn es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Danke!
 
  • #2
Verliebtheit ist ein klar definiertes Gefühl mit messbaren physiologischen und neurobiologischen Veränderungen (Blutwerte, Hormone, Kreislauf) und ganz charakteristischem Gefühlsspektrum, das regelhaft Aufregung, positive-nervöse Stimmung (volkstümlich beschrieben als "Kribbeln im Bauch" oder "Schmetterlinge"), Euphorie, Überhöhung positiver Attribute, Ausblendung negativer Atrribute umfasst und bei dem die eigenen Gedanken immer wieder um das Objekt der Verliebtheit kreisen und so viel mehr möglich und erreichbar erscheint.

Sexualität wird ganz besonders intensiv und meist oft genossen und trägt zur Aufrechterhaltung der Verliebtheit bei und nähert die Partner emotional einander an. Die Verliebtheit ist kein dauerhafter Zustand, sondern regelhaft ein temporärer Ausnahmezustand. Verliebtheit ebbt nach eine gewissen Zeit allmählich ab und dauert zwischen einigen Wochen, typischerweise einigen Monaten, nur selten länger als ein Jahr.

Liebe dagegen ist das warme, innige Gefühl tiefen Vertrauens, großer Nähe, sehr weitreichender Zuneigung und tief empfundener Geborgenheit. Partnerschaftliche Liebe muss allmählich wachsen, genau wie ihre Facetten Vertrauen und Nähe. Liebe ist der Fels in der Brandung, gibt Verläßlichkeit und Ruhe.

Verliebtheit ist also flattrige Aufregung und Kribbeln, Liebe dagegen Wärme, Ruhe, Geborgenheit. Sobald man beides mal erlebt hat, ist einem der Unterschied völlig klar.

Freundschaft dagegen umfasst meistens nur einzelne Aspekte, in denen man gut zusammenpasst, oder eine langjährige Bindung aufgrund gemeinsamer Vergangenheit (Spiel- und Schulkameraden, Kommilitionen, Sport-, Vereins- und Freizeitkameraden, Kollegen). Freunde können in vielen Facetten auch völlig inkompatibel sein, aber man lebt zusammen eben nur die passenden Seiten aus.

Auch wenn besonders enge Freundschaften von Zuneigung, Loyalität und Vertrauen geprägt sein können, so bleiben sie doch emotional weit hinter dem zurück, was man aufgrund von Liebe an Verbundheit und Opferbereitschaft füreinander empfindet.

Einfache Formen der Freundschaft beschränken sich oftmals darauf, dass man in irgendeiner Form Spaß zusammen hat oder seine Freizeit gemeinsam gestaltet (Tanzpartner, Sportpartner). Nach "unten" folgt dann der fließende Übergang zu reinen Bekanntschaft, nach "oben" zu enger, loyaler Freundschaft.
 
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  • #3
Bitte beantwortet diese Frage auch vor dem Hintergrund dieser Frage:
"Mißbrauch in der Kindheit und seine Folgen auf Gefühle einer Frau":
https://www.elitepartner.de/forum/missbrauch-in-der-kindheit-und-seine-folgen-auf-gefuehle-einer-frau-23187.html
 
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  • #4
Hallo Frederika,
das hast du wirklich schön definiert. Danke dafür. Es hat mir bestätigt, dass es tatsächlich Liebe ist, was ich derzeit erlebe. Ich wünschte, das es immer so bleiben würde.
Aber ich weiß natürlich, dass auch Liebe irgendwann vorbei sein kann!
 
  • #5
Verliebtsein:
den anderen kennenlernen wollen, mit ihm reden, irgendwann auch Bedürfnis nach körperlicher Nähe und z.B. Küssen, den anderen vermissen und dem nächsten Treffen/Telefonat/Kontakt entgegenfiebern, sich für den anderen hübsch machen, aufgeregt sein in seiner Nähe, im Ausnahmezustand sein, man kennt sich noch nicht sehr lange oder noch nicht sehr gut, man erlebt am anderen viel Neues, man teilt überwiegend positive Dinge, man tastet sich aneinander heran und redet viel, Nervosität, Herz klopft, Atem wird schneller wenn der andere in der Nähe ist, man freut sich wenn man an ihn denkt, man bekommt Flügel und meint alles in der Welt meistern zu können, man empfindet noch keinen wirkliche Gemeinsamkeit außer der paar wenigen Erlebnisse, die man bisher hatte, ich empfinde Verunsicherung in der Anwesenheit des anderen

Liebe:
Vertrauen, sich aufeinander verlassen, niemand ist wichtiger als er, ihm Dinge anvertrauen, die man sonst niemandem anvertraut, mit ihm Freud und Leid zu teilen bereit sein, Bedürfnis nach Sex, Ehe, Familiengründung, gemeinsame Zukunft(-splanung), man erlebt vieles zusammen und hat schon einiges an Erfahrung zusammen in Situationen oder Reaktionen, man will nur mit diesem und das für länger (ich möglichst für immer), man öffnet sich immer mehr und läßt den anderen sich immer besser kennenlernen, (und bei mir gehört dazu, daß man gerne gemeinsam betet, auch wenn ich das nicht laut kann), man teilt das, was einen im Innersten berührt und eigentlich alles im Leben, man empfindet eine besondere Ruhe im Beisein des anderen und weiß daß man sich aneinander anlehnen kann, man will mit niemandem sonst mehr das Bett teilen, der andere ist das Beste was einem passieren konnte, viel von dem was man macht macht man nicht mehr nur für sich sondern mit für den Partner, der andere wird "selbstverständlich" weil er wie unumstößlich zum eigenen Leben gehört, man empfindet Geborgenheit und Zugehörigkeit und Sicherheit und Wärme

tiefe und sehr verbundene Freundschaft:
keine sexuelle Anziehung, kein Bedürfnis nach Nähe es sei denn in großer Freude oder in großem Leid, maximal mal eine Umarmung oder Küßchen auf die Wange aber nicht mehr, man sorgt sich um den anderen und hilft ihm auch aber nicht in Dingen, die man nur mit/für dem/den Partner tut, man teilt das was so im Leben passiert, gute Freunde beten mit mir, keine große Aufregung/Gefühlswallungen aber schon eine Vertrautheit die sich mit der Intensität der Freundschaft vertieft, man empfindet Rückhalt und Stabilität

So in etwa ist meine weibliche Ansicht.
 
  • #6
BITTE: Kann jemand bitte schreiben,

was Agape im Unterschied dazu dann ist?
 
  • #8
Agape ist für viele, auch sehr gebildete Menschen ein Fremdwort, dass man

a) nicht kennen muss und

b) mit dem man auch nicht angeben muss.

Ich kannte es bisher auch nicht und fühle meine Allgemeinbildung nun nicht wirklich bereichert.

Danke für Deine Antwort... leider nur hilft sie mir, die ich die Frage nicht aus Spaß oder Zeitvertreib oder Angabe oder sonstigem vernachlässigbarem Beweggrund gestellt habe, nicht.

Welches Wort auch immer man dafür nehmen mag!
Was ist der Unterschied von dem was zwei Menschen an tiefstem an Freundschaft ohne Sexualität haben können zu den anderen Begriffen?
(... und ab wann nimmt es womöglich krankhafte Züge an?)
 
  • #9
@Mary:

Für echte, tiefe platonische Liebe gilt das gleiche, was ich unter Liebe geschrieben habe: Wärme, Geborgenheit, Vertrauen, Zuneigung -- nur eben ohne Sexualität und auch ohne harmloseren Körperkontakt, der über kurze Umarmungen hinaus ginge.
 
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