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  • #1

verpasste Jugend was kann dass heissen?

Was kann eine verpasste Jugend für die Zukunft sein für einen Mann? Kann man mit einer glücklichen Jugend überhaupt in der Zukunft glücklicher sein als mit einer verpassten?
 
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  • #2
Das kommt darauf an, wie umfassend Du den Begriff verstehst. Entscheidend ist doch, dass man doch lernt, mit anderen gut zurecht zu kommen und sich zurecht zu finden. Dabei sind neben einer guten Umgebung gerade die ersten 15 bis 20 Jahre sehr entscheidend, würde ich mal sagen. Und ich denke schon, dass eine glückliche Jugend im Sinne einer geglückten Jugendentwicklung schon über "Hopp oder Top" mitentscheidet. Materielle Aspekte allein habe ich jetzt bewusst ausgeklammert und das ein Kind seine Zeit für sich und seine eigene Entwicklung wenigstens ausreichend zur Verfügung haben sollte, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Ohnehin ist seine Zeit das Wertvollste, dass man als Kind hat. Und in dieser Zeit sollte ein Kind auch nicht etwa über Gebühr arbeiten müssen oder so etwas. Das wäre Diebstahl an seiner Jugend...
 
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  • #3
Das Gefühl einer "verpassten Jugend" treibt Männer in eine schlimme Midlifecrises. Meist ziemlich peinlich! Das sind dann die, die mit Mitte 40 "17 again" als Lieblingsfilm angeben ;-)))) Für beziehungswillige Frauen, eine riesige Herausforderung!
 
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  • #4
Was ist eine verpasste Jugend?

Wenn man keine Zeit hatte, typischen jugendlichen Aktivitäten nachzugehen?

Und was sollte es für Auswirkungen auf einen Mann haben, in Bezug auf was?

Präzisiere bitte deine Frage.
 
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  • #5
Das sind immer so diese Betrachtungsweisen.
Frag nach, wie er das meint.

Es können viele Dinge sein:
z.b. seine Eltern waren in einem kleinen Betrieb selbständig und die Kinder mussten schon immer z.b. nach der Schule oder am Wochenende im Betrieb mitarbeiten, während die anderen Schüler sich vergnügt haben und Spaß hatten.

z.b. er war längere Zeit krank und konnte deshalb nicht das machen, was er machen wollte

z.b. die Eltern waren finanziell nicht so betucht und die ganze Freizeitgestaltung in seiner Jugend war dadurch eingeschränkt,

usw..

Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern, sondern man muss sie annehmen.
Die o.g. Beispiele kann man mit Groll und Enttäuschung betrachten, aber man kann auch annehmen und erkennen, dass er dadurch wertvolle Charaktereigenschaften entwickelt hat.
z.B. Pflichtbewusstsein, Freude an kleinen Dingen, er schaffte es schon als Jugendlicher extreme Krisen zu überwinden, usw.

Meiner Meinung nach, kann man mit einer glücklichen Jugend nicht glücklicher in der Zukuft sein, als mit einer "verpaßten".

Die Menschen, die oft in der Jugend "verwöhnt" wurden, entwickeln manchmal so ein Selbstverständnis und ein extremes Anspruchsdenken.

Was ist Glück? Dazu gibt es hier schon verschiedene Threads. Glück ist der Augenblick, Glück ist die Wahrnehmung, Glück ist die Dankbarkeit, Glück ist immer die Gegenwart und so wie ich diese Gegenwart annehmen und empfinden kann.
Glück sind nicht immer die großen Momente, Glück ist oft ganz leise und still und doch wunderschön. Glück ist die Eigenschaft, sich Freuen zu können und die Freude und die Schönheit zu erkennen. Und das kann jeder lernen, auch der mit einer "verpaßten" Jugend, denn auch in der "verpaßten" Jugend gab es viele Glücksmomente, man verdrängt sie nur.

Ich war auch immer der Meinung, ich war in der Jugend und Kindheit benachteiligt, bis ich mir mal die Zeit genommen habe, meine Glücksmomente in der Kindheit und Jugend aufzuschreiben.
Am Anfang sitzt man über dem leeren Blatt Papier und es fällt einen überhaupt nichts ein, aber so nach und nach tauchen die Augenblicke der Vergangenheit auf und die Blätter füllen sich.

Eine gute Übung, vielleicht auch für Dich??
Man kann nämlich dann plötzlich auch für die verpaßte Jugend etwas dankbar sein.
Dieses Gefühl wünsche ich Dir
 
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  • #6
Wenn Mann oder auch Frau die Jugend verpasst hat, dann war er/sie bsp. stark in eine Sportart eingebunden, viel Training, viele Turniere, viele Reisen wg. des Sports etc. Dann blieben Freunde, Discos, Rumgammeln, Studium mit Feten etc. einfach auf der Strecke. Das gleiche gilt für Menschen, die sehr früh in den Beruf bzw. in Ehe und eigene Familie gegangen sind. Wer mit 18 heiratet und Kinder bekommt, hat keine Jugend mehr, wie ein Student, der nicht genau weiß, was er will bzw. sein Leben nur für sich genießen und verplanen kann.

Inwieweit das ganze Auswirkungen auf das spätere Leben hat, ist sicherlich Einzelfall abhängig. Manche beginnen ab 40 ihre verpasste Jugend nach zu holen, was natürlich nicht wirklich möglich ist. Andere akzeptieren die Gegenheiten und sehen die positiven Seiten.
 
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  • #7
Ich hatte so eine: War ausgegrenzt in der Schulzeit, es machten sich alle lustig über mich und so kapselte ich mich zum Schutz meiner selbst ab, war oft allein und für mich und litt auch.

Wichtig ist es m. E. bei einer erfüllten Jugend, möglichst viel Umgang mit Leuten zu haben, sei es nicht sexuell oder auch sexuell, Freunde zu finden, weltoffener zu werden. Insoweit habe ich (m, Ende 30) noch Nachholbedarf, auch weil ich lange Jahre im Studium allein bleiben wollte und mir nichts aus Freunden oder mal schaun Beziehungen gemacht habe.

Wenn Du eine erfüllte Jugend hattest baust drauf auf, wenn Dir wichtige Teile fehlen, nagt das an Dir, es reibt Dich auf, es zersägt Dich.Weißt, andere wissen mit 15, wie sich dieses oder jenes anfühlt, können zwanglos mit Leuten reden ... und Du selber ?

Du sagst Dir, Du bist der Depp.
 
  • #8
Das kann ich dir auch genau sagen, wenn zb. wie bei mir die mutter alleinerziehend ist und kein geld vorhanden. So war ich die meiste zeit meiner kindheit alleine, musste schon mit 5-6 mein essen selber machen, einkaufen usw.. Wärend ander noch halbschlafend von papi mit dem auto um 08:00 in die schule gefahren werden war ich seit ich denken kann um 06:00 auf, weil meine mutter arbeiten musste. Immer haben die geldsorgen u. versagensängste meiner mutter auch auf mir gelastet.
Schon wenn man als kind immer den schlüssel mit hat, ist man automatisch ein schlüsselkind.

Dazukommt, wir sind oft umgezogen ( alle 2-3 jahre ) so war ich immer in einer anderen wohnumgebung und an der schule immer der "neue". Stabiler Freundeskreis ist da nicht. Wärend die anderen spaß hatte und ihre ersten mädels, hatte ich stress mit meiner damals krebskranken mutter und meinen ersten jobs. Ferien war immer gleich arbeit.

Die jugend war nicht verloren, es war nur keine zeit kind zu sein, ich war mit 15 schon 30 und auch heute kommen mir die meisten 30-40 jährigen noch vor wie kinder, einfach weil sie die probleme jetzt haben und darüber verzweifeln, die ich als kind schon lösen musste und die für mich kein problem mehr darstellen.
 
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  • #9
Es gibt keine verpasste Jugend: Jeder erlebt sie anders.
 
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  • #10
Es gibt unbeschwerte Jugendzeit für manche Menschen. Bei mir war das eher gemischt. Und in manchen Gesprächen darüber weiß ich nicht wie ich mit reden soll, ohne von den traurigen Ereignissen bzw. Gefühlen zu reden. Ich will ja keine Spassbremse sein.
 
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  • #11
@#6 (bin #1): ...war bei mir auch so, wie Du es beschreibst (kein seltener Kommentar: "Pickelopa..."). Und wenn dazu noch kommt, dass es bei dir daheim im Grunde niemanden interessiert, ob Du noch mit den wenigen Freunden, die Du ausserhalb der Schule noch hast, regelmässig beisammen sein kannst, dann sieht es düster aus. Nämlich dann, wenn du in deiner eigenen Entwicklung zurückbleibst, weil deine eigene kommunikative Entwicklung einen Riss bekommt, den du selbst nicht mehr kitten und aufholen kannst... Bei mir war das so und interessiert hat das im Grunde kein Sch...@#8:In einer solchen Jugend (mit viel Einsamkeit) ist man verloren...Hinzu kam zumindest auch bei mir viel Gewalt in meiner Erziehung, aber das hatten wir ja schon...
 
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  • #12
@8: Leider falsch. Frag mal Leute, die ihre Jugend dem/einem Krieg "widmen" mussten. Oder schon mal was von Kindersoldaten gehört? Und es muss nicht so krass sein: älteste Schwestern, die an Mutters Statt die Familie ernährt haben. Tja, gibts alles, auch hier und heute. Oder eine Jugend, die im KZ verbracht wurde: eine Frage der Sichtweise? Wohl kaum. Oder Kids, deren Elternteil ihre Jugend über am Sterben ist/bettlägrig ist. Etc. pp. Wie dem auch sei: die Fragestellung ist unpräzise, wie leider häufig hier. Ist es eigentlich zuviel verlangt, mal zusammenhängende Sätze zu schreiben? Oder ist das wieder so einer, der mal eben hier vorbeisurft? Es ist ärgerlich, dass das Forum Hinz und Kunz zur Verfügung steht. Amanda.
 
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  • #13
In der Psychologie gibt es den Satz "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit". Da sich die verschiedenen Entwicklungsstufen unserer Persönlichkeit überlagern, ist es nur wichtig, zu dem entsprechenden Kind in uns Zugang zu finden. Aber das ist ja hinlänglich bekannt.
Ich z. B. war schon mit 3 Jahren erwachsen. Klingt komisch, aber wenn man weiß, was man tun muss um zu überleben und dann konsequent seinen Weg geht, auch gegen Druck von Außen, ist man eben erwachsen. Heute kann ich vieles nachholen und das tue ich auch, denn heute steht mir niemand mehr im Weg. Das einzige, das ich vielleicht nie erfahren kann, ist das Vertrauen, das sich zwischen Menschen entwickelt. Erst durch meine Tochter habe ich erfahren, dass es so etwas überhaupt gibt. Das Vertrauen, das sie mir gegenüber hat, werde ich nie einem Menschen entgegenbringen können.
Das mit der verpassten Jugend ist etwas ganz anderes. Das lässt sich noch leichter nachholen als eine Kindheit. Ich habe aber das Gefühl, dass viele Männer da nichts nachholen müssen, sie wollen nur einfach nicht mehr raus aus der Jugend und verbl... da wie die Menschen in der Alten Kaiserstadt aus der Unendlichen Geschichte von Michael Ende.
 
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