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Mir stehen die Haare zu Berge bei dem Gedanken, dass jemand der zu inkompetent ist, sein eigenes Leben trotz jahrelanger Therapie in den Griff zu kriegen, ausgerechnet mit den Jugendlichen arbeitet, die sehr viel Hilfe brauchen.
Ich will hier niemanden auf die Füße treten, aber das ist relativ häufig der Fall.
Da kann man stark von ausgehen, dass da jemand ein Retter Thema am laufen hat und sich dann entsprechende Opfer Mentalitäten ins eigene Leben holt.

Und wenn ich mir die Argumentation des Mannes anschaue, dann bestätigt das diese Annahme nur: der arme Kerl wurde zum Opfer seiner Umstände. Die hilfsbedürftige Ehefrau, die mal Zuwendung und Hilfe von ihm braucht, was natürlich gar nicht geht. Und diese böse Arbeitskollegin, die ihn diabolisch verführt hat und es nach wie vor tut.

Stimmt, er kann wirklich rein gar nichts für sein Verhalten. Oh je, was für ein schwacher Mensch ....

Wenn es mir schlecht geht, muss ich mir auch erstmal Streicheleinheiten von Papi abholen. Ach ne, ich bin ja keine 5 mehr, ganz vergessen....

Denke an deinen Sohn. Ihr lebt ihm beide eine destruktive Beziehung vor, die er später als Maßstab für seine eigenen heranziehen und sie nachahmen wird. Willst du das ?

Es klingt auch so, als ob dein Sohn ein Anker für dich wäre. Das ist viel zu viel Verantwortung für so ein kleines Wesen. Er kann nicht seine Mutter emotional stabilisieren. Das ist deine Aufgabe ihm Sicherheit und Halt zu geben, nicht umkehrt. Du siehst doch von Berufswegen her selbst, was das mit den Kindern anstellt.

Schau nicht auf deine Schwächen und mach dich selbst runter. Sondern forciere deine Ressourcen und zieh dich aus dem Sumpf heraus. Dazu brauchst du deinen Ehemann nicht....und schon gar nicht dein Kind.
 
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  • #62
@Anna1309
Danke dir für deine Meinung!

Ich möchte etwas dazu sagen dass mein Sohn mein Anker sein soll..... Ich finde es schon krass wie man hier aufpassen muss wie man sich ausdrückt. Aber ich bin selber schuld, ich wollte ja Meinungen hören.


Mein Sohn ist mein Antrieb, meine psychische Verfassung in Ordnung zu bekommen. Weil ich ihm eben keine destruktive Beziehung vorleben will. Ich habe oben nur geschrieben dass mein Sohn mein größter antrieb ist. Irgendjemand hat mich dann gleich zerrissen, dass das ja klar ist dass mein Mann sich dann zurück gesetzt fühlt.

Wir standen schon kurz vor der Trennung, natürlich ist dann mein Sohn und vor allem ich selbst der größte Antrieb..
Was aber nicht heißt dass ich meinem 4 jährigen irgendwelche Verantwortlichkeiten für mein Gefühlsleben oder was auch immer übertrage.


Genauso finde ich es super weit hergeholt über mich in meinem Beruf zu urteilen.

Ich werde jetzt hier für mich beenden und nicht mehr weiter lesen.

Danke allen für ihre Meinungen!
 
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  • #63
Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung schreiben, dass mein Vertrauen nach Fremgeherei des Partners trotz jahrelanger Weiterführung der Beziehung nicht wieder aufgebaut werden konnte - und dies aus dem berechtigten Grund heraus, dass der betreffende Mann ein grundsätzliches Treueproblem hatte, was er nach der Trennung auch einräumte und in seinen folgenden Beziehungen auch fortführte. Sprich, meine Intuition hat trotz erneutem Vertrauensversuch stets rebelliert - und das zurecht. Das gleiche in Grün beim nachfolgenden Partner, von dem ich mich nach den ersten Anzeichen jedoch sofort schmerzlich trennte.

Ich kenne aber auch einen Fall aus dem Bekanntenkreis, in dem nach 15jähriger Beziehung, zwei Kindern und gemeinsamem Haus die sehr extrovertierte Frau sich fremdverliebte, eine Affäre begann und abspringen wollte. Als es aufflog, der sonst eher gutmütige Partner auszog und der Affärenmann sie ebenfalls verließ, kämpfte sie hart darum, die Partnerschaft zu retten und wieder zu kitten. Ihr Mann zögerte lange, gönnte sich zwischendurch ebenfalls eine Liebelei, fand dann dank der Liebe zu den Kindern und dem Kampf seiner Frau wieder in die Familie zurück. Das ist einige Jahre her - und seitdem sind beide verliebter denn je und inzwischen steht auch der Hochzeitstermin.

Es liegt also sehr viel in der persönlichen Reife, Persönlichkeit und Bereitschaft zu Beziehungsarbeit begründet, ob ein wahres Glück nach Fremdgängerei wieder möglich ist. Bei einem grundsätzlich promiskuitiv veranlagten Partner ist dies eher unmöglich, da das eigene Bauchgefühl sich ständig melden wird. Bei zwei erwachsenen Persönlichkeiten, die mittels reifer Kommunikation und aufgrund von genug Bindungspunkten wie Kindern und einem gemeinsam aufgebauten Leben alles daran setzen, den Fehltritt gemeinsam aufzuarbeiten, sehe ich da gute Chancen.
 
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