• #1

Völlig verwirrt nach Trennung - Hätte ich ihm mehr Zeit geben sollen?

Ich habe vor ca. 3 Monaten einen Mann kennengelernt über eine Freizeitannonce. Wir stellten bald fest dass uns mehr miteinander verbindet. Allerdings war er gerade mal 2 Monate getrennt nach einer 6jährigen Beziehung. Wir näherten uns immer mehr an, versuchten Kompromisse zu machen. Ich wollte ihn nicht drängen. Hatte aber immer den Eindruck ich muss mich zu sehr in meinen Bedürfnissen zurücknehmen. Er konnte und wollte nicht mehr geben.

Für mich stellte sich allerdings nie ein Paargefühl ein. Wir sahen uns zweimal die Woche, ansonsten lebte jeder sein Leben. Wir haben nichts gemeinsames geplant, wenn dann nur von Treffen zu Treffen. Ich fühlte mich wie ein Single mit einem festen Sexualpartner. Wenn ich mich zurückzog gab er Gas.

Er wollte keine Definition für unser Zusammensein, sondern einfach sehen wie es sich entwickelt. Ich wurde dabei immer unzufriedener und merkte dass mir etwas fehlte. Gestern habe ich diese Begegnung dann beendet. Jetzt sitze ich da und bin mir nicht sicher ob das richtig war. Hätte ich der Sache mehr Zeit lassen sollen auch wenn ich schon körperlich gespürt habe dass es mir zu viel Energie zieht? Ich bin völlig verwirrt.
 
  • #2
Hätte ich der Sache mehr Zeit lassen sollen auch wenn ich schon körperlich gespürt habe dass es mir zu viel Energie zieht?


Ich würde sagen, Du hast richtig gehandelt. Selbstschutzmechanismus.
Andere Frauen, die mit unverbindlichkeit nicht glücklich werden, machen das solange mit bis sie kein Selbstwertgefühl mehr haben.

Ihm kann man auch keinen Vorwurf machen. Er ist grad aus der alten Beziehung raus, und will sich nicht sofort wieder binden.

Es passt halt leider grad nicht.

Aber Du hast Dich geschützt, und das ist gut so ! :)
 
  • #3
Was verwirrt dich? Das ganze hat dir nicht gut getan, oder? Sei froh dass du die Kraft hattest, den Energieräuber in die Wüste zu schicken....
 
M

Minou

Gast
  • #4
Für mich klingt Deine Entscheidung sehr gesund, denn nach drei Monaten kann man sehr wohl abschätzen, ob einem die Beziehung gut tut, sie sich in die richtige Richtung entwickelt oder aber - wie Du schreibst - Energie abzieht, sodass es bereits körperlich spürbar ist.
Ich war vor zwei Jahren in einer ähnlichen Situation und habe der Sache fast 6 Monate Zeit gelassen. Rückblickend betrachtet waren das 3 bis 4 Monate zu viel, denn die Anzeichen, dass das nichts wird, waren von Beginn an da. Auch wenn ich sie nicht sehen wollte ;)
Natürlich habe ich mich damals auch gefragt, ob ich nicht zu ungeduldig bin. Aber man merkt doch recht schnell, ob die Basis stimmig ist. Wenn die stimmt und der Partner prinzipiell voll dabei ist, aber nur ein langsameres Tempo vorlegt, dann bleibt man natürlich am Ball. Dann signalisiert der Partner einem das aber auch klar und deutlich: Ich will Dich, aber hab' etwas Geduld mit mir! Und genau wie Du schreibst: Dann kann sich trotzdem recht schnell ein ausbaufähiges Paargefühl entwickeln. Alles andere ist m.E. vergebliche Liebesmüh ;) Ich wünsch' Dir viel Glück!
 
  • #5
Ist ja ein Klassiker. Du möchtest, wie viele Frauen, schnell Nägel mit Köpfen, weil ja auch oft im eigenen Kopf die Angst umgeht: Hoffentlich wird es nicht nur eine Affäre.
Und der Mann lässt es eben erstmal laufen, nach so einer langen Beziehung, umso mehr. Er genießt die Zweisamkeit und den Sex und ihm ist es egal, ob es erstmal eine Affäre ist. Und irgendwann kommt der Punkt, wo er dann für sich mehr fühlt oder auch nicht.
Ich glaube z.B. nicht, dass er nicht verbindlich sein will, um sich mit anderen Frauen zu daten. Er will es halt momentan nicht anders.
Ihr habt halt ein unterschiedliches Tempo. Und es ist nunmal so, dass der mit dem schnelleren sich eben runterbremsen muss. Wenn in dem Fall DU das nicht kannst, ziehe deine Konsequenzen.
 
  • #6
Hallo! Deine Zeilen könnten von mir sein. Bitte lies meinen post von gestern. Ich mache dasselbe mit. Ich glaube, entweder musst Du so lange mitmachen bis der Leidensdruck zu gross wird, d.h. Dein Selbstwertgefühl muss dermassen im Keller sein, dass Du plötzlich erkennst, wie schlecht es Dir geht oder Du triffst andere Männer und hoffst so weg zukommen. Ich weiss, jetzt geht dann der Aufschrei los hier...nein ich denke, der zweite ist der bessere Weg, damit Du abgelenkt bist und endlich los kommst. Ich sehe es ja selbst: alles wiederholt sich-keine Verbesserung. Alles Gute!
 
G

Gast

Gast
  • #7
Er genießt die Zweisamkeit und den Sex und ihm ist es egal, ob es erstmal eine Affäre ist. Und irgendwann kommt der Punkt, wo er dann für sich mehr fühlt oder auch nicht.
Ich glaube irgendwie nicht, dass der Punkt kommt, an dem er mehr will, wenn es schon lange als Affäre läuft. Ich beziehe mich hier nicht auf die 3 Monate, ich denke, man kann es nicht genau festlegen.
Aber irgendwie erscheint mir logischer, dass es sich einschleift, dass wenn das Paar sich nur locker trifft, es eine ungeschriebene Regel wird, dass sie sich nicht näher einlassen werden. Die Frau wartet vielleicht immer noch drauf, aber der Mann, der gerade eine Beziehung hinter sich gelassen hat, will nichts weiter.
Wenn ihm dann wieder nach Beziehung sein sollte, kann er diese Frau nicht mehr als Partnerin sehen, aus Gewohnheit und vor allem: weil schon festgestellt wurde, wo man nicht so zusammen passt, da in der Zeit der Affäre ja auch die Affärenfrau zur Gewohnheit wird und eventuell auch mal Diskrepanzen auftreten. Tritt nun eine neue Frau in sein Leben, ist die natürlich spannender und passt vielleicht besser. Bis dahin lebt er die Affäre.

So könnte ich mir das eher vorstellen, und das ist dieses Phänomen der Übergangsfrau.
 
G

Gast

Gast
  • #8
Du schreibst , du hättest ihn 2 Monate nach der Beendigung einer 6 jährigen Beziehung kennengelernt.

Ich schreib dir jetzt wie ich es als Mann kenne:

OK - jetzt unterstellt man uns Männern eine ganze Menge... aber ich kenne keinen, den das Ende einer 6 jährigen Beziehung nach 2 Monaten wieder Beziehungstauglich werden lässt! Normalerweise gibt es da erst einmal sehr viel Aufarbeiten, Selbstjustieren, Wundenlecken,...
Natürlich ist es wunderschön, wenn dann eine Frau kommt und zeigt, dass man auf dem Markt noch etwas Wert ist! Aber so richtig einlassen... das geht noch nicht.
Jetzt hast du für dich die Bremse gezogen. Das ist vollkommen ok und ich gehe davon aus, dass er dir dafür auch nicht böse ist - du kannst von ihm (noch) nicht das bekommen, was du gern hättest - so gern er dir das auch geben wollen würde. Er braucht seine Zeit - das hat gar nichts mit dir zu tun. (Und solltest du ihn demnächst mit einer anderen sehen, hat das auch nicht unbedingt was zu sagen.)

Wenn er dann mal mindestens ein halbes Jahr Single ist - sieht die Sache anders aus.

Vielleicht öffnet sich dann das Zeitfenster für Euch !
 
  • #9
Du hast für dich die richtige Entscheidung getroffen. Er will einfach nach 6 Jahren keine Beziehung, Du schon. Ich war anderthalb Jahre so doof und habe gehofft, dass sich mehr Verbindlichkeit einstellt. Aber glaub mir: Wenn man über Monate hinweg so eine "Affäre" lebe, dann richtet man sich ein. Es ändert sich nichts. Für den Partner, der gar nicht sucht, ist es nämlich extrem bequem unverbindlich zu bleiben, keine Forderungen erfüllen zu müssen und keine Verantwortung zu tragen - im Gegenzug aber alle Vorzüge einer echten Beziehung abgreifen zu können.
Mein unverbindlicher Kandidat hat während der Zeit zwar sicher weiter nach anderen Frauen ausschau gehalten, war aber wohl aus Bequemlichkeit monogam. Das hilft einem aber auch nicht und erhöht auf Dauer auch nicht die Zufriedenheit.
Aus meiner Sicht hast Du die einzig richtige Entscheidung getroffen und kannst jetzt frei sein, für einen Mann, der deine Lebenspläne teilt.
 
  • #10
einen Mann kennengelernt über eine Freizeitannonce ... Ich fühlte mich wie ein Single mit einem festen Sexualpartner

Finde den Fehler.

Freizeit-Annonce und Sexpartner, das paßt nicht zusammen. Dieser Mann wußte wohl nicht so recht, ob er eine Lebens-, eine Freizeit- oder eine Bettpartnerin sucht. Und dabei blieb es auch in der Zeit Eurer Bekanntschaft.

Mit jemandem, der erst wissen muß, was er will, bevor er an Sex denken kann, stündest Du jetzt nicht vor solchen Rätseln.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Ich denke, wenn man es schon körperlich spürt, dass einem etwas nicht gut tut, dann sollte man nicht nur, dann muss man sogar etwas unternehmen.
Ich vermisse bei so einem Ende einer Begegnung doch die Reaktion von ihm. Wenn ein Mensch einfach so hinnimmt, dass es nun zu Ende ist, dann wäre das für mich ein klares Zeichen für die richtige Entscheidung.
Ich weiss, es gibt viele, die meinen, wenn Ende dann Ende, was soll man da noch reden. Aber ich würde es vermissen, wenn ein Mann nach der geschilderten Situation einfach gar nichts mehr sagt. Wäre mir Bestätigung genug, dass meine Entscheidung richtig war.
Ich gehe davon aus, dass die FS das Problem schon annähernd thematisiert hat.
Ich sehe es ebenso, wenn man in der Warteposition verharrt, verliert man kostbare Lebenszeit, ich habe das schon getan. Nie wieder.
"Hoffen und Harren hält manchen zum Narren".
W51
 
  • #12
Ja, ich habe das Thema immer wieder angesprochen. Gesagt wie ich mich fühle. Er hat vieles verstanden und ist auch immer wieder auf mich zugegangen. Aber letztlich konnte er nicht mehr geben und verwies immer wieder auf seine besondere Situation auf Grund seiner zurückliegenden Beziehung. Und ich denke er war es auch leid das Thema immer wieder zu diskutieren.

Ich fühle mich im Moment einfach leer und er fehlt mir. Aber ich weiß dass ich nie das bekommen hätte was ich brauche.
Wenn wir zusammen waren war es immer sehr nah, wenn wir uns nicht gesehen haben fühlte es sich für mich einfach nicht gut an.
 
  • #13
Wie „besonders“ sind seine Umstände? Grund genug, ihn zu verstehen und ihm Zeit zu geben mit der verbindlichen Aussage? Ich frage mich das, weil Du wegen deiner Entscheidung verwirrt bist. Eine wohlüberlegte Entscheidung kann schmerzhaft sein, sie verschafft jedoch auch Erleichterung.

Du schreibst „bald verband uns mehr“ und „wir näherten uns immer mehr an“ und, dass es immer sehr nah war, wenn ihr zusammen wart. Wenn er nicht da war kamen die unguten Gefühle. Du wolltest eine verbindliche Festlegung. Weil er das nicht gemacht hat, wurdest Du immer unzufriedener und schreibst: „Wenn ich mich zurückzog gab er Gas“. Würdest Du dich festlegen, wenn er sich zurückzieht, oder würde dich das verunsichern? Von ihm schreibst Du, dass er „immer wieder“ auf dich zugegangen ist und mittlerweile die „Sicherheitsdiskussionen“ wohl leid ist.

Was verwirrt dich? Dass er diesmal kein Gas gibt und die Trennung akzeptiert? Du brauchst anscheinend viel Gewissheit und Garantie. Fühlst dich wohl, wenn ihr zusammen seid und unwohl, wenn Nähe fehlt. Worum geht es also wirklich? Dass seine Bedürfnisse nicht zu deinen passen oder, dass er dich mit Leichtigkeit kennenlernen wollte und dieser Weg kontraproduktiv für dein Sicherheitsbedürfnis war? Es gibt nie eine Garantie, besonders für verbale Bekundungen. Taten kann man greifen und bewerten. Wiegen die mehr als deine Unsicherheit? Richtig wäre es für mich, wenn viele schöne Gedanken kommen, wenn er nicht da ist. Keine Angst, dass es irgendwann vorbei sein könnte, weil immer zwei dazugehören. Was sind die schönsten Bekundungen wert, wenn sie nicht ehrlich sind? Vielleicht hilft dir das ein wenig beim Entwirren. Wenn Du glaubst einen Fehler gemacht zu haben, rede über deine Erkenntnisse. Bisher kam er „immer wieder“ auf dich zu. Unverbindlichkeit würde ich das nicht nennen.
 
  • #14
Hallo Cora70

danke für deinen Gedankenanstoß. Ja ich brauche wohl mehr Sicherheit und diese Leichtigkeit war bei mir nicht gegeben.
Das ist ein Punkt bei dem ich genauer hinschauen muss.
Allerdings kamen diese schönen Gedanken auch wirklich nicht. Ich konnte mich wohl auch nicht wirklich auf ihn einlassen.

Mittlerweile glaube ich nicht mehr einen Fehler gemacht zu haben weil unsere Bedürfnisse und die Vorstellungen was Beziehung anbelangt einfach nicht passten. Unser Nähe-Distanz-Bedürfnis passte einfach nicht.
Das hat er wohl genauso erkannt wie ich. Dass er die Trennung jetzt akzeptiert ist in Ordnung weil es letztlich nichts mehr bringen würde. Vielleicht hat mein Bauch das auch schon lange gespürt.
 
  • #15
Was für mich auch immer ein großes Problem war, dass ich seinen Freundeskreis nicht kennengelernt habe weil seine Ex dort noch Bestandteil war. Sprich er wollte jetzt ungern eine neue Frau präsentieren aus Rücksichtnahme.
 
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