• #1

Vom Suchen und Finden der Liebe

Liebe Mitlesenden und Forumsschreiber,

ich (w) bin jetzt seit zwei Jahren Single. Immer mal wieder gab es kleine Zwischenspiele und auch eine Beziehung, deren Status jedoch nie ganz geklärt war und die letztendlich nicht gehalten hat. Gerade erst ist der Liebeskummer wieder groß. So langsam frage ich mich, ob es überhaupt noch Sinn hat, nach der Liebe zu suchen. Hinzu kommt, dass ich aus beruflichen Gründen auch in Zukunft oft meinen Wohnort wechseln muss, da in meiner Branche immer nur befristete Projektverträge von max. 3 Jahren üblich sind. Dieses ständige Umziehen durch die Republik nimmt mich sehr mit, da man sich immer wieder ein soziales Netz aufbauen muss, jedes Mal Freunde und liebgewonnene Menschen zurücklässt. In jeder neuen Wohnung überlege ich mittlerweile zweimal, ob ich den Nagel in die Wand schlage, wenn ich ohnehin schon weiß, dass ich in zwei Jahren wieder ausziehe. Die vom Arbeitsmarkt geforderte Flexibilität lässt mich aktuell sehr negativ in die Zukunft schauen. Denn natürlich frage ich mich, wie es damit weitergehen soll, sollte ich doch irgendwann einmal wieder eine Beziehung haben. Und dann vielleicht ausgerechnet in einer Stadt hängenbleibe, die eigentlich nur aufgrund des Jobs attraktiv war. Als Nordlicht könnte ich es mir zum Beispiel überhaupt nicht vorstellen, auf Dauer in Süddeutschland zu leben. Kennt ihr solche Gedanken? Wie geht ihr damit um? Ich finde es in heutigen Zeiten sehr schwierig, als junger Mensch beruflich seinen Weg zu gehen und das Bedürfnis nach einer Beziehung zu vereinen. Grade wenn man noch am Anfang seiner "Karriere" steht und sich die Stadt nicht aussuchen kann, da Stellen ohnehin rar sind. So bin ich grade wieder alleine in einer Großstadt und fühle mich ziemlich entwurzelt und einsam. Aber in der Wunschstadt zu wohnen und auf Dauer keine berufliche Perspektive zu haben bringt einen auch nicht weiter... Gibt es hier andere Endzwanziger/Anfang Dreißig Menschen, denen es ähnlich geht?
 
  • #2
So bin ich grade wieder alleine in einer Großstadt und fühle mich ziemlich entwurzelt und einsam.
Man ist immer selbst schuld für seine eigene Situation und vor allem, was man alles mit sich machen lässt und Punkt. Es liegt schließlich in deiner Hand was du willst und wie du das dann umsetzt. Habe das Gefühl, dass du diesbezüglich sehr stark abhängig bist, wie andere über dich permanent verfügen, was dir nicht gut tut, du jedenfalls trotzdem alles mitmachst etc. pp., warum nur? Mach dir mal Gedanken darüber, es gibt 1000 und mehr Möglichkeiten im Leben, wenn man diese sieht und nicht mit Tunnelblick im dunklen Tunnel steckt und man sich sagt, ich kann halt nicht anders. Falls dir Leute schreiben, die in ähnlicher Situation sich befinden, hilft dir bestimmt nicht weiter, es geht schließlich um viel mehr, nämlich ausschließlich um dich!
 
G

Gast

Gast
  • #3
Ich kann dir dazu echt nichts mehr raten! Ich mache den Job, der mir Spaß macht! Dieses Glück kann sich jeder selber früh genug heraussuchen, indem man die richtigen Entscheidungen im Leben trifft, die natürlich auch ihre Opfer verlangen ... Sich von der Karriere hetzen lassen tust du dir selber an! Du kannst diesen Status jederzeit beenden und ich persönlich würde das tun!

Um was geht es dir denn im Leben? Das Geld? Wo du wohnen kannst? Berufliche Erfüllung? Die totale Liebe? Mach mal ne Prioritätenliste!

Für mich gibt es schlichtweg keine "vom Arbeitsmarkt geforderte Flexibilität". Sag es doch gleich wie es ist: dein Job ist sch****! Er verlangt nicht nur, dass du umziehst und Freunde und alle Sozialitäten verlierst, sondern es macht dir auch eine Partnersuche unmöglich. Für mich ist so ein Job sch****, nichts anderes. Selbst wenn du mir eine Million aufs Silbertablett legst, der Job bleibt sch****, weil man sich damit zwar Party, Spaß und Alkohol kaufen kann, aber keine Freunde, Sozialitäten und Liebe zurückholen kann. Also diese Zufluchtsstellen, wonach sich jeder sehen. Was spricht dagegen, sich beruflich umzuorientieren - entgegen aller Meinungen, Vorstellungen, Eltern, Chefs, etc und einfach mal was ganz anderes zu wagen, um glücklicher zu werden?

Ich kann dir nur sagen: man wird nur glücklich, wenn man mal was wagt am Rande des höchsten Risikos!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #4
Am Ende bist du der Sklave deiner Karriere.

Das wäre es mir nicht wert, zumal du wahrscheinlich nicht 500.000€ pro Jahr vedienst?

Mal so als Randbemerkung: "Karriere" ist für Männer als Partnerwahlkriterium nicht besonders ausschlaggebend. Du kannst dich selbst versorgen und lebst nicht von der Hand in den Mund? Du hast kein brotloses Orchideenfach studiert, wo man die Hälfte seines Erwerbslebens Hartz4 bezieht?

Das reicht mir als Mann. Ob du nun Projekleiter
oder nicht bist, ist doch egal. Ich würde auch keine ernsthafte Beziehung erwägen mit einer Frau, die wenig Zeit hat und der ich allle drei Jahre hinterherziehen muss. Und jünger wirst du auch nicht. Kein begehrter Mann wartet auf die 35jährige Karrieristin, die schnell noch eine Familie gründen möchte, weil es jetzt in die Karriere "passt".

Ich hatte auch die Chance in die Schweiz zu gehen und das doppelte zu verdienen. Ich habe mich dagegen entschieden. Mir ist mein Privatleben wichtiger als Geld.

Was machst du denn beruflich?
 
  • #5
Was ist denn das für ein Beruf, in dem dauernd umziehen muss ?
Ich kenne das von Diplomaten, aber die ziehen ja in der ganzen Welt umher, nicht nur innerhalb Deutschlands.

Wenn ich dein Posting hier richtig lese, ist vor allem das Umziehen dein Problem.
Du möchtest mal irgendwann ankommen, nicht ?
Sehr verständlich.

Könntest du etwas an dem Umzugszwang ändern ?
Im schlimmsten Fall dir einen anderen Beruf suchen ?

Das mit dem fehlenden Partner scheint nur ein Detail deiner Unzufriedenheit zu sein. Aber mal ehrlich, wie sollte das denn auch gehen ? Du kommst in der neuen Stadt an, suchst einen Partner, nach ein paar Monaten klappt es ( wenn du Glück hast ) und nach weiteren 2 Jahren habt ihr eine Fernbeziehung ?
Oder hoffst du, dass du dann, wenn der neue Umzug ansteht, schon so sicher bist, dass du den Beruf aufgibst und bei ihm bleibst ? Das schwingt bei deiner Bayern-Bemerkung mit.
Dann könntest du jetzt zum Nachbarthread über's Heiraten rüberblättern. Da haben ziemlich viele Leute gesagt, was sie davon halten. Muss man hier ja nicht wiederholen.

...und auf Dauer keine berufliche Perspektive zu haben bringt einen auch nicht weiter...
Berufliche Perspektiven gibt es immer, gerade wenn man noch so jung ist wie du ( um die 30, richtig ? )
Bitte nicht im Lamento versinken, DAS bringt einen nicht weiter.

w 48
 
  • #6
Man ist immer selbst schuld für seine eigene Situation und vor allem, was man alles mit sich machen lässt und Punkt. Es liegt schließlich in deiner Hand was du willst und wie du das dann umsetzt

Grundsätzlich teile ich diese Einstellung. Aber was soll man tun, wenn es mit dem Job in der Wunschstadt partout nicht klappt? Als junger, studierter und qualifizierter Mensch so lange ausharren, bis man Hartz 4 beantragen muss? Man muss auch von irgendetwas seine Miete bezahlen. Diejenigen, die von Selbstverwirklichung sprechen sind meistens die, die aus der sicheren Position einer Festanstellung argumentieren.
 
  • #7
Liebe FS,
ein wenig kann ich Deine Beschreibung nachvollziehen. Ich habe mich im Berufsstart auch auf der Suche nach einem adäquaten Arbeitsplatz durch die Republik hetzen lassen und dabei viele Freundschaften verloren. Partnerschaft spielte damals keine Rolle.

da in meiner Branche immer nur befristete Projektverträge von max. 3 Jahren üblich sind.
Was für ein Beruf ist das? Befristete Verträge haben nicht die Folge, dass man durch die Republik wandern muss. Man muss sich rechtzeitig um einen Nachfolgeauftrag kümmern, evtl. ein paar Monate vorher aus dem Projekt aussteigen - ist doch egal, wie es dem Auftraggeber damit geht. Wer Dir keinen dauerhaft existenzsichernden Arbeitsplatz gibt, demgegenüber hast Du keinerlei Verpflichtungen den Auftrag für den zu ihn günstigsten Bedingungen zuende zu bringen. Leg' Dir mal ein etwas dickeres Fell zu und fang ' früher an, einen Folgejob da zu suchen, wo Du leben willst.
Zur Not musst Du dann auch ein paar Monate Arbeitslosigkeit riskieren - ist immer noch besser, als mit Mitte 30 psychisch und emotional ausgebrannt sowie total vereinsamt zu sein.

Ich finde es in heutigen Zeiten sehr schwierig, als junger Mensch beruflich seinen Weg zu gehen....
Und ich finde, Du jammerst etwas viel und steuerst Dein Leben zuwenig. Aus manchen Situationen muss man das beste machen. Deutsche Großstädte sind alle sehr attraktiv - in jeder lässt sich gut leben.

Wenn es in Deinen nichtgenannten Beruf so schwierig ist im Norden einen dauerhaften Job zu bekommen, dann musst Du für Dein Lebensglück auf die Karriere verzichten, Dich dafür beruflich umzuorientieren, mit weniger Geld sowie beruflichem Erfolg zufrieden sein und ein akzeptables Dauerarbeitsverhältnis an Deinem "Lieblingsort" eingehen.

Ich hatte ein wenig erfolgversprechendes Fach studiert, habe nach 2 Zeitarbeitsverträgen nebenberuflich ein Informatikstudium absolviert. In Kombination mit beiden Studiengängen bekam ich: Traumjob, Traumfirma, Traumstadt, Wunschkarriere.

Willkommen im Erwachsenenleben - keiner trägt Dir alles nach, was Du willst. Du musst was aufgeben um etwas anderes zu bekommen oder sehr viel dafür tun wenn Du alles willst.
Ende der 70ern mit deutlich höherer Arbeitslosenquote, als die geburtenstarken Jahrgänge auf den Markt stürmten, sah sie Situation wesentlich ungünstiger aus als heute.
 
  • #8
Hallo LeChiffre,
ein Teil deines Posts bezieht sich auf branchenspezifische Anforderungen. Ich weiß nicht, ob dir Foristen wie bigger oder Vikky, die gerne kundtun was sie so arbeiten, wirklich genügend Einblick in andere Branchen haben, um verbal generelle Messlatten auszupacken. Ehrlich gesagt würde ich mich für den Austausch über persönliche Auswirkungen deines Jobs an Menschen mit deinem Hintergrund wenden: zu finden in Alumni, Netzwerken u. Verbänden. Der WILA Bonn bietet auch Austausch für Akademiker, allerdings mit den Schwerpunkten Natur- u. Geisteswissenschaften.

Ich schließe mich allerdings Vikky in punkto "Kompromisse und Verzicht" an, Süddeutschland komplett auszuschließen heißt, evtl. auf bessere Rahmenbedingungen zu verzichten.
Wie üblich kriegen Frauen, die nur das Wort "Karriere" im EP-Forum schreiben, von unseren Spezies hier die wohlbekannte Warnung mitgeliefert. Und wenn dann in Parallethreads verlassene Ehefrauen klagen, die für Familie/Mann den Anschluss an die Arbeitswelt verloren haben und nun ganz prekär dastehen, schallt es aus derselben Ecke: Tja, hättste deinen Mann mal "halten" sollen. Warum es bei dir mit der Liebe nicht so richtig anläuft, kann rein gar nichts mit deinen befristeten Verträgen zu tun haben. Wenn das "Suchen u. Finden der Liebe" dein eigentliches Thema ist, frage ich mich, warum du hauptsächlich über deine berufliche Situation schreibst.
LG
w
 
  • #9
Ich kann dir dazu echt nichts mehr raten! Ich mache den Job, der mir Spaß macht! Für mich gibt es schlichtweg keine "vom Arbeitsmarkt geforderte Flexibilität". Sag es doch gleich wie es ist: dein Job ist sch****! Er verlangt nicht nur, dass du umziehst und Freunde und alle Sozialitäten verlierst, sondern es macht dir auch eine Partnersuche unmöglich. Für mich ist so ein Job sch****, nichts anderes. Selbst wenn du mir eine Million aufs Silbertablett legst, der Job bleibt sch****, weil man sich damit zwar Party, Spaß und Alkohol kaufen kann, aber keine Freunde, Sozialitäten und Liebe zurückholen kann.

Aha. Na danke für diese Einschätzung. ICH mache auch den Job der mir Spaß macht, leider sind die Stellen in meinem Bereich rar! Für Geisteswissenschaftler, die im Bereich Kultur arbeiten, sind unbefristete Verträge die Regel. Es geht mir auch NICHT darum, eine tolle Karriere hinzulegen und das große Geld zu scheffeln, wie einige hier vermuten. Sondern ich möchte einfach gerne in meinem Berufsfeld arbeiten und bin, was die Auswahl der Stellen angeht, schon sehr flexibel. Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen inklusive. Das ist nun einmal die Lebenswirklichkeit in diesem Berufszweig. Trotzdem liebe ich meinen Beruf. Ich bin mir sicher, dass es auch anderen Menschen so geht und nach deren Erfahrungen hatte ich gefragt.
 
A

ak18

Gast
  • #10
Diese Situation ist mir von einem Freund bekannt. Ihm ging es bis knapp über 40 auch so.
Dann hat er sich dafür entschieden in den öffentlichen Dienst zu wechseln und sesshaft zu werden.
Jetzt lebt er mit deutlich schmälerem Gehalt (TVÖD), aber mit Frau und 2 Kindern im eigenen Haus und ist angekommen. Wenn auch 700km südlich seiner Heimat. Die Frau bingt jetzt das hohe Einkommen und er die Sicherheit des öffentlichen Dienstes.

Schau mal was für dich im Angebot ist und überlege, wo du dich wohlfühlen kannst und dann mach dich sesshaft.
 
  • #11
Aber was soll man tun, wenn es mit dem Job in der Wunschstadt partout nicht klappt ?
Darauf hin arbeiten, damit es klappt.

z.B. weitere Qualifikationen dazu erringen, damit man bessere Jobchancen (in seiner Wunschstadt) hat.

Ich peile meine Wunschstadt Berlin an, und qualifiziere mich gerade für neue Tätigkeitsfelder um dort mehr Jobchancen zu haben.

Projektarbeit kann man am Anfang seiner Karriere machen. Um Erfahrungen und Skills zu erwerben. Aber nicht sein Leben lang. Oder sein Leben wird entsprechend.

Es ist schön und befriedigend, wenn man in seinem Traumjob arbeiten kann. Das ist schon ein großer Pluspunkt im Leben. Aber man sollte sich dafür nicht zuviel diktieren lassen.

Es klappt nicht alles im Leben, wie man sich wünscht. Viele Leute gehen große Kompromisse ein, um das Geld für sich und ihre Familie zu verdienen. (Job, Wohnort, etc.) Aber zu große Kompromisse machen nicht glücklich.

Von Nord- nach Süddeutschland ist auch ein großer Sprung, in der Mentalität der Leute. Viele Norddeutsche vermissen hier in Süd-Dtl. die gewohnte Menschlichkeit und Kumpelhaftigkeit. Hier sind die Leute eher zurückhaltend. Salopp: "Mein Zaun, meine Hecke, mein lass-mich-in-Ruhe"

Man muß dort hin, wo man Job + Geld bekommt.
Aber vielleicht Kompromiss: Weniger Einkommen, dafür angenehmes Umfeld. Lebensglück definiert sich nicht allein über das Geld.
Was nützt mehr Geld, wenn man sonst frustriert ist ?
 
  • #12
Eine Frau wechselte ihren Job als Verkäuferin von der Discounter-Kette zu einem einzelnen Laden. Aber verdiente dadurch nur noch die Hälfte.
Aber sie hat weniger Stress, nettere Kunden, und einen besseren Chef.
= das arbeiten wurde viel schöner und angenehmer. Das ist ihr 50 % weniger Lohn wert. Weil ihr Leben insgesamt leichter und ausgeglichener wurde.

Der FS ist ihr Job sehr schön, und viel wert. Um den Preis, dass befristete Projektarbeit. Also einen Karriereweg finden, mit Arbeit die Spass macht, aber auch langfristig möglich ist, z.B. für eine Partnerschaft. Denn welcher Mann kann/will auch alle 2-3 Jahre mit umziehen ?

Partnerschaft bedeutet: Nicht nur die eigenen Umstände für Job+Geld, sondern auch die Umstände seines Partners. Ist man dagegen Single, ist man nur von den eigenen Umständen abhängig.

Für mich wäre es sehr schwierig, nur wegen einer Beziehung an einem Ort leben, wo es mir nicht gefällt. Auch wenn die Partnerin nur dort einen Job bekommen kann. Und man zu Kompromissen gezwungen wird.
 
  • #13
Ich weiß nicht, ob dir Foristen wie bigger oder Vikky, die gerne kundtun was sie so arbeiten, wirklich genügend Einblick in andere Branchen haben, um verbal generelle Messlatten auszupacken. Ehrlich gesagt würde ich mich für den Austausch über persönliche Auswirkungen deines Jobs an Menschen mit deinem Hintergrund wenden.
Wie üblich kriegen Frauen, die nur das Wort "Karriere" im EP-Forum schreiben, von unseren Spezies hier die wohlbekannte Warnung mitgeliefert. Und wenn dann in Parallethreads verlassene Ehefrauen klagen, die für Familie/Mann den Anschluss an die Arbeitswelt verloren haben und nun ganz prekär dastehen, schallt es aus derselben Ecke: Tja, hättste deinen Mann mal "halten" sollen.
w

Danke, beeberlin!! :) Ich finde den Tenor hier auch oft sehr widersprüchlich: Versucht man einfach seinem Beruf nachzugehen, wird man als Karrierefrau abgestempelt, gibt man zugunsten der Liebe berufliche Chancen auf, wird man als schön blöd tituliert, wenn es dann mit dem Mann nicht klappt und man dann ohne alles dasteht. Ich finde es wichtig, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, um meine Partnerwahl nicht davon abhängig machen zu müssen, was der andere verdient. Und ich bin auch niemand, der ständig über den nächsten Karriereschritt nachdenkt, denn Liebe, Freunde und Familie sind mir durchaus wichtiger. Ich möchte einfach nur ein angemessenes Einkommen in meinem Berufsfeld haben, ich finde, dass ist ein durchaus legitimer Wunsch. Und ja, mir ist bewusst, dass ich es durch meine Studienwahl schwerer habe. Um einen Einblick zu bekommen, wie es beruflich läuft, weil viele gefragt haben: Man bekommt für zwei Jahre einen Vertrag bei der Stiftung XY in Berlin, läuft das Projekt aus, macht man eine Elternzeitvertretung im Museum XY in Köln, danach hält man sich eine Zeit freiberuflich über Wasser und dann findet man wieder eine passende Stelle, die wäre aber leider in Stuttgart. So. Jetzt kann man die ausschlagen und so lange in Köln sein bis man dort was findet, oder man kann irgendwo unterkommen, wo man überqualifiziert bin. Und das liegt nicht daran, dass "der Job schei** ist", sondern am System. Es wird einfach nicht fest eingestellt. Und das wissend, Frage ich mich grade, wie man so eine längere Partnerschaft führen soll. Hat nichts mit Jammern zu tun, sondern ist grade einfach als Thema präsent und macht mich traurig.
 
  • #14
Ja gut, das liegt halt leider an der Berufswahl und wenn du daran nix ändern willst wirste damit eben klarkommen müssen.

Das gabs auch immer schon in dem Bereich, schon J.P. Rameau der französiche Komponist musste als Organist zeitweise alle Nase lang umziehen, und das war 1700- Schnee. Der ist bestimmt 10 mal umgezogen bevor er in Paris hängengeblieben ist, die kürzesten Engagements nur um die 4 Monate bevors in ne neue Stadt ging....

Gerade im Bereich Kultur ist das doch absolut nix neues, das ist keine Entwicklung der letzten Jahre die vorher nicht bekannt und einkalkulierbar war.....

Ich habe das einfach schon frühzeitig in meine Berufswahl einbezogen dass ein Wunschberuf im Bereich Kultur solche Umstände wie bei dir mit sich bringen kann, und da ich das nicht wollte habe ich mich auf meinen zweitliebsten Berufswunsch konzentriert der 100mal besser auf meine Lebenspläne passt und mir ebenfalls sehr gut gefällt auch wenn es komplett was anderes (technisches) ist....

Das kulturelle muss ja als Hobby auch nicht zu kurz kommen, nur ohne solch lästige Begleitumstände mit denen zumindest auf Dauer nur ein bestimmter Typ Mensch klarkommt....

Wie man sich bettet, so liegt man....

Das muss einem doch bei der Berufswahl vorher klar sein dass man als Bananenpflücker schwer ne Festanstellung in Bayern findet und als bayrischer Trachtenschneider eher wenig Chancen in Thailand hat..... Auch wenn das nicht bei allen Berufen so glasklar ist, gewisse Tendenzen und Umstände sind doch vorher bekannt, und dann muss man sich das eben vorher überlegen ob man trotz Widrigkeiten am Traumberuf festhält oder einen Kompromiss schliesst?

lg M31
 
  • #15
Darauf hin arbeiten, damit es klappt. z.B. weitere Qualifikationen dazu erringen, damit man bessere Jobchancen (in seiner Wunschstadt) hat. Ich peile meine Wunschstadt Berlin an, und qualifiziere mich gerade für neue Tätigkeitsfelder um dort mehr Jobchancen zu haben.

Ja, ich denke, so werde ich es jetzt auch machen und hoffen, dass ich mit besseren Qualifikationen und Alleinstellungsmerkmalen bessere Chancen habe, hinterher in meine Wunschstadt zu kommen. Also noch einmal zwei Jahre in einer neuen, fremden Stadt in Kauf nehmen, um hinterher besser dazustehen. Da ich ja grade Single bin, hält mich ja auch nichts davon ab.
 
  • #16
Ich frage mich gerade was Karriere mit wechslenden Wohnorten zu tun hat. Jemand der Karriere gemacht hat muss nicht mehr hin und her fahren - sorry, aber das sind noch Karrieresucher.

Aber nicht Karrierefinder - die Karrieremänner aus meinem beruflichen Umfeld, auch die Frauen, sind alles seßhaft und arbeiten in Wohnortnähe plus minus 50 km. Das haben sie sich erarbeitet, waren zielstrebig und haben auch Familie.

Wenn welche noch herumwandern müssen mögen sie ja flexibel und mobil sein, aber Karriere haben sie noch lange nicht gemacht - wenn überhaupt - sie sind unstet und wissen wohl selbst nicht so recht wohin und das jeweilige Unternehmen merkt das und nutzt kräftig aus.

Weiterbildungsmäßig war ich auch mal eine zeitlang deutschlandweit unterwegs, das ging ein Jahr so, dann war Schluß mit lustig, ich war so weit beruflich wissenstechnisch weiter, dass ich mir einen Standort aussuchen konnte - den hab ich jetzt - wohne ca. 25 km im eigenen Haus davon weg.
 
G

Gast

Gast
  • #17
Hallo LeChiffre2,

also, so wie ich dich verstanden hatte, wolltest du keine Besserwisserei, wie manche es hier betreiben, sondern Erfahrungsaustausch, et voilá:

Bin Mitte 20, Geisteswissenschaftlerin, Master fast fertig. Seit dem Abitur jährlich umgezogen, bis auf letzten Sommer. Nach dem Master: Wahrscheinlichkeit hoch, dass wieder umgezogen wird, da Jobsuche. Mir geht es ähnlich wie dir: Ich bin froh, genau das studieren zu können, was ich will, und ich weiß, welche
 
  • #18
Naja ich glaube dass du im Moment einfach sehr unglücklich bist, allein zu sein und nirgendwo anzukommen. Gleichzeitig möchtest du Karriere machen und irgendetwas scheint dir ja auch an deinem Job zu gefallen, sonst würdest du ihn ja nicht machen.

Grundsätzlich kann ich auch nur sagen, dass wir die Verantwortung für unsere Lebenssituationen ganz allein tragen. Niemand anders ist Schuld, dass du viel umziehst. Auch nicht dein Arbeitgeber. Er bietet dir einen Job, den du mitmachst. Du wirst ja nicht versklavt.

Überlege dir einfach nur, wie lange du das noch machen möchtest. Dann kannst du kündigen und einen anderen Job annehmen. Du kommst ja viel rum, vielleicht hast du auch gute Verbindungen? Das ist dann vielleicht nicht auf Anhieb der Traumjob, vielleicht verdienst du auch etwas weniger, aber du wirst glücklicher sein.

Man trichtert uns so gerne ein, dass man im Leben erfolgreich sein muss. Kaum jemand sagt dir dass Erfolg nicht ALLES ist und vor allem nicht innerlich satt macht!

w (27)
 
  • #19
Ich geb mal eine andere Perspektive. LeChiffre, rumzukommen ist doch der beste Weg, viele Menschen kennenzulernen und erhöht Deine Chance, einen passenden Partner zu finden. Geniesse die Freiheit! Wenn Du IHN gefunden hast, wirst Du automatisch ein grosses Bedürfnis verspüren, die Lebensplanung mit ihm abzustimmen. Das ist früh genug. Nicht erst sesshaft werden, um Partner zu finden, sondern erst Partner finden und dann zusammen Pläne für die Zukunft an einem Ort machen, der für Euch beide passt. So würde ich das angehen. Je mehr Erfahrung Du jetzt sammelst, desto mehr kannst Du später den Job aussuchen, wenn Du, zB wegen Familie, sesshaft sein MUSST. Nur Mut, wir haben alle mal ein Tief, aber so schlimm ist es nicht :)
 
  • #20
Hallo LeChiffre2,

also, so wie ich dich verstanden hatte, wolltest du keine Besserwisserei, wie manche es hier betreiben, sondern Erfahrungsaustausch, et voilá:

Bin Mitte 20, Geisteswissenschaftlerin, Master fast fertig. Seit dem Abitur jährlich umgezogen, bis auf letzten Sommer. Nach dem Master: Wahrscheinlichkeit hoch, dass wieder umgezogen wird, da Jobsuche. Mir geht es ähnlich wie dir: Ich bin froh, genau das studieren zu können, was ich will, und ich weiß, welche

Nö, nix mit Besserwisserei ...

Nach meinen Erststudium, der Geisteswissenschaft nicht weit entfernt, habe ich erst einmal eine Lehre in einem mittelständigen Unternehmen gemacht, weil mein Sohn geboren wurde, ich keinen Job gefunden habe und Geld ins Haus musste.

Während meiner Lehre habe ich schon begonnen mich weiterzubilden und konnte gleich in meinem "Fachgebiet" selbständig und eigenverantwortlich arbeiten.

Nach weiteren Qualifikationen und Weiterbildungen habe ich es zum leitenden Angestellten gebracht.

Da mir das immer noch nicht reichte habe ich noch ein zweites(!) Vollzeit(!)studium darangehangen. Dann konnte ich mich so richtig auspowern und Kohle scheffeln.

Nun habe ich mehrere Rollen rückwärts gemacht, verdiene 1/3 weniger als in meinem letzten Job, habe eine punktgenau 40 Stundenwoche, 27 km zur Arbeit und alles im Trockenen. Ich bin am ernten, was ich gesät habe und manches, leider, ungewollt, mehr.

Liebe FS,

Du hast Dir mit Deiner Berufswahl Prioritäten gesetzt. Wenn diese nicht (mehr) passen oder es mit diesen nicht funktioniert, was Du Dir vorstellst und erhoffst, erweitere oder ändere diese.

Nicht immer ist man seines Glückes Schmied, aber doch sehr oft.
 
  • #21
Grundsätzlich teile ich diese Einstellung. Aber was soll man tun, wenn es mit dem Job in der Wunschstadt partout nicht klappt? Als junger, studierter und qualifizierter Mensch so lange ausharren, bis man Hartz 4 beantragen muss? Man muss auch von irgendetwas seine Miete bezahlen. Diejenigen, die von Selbstverwirklichung sprechen sind meistens die, die aus der sicheren Position einer Festanstellung argumentieren.

Liebe FS,

auch und wieder falsch.

Zwischendurch war ich auch noch 10 Jahre selbständig und das obwohl mittlerweile auch noch meine Tochter geboren wurde.

Ich denke Du musst ernsthaft über Alternativen nachdenken.
 
  • #22
Aber nicht Karrierefinder - die Karrieremänner aus meinem beruflichen Umfeld, auch die Frauen, sind alles seßhaft und arbeiten in Wohnortnähe plus minus 50 km.
Es kommt immer darauf an, was man als Karriere bezeichnet. Ich war einmal bei einem Konzern (ca. 200.000 MA weltweit) als European Manager tätig und habe damals ca. 150 Tage im Jahr im Hotel geschlafen. Mo./Di. war ich in Belgien, Mittwoch/Donnerstag in Paris oder Madrid und am Freitag zu Hause in Frankfurt. Aber vielleicht ist es als Verantwortlicher für die Region Europe, auch noch keine Karriere.:)

Grade wenn man noch am Anfang seiner "Karriere" steht und sich die Stadt nicht aussuchen kann, da Stellen ohnehin rar sind. So bin ich grade wieder alleine in einer Großstadt und fühle mich ziemlich entwurzelt und einsam.

Das kenne ich aus der Vergangenheit. Man hat halt Prioritäten gesetzt, was einen wichtiger war.

Aus diesem Grund habe ich auch keine Kinder, aber dafür eine Exfrau. Mir waren andere Sachen wichtiger. Heute lebe ich jetzt in einer Gegend, die mir sehr zusagt und dafür habe ich das Berufliche reduziert. Beides geht nur in den seltensten Fällen. Eine Zeitlang war ich auch in Atlanta/Georgia. Beruflich hat es mir sehr viel Spaß gemacht, aber nicht privat. Wie schon erwähnt: Man muss halt seine Prioritäten setzen und gegebenenfalls mit den Nachteilen, dann leben können. Gerade um die 30 lässt man sich von dem monetären Aspekt sehr gerne leiten und ab 50 ist dies nicht mehr so wichtig. So war es jedenfalls bei mir.
 
  • #23
Hallo,
ist es nicht so, dass Du die Liebe suchst, damit es Dir einfacher fällt eine Entscheidung zu treffen? Aber so funktioniert es nicht!
Kläre die Fragen in Deinem Job. Werde in Deiner jetzigen Situation glücklich, dann kommt auch der richtige Partner. Zu hoffe, dass erst der Partner kommt, dass Du dann eine Entscheidung bez. Deines Jobs treffen kannst ... ist nicht fair, oder? Deine Sehnsucht nach einer Beziehung ist eigentlich eine Flucht. Eine Flucht ... damit Dir jemand hilft eine Entscheidung zu treffen. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen Kraft, damit Du bez. Deines Jobs glücklich wirst. Der Rest kommt dann, versprochen!
 
  • #24
Schau mal was für dich im Angebot ist und überlege, wo du dich wohlfühlen kannst und dann mach dich sesshaft.

so ähnlich sehe ich das auch - und manchmal werden Entscheidungen schneller getroffen "als die Polizei erlaubt" ;-) wenn die Sache einfach klar ist und Seßhaftwerden die einzig richtige Antwort auf die Partnerfrage ist ...

ich bin in einer Situation, wo ich auch heute schon weiß, dass ich hier, wo ich gerade lebe - seit auch erst einem Jahr - im nächsten Sommer wieder weg sein werde - und das ist fürwahr keine gute Grundlage, einen ortsansässigen Partner zu suchen, fände ich unfair, da ich von Fernbeziehungen, die es dann im E-Fall werden würde, nicht viel halte - ich als Neufrancophile und Sonnenhungrige orientiere seit Monaten gedanklich an der südwestlichen Ecke der Republik, wo ich beides finden könnte - aber, was soll ich heute machen, was bis dahin ? Liebe FS, ich bin zwar schon über das von Dir angefragte Alter, aber es bleibt, eine Entscheidung zu treffen, ohne festen Standort wird Liebe, so wie Du sie suchst, nicht gehen ... vielleicht setzt Du Dir eine Frist, solange tourst Du durch die Welt und dann läßt Du Dich in Deinem Lieblingslandstrich als Nordlicht :) nieder, solange läßt Du passieren, was passiert, und dann glaube ich an das, was @1972Julia sagt - der Rest wird schon kommen ...
Gruß, meta
 
A

ak18

Gast
  • #25
ziehungen, die es dann im E-Fall werden würde, nicht viel halte - ich als Neufrancophile und Sonnenhungrige orientiere seit Monaten gedanklich an der südwestlichen Ecke der Republik, wo ich beides finden könnte - aber, was soll ich heute machen, was bis dahin ?

Das ist ja das Schöne: in dem Suchmodus kann man die PLZ der Region für die man sich begeistert eingeben. Wenn man auf dem Sprung ist aber noch nicht so recht weiß wohin, könnte die gefundene Liebe (neben einem Arbeitsplatz) auch ein Kriterium sein um sich sesshaft zu machen.
 
  • #26
. ICH mache auch den Job der mir Spaß macht, leider sind die Stellen in meinem Bereich rar! Für Geisteswissenschaftler, die im Bereich Kultur arbeiten, sind unbefristete Verträge die Regel. Es geht mir auch NICHT darum, eine tolle Karriere hinzulegen und das große Geld zu scheffeln, wie einige hier vermuten. Sondern ich möchte einfach gerne in meinem Berufsfeld arbeiten und bin, was die Auswahl der Stellen angeht, schon sehr flexibel. Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen inklusive.
Leider schon etwas älter, aber bei meinen Freunden wieder aktuell. Wir alle studierten ein brotloses Orchideenfach mit Uniabschluss, und jetzt 10 Jahre später hat JEDER sein Glück woanders gesucht mit einer völlig anderen Ausbildung. Ich hätte jenen Job an der Uni auch gern gemacht, aber mir war Familie und sicheres Einkommen einfach wichtiger. Trade-Off ist immer nötig, und der jetzige Job ist - oh Wunder - trotzdem total cool. Mir tut es leid, dass sich die Leute an den Unis in bestimmten Fächern immer noch ausnutzen lassen, weil sie naiv sind und an das Ideal der Wissenschaft glauben. Ich profitiere ja von ihren Veröffentlichungen in meiner Freizeit. Sie sind aber wirklich selbst schuld, das kann ich als Erfahrene in dem Bereich beurteilen.
 
  • #27
Nachtrag: Ich habe direkt nach der Uni umgesattelt und sitze jetzt beruflich fest im Sattel, meine Freunde fangen teilweise erst jetzt nach 10 Jahren mit Mitte 30 damit an - je früher man sich entscheidet, desto leichter gelingt so ein Wechsel, da man als jüngerer Arbeitnehmer auch bessere Chancen hat.
 
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