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  • #1

Vor 1 Jahr zusammengezogen - jetzt wieder ausziehen?

Vor 3 Jahren lernte ich, w 48, einen super netten, alleinstehenden Mann kennen, der zuvor 6 Jahre allein gelebt hat, nachdem seine 15-jährige Ehe in die Brüche ging. Wir haben uns getroffen, kennengelernt und sehr schnell gespürt, dass wir zusammensein möchten. Er hat mich innert kurzer Zeit auf Händen getragen und unsere Interessen stimmen auch überein. Im Bett stimmt es ebenfalls; er ist zärtlich und aufmerksam; ich kann mir keinen besseren Mann wünschen.
Seit 1 Jahr leben wir nun zusammen in seiner Wohnung und er kommt nicht damit klar, dass ich, aufgrund eines Teilzeitjobs, sehr oft zuhause bin! Wir hatten das im Vorfeld alles ziemlich gut durchgesprochen, und gesagt wenn das Zusammenleben nicht funktioniert, würde ich mir wieder eine Wohnung suchen.
Nun lag ich eine Woche lang krank im Bett und er hat mich rührend versorgt.Doch er eröffnete mir heute morgen überraschend, er brauche viel mehr Zeit für sich; ich sei ja immer zuhause und da könne er nicht wirklich neben mir alleine sein. Er habe gehofft, als wir vor 1 Jahr zusammengezogen sind, dass ich "mehr weg wäre", mehr mit meinen Freundinnen unternehmen würde - doch er könne jetzt nicht einmal mehr einen Kinoabend für sich zuhause machen, ich ginge ja nie weg.
Das stimmt - ich bin keine Partymaus und recht häuslich; gehe aber durchaus auch einmal weg abends. Doch für ihn eben zu wenig! Wie löst Ihr dieses Problem? Er verträgt stets Zweisamkeit nur schlecht - er sehnt sich danach, als er noch alleine in seinen 4 Wänden wohnte....
 
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  • #2
Ja, völlig nachvollziehbar. Das weiß man aber vorher, wieviel Freiraum man braucht. Ich würde nie im Leben mit einem Partner zusammenziehen.

w 45
 
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  • #3
So, wie Du Deinen Freund beschreibst, scheint das Problem wirklich nicht an seiner Liebe zu Dir zu liegen.
Ich (46, W) habe nach fast 10 Jahren des Alleinlebens auch Schwierigkeiten, ständig jemanden um mich zu haben. Ich bin es einfach nicht mehr gewöhnt. Man wird leider schon ein bisschen kauzig, obwohl man das gar nicht will.

Getrennt zu wohnen wäre sicher eine Lösung, auch in meinem Fall. Aber andererseits möchte ich ja mit meinem jetzigen Freund alt werden. Ich glaube, ich muss mich einfach an die neue Lebenssituation gewöhnen - genauso, wie ich mich auch gezwungenermaßen an das lange Single-Dasein gewöhnt habe.

Vielleicht gibt es ja auch noch die Möglichkeit, dass Du Dir ein Hobby suchst, sodass er halt ein paar Stunden am Tag komplett alleine sein kann. Einen Versuch wäre es doch wert.
Eine andere Idee wären getrennte Schlafzimmer. Ich bin eine Nachteule und kann in den wunderbar ruhigen Abendstunden viel kompensieren. Es gibt nichts Schöneres, als sich nach einigen Stunden des Lesens oder Schreibens an den Partner zu kuscheln. Die Nacht ist ja lang, und der Morgen auch
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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  • #4
Du bist wegen des Teilzeitjobs sehr oft daheim. Dadurch ergibt sich ein Ungleichgewicht: Du kannst zuhause sein, während er arbeitet. Er kann aber nicht zuhause sein, während Du arbeitest. Er hat seine Wohnung also nie nie nie für sich alleine. Du hingegen schon, deshalb fällt es Dir wahrscheinlich nicht auf, daß ihm diese Zeit ganz einfach fehlt.

Gerade weil er ein liebevoller und aufmerksamer Partner ist, wird er sich z.B. nicht sonderlich wohl fühlen, wenn er einen Film anschaut, der Dir nicht gefällt. Normalerweise würde er einfach einen anderen Zeitpunkt wählen, aber - diesen Zeitpunkt gibt es für ihn nicht. Im umgekehrten Fall könntest Du Deinen Vorlieben jederzeit nachgehen, einfach weil Du früher zuhause bist als er.

Kann es sein, daß Dein Freund sogar zuhause arbeitet? Und daß er seinen Beruf nur ausüben kann, wenn er dabei ungestört ist? Dann hätte er dasselbe Problem wie ich: die Frau eine Woche krank, will gekümmert werden, ist nörgelig, ruft andauernd nach mir wenn sie etwas nicht kann, setzt sich vielleicht sogar zu mir ins Büro, weil ihr langweilig ist, unausbleibliche Folge für mich: Ärger mit meiner Arbeit und meinen Kunden rauf und runter. Nach 3 bis 4 Wochen ist alles wieder im Lot, aber nun sind Ferien, sie ist den ganzen Tag zuhause, fragt mich ständig ob wir nicht hier und ob wir nicht dort, will für die nächsten und die übernächsten Ferien Urlaub planen, nötigt mir dafür Zeit ab, die ich nicht habe, beklagt sich daß ich zu viel an meine Arbeit und zu wenig an sie denke, die Kunden könnten doch auch mal zwei Wochen warten. Wieder Ärger mit den Kunden. Und mit den Geschäftspartnern, die dafür absolut kein Verständnis haben.

Dann hast du eben den falschen Beruf, überzieht sie mich mit Vorwürfen, ich habe ja auch Ferien, warum bist du nicht Lehrer geworden, dann könnten wir jetzt nach x oder y reisen.

Oh, wie ich mir die Zeit zurück wünsche, als ich noch allein lebte.
 
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  • #5
Ist Eure Wohnung vielleicht zu klein? Ich lebe mit meiner Verlobten auf gut 200 qm mit 6 Zimmern, Jeder hat eigenes Schlafzimmer und Bad. Zwei ganz verschieden gestaltete Wohnzimmer und Esszimmer. So können sogar Gäste kommen ohne dass der Partner involviert ist oder ausgehen muss. Getrennte Arbeitszimmer. Das klingt vielleicht etwas extrem soll Euch aber zeigen, dass es auch andere Wohnlösungen geben kann.
Ich könnte niemals zu zweit in einer Dreizimmerwohnung Alltag haben. Wenn wir allerdings nicht mehr regelmäßig arbeiten, dann wollen wir uns mit der Wohnfläche allerdings verkleinern und 6 bis 8 Monate im Jahr reisen. Dann ist die Wohnungsgröße nicht mehr so wichtig.
 
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  • #6
Ich für meinen Teil kann das verstehen, da ich auch jemand bin, der sehr gerne auch mal seine Ruhe hat. Mich würde es auch nerven wenn quasi ständig jemand mit mir in der Wohnung wäre, schließlich geht man sich bei ständiger Zweisamkeit auch gerne mal gegenseitig auf den Keks.

Möglichkeiten:

1. du sprichst mit ihm nochmal darüber, und ihr schaut ob ihr nicht vielleicht eine Möglichkeit findet euch im Alltag mehr aus dem Weg zu gehen, indem du nicht 1-2x die Woche für ein paar Stunden das Haus verlässt. VHS Kurs, nette Abende mit Freunden, Sport, sonstige Hobbys.

2. ihr legt euch ein(e) (große) Wohnung/Haus zu, in der jeder auch mal die Tür hinter sich zumachen kann.

3. einer von Euch beiden zieht aus und ihr verbringt nur einige Tage die Woche miteinander.

Irgendeinen Weg müsst ihr leider finden, aber wenn du sagst dass dieser Mann wirklich großartig ist, findet ihr bestimmt eine Lösung mit der jeder zufrieden ist!
 
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  • #7
Kann deinen Freund ehrlich gesagt ganz gut verstehen, ich würde es auch nicht aushalten, wenn dauernd jemand um mich herum wäre. Immerhin hat er sechs Jahre alleine gelebt. Für solche Menschen wären getrennte, aber räumlich nah beeinander liegende Wohnungen in Laufnähe optimal.
 
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  • #8
Kann deinen Freund ehrlich gesagt ganz gut verstehen, ich würde es auch nicht aushalten, wenn dauernd jemand um mich herum wäre.
Tja zum glück sind wir Menschen alle unterschiedlich gestrickt. Ich finde es irgendwie komisch. Ohne jegliche wertung. Ist man Single, wünscht man sich einen Partner. Lebt man in einer Partnerschaft, fühlt man sich eingeengt und will seine Freiheit nicht verlieren.

Igendwie ist das ganze doch wiedersprüchlich. Man sucht jemanden mit dem man sein Leben teilen möchte, aber man will seine Freiheit und sich selbst verwirklichen. Warum bleibt man dann nicht Single? Da hat man doch genau diese Freiheit.

Klar muss man kompromisse eingehen wenn man zusammen wohnt. Aber gewinne ich nicht mehr als ich verliere. Ich lerne den Menschen an meiner seite mit seinen Macken und schwächen kennen. Da sitzt kein top gepflegtes Model am Frühstückstisch. Das wesen in meinem Bett Pupst so wie ich. Wie fürchterlich. Ich habe einen Menschen und kein Fabelwesen in meinem Bett.

Ich persönlich finde kommentare wie "Ich würde nie im Leben mit einem Partner zusammenziehen." eher erschreckend. Ich möchte meine Partnerin ständig um mich haben. Wenn mir das ganze zuviel werden sollte, würde ich dies mit meiner Partnerin kommunizieren.
Allerdings bin ich auch nicht der Typ der zuhause vorm Fernseher sitzt. Ich nehme meine Partnerin an die Hand und unternehme etwas. Egal ob Wochenendtripp, Tanz oder Picknick.

Ich glaube paare die sich gegenseitig auf die nuss gehen, fehlt einfach etwas Phantasie. Z.B. im Herbst kann man mal in in die Pilze Fahren und anschließend bereitet man zusammen die Pilzpfanne zu. Gemeinsammes Kochen macht richtig Spaß. Oder die Bolognese gemeinsamm zubereiten. Nähe bedeutet doch nicht zwangsläufig eingeengt zu werden. Manchmal Frage ich mich wie unsere Großeltern das nur aushalten konnten?

Irgendwie habe ich den eindruck, wir suchen heute nur noch gründe dafür warum etwas nicht funktioniert. Anstatt zu leben. Ist der Mensch an meiner seite, mit dem ich alles teile nicht wichtiger?
 
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  • #9
2. ihr legt euch ein(e) (große) Wohnung/Haus zu, in der jeder auch mal die Tür hinter sich zumachen kann.
Geschlossene Türen lösen das Problem nicht, denn kann man jederzeit öffnen. Leider. Es gibt Menschen, die so sprunghaft sind, daß sie jeder spontanen Eingebung nachgehen, alle 5 Minuten eine Frage haben oder etwas zeigen wollen oder einen Tipp brauchen oder was essen wollen oder oder oder. Und schon ist die Sache, der man gerade nachging, wieder unterbrochen.

Eine spannende Reportage anschauen? 10 Minuten, dann steht sie in der Tür: "ich will jetzt was essen. Ach so, du schaust da was, dauert das noch lange? Dann fange ich schon mal alleine an."

Oder sie setzt sich dazu, und 5 Minuten später kommt etwas wie "das verstehe ich nicht, das ist mir zu kompliziert. Können wir nicht was anderes anschauen?"

Oder sie geht tatsächlich wieder raus, setzt sich an ihren PC, und nach ein paar Minuten höre ich sie klagen "jetzt ist alles weg! Wo ist denn jetzt mein Text? Mein Text ist weg!"

Tätigkeiten, die länger als 10 Minuten dauern, fange ich nur noch an, wenn sie nicht zuhause ist. Wie gut, daß sie keinen Halbtagsjob hat wie die Freundin des FS. Denn für ihn existiert dieses "wenn sie nicht zuhause ist" ja nicht. Niemals.
 
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  • #10
So, wie Du Deinen Freund beschreibst, scheint das Problem wirklich nicht an seiner Liebe zu Dir zu liegen.

Getrennt zu wohnen wäre sicher eine Lösung, auch in meinem Fall. Aber andererseits möchte ich ja mit meinem jetzigen Freund alt werden. Ich glaube, ich muss mich einfach an die neue Lebenssituation gewöhnen - genauso, wie ich mich auch gezwungenermaßen an das lange Single-Dasein gewöhnt habe.

Vielleicht gibt es ja auch noch die Möglichkeit, dass Du Dir ein Hobby suchst, sodass er halt ein paar Stunden am Tag komplett alleine sein kann. Einen Versuch wäre es doch wert.
Eine andere Idee wären getrennte Schlafzimmer.
Ich bin die FS: danke, Gast 2, für Deinen Input! Nein, an seiner Liebe liegt es nicht. Ich verstehe seinen Wunsch nach mehr Freiraum; zuvor konnte er tun und lassen wie er wollte.... Getrennte Schlafzimmer haben wir schon, und das funktioniert wunderbar. Mein Partner arbeitet Schicht, sodass er doch ab und zu eine "leere" Wohnung vorfindet, jedoch eben zu wenig. Ich denke, der Knackpunkt ist der, dass ich mir tatsächlich vorgenommen habe, mehr wegzugehen, und ihm damit Raum zu geben. Und ich ärgere mich über mich selbst, dass ich das neben dem Teilzeitjob nicht hinkriege.

Er sagt ich soll mir jetzt darübe nicht graue Haare wachsen lassen, doch seine Aussage beschäftigt mich extrem....
 
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  • #11
Du bist wegen des Teilzeitjobs sehr oft daheim. Dadurch ergibt sich ein Ungleichgewicht: Du kannst zuhause sein, während er arbeitet. Er kann aber nicht zuhause sein, während Du arbeitest. Er hat seine Wohnung also nie nie nie für sich alleine. Du hingegen schon, deshalb fällt es Dir wahrscheinlich nicht auf, daß ihm diese Zeit ganz einfach fehlt.

Kann es sein, daß Dein Freund sogar zuhause arbeitet? Und daß er seinen Beruf nur ausüben kann, wenn er dabei ungestört ist?
Oh, wie ich mir die Zeit zurück wünsche, als ich noch allein lebte.
Ich bin die FS: Danke an Gast 3: Mein Freund arbeitet Schichtbetrieb auswärts und ist doch öfter alleine zuhause, als er jetzt viellicht glaubt. Doch Du hast natürlich recht; ich bin mir weniger bewusst, dass ich meinen Freiraum hier habe und er weniger. Er hatte gerade frei, als ich krank war. Das hat das Fass nun zum Ueberlaufen gebracht. Es ist ihm seit einigen Monaten zuviel, und ich bin eigentlich froh, dass er es angesprochen hat.
Nur, seine Aussage schmerzt mich einfach so sehr. Will er denn nicht Zeit mit mir verbringen? Geniesst er meine Anwesenheit denn gar nicht? So kindisch frage ich mich ständig... Dabei schätze ich an ihm gerade das, dass er jetzt nicht nachgibt und mir seine Bedürfnisse klar macht.

Ich könnte auch mein Teilzeitpensum erhöhen und somit mehr abwesend sein.... Doch das ändert nichts an seinem "Traum", wieder "wie früher" leben zu können. Immerhin muss ich nicht schon morgen ausziehen... Er ist diskussionsbereit, kritikfähig und fair. Darum suche ich ja auch nach einer guten Lösung.
 
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  • #12
Ich für meinen Teil kann das verstehen, da ich auch jemand bin, der sehr gerne auch mal seine Ruhe hat. Mich würde es auch nerven wenn quasi ständig jemand mit mir in der Wohnung wäre, schließlich geht man sich bei ständiger Zweisamkeit auch gerne mal gegenseitig auf den Keks.
Ich bin die FS: Danke an Gast 4 + 5: wir wohnen auf 130 qm in einer 4.5 Zi Wohnung. Ist gross genug für beide und wir haben wie gesagt auch getrennte Schlafzimmer, wo Rückzugsmöglichkeiten gegeben sind. Die Wohnung ist so wunderschön und wir haben sie mit seinem Einverständnis etwas neu- und umgestaltet, dass es mir das Herz brechen würde, wenn ich jetzt defintiv hier ausziehen müsste... Mein Freund war fast schon schockiert, wie traurig mich jetzt diese Situation macht. Doch ich möchte seinem gewünschten Lebensstil auch nicht im Weg stehen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, "wieder" alleine zu wohnen. Doch das Herz will nicht...
 
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  • #13
Irgendwie habe ich den eindruck, wir suchen heute nur noch gründe dafür warum etwas nicht funktioniert. Anstatt zu leben. Ist der Mensch an meiner seite, mit dem ich alles teile nicht wichtiger?
Ich bin die FS - Danke Gast 7 - genau Dein letzter Satz hat es in sich: Dieser schmerzt mich an der Geschichte am meisten (typisch Frau, ich weiss....) Er hatte mich vor einem Jahr ermuntert, zu ihm zu ziehen, und nun ist es ihm schon zuviel... dabei geniessen wir beide unsere Beziehung sehr, und nach einer Woche Krankenbett läuft das Fass des Freiheitsentzugs schon über. Das enttäuscht mich sehr. Und wir sind keine Teenager mehr, die diese Erfahrung zwangsweise auch machen.....
 
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Gast

  • #14
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  • #15
Liebe FS, hier nochmal die # 2:
Es freut mich, dass mein Kommentar hilfreich war!

Eben fiel mir noch etwas ein: Du sagst, Dein Freund arbeitet im Schichtdienst und findet dann manchmal eine leere Wohnung vor. Davon hat er nur nicht sehr viel, denn wer vom Schichtdienst kommt, will eigentlich nur eines: schlafen. Was er aber braucht, sind ein paar Stunden, die er alleine nutzen kann.

Hast Du mal über ein ehrenamtliches Engagement Deinerseits nachgedacht? Du hättest dann eine sinnvolle Beschäftigung und müßtest nicht das Gefühl haben, Stunden irgendwo "totzuschlagen", nur um außer Haus zu sein. Im sozialen Bereich wird man Deine Hilfe mit offenen Armen annehmen.
 
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Gast

  • #16
Eine weitere Idee wäre eine Zweit- oder Ferienwohnung - nicht zu weit weg - wo sich der eine oder andere beliebig zurückziehen könnte.
 
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Gast

  • #17
Hast Du mal über ein ehrenamtliches Engagement Deinerseits nachgedacht? Du hättest dann eine sinnvolle Beschäftigung und müßtest nicht das Gefühl haben, Stunden irgendwo "totzuschlagen", nur um außer Haus zu sein. Im sozialen Bereich wird man Deine Hilfe mit offenen Armen annehmen.
Also bei allem Verständnis, aber glaubst du nicht das du etwas übers Ziel hinaus schießt?

Wieso sollte die TE sich eine beschäftigung suchen, weil der Partner ein Problem mit nähe hat? Ein Mann mit Ü40 sollte doch soweit gefestigt sein, dass er seine Probleme zu kommunizieren. Dieser angebliche Freiheitsdrang ist doch wirklich lächerlich. Zeugt für mich eher von Egoismus.

Irgendwie leben wir wohl in einer total perversen zeit. Jeder denkt nur noch an sich. Die TE war eine Woche Krank. Und ihr Partner hat sich um sie gekümmert. Und sucht nun das weite. Aber ist es nicht gerade das was wir alle suchen. Jemanden der zu uns steht? Egal wie es uns geht? Ich will nicht nur die Sonnenseiten.

Auch verstehe ich nicht was so schlimm daran sein soll das meine Partnerin häufiger zuhause ist als ich. Vielleicht wartet sie schon mit dem Essen auf mich. Was ist daran so schlimm?

m48
 
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  • #18
Wieso sollte die TE sich eine beschäftigung suchen, weil der Partner ein Problem mit nähe hat? m48
Die FS wird den Mann nicht ändern können. Die Beziehung scheint ja ansonsten sehr gut zu sein. Sie kann nur was an ihrem Verhalten ändern. Ausserdem wundert es mich, dass eine Frau in diesem Alter ohne Kind nur halbtags arbeiten.

Es gibt anscheinend nur zwei Wege. Sie zieht aus, stockt ihre Arbeitszeit hoch, um sich die neue Miete leisten zu können, oder riskiert, dass die ansonsten gute Beziehung über kurz oder lang von ihm beendet wird. Ausserdem entgeht die Fs so, später in ein paar Jahren, ihn pflegen zu müssen.

Ich halte getrennt wohnen eh für gut. Das hält die Liebe frisch.

Er hat sich zwar gut um die FS gekümmert, als sie krank war, aber er scheint da an seine Leistungsgrenzen massiv gekommen zu sein. Kann ich nachvollziehen. Ich brauche auch nicht jeden Tag einen Mann um mich herum und schon gar nicht zusammen wohnen.

Es gibt halt unterschiedliche Distanzmenschen. Ich bin auf keinen Fall untreu oder bindungsunfähig, aber ich brauche mehr Freiraum als andere Frauen.

w 50
 
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  • #19
Tut mir leid, aber für mich liest sich dieses "Ich brauche mehr Freiraum" in einer 4,5 Zimmerwohnung mit zwei getrennten Schlafzimmern doch eher nach einer Beziehung, in der mehr im Argen liegt als es die FS sehen will. Weg von der Verbindlichkeit wieder hin zur Unverbindlichkeit - genau so kommt mir das vor. Warum kann er denn beispielsweise seinen privaten Kinoabend eben nicht in seinem Schlafzimmer machen?
Mein Freund und ich denken über ein Zusammenziehen nach und haben genau über dieses Thema sehr ausführlich gesprochen. Und wir haben das im Urlaub auch schon ausprobiert. Wir haben uns gemeinsam so die Räume eingerichtet, dass jeder von uns sich in jedem Raum wohl fühlt. Wenn ich beispielsweise meine Ruhe möchte, dann ziehe ich mich ins Schlafzimmer zurück und lese. Mein Freund respektiert das und ich fühle mich da sicher nicht von ihm bedrängt. Umgekehrt ist es genau so. Wenn er sich zurück ziehen möchte, dann geht er in einen unserer anderer Räume und macht dort das, was er möchte. Und das kann durchaus Stunden dauern.
Selbstverständlich muss dann allerdings auch sein, dass der andere den Rückzug respektiert.
Ich würde jedenfalls nicht einsehen, die gemeinsame Wohnung verlassen (!!!) zu müssen, damit mein Freund seinen Freiraum hat.. Da würde für mich etwas extrem verquer laufen.
w-46
 
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  • #20
Liebe FS,

sein widersprüchliches Verhalten ist wirklich mehr als komisch. Erst will er dass du einziehtst, ihr renovierte gemeinsam die Wohnung und jetzt ist ihm alles zuviel. Zeigt er vielleicht Anzeichen von Depressionen oder so? Hat er seine damalige Trennung wirklich verkraftet und verarbeitet?

Ich habe mal einen Mann kennengelernt, dessen Scheidung 7 Jahre zurück lag und er immer noch "traumatisiert" war. Er hatte dadurch sogar Potenprobleme bekommen, aber war absolut nichts einsichtsfähig, dass er was tun muss und sich proff. Hilfe suchen muss. Dazu hatte er auch eine zu enge Bindung zu seiner Mutter.....

w
 
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Gast

  • #21
Mein erster Gedanke war auch, dass seine Wohnung für Euch beide zu klein, und zwar erheblich zu klein, ist. Das ist zumindest erst einmal die naheliegenste Theorie und wäre ein Problem, das Ihr relativ leicht lösen könnt. Es kann selbstverständlich auch sein, dass es tiefer liegende Schwierigkeiten gibt, aber davon müsst Ihr erst einmal nicht ausgehen.

Noch eine Idee: Wie wäre es denn, wenn Du auch vollzeit arbeitest? Wäre auch besser für Deine Rente etc. und ggf. könnt Ihr euch dann ein Reihenhaus oder zwei Doppelhaushälften mieten.

w/50
 
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  • #22
ziehe ich mich ins Schlafzimmer zurück und lese. Mein Freund respektiert das und ich fühle mich da sicher nicht von ihm bedrängt. Umgekehrt ist es genau so. ... Ich würde jedenfalls nicht einsehen, die gemeinsame Wohnung verlassen (!!!) zu müssen, damit mein Freund seinen Freiraum hat..
Dann gehörst Du zu den Menschen, die sich auch innerhalb der Wohnung 5 Minuten oder länger allein beschäftigen können, ohne mit irgend einer Angelegenheit in "sein" Zimmer zu rennen. Bei einem gewissen Typ Frau schwebt hingegen ständig ein Störpegel (Kann ich diesen 20 Minuten Beitrag ungestört zu Ende sehen? Kann ich diesen Artikel unterbrechungsfrei lesen?) im Raum, vor dem man nur sicher ist, wenn sie außer Haus weilt (und das eigene Handy auf "nicht stören" steht).

Weit verbreitet - vor allem bei Frauen - ist wohl auch die Einstellung, die vielseitigen Interessen des Partners seien so eine Art Katalog, aus dem man gewisse Dinge einfach abwählen kann, wenn sie einem nicht liegen. Der Partner hat sich dann gefälligst auf den verbliebenen Rest zu beschränken. Er sieht sich gerne wissenschaftliche Sendungen an? Nichts für eine Frau. Kann er machen, wenn er allein lebt, jetzt bin aber ich da!

Wen wundert's, daß der Mann sich immer dann, wenn er wieder mal keine Chance sieht, sich den Beitrag anzusehen der ihn interessiert, sein Alleinleben zurück wünscht?
 
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  • #23
dieses "Ich brauche mehr Freiraum" in einer 4,5 Zimmerwohnung mit zwei getrennten Schlafzimmern
Ob jemand dem anderen Freiraum gewähren will (!), hängt nicht von der Größe der Wohnung ab. Man kann auch in einem Riesen-Schloß nervig an den anderen hin rücken, ebenso wie man in der 1-Zimmer-Wohnung gemeinsam auf der Couch sitzend jeder den anderen sein Buch lesen lassen kann.
 
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Gast

  • #24
Liebe FS!
Mich würde interessieren, wie Du Dich innerhalb "seiner" Wohnung verhältst. Eigentlich hätte es doch lange schon "eure" Wohnung sein/werden müssen. Wie kommt es, daß Du nicht merkst, wenn es Deinem Pratner zuviel wird?

Ich kenne es, daß man nach einiger Zeit als Single eine gewisse Zeit braucht, um sich an die Anwesenheit des neuen Partner in der eigenen Wohnung zu gewöhnen, aber wenn man klar kommuniziert, WAS einen WANN und WARUM stört, kann sich der andere doch prima darauf einstellen....

Mein Partner fand es zum Beispiel normal, wenn das Telefon klingelt, dran zu gehen und lange mit dem jeweiligen Anrufer zu sprechen, ohne Rücksicht auf die Situation. Also z.B.: wenn wir vorher zusammen fern gesehen haben, wurde der Fernseher leise gestellt und ich lauschte (gezwungernermaßen) seiner Konversation. Für mich extrem langweilig und nervig. Das habe ich mir ein, zweimal angesehen und dann thematisiert. Alles in einem lieben Gespräch, wo ich erklärt habe, daß ich das anders kenne und es schöner finde, wenn derjenige, der angerufen wird sich verkrümelt und der andere weiter fernsehen kann. Natürlich fand er das einleuchtend ( ist ja kein Blödi, mein Liebster!) und hatte einfach seine Antennen dafür nicht auf Empfang. Jetzt ist das völlig klar, ab wann es stört und findet so nicht mehr statt. Ich erwarte von zwei erwachsenen Menschen, daß man solche Dinge besprechen kann und eine Lösung findet. Anders herum gab es natürlich auch Momente wo er sich wunderte und ich umdenken mußte....

Stelle Dir bitte folgende Fragen:
-Wo in Eurer Kommunikation stimmt es nicht, daß Du nicht (rechtzeitig) merkst, wann es ihm
zuviel wird? Sendet er Dir keine Signale?
-Nimmst Du ihn tatsächlich zeitlich in Anspruch, wenn Du nur in der Wohnung anwesend bist?
Wenn ja: wie kannst Du diese "Belagerung" reduzieren?
Wenn nein: wo liegt das Problem bei Deinem Partner, daß er sich durch bloße Anwesenheit
gestört fühlt?
-Wie kannst Du die Situation durch sinnvolle Maßnahmen "entspannen"? Kannst Du Dir einen
eigenen Freundeskreis erschließen, der Dir Spaß bringt? Hast Du ein Hobby, das Du immer
schon mal ausprobieren wolltest?

Für mich klingt es schon so, als daß Eure Gefühle für einander da sind. Nur vielleicht mußt Du lernen, zu erkennen, ab wann Dein Nähebedürfnis für Deinen Partner zuviel ist?

Den Tipp eines Gastes mit der ehrenamtlichen Tätigkeit finde ich gar nicht schlecht- ein Feld, wo auch Du neue Leute und Deine eigenen Talente kennenlernen kannst. Eine Beziehung bleibt auch deshalb spannend, weil man sich Sachen zu erzählen hat und weil man nicht aufeinander gluckt.

Viel Glück!
 
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Gast

  • #25
Ich bin die FS: Danke an Gast 4 + 5: wir wohnen auf 130 qm in einer 4.5 Zi Wohnung.
Ich frage mich, wie eigentlich die Haushaltsführung bei einer so großen Wohnung aufgeteilt ist? Wenn der Freund soviel im Schichtdienst arbeitet, gehe ich davon aus, dass die FS den grössten Teil der Hausarbeit macht, oder? Diese große Wohnung ist Eigentum, oder Miete?

Ich frage mich, wie ER in Zukunft seine Hausarbeit beim Schichtdienst alleine schaffen will, wenn die FS wieder eine eigene Wohnung hat?

Dann wird sie krank, kann eine Woche lang nichts machen und ihm wird das zuviel, hm?

Ich hoffe nicht, dass er versucht sie zu manipulieren, sie klein zu bekommen, weil er irgendwas plant, oder nicht mehr möchte, dass sie krank wird und er sich dann kümmern muss.

w 50
 
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Gast

  • #26
Mich würde interessieren, wie Du Dich innerhalb "seiner" Wohnung verhältst.
Mich auch, denn es ist (abgesehen vom Charakter des anderen) der entscheidende Punkt, ob und wie sich der andere eingeengt und in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt fühlt.

Als extrem störend empfinde ich zum Beispiel das Nichteinhalten zeitlicher Absprachen. Sie will daß wir, wenn sie mit ihrer momentanen Beschäftigung fertig ist, spazieren gehen. Also nehme ich mir nur Aufgaben vor, die ich jederzeit unterbrechen kann. Währenddessen schiebt sie unseren Aufbruch aber immer weiter ‘raus. Für mich sind solche Tage irgendwie verloren, sinnlos verplempert.

Genauso ist es übrigens, wenn jemand nicht zum abgesprochenen Zeitpunkt nach Hause kommt und auch nicht Bescheid sagt. Würde man sich während der Wartezeit z.B. einen Film anschauen, sähe man wahrscheinlich nur die Hälfte davon. Oder alles bis auf den Schluß. Oder nur die ersten 10 Minuten. Auch diese Zeit ist irgendwie verplempert, steht nicht im Sinne von "Zeit für mich selbst" zur Verfügung.

Es bräuchte von Seiten des Partners gar keine so große Verhaltensänderung, etwas mehr Verbindlichkeit in den Aussagen würde vollkommen genügen. Vielleicht ist das bei der FS ähnlich.
 
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  • #27
Liebe FS,

ich kann den Mann sehr gut verstehen, obwohl ich weiblich bin.

Vielleicht könntet ihr es wirklich so einrichten, dass du öfters und länger mal weg bist.
Vielleicht habt ihr auch das ein oder andere Zimmer, worin du dich zurückziehen kannst und alleine für dich etwas machst und solange von der Bildfläche verschwunden bist?

Gleich komplett deswegen wieder ausziehen fände ich natürlich auch krass.
 
  • #28
dass es mir das Herz brechen würde, wenn ich jetzt defintiv hier ausziehen müsste... Mein Freund war fast schon schockiert, wie traurig mich jetzt diese Situation macht. Doch ich möchte seinem gewünschten Lebensstil auch nicht im Weg stehen.
Also bei allem Verständnis für Menschen die Ihren Freiraum brauchen- dieser Mann will mehr als nur seinen Freiraum. Er will nicht mit einer anderen Person zusammenleben (zumindest nicht mit Dir). Ihr habt viel Platz zum aus dem Weg gehen, Du bist nicht immer da und- hoffentlich- respektierst Du auch wenn er mal 2h ungestört sein will und platzt nicht alle 3 Minuten rein.

Ich fürchte das Ganze ist nur ein Symptom für entweder "Er liebt Dich nicht" oder für "Er ist Beziehungsuntauglich". Es gibt klar unterschiedliche Nähebedürfnisse, aber das ist der Nulllevel.
 
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  • #29
Doch ich möchte seinem gewünschten Lebensstil auch nicht im Weg stehen.
Du bist nicht immer da und- hoffentlich- respektierst Du auch wenn er mal 2h ungestört sein will und platzt nicht alle 3 Minuten rein.
Wir wissen ja nicht, ob die FS so ein ‘Reinplatz-Typ ist wie weiter oben geschildert, ich vermute eher nicht, denn sie versucht ja offenbar, ihm entgegenzukommen. Andererseits ist das Empfinden einer echten Beeinträchtigung natürlich auch individuell sehr verschieden, für manchen ist allein schon die Möglichkeit, daß jemand hereinplatzen könnte, Anlaß genug, sich beeinträchtigt zu fühlen.

Es hängt also auch von den Erfahrungen ab, die der eine mit dem anderen gemacht hat. Und von der ebenfalls individuellen Fähigkeit, sich konzentrieren und Störungen ausfiltern zu können, was wiederum von der Art der Störung abhängt.

Angenommen, ich arbeite an einer Aufgabe, die große Konzentration erfordert. Dann wäre ein kurzes Hereinschneien nach dem Motto "will nicht stören, bin in der Küche, Essen kochen" eine tolerierbare Aufforderung, demnächst fertig zu werden. Ein "in 10 Minuten gibt’s Essen, du mußt aber vorher bitte noch da und dort anrufen" hingegen nicht, weil es einen die Konzentration lähmenden Zeitdruck aufbaut, der unter Umständen die ganze bis dato geleistete geistige Arbeit wieder zunichte macht.

Man kann dem Partner solche Wünsche klar zu machen versuchen, ob es 1.) überhaupt auf Verständnis stößt und 2.) toleriert wird, steht auf einem anderen Blatt. Es gibt auch Frauen, die dann erst einmal die ganze Beziehung infrage stellen nach dem Motto "mit jemandem, der sich während meiner Anwesenheit stundenlang so verkriecht, kann ich keine Partnerschaft führen." Und schon hat die arme Sau, zerrissen zwischen (möglicherweise beruflich bedingten) Bedürfnissen und Liebe zu einer Frau die er nicht verlieren will, ein Riesen-Problem.
 
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  • #30
Ich (w) steckte in der gleichen Situation, allerdings war ich diejenige, die das Gefühl hatte, der Partner würde mir die Luft zum Atmen nehmen.
Ich habe einen freien Abend pro Woche für mich eingefordert, das hat genau 5 Wochen lang funktioniert, dann habe ich mir eine kleine Zweitwohnung gesucht, in der ich drei Tage in der Woche verbracht habe, hat auch nicht gehofen, bin wieder zurück gezogen.
Schlussendlich habe ich mich getrennt.

Es ist ganz wichtig, dass jeder seinen einen Freiraum zu Hause hat, sonst kommt man ganz schnell in die Lage, dass sich einer zu Hause als Gast fühlt.

Such Dir zweimal pro Woche ein Hobby (oder einen Nebenjob wie bereits geraten), mach Sportoder triff Dich abends lang mit Freunden.
 
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