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Gast

  • #1

Vorbehalte gegen Einzelkinder als mögliche Partner?

Liebes Forum!

Ich lese seit einiger Zeit sehr interessiert hier mit - wirklich ein tolles Forum!

Mir fällt jetzt schon zum wiederholten Male auf, dass es anscheinend grosse Vorbehalte gegenüber Einzelkindern (z.B. als mögliche Partner) gibt. Stimmt das, und worauf stützt sich dieses Vorurteil? Logischerweise fehlen Einzelkindern sicher in der Regel gewisse Erfahrungen, die sie einfach nicht sammeln konnten.

Ich selbst bin auch Einzelkind, worunter ich immer gelitten habe, ich wollte unbedingt immer Geschwister haben (hatte aber immer sehr gute und stabile Freundschaften, bis heute).

Was mir an mir selbst auffällt, ist, dass ich z.B. sehr gut mit mir alleine sein kann. Ich geniesse die absolute Ruhe.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Einzelkindern gemacht, vor allem als Partner?

Bin gespannt auf Eure Antworten.

W43
 
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Gast

  • #2
Ich (w) hatte bislang drei wichtige Beziehung, die längste und beste war mit einem Einzelkind.

Ich glaube es ist sehr individuell, ich kenne z.B. Einzelkinder die sehr viel offener auf andere Menschen zugehen, da sie in ihrer Kindheit bereits dazu "gezwungen" waren sich zu verabreden, wenn sie andere Kinder sehen wollten.

Grundsätzlich finde ich es auch absurd, ein weiteres NO-GO in die Liste einzufügen, da bleibt irgendwann kein Partner mehr übrig!

Mir ist neulich hier etwas ähnliches passiert: Ein Date-Partner hat mich gefragt, ob meine Eltern noch zusammen sind. Ich habe zunächst gefragt wieso und er meinte, dass Kinder geschiedener Eltern für ihn nicht in Frage kommen.

Ich habe ihm dann gesagt, dass mein Vater gestorben ist, als ich 21 war, meine Eltern aber sehr wohl noch zusammen waren. Anstatt darauf in irgendeiner Form bedauernd einzugehen meinte er nur, dann "sei ja alles gut".

Ich finde dieses "Sortieren" verletzend und befremdlich!
 
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Gast

  • #3
Meine Erfahrungen bei Männern Ü40:

Egozentrik, mangelnde Fähigkeit zur Teamarbeit, wollen viel verwöhnt werden, die Balance zwischen Nehmen und Geben ist gestört, ja, Freundschaften sind vorhanden, zu enge Bindung an die Mutter, oft Peter-Pan-Syndrom

w 49
 
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Gast

  • #4
Ich hatte 3 Beziehungen mit (w) Einzelkinder! Nie wieder! Alle 3 waren mit den Eltern so stark verheiratet, es war eine Zweisamkeit nicht möglich! Jede Kleinigkeit wurde mit den Eltern besprochen. m
 
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  • #5
Ich hatte eine Beziehung mit einem Mann, der Einzelkind war, und drei mit Männern, die mit Geschwistern aufgewachsen sind. Ich kann da keinen Unterschied feststellen und nichts Schlechtes über Einzelkinder sagen. Im Gegenteil. Einer der Männer, der noch zwei Geschwister hatte, war als Nesthäkchen extrem auf seine Eltern fixiert (telefonierte sogar als wir im Urlaub im Ausland waren täglich mit ihnen, obwohl sie sich bester Gesundheit erfreuten), was ich von dem Mann, der Einzelkind war, nicht behaupten kann.

Bei meiner Partnerwahl spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Mann Geschwister hatte oder nicht. Es kommt auf die Erziehung und die Familie insgesamt an.
 
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Gast

  • #6
Zwei Bekannte von mir sind Einzelkinder, und ich kenne keine kontaktfreudigeren und hilfsbereiteren Menschen. Sie denken nie nur an sich, sondern immer gleich auch für andere mit und haben einen riesigen Bekanntenkreis. Und offensichtlich sind sie sehr beziehungsfähig; ihre Partnerschaften halten im Schnitt zehn Jahre und länger.

Nein, dass jemand als Einzelkind erzogen wurde, sagt zunächst einmal gar nichts aus. Es kommt immer auf die Qualität der Sozialisation an.
 
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  • #7
Liebe FS

Du (w/43) - Einzelkind- geniesst die Ruhe. Ich (w/39) das jüngste und vierte von vier Kindern auch!
Mag es allenfalls mit anfangs 20 noch eine Rolle spielen, wie wir aufgewachsen sind, scheint mir doch, dass wir ab einem bestimmeten Alter über eine bestimmte Lebenserfahrung verfügen. soziale Wesen sind und unser Handeln, über die kindliche Prägung hinaus geht.

Ich (wie gesagt das vierte Kin, emfinde mich als sehr individualistisch. Könnte mir vorstellen, dass dass ich auch als Einzelkind durchgehen könnte. Aus meiner Warte ist es viel wichtiger mit einzubeziehen, wie wir aufgewachsen sind: älteste/er, Sandwich/jüngste/r... allesfals suchen wir uns entsprechend unsere Partner aus :)

Eine weites Feld, Luise (Effi Briest)...
w39
 
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  • #8
Quatsch. Hab ich noch nie was von gehört/ gemerkt.

Ich bin auch Einzelkind und zB nicht gern allein. Ruhe mag ich aber auch. Aber lieber zu zweit.
 
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Gast

  • #9
Wer Vorurteile gegen mich hat (in welcher Form auch immer), gegen den hab ich auch Vorurteile und den brauch ich auch nicht in meinem Leben! Es ist manchmal doch so einfach! Warum sich das Leben so schwer machen, wenn sich die Leute selbstständig aus meinem Leben eleminieren wollen?

Du wirst IMMER in deinem Leben von anderen ausselektiert, egal ob du groß, klein, arm, reich, Einzelkind, rot, blond, schwarzhaarig, deutsch, ausländisch bist. Also, so what? Ich bin nicht auf der Welt, um es anderen Recht zu machen. Und willst du dich jetzt allen ernstes dafür rechtfertigen, weil du Eizelkind bist? Mit welchem Argument? Du warst bei der Zeugung nicht dabei und konntest es auch nicht beeinflussen, wieviele Kinder deine Eltern haben wollten!

Ich kenne es übrigens ganz anders: in Familien mit mehreren Kindern ist das letzte Kind oft das Muttersöhnchen! Das ist viel schlimmer!
 
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Gast

  • #10
Also ich war schon mit einem Einzelkind zusammen und mit einem Mann, der eines von 5 Kindern war.
Der Unterschied in Sachen Egoismus, Hilfsbereitschaft....war sehr sehr deutlich.
Auf eine Beziehung mit einem Einzelkind bin ich überhaupt nicht scharf.
Ja, ich habe Vorbehalte gegen Einzelkinder und zwar in jeglicher Hinsicht. Auch beruflich.
In meinem Studium durfte ich ebenfalls ausreichend Erfahrungen sammeln mit Einzelkindern und Nichteinzelkindern.....Einfach ein himmelweiter Unterschied.
 
  • #11
Vorurteile sind nun mal menschlich und bis zu einem gewissen Grad auch nicht weiter schlimm. Das Problem ist, dass Vorurteile heutzutage als des Teufels gelten, sprich nicht mehr politisch korrekt sind. Es gibt nur noch wenige "Gefässe", wo die Leute von heute ihre Vorurteile ungehemmt ausleben und herausposaunen können, ohne deswegen von den moralinsauren Gutmenschen aufs Maul zu bekommen. Einer dieser "geschützten" Bereiche ist m.E. das Thema "Einzelkind" – da kann jede/r sagen, was er/sie will, ohne von einem Gutmenschen zu hören bekommen: "So etwas sagt man nicht!"

Das ist meine Erklärung dafür, weshalb diesbez. so viele Vorurteile nicht nur herumgeistern, sondern auch ungehemmt geäussert werden. Weil man sie eben ungestraft äussern darf.

Wie bei allen Klischees und Stereotypen ist es wohl so, dass in Einzelfällen etwas dran sein mag, dass aber eine Verallgemeinerung nicht möglich und darum auch "daneben" ist. Und wie üblich in solchen Fällen frage ich einfach zurück: Kann mir jemand eine seriöse wissenschaftliche Studie nennen, die einen Kausalzusammenhang zwischen Einzelkindern und spezifischen Verhaltensweisen in Partnerschaften belegt oder wenigstens nahelegt? – Eben!

Die Frage der kausalen Verkettung wird hier halt gern übergangen. Wenn sich ein Einzelkind egoistisch verhält, heisst es: "Typisch Einzelkind!" Wenn sich ein Geschwisterkind genau gleich verhält, sagt aber niemand: "Typisch Geschwisterkind!"

So viele Partnerschaften kann ein einzelner Mensch in einem einzigen Leben gar nicht führen, dass man genügend "Anschauungsmaterial" sammeln könnte, um daraus eine entsprechende Verallgemeinerung à la "Einzelkinder verhalten sich in Partnerschaften grundsätzlich so und so" abzuleiten.

(Ganz geil finde ich auch immer Urteile von Geschwisterkindern über Einzelkinder, wo sich dann bei genauerem Nachfragen herausstellt, dass Monsieur oder Mademoiselle Geschwisterkind genau 1 Geschwister hat, das zwölf Jahre oder so älter oder jünger ist. Ja ja, mega Grossfamilie, und gaaanz was anderes als böses Einzelkind, so was... :-O)
 
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Gast

  • #12
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung glaube ich, dass Einzelkinder sehr viel weniger egoistisch und unfair sind als andere. Denn sie mussten sich als Kinder nicht gegen Geschwister durchsetzen und haben nicht gelernt, ihre Ellbogen einzusetzen und andere auszutricksen.
Meistens sind sie auch reifer und intelligenter, da sie sich als Kinder immer nur an älteren Personen orientiert haben.
 
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  • #13
Ich kenne nicht einen einzigen Nachteil an Einzelkind-Männern.
Mein Ex ist Italiener, gluckte ständig nur mit der Familie rum, während ich mich nie daran gewöhnen konnte. Ich war damit total überfordert.
Dann doch lieber ein Mann mit wenig Family, oder wenig Kontakt zu seinen Geschwistern.

Die angenehmsten waren für mich die Einzel-Männer. Da funken weniger Leute dazwischen.
Bin aus fohgendem Grund nicht so familiär eingestellt:
Ich habe damals echte Machtkämpfe mit meinem Bruder gehabt. Er ist jünger, und ich war immer Schuld, wenn wir Zoff hatten. Bin ein richtiger Ellenbogen-Typ geworden.
Leider. Meine Eltern hetzen uns heute noch regelrecht gegeneinander auf.
Ich habe auch keinen Kontakt mehr zu ihm. Das ist alles richtig Sch**** gelaufen und hat mir mein Leben und die Art mit anderen unzugehen irgendwie versaut.
W45
 
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Gast

  • #14
Hier die FS:

vielen Dank für Eure interessanten Beiträge!

Gast #1: das ist ja wirklich lustig, dass man abgelehnt wird, weil die Eltern geschieden sind... ich lach mich schlapp! Ja, ich denke, das sind dann Leute, die nicht wirklich offen sind und lieber schnell aussortieren, als einen Menschen wirklich kennenzulernen.

Gast #2 kann ich jetzt weniger zustimmen. Zumindest aus meiner Erfahrung kann ich da gar nicht zustimmen, was die Teamfähigkeit angeht. Ich muss allerdings zustimmen, dass es sicher oft so ist, dass man als Einzelkind etwas verwöhnter ist und dadurch gewöhnt ist, viel zu bekommen, also zu "nehmen". Das ist aber nicht nur bei manchen Einzelkindern so. Ich denke, es ist auch oft so bei Nesthäkchen, vor allem, wenn diese viel jünger sind als die älteren Geschwister. Aber da hast Du vielleicht schon recht, am "Geben" in einer Beziehung muss ich sicher auch noch arbeiten.

Zum Thema Bindung an die Eltern: ich denke, dass vor allem die Bindung der Eltern /Mutter an das Einzelkind in manchen Fällen zu eng und zu fordernd ist, zumindest in meiner Familie war das immer ein grosses Problem. Daher habe ich auch sehr gute Freundschaften und kaum noch Bindungen zu meiner Familie, da dies erdrückend für mich war.

Zum Gast von heute 8.42h und Gast heute 16.48H:
Dem kann ich voll zustimmen. Ich habe erst mit Ü30 angefangen, zu lernen, mich durchzusetzen. Ich habe es definitiv nie gelernt bis dahin. Eine Ellenbogenmentalität ist mir völlig fremd. Oftmals bin ich dadurch wohl recht gutmütig, habe aber aufgrund einiger Erlebnisse und Konflikte dazugelernt und an Durchsetzungsfähigkeit gewonnen. Aber es ist immer eine Überwindung, es erscheint mir immer noch wesensfremd.

Mir sind diese Vorurteile im Real Life übrigens nie begegnet, ausser, dass ich als Kind immer beneidet wurde. Ich dagegen habe alle Kinder mit Geschwistern beneidet und allen gesagt, dass das Einzelkindschicksal wirklich nicht immer lustig ist. Und mich deshalb immer lieber in grössen Familien meiner Freunde aufgehalten.

Mir fiel nur hier im Forum schonmal auf, dass es scheinbar Vorbehalte gibt.

Und an Peter123: ich glaube, das könnte auch mit Neid und/oder Missgunst zusammenhängen, wer weiss... auf den Einzelkindern kann man ja mal rumhacken ;-).

Meine guten Freundschaften sind übrigens mit einer Einzelkindfrau, und ansonsten fast nur zu Nästhäkchen der Familie! Mit denen scheine ich besonders gut auszukommen :).