• #61
Ja, ich bin auch nicht hirntot beim Sex, das war nicht gemeint. Dass man dem anderen dabei guttun will, steht doch außer Frage. Bei einem ONS, so ich jemals einen hätte, würde ich mich das alles aber nicht fragen, was Du geschrieben hast, sondern einfach nur Triebabfuhr betreiben, und weil ich davon ausginge, dass der Mann das auch wollte, würde ich sagen, dass man sich einander eben so guttut. Was Du beschreibst, wäre in meinen Augen eher was für eine Beziehung oder insbesondere Sexaffäre, dass man sich viele Gedanken darum macht, wie man das Sexleben spannend gestalten kann und natürlich dem anderen den schönsten Sex schenken kann.

Ich meinte mit "Kopfausschalten" eher, dass man die Kontrolle abgeben kann. loslassen kann. Dh. unter anderem, nicht zu zweifeln, ob man erotisch ist, nicht drüber nachdenken zu müssen, ob man falsch anfasst, sondern instinktiv richtig handeln kann. Das ist was Grundlegendes, also bei Beziehungs- und Affärensex wichtig, aber auch Grundvoraussetzung dafür, dass man einen ONS schön finden kann.
 
  • #62
Kopf ausschalten beim Sex, habe ich mir in meiner letzten sehr leidenschaftlichen Beziehung abgewöhnt. Es ist Quatsch! Wer gut im Bett sein möchte, sollte hochkonzentriert und präsent sein. Wo küsse ich ihn als nächstes? Wie streichle ich ihn wo und wie? Was ziehe ich jetzt aus? Wo fasse ich als nächstes hin? Wie kann ich ihn überraschen? Hab' ich was vergessen, wonach er wild ist? Was mache ich diesmal neues? Wie posiere ich erotisch? Wie zeige ich mich? Was flüstere ich ihm ins Ohr? Mein Kopf arbeitet dabei auf Hochtouren! Und zugleich spüre ich hin, was er mit mir macht. Die Hausaufgaben muss man schon als Frau machen. Sonst wird's langweilig nach meiner Erfahrung.
Gott, Elfe, man kann auch übertreiben. Beim guten Sex denke ich definitiv nicht, würde man mich irgendwas fragen, würde ich nur irgendeinen Zeug lallen. Einmal konnte ich nicht mal reden, weil ich erstens nicht aufnahmefähig war, zweitens nicht denkfähig. Ich habe irgendwo gelesen, wenn man im Bett gute Gespräche führt und lacht, läuft irgendwas schief. Das kann ich bestätigen - davor vielleicht, danach sehr selten, weil ich noch im Flow bin, währenddessen - keine Chance, da bin ich definitiv im Gefühl und nicht im Kopf. Im Kopf war ich teilweise, wenn Mann nicht geschafft hat, mich "wegzubeamen".
 
  • #63
dann ist es ein statisches Abarbeiten und hat wenig mit einem intimen Dialog zu tun. Kontrollierter Sex lässt keinen Raum für Fantasie und Kreativität, für Gefühle erst recht nicht

Tja, Aktivität im Bett hat nichts aber auch gar nichts mit Kontrolle oder Unkreativität oder "Abarbeiten" zu tun. Es erfordert einen wachen Geist und kein Abschalten aller Gehirnregionen!


Instinktiv handeln ist schön und gut. Das mache ich auch. Aber ich merke mir natürlich, was er besonders gerne mag und wo und wie! Wenn ich unkonzentriert bin, vergesse ich da schon mal was. In meinen jungen Jahren habe ich mich einfach fallen lassen und nur hingespürt. Ich denke für den Partner war der Sex weniger befriedigend und deutlich langweiliger! Denn hinspüren alleine oder instinktiv handeln, ist ja nur mäßig aufregend und hot für den Partner. Sex spricht alle Ebenen an, Körper, Geist und Psyche. Ist komplexer und herausfordernder als Geschirrspülen. Wenn ich mich da fallen lasse, zerbricht eben schon mal ein Glas oder das Besteck ist nicht sauber. Für mich ist es ein Geben und Nehmen. Ein sich-fallen-lassen ist mir viel zu passiv. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht genießen kann. Multi-tasking ist gefragt. Mit sich-fallen-lassen kann ich heute nichts mehr anfangen. Das ist schlechter eintöniger Sex für mich. Als Paar ist man einfach eingespielt.
 
  • #64
Sich fallenlassen können, beinhaltet die Fähigkeit, sich der Liebe hingeben zu können, ohne ein Programm abzuspulen.
Damit stimme ich völlig überein, auch, wenn ich dies nur
einmal im meinem Leben derart geniessen durfte.
Dies funktionierte natürlich nicht sofort.
Mit meinem Ex verlief das erste Mal ziemlich holprig, da wir beide derart heiss aufeinander und supernervös waren.
Von mal zu mal wurde es besser und resultierte in einem reinen Interagieren - ohne Nachzudenken - ein intuitives Erfassen der jeweiligen Schlüsselreize des anderen. Ob nun ganz sanft und langsam oder wirklich heftig animalisch. Ein perfektes Zusammenspiel, perfekte Wechsel zwischen dem aktiven und dem passiven Part. Ein Rausch, wie niemals zuvor - ein wirkliches mich fallenlassen - gleichzeitig mich und ihn spüren - als die ultimative Einheit. (Ich bin immer noch sicher, er empfand es genauso.) Bisweilen die "Kampfspuren" erst am folgenden Tag bemerkt ... Mein Hals völlig zerbissen - sein Rücken markiert mit den Spuren meiner Nägel ...
Unvergleichlich und etwas, dass bei mir nur funktionierte, weil ich mich meinem Partner voll und ganz in Liebe und Vertrauen verbunden fühlte.

Mein Problem ist nicht Beziehung, Frauen oder Sex zu bekommen, sondern, dass ich unzufrieden über Haken und Ösen nachdenke.

Sorry - meine erste spontane Assoziation dazu war eine beeindruckende Filmszene - "Last Samurai" und das Zitat daraus "nicht immer denken".
Du denkst, du interpretierst (geprägt von deinen Erfahrungen) - suchst so lange das sprichwörtliche "Haar in der Suppe" bis du gefunden hast, an welchen Stellen es "haken" könnte ?
Mit dieser Vorgehensweise blockierst du jegliche Möglichkeit von vornherein.
Zugegeben - mein dazu absolut konträres "Vorgehen" - völlig naiv, mit zu viel Vertrauensvorschuss und Blindheit gesegnet - erwies sich als ebenfalls nicht gesund.
So bös ich damit auch auf dem harten Boden der Tatsachen aufschlug, dennoch sehe ich jetzt nicht in jedem Mann einen, der sich als egomanischer Choleriker entpuppen könnte.
(Da ich für mich ausgeschlossen habe, jemanden jemals wieder nahe an mich heranzulassen - kann ich natürlich bestens theoretisieren ... )
 
  • #65

"Sich fallen lassen" wäre schon einen eigenen Thread wert.

Guter Sex dauert doch länger als ein "weggebeamt" sein anhält oder ein weiteres "weggebeamt" startet. Dazwischen kann man auch schon einmal ein Wort wechseln.

@Elfe11 beschreibt, wie immer malerisch übertreibend (großes Elfen Kino), dass was oft der Mann, seltener die Frau (siehe auch @D-RAN s letzten Thread) übernimmt. Sie "beamt" ihren Partner ins "fallen lassen".

Das beide sich gleichzeitig gegenseitig "wegbeamen" oder "fallen lassen" können halte ich für unwahrscheinlich. Idealerweise kümmert sich einer um den anderen wenn man will, dass sich beide einmal "fallen lassen" können. Aber nacheinander und nicht gleichzeitig.

Ein Orgasmus ist aber auch ohne "fallen lassen" möglich.

Was genau @Tom26 mit durchs Bett toben meint ist mir unklar. Ich bekomme da ein Kopfkino in Richtung "Hochgeschwindigkeits-Rubeln" plus Geschrei. Aber wahrscheinlich liege ich da falsch.
 
  • #66
Ein sich-fallen-lassen ist mir viel zu passiv.
Es geht ums INNERLICHE, nicht um schlaff rumliegen und passiv sein.
Aber ich merke mir natürlich, was er besonders gerne mag und wo und wie!
Warum ist das ein Satz mit "aber" auf das Zitat? Natürlich merkt man sich sowas, ich hab sowas auch nie vergessen. Wenn ich mehrere Liebhaber gleichzeitig hätte, könnte sowas passieren. Aber hatte ich nicht und werde ich wohl auch nicht haben.
In meinen jungen Jahren habe ich mich einfach fallen lassen und nur hingespürt. Ich denke für den Partner war der Sex weniger befriedigend und deutlich langweiliger!
Musst Du beurteilen, aber ich denke, wenn die Frau richtig abgeht beim Sex, macht das auch den Mann sehr an (wenn er nicht einen Fetisch hat, der totes Rumliegen verlangt, oder so einer mit Machtkomplexen ist, der sich dabei vorstellt, die Frau zu vergewaltigen). Wenn man länger zusammen ist, ist vielleicht das Nachdenken darüber, wie man sein Sexleben noch anders gestalten kann, nicht falsch.
Ist komplexer und herausfordernder als Geschirrspülen. Wenn ich mich da fallen lasse
Ich habe den Eindruck, Du verwechselst das "Fallenlassen" damit, irgendwas fahrig und unaufmerksam zu tun oder unvorsichtig, weil man einem gerade nach Übermütigsein ist. Und mit Passivsein. Das ist alles nicht das, was ich meine.
Ich versuch es mal so zu erklären:
Fallenlassen ist so ähnlich wie beim Essen genießen zu können, statt drüber nachzudenken, wieviel Kalorien man sich gerade zuführt, wo sich der zu Körperfett umgebaute Zucker ablagern wird, ob man sich heute genug bewegt hat für diese Kalorienzufuhr, ob man sich gerade einen Krebserzeuger zuführt, ob man als Kalorienausgleich nun morgen dafür nur Kohlrabi essen kann usw..
Wenn man darüber nachdenken will, dann muss man das vorher tun, aber nicht, wenn man es auf dem Teller hat und isst. Sonst geht der Genuss flöten (UND man hat auch noch die Kalorien gegessen, also sowas wie ne Lose-Lose-Situation).
 
  • #67
Ich würde gerne wissen, was deine Beweggründe bei deiner Auswahl waren. Es mag sein, dass ich falsch liege aber ich habe das Gefühl dass du in deinem Leben sehr Angstgesteuert handelst. Als ob du auf einer ewigen Flucht bist. Angst ist an sich nichts schlimmes und schützt auch aber ich würde Angst nicht als Leitlinie nehmen. Denn Angst verhindert uns weiterzukommen und es verhindert uns zu wachsen. Ich schreibe es, weil ich seit Jahren auch in dieser Angststarre bin. Ich weiß, wovon ich spreche. Es gab auch Momente in meinem Leben, wo ich nicht Angstgesteuert war und da war ich immer verliebt und die waren die glücklichste Momente in meinem Leben und da ich dieses Gefühl kenne, bin ich absolut nicht empfänglich für Affäre, ONS und ähnliches. Es mag sein, dass viele in Affären die Freiheit sehen. Ich dagegen war ich immer wirklich frei, als ich jemanden in meinem Leben geliebt habe. Es waren Momente, wo ich dachte, ich mache es, koste was es wolle und nehme die Verantwortung dafür. Es waren die Momente, wo ich keine Angst gespürt habe. Dieses Gefühl wünsche ich dir auch.
 
  • #68
Ich würde gerne wissen, was deine Beweggründe bei deiner Auswahl waren.

Meinst du mich?

Die Thread-Fragestellung ist zunächst unabhängig von meinen direkten Erfahrungen. Ich wurde nie betrogen und habe nie selbst doppel gespielt. Trotzdem empfinde ich promiskes Verhalten insbesondere im Zusammenhang mit Täuschung, Lüge und strategischen Verschweigen als für mich inakzeptabel.

Es wird an meiner Kindheit liegen, dass ich mir Beziehung (dazu gehören für mich auch Affären usw) als eine Art heile Welt vorstelle. Parallel dazu habe ich eine Art Kreuzzugsgedanken entwickelt der sich gegen das richtet was diese heile Welt stört. Dazu passt auch, dass ich beschädigte Menschen nicht ohne Eigennutz retten will.

Z.B. Frauen die insgesamt schlechte Erfahrungen mit promisken Strukturen gemacht. Das stärkt das Ego. Das Problem dabei ist, dass diese Frauen zwecks Beziehungsvermeidung sich immer wieder solche Partner selbst gesucht haben. Ich passe da nicht zu. Ergo es kommt zum Drama.

@Aries hat zu Recht darauf hingewiesen, dass ich mir diese Dramen selbst konstruiere, weil ich suche mir ja genau diese Frauen aus. Daher bin ich selbst ein Beziehungsvermeider (?)

@realwoman hat meine Aktivitäten als herum experimentieren nach langer Ehe bezeichnet. Da muss man halt probieren bis es passt.

Meine lange Ehe war nicht unwesentlich durch schwierige lange Krankheiten und andere ungute Dinge geprägt. Insgesamt ein Drama. Dem wollte ich entfliehen. Jetzt reproduziere ich die Zustände meiner Ehe bedingt wieder selbst. Wahrscheinlich weil das Bekannte Sicherheit gibt.

Hier kann man, wenn es die Moderation durchlässt, ohne echte Konsequenzen viel schreiben, analysieren und spekulieren. Draußen wäre das mit Konsequenzen verbunden. Daher lasse ich es hier heraus.
 
  • #69
Sich fallen lassen" wäre schon einen eigenen Thread wert.

Guter Sex dauert doch länger als ein "weggebeamt" sein anhält oder ein weiteres "weggebeamt" startet. Dazwischen kann man auch schon einmal ein Wort wechseln.
Lies den ersten Teil von Malificent's Post, dann weiss du, was ich meine. Ich habe das Gefühl, dass viele, dich inklusive, noch nie im Leben sich fallen lassen haben und gar nicht wissen, wie das ist überhaupt. Nimm ein Glas Wein in den Mund und schmecke es. Du bleibst dabei ja nicht passiv. Deine Zunge bewegt sich und deine Gesichtsmuskeln lassen den Mund zu. Du nimmst den Geschmack und den Geruch des Weins wahr, du hast dabei bestimmte Assoziationen. Du giesst dir noch ein Glas, wenn der Wein schmeckt. Aber das alles machst du automatisch, du denkst ja nicht über die Abläufe nach, aber andererseits bist du ja nicht komatös und lässt dir Wein eingiessen. So ist das auch mit dem Sex. Du nimmst Geruch einer Frau wahr, du spürst ihre Haut, du küsst ihre Brust. Du bist aktiv, aber aktiv im Fühlen. Wenn du nachdenkst, was und wie du machen musst, ob du einen hoch bekommst oder was die Frau von dir denkt, dann bist du nicht im Fühlen - entweder bist du nicht genug erregt oder du hast kein Vertrauen zu der Frau.
 
  • #70
Dazu passt auch, dass ich beschädigte Menschen nicht ohne Eigennutz retten will.

Wie bitte passt dies zu den Posts, die du Menschen schreibst, die sich auf für sie "schädliche" Partner eingelassen haben ?
Du warnst jeden davor, sich in toxische Beziehungen zu begeben, betonst, dass niemand ("Helfersynrom") in der Lage ist, "beschädigte" Menschen zu heilen oder wenigstens insoweit zu beeinflussen, dass eine normale Beziehung entstehen kann.
Anderen die Ratschläge zu geben, die man sich selbst geben sollte ... ist selbstverständlich - immer einfacher.
Du möchtest eine Frau "bekehren", die in ihrem Vorleben mehrere Männer brauchte, um all ihre Bedürfnisse zu erfüllen ? Damit du dir auf die "Schulter klopfen kannst" weil du derjenige welche bist, der ihr Weltbild völlig auf den Kopf stellt - du all ihre Wünsche befriedigst - du somit -zig Männer in den Schatten stellst ?
Dagegen bin ich ja noch "harmlos" in meinen Ansprüchen.
So sehr ich auch die einzige, ulitmative Frau für meinen Partner sein wollte - diese Vorstellung basierte nie auf einem Konkurrenzdenken seinen vorherigen oder anderen Frauen gegenüber.
Mein einziger Wunsch war, meinem Partner zu zeigen, dass er ein so wertvoller Mensch ist, dass er sich so annehmen darf, wie er ist, dass er es nicht nötig hat, nach aussen hin zu protzen und zu prahlen - um immer gut dazustehen - dass seine ganze innerlich ewig schwelende Wut nur aus seinen zutiefst verletzten Gefühlen heraus resultiert - mit der Bitte, sich dem zu stellen, um verarbeiten und Frieden schliessen zu können - mit seiner Vergangenheit, mit sich selbst, mit der Welt um ihn herum.
(Nein - in dieser direkten Form wagte ich es nie auszusprechen ... leider !)
Um ein Bestätigung für mich selbst ging es mir dabei nie - mein "Eigennutz" - einfach mit ihm dauerhaft glücklich zu sein, auf einer realistischen, normalen Basis.
 
  • #72
Mein einziger Wunsch war, meinem Partner zu zeigen, dass er ein so wertvoller Mensch ist ...
Das kann ihm ja niemand von außen schenken, Selbstliebe und Selbstwertgefühl. Ich glaube, das ist genau dieses Therapierenwollen, ohne dass Du es ja ausgesprochen hast, und durch dieses "ich schaffe, dass du dich entdeckst" für ihn einzigartig werden wollen. Sich Liebe erarbeiten, indem man dem anderen hilft, psychisch heil zu werden, da dadurch gefühlsmäßige Nähe entsteht und man drauf hofft, dass der Geheilte sich auf ewig verbunden fühlt. Ich will es Dir nicht unterstellen, es war auch sicher viel komplexer in eurer Beziehung. Es klingt für mich nur so an, wenn ich diese Gedanken einzeln in Deinem Beitrag lese.
Man kriegt am Ende aber eher keinen Dank, sondern war nur das Hilfsmittel für den anderen, stark zu werden. Denn BEIDE kreisten nur um SEIN Problem, die seelische Heilung. Eine Sonne, die Angst zu strahlen hat, und ihr Satellit, der sie dazu bringen will und denkt, er wird am Ende selbst als Sonne gesehen.
Wenn er dann stark ist, braucht er denjenigen, der ihn schwach gesehen hat, aber nicht mehr.
Wie gesagt, vielleicht ist es nur Deine Wortwahl, die so auf mich wirkt, und eigentlich war es nicht so bei euch. Dieses "ich will meinem Partner den Weg zeigen, dass er seine Probleme bearbeiten kann ..." ist für mich ein Warnsignal. Ich meine damit nicht, dass sowas nicht in Beziehungen vorkommt, dass sich zwei in Liebe gegenseitig heilen und dann vielleicht aber auch von selbst der Beziehung entwachsen. Aber das passiert nicht bewusst gewählt als "Mission", so als wäre man selbst schon dort, wohin man den Partner bringen will. Ich denke, meist ist es nur das projizierte eigene Problem, das man im anderen heilen will in der Hoffnung, dass man dadurch selbst Heilung erfährt.

Dazu gehört mE dann wirklich eine Partnerschaft , mit Liebe und tiefem Vertrauen.
Ich würde das nicht daran festmachen, aber da ist wohl jeder individuell. Ich hab mal einen Mann sehr oberflächlich gekannt, da war so eine dermaßen starke sexuelle Spannung, als ob jeder genau wusste, was der andere Körper will. Sex hatte ich nicht mit ihm, als Partner hätte ich ihn auch nicht gewollt. Ich hab noch lange drüber nachgedacht, ob mir jemals wieder so jemand begegnen wird.
 
  • #73
Dazu passt auch, dass ich beschädigte Menschen nicht ohne Eigennutz retten will.
Wie kann ich diesen Satz verstehen? Bedeutet es Klartext, dass du dir aktiv Frauen mit promiskuitiver Vergangenheit suchst und sie "rettest" in der Hoffnung dass du ein sehr gutes Sexleben mit ihnen hast? Welcher Eigennutz sollen diese Beziehungen sonst mit sich bringen? Du erzählst hier regelmäßig nur von Dramen.
Und was bedeutet retten? Vielleicht will die Frau gar nicht gerettet werden und findet ihr Leben ganz gut so wie es ist.
Du handelst und verhandelst, es ist alles Kalkül und Berechnung und so kommt man in einer Beziehung m. E. nicht weiter. Du siehst doch selbst, dass deine Berechnung nicht aufgeht. Suche dir eine andere Strategie. Suche dir Menschen, die dir seelisch und intellektuell ähnlich sind und versuche es ohne Kalkül. Dann wird es klappen.
 
  • #74
Ich möchte dem @Ejscheff sein Kopfkino nicht zerstören - daher bestätige ich ihn hierin, dass einige Quickies dabei waren und sind. Durchs Bett toben heisst allerdings eher, dass ein Bett stabil sein muss. Sonst kracht es zusammen - auch schon passiert. (Womit ich hoffentlich zur allgemeinen Erheiterung beigetragen haben dürfte)
@void - natürlich mit Genuss. Dennoch konzentriert bei der Sache - denn sonst weiss ich ja nicht, was ich gerade will, sehe nicht, was ihr gerade gefällt oder dass sie gerade eine Idee hat, die sie gerne umsetzen möchte ....
Dabei ist aber nichts langweiliger als eine Frau, die gedanklich immer schon Schritte weiter ist und daher im Jetzt eher dilettiert. Und nein, erotisch ist nicht, wenn sie beim Sex posiert oder nur macht, was mir gefallen könnte. Und posieren darf sie gerne - vor dem Sex.
Der Vergleich mit dem Wein gefällt mir - allerdings würde ich gerne mal sehen, wie @realwoman bei der Weinverkostung angeschaut wird, wenn sie gleich das gesamte Glas samt Wein im Mund hat. Und genau um die Gesamtheit des Weines in mir wirken zu lassen benötige ich den Kopf. Der muss verarbeiten, was mir Geschmack und Geruchssinn melden. Nein, ich bin kein Weinkenner - ich unterscheide nur in "schmeckt mir" - oder eben nicht.

Der ganz grosse Vorteil beim ONS ist, dass ich genau das machen kann was ich will. Rücksichten muss ich keine nehmen .... im legalen Rahmen. Das ist mit der Freundin anders. Ein weiterer Vorteil ist die Erweiterung der sexuellen Bandbreite .....eben durch mehrere Frauen im Laufe der Zeit.
 
  • #75
Das geht hervorragend.
Wem die Passung stimmt, und man zusammen die gleiche Melodie spielt.

Dazu gehört mE dann wirklich eine Partnerschaft , mit Liebe und tiefem Vertrauen.

M, 54

Liest sich traumhaft. Genau wie Seelenverwandtschaft, die in der Realität nur eine Projektion bzw. Illusion ist.

Wenn es das tatsächlich gibt, dann ist es wahrscheinlich ähnlich wie ein photografisches Gedächtnis ein ererbtes Geschenk und keine Folge von Konditionierung oder trainierbar.

Ich habe in der Tat ein Problem an das permanente Paradies zu glauben und finde bei Menschen die davon reden, dass sie in beständiger Glückseligkeit schweben garantiert ein reales Haar in der Suppe.

Gerade das Motiv von Menschen therapeutische Berufe zu ergreifen beruht meist auf so einem Haar.

Aber letztlich ist es einfach nur eine Kompensation meiner Defizite, dass ich 120 % glückliche Menschen mathematisch oder anders nachweisen will, dass es kein 120 % Glück gibt. Kinder sind oft glücklicher als Erwachsene. Daher werden vielleicht einige Menschen nie verbindlich, sie sind glücklicher wenn sie partiell kindlich bleiben.

Anderen die Ratschläge zu geben, die man sich selbst geben sollte ... ist selbstverständlich - immer einfacher.

So ist es. Es entwertet die Ratschläge aber nicht. Letztlich wer hier nachfragt bekommt Antworten.

Beim Helfersyndrom geht es nicht darum jemanden zu bekehren. Hier Ratschläge zu geben ist auch kein Ausdruck eines Helfersyndroms.

Es ist eher so wenn ein Mensch dir erzählt, dass er in Krisen immer allein gelassen wurde, dann willst du ihm Beistand in künftigen Krisen bieten. Du freust dich, dass du gebraucht wirst. Er soll nicht mehr allein sein. Dabei geht es zunächst nicht darum warum er denn in Krisen alleingelassen wurde.

Über Konflikte mit diesem Menschen kommt man dann später vielleicht darauf warum dieser Mensch in Krisen allein wahr. Vielleicht lag es an ihm selbst.

Es ist vergebliche Mühsam im das Verhalten abgewöhnen zu wollen was dazu führte, dass er in Krisen allein war. Es ist sinnvoller sich selbst gegen dieses Verhalten abzugrenzen. Vielleicht ist dieser Mensch dann in der nächsten Krise wieder allein.
 
  • #76
lerdings würde ich gerne mal sehen, wie @realwoman bei der Weinverkostung angeschaut wird, wenn sie gleich das gesamte Glas samt Wein im Mund hat
Ausgesprochen appetitlich, lieber Tom. Wer mir zusehen darf, der bekommt immer Lust auf mehr, dürfte ich mir anhören. Ich besitze eine Gabe, im Moment zu sein, so das sogar Geschirrspülen bei mir so aussieht, als ob ich Spass habe. Das dürfte ich auch hören. So tolpatschig bin ich wiederum nicht, dass ich ein Glas verschlucke, allerdings hätte ich es danach mit genauso grossem Appetit verspeist, wäre es essbar.
 
  • #77
Wie kann ich diesen Satz verstehen? Bedeutet es Klartext, dass du dir aktiv Frauen mit promiskuitiver Vergangenheit suchst und sie "rettest" in der Hoffnung dass du ein sehr gutes Sexleben mit ihnen hast? Welcher Eigennutz sollen diese Beziehungen sonst mit sich bringen? Du erzählst hier regelmäßig nur von Dramen.
Und was bedeutet retten? Vielleicht will die Frau gar nicht gerettet werden und findet ihr Leben ganz gut so wie es ist.
Du handelst und verhandelst, es ist alles Kalkül und Berechnung und so kommt man in einer Beziehung m. E. nicht weiter. Du siehst doch selbst, dass deine Berechnung nicht aufgeht. Suche dir eine andere Strategie. Suche dir Menschen, die dir seelisch und intellektuell ähnlich sind und versuche es ohne Kalkül. Dann wird es klappen.

Nein. Ich suche Frauen die mir nach normalen Maßstäben attraktiv erscheinen und die offen für eine Beziehung sind. Wichtig sind kompatible Interessen und Werte.

Promisk ist relativ. Für einige sind das schon 10 Sexpartner in 10 Jahren. Für andere deutlich mehr. Mit 28 Jahren real monogamer Beziehung dürfte ich deutlich weniger Sexualpartner gehabt haben als viele andere hier.

Sex ist nicht der Lohn den ich mir verspreche. Wertschätzung und Zuneigung sind es. Dies schließt Sex aber mit ein.

Die gegenseitige Auswahl läuft in nicht unwesentlichen Umfang intuitiv (Bauchgefühl!). Blöderweise ziehen sich Menschen mit problematischer Konditionierung gegenseitig an (daraus ergeben sich zum Teil problematische Beuteschema oder nicht toxische bzw. erwachsene Menschen sind einem langweilig, nicht mir aber dem einen oder anderen hier). Insoweit habe ich mir Menschen gesucht die bedingt seelisch (bzw. meiner Konditionierung) passen.

Wenn man weiß in welche Fallen man tappt sollte man doch lieber nach denken aber auch das kann man übertreiben.
 
  • #78
Das sollte ja auch von mir nicht ausgeschlossen werden. Ich hab es in den Folgeposts versucht zu erklären. Ich schreib es einfach nochmal: Mit Kopfausschalten ist nicht gemeint, hirntot zu sein, sondern das Genusszentrum allein walten zu lassen ohne die Zonen im Gehirn, die sich damit befassen, wie man gerade wirkt, ob man gerade doof aussieht, ob man noch was einkaufen muss, ob der Leberfleck des Sexpartners komisch aussieht, ob seine Haare so verwuschelt sind, dass er total lustig aussieht, ganz zu schweigen von schlimmeren Dingen wie Erinnerungen an Unangenehmes, das unverarbeitet ist, und das hochkommt und sich beimischt.
Und ja, zum Genusszentrumwaltenlassen gehört auch, auf Signale des anderen noch achten zu können.
Ich hätte echt nicht gedacht, dass das die Begriffe "Sich-Fallenlassen" und "Beim-Sex-den-Kopf-Ausschalten" soviel Missverständnisse beinhalten.
 
  • #79
Und ja, zum Genusszentrumwaltenlassen gehört auch, auf Signale des anderen noch achten zu können.
Ich hätte echt nicht gedacht, dass das die Begriffe "Sich-Fallenlassen" und "Beim-Sex-den-Kopf-Ausschalten" soviel Missverständnisse beinhalten.

Nun wenn das "sich fallen lassen" ist, dann können das @Tom26 und ich auch. Dann funktioniert auch ein gleichzeitiges "fallen lassen".

Dazu gehört mE dann wirklich eine Partnerschaft , mit Liebe und tiefem Vertrauen.

Dann übertreibt @Aries aber mit seinen Voraussetzungen für ein gemeinsames "sich fallen lassen".

Oder bin ich jetzt auch wieder auf dem falschen Pferd unterwegs @void ?
 
  • #80
So ist es. Es entwertet die Ratschläge aber nicht. Letztlich wer hier nachfragt bekommt Antworten.

Ich weiss ...
Hätte mir eine Freundin von einer Beziehung erzählt, so, wie ich sie erlebte - wäre meine dringende Empfehlung gewesen : "Renn, so schnell und so weit du kannst !"
Allerdins nützen sämtliche Betrachtungen von Aussenstehenden nichts, solange "man" in seiner Schleife festhängt. Zu der Erkenntnis, dass man sich auf einem Weg befindet, der einem abolsut nicht gut tut, muss man letztendlich selbst gelangen.

Das "Helfersyndrom" bezog sich nicht auf deine Ratschläge hier im Forum ".
Vielmehr auf meine vergeblichen Anstrengungen meinem Partner gegenüber.
 
  • #81
Wie gesagt, vielleicht ist es nur Deine Wortwahl, die so auf mich wirkt, und eigentlich war es nicht so bei euch.

Es ist schwierig, dies nur per Text niederzulegen.
Komplexer - auf jeden Fall.
Ich musste mir seine Liebe nicht erarbeiten. Das Gefühl, ich wäre für ihn einzigartig, er genauso geflasht von mir wie ich von ihm, gab er mir von Anfang an. Beinah gleichzeitig sprachen wir den Satz - "Ich hätte nie gedacht, dass du mich überhaupt wahrnimmst, dich für mich interessierst, dass ich dich "bekommen" könnte."
(Dazu - zumindest mein Gefühl von "Seelenverwandtschaft" . )
(Kurze Zeit später blendete ich in meiner Blindheit bereits die ersten warnenden Hinweise aus : "Jetzt habe ich etwas schönes, wundervolles Neues" - heutzutage deute ich es eher als "ausgetauscht" , denn als grossartiges Kompliment)
Seine Problematiken offenbarten sich erst nach und nach - mittlerweile wusste ich auch um sein wohl sehr schwieriges Elternhaus. Sein Vater - ebenso ein Choleriker, konfliktscheu, dominant - der ihm sagte "Meine Frau wäre wegen dir - während sie dich gebar - beinah gestorben". Alleine dies !!! Derart grausam ... Seine Mutter "durfte" ich real kennenlernen
- eine alles andere als sympahtische Frau (belehrend, besserwisserisch, festgefahren in ihren Meinungen - seine Charakterzüge - von ihr übernommen ... ?)

Was machst du nun, wenn du in der Beziehung zu solch einem Menschen steckst ? Was machst du, wenn du in diesen Mann völlig vernarrt bist - ihn mehr (Jaa, danke !) als dich selbst liebst ? Was machst du, wenn du erkennen musst, dass dieser Mann immer mehr um sich beisst, je näher du ihm kommst ?

Ich wollte an ihm festhalten, ihn nicht - einfach so - aufgeben ... ihm zeigen, dass es auch anders geht ... nur deshalb, damit es zwischen uns "funktioniert".
Meine "zu weiche Art" wurde von ihm so oft kritisiert - dennoch komme ich an meine Ziele - ohne Menschen entwerten oder verletzen zu müssen.

Meine mentalen Schwierigkeiten sind gänzlich anders gelagert - allerdings setze ich mich damit auseinander, betreibe Ursachenforschung - so schmerzhaft dies bisweilen auch ist.
Nur so kann ich mich weiterentwickeln, dies hinter mir lassen, Frieden mit meinem inneren Kind schliessen.
 
  • #82
Gerade das Motiv von Menschen therapeutische Berufe zu ergreifen beruht meist auf so einem Haar.

Ejscheff, das ist exemplarisch für Dich.
Alles, was nicht so ist, wie in Deinem Erleben, jeder Mensch, der sich anders verhält, anders denkt, wird pathologisiert.

Meine Berufswahl, 2 Faktoren, meine Eltern sind beide kriegstraumatiert, als Kinder Dresden bzw. Berlin, dann Flucht in den Westen. Ein mir wichtiger väterlicher Freund war Psychotherapeut. Da lag es nahe. Eine Berufswahl, die ich nie bereut habe, er macht mich dankbar und demütig, manchmal ist es sehr harte Kost. Die Supervision nehme ich mir bewusst.
Ich hatte persönlich intensive Lernzeiten, Krisenzeiten, der Tod meiner Frau, anderes.
Ich bin aber Optimist, mag Menschen, mag mich selbst und mag das Leben mit der ganzen Fülle. Genieße es. Fühle mich wohl und zufrieden. Nehme nicht mehr alles als so wichtig, und bin ziemlich gelassen.

Traum? Irreal?
Nicht angeboren. Sondern erlernt, erfahren, erarbeitet. Es gibt vieles, was man bewusst gestalten kann.
Selbst und im Miteinander erlebt.

Für die Frage
1) Ich weiß was ich will, was mir gut tut. Ich liebe es mit einer Frau intim zu sein. Intim als alle Formen von Nähe. Ich liebe Sex.
Meine Partnerin ist mir sehr ähnlich , und wir haben sehr ähnliche Vorlieben.
2) Ich liebe diese Frau, finde sie umwerfend attraktiv und sexy. Ich kann ihr vertrauen, ich kann mich bei ihr fallen lassen. Ihr geht es spürbar analog.
3) Wir haben uns auch in diesem Bereich langsam entdeckt und kennen gelernt. Wir wissen voneinander die Stimmung, wisssen, was wann mehr reizt. Ob es gerade der Quickie ist oder langsam, ob leidenschaftlicher, oder zärtlicher.
4) wir erlauben uns beide egoistisch zu sein.

Daraus der Gleichklang, wobei das nicht impliziert, das jedes mal beide gleichzeitig einen Orgasmus bekommen.
Es gibt ja Varianten des Spieles, wo nur einer im Mittelpunkt steht.
Es muss auch nicht immer ein Orgasmus sein. Es ist kein Leistungssport.

Auch bei uns gibt es nicht jeden Tag perfekte Harmonie. Wir leben.
Für mich ist aber diese Partnerschaft ein sehr kostbares Geschenk, deswegen achte ich auf die entsprechende Pflege.

Ejscheff, Frage.
Magst Du Menschen?
Die Frauen mit denen Du umgehst, liebst Du spürbar nicht. Ob Du Dich liebst, wage ich anzuzweifeln.

@Tom26 s Leben ist der Gegenentwurf zu meinem.
Wir haben aber Grundlegendes gemeinsam.
Wir können genießen, wir mögen Frauen, und wir mögen Sex.
Wir sind beide zufrieden mit unserem Leben .
Wir haben beide die passende Partnerin an der Seite, leben beide unser Leben nach unseren Bedürfnissen.

Ein schönes Pfingstwochenende.

M, 54
 
  • #83
Ich habe mir überlegt, dass nicht-monogame Konstrukte eigentlich nur eine Aneinanderreihung von beliebigen Lückenfüllern sind, wo die betroffenen Personen sehr leicht Grenzen und Hemmschwellen bei anderen -die dafür empfänglich sind- einrennen. Hinzu kommt eine starke Gewöhnung daran und irgendwann kann nicht mehr anders.
Person mw hat zwei Sex"partner". Was hindert Person mw daran statt nur für Sex die bisherige Hauptperson auszutauschen mit der man zusammen wohnt? Konkreter: bisher wurde mit mw2 immer abends zusammengekocht, jetzt ist Person mw3 dafür interessanter und man hat fürs abendliche Kosten statt mw2 mw3. Sport wird am liebsten statt mit mw1 mit mw4 und mw5 gemacht. Urlaub mit mw3 gebucht.
Was bleibt ist die Aufteilung der Zeit auf verschiedene (ich finde beliebige) Menschen.

In einer normalen monogamen Beziehung hat man doch auch die Aufteilung oder besser gesagt Teilung der Zeit mit anderen Menschen. Auf Arbeit meist ohne Partner und in der Freizeit kommts drauf an, einige wollen getrennt was unternehmen, andere nur zusammen.
Es entfällt nur das Sexrumgebumse mit anderen, wo man zusätzlich noch seine Gesundheit durch übertragbare Krankheiten in Gefahr bringt wie Feigwarzen als Beispiel zu nennen, um nicht gleich mit dem HIV-Hammer zu kommen.
Das Ganze wird auch noch als bereichernd schöngeredet. Es funktioniert aber nur bei Personen, die für sowas offen sind. Ich frage mich, ob es nicht mal besser wäre anstatt für alles offen, mal für paar Sachen geschlossen zu bleiben.
 
  • #84
Ich habe in der Tat ein Problem an das permanente Paradies zu glauben und finde bei Menschen die davon reden, dass sie in beständiger Glückseligkeit schweben garantiert ein reales Haar in der Suppe.

Immerwährendes wandeln auf rosa Wölkchen - gänzlich entzückend - ebenso : "Durch unsere Liebe zueinander, läuft alles andere automatisch von allein".
Dieser romantisch verklärten Vorstellung war ich lange Zeit erlegen und oft enttäuscht, dass es eben nicht einfach so funktionierte.
In der wirklichen Welt gewinnt man so nicht den kleinsten Blumentopf.
Meine Mutter empfahl mir irgendwann das Buch :"Liebe mit offenen Augen" (Jorge Bucay).
Je mehr ich mich in die Lektüre vertiefte (wobei ich die recht alberne Hintergrundgeschichte überblätterte), desto klarer wurde mir, wenn überhaupt, gelingt eine Beziehung nur auf einer absolut realistischen Schiene.
Einer der Ansätze : alle Höhen und Tiefen bewusst anzunehmen, Konflikte nicht als Desaster zu empfinden - sondern eher als Herausforderungen und Chancen (Sich selbst und den anderen besser kennenzulernen, sich gemeinsam weiterzuentwickeln, somit immer mehr an Tiefe zu gewinnen, durch die gemeinsame Lösung zu erstarken usw.), veränderte vieles in meiner Denkweise.
Ähnlich einem Garten, der zwangsläufig von Unkraut überwuchert wird, wenn man ihn nicht regelmässig pflegt - kann eine Beziehung auch nur durch harte Arbeit beider daran aufrecht erhalten werden.
Jeder kennt diesen Satz - doch dieses zu verinnerlichen und wirklich zu praktizieren, scheint die hohe Kunst zu sein.
In stetem Kontakt mit sich selbst, mit seinen Bedürfnissen zu bleiben, sich ständig zu reflektierten - dies mit dem Partner zu kommunizieren - nur so entsteht eine wirkliche Basis.
Der eigentliche Knackpunkt ist wohl - es muss beidseitig und auf Augenhöhe erfolgen .
So toll dies alles auch - in der Theorie - klingt ... so sehr ich mir auch mittlerweile bewusst ist, dass niemand meine Gedanken und Gefühle erahnen kann - eine gewisse Emphatie setze ich immer noch voraus. Ich möchte niemandem sagen : "Ich brauche es jetzt, in den Arm genommen zu werden" - müsste ich dies erst einfordern, wäre das Gefühl von selbstverständlicher Geborgenheit nicht mehr vorhanden.
 
  • #85
Wenn man in der Beziehung steckt, kann man erstmal kaum was tun. Ich denke, man wäre gar nicht in dieses Problem gegangen, wenn man daran nichts zu tun hätte, also eine Lösung kann noch gar nicht da sein.
Das einzige, was geht, ist, es hinterher zu durchleuchten.
Ich wollte an ihm festhalten, ihn nicht - einfach so - aufgeben ... ihm zeigen, dass es auch anders geht ... nur deshalb, damit es zwischen uns "funktioniert".
Klar, ich weiß, was Du meinst. Das hier ist nach meiner Erfahrung wichtig:
(Kurze Zeit später blendete ich in meiner Blindheit bereits die ersten warnenden Hinweise aus : "Jetzt habe ich etwas schönes, wundervolles Neues" - heutzutage deute ich es eher als "ausgetauscht" , denn als grossartiges Kompliment)
Du hast es, als es gesagt wurde, ganz anders gedeutet, mehr mit ... ich hab jetzt kein anderes Wort, aber es ist nicht doof gemeint: Eitelkeit. Natürlich will man für den anderen einzigartig sein und natürlich nimmt man solche Aussagen als Kompliment, wenn man noch nicht weiß, dass sich so auch Gedanken verraten oder dass es gar nicht als Kompliment gemeint ist.

Jedenfalls ist es mE schon die eigene Überzeugung, dass man wirklich so super ist, wie man denkt, und der andere es sieht, wenn man sowas falsch und zu seinen Gunsten deutet. Wie gesagt, das ist nicht doof gemeint, ich hab sowas auch gemacht. Dass der andere von seinen eigenen Interessen spricht, statt dass er einem huldigen will, kann man nicht sehen. Vielleicht macht er sogar wirklich Komplimente, weil er genau weiß, dass man dadurch geneigt ist, sich geliebt zu fühlen, er Positives geben will und - das ist sein Eigennutz dahinter - er daraufhin hofft, dass man ihm auch seine Wünsche erfüllt.

Beinah gleichzeitig sprachen wir den Satz - "Ich hätte nie gedacht, dass du mich überhaupt wahrnimmst, dich für mich interessierst, dass ich dich "bekommen" könnte."
Hm. Das klingt für mich schon sehr nach Aufwertung durch den anderen. Er stand bei Dir auf einem Sockel, Du bei ihm. Keiner fühlte sich für den anderen würdig genug.

Ich denke, wenn sowas so tief ging, dauert es lange, bis man es verarbeitet hat. Eigentlich wäre es traumhaft, wenn es so weiterginge, wie es anfing. Ich denke, Du hast eine tiefe "Lebenslehre" dadurch zu bewältigen und er hätte auch die Chance dazu, statt in seinem destruktiven Zustand zu bleiben. Das gibt es ja auch noch, dass beide Erkenntnisse haben, die Beziehung noch mehr an Fundament hat als dieses zu bewältigende Problem und die Beziehung daher erhalten bleiben kann. Ich würde sagen, dann kommen sie einander seelisch noch näher und sind noch bedeutsamer füreinander als vorher.
 
  • #86
Ich teile tulayas Meinung aus dem ersten Beitrag. Polyamoröse oder offene Beziehungen sind ganz normale Beziehungen und meistens ehrlicher als ewig seriell monogame mit häufigem Betrügen und Fremdgehen und Lügen. Gutes Gelingen einer Partnerschaft hängt ab von Liebe und Kommunikation, unabhängig von der Anzahl der Beteiligten.
 
  • #87
Ich teile tulayas Meinung aus dem ersten Beitrag. Polyamoröse oder offene Beziehungen sind ganz normale Beziehungen und meistens ehrlicher als ewig seriell monogame mit häufigem Betrügen und Fremdgehen und Lügen. Gutes Gelingen einer Partnerschaft hängt ab von Liebe und Kommunikation, unabhängig von der Anzahl der Beteiligten.

Polyamor funktioniert ähnlich wie Sozialismus. Die Beteiligten müssen bereit und in der Lage sein Ressourcen wie Zeit, Geld und emotionale Zuwendung fair zu teilen. Im Zweifel müssen Beteiligte zurückstecken und verzichten können damit Konkurrenz und Kampf um diese Ressourcen vermieden wird.

In der Theorie ist Sozialismus die bestmögliche aller Welten die aber in der Praxis am Egoismus und Gier von Menschen scheitert. Dies entspricht auch meinen Bedenken ggü. gelebter Polyarmor.

Ein wichtiger Punkt bei Polyarmor aber auch bei Polygamie und offenen Beziehungen ist Ehrlichkeit und offene Kommunikation. Das scheint aber nicht wirklich Konsenz bei allen Protagonisten zu sein. Aber auch transparent kann so eine Haltung Probleme verursachen.

@Aries ich liebe meine Kinder und ich liebe jene die meine Hilfe benötigen.

Deine Eltern wurden vom letzten Krieg geprägt. Mein Vater kompensierte seine Kriegsteilnahme vielseitig. Eine Komponente war sein entspanntes Verhältnis zu ehelicher Treue und Familienressourcen. Fremdgehen kostet Zeit und Geld. Im Grunde war er aber diesbezüglich recht offen.

Bei einem Treffen mit Klassenkameraden habe ich mir von einem Klassenkameraden angehört, dass seine Frau in Psychotherapie ist weil sie mit seinem Lebensstil nicht klar kommt, bevor er direkt zum Fremdvögeln ging. Immerhin hat er niemanden angelogen.

Ich habe mir angeschaut wie eine Kollegin in offener Beziehung einiges Unheil im Betrieb mit anrichtete bis sie gegangen wurde.

Das sind ein paar Gründe aus denen heraus ich mir erlaube eine negative Haltung ggü. bestimmten Beziehungsformen einzunehmen, selbst wenn sie transparent sind, und dies hier entsprechend zu kommentieren.

Supervision sehe ich nur positiv. Nicht nur Psychotherapeuten sollten Supervision in Anspruch nehmen. Auch in anderen auf den Menschen fokussierenden Berufen wäre sie hilfreich.
 
  • #88
Eine Komponente war sein entspanntes Verhältnis zu ehelicher Treue und Familienressourcen. Fremdgehen kostet Zeit und Geld. Im Grunde war er aber diesbezüglich recht offen.
Naja, es ist schon eine gewisse Empathielosigkeit und Kälte nötig zum dauerhaften Fremdgehen und zur Polyamorie - ich kenne offene gelebte polyamore Beziehungen und offene Beziehung nur aus Berichten-da schreibt die Protagonistin z.B. dass sie wenn sie weiß, ihr Freund trifft sich mit der heißblütigen Spanierien zum Vögeln, sie sich für den Abend sich unbedingt verabreden muss, bloß nicht zuhause rumsitzen, da sonst nicht auszuhalten.
Deswegen ja "Diskretion".
In Kommunen offene Türen, keine Privatsphäre, denn das wäre reaktionär-bürgerlich. Zweierbeziehungen egoistisch.
Doch ist nicht auch offene Beziehung egoistisch? Ich will selber nicht auf sexuelle Vielfalt verzichten und mute meinem Partner daher seelische Qualen zu, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen.
Oder ich erreiche in der monogamen Beziehung eine Tiefe, die ich mit vielen Nebenbeziehungen nicht erreichen würde.
Ich finde das polyamoröse egoistsicher, denn ich kaufe mir ja zu, was mir gerade fehlt und instrumentalisiere andere Menschen, um Lücken zu stopfen.
 
  • #89
Egoismus ist eine Triebfeder menschlichen Handelns.
Auch in der Tierwelt ist der Egoismus das, was Überleben sichert. Ich muss nicht der Schnellste sein, es reicht, wenn ich nicht der Langsamste bin. Hauptsache, ein anderer wird gefressen .... bzw ich kann mir genug Nahrung verschaffen.
Sozialismus funktioniert deshalb nicht, weil keinerlei Anreiz für Leistung besteht. Ich habe nichts davon, wenn ich viel arbeite ....
Und die Dame wurde nicht wegen ihres einladenden Wesens geschasst - sondern weil sie ihren Job nicht konnte. Das passiert auch mit monogamen Menschen. Sogar öfter, denn sie sind weniger flexibel.
Familie ist auch keine Kommune - daher gibt es keine Familienressourcen. Ja, wer unzufrieden ist, versucht, den Mangel zu beseitigen. Ansonsten dürften Eheleute die ehelichen Pflichten auch nicht mehr verweigern .....
Das Leben ist nicht politisch korrekt - sondern hart und fordernd. Derjenige, der seine Ziele nicht erreicht, hat den Forderungen des Lebens nicht entsprochen.
Wir alle dürfen für uns entscheiden, was wir wollen und anstreben. Grenzen setzt uns unser Können, unsere Kraft, unsere Intelligenz.

Was spielerisch und einfach aussieht ist sehr oft Resultat von Lernen, Arbeit und Training. Der Erfolgreiche ist nicht der, der mit angelerntem Halbwissen, eingeschränktem Denken, nachgeplapperten Glaubenssätzen dem Zufriedenen erklärt, warum er gar nicht zufrieden sein dürfte.
 
  • #90
Bei einem Treffen mit Klassenkameraden habe ich mir von einem Klassenkameraden angehört, dass seine Frau in Psychotherapie ist weil sie mit seinem Lebensstil nicht klar kommt, bevor er direkt zum Fremdvögeln ging. Immerhin hat er niemanden angelogen.
Dann ist doch zu hoffen, dass der Psychotherapeut ihr nicht noch hilft, in dieser für sie schädlichen Beziehung zu verbleiben und es irgendwie auszuhalten, und ihre eigenen Wünsche nach einer glücklichen, exklusiven Beziehung aufzugeben.
Denn das Gebot des Egoismus gilt auch für sie:
Egoismus ist eine Triebfeder menschlichen Handelns.
Mit diesem Ehemann kann sie ihr Glück nicht verwirklichen.

Eine Bekannte von mir mit fremdgehenden Vater hätte sich gewünscht, die Mutter hätte sich getrennt.

Familie ist auch keine Kommune - daher gibt es keine Familienressourcen. Ja, wer unzufrieden ist, versucht, den Mangel zu beseitigen. Ansonsten dürften Eheleute die ehelichen Pflichten auch nicht mehr verweigern .....
Bist du nicht derjeniege, der von Ehefrauen die Treue erwartet? ich erinnere mich, dass du von einer geplanten Hochzeit erzähltest, wo die Braut vor der Hochzeit mit einem deiner Kumpels fremdging.
Du hast sie als Freizeitnutte bezeichnet, was war dann eigentlich der Kumpel, der ja auch immerhin dem zukünftigen Ehemann Hörner aufsetzt?
Müsste doch alles drin sein in deinem Weltbild-gibt doch keine Familienressourcen.
Sicher hätte es dir als Kind auch nichts ausgemacht, hättest du vom Techtelmechtel deiner Mutter mit dem Nachbarn erfahren...
 
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