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Gast

  • #1

W, 39-kein Partner, keine Familie-Weihnachten als Klotz am Bein?

Seit Jahren Single bin ich (w/39) stetig darum bemüht, mich den Gegebenheiten anzupassen.

D.h. Ich trete an Weihnachten als Schwester und Tante auf. Ich habe keinen Partner und keine eigene Familie obwohl ich mir das sehr wünsche. Ich bin stets bemüht, dass alles in Ordnung ist.

Aber ich bin traurig, dass es nicht so ist, möchte den anderen damit aber nicht auf den Geist gehen und sage nichts. Mir fällt das jedes Jahr schwerer.

Wer kennt das und wie geht ihr damit um?
 
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  • #2
Ich kann das gut verstehen.
Als Single bin ich mit SKR verreist. Wir waren immer ein sehr netter Kreis von Singles und haben lustige Feiertage miteinander verbracht. Das Angebot von Weihnachtsreisen ist bei SKR goß.

Nun bin ich kein Single mehr.....fast vermisse ich meine lustige Weihnachts-Single-Reise. Das war eine tolle Alternative zu Familienweihnachten .
w55
 
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  • #3
Ja, das kenne ich (m/40). Ich bin Single und obwohl ich ein eigenständiges und beruflich erfolgreiches Leben führe, bin ich an Weihnachten einfach nur der Sohn, der 'noch mehr essen muss weil er doch bestimmt noch nicht satt ist'.

Es gibt Rollen in der Familie, die kann man nur durch eine andere Rolle in der eigenen Partnerschaft abgeben. Das steht einem harmonischen Weihnachtsfest nicht im Weg. Mein Wunsch ist trotzdem ein anderer. Verkrampfen tue ich deshalb nicht, aber folgendes: ich bleibe trotz längerem Urlaub nur für ein, zwei, maximal drei Nächte (500km Anreise), ich lasse mich nicht wie ein Sohn bedienen, sondern gestalte und helfe aktiv mit, bringe eigene Ideen ein und teile meine Vorstellung vom Weihnachtsfest mit: Familienfest, nicht Eltern-Sohn-Fest.
 
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  • #4
Geht mir genauso. Man will sich bei der Familie nicht ausheulen, fühlt sich aber als einziger Single einfach nur schlecht und wird auch etwas komischer, manchmal mitleidig behandelt und fällt eher in die Eltern Kind Rolle als z.B. die liierten Geschwister. Ich hasse es und fühle mich extrem unwohl. Zudem kommt noch, dass ich keinen besonders guten Draht zu meinen Eltern habe. Ich möchte so gerne meine eigene Familie haben und mich unabhängiger fühlen....

W31
 
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Gast

  • #5
Es ist eben so wie es ist. Besser selbstbewusst, frei und fröhlich als Single auftreten, anstatt bspw. mit einer zerrütteten Partnerschaft an Weihnachten glückliche Familie heucheln oder in einer Patchwork-Familie alle Weihnachtsbesuche unter einem Hut zu bringen u.s.w. Als Single geht man leider oft vom Idealzustand aus und denkt, Beziehung und eigene Familie wäre das einzige Glück auf Erden. Glaubt mir, als Single wird man oft mehr heimlich beneidet als offen bemitleidet. Ansonsten sollte man sich vielleicht nach und nach von sog. Traditionen einfach lösen. Mal selbst was unternehmen anstatt immer nur an Weihnachten die Familie zu besuchen.

m.
 
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  • #6
Ich gehe seit einigen Jahren nicht mehr zur Herkunftsfamilie um WEihnachten zu feiern. DAs passte infach nicht mehr. ichf eiere Weihnachten so wie ich es mir getsalte, mal mit freznden, mala uch allein. Aber immer so, wie ich es möchte. Feiertage sind auch zur Entspannung und Besinnung da, das kann ich besser mit einem heißem Bad, schöner Musik im eigenen Zuhause als mit einer zusammengewürfelten Familie...
 
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  • #7
Ja, kenne ich (w41) irgendwie auch. Obwohl ich als Single zufrieden bin und nie eine eigene Familie wollte, nervte es mich, als ewiges "Anhängsel" bei den Familienfeiern der anderen dabei zu sitzen und so tun zu müssen, als amüsiere ich mich. Schlimm, wenn dann noch alle meinen, man sollte froh und dankbar sein, dass sie einen an Weihnachten überhaupt aufnehmen.

Ich habe nun meine eigene Alternative gefunden, die zugegebenermaßen sicherlich nicht für jeden was ist. Ich gehe Heiligabend ehrenamtlich arbeiten. Es gibt wahrscheinlich in jeder Stadt die Möglichkeit, z.B. in Altenheimen mitzuhelfen oder auch bei Weihnachtsfeiern für Obdachlose. Mir macht das viel Freude, die Leute freuen sich und ich habe den Eindruck, ich habe was sinnvolles gemacht.
 
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  • #8
Ich zitiere Dich:

'....Seit Jahren Single bin ich (w/39) stetig darum bemüht, mich den Gegebenheiten anzupassen. ...'

Und schon haben wir Dein Problem! Wie wär es denn, wenn Du DICH fragst, was Du an Weihnachten machen möchtest, bzw. was nicht, statt Dich den anderen anzupassen??

Wenn Du das noch nie gemacht hast, könnte die Reaktion der Familienmitglieder erst mal ein wenig irritiert sein. Das gibt sich aber mit der Zeit und wenn Du es kommunizierst, wird man Dir mit der Zeit glauben, dass es nicht mangelnde Zuneigung, sondern der Wunsch ist, diese Zeit so zu verbringen, wie Du es möchtest.

In Abwandlung des Sprichtwortes 'Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann.', sage ich: wer es allen anderen recht machen will, vernachlässsigt sich selbst.

Deine Entscheidung, FS, was willst DU?
 
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  • #9
Lieber Gast 7

Es allen Recht machen, heisst auch, es mir recht zu machen. D.h. Ich habe in den letzten Jahren auch schon Urlaube über Weihnachten gemacht, etc. Ich empfinde mich nicht in einer Opferrolle und habe an Weihnachten und Silvester schon Vieles ausprobiert (auch alleine). Sri Lanka, Spanien, Skifahren etc. Ich will nur einfach nicht andere belästigen und frustriert wirken. Merke halt einfach, dass ich das nicht mehr kann, mit dem Singleprogramm und in der Familie so tun als sei alles bestens. Ich verstehe deine urteilende Meinung nicht!
 
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  • #10
Liebe FS,

ich finde es richtig, dass du deinen Frust raus lässt. Hier ist er doch gut aufgehoben. Letzendlich wird er auch wieder vergehen. Weihnachten dauert ja auch nur 3 Tage. Das du es nicht mehr aushalten kannst, verstehe ich gut. Manchmal spüre ich das auch. Seit Jahren gehe ich zu jeder Freundesparty allein. Es ist sooo nervig. Mittlerweile fragt man schon gar nicht mehr warum ich keinen Partner habe. Fast schon mitleidige Blicke.
So what. So ist es nun mal. Ich könnte weinen und zuhause bleiben oder ich gehe auf die Party und habe Spass auch ohne Partner!

Denk einfach daran......nur drei Tage von 365......
 
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  • #11
Kenne ich auch. Die Horrorversion, die einem vogegaukelt wird, ist Weihnachten allein - das darf in unserer Gesellschaft nicht sein. Vor 2 Jahren kam es dann wegen eines Schneesturms dazu, dass ich letzten Endes Heiligabend alleine war und es war sehr schön, entspannend, friedlich. Ich weiß jetzt, dass ich das kann und es durchaus schön sein kann und werde mich nicht an irgendwen hängen, nur um an diesem Abend nicht alleine zu sein.
 
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Gast

  • #12
@FS von Gast 7

Das war kein Urteil, (so kommst Du für mich rüber)- sorry, wenn Du das so verstanden hast!

Du kannst es und dabei bleibe ich - nicht allen - inklusive Dir - recht machen. Irgendwer bleibt dabei auf der Strecke! Das merkst Du doch selbst recht deutlich.

Wenn Dir nicht so ist, drücke das auch aus. Wer Dich fragt, dem sage, wie Dir ist - Du mußt dabei keine langen Monologe halten, das geht auch in Kurzform und wirkt befreiend.

Also stell Dir ruhig die Frage: wem willst Du es wirklich recht machen!
 
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  • #13
Ich würde dir auch zu einer Reise raten oder zu einer anderen netten Veranstaltung, die nichts mit der Familie zu tun hat. Es ist doch ganz normal heutzutage, Single zu sein und du wirst sicher auch wieder mal jemanden finden. Und bis dahin machst du dir trotzdem eine schöne Zeit und beklagst nicht dein Schicksal. Noch viel schlimmer als das Single-Dasein ist - wie andere schon geschrieben haben - eine vorgeheuchelte heile Welt, während die Partnerschaft/ Familie tatsächlich total im Eimer ist. Oder eine kaputte Familie ohne Heuchelei, wo die Feiertage erst recht ätzend sind, weil da alle zusammenhocken müssen, die sich sonst lieber aus dem Weg gehen.
 
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  • #14
Die Wahl, als Frau mit 39 Single zu sein, ist eine freiwillige. Wenn sich eine Frau bis ins hohe Alter ("seit Jahren Single") nicht darum kümmert, eine Familie aufzubauen, darf sie anderen nicht vorjammern, zu Festtagen alleine zu sein. Das Leben als Single ist kein paradiesischer Zustand ohne Schattenseiten.

Sie haben sich gegen Kinder oder eine stabile Partnerschaft ausgesprochen (oder ihre(n) Partner schlecht ausgesucht. Ohne Familie gibt's halt keine Familienfeste. Dafür haben Sie ja ihre Freiheit.
 
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Gast

  • #15
"Die Wahl, als Frau mit 39 Single zu sein, ist eine freiwillige".

Woher kommt diese weisheit und wieso steht sie so unbegründet da? Es stimmt schlicht und ergreifend nicht. Ich bin 28, bemueht, alles tip top ums kurz zu machen(aussehen, charakter, bildung, uvm was man so möchte), aber ich finde zt nicht das was mich anzieht in der kombi mit der person, die zu mir p a s s t, relativ passt. Find ich nicht. Doch, einmal hatte ich ihn gefunden, doch er entschied sich nach einer zeit gegen mich.

Und das ist mein persönlicher horror: dass ich dirch die weltlaufe mit dem aufkleber: die hats nicht geschafft, mit der stimmt dich was nicht, es war i h r e entscheidung sonst haetts geklappt.

Meine wars nicht bisher, zumindest nicht bewusst. Ich date zur zeit jnemanden, der sehr lieb ist, und noch andere tolle eigenschaften hat, die ich mir immer für meinen mann gewünscht habe. Doch er entfacht kein feuer in mir, nicht mal ein funke. Ich muss mich regelrecht zur anziehung zwingen. Mir tuts auch weh so jemanden gehen lassen zu müssen. Da brauche ich nicht noch die entwürdigenden blicke und worte eines grossen teils der bevölkerung die zudem eine große portion glück im eigenen leben hatte.
 
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  • #16
Also was ich mich frage: Wieso bist Du "seit Jahren Single"?? Also schon mehrere Weihnachten?
Hast Du in der ganzen Zeit nie einen Freund gehabt? Finde, dass das heutzutage online kein Problem mehr ist. Wenn ich in der Stimmung bin, hab ich innerhalb von 1-2 Monaten einen.
Übrigens sind viele, ja sogar verheiratete Paare an Weihnachten bei ihren Eltern - jeder bei seinen.
Wenn Kinder dazukommen, wird das dann oft erst anders.
Klotz am Bein? Glaubst Du nicht, dass deine Familie sich freut, wenn du kommst??
Meine Familie war immer froh, wenn ich meinen Mann mal nicht mitgebracht habe, weil es dann immer etwas unentspannter war.
Ich kenne das Gefühl, dass alle immer fragen, ob man denn nun endlich heiratet - das hatte ich schon mit 30 und alle sagten, ich hätte zu große Ansprüche und man müsse mir erst einen Mann backen. Hab dann teilweise einfach mal zurückgefragt, wie es denn bei ihnen so in der Ehe laufe und ob sie ihre Ehe als intakt und glücklich bezeichnen würden (ich wusste teilweise, dass die seit Jahren keinen Sex mehr hatten - im Gegensatz zu mir). Dann fragten sie nicht mehr.
Selbst jetzt, getrennt mit 2 Kindern hab ich manchmal das Gefühl, dass ich interessanter bin, wenn ich einen Freund habe.
Mein jetziger ist übrigens 41, sein Bruder 37 und beide sind auch nicht verheiratet und sie feiern mit den Eltern Weihnachten.
Ich hab auch mit meinen Eltern, den Kindern und meinen Geschwistern gefeiert. Als Klotz am Bein fühlte ich mich aber nicht.

w,40
 
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  • #17
Die FS:
@15
Hab Weihnachten bei einer Schwester verbracht. Meine Eltern sind früh gestorben. Deshalb hatte ich geschrieben, dass ich an Weihnachten als Schwester und Tante auftrete. Meine Nichte (11) würde es überhaupt nicht verstehen, wenn ich an Weihnachten nicht kommen würde. Mein Bruder kam noch mit Tochter (9). Da ich in der Schweiz lebe ist es für meine Geschwister klar, dass ich zu Besuch komme. Es war auch sehr schön und es ist auch immer sehr schön dort.

@13 meiner Ansicht nach ist es legitim, sich mal traurig zu fühlen, wenn man keine eigene Familie hat. Ich verstehe deine bissige und urteilende Meinung nicht. Ich habe ja nichts über die Umstände geschrieben, warum ich keine eigene Familie hab.