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  • #1

Während der Wechseljahre Auszeit mit Partner nehmen - hilft das?

Ich mache auch gerade das volle Programm durch: Gewichtszunahme, starke Stimmungsschwankungen, seit einem Jahr kein richtiger Spass mehr am Leben, sehr nahe am Wasser gebaut. Fröhlichkeit und Unbeschwertheit sind weg. Hitzewallungen hatte ich vor fünf Jahren schon, hoher Blutdruck seit zwei Jahren. Bin es langsam leid. Zum Glück hält mein Partner noch zu mir, aber ich muss zugeben, bei all dem Zoff, meiner Unausgeglichenheit, meiner Ungerechtigkeit, es ist ein Wunder, dass er das alles noch mitmacht.

Ich wünsche mir, dass ich bald wieder fröhlich lachen und mein Leben - mit ihm - genießen kann. Derzeit fehlt mir dazu der Glaube, was mich als Optimisten und immer hoffnungsvollen und fröhlichen Menschen noch mehr herunter zieht. Die Lebens- und Sinnkrise kommt auch noch dazu, habe mein ganzes Leben lang nun gearbeitet, Kind teilweise als AE erzogen, hatte nie Zeit für mich. Die einzige gesetzte Größe ist trotz aller Krise derzeit mein Partner, alles andere stelle ich in Frage, wohlwissend, dass ich immer weiter arbeiten muss, denn keiner wird mich finanzieren. Ich überlege, mit meinem Partner gemeinsam eine Auszeit zu machen, denn wenn es von meiner Seite nur eine Flucht ohne Lösungen ist, wird es nichts bringen. Puh, ich weiß, ich habe Glück, meinen LG noch an meiner Seite zu haben, mit ihm Sex genießen zu können und durch Liebe getragen zu werden. Aber ich mag mich momentan überhaupt nicht und denke, ich muss dringend etwas ändern. Wer hat hier Erfahrungen, die er/sie mit mir teilen möchte.
 
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  • #2
Bist du sicher, dass das alles an den Wechseljahren hängt? Ist dein Präklimaterium nicht eher ein leichtgefundener Bösewicht, auf den du (oder dein Freund?) alles schiebst? Scheint mir so. Insofern wird eine Auszeit nichts helfen. Das Leben ist nun mal nicht unbedingt leicht. Man erreicht nicht alles, was man sich erwünscht hat. Die Kommunikation mit dem Partner ist nunmal nicht immer optimal. Man hat seine Sorgen, das ist so. Unabhängig von den Wechseljahren. Wie diese Etappe im Leben einer Frau verteufelt wird, ist mir fast unheimlich. Es ist, meiner Meinung nach ein Vorurteil. Ich habe auch leider zugenommen: Knöchel und Schulterprobleme schränken meinen Bewegungsdrang ein, nicht die Wechseljahre. Ich streite mich auch mit meinem Freund: das immer aus konkreten Gegebenheiten, nicht wegen Launen, die an den Wechseljahren liegen.
W49
 
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  • #3
Wechseljahresbeschwerden dieser Art muss man nnicht hinnehmen. Du bist auf dem besten Wege auch deine Partnerschaft zu gefährden. Also unternehme etwas dagegen und gehe zu einem Arzt deines Vertrauens. Es gibt neben Hormontabletten auch solche auf pflanzlicher Basis, die sehr gut helfen. Eine Nachbarin von mir hat mit Hormonpflastern gute Ergebnisse erzielt.
Manchmal braucht man eben im Leben solche Hilfsmittel. Es ist ja nicht bis zum Lebensende, sondern nur so lange bis du wieder stabil bist. Aber lasse dir helfen !
 
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  • #4
Da komme ich nochmals auf dein anderes Posting zurück.
Nimmst du denn Hormone, oder irgendwas, dass dir helfen könnte ?

Ich habe noch keine grössere Beschwerden. Habe aber eine Freundin, welche mir dasselbe erzählte wie du. Nach langem Ringen mit sich selber, hat sie Hormone genommen und die haben ihr super getan und geholfen.

Lebenskrise ist natürlich etwas, was wir alle mit uns rumtragen. Mein Sohn (ich auch AE) wird bald 18, macht mehr oder weniger, was er will. Und ich habe dies auch gelernt ! Habe mir neue Beschäftigungen gesucht, mache Country Line Dance neu, mehr Sport und geniesse meine neue "Freiheit" ausgiebig mit meinem Schatz. Und bin noch lange nicht fertig am Weitersuchen.
Vielleicht bei dir eine Veränderung im Job angesagt ?

Alles Liebe
 
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  • #5
Du hast, wie es scheint, eine Lebenskrise.
Die mit den Wechseljahren gar nichts zu tun haben muss.

Was ich überhaupt nicht verstehe - deine Partnerschaft ist offenbar glücklich und dein Partner zur Zeit das Erfreulichste in deinem Leben. Warum denkst du da über eine Auszeit nach? Er steht doch zu dir, wie es mir scheint, auch in dieser schwierigen Zeit.

Nebenbei: eine "Auszeit" ist normalerweise das Ende einer Beziehung, das zeigt die Erfahrung. Und welcher liebende und liebevolle Partner lässt sich denn in die Warteschleife schieben?

Was ich auch nicht verstehe, ist deine Äußerung, du MÜSSTEST immer weiter arbeiten, denn niemand würde dich finanzieren. Wie bitte? Du DARST arbeiten, wenn du Arbeit hast, du KANNST arbeiten, wenn du gesund bist. Was heisst denn, niemand würde dich finanzieren? Ich kenne keine Frau, die finanziert wird, und ich kenne auch keine - mich, die ich verheiratet bin, eingeschlossen -, die das will. Wünschst du dir das denn von deinem Partner?

Alles in allem ist dein Beitrag für mich ein bisschen rätselhaft. Ich weiß nicht, ob das alles mit den Wechseljahren zusammenhängt; vielleicht nicht.
Hast du mal daran gedacht, dir professionelle Hilfe zu suchen, um deine Probleme zu lösen und deine Krise zu überwinden? Ich bin nicht jemand, der schnell bei jeder Gelegenheit dazu rät.
Aber in deinem Fall könnte es eine große Hilfe sein.
 
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  • #6
ich kann Dir etwas empfehlen, dass dir garantiert helfen wird gegen die Stimmungsschwankungen und gegen die Gewichtszunahme: Jeden Tag Sport! eine Stunde Radfahren oder Schwimmen oder flotte (!) Spaziergänge - du wirst sehen, nach vier Wochen sind die Probleme wie weggeblasen.
Und ansonsten scheint ja eigentlich objektiv alles gut zu sein bei dir.
Probiere es mal aus.
 
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  • #7
@ Nr. 5:
Jeden Tag Sport halte ich für (maßlos) übertrieben. Und für den Körper ist erwiesenermaßen zwischendurch je ein Tag zur Erholung, also jeden 2. Tag Sport, wesentlich besser.

Die Sportidee an sich finde ich gut. Am besten nimmst du (FS) deinen Partner gleich mit.
 
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  • #8
Danke für eure Antworten. Hormone außer die Pille wollte ich eigentlich nicht schlucken. Ist ja nicht nur ungefährlich.

@4 - die Auszeit nur mit meinem Partner gemeinsam - nicht alleine nur für mich, dann wäre eine Trennung vorprogrammiert. Das wäre auch zeitlich planbar von uns beiden, weil wir beide selbständig sind.

Mit -ich muss immer arbeiten - ist gemeint, dass ich mein Leben lang Vollzeit gearbeitet habe, trotz Kind. Nie hatte ich mal Zeit, mal weniger zu leisten. Und ich werde es die nächsten Jahre auch noch tun müssen, weil ich eben keinen Ex habe, der für mich zahlen muss und auch keinen LG, der mich mitversorgt, so wie ich es bei vielen Frauen meiner Altersklasse mitbekomme. Da ist Freizeit ein hohes Gut und sie können sich umorientieren und Nichtstun auf Kosten des Mannes - ich arbeite teilweise 50 Std. pro Woche und mehr - trotz Kind.

Selbst in der Auszeit werde ich arbeiten müssen - aber es wäre eine Veränderung des Standorts und vielleicht ein bißchen kürzer treten in dieser Zeit. Richtig Auszeit mit Nichtstun und nur noch Seele baumeln lassen ist natürlich nicht drin, denn dann bin ich meine Kunden los. Arbeitnehmer haben es da bedeutend einfacher, insbesondere Beamte. Oder auch sich seinen "Burn-Out" nehmen auf Krankenkassenschein - kann ich alles nicht.

Ich bin in professioneller Behandlung, aber es bringt nur zeitweise etwas, die Rückschläge kommen immer wieder.

FS
 
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  • #9
@5+6 - lieb gemeint, aber bei unserem Tagespensum Arbeit, ist nicht noch eine Stunde Sport täglich oder 2tägig drin. Zudem sind wir beide keine Sportler. 1/2 Std. spazieren, ok. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dann alle Probleme gelöst sein sollen. FS
 
  • #10
Das hat weniger mit den Wechseljahren, als mit der Lebensphase zu tun. Das ist doch alles ein ziemlich unübersehbares Signal, dass bestimmte Lebensstrukturen nicht mehr so funktionieren. Wenn du die ignorierst, kommt es woanders raus. Wie viele, die an überlebten Strukturen festhalten und sich Veränderungen nicht zutrauen, kompensieren nur noch? Da werden diffuse chronische Krankheiten gehätschelt, gesoffen, seltsame ideologische oder esoterische Bräuche gepflegt... Meine Mutter begann damit, militante Tierschützerin zu werden und fütterte plötzlich heimlich Tauben.
Ich kann dir nur zu der gemeinsamen Auszeit raten. Es kann einfach sein, dass ihr danach klar seid, was ihr an eurem gemeinsamen Leben ändern wollt, welche neuen Ziele ihr habt. (und auch das dauert, braucht Inkubationszeit, nichts ist ad hoc da)
Wer sich bewegt, um den bewegt sich die Welt und neue Chancen offenbaren sich. Wer krampfhaft hockenbleibt, mit der Maßgabe durchzuhalten, zerbricht oft aus Verhärtung und wächst einfach nicht mehr.
Es wird nicht einfach, das Leben ist nun mal kein Ponyschlecken, aber ich finde es schlimmer, aber in der Regel bereut man Versäumnisse, nicht genutzte Chance und nicht verwirklichte Träume.
Ich bin mit der Maßgabe "ich muss das durchhalten" richtig vor die Wand gelaufen. Habe mir die Gesundheit ruiniert und konnte Errungenes nicht halten. Die Signale zu Veränderung waren frühzeitig da, ich hatte nur Schiss. Die (erzwungene) radikale Lebenveränderung lässt mich doch glücklicher sein, als das, was ich die Jahre zuvor gelebt habe.
 
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  • #11
bei unserem Tagespensum Arbeit ist nicht noch eine Stunde Sport täglich oder 2tägig drin. Zudem sind wir beide keine Sportler. 1/2 Std. spazieren, ok. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dann alle Probleme gelöst sein sollen. FS

Es muss ja keine ganz Stunde Sport täglich sein. Aber Bewegung wirkt Wunder. Ich bin auch in den Wechseljahren, hatte plötzlich vermehrt schlechte Laune. Dann habe ich beschlossen, Salsa tanzen zu lernen. Wunderbar!

Auszeit nehmen, sich bewegen und darüber hinaus Veränderungen wagen - das könnte zur Verbesserung Deiner Lebenssituation beitragen.
 
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  • #12
Fragestellerin, das Problem liegt ganz wonanders - es ist wohl nicht der Übergang in die Menopause, der Dir zu schaffen macht, es ist wohl vielmehr Dein permanant zu hohes Pensum an Arbeit und zu wenig Zeit, um abzuschalten, zu regenerieren!

Die körperlichen Signale stehen eher im Zusammenhang mit Überareitung, Erschöpfung und damit in Verbindung auftretender Unzufriedenheit.
Was brauchst Du noch, um zu erkennen, dass es SO nicht weitergeht, wenn Du nicht nachhaltigen körperlichen Schaden nehmen willst??

Stattdessen willst Du das einzige Seil kappen, dass Du derzeit außerhalb von Arbeit hast. Ein Schritt in die völlig falsche Richtung.
 
  • #13
PS. Gerade bei solchen Erschöpfungssymptomen ist exzessiver Sport das dümmste, was man tun kann. Ich habe vom Arzt alles, was über 2x pro Woche mittlere körperliche Betätigung hinausgeht, verboten bekommen.
 
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  • #14
@11 Gebe Dir Recht, es ist zuviel. Aber wie soll ich sonst meinen Lebensunterhalt und den für mein Kind erarbeiten? Ich schwimme nicht im Geld - es reicht gerade so, um auszukommen. Selbständigkeit ist kein Zuckerschlecken, mit allen Höhen und Tiefen, Existenzängsten usw.

Was meinst du, wie ich diejenigen beneide, die einfach auf Krankenschein ihre Auszeit, sprich Burnout nehmen. Sicherlich würde meine Therapeutin dem zustimmen - nur ich bekomme es nicht finanziert. Ich MUSS arbeiten, um zu überleben! Sonst muss ich mein Bleibe verkaufen - eine ETW, noch nicht abbezahlt und in der Finanzierung günstiger als eine Mietwohnung, bis ich bei H4 bin, um überhaupt Unterstützung bekommen zu können. Also ein Teufelskreis.

Mein LG und ich sind seit zwei Jahren auf der Suche nach Lösungen - aber nichts bringt wirklich etwas. Mittlerweile ist aus meiner optimistischen Art Sarkassmus und Antriebslosigkeit geworden. Was natürlich auch nicht förderlich ist - weder für die Gesundheit noch für das allgemeine Wohlbefinden. Deshalb ja die Idee mit der Auszeit, wohlwissend, dass es nur eine Verlagerung ist. FS
 
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  • #15
Ich finde es schade, dass ein paar Voten gegen sportliche Betätigungen gehen und sogar die FS schreibt, dass sie dafür aber gaaar keine Zeit habe. Wer spricht denn von Hochleistungssport ?

Seit einem halben Jahr mache ich 2 x pro Woche eine Walkingrunde morgens um 6 Uhr, vor der Arbeit. Der Kopf ist danach unheimlich frei, kann ich garantieren. Dazu ca. 2 x Power Plate (braucht sehr wenig Zeit) und löst Glücksgefühle aus.

Salsatanzen ist auch toll. Ich werde bald in einen Probekurs für Countrylinedance gehen, freue mich jetzt schon.

Versuche es, liebe FS und gib dir deine Ausreden nicht zum vornerein:) Just tryyyy

Zu den Hormonen:
Und wenn du dir eine Spirale setzen lässt und dafür die Östrogene einnimmst ?

Zu der Auszeit: Es wäre nur eine Auszeit, wenn du wirklich dich baumeln lassen kannst.... ansonsten ist es meiner Meinung nach eine halbe Lösung, und stresst dich nach dem Auszeitende noch viel mehr, wie vorher.
 
  • #16
Luftholen ist immer gut! Wenn Du die Auszeit organisieren kannst, wunderbar! Das hört sich nach einer Gelegenheit an, wieder "Leben" zu spüren, wegzukommen vom Funktionieren.
Dass Dein Partner dabei mitmacht, weil Eure Beziehung sonst gefährdet wäre, sehe ich auch unbedingt so.
 
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  • #17
@5+6 - lieb gemeint, aber bei unserem Tagespensum Arbeit, ist nicht noch eine Stunde Sport täglich oder 2tägig drin. Zudem sind wir beide keine Sportler. 1/2 Std. spazieren, ok. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dann alle Probleme gelöst sein sollen. FS

Tja, dann wird eindeutig zu viel gearbeitet. Ob das sein muss? Der Körper reagiert jetzt schon darauf, wie soll das später werden?

Sport hält jung und fit, wer das nicht einsehen will, der muss halt weiter mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen leben.

AE-Mutter, 2 Jobs und schafft es trotzdem jeden Tag Sport zu machen
 
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  • #18
PS. Gerade bei solchen Erschöpfungssymptomen ist exzessiver Sport das dümmste, was man tun kann. Ich habe vom Arzt alles, was über 2x pro Woche mittlere körperliche Betätigung hinausgeht, verboten bekommen.

Hier spricht keiner von exzessiven Sport, sondern jeden Tag eine halbe Stunde ist auch schon viel.

Ich treibe jeden Tag Sport und mir geht es komischer Weise mit fast 50zig immer besser, aber ich hatte auch noch nie körperliche Probleme, weil ich mein Gewicht seit Jahrzehnten halte, mich sehr gesund ernähre und seit Jahren auf Ruhepausen und eine gute Balance im Leben achte.
 
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  • #19
Liebe FS,

es gibt im Leben relativ früh eine Phase, wo Frau sich entscheiden muss. Angestellt sein, oder Selbstständig, Mietwohnung und relativ stressfrei leben, oder die angeblich günstigere ETW, wo man Stress hat (nicht genug Aufträge haben, nicht krank werden darf), um die mtl. Raten abzuzahlen, zuzüglich Wohngeld ansparen und im Alter noch genug Geld haben müssen, um dann notwendige Reparturen in der ETW bzw. am/im Haus finanzieren zu können.

Ich habe mich für das Angestelltenverhältnis entschieden, arbeite seitdem ich mein Kind habe, Teilzeit, muss mir keine Sorgen machen, wenn ich mal krank bin, lebe ganz bescheiden in einer kleinen Mietwohnung, dafür in guter Wohngegend für das Kind, lebe aber entspannt und sorgenfrei, mit genug Zeit für mich, mein Kind und für die Liebe.

Dieses relativ stressfreie Leben kommt auch der Psyche meines Kindes zugute. Das war mir von Anfang sehr wichtig.

Resümee! Jeder ist auch irgendwie sein Glückes Schmied selbst.

Ich wünsche dir, dass du trotz deiner widrigen Umstände Möglichkeiten findest, dein Leben postiver zu gestalten, damit es dir bald gesundheitlich besser geht.

w 50
 
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  • #20
Liebe FS, ich verstehe nicht, warum es von vielen abgestritten/geleugnet wird, dass die Wechseljahre bzw. die damit verbundenen hormonellen Veränderungen tatsächlich einen ganz erheblichen Anteil an solchen Symptomen haben, wie du sie beschreibst.
Ich habe seit einigen Jahren ganz ähnliche Symptome wie du, obwohl sich in meinem Leben wirklich seit 10 Jahren äußerlich nichts verändert hat, wirklich rein gar nichts. Ich führe seit mindestens 10 Jahren exakt dasselbe Leben/selbe Ernährung/selbe Bewegung und trotzdem habe ich jetzt Gewichtsprobleme, die ich früher nie hatte, habe viel, viel weniger Energie und Antrieb, schaffe häufig gerade noch so meine alltäglichen Pflichten, aber dies auch nur mit "gefühlt" extremer Anstrengung, habe extremes Bedürfnis nach Auszeit usw., usw. ... Dies war früher definitiv nicht so! Und da sich am Leben sonst nichts verändert hat, hängt es selbstverständlich mit den hormonellen Veränderungen zusammen! Die Macht der Hormone, gerade auch für die Energie, den Antrieb, die Stimmung, wird häufig viel zu sehr unterschätzt.

Die andere Seite der Sache ist natürlich, dass das ja eine natürliche Erscheinung ist und man einen Weg für sich finden muss, damit umzugehen. Die biologischen Veränderungen "zwingen" uns sozusagen, auch anderes in unserem Leben zu verändern. In diesem Sinne musst du am Ende natürlich tatsächlich überlegen, ob du dein bisheriges Leben so weiterleben kannst, oder ob du dabei vor die Hunde gehst, von einer vorübergehenden Auszeit mal ganz abgesehen!
Wenn es dir z.B. so viel einfacher erscheint, als Angestellte "Burnout auf Krankenschein" zu nehmen, dann solltest du ernsthaft darüber nachdenken, dich wieder anstellen zu lassen. (Ich bin aber angestellt und beneide immer die Selbständigen, weil man als Angestellte wieder anderen belastenden Drücken unterliegt - z.B. Vorgesetzten -, und das in der Realität mit dem "Krankenschein" auch nicht so die Lösung ist...)

Ich glaube, man muss einfach lernen zu akzeptieren, dass man ab einem gewissen Alter nicht mehr so leistungsfähig ist, bzw. die Stärken sich anders zeigen. Aber das ist in einer Hochleistungsgesellschaft, wie unserer, in der es einzig und allein um "schneller, höher, weiter" geht, nicht einfach!

Nicht zuletzt gibt es aber heute zum Glück auch sanfte, naturidentische Hormonpräparate, von denen man sich vorübergehend unterstützen lassen kann, ohne großes gesundheitliches Risiko damit einzugehen.

w48
 
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  • #21
Ich kann Dich sehr sehr gut verstehen. Mein Mann und ich sind auch selbstständig und ich weiß was es heißt, jeden Tag arbeiten zu müssen ob krank oder nicht. 50 bis 70 Wochenstunden im Geschäft, dadurch so gut wie keinen Freundeskreis mehr zu haben, fast keine Freizeit, von Urlaub ganz zu schweigen.

Da kommt unweigerlich irgendwann die Frage: Soll es das jetzt gewesen sein? Depressive Phasen wechseln ab mit, ich werfe alles hin, keine Lust mehr auf irgendetwas. Dann noch die Wechseljahre dazu, die einfach einen Umbruch darstellen.

Die einzige Lösung für uns: Irgendwie raus aus diesem Hamsterrad.

Wir haben uns überlegt die Selbstständigkeit aufzugeben, was wegen unseres Alters nicht wirklich eine Alternative war.

Wir treten geschäftlich etwas kürzer, haben statt drei Wochen Urlaub fünf Wochen. (GEHT!) Schließen auch an Brückentagen und haben dadurch eindeutig mehr Freizeit.

Ich singe in einem Chor, mein Mann hat das Motorradfahren für sich entdeckt und seitdem geht es uns um vieles besser. Ich wünsche Dir dass ihr noch etwas anderes als nur die Arbeit für
Euch findet.
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  • #22
FS, ich bin die #11.

Ich bin auch selbständig, weiss, wie sich das anfühlt.
Natürlich kann es hier via Internet nicht mehr als Denkanstöße geben.

Es wäre natürlich sinnvoll, Deine Ausgaben zu senken, denn ganz ehrlich: was nützt Dir eine ETW, wenn DU dabei auf der Strecke bleibst. Und natürlich sind auch Mietwohnungen nicht günstig...

Ich bin in einer vergleichbaren Situation (auch AEZ) Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft geworden, da ist die Miete für eine ordentliche Wohnung schon eher erschwinglich. Dann habe ich Posten für Posten alles auf den Prüfstand genommen, meine Ansprüche etwas heruntergeschraubt und Einsparpotential gefunden. Das hat mir damals ermöglicht, etwas weniger zu arbeiten und mich Schritt für Schritt etwas zu erholen.

Als dann, einige Zeit später mein jetziger Mann und ich beschlossen haben, gemeinsam zu wohnen, war das nochmals eine große Erleichterung.

FS, ich denke ein liebender Partner hilft raubt einem keine Kraft, es ist eher hilfreich in so einer Situation, sich auszusprechen, vielleicht manchmal anlehnen zu können. Sich geliebt zu fühlen, ist ein Kraftquell und: gemeinsam nach Wegen zu suchen ist mitunter leichter.
Aber: Mann muss offen sein, für ganz neue Wege.

Setzt Du Deine Beziehung auf Status 'Auszeit' beraubst Du Dich einer Kraftquelle und kannst nochmehr Energie in Arbeit verlagern - die Reise in Richtung Burn-Out womöglich eher beschleunigen.
Die Ursachen für Deine jetzige Befindlichkeit sind damit aber mitnichten ausgeräumt.
 
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  • #23
Huch, je mehr ich lese von dir, liebe FS, desto weniger denke ich, dass dies die Wechseljahre sind.
Und wenn du dich anstellen lässt ? Wäre dies eine Option ?
Ich weiss aus eigener Erfahrung, 2 Selbständige zusammen ist immer schwerer, wie wenn einer ein geregeltes Einkommen hat.
Wie alt ist dein Kind ?

Und nicht zu fest in Selbstmitleid versinken. Wir müssen alle arbeiten, um uns zu ernähren und zum Überleben.

Ich habe zb. keine Eigentumswohnung, lebe zur Miete, zusammen mit meinem Sohn, auch AE.
OK, ich bin nicht selbständig, könnte ich nie. Bin natürlich froh, eine Anstellung zu haben und mein Geld zu verdienen. Mit Neid kommt man im Leben nicht viel weiter. Du hast dir die Selbständigkeit ausgesucht. Ich könnte manchmal auch neidisch sein, auf die Selbständigen, die sich ihren Tag selber einrichten können, während ich 8-12,13-17 Uhr arbeite (Schweiz, also 42-Stunden Woche).
Habe dieses Arbeitsprogramm übrigens noch ein paar Jahre vor mit, da auch kein Ex, der mir viel Geld pro Monat überweist, mein Sohn will studieren, und ich will mir auch ein paar Sachen leisten können.

Somit versuche ich meine Freizeit schön zu gestalten. Sportliche Betätigungen helfen ungemein, den Kopf frei zu kriegen. Kein Hochleistungssport, sondern einfach viel walken und radfahren.

Was meinst du genau mit H4 (Sorry, wieder Schweizerin )? Hartz 4 ? Du willst doch nicht wirklich dort enden ? Überdenke dringend deine beruflichen Möglichkeiten, um dich vielleicht anstellen zu lassen.
 
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  • #24
Post 9 hat es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht!
Ähnlich, bin ich auch an die Wand gelaufen, anschließend einen gaanz anderen Weg eingeschlagen und auch nachgedacht. Mich mit mir auseinander gesetzt!

Deine Liebe ist, denke ich, nicht das Problem. Du stagnierst, das gefällt dir nicht.
Such dir neue Wege und Möglichkeiten!

Alles liebe für dich!
 
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  • #25
FS
Ich möchte die Auszeit nicht alleine nehmen, sondern mit meinem Partner gemeinsam.

Deshalb frage ich ja, ob eine solche Auszeit Sinn macht und ob jemand Erfahrung damit hat. Mir wird alles zuviel, meine Kosten sind schon reduziert auf das Wesentliche. Doch jetzt noch meine ETW aufgeben bedeutet, ich habe mehr Kosten an der Backe durch Miete, bzw. verbrauche jetzt meine Altersvorsorge und habe später nichts mehr. Denn wenn du auch nur ein bißchen Vermögen (aus dem Verkauf) hast, bekommst du nichts. Also hätte ich doppelt draufgezahlt. Keine Altersvorsoge mit der ETW und dann kein Geld mehr. Auch habe ich in der ETW mein Büro, sonst müsste ich zusätzlich ein Büro mieten - nochmal Kosten. Mein Kind ist übrigens 13. Ich wohne auch nicht mit meinem LG zusammen, jeder macht finanziell sein Ding. FS
 
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  • #26
Dazu kann ich Folgendes beitragen:
Ich habe meine Selbstständigkeit aufgegeben, da ich keine Lust mehr hatte, mir über auftragsfreie Zeiten Gedanken zu machen. KV war teuer, ich musste sie natürlich auch zahlen, wenn ich mal keine Einnahmen hatte.
Ich habe seit einem Jahr einen Job - kein Traumjob - aber sehr nette Kollegen und ein gutes Betriebsklima. So hält man auch einen Nicht-Traum-Job gut aus, zudem ist es ein Arbeitsplatz, der mir meine Sozialversicherung zahlt und mir im Krankheitsfall auch mal die Lohnkosten übernimmt. Krank bin ich letztes Jahr überhaupt nicht gewesen. Ich arbeite 30 Stunden pro Woche, habe noch genug Zeit für Haushalt und: meine Selbständigkeit führe ich als Freiberuflerin nebenher weiter, sie ist mein Zubrot geworden. Mein Betriebsleiter weiß das, kein Problem. So aufgefangen schlafe ich ruhig und weiß, dass am Monatsende superpünktlich mein Geld auf dem Konto ist. Ich kann Dir das nur empfehlen.
Ich arbeite als KD-Betreuerin, man wird auch älteren Datums eingestellt, niemand fragt da, wie alt Du bist. Ich bin über 50 und habe da meinen Job bekommen, unbefristetes Arbeitsverhältnis, Tarif über Mindestlohn - mit Zulagen okay. Das zahlt mir die Miete, ernährt mich und mein Kind - und läßt uns einige Extras im Leben genießen. Plus Aufträge aus meiner Freiberuflerei - und Urlaub und Weihnachten sind gerettet.
Das vll. so als Idee. Ich kann Dir auch gerne verraten, wo ich tätig bin, da immer gerne Kollegen gesucht werden, möchte es aber hier nicht öffentlich posten.
LG
 
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  • #27
Ich denke, nach den Vorpostings, dass eine gemeinsame Auszeit für euch keinen Sinn macht.
Der Tip meiner Vorschreiberin würde dir wohl mehr helfen.
Viel Glück
 
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  • #28
Danke für eure Antworten. Ich sehe aber auch, dass niemand eine Auszeit gemacht hat. Dass ich meine Berufstätigkeit umstellen muss weiß ich, habe letztes Jahre neue Weichen gestellt, es greift aber noch nicht. Drückt mir die Daumen - bitte!
Über alles andere mache ich mir weiter Gedanken, mal sehen, was dabei rauskommt. Gruß FS
 
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  • #29
Mein Kind ist übrigens 13. Ich wohne auch nicht mit meinem LG zusammen, jeder macht finanziell sein Ding. FS

Liebe Fs,

also hat dein Kind die letzten Jahre auch viel mitmachen müssen, wenig Zeit durch die Mama, die ständig gearbeitet hat und genervt ist. Jetzt ist dein Kind in der Pubertät und braucht eigentlich noch mehr deine Führung und seelische Energie, um sich gesund abnabeln zu können. Die hast du aber nicht.

Ich verstehe nicht, wie Leute darauf kommen, das Mieteigentum eine Altersvorsorge sein soll. Schaut euch mal den Wohnungsmarkt in 20zig Jahren hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung an. Solltest du in einer tollen Wohngegend mit Altbau und Stuck wohnen, dann hast du gut gekauft, aber ist dem nicht so, dann wird der Wert einer Eigentumswohnung, wenn du dann im Rentenalter bist sinken, weil es immer mehr ältere Menschen gibt, aber wenig jüngere Menschen.

Schon heute werden in den ehem. Wohngebieten am Rande von Grosstädten, gerade in Berlin und den NBL, die Mitte der 90er entstanden, aus Kitas, Altenheime bzw. Tageseinrichtungen für ältere Menschen gemacht. Das ist echt der Anfang des Prozesses.

Logisch ist auch, dass es jetzt wirklich sinnlos ist, die ETW zu verkaufen. Da muss woanders umgeschichtet werden. Aber das kann nur vor Ort am besten mit einem Coach gemacht werden.

Gerade im Interesse des Kindes muss jetzt gehandelt werden.

w 50
 
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