• #61
Ich schrieb ja, dass ich in der Ausübung meiner Religion nicht perfekt bin. Das Kind muss also meine Religion/Werte etc erstmal kosten können, um zu wissen, ob es ihm schmeckt.

Ich würde hier zwischen kulturellen und religiösen Werten unterscheiden. Die kulturellen Werte bekommt man natürlich durch Erziehung, aber auch durch das Aufwachsen in einer Kultur mit.

Bei den zusätzlichen, explizit religiösen Werten denke ich, dass sie in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung verloren haben. Ich kenne nur noch wenige Menschen meiner Generation, die sich als tiefreligiös bezeichnen würden, die meisten sind halt noch in einer Kirche, weil sie irgendwann mal getauft wurden.
Dir scheint das aber sehr wichtig zu sein. Im Zusammenhang mit Religion strebst Du "Perfektionismus" an, das dürfte heute eher selten sein.
Wer explizit katholisch, neuapostolisch oder sonstwie religiöser verankert ist, als das heute in unserer Gesellschaft "normal" ist, wird sich sicher mit einem Partner, der wiederum z. B. islamisch oder jüdisch stark verankert ist, schwer tun. Im Extremfall geht dann sogar "katholisch" und "evangelisch" gar nicht. Es gab hier schon eigene Threads zum Thema "Bedeutung von Religion in Partnerschaften".

Ehrlich geschrieben, bei mir ist schon aus kulturellen Gründen keine Beziehung mit einer Muslima möglich.
 
  • #62
Liebe immer.wieder,
ich kann deine Gedankengänge, wie so viele, tatsächlich nur schwer nachvollziehen.
Bei dir geht es in erster Linie um dich und dein (religiöses) Gewissen, an zweiter Stelle um DEIN Kind und irgendwann kommt dann der Vater.
Hier mal ein Gedankenanstoß:
Ich bin auch in einem kirchennahen Elternhaus aufgewachsen. Wir haben versucht unseren Kindern die Religion nahe zu bringen. Mein Glaube ist mir wichtig, aber er bestimmt nicht mein Leben. Der jüngere meiner Söhne kann mit Kirche und Glaube nix anfangen. Das finde ich in Ordnung. Ich habe mein bestes getan, mehr geht nicht.
Ich glaube allerdings, dass in deinem Fall beide Varianten zum Scheitern verurteilt sind.
Bei dem Mann, mit der anderen Religion, weil du auf deiner Religion beharrst.
Bei der Vernunftsehe, weil kein Mann nur als Samenspender dienen will.
Beide wären irgendwann weg.
Mich persönlich gruselt es, wenn Kinder zur Selbstverwirklichung benutzt werden.
Vielleicht tue ich dir unrecht, aber so kommt es bei mir rüber.
 
  • #63
Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass wir total unterschiedliche Wertevorstellungen, Ideale, religiöse Ansichten etc haben, was mich etwas kritisch machte. Er hingegen nimmt das Ganze total locker und meint, dass wir Kompromisse eingehen können. Ist das nicht einwenig leichtsinnig gedacht, wenn man grundlegend anders eingestellt ist?

Wie grundlegend anders denn? Er katholisch, du protestantisch. Du Muslimin, er Atheist? Er CDU-Wähler, du eher linksalternativ? Er kosmopolitisch, du heimatverbunden?

Ich finde Anziehungskraft ist einer der wichtigsten Dinge, die überhaupt eine Beziehung von einer Freundschaft unterscheidet.

Stimmt, nur wenn du Anziehung rein rational als übereinstimmende Weltanschauungen ansiehst, kannste wahrscheinlich noch lange suchen.
 
  • #64
@immer.wieder

Wenn man deinen letzten Post liest #42, wird aus deiner Frage eine Antwort!

Ich fasse kurz zusammen:
Du willst unbedingt ein Kind, also prallen alle Argumente die gegen beide Männer sprechen an dir ab.
Ein Mann muss her! Welcher? Das ist jetzt auch total klar. Du bist so auf deine Religion fixiert, dass doch gar kein anderer Mann als der "nicht so heiße" (deine Worte) für dich in Frage kommt. Das bisschen Anziehung zu dem atraktiven Mann redest du dir gekonnt schlecht und die Situation mit dem Mann gleicher Herkunft schön.

Dann nimm ihn dir und bete, dass es wirklich so kommt, wie deine Freundinnen behaupten! Wenn es nämlich nicht so kommt, steckst du in einer Ehe fest die ich niemandem Wünsche!
 
  • #65
Grundsätzlich ist immer der eine oder andere Kompromiss dabei, wenn 2 Menschen zusammen kommen.
Es kommt darauf an, wie gross die Unterschiede sind, die überbrückt werden müssen. Wie wichtig mir der Punkt ist, der mir einen grösseren Kompromiss abverlangt. Und wieviele es davon gibt, auch, wieviele faule Kompromisse sind.
Schau genau hin - würdest du dich wohlfühlen? Könntest du so leben? Mama werden kannst du immer noch.... denk mal an das Kind, das doch in einer harmonischen Familie aufwachsen soll.
 
  • #66
ich die Befürchtung, dass ich die Chance Mutter zu werden verpassen werde. Ich habe sehr viel über solche Ehen in den Foren gelesen und festgestellt, dass es nur sehr wenige Fälle gibt, wo es geklappt hat
auch wenn Du diese Befürchtung hast - sie darf NIE dazu führen, das Du deshalb nur schnell einen Mann wählst. Passen Dir diese Kompromisse wirklich nicht, hast Du das Gefühl das verstärkt sich eher - dann um Gottes Willen laß es.
Sicher, es gibt weltbewegenderes als religiöse Einstellungen, aber die großen Werte die jeder hat sollten nicht - sie MÜSSEN passen. Sonst wird das nix. Ich weiß von was ich rede. Ich bin, unter anderem wegen familiärer Ansichten zwecks Eltern Verwandtschaft erc. geschieden. Mit Kindern. Muss nicht sein.

m 44
 
  • #67
@void

Nein, es ist keine Vorentscheidung für das Kind, wenn es die Religion auslebt. Eine Vorentscheidung wäre es, wenn es diese Werte nicht vermittelt bekommt. Es sind kaum Fälle vorhanden, wo ein Kind, welches während der Kindheit so erzogen wurde ohne etwas mit der Religion am Hut zu haben, sich dann später im erwachsenen Alter für eine Religion entscheidet. Andersrum passiert es jedoch sehr häufiger, dass ein Kind trotz Vermittlung der religiösen Werte später ohne Gott leben möchte. Ich kenne selbst überzeugte Atheisten, die ihren Kindern die Religion beibringen, um es später selbst entscheiden zu lassen, ob es denn die Religion weiter ausleben möchte oder nicht. Denn ein Kind kann sich nicht entscheiden, während der Kindheit sind die Eltern dazu verantwortlich gewisse Lebensvorlagen anzubieten, die i.d.R auf eigene Überzeugungen beruhen. Und diese Lebensvorlagen möchte ich natürlich mit dem besten Gewissen anbieten. Kaum eine Mutter/ein Vater wird für sein Kind etwas schlechtes wünschen. Diese Werte sollten dann jedoch auch widerspruchsfrei weitergeleitet sein. Denn: Wenn der Vater was anderes erzählt und die Mutter was anderes, wohin soll das dann führen? Ganz ohne Religion aufwachsen kommt erstmal gar nicht in Frage und mit zwei Religionen aufwachsen lassen, führt wiederum auch nur zu Irritationen beim Kind, was dazu führt, dass das Kind sich zu keiner Religion zugehörig fühlen kann. Also müsste man sich auf eine Religion bei der Erziehung einigen und dann ist dies jedoch wiederum egoistisch gegenüber derjenigen Person, die auf alles verzichten muss.
 
  • #68
Eine Vorentscheidung wäre es, wenn es diese Werte nicht vermittelt bekommt. Es sind kaum Fälle vorhanden, wo ein Kind, welches während der Kindheit so erzogen wurde ohne etwas mit der Religion am Hut zu haben, sich dann später im erwachsenen Alter für eine Religion entscheidet.

Welche "Werte" sind es, die ein Kind in unserer Gesellschaft nur über Religion vermittelt bekommt? Wer hindert Dich, Deinem Kind diese "Werte" im Rahmen einer Erziehung mitzugeben? Ich habe keinerlei Werte nur dadurch mitbekommen, dass ich getauft und gefirmt bin. Ich finde auch nicht, dass Menschen, die sich für keine Religion entscheiden, irgendwie merkbar anders sind als solche, die, wie heute üblich, getauft sind, aber eigentlich nicht wirklich religiös.
 
  • #69
Hallo FS,

irgendwie habe ich das Gefühl, dass du gar nicht wirklich auf die Beiträge hier eingehst. Wir haben dir doch größtenteils schon geholfen. Beide Männer sind nichts für dich, weil es einfach nicht passt.

1.) der erste Mann gefällt dir, ihr habt jedoch unterschiedliche Wertvorstellungen, vermutlich will jeder auch seinen Kopf durchsetzen, beide nicht tolerant etc. das macht es schwer sich auf jemanden aus einer anderen Kultur einzustellen. Wenn du jetzt schon kein gutes Gefühl hast dann lass es. Hier liegt nicht das größte Problem in der Religion, sondern eurer Charaktere...ihr disskutiert jetzt schon und keiner will nachgeben
Du brauchst einen Mann, der sich anpasst und klein beigibt...habe ich recht?


2.) der andere zieht dich optisch nicht an und du kannst dir nicht vorstellen ihm nahe zu kommen? Hatte ich auch schon erlebt und es sein lassen. Das wird auf Dauer nix und macht dich unzufrieden

Du kannst doch nicht aus reinem Egoismus ein Kind in die Welt setzten. Das Kind wird es merken und Schäden davon tragen.
 
  • #70
@immer.wieder du unterwirfst dich eindeutig dem Primat deiner Religion. Beziehungen sind aus deiner Sicht nachrangig. Aus dem Grund wird dir nichts anderes üblich bleiben als ausschließlich Partner in deiner Religionsgemeinschaft zu suchen.

Jetzt gerade findest du jemanden ausserhalb dieser Gruppe attraktiv. Dies kann verschiedene Gründe haben:

1) Du haderst selbst mit deiner religiösen Einstellung und würdest dich gern (unterbewusst) davon befreien.

2) Du findest primär unerreichbare Männer attraktiv weil dies garantiert, dass du keine feste Bindung eingehen musst. Ggf. hast du vor Bindung (unbewusst) Angst. Auch das kann einen religiösen Hintergrund haben.

3) Auch eine Kombination beider Varianten ist denkbar.
 
  • #71
@irina_85

Nein, du hast nicht Recht. Ich möchte ja eben NICHT, dass er sich meinetwegen verändern MUSS- habe ich aber auch zuvor erwähnt. Deshalb mache ich mir ja auch Gedanken, wie man das Problem bewältigen kann. Es ist auch sein absolutes Recht nicht „nachzugeben“. Toleranz bedeutet auch nicht „nachgeben müssen“ und die Ansichten einer anderen Person durchsetzen lassen, obwohl man sich damit überhaupt nicht identifizieren kann. Das empfinde ich als eine eigenartige Interpretation des Wörtchen. Er soll so bleiben, wie er ist, ich respektiere ihn auch so, wie er ist. Und deswegen mache ich mir Gedanken über die Möglichkeiten, wie man bei der Erziehung der Kinder die Probleme in solch einer Konstellation lösen könnte.

Und wie #65 @Roscoe sagt, handelt es sich dabei nicht um eine Kleinigkeit, sondern um die Großen WERTE, diese kann man nicht einfach mal so ablegen- möchte ich auch nicht. Und ja, ich denke auch, dass die großen Werte passen sollten für eine ausgeglichene, harmonische Ehe, was mir auch viele Erfahrungsberichte bestätigen. Ich habe mich sehr intensiv damit auseinandergesetzt und habe sehr viele Leute gefragt- darunter auch geschiedene aus einer binationalen Ehe, warum es gescheitert ist. Ich möchte keinen Menschen ins Unglück stürzen- auch mich selbst nicht.

Ich habe mir über jeden Kommentar Gedanken gemacht, einige Beiträge von mir wurden aber nicht veröffentlicht. Habe mich auch sehr über jeden Ratschlag gefreut.

Ich möchte es euch jedoch -aufgrund eurer Bemühungen- nicht verbergen, dass ich heute früh einen netten Mann kennengelernt habe, bei dem die Konstellation passt. Jaaa, es ist wie ein Wunder. Er ist ein gebildeter Mann aus meinem Land. Unser Gespräch war sehr schön. Und er hat sich um mich bemüht, weil ich heute früh (jetzt nicht mehr so stark) enorme Kopfschmerzen hatte, was ich ihm erzählte. Ich wurde für das Wochenende auf ein Abendessen eingeladen. Gerne berichte ich euch, wie es gewesen ist. Aber es sieht so aus, dass mein Kopfzerbrechen ein Ende haben wird- hoffentlich. Er passt zu mir besser und gefällt mir auch von der Optik und ich hoffe sehr, dass alles schön wird. Meine Entscheidung wäre jedoch -auch ohne diesen Mann- letzendlich gegen die beiden anderen gefallen. Er wird nur der Grund sein, warum ich mich früher von dem Problem löse und auch wenn unser Date nicht schön enden sollte, werde ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, weder den nehmen, der aufgrund seiner Wertevorstellungen nicht zu mir passt noch den, der zwar passt, aber bei dem die Anziehungskraft fehlt. Ich werde euch berichten, wie es verlaufen ist :)

@Ejscheff Wenn Beziehugen für mich nachrangig wären, dann hätte ich mir nicht so viele Gedanken gemacht, wie man sie harmonisch gestalten kann.
 
  • #72
Werte sollten dann jedoch auch widerspruchsfrei weitergeleitet sein. Denn: Wenn der Vater was anderes erzählt und die Mutter was anderes, wohin soll das dann führen?
Gut, ich wundere mich bei diesem Thread eigentlich über keine neue Wendung mehr ... jetzt ist es die Religion.

Völlig richtig ist der Gedanke der FS, dass es Kindern nicht guttut, wenn sie von Mutter und Vater unterschiedliche Ansichten vermittelt bekommen. Doch das betrifft (im allgemeinen Alltag) eher die Auseinandersetzungen der Eltern in Beziehungs- und Erziehungsfragen, die auf das Kind hernieder prasseln. Die Mutter erlaubt dies - der Vater verbietet es, usw.

Und diese Auseinandersetzungen sind in einer von vornherein lieblosen Beziehung (die in erster Linie der Fortpflanzung dient, das war ja die Eingangsfrage) vorprogrammiert.

Die Beziehungsproblematik sehenden Auges schon bei der Partnerwahl hinzunehmen, steht jedem/jeder frei. Aber Kind(er) ebenso blind mit hinein zu ziehen, finde ich verantwortungslos.
 
  • #73
Den Ausländer würde ich nur nehmen, wenn -so ist meine Meinung- das Kind die Religion oder Weltanschauung der Mutter per Alltag und Erziehung bekommt. Es ist unser Körper, in dem die Kinder heranwachsen. Klar, ohne männliche Samen kein Kind, aber der Unterschied zwischen der Schwangerschaft der Frau und der Nichtschwangerschaft des Mannes ist da.
Nr.2 scheidet doch aus, wenn du keine Anziehung verspürst und somit keinen Sexwunsch, wobei Sex keinesfalls das wichtigste ist.

Ich würde an deiner Stelle beide noch weiter kennenlernen.
 
  • #74
Find ich schön, dass Du weiter berichten willst. Und ja, es grenzte schon an ein Wunder, wenn auf einmal die Lösung in Form eines Dritten daherkäme, aber wer weiß. Ob der Mensch ein guter ist, findest Du ja erst nach und nach raus.

Ich hab das nie verstanden, warum Menschen, die ihre Kinder religiös erziehen, das so denken, wie Du beschrieben hast, also dass das Kind sich das noch aussuchen könnte. Das hier:
Es sind kaum Fälle vorhanden, wo ein Kind, welches während der Kindheit so erzogen wurde ohne etwas mit der Religion am Hut zu haben, sich dann später im erwachsenen Alter für eine Religion entscheidet. Andersrum passiert es jedoch sehr häufiger, dass ein Kind trotz Vermittlung der religiösen Werte später ohne Gott leben möchte.
würde ich eher so interpretieren, dass die Menschen, die ohne Religion aufgewachsen sind, sich auch später abgewandt hätten und es gut war, ihnen die Religion nicht aufzudrücken. Aber das kann man ja nicht prüfen. Wenn Religion keinen Schaden anrichtet, indem dem Kind Furcht vor einem imaginären Aufpasser, der alles sieht, oder Abwertung und Schuldigsprechung von Frauen per Geschlecht oder sowas eingeredet wird, kann ich auch glauben, dass das Kind später eine Wahl hat, sich auch dagegen zu entscheiden.
Ich finde, es kommt sehr auf die Werte der Religion an, die man auswählt und weitergibt. Aber das wäre dann vielleicht wieder Rosinenpickerei. Wenn vor dem gewählten Gott die Frau Sünde ist, wird das Kind das mitnehmen als Geschlechterbild, Junge wie Mädchen.
Ich kannte mal ein kleines Kind, das extrem religiöse Eltern hatte. Jedes zweite Wort war "Jesus", ihre Spielfiguren waren schon aufgeteilt in Gut und Böse, so dass manche davon die Projektionsfläche für das Böse sein sollten. Es war wirklich gruselig, wie die Eltern das Kind indoktriniert hatten.

Diese Werte sollten dann jedoch auch widerspruchsfrei weitergeleitet sein.
Ja, das finde ich sehr wichtig, unabhängig von Religion. Auch sollten die Werte für alle gelten. Also nicht ein Familienmitglied Ausnahmen leben dürfen. Das sät ja dann auch Zweifel und Verwirrung.

Die Denkschemen der Religion, die der Wissenschaft widersprechen und die z.B. der Gleichwertigkeit der Geschlechter widersprechen, bringen mitunter für einen Menschen große Probleme und bauen Hürden im Kopf, die nicht sein müssten. Ich kannte mal einen Ingenieur, der Probleme im Studium bekam, als gelehrt wurde, dass der Beobachtung nach das Universum aus einem Punkt durch einen Urknall entstanden sein müsste.
Ich finde es sehr wichtig, wie und was von der Religion vermittelt wird und wie restriktiv.
 
  • #75
... dass ich heute früh einen netten Mann kennengelernt habe, bei dem die Konstellation passt. Jaaa, es ist wie ein Wunder. Er ist ein gebildeter Mann aus meinem Land.


Liebe FS,

bedeutet das Kennenlernen bei dir, dass du ihn bereits persönlich getroffen hast oder siehst du ihn in Natura zum 1. Mal am Wochenende?

Du schreibst, er passt besser zu dir und gefällt dir auch von der Optik und du hoffst, dass jetzt alles schön wird.

Nun, das hoffe ich für dich ebenfalls.

Ich lasse mich überraschen, was du nach eurem Abendessen zu berichten hast und ob du bereits die Hochzeitsglocken läuten hörst.
 
  • #76
...sondern um die Großen WERTE, diese kann man nicht einfach mal so ablegen- möchte ich auch nicht.

Was sind "die großen Werte"?

Ich möchte es euch jedoch -aufgrund eurer Bemühungen- nicht verbergen, dass ich heute früh einen netten Mann kennengelernt habe, bei dem die Konstellation passt. Jaaa, es ist wie ein Wunder.

Da scheint die Auswahl bei Dir ja schnell zu gehen. Hat er Dir schon einen Heiratsantrag gemacht oder geht´s nur um die Zeugung der "richtigen" Kinder?
 
  • #77
Wer derart blind einer Religion folgen möchte, hat nur eine Chance:
- ganz viele Veranstaltungen der entsprechenden Kirche besuchen und hoffen, dabei auf einen Mann zu treffen, der eine Frau wünscht, die genau in dieser Religion verhaftet ist und ihm auch noch gefällt. Und er ihr.
Denn eines ist mir völlig klar - jeder Mensch ausserhalb dieser Religion wird niemals sein Kind mit solchem Gedankengut aufwachsen lassen wollen.
 
  • #78
@Tom26

Mir geht es einzig um die Erziehung der Kinder und um meine Verantwortung für die Entscheidungen meiner Kinder im höheren Alter. Ich bin gläubig und vertrete bestimmte Überzeugungen. Ich habe einfach Angst davor, dass ich später Schuldgefühle haben werde, wenn ich zusehen muss, dass meine Kinder als Resultat MEINER Erziehung keinen Gott und keine Religion kennen. Klar, können die sich später im erwachsenen Alter dennoch anders entscheiden. Aber dafür trage ich dann nicht mehr die Verantwortung. Kein Zwang! Sehe mich nur dazu verpflichtet, sie „richtig“ zu lenken. (Richtig nach meiner Überzeugung) Ich kann es jedoch verstehen, dass insbesondere Menschen, die überhaupt nichts mit der Religion am Hut haben, dies nicht empathisch nachvollziehen können.

@Lebens_Lust

Große Werte sind für mich solche, die aufgrund der ethinischen Herkunft einner Person tief in dieser Person über viele, viele Jahre verankert und verinnerlicht sind. Diese können auf religiöse, historische, kulturelle oder soziale Hintergründe basieren. Dazu gehört zB auch die Religion.

Aber bei einer Sache haben einige Foristen hier wohl Recht und zwar, dass ich beziehungsangst habe. Ich denke, das stimmt. Ich habe DEN richtigen Mann mit den dämlichsten Gründen gehen lassen, mir irgendwelche seltsame Dinge aus den Fingern als Grund gesaugt und beschäftige mich nun mit solchen, die überhaupt nicht zu mir passen, wo es mir padoxerweise auch selbst bewusst ist, dass diese Konstellation mit vielen Konflikten verbunden sein wird und dass es früher oder später zum Scheitern verurteilt ist. Und das alles, obwohl ich mir nichts mehr wünsche als glücklich zu sein und Kinder zu haben. Ich versuche an mir zu arbeiten und werde versuchen dem neuen, der wirklich zu mir passt die Chance zu geben, indem ich versuche mehr rational an die Sache ranzugehen.
 
  • #79
Aber bei einer Sache haben einige Foristen hier wohl Recht und zwar, dass ich beziehungsangst habe. Ich denke, das stimmt. Ich habe DEN richtigen Mann mit den dämlichsten Gründen gehen lassen, mir irgendwelche seltsame Dinge aus den Fingern als Grund gesaugt ... Ich versuche an mir zu arbeiten und werde versuchen dem neuen, der wirklich zu mir passt die Chance zu geben, indem ich versuche mehr rational an die Sache ranzugehen.

Wenn dies aus deiner eigenen Sicht das entscheidende Problem ist, könnte es sein, dass du mit an dir selbst arbeiten nicht in einen für eine Familiengründung ausreichenden Umfang weiter kommst.

Hinter so einem Problem können rational nicht einfach kontrollierbare Ängste stecken. Der eine oder andere wird mir jetzt vielleicht schreiben, dass ich Übergriffig pathologisiere, letztlich kann es aber manchmal sinnvoll sein, sich psychotherapeutischen Rat zu holen. Schädlich dürfte dies jedenfalls nicht sein.

Wenn du dein Problem ohne fachliche Hilfe bewältigen kannst wäre dies natürlich noch besser.
 
L

Lionne69

Gast
  • #80
Liebe immer.wieder

Zum Thema Religion
Meiner Mutter war Religion egal, sie war evangelisch, ist nie ausgetreten, praktizierte auch nie.
Mein Vater ist ausgetreten, aber der erzkonservativste Katholik, nach seinem Werten, den ich je erlebt habe. Da bekomme ich heute noch Fluchtreflexe, wenn mir so jemand begegnet. Kirche, Glaube an sich war er aber gegenüber paradoxerweise sehr abwertend.

Ich habe sehr früh meinen eigenen Weg gewählt, bin ab der Grundschule oft Sonntag Vormittag zum Gottesdienst, alleine, aus eigenem Wunsch, die Kirche war etwa 45 min weg. Ich fand es einfach sehr friedlich, ein sehr tiefgehendes, gutes Gefühl, und so habe ich meinen Glauben heute gefunden.
Mir ist ein Gebet, der Glaube an eine Instanz wichtig, in manchen Situationen mein Halt, oft genug kommt auch ein Innehalten und ein Danke nach oben.
Ich bin nicht die Gottesdienstgängerin, gehe aber in die Christmette und Osternacht in die katholische (!) Kirche, zünde öfters eine Kerze an, gehe in eine Kirche zum Innehalten, Nachdenken.
Da ist es mir egal, welcher Konfession, darauf gebe ich nichts.
In der Türkei empfand ich Moscheen als ähnlich friedlich, als Ort, mit einer wohltuenden Nähe
In der Verwandtschaft gibt es alles, vom militanten Atheisten, Muslime, ein paar Buddhisten. Ich erlebte eine buddhistische Beerdigung in unserer Familie , eine sehr bewegende und sehr schöne Art Abschied zu nehmen.

Meine Söhne sind mit diesem meinen Bild aufgewachsen, den Einflüssen aus der Umgebung, der Familie - den positiven wie den negativen -, der Schule. Es sind viele Faktoren.
Sie haben Ihr eigenes Bild, der eine ist heute Atheist, der andere fühlt sich nicht einer Religion zugehörig, aber hat seine eigenen Gedanken und seinen Umgang.

Ich denke, an Werten habe ich ihnen einiges vermitteln können, vor allem auch Toleranz.
Ihren Umgang mit Glauben werden sie finden, so wie ich ihn auch für mich gefunden habe - ohne Einfluss meiner Eltern.
Die Konfirmation wollten sie beide, es war ihnen frei gestellt, der eine ist aber nach einigen Jahren, erwachsen, ausgetreten.

Wenn Du irgendwann einmal DEN Partner hast, und dann auch Kind(er), dann gib Ihnen gerne Werte mit. Leitplanken sind wichtig. Aber lass ihnen auch Freiheit.

Liebe ist der wichtigste Wert, gefolgt von Akzeptanz und Toleranz.
Alles 3 hätte ich mir von meinem Eltern gewünscht.
Religion, Glaube findet sich.
Tu ihnen ein liebloses Elternhaus nicht an.
 
  • #81
Ich habe DEN richtigen Mann mit den dämlichsten Gründen gehen lassen, mir irgendwelche seltsame Dinge aus den Fingern als Grund gesaugt
Hm, dann liegt ja aus der Vergangenheit ein ziemlicher Stein in Deiner Seele. Wenn Du dem Mann noch nachtrauerst, kann es gut sein, dass Du ihn verklärst und damit ein neuer Mann kaum eine Chance hat. Oder dass Du verkrampfst und Dein Bauchgefühl nicht mehr hörst aus Angst, so einen Fehler noch mal zu machen.

Ich denke, wenn zwei Menschen sich so fühlen, dass sie zueinander gehören, UND beide bereit sind, eine Beziehung einzugehen, erst dann ist erkennbar, ob es richtig für sie ist, zusammen zu sein. Soll heißen, dass Deine Entscheidung, die Du damals gegen diesen "richtigen Mann" getroffen hast, eben damals auch Dir richtig erschien und es deswegen auch so war.
Man trifft ja immer Entscheidungen in seinem Leben, die bewirken, dass man zwischen zwei Wegen wählt und auf den anderen nicht mehr kommen kann. Und auch wenn die Entscheidung im Nachhinein bedauert wird, war sie ja in dem Moment als richtig empfunden. Man wäre ein anderer Mensch, hätte man sie anders getroffen. Das einzige, was man rausziehen kann aus dem Ganzen, ist eine Erkenntnis. Wenn die lautet "das passiert mir nicht noch mal", kann es zur nächsten falschen Entscheidung führen, falls man verkrampft. Also verharren in schlechten Zuständen oder Beziehungen, weil man nicht mehr weiß, was gut ist, und Angst hat, es zu bereuen.

Vielleicht ist der Gedanke daran, den richtigen Mann gehengelassen zu haben, das, was Dich jetzt so treibt, endlich einen Mann zu finden für Heirat und Kinder? So klingt das ein bisschen, also sehr kopflastig, wenn man Deinen Eingangspost liest - den oder den, aber einer muss es jetzt sein. Nun hast Du ja zum Glück noch einen Dritten kennengelernt. Guck ihn Dir genau an, muss auch nicht der Richtige sein.

Ich habe einfach Angst davor, dass ich später Schuldgefühle haben werde, wenn ich zusehen muss, dass meine Kinder als Resultat MEINER Erziehung keinen Gott und keine Religion kennen.
Hm... Also ich denke nicht, dass sie Dir das vorwerfen würden, weil man ja nicht mehr zurückgehen kann, sich MIT Religion noch mal entwickeln und dann vergleichen.
Du scheinst aber daran viel ... ich nenne es mal "kulturelle Identität" zu knüpfen. Dahingehend versteh ich schon, dass Du das vermitteln willst, wo die Wurzeln sind von Dir als Elternteil und damit auch von Deinem Kind, zumal Du anscheinend in einem fremden Land lebst.
 
  • #82
Hallo immer.wieder,
Schon mal schön, dass du weißt, dass du Kinder möchtest. Aber bitte versteife dich nicht zu sehr und ungelegte Eier sind sehr energieraubend. Zur Geburt meines Kindes habe ich mir immer Sorgen gemacht, wie ich es erziehen soll, damit es später nicht xyz wird. Mein Partner als Argentinier hat zwar teilweise inkompatible Ansichten (z.B. "ins Bett bringen" fand er unnötig, Kind kann auf Couch einschlafen), aber irgendwie einigen wir uns doch immer. In jeder Beziehung auch ohne Kind finde ich Kompromisse wichtig, weil meine Meinung nicht mehr zählt als die des anderen. Er war nie der Ritter in schillernder Rüstung, sondern einfach nett und familientauglich, aber auf keinen Fall "3. Wahl". Du scheinst arg verkopft an die Sache ranzugehen, das tut auch bei dr Kindererziehung nicht gut.
Der Partner sollte dem Kind möglichst eine Bereicherung zu mir sein, und gerade andere Kulturen sehe ich da als schöne Ergänzung, wenn man offen dafür ist. Bitte rücke das Thema Andersartigkeit nicht in den Mittelpunkt - selbst wenn dein Partner aus dem gleichen Dorf wäre, hättet ihr Streitpunkte in der Erziehung, mach dir keine Illusionen. Ein Kind wird seinen eigenen Weg finden, und wenn du ihm einfache Geschichten über Gott erzählst,kann ich mir keinen besonderen Konflikt mit einem aufgeschlossenen Moslem vorstellen. Seine potentiellen Vaterqualitäten sind da viel wichtiger.
 
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