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  • #1

Wann geht man?

Wenn Ihr eine Beziehung hättet, die nicht immer problemlos ist und in der oft Diskussionsbedarf (kein schlimmer Streit!) vorhanden ist über Ehrlichkeit, Vertrauen, Treue etc.

Wie lange würdet Ihr in so einer Beziehung bleiben? Würde Euch ein gewisser materieller Status den Abschied schwerer machen, wärt Ihr also dadurch "leidensfähiger"?
 
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  • #2
aus eigener erfahrung: diese leidensfähigkeit aus finanziellen, materiellen gründen lohnt sich auf dauer nicht!
ich habe es lange ausgehalten. aus schein. aus sicherheitsdenken.
und es hat sich insofern bitter gerächt, als dass es mit der zeit nur noch schwieriger wurde auszusteigen.
auch wenn eine längst überfällig trennung im moment alles (vermeintlich) schlimmer macht, auch wenn man allein ist, auf sich zurückgeworfen, viele gewohnte dinge einfach nicht mehr da sind... trotzdem ist es auf längere sicht gesehen immer eine verbesserung und erleichterung!
oft weiß man in einer unglücklichen, "dahinplätschernden" beziehung schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, wirklich glücklich zu sein bzw. wirklich zu lieben und geliebt zu werden.
das ist sehr sehr schade.
wenn "lieben" mit dem partner nicht mehr möglich ist und auch nicht mehr rückholbar ist, dann ist eine trennung der einzige weg, um wieder ins eigene glücklichsein und in die eigene wirkliche zufriedenheit zurückzufinden :)
 
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  • #3
Wenn Ihr eine Beziehung hättet, die nicht immer problemlos ist und in der oft Diskussionsbedarf (kein schlimmer Streit!) vorhanden ist über Ehrlichkeit, Vertrauen, Treue etc.

Wie lange würdet Ihr in so einer Beziehung bleiben? Würde Euch ein gewisser materieller Status den Abschied schwerer machen, wärt Ihr also dadurch "leidensfähiger"?

Ich empfinde groben Streit als sehr schlimm. Ebenso schwierig ist es, kein Vertrauen haben zu können. Kann schon sein, dass materielle Bequemlichkeit leidensfähiger macht. Man versucht sich zu arrangieren und die Dinge schönzureden.
Aber es macht im Grunde dann keinen Spaß sondern auf Dauer krank immer damit rechnen zu müssen, dass man betrogen und hintergangen wird. Da helfen auch materielle Werte nur oberflächlich. Die Seele bleibt leer.
 
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  • #4
Wie die meisten Männer habe ich viel zu lange in einer kaputten Ehe ausgehalten. Meine Exfrau hatte in der Eheberatung eingeräumt, dass sie mich seit fast zehn Jahren nicht mehr geliebt hat, irgendwann sogar, dass sie mich nie geliebt hat, sondern nur geheiratet und versorgt werden wollte und das auch der Grund für ihre Schwangerschaft (ohne die es nie und nimmer eine Hochzeit mit ihr gegeben hätte) gewesen ist. Trotzdem habe ich noch Jahre lang weitergemacht, weil sie mich zuerst mit dem gemeinsamen Kind, das ich angeblich nur noch selten sehen würde und dann mit der Existenzgrundlage - Firma, kein Ehevertrag - erpresst hat. Ich bin in dieser Zeit fast vor die Hunde gegangen, weil ich zuviel gegessen, geraucht, getrunken habe und nicht mehr richtig arbeiten konnte. Gebracht hat das Leiden nichts, sondern geschadet. Wie bei allen Ehepaaren, die die kenne und die "es noch mal versucht" haben, hat es nur viel Kraft, Zeit, Geld und Lebensqualität gekostet. Sobald man denkt: "Ich liebe diese Frau nicht mehr", sollte man konsequent gehen.
 
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  • #5
Ich schließe mich 1 zu 100Prozent an.

Ich war auch leidensfähiger, weil ich mich mit dem materiellen Status getröstet habe. Im nachhinein ist man schlauer und weiss, dass es gesünder ist, nicht dem Status wegen, eine Beziehung aufrecht zu halten, die nicht hauptsächlich aus schönen Momenten besteht.
Es ist sogar sehr ungesund. Ich wurde richtig depressiv. Das hat mich gelehrt, dass Geld nicht glücklich macht.

w31
 
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  • #6
Die 13 Jahre, die ich verheiratet war, hatte ich eigentlich die letzten 5 Jahren nur noch wegen den Kindern die Ehe aufrechterhalten.

Ich habe die Familie finanziell von Anfang an alleine unterstützt. Als meine Ex dann die letzten 3 Jahre (nach 10 Jahren Kinderpause) wieder anfing zu arbeiten, hat sie kaum finanziell zum Familienunterhalt beigetragen. Den Großteil hatte ich weiter finanziert, sogar ihr noch hintereinander 2 neue Autos gekauft.

Ihre Schwester (meine ehemalige Schwägerin) führte auch eine Ehe nur um abgesichert zu sein. Sie betrog ihren Ehemann (meinen ehem. Schwager) bereits öfter als 3mal, bleibt aber immer noch in der Ehe um die Absicherung nicht zu verlieren.

Meine ehem. Schwiegermutter war 4mal verheiratet, ist nun geschieden und hat sich zur Absicherung wieder bei ihrem allerersten Mann (gute Rente) eingenistet -als "Pflegerin". Der Mann leided unter starker Demens/Alzheimer und versteht es sowieso nicht mehr. Ich kann mich aber daran erinnern, dass er kurz bevor er alles vergessen hat auf die Idee angesproche sagte: Mit meiner ersten Frau wieder? NIE UND NIMMER. Geholfen hat es ihm nicht, da meine Ex Frau und die Ex Schwägerin für ihn nun diese Entscheidung treffen dürfen. Eine Mafia!

Deshalb meine Meinung, die ich auch schon einmal hier gepostet habe: Schaut euch immer an, wie die Familie des Partners tickt. Da weis man, was man sich ggf. ins Nest legt.

Ich habe nach 5 Jahren hin und herüberlegen endlich die Scheidung eingereicht- von heute auf morgen und ohne Vorwarnung. Meine Kinder haben es sehr gut aufgenommen, auch wenn wir uns vermissen.

Somit kann ich #3 vollkommen Recht geben. Wenn man anfängt zu überlegen, sollte man sofort die Reißleine ziehen und nicht sehr lange mit dieser Entscheidung warten.

Viel Glück
m45
 
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  • #7
Ich bin so lange geblieben bis ich merkte das mein Ex - Partner mich nicht liebt und nie wollte.
Er hatte nichts zu bieten, hatte Privatinsolvenz und zwei freche jugendlichen Kinder aus erster Ehe. Das Leben mit ihnen war eine Strapaze in alle Richtungen. Solange er mir vorgaukelte es ernst zu meinen blieb ich aus Liebe. Ich erkannte im Nachhinein das er nie die Absicht hatte mit mir zusammenzubleiben, mich nur benutzte um eine Frau im Bett zu haben die ihm die Wohnung putzt, die Wäsche macht und bei der er aufs Geld schielte.
Als er zum x-ten mal Schluss machte hab ich losgelassen. Er wollte dann trotzdem noch das ich bis ich eine andere Wohnung fand, zurück in sein Bett komme, ich lehnte ab.

Während der Trennung ( als er vorschlug das ich abends in seinem Bett liege ) äußerte er sich hinterrücks bei Bekannten verletzend über mich. Dies erfuhr ich wesentlich später.
Das heisst tagsüber redete er schlecht über mich und Nachts wollte er mich neben sich haben.
Das verdeutlicht mir wie charakterlos dieser Mensch eigentlich ist.
Kein Jahr nach meinem Auszug stellte mir dann seine geschiedene Frau, die nach 10 Jahren wieder bei ihm einzog ,neben meinen Hauseingang, suchte oft seinem alten Freund auf der dort auch wohnt.

Ich glaube wenn deutlich wird das keine Liebe beim Partner vorhanden ist, kein Wille etwas Solides, Glückliches, Schönes und Ernsthaftes miteinander angehen und aufbauen zu können - dann kann man es sein lassen. Aus Liebe hätte ich ihn trotz Schulden und gehässiger Kinder
genommen - aber : ohne Liebe würde ich noch nicht Mal einen Millionär nehmen.
 
  • #8
Man geht wenn man seinen partner nicht mehr liebt oder weiß, dass man selber nicht mehr geliebt wird. Was du mit Vertrauen meinst wird ja leider nicht klar. Lügen oder betrügen in einer Beziehung würden eigentlich bei mir immer zum Ende der Beziehung führen, da damit auch die Gefühle absterben.
 
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  • #9
Ich kann mich den vorherigen nur anschliessen und das wichtigste ist :

a) Schau Dir genau die Schwiegereltern an und wie Sie mit Deinem Partner umgehen , wenn Ihr zu Besuch seid oder mit den Geschwistern von Ihr daran erkennst Du viel denn die Kindheit prägt jeden für sein ganzes Leben

b) beim Sex : wenn Du merkst das es auf einmal unpersönlich und emotionsloser Sex ist dann stimmt etwas in der Beziehung nicht mehr und dies ist ein Alarmzeichen

und

c) selbst wenn Berührungen des anderen für einen unerträglich werden

dann wird es Zeit zu gehen .

Die Trennung von meiner EX war die Hölle , hat sehr viel Geld gekostet und ich hab fast zwei Jahre gebraucht um darüber wegzukommen aber ich weiss auch :

Wenn ich mich nicht trenne - und dies tut auch wirklich weh - dann hab ich keine Chance auf einen neueren und besseren Partner der mir Kraft und Energie gibt und der mir zeigt, dass Leben ist noch liebenswert....

Ich hab gelernt - beachte die obigen Punkte bei der Partnerwahl und umgebe Dich nur noch mit Freunden / Bekannten und Partnern die Dir Deine Lebenskraft nicht aussaugen sondern diese bereichern und die Dir gut tun !

Viel Glück

m- 45
 
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  • #10
Meine Vorantworter sind alle für's trennen, mit Schmerz gehen, aber gehen.
Nun ich kenne einige Menschen, die nicht gehen, wg. der finanziellen Absicherung und vielleicht auch weil sie nicht allein sein wollen, etc. Dann ist die Angst vor dem Alleinsein, finanz. Schwierigkeiten größer als der momentane Leidensdruck. Eine solche Entscheidung ist immer eine Momentaufnahme und wer sagt denn, daß das was ich jetzt richtig empfinde in ein paar Wochen für mich noch genauso richtig ist. Für alles gibt es einen Grund, auch für das was man nicht macht.
w45
 
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  • #11
Was Nr. 8 geschrieben hat, findet zum größten Teil meine Zustimmung.
Ich bin seit 12 Jahren in einer Beziehung, wir haben zwei Kinder von 11 und 8 Jahren. Ich wusste instinktiv schon in der ersten Zeit unserer Beziehung, dass ich mit dieser Frau nicht zusammen sein will (sie hatte eine schwierige Kindheit, sieht alles negativ, sucht immer einen Schuldigen für ihr vermeintliches Unglück), ich war aber zu schwach, mich zu trennen. Dann kamen die Kinder. Nach außen hin sind wir eine perfekte Familie. Die Kinder entwickeln sich sehr gut, finanziell haben wir keine Probleme, eine schöne Eigentumswohnung etc. Die Mann-Frau Beziehung ist jedoch schon lange tot und mittlerweile ist es schon so, dass ich ein unangenehmes gefühl habe, wenn sie im gleichen Raum ist wie ich. Sex gibt es nur alle paar Wochen einmal. Hier geht es aber auch nur um die Lustbefriedigung- ohne Gefühle dahinter. Ich weiß, dass ich mich schon längst hätte trennen müssen. Ich bleibe, weil ich meinen Kindern eine Familie bewahren möchte. Ich denke, dass vor allem der größere sehr unter einer Trennung leiden würde. Das Verantwortungsgefühl meinen Kindern gegenüber wiegt für mich schwerer als mein Glück oder besser gesagt Unglück. Mich wundert selbst, dass ich als Mensch noch nicht in diese Negativspirale hineingezogen worden bin, die meine Frau aufgrund ihrer Art auslöst. Das ist auch ein Grund, warum ich bleibe: ich möchte nicht, dass meine Kinder nur diese negative Lebenseinstellung mitkriegen. Dies wäre unweigerlich der Fall, wenn sie nur mehr mit meiner Frau zusammensein würden. Dies wäre nach einer Trennung hauptsächlich der Fall.
 
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  • #12
Liebe/r FS,
mir wurde die Entscheidung abgenommen. Ich war "leidensfähiger" wg der Sicherheit und auch aus Bequemlichkeit, weil ich ihn geliebt und an uns geglaubt habe. Da habe ich über mangelnde Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit,... hinweggesehen. Er hat Schluss gemacht und ich merke, dass ich gut alleine zurechtkomme, wie andere schon geschrieben haben, wieder unbeschwerte glückliche Momente habe und den Mut, mein Leben so zu gestalten, wie ich will. Materielle Dinge sind ein schwacher Trost, hab lieber weniger und es ist deins :) Lg
 
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  • #13
Ich habe immer geschaut, geldlich unabhängig zu bleiben. Zwar habe ich nie viel Geld verdient, aber das bißchen reichte trotzdem, um sich alles mögliche an wichtigsten Dingen leisten zu können. Mir kann keine Frau sagen, dass sie einen Ernährer braucht. Es geht immer auch ohne Mann. Man kann doch nicht auf Kosten des Partners leben. . Auch nicht in der Ehe.

Wenn es Streits gibt wegen so grundlegenden Dingen wie Ehrlichkeit oder Treue, dann geht man. Dann lebt man halt mal eine zeitlang ohne Auto, oder verzichtet mal auf Urlaub oder sonstige große Anschaffungen.
 
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