• #1

Wann ist viel Arbeit zu viel für eine Beziehung?

Liebes Forum,

ich sehe mich immer häufiger in meiner Partnerschaft Streitereien ausgesetzt, in denen es um die Arbeit bzw. zu viel Arbeit geht. Ich arbeite als Regieassistenz/Projektleitung an Projekten, die in der Regel 6 bis max. 8 Wochen dauern. Diese Zeit ist in drei Etappen unterteilt, wobei wir die letzten 10 Tage jeden Tag (auch Wochenende oder Feiertag) arbeiten und dann auch mindestens 12 Stunden. Die Wochen davor sind moderat, max. 6-8 Stunden Arbeit in einer 5 bis 6 Tage Woche (auch Wochenenden), dazwischen aber auch mal 4 freie Tage am Stück o.a., oft jedoch unter der Woche. Zwischen den Projekten habe ich meist 3-4 Wochen komplett frei.
Mein Partner arbeitet Mo bis Fr von 8 bis 17 Uhr, selten macht er Überstunden. Er hat wenig Freunde im Umkreis leider und auch kaum richtige Hobbies außer Gym. Nun kommt es vor allem in Endphasen meiner Projekte zu Streitigkeiten, wo mir vorgeworfen wird "deine Arbeit hat immer Priorität", "du nimmst dir keine Zeit für mich" oder "ich bin doch nur dein Lückenfüller".
Dabei ist meine Meinung, dass ich so viele Stunden wie es geht mit ihm verbringe und dabei schon mal personliche Hobbies oder Anliegen deshalb zu kurz kommen. Wenn ich das anspreche bekomme ich zu hören "was, jetzt ich mich auch noch geehrt fühlen dass du Zeit mit mir verbringst?".
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ist es so schwer zu verstehen, dass ich die wenige Zeit die ich in den Endphasen übrig habe an ihn gehen? Habe schon x-mal versucht ihm zu erklären, dass ich gerne Zeit mit ihm verbringe und auch mit ihm verbringen will. Mir ist nie wirklich langweilig, finde immer was zu tun, könnte also die Zeit auch anders nutzen, will sie aber mit ihm verbringen.

Kann mir wer weiterhelfen oder Erklärungsversuche geben? Bin am Verzweifeln und frage mich an was es liegt: ist es wirklich die viele Arbeit meinerseits, ist es sein karges Privatleben, ist es eine Kombination? Sind wir nicht kompatibel und eine Trennung nach über 3 Jahren steht im Haus?
Würdet ihr in eurer Beziehung eine solche Situation meinerseits tolerieren?

W, 25
 
  • #2
Also erstmal: ich kann dein Arbeitspensum verstehen, ich bin auch im Medienbereich tätig, wenn auch ein anderer Bereich. Daher kann ich deine Zeiten nachvollziehen und dass man da nicht unbedingt noch den Kopf für anderes hat. Ich kenne allerdings auch die andere Seite - mein Ex war sehr viel unterwegs wegen des Berufes, auch oft kaum Zeit, viel Stress, Kopf mit anderen Dingen voll und hatte deswegen auch kaum Sehnsucht in dieser Zeit. Aber ich habe es akzeptiert, weil ich es vorher wusste.

Ich denke, bei euch ist es, wie du schon sagst, eine Kombi aus beiden Problemen - deine viele Arbeit und seine fehlende sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Ich kann total verstehen, wie blöd das ist, wenn man selber Zeit hat, nur der andere nicht. Da fühlt man sich zwangsläufig nicht so wichtig. Aber wenn du ihm das schon oft gesagt hast, dass du gern bei ihm bist und deine wenige freie Zeit mit ihm verbringst, dann klingt es mehr nach seinem Problem.

Wenn er es nicht verstehen kann oder will, dann passt ihr wohl leider einfach nicht zusammen. Diese Erkenntnis ist sehr schmerzhaft, aber wenn du dich immer zerteilen musst und er trotzdem nörgelt, ist das einfach nicht zweckmäßig.
 
  • #3
@Swifty1989
Sowas macht mich richtig wütend! Ich kenne das! Du hast da einen raumgreifenden und sehr dominanten und rücksichtslosen Egoisten an deiner Seite. Er fordert und fordert. Was forderst du von ihm? Was gibt er dir? Ich hatte auch so einen Dauernörgler und Klammerer, super dominant. Freitag sollte ich frisch gewaschen zum Feierabendsex um 16.00 (!) Uhr parat stehen und natürlich das Wochenende bis Sonntag Mittag bleiben. Wie ich das zeitlich schaffte als PR Managerin und mit Pendeln, Duschen, Umziehen, Tasche packen, Seniormieze versorgen, war ihm scheißegal. Es war indiskutabel sich erst abends nach der Arbeit zu treffen. Er hingegen sagte regelmäßig spontan Dates unter der Woche ab - ohne jedes schlechtes Gewissen. Er sei noch mit Arbeitskollegen was Essen und unterwegs... Er könne jetzt nicht weg... Ich zeigte immer Verständnis. Kein Problem. Nachsicht pur. Aber er forderte vehement seine Termine bei mir ein. Unverschämt. Auch unter der Woche kam er während der Arbeitszeit mal schnell im Büro vorbei für eine Kuschelstunde. Ich nahm mir immer Zeit. Und wehe ich stand mal nicht parat, weil die Putzfrau da war. Da spielte er echt den Beleidigten und ich bekam böse SMSen! Sogar meine Dressurreitstunden habe ich verlegt für ihn - vom Wochenende auf werktags abends. Heute sind wir getrennt. Und es tut mir leid um die vielen verpassten Arbeitszeiten und den Freitagsstress. Vermutlich wäre ich heute eine reiche Frau!!! Was blieb alles liegen in dieser Zeit in meiner Wohnung! Wäre ich mal lieber am Wochenende mit Freundinnen zum Reiten gegangen. Meine Rente und meine Rechnungen musste ich selbst bezahlen und verantworten. Solange dein Freund nicht heiraten und zusammenleben will und Verantwortung übernimmt, bekommt er soviel Zeit wie er verdient. In englischen Beziehungsratgebern raten sie Frauen übrigens zu nicht mehr als 1 Date in der Woche. Ehrlich gesagt, das hat alles seinen Grund. Die deutschen Mämner fordern Zeit und Sex, wollen aber selbst unverbindlich bleiben. Er nimmt dich bereits als selbstverständlich. Ich habe meinen Ex 5x in der Woche gesehen, früh und abends Sex. Geheiratet hat er dann spontan eine Jüngere, die er überhaupt nicht kannte. Mein Fazit: Arbeit ist Arbeit und Sex ist Sex. Alles zu seiner Zeit.
 
  • #4
Also ich sehe das Problem auch eher bei deinem Partner, weil er einfach mit sich selbst alleine nichts anzufangen weiß.

Wie du schreibst sind es nur manche Zeiträume mal für ein paar Tage, wo du dann zum Ausgleich sogar mehrere Wochen abends da bist.

Kaum eigene Hobbys und Interessen, keine eigenen Freunde und dann soll die Freundin zum Bespaßer werden, weil er sich sonst langweilt?

Wie ist es denn, wenn du Zeit für ihn hast - verbringt ihr die Zeit aktiv gemeinsam oder sitzt er dann auch nur da und schaut neben dir Fernsehen?

Und wie sieht es mit dem Haushalt aus, muss er den dann alleine machen und ist deswegen vielleicht sauer?

Wie du schreibst ist es ja auch nicht immer so. Ich hatte mal einen Partner der in der Gastronomie arbeitete, er hatte ein/zwei Tage die Woche abends frei an dem wir gemeinsame Zeit hatten.

Ansonsten war er immer arbeiten, auch am Wochenende, wenn ich frei hatte. Anfangs hat es mich sehr gestört, weil alle Arbeit auch mit unserem gemeinsamen Kind nur an mir hängenblieb.

Aber später hatte ich mich daran gewöhnt und mittlerweile ist es mir zuviel, wenn jemand dauerhaft jeden Abend bei mir ist und Zeit hat. Ich brauche auch meinen Freiraum und mal etwas für mich alleine zu machen oder einfach nur im Bad meinen Gedanken nach zu hängen, nicht ständig über die nächste Mahlzeit nachdenken zu müssen, kein gemeinsames Fernsehprogramm wählen zu müssen, etc.

Ich finde deinen Freund auch unangemessen einengend und das würde ich ihm auch so sagen.
 
  • #5
Ich vermute du triffst bei ihm nen wunden Punkt, „ich bin nicht wichtig genug“ z.B.
ich glaub ihr seid einfach aufgrund eures Nähe/Distanz Bedürfnisses, aber auch der Art wie ihr Zeit mit euch allein verbringt nicht kompatibel.
Er ist zu abhängig du eben nicht, das wird auf Dauer weiter Konfliktpotential bieten. Diese Gefühl der Unterversorgung stammt vermutlich aus seiner Biographie. Wenn er nicht bereit ist an seinem Selbstwert zu arbeiten wird das nix. Wie sollst du weniger arbeiten? Ausser du gibst deinen Job für ihn auf, was du sicher nicht möchtest.
 
  • #6
Es ist doch das alte Problem fast aller Beziehungen, wenn jemand nicht aus der Ego-Perspektive herauskommt. Ich weiß auch gar nicht, ob das lösbar ist. Es gibt Menschen, die einfach nicht reflektieren können, sondern alles, was ihnen aktuell nicht zupass kommt, als persönlichen Angriff auf sich selbst sehen. Es hilft dann nicht, dass Du ihm Deinen Job erklärst. Du müsstest ihm erklären, dass er sich auf die nächste persönliche Entwicklungsebene begeben muss. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, musst Du Dich trennen. Du kannst doch nicht neben Deinem ohnehin teilweise anstrengenden Job noch so ein Theater verkraften! Du bräuchtest jemanden mit größerer persönlicher Reife.
 
  • #8
Mir scheint, dir fehlen als junges Mädel einfach ein paar seriöse Argumente, wo man dich ernst nehmen kann. Zum Beispiel:

- "Du hast mich so kennengelernt. Das musst du wohl so akzeptieren, sonst passen wir einfach nicht zusammen."

- "Vielleicht passen wir doch nicht so gut zusammen, weil ich schwer beschäftigt bin und eine hohe Verantwortungspostion in meinem Job habe. Du scheinst im Job unterfordert zu sein und sehr wenig zu arbieten."

- "Wir haben keine Familie. Also muss ich arbeiten gehen. Außerdem arbeitest du NUR bis 17 Uhr. Was nicht sehr lange ist! Oder willst du Kinder haben, dann könnte ich mehr zuhause bleiben?

Ich würde ihm auch mal sagen, dass er für dich ungeeignet ist, weil er zu oberflächlich ist. Außer Gym und Fernsehngucken hat er offenbar kein Leben. Klingt sehr langweilig und nichtssagend.

Ich finde, dein Freund ist ein Langweiler, der nichts aus seinem Lebne macht. ER fängt ERST (!) um 8 Uhr an mit arbeiten. Da hab ich schon 4 Arbeitsstunden hinter mir und mein Tag ist halb fertig. Und ist wie ein kleiner Arbeiter eben schon um 17 Uhr fertig. Andere arbeiten normal bis 21 Uhr! Ich finde das echt krass!

Schlage ihm doch mal vor, er könnte bis 20 Uhr arbeiten, dann hättet ihr mehr Geld für Familiengründund oder Verreisen. Hauptsache du tätschelst ihn nicht und tust so, als wäre alles, was er tut OK. Denn damit fühlt er sich natürlich selbstsicher und bestärkt. Du musst ihm klar sagen, dass dein Leben sehr anstrengend ist, weil es sehr kreativ ist. Ich würde die Beziehung in Frage stellen. Lieber einen Mann in deinem Job suchen, der ebenso kreativ ist und höhere Ziele hat. Denn Kinder habt ihr ja offenbar keine?! Also vergeuden so Leute wie dein freund ihre Lebenszeit daheim hinter dem Fernseher. Mir wäre das zu blöd als Partner.
 
  • #9
Polizisten, Arbeitnehmer in Krankenhäusern, Pflegeheimen, öffentlichen Verkehr usw. haben ähnliche Arbeitszeiten wie du.

Er soll die Zeit ohne dich nutzen sich einen Bekanntenkreis aufbauen und Hobbies zu entwickeln, außerdem kann er seinen Haushalt pflegen. Mit seinen regelmäßigen Arbeitszeiten kann er in Vereine eintreten, Mannschaftssport betreiben oder/und sich fortbilden. Alles Chancen.

Ich gehe allerdings davon aus, dass du in deinen Schwachlastzeiten ihm tatsächlich entgegen kommst.

Wenn er das nicht einsieht bleibt dir wohl nur die Trennung.
 
  • #10
Liebe Swifty
Woran es genau liegt, dass du und dein Freund euch dauerhaft nicht verständigen könnt in diesem Punkt, kann ich nicht genau sagen. Meine Vermutung wäre, dass dein Freund vielleicht manchmal neidisch ist. Du hast spannende Projekte, arbeitest in einem Beruf, der dich vollkommen zu erfüllen scheint und deine Leidenschaft ist, mit interessanten Menschen. Währenddem sein Job halt sein Job ist, sein Hobby seit Jahren dasselbe. Alltag der meisten Menschen eben.
Mir ist nie wirklich langweilig, finde immer was zu tun, könnte also die Zeit auch anders nutzen, will sie aber mit ihm verbringen.
Dein Freund scheint zudem zu spüren, dass du emotional unabhängig von ihm funktionierst. In der Tat klingt es so, als ob du gut ohne ihn leben könntest und "ihm zuliebe" auf erfüllendere Tätigkeiten verzichtest. Sprich, ER ist eben nicht erfüllend für dich und demnach wirklich nicht die Nummer eins in deinem Leben.
Würdet ihr in eurer Beziehung eine solche Situation meinerseits tolerieren?
Ich glaube, ich könnte besser mit einer Partnerin wie dir umgehen - kreativ, unabhängig - als mit einem Partner wie ihm. Allerdings liegt das auch an meiner Entwicklung als Mensch. Ich bin jetzt älter und sicherer. Wäre ich 10 Jahre jünger, wäre ich vielleicht auch anhänglicher, romantischer oder fixierter auf einen Partner.
 
  • #11
Ist er Deinetwegen aus seinem Umfeld weggezogen, also wohnt ihr zusammen "bei Dir"?
Falls das so ist, wundert es mich nicht: Er wird denken, dass er für Dich viel aufgegeben hat und nun allein rumsitzt, wenn er allein rumsitzt. Dass man so nicht rechnen kann, ist ja egal.

Angenommen, er ist nicht umgezogen. Dann ist es das, was mir öfter schon bei Männern aufgefallen ist. Sie wollen sagen, wann sie Gemeinsamzeit haben und wann nicht. Sie wollen nicht von einer Frau dominiert werden. Statt dass er schön saubermacht und mit gekochtem Essen auf Dich wartet, sitzt er rum und merkt, dass die Freundin nicht da ist. Ich denke, viele Frauen, die sich nicht trennen wollen, kommen so auf den Gedanken, dass ein Kind ganz schön wär.

Ist doch so. Ist auch normal. Aber nicht bei Männern mit althergebrachtem Frauenbild. Frau = immer da für Mann und Sohn.

Ich seh das Problem aber auch darin, dass er geregelt arbeitet und Du nicht. Jemand mit einem Beruf 8-17 Uhr will danach Feierabend, Partneraktivität und Entspannung. Du willst das auch, aber zu anderen Zeiten. Das ist kein Mann-Frau-Ding, diese Probleme haben auch Frauen mit Bürojob und Partnern, die Künstler sind, Musiker usw..

Das passt nicht zwischen euch. Ich denke, das ist so eine Sache wie "Zusammenziehen oder nicht" oder "Heiraten oder nicht" - wie stellt man sich seine Partnerschaft vor und wird man unglücklich, wenn dies oder das vom Partner nicht erfüllt wird.
Was ich keiner Frau raten würde, ist, den Beruf aufzugeben.
Allerdings den Mann jetzt als ollen Egoisten darzustellen, finde ich auch falsch. Vielleicht ist er einer, der bespaßt werden will und denkt, die Partnerin hat sich bereitzuhalten für seine Wünsche nach Gemeinsamzeit. Vielleicht wünscht er sich aber eben ne Partnerschaft, wo beide abends was miteinander machen können und nicht dauernd die Arbeit so präsent ist. Das wünschen sich auch Frauen von ihren Männern.
auch mal 4 freie Tage am Stück o.a., oft jedoch unter der Woche
Da ist das ja unwichtig für ihn, er ist ja nicht zu Hause und hat nichts davon. Es sind halt mal "normale" Abende für ihn.
Ebenso, wenn Du mal vier Wochen frei hast - den Tag über hat er Arbeit, keine Beziehung, von daher bringt ihm das nix.
 
  • #12
Ach Mädel, diese Probleme haben normalerweise wir Männer.
Daher gebe ich dir einen ganz altmodischen Tipp:
Schreibs ihm auf. Damit er genau nachrechnen kann, wann er arbeitet, während du zu Hause sitzt.
Du wirst dich wundern - das bewirkt wirklich so Einiges.
Dazu kannst du ihm helfen, ein Hobby zu finden... irgendetwas muss ihn doch interessieren. Oder?
Viel Glück
 
  • #13
Mir wäre das zuviel Stress mit ihm. Was erwartet er denn? Sollst Du mitten in der Arbeit um 17 Uhr sagen: Tja, Leute macht's gut. Ich muss jetzt los mein Freund wartet. Oder sollst Du Deine Arbeit aufgeben und Dir was von 8-17 Uhr suchen?
Ich hoffe sehr, dass beides keine Alternativen für Dich sind.

Sein Verhalten ist einengend, egoistisch, nervig und übergriffig. Du bist doch nicht für sein Amüsement zuständig. Es gibt soviele Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten. Er muss halt nur seinen Hintern hochbekommen und sich nicht wie so eine Diva zurücklehnen und sagen: Mich langweilt! Man bringe mir den Narren.
Er scheint ein ziemlicher Langweiler zu sein. Ich glaube fast auf Dauer ist das für Dich nichts. Drei jahre sind ja jetzt auch nicht so eine lange Zeit, sondern eher tieferes Kennenlernen. Da tun sich ja auch erste Verwerfungen bei Euch auf .

Sein Verhalten macht Dir doch auch viel Stress. Bei der Arbeit denkst Du dann, daran welchen Angriffen Du von ihm wieder ausgesetzt sein wirst. Fühlst Dich unwohl und nicht angenommen.
Es wäre doch von ihm viel liebevoller, wenn Du bei der Arbeit an ihn denken könntest und wüßtest, dass er Dich nach einem 12 stündigen Arbeitstag freudig mit Tee und Keksen begrüßt, statt mit Vorwürfen.

Als meine Kinder größer waren und ich endlich so etwas wie Freizeit hatte, habe ich sie sofort in schöne Aktivitäten umgewandelt. Wenn ich dann vom musizieren oder vom Sport nach Hause kam, empfing mich mein Exmann mit Mißtrauen und Belauern. Ich bin gar nicht gern nach Hause gegangen. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass ich mich freuen würde, wenn er mit zum Sport käme. Hätten wir gern gemeinsam machen können. Das wollter er auch nicht.
Bei einem Kurs erzählte eine Frau so fröhlich, dass sie diese auspowern 2 mal die Woche wirklich braucht. Un dann kommt sie nach Hause und ihr Mann hat den Tisch schön gedeckt und sie verbringen den Abend schön gemeinsam. Die freute sich richtig auf zu Hause. Ich habe damals auf dem Heimweg geweint, weil es bei mir so nervig. war.
Ich wäre nach dem musizieren auch gern mal mit den anderen danach noch ein Bier trinken gegangen. Dann dachte ich gleich, an das Theater zu Hause.
Als ich mich getrennt hatte, war das alles viel entspannter. Wir saßen bei einem Bierchen und ich konnte entspannt daran denken, dass mich zu Hause niemand annervt.
Ich kann Dir sagen, dass das ein sehr schönes Gefühl der Befreiung ist.
 
  • #14
. Heute sind wir getrennt. Und es tut mir leid um die vielen verpassten Arbeitszeiten und den Freitagsstress.
Boah, liebe @Elfe11, wenn man deinen Post so liest, spürt man gerade zu wie viel du noch aufzuarbeiten hast.
Mann kann sie fühlen, deine Wut, deine Enttäuschung, deinen Frust, welchem du jetzt Luft machst und auf die Situation der FS überträgst.
Es tut mir leid für dich, wirklich, aber letztendlich hast DU all das mit dir machen lassen und ich glaube deine Geschichte kann man in keinster Weise mit der von der FS vergleichen.
Du kannst diese Erzählung nicht neutral betrachten.

Es ist doch legitim, sich ausreichend Paarzeit zu wünschen und die Arbeitszeit der FS ist schon sehr außergewöhnlich und gewöhnungsbedürftig.

Liebe FS
Deine langen Pausen zwischen der vielen Arbeit kann dein Freund eben nicht als solche empfinden, weil ER in dieser Zeit arbeitet.
Richtig frei haben, gemeinsam frei haben und Paar sein dürfen, das fehlt deinem Freund!

Ich glaube nicht, dass er unter der Woche mit viel Arbeit deinerseits so ein Problem hätte, wenn es da wenigstens verlässlich freie Wochenenden gäbe (weil er da eben auch frei hat). Gibt es aber nicht!
Für jemanden der aus einem anderen Berufsfeld kommt ist das in der Tat sehr schwer zu verstehen und vorallem ist es schwer damit umzugehen. Ich könnte das an seiner Stelle nicht, ganz ehrlich.

Im Grunde hat er sich nach DEINER freien Zeit zu richten, wenn er Zeit mit dir haben möchte! Du hingegen siehst das aber nicht, sondern glaubst noch viel getan zu haben, weil du dich in deiner Freizeit einschränken musst. Erkennst du das Problem?

Ich kann deinen Freund verstehen, denn er fühlt sich als Lückenfüller, muss sich deinem Takt anpassen und in der Summe kommt er doch zu kurz. Ich kann mich da wirklich sehr gut rein fühlen und würde es genauso empfinden. Dir ist es derzeit nicht möglich einen anderen Rhythmus zu leben, wahrscheinlich willst du es auch nicht weil du glücklich mit deiner Arbeit bist, was ja sehr schön für dich ist. Das Problem ist nur, so wie es bisher läuft gibt es für euch beide keine Zukunft! Dein Freund wird sich immer einsamer fühlen, immer mehr Sehnsucht nach einer "normalen" Beziehung haben und irgendwann kommt der große Knall.

Wenn es dir also nicht möglich ist einen festeren Rhythmus in deine Arbeitszeit zu bekommen und mehr freie Wochenenden zu haben, dann solltet ihr euch trennen, denn eine Beziehung lebt davon, dass beide Personen Energie daraus ziehen können und glücklich sind. Beides ist bei euch nicht gegeben.

Alles Liebe dir...
 
  • #15
Ich finde du hast euer Problem sehr sachlich und verständlich beschrieben. Auch er könnte dies also rational verstehen, Darüber hinaus scheinst du ihm sehr entgegenzukommen, ihn wirklich gern zu haben. Leider kann ich das umgekehrt nicht erkennen.

Daher denke ich, dass du -wie hier schon jemnad schrieb- einen wunden Punkt triffst. Auch wenn es absoluter Quatsch ist, er FÜHLT sich nicht genügend beachtet, geliebt, wertgeschätzt. Unbewusst könnte er auch beleidigt sein, weil du gern deine Arbeit machst, dir auch in der Freizeit nicht langweilig wird.

Dies wäre dann eine schwierige Konstellation. Ziemlich egozentrisch, alles -oder zumindest seine Freundin- soll sich mehr um ihn drehen. Dabei müssen beide den anderen verstehen und auf ihn zugehen wollen und können. Vielleicht solltest du ihm das sagen, anstatt dich langsam in die Rechtfertigungsecke schieben zu lassen.
 
  • #16
Nun kommt es vor allem in Endphasen meiner Projekte zu Streitigkeiten, wo mir vorgeworfen wird "deine Arbeit hat immer Priorität", "du nimmst dir keine Zeit für mich" oder "ich bin doch nur dein Lückenfüller".
Hallo Swifty,

du solltest dich bei deinem Partner nicht für deine Arbeit entschuldigen müssen.

Du bist nicht dazu da ihn ständig zu bespaßen, nur weil er sich nicht selber beschäftigen kann. Dass du auf deine persönlichen Interessen verzichten musst, finde ich auch nicht in Ordnung, denn gerade bei einem anstrengenden Job braucht man seine Entspannungszeiten.

Eine Kombination wie bei euch beiden, kann nur funktionieren, wenn jeder sich auch alleine beschäftigen kann, eigene Interessen und einen Freundeskreis pflegt und die Zeit mit dem Partner als besonders wertvoll und schön sieht, für die es sich lohnt zusammenzubleiben.

Nun habt ihr in den vergangenen drei Jahren erkennen müssen, dass dies bei euch nicht so ist und dein Partner mit der Situation unglücklich ist.

Wie es aussieht, wird es bei euch wohl auf eine Trennung hinauslaufen. Manchmal passt es eben nicht.
 
  • #17
Im Grunde hat er sich nach DEINER freien Zeit zu richten, wenn er Zeit mit dir haben möchte!
Ja sicher. Dass ihre Arbeitszeiten ungewöhnlich sind, weiß die FS und der Freund hat sie so kennengelernt.

Ich kenne sehr viele Paare, die sich mit Schichtarbeit oder Dienst zu ungewöhnlichen Zeiten arrangieren. So wie es die FS auflistet, hat sie in einem Zyklus von ca. knapp drei Monaten zwei, maximal drei "brisante Wochen", dazu zwei bis drei angespannte, an denen sie - mit gelegentlichen Einschränkungen- den größten Teil der Arbeitswochenabende und des Wochenendes mit dem Freund verbringen kann. Ihr Freund muss also in drei Monaten an ca. drei Wochenende auf seine Freundin verzichten. Da frage ich mich, was die Partner von Frauen oder Männern sagen, die als Polizisten, Piloten, Verkehrsmeister, (Not)ärzte im Krankenhaus, Verkäufer, Kellner etc. arbeiten? Ich glaube die kommen auf ganz andere Quoten an fehlenden Wochenenden oder Feierabenden. Und diese Paare haben sogar kleine Kinder und finden Kompromisse.

Es sagt ja keiner, dass der Freund davon begeistert sein soll. Aber deswegen eine Beziehung beenden, den Partner zum Berufswechsel drängen, anderweitig unter Druck setzen oder ständig Streit anzetteln? Da sollte er wohl lieber Mal den Fokus auf seinen (fehlenden) Freundeskreis, seine (fehlenden) Hobbies richten, mit sich selbst zufrieden zu sein. Da sehe ich eher den Schlüssel.
 
  • #18
...ist es wirklich die viele Arbeit meinerseits, ist es sein karges Privatleben, ist es eine Kombination? Sind wir nicht kompatibel und eine Trennung nach über 3 Jahren steht im Haus?
Würdet ihr in eurer Beziehung eine solche Situation meinerseits tolerieren?
Liebe FS,
die Antwort auf die entscheidende Frage zuerst: nein, ich würde diese Situation in einer Beziehung nicht mehr tolerieren - "nicht mehr" weil ich das Thema wie viele Frauen, die gern und erfolgreich arbeiten schon hinter mir habe.

Nach meiner Erfahrung wirst Du nur mit einem Mann glücklich, der selber beruflich was auf die Reihe bringt und eine andere Arbeitsmentalitaet hat als 8 to 5.
Darüberhinaus muss er nicht nur Freude am eigenen Tun haben, sondern eine Partnerin wollen, die ähnlich gestrickt ist wie er und stolz auf die ihren Erfolg sein, genauso wie Du auf seinen.
Der versteht Dich, hat die gleiche Situation und weiß, dass Du ihn verstehst.
Wenn Du in meinem Alter wärst würde ich Dir sagen "schwierig zu finden, rare Gesellen", aber in Deiner Alterskohorte eher an der Tagesordnung.

Er ist ein passiver Mann ohne Engagement, Interessen und Sozialkontakte, d.h. er klebt an Dir, Du bist sein Tor zur Welt oder die einzige Alternative zum Fernsehprogramm.
Durch sein Gemecker verleidet er Dir das Leben.

Er neidet Dir Deine Vitalität und Begeisterung, versucht, Dir Kieselsteine ins Getriebe zu werfen und ist damit schon erfolgreich, denn Du gehst in Deiner Freizeit nicht mehr Deinen Interessen nach, vernachlässigst Freundschaften. Lass' das, das macht Dich nicht glücklich. Noch liest Du Dich ruhig und sachlich, hast aber den Überblick, was schieflaeuft. Der nächste Schritt ist Stress, weil Du Dich wehrst.

Ja, nach 3 Jahren ist es zuende. Ihr habt es nicht geschafft, das Unpassende passend zu machen, was Bewegung von Beiden gebraucht hätte.
Verleide Dir nicht das Leben, indem Du das Ende rauszoegerst, sondern nutze Deine besten Jahre einen geeigneten Partner zu finden. Mehr und bessere Auswahl als mit 25 Jahren hast Du nie wieder.
 
  • #20
Meine Vermutung wäre, dass dein Freund vielleicht manchmal neidisch ist. Du hast spannende Projekte, arbeitest in einem Beruf, der dich vollkommen zu erfüllen scheint und deine Leidenschaft ist, mit interessanten Menschen. Währenddem sein Job halt sein Job ist, sein Hobby seit Jahren dasselbe.
Genau das ist auch meine Vermutung. Wobei ich persönlich solche Jobs deutlich nüchterner sehe, seitdem ich mal an ein paar Kurzfilmen mitgewirkt und mich eingehend über das Thema belesen habe. Filmemachen ist mühevolles Stückwerk. Richtig erfüllend ist das nur, wenn man voll hinter dem Projekt steht und in einer Position ist, in der man sich kreativ einbringen kann. Muss man anderer Leute Vorstellungen umsetzen, ist es eine öde, stupide, frustrierende Arbeit; zumindest habe ich es so empfunden.

Aber Regieassistenz klingt natürlich erstmal spannender als ein klassischer Bürojob und zumindest kommt man viel rum; weiß nicht heute schon, dass man vermutlich in einem Jahr mit genau denselben Leuten in genau demselben Büro sitzen wird. Dieses Gefühl der Festgefahrenheit kann tatsächlich lähmend sein.

Vielleicht spielt auch Eifersucht eine Rolle. Die FS wird ja massenhaft Leute kennenlernen; darunter vermutlich viele schillernde Paradiesvögel und begnadete Selbstdarsteller. Vielleicht hat ihr Partner das Gefühl, da als "Normalsterblicher", noch dazu mit wenig eigenen Sozialkontakten, nicht mithalten zu können. Und nach Drehschluss wird wohl auch ganz gern mal ordentlich gefeiert. Ich denke, viele Menschen hätten ein Problem mit einem Partner, der sich (anders als sie selbst) in so einem "glamourösen" Umfeld bewegt.

Auf jeden Fall scheint der Mann mit seinem Leben unzufrieden zu sein; sich unterlegen zu fühlen. Viel tun kann die FS da m.E. nicht; er muss sich selbst dazu aufraffen, etwas zu ändern. Wichtig wäre allerdings, dass sie ihr Kommunikationsverhalten reflektiert: ist es geprägt von Achtung vor der Andersartigkeit des Partners, oder behandelt sie ihn schon mal wie einen drögen Spießer, für den die hippe, weltgewandte Kreative eigentlich eine Nummer zu groß ist? Interessiert sie sich aufrichtig für sein Leben? Lässt sie ihn wissen, was sie an ihm schätzt - vielleicht liebt sie ihn gerade dafür, dass er einen wohltuenden Gegenpol darstellt zu der Welt, in der sie beruflich zu Hause ist?
 
  • #21
Hallo FS,

ich glaube ihr seid nicht kompatibel, was aber eher an seinem Unverständnis liegt und dass er dir Vorwürfe macht. Du kommst ihm entgegen und schaufelst dir alle mögliche Zeit für ihn zusammen-mehr kannst du nicht tun. Ich wette auch, dass ihm der Job nichts gibt, vielleicht ist er auch unterfordert oder unzufrieden..bei 9 to 5 denke ich immer an den ÖD. Es ist ja auch nix verkehrtes daran so zu arbeiten. Nur dir gönnt er das irgendwie nicht, dass dein Job dich erfüllt.

Die ständigen Streitereien führen euch mit der Zeit voneinander weg. Er sieht ja auch irgendwie nicht ein, dass er auch etwas für sich selbst tun muss, um zufriedener zu sein. Stattdessen geht er auf dich los. Ich bin mir gar nicht mal sicher, ob er tatsächlich die Paarzeit vermisst oder ihm generell etwas fehlt. Er hat wenig Freunde und scheint an sich ein eher langweiliger Typ mit wenig Offenheit zu sein. Sein Interesse Gym und TV, sorry aber eher langweilig. Macht er sonst noch etwas?

Ich könnte es ja verstehen, wenn du immer so arbeiten würdest und tatsächlich kaum Paarzeit vorhanden wäre.
Das würde mir persönlich auch nicht gefallen. Es kommt da aber wieder darauf an wie man die gemeinsame wenige Zeit nutzt...Qualitätszeit wäre mir z.B. wichtig. Du hast jedoch auch mal 3-4 Wochen frei, dh. es sind nur bestimmte Phasen, die sehr zeitintensiv sind. Also habt ihr ja wiederum Paarzeit...Problem ist ggf., dass du andere Menschen vernachlässigst und wenig für dich selbst machst. Wie verbringt ihr denn eure gemeinsame Zeit?

Also damit es bei euch klappen könnte müsste Toleranz und Verständnis gegeben sein..da seh ich Defizite bei ihm. Auch fehlt es ihm vermutlich auch an Reflexionsfähigkeit...sonst könnte er sich ja auch mal Gedanken darüber machen warum er unzufrieden ist und was ihm im Leben fehlt. Den Charakter kannst nicht ändern, also Offenheit (Begeisterungsfähigkeit/Neugier) ist da oder eben nicht. Beim Thema Offenheit sollte Übereinstimmung herrschen, sonst klappt es nicht..der eine fühlt sich durch den anderen ausgebremst. Ging mir oft so durch die Partner, dass ich mich langweilte und ausgebremst fühlte ...never ever.
 
  • #22
Deine langen Pausen zwischen der vielen Arbeit kann dein Freund eben nicht als solche empfinden, weil ER in dieser Zeit arbeitet.
In der projektfreien Zeit kann der Freund die FS jeden Abend sehen und also Paarzeit mit ihr verbringen.

Im Grunde hat er sich nach DEINER freien Zeit zu richten, wenn er Zeit mit dir haben möchte!
Das müssen Partner/innen von Ärzten, Polizisten, Gastronomen, Schauspielern usw. auch. Das ist also gar nicht so selten und auch nicht anders machbar.

Wenn es dir also nicht möglich ist einen festeren Rhythmus in deine Arbeitszeit zu bekommen und mehr freie Wochenenden zu haben
Das ist im Regiebereich völlig illusorisch. Ein Projekt ist ein Projekt und muss innerhalb von 6 bis 8 Wochen durchgezogen werden. Würde der Partner der FS sich ein bisschen für ihren Beruf interessieren, wäre ihm das klar. Dann würde er die partnerfreie Zeit für Freizeitaktivitäten nutzen und die Paarzeit, die beiden am Stück zur Verfügung steht, genießen. Leider verhält er sich aber wie ein kleines Kind, dem Mutti zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Sehr unsexy.
 
  • #24
Es geht um unterschiedliche Lebensentwürfe und um Toleranz, Kompromisse .

Nähe - Distanz ist weniger das Thema, aber die Frage, wieviel reale Zeit möchte man mit seinem Partner verbringen - Quantität, nicht das Thema Qualität.
Wieviel Raum soll ein Partner füllen - also gibt es neben dem Partner noch wichtige Dinge, das können Beruf, Hobbies, Engagements, das soziale Netzwerk sein.
Es gbt genug Partnerschaften, da liegt der sehr raumgreifende Lebensmittelpunkt bei der Partnerschaft, wie oft wird dies auch hier gefordert?

Beruf ist nicht so strittig, weil es meistens die Männer betrifft, und mit Engagement meist Einkommen und Status verbunden ist und dies dann für ausreichend Frauen ein adäquater Ausgleich. Grundsätzlich wird außerdem die Notwendigkeit bei einem Beruf eher akzeptiert - s. auch die vielen Berufe mit Schichtsystemen, sehr viele Partnerschaften können damit durchaus umgehen, es ist hier auch nichts anderes.
Wobei hier ein Beitrag Bände spricht - da wird vorgeschlagen, er solle mehr arbeiten und sie ein Kind bekommen, also auch Frauen nehmen die Berufstätigkeit und dieses Engagement bei ihrem eigenen Geschlecht nicht unbedingt ernst.

Ich denke, man sollte prüfen, wo gibt es Kompromisse, und dies dann versuchen, aber ab einem bestimmten Punkt sind verschiedene Lebensentwürfe nicht kompatibel und dann passt es für eine Partnerschaft nicht.

Wenn er hier außer seinem geregelten Beruf und seiner Partnerin keine anderen Lebensinhalte hat, und sich nur schwer mit sich beschäftigen kann, andere Vorstellungen von Partnerschaft hat, wie soll es auf Dauer funktionieren? So werden beide unglücklich.
Ohne Wertung der Vorstellungen.

Faszinierend finde ich, dass Frauen oft genug die Konzentration des Partners auf sich fordern, fordert dies aber ein Mann wird die Selbstständigkeit der Frau propagiert, und der Mann in seiner Persönlichkeit in Frage gestellt.

Es sollte inzwischen selbstverständlich sein, dass Lebensentwürfe geschlechtsneutral sind, sowie Menschen unterschiedliche Prioritäten und Vorstellungen haben, ohne dass die Akzeptanz geschlechtsgebunden ist.
Gelebte Emanzipation, ein ganz großes Geschenk - Freiheit.
Jeder kann sein Leben gestalten wie er möchte. Die Partnersuche wird halt schwieriger, weil es bunt wird, und keine Stereotypen, und es braucht mehr Toleranz.

Swifty, bei Euch ist nicht die Arbeit zuviel, sondern Eure Lebensvorstellungen sind zu kontrovers.
 
  • #25
Auf jeden Fall scheint der Mann mit seinem Leben unzufrieden zu sein; sich unterlegen zu fühlen.
Warum wird dem Mann unterstellt er wäre neidisch auf den Job der FS? Es gibt auch Menschen die das geregelte Arbeitsleben lieben, froh sind um 17 Uhr Feierabend zu haben um die freie Zeit zu genießen und mit ihrem Job vollends zufrieden sind!
Ich schätze den Beruf der FS auch weder spannend, noch als besonders toll an, sondern denke mir einfach solche Arbeitszeiten möchte ich nicht haben! Vielleicht geht es ihrem Freund genauso? Schon mal daran gedacht?

Ich glaube weder, das der Freund der FS besonders anhänglich, klettig, eifersüchtig, neidisch oder was ihm sonst noch so unterstellt wird ist.
Ich sehe da einfach einen Mann der lieber eine Frau hätte die an den Wochenenden frei hat und ähnlich Feierabend macht wie er, um verlässlich planen zu können und sich auf regelmäßige Paarzeit freuen zu können.

Im übrigen ist der Mann auch nicht gelangweilt und braucht dringend ein Hobby, er hat einfach keinen (salopp gesagt) Bock mehr sich immer und ausschließlich nach der FS zu richten und merkt dass er sich nach einer ganz stinknormalen Beziehung sehnt, bei seiner Freundin davon aber nichts ankommt, da ihre Prio 1 die Arbeit ist.

Und die Moral von der Geschicht: es passt einfach nicht und kann anscheinend auch nicht passend gemacht werden.
 
  • #26
Also ich finde nicht, dass ihr euch trennen müsst bzw. du dich trennen sollst. Wichtig ist nur, dass diese Streitigkeiten aufhören, die euch in eine Abwärtsspirale bringen.

Ich kam in meiner Rechnung auf durchschnittlich ein Wochenende im Monat, an dem du komplett beruflich eingebunden bist, dazu noch eine Woche samt Feierabenden obendrauf. Stimmt die Rechnung? Oder fehlen euch im Durchschnitt zwei Wochenenden pro Monat und zwei Wochenenden mit sehr späten Feierabenden? Ich finde tatsächlich da liegt die Grenze dessen, was bei vielen Paaren als immer größer werdender Mangel kaum zu kompensieren ist.

Was wäre denn, wenn du schwanger würdest, ein Kind bekämst oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so flexibel bist? Würde dich deine Firma dann hängen lassen?

Vielleicht könnt ihr beide euch noch ein Stück entgegengehen, vor allem, wenn euch aufs Jahr gerechnet doch regelmäßig die Hälfte der Feierabende und Wochenenden fehlen sollte. Und nach drei Jahren wäre es an euch beiden, über Zukunftspläne zu sprechen. Wie sehen deine aus, wie seine? Vielleicht ist der Streit um die Arbeitszeit nur ein Stellvertreterkrieg.
 
  • #27
Unterschiedliche Arbeitszeiten sind immer schwierig. Bei euch geht es noch. Ich habe schon von Paaren gehört, die sehen sich am Tag nur wenige Minuten oder manchmal auch gar nicht, weil beide im Schichtsystem mit unterschiedlichen Arbeitszeiten arbeiten. Damit muss man sich abfinden, ansonsten hat man den falschen Beruf bzw. Partner gewählt.

Ich muss ehrlich sagen, für mich wäre das auch nichts, aber deswegen suche ich mir erst gar keinen Partner mit Schichtarbeit oder deinen Arbeitszeiten. Entweder er arrangiert sich mit eurer Situation oder es passt einfach nicht zwischen euch.

Unabhängig davon solltest Du nicht Dein Leben lang am Rande des Burnout schuften.
Dem stimme ich allerdings auch zu. Aber du bist noch jung. Mit Mitte 20 habe ich noch ähnlich getickt und den Job über das Privatleben gestellt. Mittlerweile, mit der Familienplanung im Kopf und einem miesen Job in der Vergangenheit (gedankt hat es mir keiner, dass ich mir den Hintern aufgerissen habe und mein Privatleben gelitten hat), sehe ich das Verhältnis von Privatleben zu Berufsleben anders. Aber dafür hast du ja noch ein paar Jahre Zeit.

W33
 
  • #28
Würdet ihr in eurer Beziehung eine solche Situation meinerseits tolerieren?
Nicht nur tolerieren, sondern ausdrücklich begrüßen. Die Freizeit des Partners zu 100% beanspruchen ist eine Sache, seine Arbeitszeit beschneiden wollen eine andere. Und geht einfach überhaupt nicht. Denn erstens hat jeder Mensch das Recht, in seine berufliche Zukunft zu investieren. Und zweitens hat eine Work-Life-Balance, die sich außerhalb starrer Regeln bewegt, eine ganze Menge Vorteile, die aufzugeben man sich auf gar keinen Fall aufdrängen lassen sollte. Schon gar nicht, um jemanden regelmäßig bespaßen zu können, der keine eigenen Freizeitideen hat bzw. seine freie Zeit nicht allein füllen kann. Nein, dafür solltest Du Dir zu schade sein.
 
  • #29
Ich schätze den Beruf der FS auch weder spannend, noch als besonders toll an, sondern denke mir einfach solche Arbeitszeiten möchte ich nicht haben! Vielleicht geht es ihrem Freund genauso? Schon mal daran gedacht?
So unterschiedlich sind die Menschen. Die FS finde ihren Beruf aber spannend und wahrscheinlich machen ihr die unregelmäßigen Arbeitszeiten nichts aus. Das ist übrigens oft ein Merkmal von Menschen in kreativen Berufen.

Ich sehe da einfach einen Mann der lieber eine Frau hätte die an den Wochenenden frei hat und ähnlich Feierabend macht wie er, um verlässlich planen zu können und sich auf regelmäßige Paarzeit freuen zu können.
Das ist klar, nur mit einer Regieassistentin ist das nicht möglich. Das müsste der Mann inzwischen mitbekommen haben. Von daher ist es auch völlig sinnlos, dass er regelmäßige Paarwochenenden einfordert.
 
  • #30
@Swifty1989
Was doch wirklich nicht zu akzeptieren ist, ist seine Dauerkritik an deinen Arbeitszeiten. Wie unnötig! Wie destruktiv! Wie unintelligent! Wie unempathisch! Und ja, er hätte es weitaus '"schlimmer" treffen können - Ironie ON - mit einer Krankenschwester oder Stewardess im Schichtdienst. Mit einer Teamleiterin oder Chefassistenz, die bis 20.00 Uhr Überstunden macht und das Wochenende ko im Bett verbringt und ausschläft. Mit einer Reitlehrerin, die nach Pferd stinkt, wenn sie nach Hause kommt und bei einer Kolik eines Lieblings am Wochenende beim Tierarzt sitzt. Oder noch schlimmer, eine Assistenzärztin in der Klinik Ambulanz am Freitag Abend! Oder eine Apothekerin, die Notdienst hat am Wochenende oder nachts. Jede Kosmetikerin und Kassiererin muss Samstag arbeiten. Der Mann ist einfach ein beziehungsunerfahrenes Weichei. Weise ihn zurecht, liebe FS. Stoff und Argumente hast du ja jetzt genügend von uns bekommen. Ein letzter konstruktiver Vorschlag: Du gestaltet in deiner freien Woche die Abende inklusive Abendessen und Freizeitüberraschung. Sei kreativ, verwöhne ihn! Und richtig, was kommt jetzt? In deiner Stress Woche übernimmt er die Abendgestaltung mit Essen zaubern und Fußmassage und Entspannungssex oder Badewanne mit Teelichtern. Besprich' dich mit ihm und lasse etwas mehr Leidenschaft und Kreativität über für deine Partnerschaft. Lass' dich nicht vom Job auffressen. Das wäre doch ein guter Deal?! Statt Nörgelei bitte Kompromisse, Komplimente und mehr Kreativität!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: